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Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-08-06 · 32 (6.8.1926) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
6 (1926)
Issue
32 (6.8.1926)
Date
1926-08-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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dfliefic Tyeicv hatte die Stadtgemeinde den von ihr mit herrlichem Blumenflor geschmückten Nathaussaal zur Verfügung gestellt. .Herr Kultusvorstand Gustav Stark gab einen geschichtlichen Rückblick über die Entwicklung der Kultusgeineinde und da,? Wirken des nunmehr im 70. Lebensjahr stehenden Beamten, der demnächst in den Ruhestand tritt» und liberreichte unter heißen Dankesworten eine Ehrengabe. Oberamtmann von Grundherr rühmte das gemeinnützige Wirken des Jubilars, dessen Ansehen und taktvollem Auftreten es zu verdanken sei, daß der konfessionelle Friede in ilssenheim auch in schwerer Zeit gewahrt blieb. Namens des Heimatmuseums, um Lessen Gründung und Ausbau sich der Jubilar die größten Verdienste erworben hat, überbrachte der Redner die Ernennung des Jubilars zum Ehrenmitglied. Es sprachen ferner ein Vertreter des Verbands Bauer, israel. Gemeinden, dessen Präsidium in München Eduard Sonder-Kihingen als Mitglied des Rats delegiert liatte, ebenso die geistlichen Vertreter der beiden christlichen >lonjcssionen, welche das harmonische Zusammenleben rühmten. Der Bürgermeister der Stadtgemeinde überreichte unter Anerlennung des verdienstvollen Wirkens des Jubilars namens des Stadtrates eine Ehrengabe. Es kamen ferner r,u Wort Oberlehrer Dinfelder-München als Vertreter des Israelitischen Lehrervereins für Bayern, als Vertreter des jüdischen Lehrerseminars zn Würzburg, zu dessen Schülern Strauß zählt, der Leiter des Seminars, Stoll-Würzburg, ferner Vertreter der Lehrerschaft in Stadt und Bezirk Uffenheim. tllitter v. Schütz aus München, Regierungspräsident ,1. D., der zum Sommeraufenthalt in Uffenheim weilte, gab seiner Freude Ausdruck über die seltene Jubelfeier zu Ehren Strauß', welchen Redner selbst als damaliger BezirksamtSeisseisor vor 50 Jahren ins Amt eingeführt hatte. Ein bunter Abend in den Räumen des Hotels „Zur Post", veranstaltet von Mitgliedern der Kultusgemeinde, beschloß die harmonisch verlaufene Versammlung. Zierenberg. (Go l d e n cs D i en stj ub i läu m|. Auf ein? fünfzigjährige Tätigkeit im Lehramte konnte der im f,o. Lebensjahre stehende hiesige Lehrer und Kultusbeamte Rosenbaum zurückblicken. Etwa 46 Jahre dieser den Interessen des Judentums dienenden Tätigkeit entfielen allein ans die hiesige Gemeinde. Bis zu der im Jahre 1922 erfolgicn Auflösung unserer Volksschule war Lehrer Rosenbaum im Staatsdienste tätig und noch heute versieht er die Kantor- und Kultusfnnktionen zur größten Zufriedenheit, so weit es fein Gesundheitszustand, der in letzter Zeit mancherlei zu wünschen tibrig ließ, erlaubt. Mit seinen Amtsgenossen und Freunden, die den bewährten hilfsbereiten und friedfertigen Veteran der Jugenderziehung schätzen und achten, wünscht auch die Gemeinde ihrem langjährigen geistigen Führer baldige Wiederherstellung seiner körperlichen Kräfte und voch viele Jahre ersprießlichen Wirkens und wohlverdienter A'uhe. jJJ; : Versammlungskalender j » < ► (Ö® * » \Ur < ► <o» < ► M i Berlin. ^Liberale Synagoge Norden.) SchSnhauser Allee 162. Auerbachsches Waisenhaus. Gottesdienst: Freitag, den 6. August 1926, abends 1A Uhr. Predigt: Rabbiner Dr. Salomonski. Sonnabend, den 7. August 1926, morgens 10 Uhr: Neumondsweihe. ♦ <» \Tv/ < > \w/ < ► »A Ja >» ©© Antworten > . . > ffiA < » ww < ' M < > AVA < > < I. W.-Bcrliu. Auch uns ist die Haltung des C. B. bei den letzten Repräsentantenwahlen der Berliner jüdischen Gemeinde nicht verständlich. Wir werden darauf zur gegebenen Zeit noch zurückkommen. Daß die letzte Nummer der C. V.-Zeitung einen Artikel des Herrn Moritz A. Loeb enthält, ist uns nicht entgangen. DaS ist derselbe Herr Loeb, der bei den letzten Repräsentantenwahlen seine Liste mit der der zionistischen Jüdischen Volkspartei verbunden hatte. Dieses Verhalten wurde nach den Wahlen in einem Beschluß des Hauptvorstandes des C. B. ausdrücklich mißbilligt. Man erwartete wohl zunächst, daß Herr Loeb auS diesem Beschluß Konsequenzen ziehen würde. Das tat er nicht. Vielmehr erklärte er, daß er bei den nächsten Repräsentantenwahlen die konservative Liste wieder mit der zionistischen Liste verbinden werde. Was der C. B. gehorsamst zur Kenntnis nahm. M. R.-München. Selbstverständlich liegen für den englischen Juden die mit dem Zionismus zusammenhängenden Probleme völlig anders als bei uns. Das können Sie schon daran sehen, daß der doch gewiß unverdächtige Bericht in der letzten Nummer der „Jüdischen Rundschau" über die Verhandlungen betreffend Palästina-Anleihe im Unterhause von den Ausführungen des Vertreters der Arbeiterpartei meldet: „Mr. Snell lLabour Party) führte aus, er wolle die Meinung der Mehrheit der Fraktion ausdrücken. Wir Mitglieder der Arbeiterpartei unterstützen eine Politik, die unsere Kolonien fördern kann. Palästina scheint mir ein Problem von großer Tragweite zu sein . . . F. G.-Berliu. Ihre Ansicht, daß in Deutschland in sämtlichen jüdischen Gemeinden die Gemeindesteuern in einem Prozentsatz der Reichseinkommensteuer erhoben werden, ist irrig. In Berlin sind wir nun aber zum Glück so weit. Und da sollte es eigentlich nicht Vorkommen, daß Veranlagungen gesandt werden, bei denen der Empfänger zur Erforschung der Frage, wie man eigentlich aus den gewünschte« Betrag verfallen ist, erst die Sphinx befragen müßte. Ein System, wenigstens eins, das dem gesunden Menschenverstand einleuchtet, ist bei den Veranlagungen, die man jetzt erhält, nicht herauszufinden. Uns sind Beschwerden von Lesern zugegangen, die seit lA Jahren arbeitslos sind und zu höheren Beträgen veranlagt wurden, als andere, die nach den höchsten Gruppen der Reichsbesoldungsordnung bezahlt werden. In einer Beschwerde heißt es: „Sie' sehen also, daß die Jüdische Gemeinde von mir vierteljährlich mehr zu erhalten wünscht, als ich an bas Reich insgesamt an Vorauszahlungen auf die Reichseinkommensteuer zu zahlen habe." Reklamieren Sie bei der Jüdischen Gemeinde, Oranienburger Straße 29, und zwar im Steuerbureau. Welcher Beamte für die jetzige Veranlagungen verantwortlich ist, ist uns nicht bekannt. Das Finanzdezernat des Gemeindevorstandes liegt in den Händen von Herrn Kareski. Dr. C.-Bielefeld. In dem Artikel „Eine Skizze von der inhaltlichen Besonderheit der althebräischen Poesie", entworfen von Geheimrat König in Bonn, hat tatsächlich der Druckfehlerteufel mitgesprochen. Es mutz natürlich heißen: „Man erstaunt, in einer Lehrdichtung von so geringem Umfang mit wenig Zügen das Universum geschildert zu sehen." „Mit wenig Lügen", wie es da stand, ist im Psalm 104 natürlich das Universum auch geschildert. Aber das hat Alexander von Humboldt nicht erst zu sagen brauchen. T. Sch.-Bresla«. Sie haben recht. Frau Paula Ollendorf-Breslau nahm an der Londoner Weltkonferenz des liberalen Judentums teil, was bei der Aufzählung in unserer Nr. 30 versehentlich übergangen wurde. C. B.-BreSla«. Binjamin Segel schreibt in der „Jüdischen Zeitung für Ostdeutschland" unter der Ueberschrift „Beginnende Einsicht" im Anschluß an die Reise Dr. Wieners vom C. B. nach Palästina. Er behauptet da. Dr. Wiener „kam, sah und wurde besiegt", „er habe sich im Lande gründlich umgesehen und — umgelernt". Wir wissen nicht, woher Herr Segel, den auch wir als Mitarbeiter schätzen, seine Wissenschaft bezogen hat. Dr. Wiener hat nach seiner Rückkehr dem Vorstande des C. B. in seiner Sitzung vom 27. Mai d. I. über seine Palästinareise berichtet. Dieser Vorbericht ist „als Manuskript gedruckt". Ihm soll ein umfangreicherer, jedem zugänglicher Bericht folgen. Schon aus dem Vorbericht geht hervor, daß Dr. Wiener in Palästina die Auffassung bestätigt fand, es handele sich bei der Besiedlung Palästinas durch den Keren Hajessod und die zionistische Organisation nicht um ein großzügiges philantropisches Hilsswerk, sondern um ein rein jüdisch-nationales Unternehmen. Werbt neue Mitglieder! n Hausreparaturen Auf Abzahlung, auch günstiges Angebot für Hausbesitzer. Maler-, Maurer-, Tischler-, auch Zimmerarbeiten werden ausgeführt. Schriftliche Anfragen erbeten an Geschoß- und Fabrikbauten 6. m. b. H. Berlin W35, Potsdamer Str. 118 e. Telefon: Lützow 27 64 Maurer* u. 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