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Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-05-14 · 20 (14.5.1926) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
6 (1926)
Issue
20 (14.5.1926)
Date
1926-05-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Aus den Gemeinden Berlin. (HilfSv « rein der Deutschen Juden.) Am 18. Mai 1026 findet in Berlin im Lvgenhaus. Kleistsiraße 10. um 11.30 Uhr vormitags die ordentliche Mitgliederversammlung deS Hilsverems der Deutschen Juden unter Vorsitz von Herrn Dr. James Simon statt, in der tiher die Tätigkeit des Hilssvereins im verflossenen Jahre berichtet werden wird. Im Anschluß daran findet eine Versammlung anläßlich des fünfundzwanzigjährigen Bestehens des HdDJ. im selben Dause statt. Herr Dr. Paul Nathan wird über die Lage der Juden in Osteuropa und im Orient in de» letzten 25 Jahren berichten und einen Ueberblick über die Wirksamkeit des Hilssvereins in diesem Zeitraum neben. Berlin. (Wissenschaft des Judentums.) Am Mittwoch, den 2. Juni abends 814. Uhr. veranstaltet die Akademie für die Wissenschaft des Judentums ihre Jahresversammlung im Gartensaal deS LogeutzaufeS. Kleiststraße 10. Im Anschluß au die Versammlung sindet ein Bor trag von Fräulein Dr. Selma Stern, Mitarbeiterin des Forschungsinstituts der Akademie über: „Die Judenvolitik des mittelalterlichen und deö modernen Staates" statt. Berlin. (Kulturfilm über jüdische Wohlfahrtspflege.) Die Zentralwohlsahrtsstelle der deutschen Juden wird ans der Düsseldorfer Ausstellung Gesolei einen Film vorführen, der die Organisation und die Leistungen der jüdischen Wohlfahrtspflege schildern und Szenen aus den Wichtigsten jüdischen Wohlfahrtseinrichtnngen enthalten wirb. Die Ausführung deS in eine stimmungsvolle Spiel- Handlung eingekletdeten Films ist der Gervid-Film-Geselischaft übertragen worden, die unter Regie von Frau Gertrud David zur Zeit die letzten Aufnahmen vornimmt." Berlin. (R e n e r s ch e i u n n g e n j n d i s ch c r M ic s i k.) Auf dem Gebiete der jüdischen Mnsik wird in der jüngsten Zeit eine rege schöpferische Tätigkeit entfaltet. Namhafte jüdische Komponisten sind am Werke, die jüdische Mnsik in ihren verschiedenen Aenßernngen weiterzubilden. zu modernisieren und dem Weltempfinden näherznbringen. Sowohl die synagogalc Mnsik wie auch das jüdische Bolksnnd Kinderlied und Kammermusik werden mit Erfolg fortentwickelt. Einige Neuerscheinungen der letzten Zeit verdienen besonders hervorgehoben zu werden. Die Verlagsgesellschaft für jüdische Musik „Jnwal" in Berlin W 15 brachte soeben eine „Suite aus der Musik zu der dramatischen Legende „Hadibnk" von An-ski" für Orchester sowie eine besondere Ausgabe für Klavier, komponiert von I. Engel, heraus. Die dramatische Legende „Hadibnk", bei der die Musik ein Hauptelement bildet, wurde im berühmten Moskauer Künstler-Theater „Habimah" dreihundertmal aufgeführt und nahm dann seinen Siegeslauf durch Europa, Amerika und Palästina. Anläßlich des 50jährigeu Jubiläums des bekannten hebräischen Dichters Saul Tschernichowikt gab der genannte Verlag drei Kompositionen von Ivel Engel zu seinen Gedichten „Omrjm, jeschnah Erez“, „Schoschanath Ploim“ und „Waheji bij'schurun melech" hebräisch und deutsch heraus. Von den Ausgaben des „Juwal"-Verlages auf dem Gebiete synagogalex Musik seien die ,,8cbirej Letb Hastnesset" von Samuel Alman angeführt. Der bekannte Dirigent von der Great Synagoge in London hat in diesem Werke den echten Geist klassischer indischer Musik mit den Grundsätzen moderner Musilkunst meisterhaft verknüpft. Berlin. (70. Geburtstag des S y n a g o g e n vor - st e h e r s D a u u h a u s e r.) Zu einer siir die Gemeinde wie für den Jubilar in gleicher Weise ehrenvollen Kundgebung gest.iltete sich die Feier des 70. Geburtstages Herrn Siegfried Da n n h ä u s e r s , langjährigen Borstehers der Synagoge Lindenstraste. Am Sonntag, mittags V2I Uhr. versammelten sich die Vorstandskvllegen und eine große Anzahl von Gcmeinöemitgliedern und Freunden im Hause des Jubilars. Oberkantor Neust-ad t leitete die Feier stimmungsvoll durch den Gesang der Hymne ..Gott grüße dich" (unter Instrumentalbegleitung) ein. Dann feierte Rabbiner Dr. B l u m e n th a l den Jubilar als den begeisterten Juden, der unter Einsetzung aller seiner Kräfte dem Judentum und der Gemeinde dient. „Ad meo weesrim schonim!" schloß der allseitig verehrte Seelsorger seine Ansprache. Dann ergriff Herr Leon das Wort, um im Namen des Vorstandes der Snuagoge Lindenstraße siir die treue Arbeit und liebevolle Hingabe zu danken, mit welcher Herr Dannhäuser seines Vorsteheramtes gewaltet habe. Der Erfolg sei ein starker Besuch des Gottesdienstes und eine freudige Teilnahme nahezu sämtlicher Mitglieder an den Aufgaben der Gemeinde. Als Ausdruck des unauslöschlichen Tankes für die treuen Dienste überreichte Herr Lövn dem Jubilar einen prachtvollen silbernen Pokal mit ehrenvoller Widmung. Herr Handelsgerichtsrat K u r t A l t m a u n sprach im Namen des Synagogenvereins Lindenstraße Worte der Liebe, der Anerkennung deS Dankes, die dem Jubilar sichtlich tief zu Herzen gingen. Den Reigen der Ansprachen beschloß Prof. Dr. Wölbe, der als jahrzehntelanger Besucher des FilialgotteSdicnstes der Synagoge Lindenstraße, Philharmonie, für die taktvolle, ziclbewußte Leitung der wundervollen Fcstgottesdienste durch den Jubilar dankte und hierbei das vorbildlich-schöne Einvernehmen der Rabbiner und Kantoren mit den Vorstehern der Lindenstraße-Gemeinde streifte. Der Jubilar dankte für alle diese Kundgebungen der Liebe, Oberkantor Neustadt sang das herrliche „Hallelujah" von Hummel und die schöne Feier hatte ihr Ende erreicht. Berlin. (Freunde der Taubstummen.) Am?. Mai 1026, um 11 Uhr vormittags, fand die Generalversammlung des Vereins „Freunde der Taubstummen-Jcdide Jlmim" im Brüdervereinöhaus Berlin statt. Der 2. Vorsitzende, Herr R y ch w a l s k i, begrüßte die Erschienenen, und vor allem den 1. Vorsitzenden, Herrn Ludwig Ginsberg und erstattete den Bercinsbcricht. Besonders erwähnte er die Arbeit der Vertrauensleute in den verschiedenen Städten und die Treue der Mitglieder, die cs uns ermöglicht haben, die Anstalt wieder in einen guten Zustand zu setzen. Er wies darauf hin, daß wir in einigen Orten fast gar keine Vertretung hätten, und daß wir vor allem in der großen Gemeinde Hamburg ohne Erfolg versucht haben, festen Fuß zu fassen. In dem großen und wohlhabenden Hamburg haben wir nur 187 Mitglieder, eine Zahl, die von jeder mittleren Stadt Nord- und besonders Sübdeutschlands erreicht wird. Der Vorsitzende dankte dem langjährigen bisherigen Kassierer, Herrn Loeweuthal, der in der schlimmsten Zeit die Geldgeschäfte des Vereins geführt hat und der sein Amt an Herrn Dr. Albrecht Kvehler abgetreten hat. Den Kassenbericht lieferte Herr Dr. Kvehler. ES wurden 83000 Mark für die Anstatt verauslagt, wobei auch die Kosten für die verschiedene» Reparaturen und Neuanschaffungen mit inbegriffen sind. Diese Ausgaben konnten wir durch unsere Einnahmen decken. DaS Bild der Kasse hat sich aber in den ersten drei Monaten deS Jahres 1926 wesentlich verschlechtert, so daß es unbedingt notwendig ist, daß jetzt alle Vorstandsmitglieder und alle Vertrauensleute mit größter Energiearbeitenmüsse». nm den Fehlbetrag, den der Voranschlag für das nächste Jahr zeigt, zu decken. Der Voranschlag sieht wiederum eine Ausgabe von 83 000 M. vor, der nur eine sichere Einnahme von 80000 M. gegenübersteht, so daß wir 34000 M. besonders aufzubringen haben. Die Propaganda durch unseren Kalender, die allseits großen Anklang gefunden hat, wollen wir zweckentsprechend und besser ausgestalten. Nachdem von den Revisoren Herr Heinrich F r a e n - k e l über die Kassenrevision referierte, und der Vorstand entlastet wurde, gab der Direktor D r. Reich den A n st a l t s b e r i ch t. Im Jahre 1925 hatte die Anstalt "4 Zöglinge <31 Knaben und 23 Mädchen). Von diesen gingen 3 Knaben und 3 Mädchen ab, und eS traten 3 Knaben und 2 Mädchen neu hinzu. Die Neuaufgenommenen traten in die bereits geführten Klassen ein, während eine große Neuaufnahme in eine neu einzurjchtende unterste Klasse erst Oster« 1927 stattfinöen soll. Die verhältnismäßig große Zahl ausländischer Kinder, welche ungefähr ein Viertel der Zöglinge beträgt, ist darauf zurückzuführen, daß die Glaubensgenossen der abgetretenen Gebiete sich stets als Deutsche suhlen, und daher ihre Kinder lieber in unsere Anstalt schicken, als in die Anstalten ihres neuen Staates. Wir haben 4 Lehrer. 1 Lehrerin und 1 Erzieherin. Der Gesundheitswie auch der Ernährungszustand ist ein reckt guter. I Tic Schule verfolgt weiter ihr Ziel, den Kindern die I Sprache zu gehen, aber ste vergißt nicht, daß das Wichtigste doch die Geistes- und Gemütsbildnng bleibt. Daher versuchen wir. einzelne Kinder, die besonders begabt sind, so weit als möglich zu fördern. Der Taubstumme, der im vvriaen Jahre sein Miturientenemmen gemacht hat, konnte dieses Ziel nur mit Hilfe unserer Anstalt erreichen. Dr. Reich erwähnte, daß er a n d e n Reichstag, die p r e u - ß i j ch e Regierung und a it d i e Stadt B e r l i n eine Eingabe gemacht hat, in der die Errichtung einer Real schule für Taubstumme gefordert wurde. Er erwähnte ferner, daß unsere Anstalt sowohl ans der sozialhygienischen Ausstellung in Berlin während der Gesundheitswoche wie auch auf der „Gesolei" in Düsseldorf beteiligt wäre. Er dankte den Mitgliedern des Vereins, die es ermöglichten, den Kindern in der Anstalt eine fröhliche und sorglose Jugend zu verschaffen, und die es auch den Lehrern ermöglichten, mit Freude ihre ganze Arbeitskraft zn widmen. Bei der Wahl wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder die Herren Bendheim, Dobrin. Dr. Kvehler, Rechtsanwalt Lipschitz, Rychwalski. Salinger. Seckelsohn und Jakubowski, Breslau, wiedergvwählt. Zu Revisoren wurden gewählt die Herren: Heinrich Fraenkel, Hermann Lindemann und Verlagsbuchhändler S. Karger. Braunschweig. (Jubiläum.) Am Sonnabend, den 1. Mai, konnte Herr Kantor Simon Gottlieb auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste der hiesigen Gemeinde zurückblicken. Sein Jubiläum gestaltete sich zu einem Festtag siir die ganze jüdische Gemeinde, die ihn durch einen wohlgelungenen festlichen Sabbath-Gottcsdienst ehrte. Nach dem Schacharith-Gebet wurde Herr Göttlich durch den Vorstand feierlich eingeholt und im blnmengeschmückten Gotteshanse namens des Vorstandes durch Herrn San.-Rat Dr. Sternthal mit herzlichen Worten begrüßt. In seiner Festvredigt wies Herr Landesrabbiner Dr. Wilhelm ans die Bedeutung des Tages für den Jubilar sowie für die Gemeinde hin. . Besonders feierlich gestimmt wurde der Gottesdienst durch Sologesänge, die die Schwester deö Jubilars, Frl. Henriette Gottlieb, die Hochdramatische der Charlottenburger Staatöoper, in künstlerischer Vollendung zum Borteag brachte. Der Vorstand der Gemeinde überreichte Herrn Gottlieb ein Ehrengeschenk und ernannte ihn zum Oberkantor, j Brannschweig. (Vor st andskris e.) In der Gemeindeverordneten-Bersammlnng vom 20. April wurde beschlossen, den Ostjnden siir ihren Betsaal vorläufig für ein Jahr aus der Gcmeinbckasse einen Mietzuschnß von! 450 RM. zn gewähren. Der Borstand hatte seine grund- I sätzlichen Bedenken gegen einen derartigen Beschluß eingehend schriftlich und mündlich dargelegt, insbesondere daraus hiugewieseu, daß es sich hier nach seiner Auffassung um eine Angelegenheit von unabsehbarer Tragweite handele. indem durch die Bewilligung des Zuschusses das Bestehen einer orthodoxen Svndergemeinde neben der eigenen liberalen Gemeinde ihre tatsächliche Anerkennung finde, die Gemeindeverwaltung aber ferner auch zukünftig für etwaige unliebsame Erscheinungen im orthodoxen Gottesdienst mittelbar verantwortlich gemacht werben könnte. Da der Vorstand ans diesen grundsätzlichen Bedenken die Ausführung des Beschlusses der Gemeindeveroröneten- Bersammlung ablehnte, fand satznngsgemätz zur endgültigen Entscheidung der Frage anschließend eine vereinigte Versammlung der Vorsteher und Gemcindevervrdneten statt, in welcher der Zuschuß für den ostjüdischen Gottesdienst gegen die Stimmen der drei Vorsteher und gegen die Stimmen von drei Gemeindeverordncten beschlossen wurde. Ans Anlaß dieses Beschlusses legten sodann die bisherigen Vorsteher Rechtsanwalt M i e l z i n e r, Sanitätsrat Dr. Sternthal und Bankdirektvr Levy ihre Aemter nieder unter ausdrücklicher Ablehnung jeder etwaigen Wiederwahl. Bis zur Durchführung der erforderlichen Neuwahl führt der bisherige Vorstand seine Amtsgeschäftc fort. Breme». (Tod des Ehrenmitgliedes der Israelitischen Gemeinde.) Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb in Bremen Herr Moses Schragenheim, Senior und Ehrenmitglied der dortigen Israelitischen Gemeinde, der fast drei Jahrzehnte im Ehrendienste dieser Gemeinde gestanden hat, bis vor kurzem Mitglied des Gemeiuderats, Vorsitzender des jüdischen Wohlfahrtsamtes Bremen und Ehrenvorsitzender des Bremer Kranken-Wohltätigkeitsvereins gewesen ist, den er 25 Jahre lang geleitet hat. Vorstand und Rat der Israelitischen Gemeinde zu Bremen widmen dem Verstorbenen einen ehrenden Nachruf, in dem eS heißt: „Mit musterhafter Pflichterfüllung und glühendem Eifer unterzog er sich jederzeit allen Aufgaben, die an ihn herantratcn, und erwarb sich durch seine stete Hilfsbereitschaft allgemeine Hochschätzung. Erfüllt von den heiligen Idealen des Judentums, sorgte er mit rastlosem und unermüdlichem Eifer für alle Institutionen unserer Gemeinde. Alles, besonders aber, was er in selbstloser Liebestätigkeit an Kranken, Sterbenden und Dahingeschiedenen in würdevoller Art noch im höchsten Alter gewirkt, sichert ihm unfern unauslöschlichen Dank und unsere wärmste Verehrung über das Grab hinaus." Zu der Trauerfeier auf dem Friedhofe der Bremer Israelitischen Gemeinde waren neben fast allen dortigen Gemeindemitgliedern auch zahlreiche Nichtjuden und eine Anzahl auswärtiger Glaubensgenossen erschienen. In seiner Trauerrede verglich der Bremer Gemeinderabbiner de» Tod dieses hervorragenden Mannes mit dem Ende MoseS, von dem die talmuotfche Legende erzählt, wie sein Wille. für Gott zu leben, selbst den TodeSengel verscheucht habe. Trotz kraft, sein Wille, der Allgemeinheit zu dienen, haben dem Verstorbenen zu einer Leuchte seiner religiösen Gemeinschaft, seiner Familie und seines Berufes werden lassen. Für die Israelitische Gemeinde Bremen brachte deren 1. Vorsteher zum Ausdruck, wie der Verstorbene die Gemeindeeiurichtungen, besonders aber die Mikwob und die Chewra-Kabischa aufgebaut und ausgebaut habe. Ein Vertreter dieser letzteren Bereinigung wies noch besonders darauf hin, wie Moses Schragenheim stets für die würdsge Bestattung der Verstorbenen sorgte, bis er selbst nunmehr den Weg alles Irdischen gegangen ist. Auch die Katser- Friedrich-Loge lt. O. B. B. ließ zugleich im Namen der Grobloge und des Hanseatischen Bezirksverüandes durch ihren Präsidenten dem verstorbenen Bruder Gxpräsidenterr schmerzvolle Abschtedsgrüße zurufen. Gebete der Kantoren und des Gemeinderabbiners umrahmten die Trauersestlichkeit. Chemnitz. (Amtsiubiläum.) Der Lehrer und Sekretär der hiesigen israelitischen RettaionSaemetnde. Herr G. Sommerfeld, beging am 1. Mai fein Mjährtges Ortöunö Amtsjubiläum. Düsseldorf. (Jüdischer Frauenbund.) Der Jüdische Frauenbund ladet zu seiner 10. Delegiertenversammluyg ein, die vom 8.—10. Juni im Rahmen .einer jüdischen Woche in Düsseldorf stattftnbet. Bovan geht eine Tagung der Zentralwohlsahrtsstelle der deutschen Juden, deren Eröffnungsaöend (Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. Baeck: „Der geistige Gehalt in der Mischen Wohlfahrtspflege") gemeinsam mit dem Jüdischen Frauenbund veranstaltet wird. Die Tagung des Jüdischen Frauenbundes beginnt am Dienstag, den 8. Juni, abends, mit einem Vortrag über „Der Wert des Neutralitätsgedankens" (Frau Ekfriedc Bergel-Groneman-Berlin). Der Vormittag des S. Juni bringt unter dem Gesamttitel „Organisationssormen jüdische» Frauenarbeit" Referate über FrauenvereiuSarbeit, Arbeit der Schwesternlogen, Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina, Bundesarbeit in Ortsgruppen. Landes- und Provinzialverbänden des Jüdischen Frauenbundes. Außer den Arbeits- und Geschäftsberichten ist ferner eine Führung durch die jüdische Abteilung der Gesolei mit anschließendem Bortrag über „Hygiene der Juden" (Dr. med. Rothenberger-Gießen) vorgesehen und eine Fachbesprechung über „Nachgehende Fürsorge für Anstaltskinoer". Die tägliche Erfahrung zeigt allen, die in sozialer und pädagogischer Arbeit stehen, daß die Jahre nach dem Schulalter schon für die Kinder, die normal in Familien anfwachsen, besondere Schwieriakeiten und Gefahren in sich schließen. In gesteigertem Maße bestehen diese für solche Kinder und Jugendliche, für die mit der Entlassung aus der Schule auch die Entlassung aus dem Heim zusammenfällt, das sie bis zu diesem Zeitpunkt betreute. Es gilt daher, ihnen in nachgehender Fürsorge Schutz und Verständnis entgegenzubringen. Anstalten und Vertreter der offenen Fürsorge müssen sich zu dieser verantwortungsvollen Ausgabe zusammenschließen, die vor allem der Mitarbeit der Frauen und geeigneter jugendlicher Helfer bedarf. Interessenten au dieser Besprechung werden gebeten, ihre Teilnahme bis zum 25. Mai au unsere Geschäftsstelle mitzuteilen (Berlin C 2, Rosenstr. 2/4). Landsberg a. d. W. (Jubiläum.) Am heutigen Tage vollendete Herr Albert Priester sein 70. Lebensjahr. Anläßlich dieses TageS wurde dem Jubilar durch den Vorstand der Snnagogongemeinde, dem Herr Priester, 18 Jahre in vorbildlicher Weise als Rendant angehörte und vom Nepräsentauten-Kollegium, dessen sehr reges Mitglied Herr Priester jetzt ist, die herzlichsten Glückwünsche übermittelt. Ferner überbrachte der Syndikus der Industrie- und Handelskgmmer, Frankfurt a. O., Herrn Priester als langjähriges Mitglied die Glückwünsche dieser Organisation. Norden. (Frau H a u p t le h r e r Levy g e st v r v e n.) Unter starker Beteiligung weiter Kreise wurde Frau Helene Levy, die Gattin des früher hier mit segensreichem Erfolge wirkenden Hanptlebrers Levy. im 76. Lebensjahre zu Grabe getragen Als Vorsitzende des Israelitischen Frauenvereins bat sich die Verstorbene während ihrer mehr als 25 Jahre dauernden gemeinnützlichen Tätigkeit zahlreiche Freunde erworben, die den Heimgang der auch für fremdes Wohl und Wehe empfindenden wackeren Frau lebhaft bedauern. jf|f Aus der Bewegung Breslau. (Jüdisch-liberaler Jugenbverein „Abraham Geiger") Sonntag, den 23. Mai (Pfingsten) Wanderung in das Eulengebirge. Abfahrt 5 Uhr 41 Min. früh Hauptbahnhof bis Wüstewaltersdorf. — Treffpunkt 51^ Uhr früh Nordhotel. Sonntagsfahrkarte 4. Klasse bis Hausborf (3,40 M.) selbst lösen. Führung: Ludwig Freund, Neuöorfstr. 37. Fernsprecher Stephan 33 320. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Den Teilnehmern ist die Möglichkeit gegeben, die Wanderung am zweiten Psiugstfeiertage sortzusetzen. Vom Luna-Park. Zu den Erholungen der Großstadt gehört bekanntlich in den Sommermonaten der Aufenthalt im Luna-Park. Den Zeitverhältnissen entsprechend, steht in diesem Jahre der wie immer vieles bietende große Luna-Park im Zeichen des Preisabbaues. Als eine besondere Attraktion wird die berühmte Fontäne Luminos, die der Clou der vorjährigen Pariser Kunstausstellung war, den Berlinern gezeigt. Aber nicht nur für die Großen, sondern auch für die Kinderwelt ist eine hübsche Ueberraschung da. die Zwergenstadt „Liliput", die von ungefähr 50 Liliputanern bevölkert ist und deren Leben und Treiben im Rahmen einer kleinen Stadt aus der Biedermeierzeit gezeigt wird. Die berühmten Konzerte des Berliner Philharmonischen Orchesters finden täglich statt. In Kürze wird in den Hauptterrassen eine große rollende Treppe eingebaut sein, die mit ihrer 22-Meter-Länge die größte Europas und in der Lage sein wird, in der Stunde 6000 Personen zu befördern. Es werden draußen am Halensee Sehenswürdigkeiten zu bewundern sein, die keine Stadt der Welt aufweist. Am 16. Mai wählt Liste 2! 4 1

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