Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 6 (1926)
- Issue
- 15 (9.4.1926)
- Date
- 1926-04-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Cr komme." Und der letzte GlaubenSgrundftch Sdutet bei MmmonideS: ,Ffch glaube in »ufnchtigem Gttm-en. baß erne Ans erste Huna der Tote» fttttittfc statt finden Nttrd zu einer vom Will«» -atz GÄftftzH». «4lovt Ht «t, kühlende« Amt." «?*!* ^.MusttHsnaAgta«»«« fanden M dis Mischen SReitdton»»guofmden der fPantfch-nytbisK« Aett vor allem üa-urch ad daß. ft« ihn. «hnttch wie Kant Le« Ünsterbllchkeitsalauven. «ii Um Psstntat h« jcttAtttt 9ti«»itimc J” s*c.r*”ti,un* krachten. So fügt Awo t« seine« V«ch« Zkkarrm (ArSNLLehren) im 31. Kapitel des 4. Abschnitts: „Der Ausdruck .künftigt Welt' dessen sich die Mischna bedient, schernt mir demnach überhaupt den Loh« jw bezeichnen der i>et ©cele nach dem Tode zuteil wird, sowohl den. -er ihr gleich nach dem Tode, als auch den. der erst nach -er Auferstehung ihr bestimmt ist." Während so im Dalmnö sowohl wie von den Religion-» Philosophen und Mbelerklilrer» de- MittelalterS -ts Bor« stellung von der Vergeltung im Jenseits und der Auf* erftehuna der Tote« bald mit naiver Gläubigkeit, bald mit »tchtttchsm Widerstrebe« als GlauberiSgrundsatz festgehalten wird, vollzieht sich im «eueren Judentum eine vollkommene Umwandlung im Glauben an die letzten Dinae. Und nicht *inr aus der sogenannten reformistischen Seite Im Standardwerke des orthodoxen Judentums, in Samson Raphael Hirsch- Choreb herrscht — wie in -er Thora — ein beredtes Schweigen über alle es'chatologischen Dinge. Weder von der Auferstehung -er Toten noch von -er Vergeltung im RenseitS. nicht einmal von -er — für Samson Raphael Hirsch natürlich selbstverständlichen — Unsterblichkeit der Seele, über die er in seinem Pentateuchkommentar schöne Worte flndet, wird im Choreb geredet. Uebcr alles Esschatologttche Enthält das ganze Religionswerk nicht eine» einzigen Satz. ZllleS. was sich meiner Wissens darüber in dem Buche findet, fmd die vier Worte, die übrigens nur gezwungen 1« den ganzen sonstigen Zusammenhang eingefügt erscheinen: „Denn nicht hier — dort!" Denn 8 46 des 8. Kapitels des 1. Abschnittes handelt von der immanenten Gerechtigkeit: ^Ueberall Ursache und Wirkung, Grund und Folge Nichts wirkungslos — Alles sich entsprechende Folge habend wie die Kraft so -er Stotz,, wie die Saat so die Frucht — «nd nur dt« Saat deiner Gedanken, deiner Worte, deiner SAN-lunge«. -einer Genüsse sollt« nicht Frucht haben und «icht der Saat entsprechende Frucht- — und wo du BöseS geiaet. wolltest Gutes du ernten, --wo Fluch du gelegt, soll Kegen dir ausketmen? - Stein! Wage und Becker ssnd in Göttes Hand. — die Wage wägt dein Leben und. nachdem eS rmegi. reicht dir der LeSenSbecher Fluch oder Segen — «neun nicht hier — dort!" So scheidet auS der Glaubenslehre des Judentums stillfchlvelgvnö die Lehre von der Anferstehirna der Toten, so Vchttdet die von der autonomen Ethik nicht tragbare Lehre von Lohn und Strafe im Jenseits, die Lehre vom jüngsten Gericht, von ParadteseSfrenden und HöÜenstrasen aus Und E» ^Erbleiben zwei tragende Lehren, die Lehre von der Uri» ßterbltchkett der Seele und di« Lehre vom messiantschen Reich. Die erste die »ehr« vom IenseitS. die zweite die Lehre vom DteSseitS. Die mit glühender Inbrunst sestgehaltene und immer mehr vertiefte Erwartung des messtanischen Reiches hat in De« von dem Dalmuttehrer RaS verfaßte» Gebet Ölen« »eschaveach, davon dem religiösen Genius des Juden« ElttnS zum täglichen Schlußgebet lebeS Gottesdienstes gemacht «nttde, feinen klassischen AätSdruck gefunden: „Darum hoffen wir auf dich Ewiger, unser Gott. baU die Herrlichkeit deiner Allmacht zu schauen, wenn dt« Götzen von der Erbe verschwinden und Sie Wahngebilde biS zum letzten auSgerottet (?*rcEe&ö*tt Dan« wirb unter deS Allmüchttgen Herrschaft Diö Welt geordnet sein, und alle Fleischgeborenen werden Ach m deinem Namen Sekennnen. alle Bösewichtexder Erde ü>erden dtr sich zuwenden. Ja. erkennen und etnsKe» werden DeMewohner. dass fedes Knie sich dir beugen, jede Zunge Dir hulbigen Müsse, vor dir, o Ewiger, unser Gott, werden Ae hinkNieen und niedersinken, und der Herrlichkeit deincS Ram«nS werde« sie (neuent Glanz verleiben Und alle werden sie auf sich nehmen daS Joch deines Reiches, und du wirst über sie herrsche« bald für immer «nd ewig. Leun Lein ist VtzS Reich, und in Ewigkeiten »ttft Lu tzDsx sie nt Herrlichkeit regieren, wie in deiner Thoraefchrieden steht: „der Ewig» wird regieren immer und ewig" und wie es (in de« ftot&ttn) htzchtr Jbn Ewtae wttd Hünitz sein übet, die ganze «rbe; an fenem Lage wird De, Ewige einzig fein "^n-^g^baS^Kg!^^ ttt MG «nöereß alS die große Erwartung Des GvtteSreicheS auf Erden, u« dessen Kommen wir deten. und da» nicht ienfeus der Sterne »der durch Abgründe der Ewigkeit von uns geschieden liegt, in unerreichbarer Ferne, kein Himmelreich, sondern in dieser Welt und auf dieser Welt als das Reich der Menschenliebe und deS BölkerfrtttenS aüf Erden. An -Mm Sinne beten wie am Anfang det Kaddisch: „Erhoben und dtftiUtflt werde sein großer Name in der Welt, die er nach seinem Ratschlutz erschaffen hat. und so möge er fein Reich herrschen lassen in eure« VebruStagen und zur Lodenszeit des ganzen Hauses Israelbald in naher Zeit, darauf sprechet Amen." Dies« rnessiantsche Zeit, in der alle Rationen der Erde im Lichte GotteS wandeln werden, i« Btr aller Wahn verscheucht, alle Gewalttat gebrochen, all« KrirgSwaffen in Friedens« gerate und die Fluren dieser gottgesegneten Erde in ParadteSgärten verwandelt sein werden, wo jeder friedlich sitzet unter seinem Wetnstock und Feigenbaum, ist aber nicht nur eine fromme Erwartung, ein heiße- Gebet zu Gott, sondern eine Forderung an die Menschen, an daS ganze Haus Israel und jeden, der sich beim Namen GotteS trennt. Eine Forderung nicht nur kür eine ferne Zukunft, sondern für setzt, für jede Gegenwart. „Warm wird der Messias kommen", fragte man einen alten Lehrer? „Heute", antwortete er. „wenn ihr ihn herbeiführt" Das Mcssiasreich wartet, datz es von uns. in dieser Welt, in unseren Tagen, oufgerichtet werde durch unsere eigene Tat. durch Gerechtigkeit, Liebe. Wahrhaftigkeit. Selbstvervollkommnung. Heiligung unsere- Lebens. Wir sollen den Himmel auf die Erde verpflanzen. indem wn dem Guten und Schönen und Wahren eine Statte im Diesseits bereiten. Nicht das Himmelreich inr Jenseits sondern das GotteSreich auf Erden ist der Sinn öemessianischen Reiches. Nicht Erdenslucht und Himmelssehnsncht. sondern freudige Mitarbeit an aller Kulturarbeit dieses Lebens, die keine Spaltuna zwischen Religion und Leben, zwschen Ethik und Politik, zwischen sozialer Forderung und egoistischer Hemmung duldet, energische LebenSbesahung. optimistischer Glaubt an die guten Mächte dieser Erde, daS ist die Forderung der Lehre vom Messiasreich an unS DaS ist unsere stille Prisston. die Mission des Judentums-auf Erben. So weist uns der gnadenbringende Gedanke des messia» Nischen Reiches von allen eSschatologifchen Phantasie» weg in daS DieSseitS, in die Gegenwart, in die wogende Fülle deS reichen uns umgebenden LebenS. aegenwärtige Tat, lebendige Aktivität von uns fordernd. Und der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele? Nicht mit lautem Wort, nicht wie von einem Glaubensartikel, sondern in stiller, ehrfürchtiger Scheu sollen wir wagen, von diesem letzten Geheimnis zu reden, nur einmal im Jahre in heiliger Stunde im Gottcshame vor Ncila. wenn die Seele weich aestimmt ist. wie der Hohepriester nur einmal im Jahre inS Allerheiligste treten durfte um den unaussprechlichen GotteSnamen anzurufen. Dann mögen wir beten, wie ich eS versucht habe in meinem Gebetbuch:.,DcNn von einer ewigen Heimat sagt unS unser Glaube, wo die gottentstammte Seele zu ihrem Urauell zurückkehrt: von einem ewigen Geistesleben, dem der Tod nichts anhaben kann, und zu dem das Grab nur die dunkle, gebcininisvolle Pforte bildet,- von einer besseren Welt, wo der müde Wanderer am Abend sein? Ruhe und der Kämpfer seinen Frieden findet, wo Nacht in Tag sich Wandel!.' Mid dis trüben Erdenklöbel versinken vor de« befreiten Geiste In diese bessere Welt tragen uns auf leichtem Fittich unsere Ahnungen und Träume: unsere Hoffnung schaut über die Sckn.nckrn dieses irdischen Seins in ein Land der Ewigkeit: unser Gemüt bäumt sich auf gegen den grauenhaften Gedanken der Vernichtung: unser Verstand sagt und. datz dieses rätselvolle Leben und Sterben nicht das letzte Wort deiner Weisheit sein kann, allaütiger. ewiger Himmelsvater! Warum hättest du die Wunderwell des Geistes in unser« Innern leuchtend aufgebaut, warum von deiner Weisheit einen Strahl in unsere Stuft ««senkt, warum ließest du den leisen Htmmelsklanä der Ewigkeit «uS deiner Welt in unser« Welt herübertttngen, warum zeisttft du unS die Aussicht in dein ewiges Reick, wenn ihm. «ine Wttkttchket entspräche- Ja. «tr fühlen. datz unse„ ShreS Sein »nd Wesen einem unsichtbaren Reiche angehürt: Mm banat unsere Seele nicht, wenn sie durch das Tal des -es wallen soll, denn du bist unserer Seele Hirt und Hüter: darum erträgt unser Herz die schmerzlichste aller Schickungen, denn wir vertrauen. flläuBte. datz bei dir. o Herr, alle verklärten Seelen in lichtem Dasein weilen ... Die letzte in diesem Gebet nur leise angedeutete Tiefe des Glar^ens an die Unsterblichkeit der Seele ist aber schon von vdaimotüdes ausgesprochen worden, wenn er sagt: „DaS. waS die Äeisett das Icnsetts nennen, nennen sie nicht desweg«» so, weil eS noch nicht gegenwärtig da wäre, sondern erst nachdem diese Welt untergegangen, käme die zukünftige Welt: nein» so ist es nicht, sondern jene Welt der Ewigkeit ist letzt schon da und vorhanden." (Maimonides. Mischna Thöra, Hilchot teschuba 8.3.) WaS MaimonideS Biet von der künftigen Welt sagt, sag< -r an einer anderen Stell« auch von der Unsterblichkeit: „Nicht Unsterblichkeit, sondern die Kraft zur Gewinnung des unsterblichen Lebens . .ist der Meirschenfeele eingepflanzt. Vermag sie cs, sich von den Fesseln der Sinnlichkett zu befreien und durch Gotteserkenntnis zut höchsten Sittlichkeit, zur reinen Gesinnung emvorzubeben, so hat sie (hier schon) wahrhafte Unsterblichkeit errungen . . Das Leben der Ewigkeit ist eigentlich nicht erst zukünftig, sondern bereits wurzelbaft da und vorhanden." In unserem Segensspruch zur Thora danken wir Gott dafür, datz er „Leben der Ewigkeit in unsere Mitte gepflanzt" hat. Diese kleine, enge, von Zeit und Raum «nt*; schlossen« Wirklichkeit ist nicht das ganze diesseitiae Dasein. Wir sind nicht am Ende, wenn wir die Länge und Breite des LebenS nach allen Seiten hin durchmesscn haben. Mitten in diese Welt der Sinnlichkeit hat Gott das Leben der Ewigkeit hineingestellt. Frei steht es uns, unser fliehendes Dasein an dies« Ewigkeit zu binden, unser diesseitiges Leben jetzt schon zu verankern in göttlichem Grund. Mitten in die Endlichkeit dieses Lebens ist die Unendlichkeit, mitten in die Zeitlichkeit die Ewigkeit, mitten in das Diesseits ist das Jenseits gepflanzt. Di: Ewigkeit, jenes zweite Reich, das nicht von dieser Erde ist. ist nicht erst am Ende der Tage, nicht erst nach deinem Tode, es ist nicht räumlich im Himmel oben oder jenseits in geträumten Paradiesen, sondern hier ist es, hienieden. und du hast Anteil daran nach dem Anteil, den du an allem Hohen und Hehren, an allem Idealen und Seelischen, an allem „Ewigen" nimmst, nach 5er Selbstheiliguna und sittlichen Vollendung, nach der du mit allen Seelenkräften ringst, wodurch du der Ewigkeit, dem Gottesreiche eine Stätte aui Erden gründest Wenn, nach dem oben erwähnten Ausspruch des Talmuds, die ewige Seligkeit darin besteht, daß die Frommen sich des Glanzes der göttlichen Herrlichkeit erfreuen, wohlan! — schon in diesem Leben können wir der Nähe Gottes teilhaftig werden. So verschwimmen die Grenzen des Diesseits und Jenseits, io geht das Jenseits in das Diesseits und das Diesseits in daS Jenseits, das Leben der Ewigkeit in das irdische Dasein und Technische Modelle für Ausstetlunsen, Museen und Erfinder ^.fertigt,. Erich Durbers, Berlin SW 61 tnh: tftjii.'ili'g. Wart lOerson Gitschiner Straße 107, Amt Dönhoff 7760 Eigenes Konstruktionsbüro / Mechanische Werkstatt Chemisch-technisches Laboratorium [□□□□□□atxiaDODaDaaDaDaaQaai Das hebräische Element tm Deutschen. Keine Gvtache einer heute entwickelten «nlturnatsvn *2 deren Nest and nicht zuhauf fremde Einflüsse nach. weiSSür sind. Wörter auS anderen Sprachen sind je nach »ertthtüng kultureller, wirtschastltcher oder sonstiger Art aus anderen Sprachen aus den verschiedensten Gebieten übernommen worden Entweder sind sie. ein letztlich integrterender Nestandteil der leweiltaen Sprache, dieser io eingefügt. dass man auf den ersten Vlick ein fremdes El:ment Nicht Mehr gewahr wird, oder sie sind, ositvohl jedermann geläufig, doch die fremden Wörter lFrembwörtLr» g.ssitebem Obwohl die Deutschen — wie manche anderen Nationen ihre Nattonalsprache retteten, ö. h hinderten, datz tlire ererbte Sprache auch in Bart. Laut und Betonung fremden Eindringlingen ähnlich wurde, so konnte dock von den Purtsten daS Eindringen fremder Kulturen nicht niedergehalten werden. Fritz Mauthner tagt tu feinem Buch«: Die Sprache: „Der Bestand an FrvMidwSrtern z. B im Deutschen ist trotz Hebung und Ueberspatinung des Nationalgrsühls immer nur Im Wachsen begriffen: für jede? dumme und übcrflüsstae Fremdwort, daS glücklich auS der Umgangssprache und aus der Darstellung guter Schriftsteller ausgemerzt wird, kommen zehn neue Fremdwörter . . herein." In jedem x-believigen Buche über die Eniwicksuna der Deutschen Sprache lerne» und erfahren w>r die Rcfuliate, Die die Sprachforschung zutage gefördert hat: welchr Ein- Vlüsse und zu welchen Zeiten sie sich in der deutschen Sprache bemerkbar gemacht haben Wir lernen datz vom AnSaana des 8. IahrhrtndertS an um'er« Muttersprache mehr als zwei Jahrhunderte hindurch auZschlietzlich im Dienste der religiösen Literatur gestanden hat: datz infolgedessen eine Fülle lateinischer Wörter bet uns heimisch geworden ist In Vieser ersten Periode lateinischer Denkmäler werd-n Worte der Kirchensprache für kirchliche Handlungen und Geräte übernommen wie: Priester. Probst. Abt. Mönch Nonne. Sigrist. Küster. MeSner Messe. Feier, segnen, predigen, kast-ien. verdammen. Orael Altar m'w. Eine spätere Periode, die des Rittertum-, führt französisches Wesen ein. Dieses französische LehnSmaterial. daS Vis in die ältesten Zeiten wirkt, ist seit 1160 wirksam. Hösisch-kriegerilche Worte sind es. die teuer Periode ihren Ursprung tm Deutschen verdanken: Lanze. Soldat, Palast, Kastell, Turnier usw. Später beginnt slavischer Einfluß sich zu regen. Slavische Morte beginnen seit dem 13. Jahrhundert sich einen Platz in Sprache und Literatur zu erwerben. Worte dieser Periode sind: Dolmetsch. Grenze, Kummet. Peitsche. Petschaft. SchöpS u. a. Hier wurden also Einflüsse gegeigt, die in verhältnismäßig früher Zeit schon wirSsam waren. Selten wird aber, wenn überhaupt i« einmal, des fremden Vebräischen Elementegedacht. Und doch ist ein nicht unvtträchtltcher Prozentsatz von Wörter» der deutschen Sprache hebräischen Ur. sprung-. Wo findet sich dahebräische Element- Nickt nur in adoptierten Wörtern hebräischer Wiirzel sondern weit eher schon bei -er erste» Berührung mit dem Buche, das in seiner Ursprache hebräisch geschrieben ist, mit der Bibel. ES kommen erst die Uebersetzungen Luthers ln Frage, weil erst dieses eine Ueber-fetzr.'ttg aus dem l)c-.blä!ick<.n Original war, und weis zweitens die Luchervibc-l es war. die mit ittrAcrn Rapidnät vaMilax wurde und bei der grasten Zahl von Auflagen — Guicnbergs Erfindung gab die Möglichkeit dazu - Haid datz Hausbück einer jeden dcntichen. ckristNckeü Familie wurde. Bei dieser Popularität mar eS nickt zu verwundern, datz auch bald eine Reihe biblücker Zitate dem Volksntunde gelänsig wurde und bis aut den. henLigen Tag sich nicht nur erhalten hat, sondern zum Wnnsihatze dcS Kindes aus der Straße gehört. Einige davon, die bei Litte mit Slenr'.ei». als biltti'che. Zimte r-rkenneN mutz, seien hier erwähnt: Bleibe im Lande;mo tmirfi 6:di rc5;icft Ps-ttm :V/ Reckt must doch Reck! bleiben .... Psalm öl Wf,r anderen eing Grube gräbt, fällt selbst stink!».. . Svr 28.27 Unrecht Gilt gedeihet nickt . . . . , Svr. 10.2 Hochmut kommt vor dem Fall.... S'ir. 18,18 Gewalt gebt vor Recht ..... Hab. i ViS ftisrfjct und nicht weiter .... Hiob 86,i\ Im Schweiße feine- Angesicht's sein Brot Ssseri.. 1.B.M.1 Seinen Mut an jemand kühlen ... 2. B M 15 Gin Dorn im Anne . . . » * ♦ . . 4. B> M. Das -^crz ails'chüttr.n . . . , * . . 1. B. Sam. i Ein Kind des TodeS . ..1. B. Sam 26 * 18 Aster noch weiter aestt der Einilnst. der durch di- Bibelübersetzung sich einen Eingang in die deutsche Svrach-' verschafft bat Biblisches Element liegt Wörtern und Redensarten zugrunde Biblische Gestalten und Evisoden werden lebendig Ko wenn w'r sprechen von „Methusalem", der nach I .B. M rV7 969 Jahre alt wurde, wenn wir svrechen von „Nimrod" der nach I.B M. 10.9 „ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn" ist: wenn wir sprechen von d:m „Uriasbrief" t2. Säm 11.ist), durch den dor Estetiter Nrigs drm sckär'ston Kampfgetümmel auSoefetzt wurde, wenn wir ferner sprechen von der „HiostSvost" bezugnehmend auf die niederschmetternden Nachrichten, mit denen der fromm- Mann Hiob im 1 Kapitel des BucheS Hiob überschüttet wirb. Wir sprechen von einer wilden Rotte, die gleich der „Rotte Korah" (4. B. M. 16,4s ist, und von einem herrschenden Tohuwabohu" (1. B. M. 1), daS an „Sodom und Gomorrah" erinnert. Wir sprechen von den „KretR und Plethi" l2.Sam.8s dte in der Bibel die Leibwacke deS KöniaS David darstellen Engel sind „Cherubim und Seraphim" lIes. 6s -- Lichtengel vom hebräischen saras — brennen daher abgeleitet seraphisch ----- entzückt. Auch daß .Fainzeichen" geht auf die Bibel zurück, obwohl dort nicht, wie fälschlich angenommen, ein Zeichen der Strafe, sondern zum Schutze davor, erschlagen ait werden. „Schshholeth" wörtlich Aehte oder Strom — geht zurück üüf eine Episode aus dem RiGtkr-buche l12,6s. An der Aussprache dieses Wortes erkennen die Gileabiter Feinde.und Bundesgenosse« Daher die Bedeutung „Erkennungszeichen". „Beelzebub" kommt als hebräisch Sa al zewuw ----- Fliegengott tm 1. Kapitel deS 2 KönigSbucheS vor. Obwohl -er Fliegenbaal hier ein einfacher ektonischer Gott öhne jede obszöne Bedeutung ist. bat dock später der Gott der Ungeziefer eine minderwertisc Bodeutiwg bekommen, mrd ein Analogon ist, wenn Goethe im Faust Mephisto den „Herrn der Ratten :ind d'r T'täuse, Eier Fliegen, Frösche. Wanzen, Läuse" nennt. Mephisto ist nach Annahme einiger Forscher — jedoch ohne soften Beweis — hebräisch. Bestimmt hebräisch aber ist ..'L>aign", auch ins Englische und Französische oHne jede Amdermtfl der Bedeutung noch des Lautes übernommen, ähnlich wie ein andere? Wort „Sack", ein Wort, das fast in allen cirropä'llcken und auch in vielen orientalischen Sprachen gleichlautend ist. „FststN-änn.^ ist nickt abzuleitcn vom lateinischen iubilare, sondern ü. aus der Bibel von Papst Bonifaz III. um 1800!:■» vie dirifflitfe fl hebe eingcführt und auf weltliche Feiern uchi'rt-.ageu Im S und 4. B. M. wird das „Iubcliahr" ermähnt. das, je als 50.. als Erlatzjahr galt und mit grotzen Posaunen (hebräisch sowel -- Widderhorns verkündigt wurde. Der Ansdruck: Die Leviten lesen, schon im 16. Jahrhundert bei Luther und Murner nachweisbar, nimmt offenbar Bezug aus Leviticus. das 8. B. M„ in dem ein großer Teil des GesetzeSkoöer enthalten ist AuS der Lithurgie übernommen sind: amen — es möge wahr werden. Hallelujah --- lobet Gott. Hosiannah hilf doch. Der Herr Zebaoth ----- Herr der Heerscharen. Paradies, in der Bibel allerdings nur im „Hohen Lied" als schöner Baumgarten Das Wort „genieren" hängt vielleicht zusammen mit „Gehinnom", dem Tal des TodeS bei Jerusalem. Den bisster erwähnten Wörtern haben Bibel und Litnurgie den Weg ins Deutsche gebahnt. Zum grössten Teil sind sie deutsches Gemeingut geworden, während von andere« hebräischen Wörter» der Geruch des Fremdwortes noch nicht gewichen ist. <Su gehören zum grotzen Teil auch nicht so umfassend zum Sprachschatz deS Deutschen, haben sie sich doch in den verschiedensten Teilen Deutschlands mit verschiedenster Intensität durchgesetzt In Berlin, auch in Breslau sowie Vei der Landbevölkerung Hessens sollen nach Enno Littmann sehr viele hebräische Wörter bekannt und in Gebrauch sein, während nur wenige in Nordwestdentschland und in den niederdeutschen Städten in Umlauf sind. Der zweite Sprachenzweig, der ein Hauvtelement der Berühruna hebräischer Wörter mit dem Deutschen bildet, ist bekannt unter dem Namen Rotwelsch oder Gaunersprache. Wie schon der Name sagt, war dies die Sprache einer nicht immer zum besten ausgezeichneten Gattung von Menicken zu der Bettler und Kriminelle aller Art gehörten. Sie hatten, wie heute noch, ihren eigenen Jargon, den keiner verstand oder wenigstens verstehen sollte. Spuren hebräischer Wörter lassen sich in diesem Svrachidom bis ins 16. bzw, 18. Jahrhundert verfolgen. Das Wort Gauner selbst soll von einem hebräischen Stamm ianah ----- übervorteUen. betrügen komme«: dieser Wortstamm kommt a-ver nur an einigen wenigen Stellen im Alten Testament in der abgeleiteten Kausativform honah vor. Die älteste Quelle ist eine Baielek rotwelsche Handschrift, die zwischen I486 und 1440 gefertigt sein dürfte: sie befindet sich im Baseler Staatsarchiv. Hier gibt eS nur ganz wenig hebräische Wörter. So ist also im grotzen ganzen als das erste in Betracht kommende Dokument das Uber vaeatorum von 1810 anzusehen. Hier finden sich: acheln — efsen. Galch (hebräisch qalach) — Pfaff. Beschöcher (hebräisch fchickor) ---- trunken. Iocham lhebräisck