Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 6 (1926)
- Issue
- 13 (26.3.1926)
- Date
- 1926-03-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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*'“« «««««r*>« «Met» foutö vonden Geschäften der Verwaltung. da durfte er «II Ehrenvorsitzender bei Gemeinde eS erlebe«, daß die von ljm gestreute Saat immer noch ihr« Früchte trug D«l „Jüdische Altersheim zu Elberfeld" Ist sei« ureignes Werk und dal von ihm geliebte Sorgenkind «I -um letzten Tage des Lebens In Id» ging er auf. ihm a*K ft,1!!! Hingabe im Dienste edelster Meuschenfreundlichkeit: in ihm hat er stch ein Denkmal -esetz! für ewige Reiten Und nun ist er vo« uni gegangen am Abend seines inhaltsreichen Lebens, aus der Zeitlichkeit dinüber in die Ewigkeit, in die Ewigkeit der von ihm wohlverdienten Ruhe. Erfurt. (Anschlag auf die Synagoge.) Aus Erfurt wtrh telegraphiert: In der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag ist in Erfurt etn neuer Bubenstreich verübt wordenen der dortigen Snnagoe wurden mehrere Fensterscheiben zertrümmert. Die Täter. drei an der Zahl, wurden bemerkt und von Anwohnern verscheucht. Die Verhandlung gegen die drei Mtatteder Hel Wikinsbundes. Laubien, Bartholomä und GeidenWcker. die den alten ifraelitifechn Friedhof in Erfurt fast völlig zerstörten, findet am Dienstag, den SV. März, vor dem erweiterte» Schöffengericht in Erfurt statt. Fellberg. (Bon der israolittfchen Volksschule.) Die Regierung in Cassel bestätigte die Versetzung ^Ä,Ahreri B. Kleeblatt von Meerholz an die hiesige israelitische Volksschule als Nachfolger de! in den Ruhestand versetzten Lehrers Dannenberg. ..Alendorf. (Sebrerwechsel.) Die hiesige Gemeinde, die seit de» Lebe« threi iaugjührtge» SebrerS Sion verm? demgewählt,» Sedrer Wetzlar «ul MA^^Ev 'levev religiöse« Mrer erhalte». P«oi». Mr«h-i»er Dr.Cohn anl Marburg stellte de« sür dal «mt des NettgionHehreri und Kantors bestimmten Herr» keiner Gemeinde vor. Ha»««. iNengestaltung ei»er lüdtfche« Volksschule.) Sicherem Vernehmen «ach foll die vor rtwa »wei Jabren im benachbarte« Sg»ge«felholb aufgelöste jüdische Volksschule wieder ihre» öfsentliche« Cbaratter er* halten, was.von de« beteiligten -reife« mit hekondsrer Genugtuung Segrützt werden wird. Hel-enberg-n (Oberhesien). (Neuer Rrligio«|. bm tob -es Lehrers Vertbeimer ertzdigte Neligionllehrerstelle ist dem Sehver I. Hörte? aus Jesberg, bisher an der dortigen Volksschule tStig. übertragen worden. Der Gewählte hat sein Amt bereits angetreten. Themar (Thüringen). (Diamantene Hochzeit.) Der emeritierte Lehrer Maver und deffen Ehefrau Karoltne. ««o/ene Eisenfresser. konnten das gewiß seltene Wäßrige Ehejubiläum begehen. All Senior der jübischeu Leßrervereine Bayerns erfreut sich der Jubilar, der viele Jahre in Bayern segensreich wirkte und allein 47 Jahre in Schngitlgch tätis war. im Kreise seiner Berulsgenosien besonderer Wertschätzung. Zehn Kinder und eine stattliche Anzahl von Enk°ln konnten mit dem greisen Jubelvaa» an dem Ehejubiläum teilneSmen Reichspräsident v. Hindenburg hatte ein Glückwunschschreiben gesandt. Die Ueberwindung der jüdischen Not. Aufklärung. Auf itatuft einer Anssprache bei de« Borfitzenden der Berliner Jüdischen Gemeinde erkläre« die Unterzeichnete» zn de» in dem Artikel „WohlfahrtS- «nrecht" enthaltene» Angaben: 1. Der Inhalt des Briefes des Herrn Caspary an die „Jüdisch-liberale Zeitung" beruht z. T. auf unrichtigen Informationen. S. Es wird allseitig gewünscht, daß zur Leistung der im Wohlfahrtsamt erforderliche« Arbeit Weitere selbständige Dezernate geschaffen «erden. S. Die in dem Artikel enthaltenen fachliche» Befchwerde« find in freundschaftliche« Geiste geklart Worden. Persönliche Borwürfe sollten nicht erhoben werden. Sollte es erforderlich sei«, so bleibe« sachliche BeschWerde« gegen das Wohlfahrtsamt in Znknnft Vorbehalte«. Berlin, de« 22. März 1928. (gez.): Engen Caspary. jgez.): Dr. Botho Laserstein. Zur Aufklärung! Bon Eugen Caspary. Was macht eigentlich die jüdische Wohlfahrtspflege — diese Frage mag zur Zeit, da die allgemeine Not ins Unermeßliche gewachsen ist und auch die iiidische Gemeinschaft hart bedroht, viele Gemüter bewegen. Dem berechtigten Bedürfnis der jüdischen OefsenMchkett nach Aufklärung in sachlicher Weise zu dienen, sind die folgenden Zeilen bestimmt: Zunächst ist zu sagen. Latz die gegenwärtige Krise der Wrhlfahrt. die allerdings — wie wir heute bereit! sag«: können — uns nicht mehr über -en Kopf zu wachsen droht, nicht eine solche gerade der jüdischen Wohlfahrtspflege ist. Die Erwerbslosennot — diese ist eS. welche die Augen der jüLischerd Oesfentlichkeit mehr als sonst auf ihre WohlfahrtSorganisation lenkte — ist eine ebenso neuartige und von außen kommende wie stürmische Anforderung an unsere Wohlfahrt. Die Organisierung nämlich der jüdischen Wohlfahrtspflege. die seit Kriegsende einsetzte und jetzt als in ihren Grundzügen beendet angesehen werden kann, hat nicht nur die innere Aufgabe der gerechten und zweckmäßigen Verwendung der vorhandenen Mittel zur Linderung der jüdischen Not zu erfüllen, sondern hat auch eine ebenso wichtige äußere Aufgabe. Sie ermöglichte die Eingliederung der jüdischen in den Rahmen der allgemeinen öffentlichen und interkonfessionellen Wohlfahrt. Während sich früher ieder Jude sofort an di« jüdischen Institutionen wandte, ganz gleich ob er einen öffentlich rechtlichen Anspruch an die allgemeine Wohlfahrtspflege hatte oder nicht, so daß auch diese wiederum jeden Juden ihrer eigenen Verpflichtungen unerachtet an jüdische Einrichtungen verwies. sind jetzt in gegenseitigem Zusammenwirken die Kompetenzen abgegrenzt und die jüdische Wohlfahrt ein offiziell anerkannter Teilfaktor der allgemeinen Fürsorge in Deutschland — aber eben nur ein Teilfaktör, der genau da einsetzt, wo die Tätigkeit der allgemeinen und interkonfessionellen Organe aufhört, sie ist ergänzende Fürsorge. Indem wir die offizielle Anerkennung und tatsächliche Befriedigung des jüdischen Rechtes .auf einen Anteil an den Mitteln der allgemeinen Fürsorge durchgesetzt haben, haben wir erreicht, daß die jüdischen Mittel frei bleiben für solche Zwecke, die speziell nur jüdische find, die die allgemeine Wohlfahrt nicht anerkennt. Wir haben auf diese Weise also — durch Heranziehung der allgemeinen Wohlfahrt — die Mittel zur Linderuna der iüdiicheu Not vergrößert. Wir haben die Mittel frei, um denjenigen Bedürftigen, die kommunale Unterstützung empfangen, darüber hinaus noch Leizustehen. und um diejenigen Bedürfnisse, die zwar das Judentum anerkennt, nicht aber die offiziellen Behörden, nach Möglichkeit zu befriedigen. Die Erwevbsloiennot nun gehörte der Organisation nach zunächst in das Kompetenzgebiet der allgemeinen Fürsorge. Da deren Mittel — Reichs-. Staats- und kommunale Mittel! — sich aber als unzureichend evMeseu. dre Erwerbslosen zu unterstützen oder sie in NotstandSavbeiten zu beschäftigen, trat zwangsläufta der Fall ein. Laß sie dtt ergänzende Fürsorge der jüdischen Gemeinde in Anspruch nehmen mußten. Und daß dieser Fall als tm wahrer Ansturm der Erwerbslose» l— und baS ist hier »örtlich zu verstehen . - ) auf unser Wohlfahrtsamt eintrat, liegt nur an der Unzulänglichkeit der allgemeinen Wohlfahrt, die der Organisation nach »nö au« faktisch vor uns stand. . Was taten wir. um dieses Ansturms, auf den unr weniger gefaßt sein konnten, als die Staal^borden es hätten sein müssen. Herr zu werden? Zunächst war uns klar, daß wir einfach in barem Gelde ErWerbslnsemrntersti'tznngsznichläge für iüdllcke Erwerbslose nickt zahlen durften. Wir hätten ohne wirklichen Borteil aus Seiten der Erwerbslosen alle anderen Hilfsbedürftigen empfindlich geschädigt. Infolgedessen haben wir zur Ergänzung der öffentlichen, der kommunalen Gelöuuterstützungen, sofort Naturalleistungen bereitgestellt: Wohnung. Ellen, Kleidung. ... Aber -es war uns von Anfang an klar, daß sikündliche Arbeit mit diesen Palliativmittel« nicht geleistet werden kann. Ein erfolgreiches Mittel produktiver Fürsorge hatten wir in der Hand: die jüdische Darlehnskalle. Dieser war es durch Gewährung von Krediten an Gewephetreibewde möglich, weitere Entlassungen von Arbeitern und Angestellten zu verhüten, und die ÄusreLterhaltung, einer Anzahl wenigstens von Betrieben zu sichern Freilich, uw in großem Maßstabe zu arbeiten, fehlen der Dgrlehvskasse die Mittel. Aengstlich muß sie ans die Bonität, wenn schon nicht der Gesuchsteller, so doch ihrer Bürgen, achten, damit nicht bei ihrem kleinen Kapital durch Ausfälle der ganze Betrieb ins Stocken kommt. Die vielen Abweisungen von Gesuchen müllen — obschon schweren Herzens — erfolgen, damit wenigstens etwas geleistet wird. Der Darlehnskasse Mittel zuzuführen, ist von größter sozialpolitischer Wichtigkeit, nicht nur zur Steuerung der gegenwärtigen Erwerbslosigkeit. sondern vor allem — auf etwas längere Sicht gesagt — zur Erhaltung des jüdischen gewerbetreibenden M t t t«l st a n ö e s. Daneben bot sich das andere Mittel für die Gemeinde, selbst Arbeitslose zu beschäftigen. Die Bauverwaltung läßt die Gemeindegrundstücke ausbcssern und vergibt — wie auch die anderen Verwaltungszweige — Aufträge nur an solche Firmen, die jüdische Erwerbslose einstellen. Die Friedhofsverwaltung stellt nach Petzach bis 100 Erwerbslose auf dem Gelände Weißensee ein. (Meldungen nur beim Arbeitsnachweis: Auguttstr. 17.) Unsere Peah (Kleider- und Brockensammlung) bat begonnen, eine größere Anzahl von Erwerbslosen mit dem Aöholen. hem Desinfizieren. dem Sortieren, dem Ausbessern und dem Verteilen Hunderter und Tausender von Gegenständen aller Art zu beschäftigen. Wir hoffen, in dieser Richtung eine Dauereinrichtung von größerem Ausmaß zu schaffen. Die Verwaltung der Gemeinde selbst ist fortgesetzt bemüht. Erwerbslose trach Bedarf bei Wahlvorbereitungsarbeiten, Listenaufstellungen u. a.m. vorübergehend zu beschäftigen. Ans dem Landbesitz der Gemeinde in Buckow wird das Wohlfahrtsamt junge, arbeitsfähige und arbeitswillige Leute zur Frühjahrsbestellung unterbringen. Da- Wohlfahrtsamt trägt sich ferner mit dem Plan, in verschiedenen Bezirken Groß-Berlins sowie außerhalb Berlins Arbeitsstätten zu errichten. In den bisher vom städtischen Netturigsamt (Anguststratze 14/15) benutzten Räumen ist bereits eine Nähstube für arbeitslose Frauen und Mädchen eingerichtet. Natürlich ist eine produktive Fürsorge, welche für die Dauer sein mutz, nicht in kürzester Frist zu organisieren. Mer mir scheint, was geschehen konnte, ist geschaffen worben. Die Ungeduld ist begreiflich, jedoch brauchbare Vorschläge sind aus dem Kreise der Ungeduldigen trotz meiner wtob erholten öffentlichen Aufforderungen kaum gemacht worden. Infolgedessen arbeiten wir immer noch in größtem Umfange mit der Ausgabe von Speisemarken und Bekleidungsstücken sowie mit Zahlung vo» Zuschüssen für Unterkunft. Dieses nun taten wir mit den Mitteln unserer ergänzenden Fürsorge gegen die Massennot der Erwerbslosen, und werden unverdrossen weiter arbeiten — mit dem Publikum oder ohne eS. mit der Prelle oder ohne sie. mit den Erwerbslosen oder ohne sie, da wir entschlossen sind, nur auf die Stimme unseres Gewissens zu hören, jede politische oder sonstige Beeinflussung aber außer acht zu lallen, und nur dal zu tun. wal wir für das Zweckmäßigste erachten dürfen in unserem ewigen Kampfe gegen die jüdische Not. Da uns jedoch nichts ferner liegt, als uns dem Urteil der Oesfentlichkeit entziehen zu wollen, vielmehr jede Anregung Außeustchender unS erwünscht ist, sofern sie uur sachlicher Natur ist. wollen wir noch, über den Rahmen der akuten Gegenwartsfrage hinavsgchend. von der praktischen Ausübung der GemetndowvhlfahrtSpflege einiges Grundsätzliche angeven. Wir sagen „praktische" Aulübung: so brauchbar nämlich allgemeine Theoreme, goldenste Worte. Mischnazitate in Aufsätzen sind (in denen auch wir sie nicht verschmähen — wenn wir, einmal nicht vo» der täglichen Arbeit gehetzt, einen Ueberblick über das Geleistete oder einen Ausblick in die Zukunft uns vergönueu. oder wenn wir versuchen, an das sozial« Gefühl unserer Gemeindemttglteber zu rühren), so wenig kann man in der Praxis mit ichnen anfangen. Ich bin mir wohl bewußt, daß gerade auf unserem Gebiet« Theorie und Praxis am wenigsten eine« Widerspruch bilden dürften. Wen» daS. was wir tu unserer Gemeinde tun. den ideale» Sinn der Zedokoh ganz erfüllen sollte, eine Wohltätigkeit wäre, die die Not des Leibes lindert, damit keine Not der Seele daraus werbe. — dann müßte die praktische Möglichkeit vorhanden sein, jedes Gesuch ohne Prüfung zu erfüllen, jede Träne zu trocknen, bevor sie noch fließt. Sobald dal nicht restlos möglich ist. wird der Petent zum — Fall, mutz der Fall — geprüft werde». Und batz diei« «ufibeckuna seiner persönlichen Derbültniffe und die genaue Dosteruua der Hilfe dem Petenten oft schwer aufs Herz fallen wag. wisse» wir selbst am besten. Wie aber dem Sozialarbeiter dabei zumute ist. — das mag vielleicht ein mitleidiger Arzt ermessen, der wehtun mutz, um zu helfen. Denn daS ist unser Dileucma: entweder wir verzichten auf rationelle Hilf« und lassen das Gemüt vorwalten — dann wird einige« wenigen geholfen (und zwar den Geschicktesten . ..) auf Koste» aller anderen, oder wir helfe« in rationeller und gerechter Weise — dann aber muß uns die Gerechtigkeit (die »verteilende Gerechtigkeit") der Zartheit des GemüteS Vorgehen, wenn eS zu einem Konflikt zwischen beiden an sich gleich berechtigten Faktoren kommt. Das ist die tragische Situation derjenigen, die mit zu aeringen Mitteln helfen müssen. Denn die iüdische Not ist größer als das jüdische Herz. Ich habe mich, tlf tA «ich vor bald vier Jahren an die Umwälzung des durch den Krieg und keine Folge» völlig verwüsteten jüdischen Wyhlsa-rt-wesens machte — eine Umwälzung. für die ich und mit mir öle Gemeindekörverschaften die Hauvtverantwortung tragen — für den fflca der rationellen Hilfe »m jede« Preis evtschlossen. Während vor diesem Aeityvnkt nur vervältnismähig wenige Mensche» in der Mischen WoMvrt tätig waren, und diese oft rüeSr von Malern GejM als von Sachyerstänbigkeit geleitet, während -te soziaHontttch vorgebildeten. besten und verständnisvollsten Kräfte in «ichtjüdtschen Körperschaften tätig waren, ging mein Bestreben dahin, gerade diele jhtfti her» anzuziehen. um eine WoblfMttvfleg, «uszyhilde«. die nicht vom bloßen Gefühl des Mitleides oder einer irgendwie empfundene« persönlichen Bervslichtuna. wnhern von spziglvolitischen GefichtSvunkien geleitet ist und dtentcht Mnzeuälle. an die sie zufällig herankommt, mit den Mitteln, die sie gerade im einzelnen Falle beibrtngen kann, bearbeitet, sondern die auf breitester Basis aufgooaut Mittel beschafft, um das gesamte Feld der jüdischen Rot nach allgemeine» Grundsätzen zu beartzeittz«. Durch unermüdliches Instruieren in yortrüge« und Kurien. dnrch^Verbreitnng von Siteratm gßjang es. einen Stamm non Wgrdettorn heranzuzjeben der oie Einrichtung der 24 MoMovrjshezirktz ermöglichte. Diese Äezuke hgben vystkommentz Autonomie, sie sind tu thren Entscheidungen selbständig und deshalb in der Sage, io nach den örtlichen Berhäktniffen jedes einzelnen BezirkedaS kür teßen Zweckmäßigste zu leisten In Anbetracht dieser SelbstÜndlakeit gerade der Bezirke wird man es mj, nicht verargen, wenn ich an dieser Stelle die vorbildlichen PktstUNg?« der Bezirke leidend, und unterstützungsbedürftig behandelt wurden (viel arheiter. denen nur 8 a« mahgehender Htek^ arbeitenden besoldeter PerwaltungSheamten zur Seite stehen, ungefähr ermessen können. Welcher Art die in den Bezirksämtern yehandelten Aufgaben auch sind, ob eS die bis zur seelischen und körperlichen Erschöpfung abgehaltene» Sprechstunden, ob es die vielseitigen Prüfungen non ParlehnSgesuchen. -je pflegerische Behandlung po» Familie«, die Ermittelungen hei Berschtckungsanträgen für Bäder. Kurorte. Erholungsheime. die ärztliche Beobachtung und Behgnoluna von Kranken betrifft, die Verteilung von Kohlen (an etwa 70Ö0 Familien), die Verausgabung von Mazzoth und Peßachwgren an Tausend« von Bedürftigen, die Anweisung auf BekletbungSgegenstände. die Einrichtung, die Leitung und die Führung der Mittelstands- und Volksküchen, per Kindergärten und Horte, der Ahenöheime. die Fürsorge für Gefangene und deren Familien, »nh vieles, vieles andere, — es ist für mich Freude und Pflicht, gerade an der Stelle, wo ich für mich selbst und für dieses mein System meine Haut zu Markte zu tragen auseriehen bin. allen Mitarbeitern. auch denen, die glauben, meinem System ihre Zustimmung versagen zu müssen, die vollste Anerkennung zu zollen. Daß der Leiter dieser umfangreichen Organisation für vielerlei Unebenheiten die Verantwortung zu tragen hat, ist selbstverständlich. Auch für Kundgebungen einzelner Mitarbeiter. die er erst durch ihre Veröffentlichung erfahren hat. Ich will mich dieser Verantwortung nicht entziehen. Aber entschuldbar wäre das schon, wenn irgendwo und irgendwann in dem Riesenbetriebe Jrrtümer begangen werde» und Entgleisungen erfolgen (Und endlich ... selbst der Vorsitzende, schließlich auch nur ein Mensch, kqnn mal. wenn er allzusehr gereizt wird, aus der Haut fghre«.) Falsch wäre die Meinung, daß der Vorsitzende Lotne Mit-- arbeiter im engeren Sinne hat. daß kein Dezprnatsweseu im Hauptamt besteht. Abgesehen von den 24 Bezirksämtern besteben im Arbeitsbereiche der zentralen Leitung bei Wohl^ fghrtlamteS an Unterabteilungen und Dezernaten: Die AuSkunftsttella und Zentralkartothek mit vier Spezialkarteistellen: die Sammelvormundschaft: dt« KindererholungSzentrale: die Gefangenenfürforge: di« Kleiöerkamwer (Peah. Bkockensammluna): die Gefährdenfürsorge (ZufluchtSheim für schutzlose weibliche Personen. JugenögerichtSbilfe. Durchreisendenfürsorge. Flüchtlingsmesrn, Asylyerwaliuna usw.): das Ernährungswesen (lküchen. Sveifehaflen. Lebensmittelbeschaffung. die Lehrküche): die Kinderfürsorge iKindergärten. Horte, Heime): die soziale Krankenhausfürsorge: die Seelsorge: die Verteilung vyn FeuerungSmaterial. hex Peßgchüeköstigung und die allgemeinen Veranstaltungen zugunsten der Bedürftigen: der Sonderausschuß für dal Stivendtenwesen. für Hilfe der Verschämten und für die Stiftungs- Verwaltung: die Vertretungen bei den öffentlichen Behörden und den interkonfessionellen Körperschaften: die jüdische Darlehnskasse: die Notstandsmaßnahmen: daS Arbeitsnachweiswesen (Berufsberatung. Berufsumschtchtung. Lehrlingsfürsorge). Für alle diese Einzelzweiae bestehen Sonderausschüsse bzw. Dezernate, denen die Ausführuna der vraktischen Arbeit zugewiesen ist. AVer die Gesamtübersicht. die Erteilung von Richtlinien und Leitsätze«, die verantwortliche Führung liegt dem Vorsitzenden ob, der gegenüber den Gemeindebehörden sowie der Oesfentlichkeit Rechenschaft abzulegen hat. Dies zu tun ist er jederzeit aern bereit. Auch aegenüber der Presse, deren Mitarbeit das Wohlfahrtsamt dringend benötigt in Gestalt von Aufrufen, der Veranstaltung von Sammlungen. de"S Hinweises an bas jüdische Berlin auf die dringende Notwenbigkeit, für die Beschaffung der Mittel zur Steueruna der Not zu wirke«. Fra» Müller: Nu», «eine liebe Frau Schulze, heute so lustig? Fra« Schulz«: Ja, liebe Fra« Nachbarin, denken Sie, seitdem wir de» Wärmofix haben, ist mein Mann von seinem Rheumatismus geheilt und wieder arbeitsfähig. Fra« Müller:??? Fra« Schulze: Der Wärmofix ist der neueste elektrische Heizapparat uud nach 2 Minuten Stromanschluß gebrauchsfertig. Er kostet fast nichts. Wir können ohne Wärmofix nicht mehr auSkommen. Wenn Sie einen kaufen wollen, so schreiben Sie an Erich Bürberg. Berlin SW81, Gitschiner Straße 107.