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Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-03-19 · 12 (19.3.1926) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
6 (1926)
Issue
12 (19.3.1926)
Date
1926-03-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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siritttg: eS ist jedoch interessant, Saß etne Ueberllef«mrg Ne Lte Tochter des Königs von Aethwvtea fein läßt. Die heutigen Abessinier werden aber auch alS Aethiovier bezeichnet, ebenso wie »um die alte abessintsche Sprache — die Geezsprache — äthiopisch nennt. I» der Geezsprache stnd übrigens die religiöse» Schriften der FalakchaS geschrieben, worauf «och hingewiefe» werden soll Den» mm ein Wissenschaftler sich ans Liese» biblische» Bericht stützen wollte, könnte er Berschieb-nes zu beweisen versuche». Vs ist interessant. Latz die avessinischen Herrscher ihre Abstammung auf eine Verbindung der Königin von Saba mit dem Könige Salomon zurückführen und nicht auf Liese viel ältere und vom religiösen Standpunkt zweifellos ehrwürdigere Verbindung von Moser mit der kuschittschen Prinzessin. Mag sein, daß dieser kurze biblische Bericht Lem König, der die Legende der Abstammung von Salomo« und der Königin von Saba zu einer Art Glaubensartikel der abesstnischen Kirche machte, nicht bekannt gewesen ist. sonst hätte er vielleicht doch seine Abstammung aus MoseS zurückgeführt. Faitlovttch bat die religiösen Gebräuche der FalaschaS studiert. Sie «eise» eine so große Aehnltchkeit mit de» jüdischen Gebräuchen auf. Last Faitlovitch und auch der ante Kenner -er abesstnischen Geschichte. Rathsens, keinen Anstand nehme», die FalaschaS für Anden zu holten. Sie stnd Monotheisten. Ihr heiligstes Buch ist daL alte Testament und die Provhete». nebst einem großen Teil der Hagiographen Das Buch Heunoch sowie ein Buch Gadla SlVraham. der Levens-- laui Abrahams, erfreuen sich gleichfalls hohen Ansehens. Der Sabbat wird iebr strenge a"balten. Sneiseaesetze werden beobachtet, das Schächten der Tiere ist obligatorisch, ebenso die Beschneiünng. Die Falaschas nennen sich selbst Bieta Israel. Ha"s Israel. Einer der am häufigsten angewenöeten Segenssprücke lautet: Netebarek ea»iabecher amlak Israel. eS sei aeiegnet der Gott. Ser König Israels. Außer mit ihrer Bezeichnnna Falaschas werden ste übrigens auch Aabudi. Anden genannt. Don den jüdischen festen feiern sie das Passahfest sseSe» Taae. schlachten das altbiblüche Osterlamm und essen nur ungesäuerte Speisen und unaesönertesBrot. das Kittab »«mannt wird. Sie feiern auch den Bersöhnungstaa durch strenges Aasten, wenn auch sonst in anderer Form. Auch das Sukkotfest. daS sse Bala Metselet nennen, feiern die Falaschas. doch stnd ihnen Laubhütten und der Feststrauß unbekannt. Purim und Charmka kennen ste nicht. Man will und könnte daraus schließen, baß diese Falaschas von dem Wiederaufbau d^s Tempels keine Kenntnis erlangt haben oder daß dieses Ereignis für sie. die bereits in der Ferne lebten, nicht mehr die BeLeutung besaß wie für die Anden in Palästina. Um in dem Widerstreit der Meinungen zu einem Resnlitd zu gelangen, muß «an die Behauptungen der Gelehrten gegeneinander halten und sie ein wenig prüfen. Halsvy, Aaitlovitch. ebenso wie RathjenS haben die Falaschas persönlich kennenaelernt und auch in deren Sprache sich mit ihnen verständigen gekonnt. Harm Nahum vermochte das reicht, aber er war sedensalls auch in Abessinien. Bon Sckeftelowitz ist mir nicht bekannt, ob es der Fall ist. aber dafür hat er sicher eine bedeutende Literaturkenntnis. Fattlovitck — ebenso wie vor ibm Halsvv und seit tausend Aabren das Abessiniervolk — erklärt die Falaschas für Juden. Nach seiner ersten Neii'e nach Abessinien schrieb Faitlvnitch an Len Baron Eümonde Rothschild, der die Reise finanziell ermöglicht hatte, im Reisebericht: „Vous vovez donc. Monsieur I« Baron, oar cctte simolo esouissc, que les Falachas sont bien de rentables Juifs . . . Rathiens sagt am Schlüsse seines Buches: ..Nach dem. «aS wir über die Falaschas wissen, können wir mit annähernder Gewißheit annehmen, daß sie ein Mischvolk stnd vor ortseingesessenen Agau und eingvwanderten Semiten. M4se eingewanderten Semiten waren znm Teil sicher GtammeSiuden. znm anderen Teil Südaraber. die vielleicht, ehe sie sich mit den Agau mischten, schon ein einheitliches Volk. Las wir Arumiten zu nennen pflegen, waren. Keineswegs verdanken die heutigen Falaschas ihren Charakter und ihre Religion aber nur jüdischen Misssonaren, wie es teilweise angenommen worden ist. Wir können ferner aus den jüdischen Zügen in dem christlick-abessinischen Kult schließen. Latz vor der Einführung des Christentums ein großer Teil Ler alten Arumiten dem jüdischen Glauben anhing." Gcheftelowitz. der nach RathienS seine Studie: „Sind die Aalaichas Anden?" veröffentlichte, steht hingegen auf dem Standpunkt: ..... Allein Lei genauer Durchprüfung öeS gesamten Materials bin ich zu dem Ergebnis gelangt, daß sie (die Falaschas) weder Abkömmlinge von Ju^en noch der MdifLen Religion zuzurechnen seien . . . Die Religion der FalaschaS ist von jüdichen Missionaren in Anlehnung au die Bibel künstlich geschaffen worden und darf durchaus nicht mit Lem Andentum identifiziert werben." Gcheftelowitz stützt seine Behauptung auf immerhin sehr ' beachtenswerte Einwendungen. Aber manche dieser Einwen- Snugen sind doch nicht stichhaltig. Er weist darauf hin, daß die FalaschaS nicht Hebräisch können. Ich möchte wissen, wie viele Lentsche. französische, anglo-amerikanische Anden es gibt, die gleichfalls auch nicht ein Dort Hebräisch lese» oder gar verstehe» könne»! Sogar solche, die aus eine« orthodoxen Hause stammen und in ihrer Kindheit bei ihrem Bater täglich mit Talith und Tefelin beten sahen und an jüdischen Zeremonien teilgenommen haben. Ach kenne eine ganze Anzahl solcher Juden, hie heute kein Älevh von einem Beth mehr unterscheiden können. Diese Unkenntnis ist um so stärker, je wentger ein Jude tm elterlichen Hause etwas vom hebräischen erfahre» hat. An neuerer Zeit ist übrigens nicht nur im Westen, sondern auch unter den Ostsuden. besonders de» Russen, eine absolute Unkenntnis des Hebräischen zu finden, sofern ste nicht in Berlin — nicht selten von NichtjuLe» — die Ausdrücke meschugge. Pleite und Dalles lernen. Scheftelowitz behauptet, selbst die gewöhnlichen Bezeichnungen auf dem Gebiete beS Kults wie Britb mila. Ma"a. Chamez. Schechita. koscher, teresa. Schackarith. Mincha. MaariL seien den Falaschas unverständlich. Aber deswegen können sie doch Juden sein, denn wie viele Juden gibt «'s. denen diese Ausdrücke gleichfalls vollständig unbekannt sind, vielleicht bis auf koscher, das man im Satze ..die Sache kommt mir nicht recht koscher vor", vielleicht anwendet, ohne von der religiösen Bedeutung deS Wortes mehr als eine unbestimmte Ahnung zu haben. Die Falaschas haben nie Hebräisch aeko"«t das scheint sestznstehen. Sie haben ursprünglich ihre Bibel aus einer griechischen Ausgabe übersetzt erhalten, worauf manche Benennungen hindeuten. Sie nennen den Sabbat Sanbat. weil griechische Juden statt Sabbat öfter Sanbat gesagt hätten — was hat das aber mit dem jüdischen Glauben zu tun? Die Aussprache hebräischer Wörter ist sa bekanntlich genau so variabel wie die aus anderen Sprachen. Der Süddeutsche sagt Samstag, der Norddeutsche sagt Sonnabend: gemeint ist doch aber dasselbe. Die Falaschas kennen beim rituellen Schlachten keine Bediba. Es gibt sehr viele Inden, die sehr entrüstet wären, wenn man ihnen ihr Judentum abstreiten wollte, die aber gar nickt wissen, was Be^ika ist. und au«ß kein-"«.'^ W^t ans diese Kenntnis legen. Ganze jüdische Gemeinden gibt es. die von Schechita und Bedika nichts wissen und auch gar nichts wissen wollen. Es handelt sich dabei noch um Juden, deren Großväter vielleicht auf alle Dinge soviel Wert gelegt haben, daß st«- um der Glaubenssätze sogar ihr Leben oder doch — durch Verweigerung nicht streng ritueller Nahrnna ■— ihre Gesundheit, ja ihr Leben aufs Spiel gesetzt bätten. Die FalaschaS leben aber feit mehr als taufet» Jahren in einer fast von aller Welt abgeschlossenen Gegend und halten nur an dem fest, was ihnen überliefert worden ist. Einwendungen, die sich auf Kultgebräuche beziehen, können im allgemeinen nickt als «nb^bingt b-weiäsrästig gv^-s-ben werden. Zwischen dem rechtesten Flüael der ganz östlichen Orthodoxie und dem linksten Flügel westlichen Refornnudentums gibt cs so viele „unbedingt!" und „nicht doch!", daß man deshalb, weil jemand des Hebräischen oder gewisser Feste oder Zeremonien kundig ist oder nickt, kaum die Berechtigung ableiten kann. Judentum zu, oder abzuerkennen. Auch dann nicht, wenn irgend"ine Z^rmvni« im krassen GLr«>n'atz zu Sen altteitamentarischen Religionsgesetzen steht. Die Falaschas kennen den Talmund nicht. Ihre Einwanderung oder, llach Schestelnwltz. ibre Bek-ßrnng zu ihrer „dem Judentum am nächsten stehenden" Religion hat vor der Redaktion der Mische stattgefunden. Manches aus der „mündlichen Ueberlieferung" hat sich aber doch mit angefunden, was aus verschiedenen Zeremonien zweifellos hervoraeht. Ein anderer Einwand, den Sckeftelowitz macht, ist gleichfalls nicht stichhaltig. „Die Gebetsrichtung der Falaschas ist der Westen, hingegen beten die Juden außerhalb Palästinas mit dem Gesicht nach Osten, wo dos Allerheiligste lag " föaHrens sagt, Satz der Eingang des Mesgid. also des Gebetsraumes, immer im Osten läge, daher die Gläubigen während des Betens nach Westen sähen. Ratbiens hat mit Fglas-bas aesorocken. aber nach eigenem Geständnis einem Gottesdienst niemals beigewohnt. Faitlrmitch. der viele Gottesdienste mitgemackt hat, erwähnt die Gebetsrichtung nicht besonders, was er wohl getan hätte, wenn sie so im Geaeunitz zn der a"er anderen Juden gestanden hätte, hingegen sagt Haim Nahum ausdrücklich: „In lieber einstimmung mit den Traditionen der Abessinier wenden sich die Falaschas beim Gebet nach Nordost. in der Richtung von Jerusalem." Daß übrigens di- Gehetsricktung nach Osten zu nicht nnüedingt mit der Zugehörigkeit zum Judentum zusammenhängt, beweisen die chinesischen Juden, die eine richtige Snnagoge besaßen, des Hebräischen kundig waren und. obwohl sonst ganz unter dem Chinesentnm aufgeganse», doch fest an ihrem Judentum hingen und sehr stolz darauf waren. Aber sie sahen nach dem Weste«, wenn sie beteten, weil von ihre« Standpunkte aus Jerusak-m westlich von ihnen gelesen ist. Nebensächlich ist auch die Mädchenbeschneidung. die von den Falaschas vollzogen wird. ES ist keine kultische, sondern ein« ans ganz auberen Erwägungen üervorgegangene Handlung. die Sei vielen afrikanischen Stämme«, namentlich bet de» Nubier» üblich ist. aber keine religiöse Bedeutung hat. Auch die christliche» Abessinier nehmen die Mädchenbeschnei, düng vor. Diese allerdings erst, wenn das Mädchen acht Jahre alt geworden ist, währ nd die Falaschas die Erzesion zwischen dem siebenten und sechzehnten Taae ausfübren. Maßgebend für solche Operationen sind sexuelle und falsch verstandene eugenische Vorstellungen, die zu erläutern hier nicht der Platz ist. Beachtenswerter sind die Einwendungen, die Schefte. lowitz bezüglich der Priester macht. Die Falaschas kennen zweierlei Kultfnnktionare: die Debteras. die in ihrer Funktion dem Kantor, Lebrer, Schocket und Aushilfsorediger entsprechen, welche vielseitige Funktionen auch heute in den meisten deutschen kleinen Gemeinden ein einziger Kultus« beamter zu vollziehen hat. Außer dem Debtera haben die größeren Falasckengemeinden auch einen Kahen. zuweilen auch zwei oder drei dieser Priester. Hier kann nun aller« dings die Kritik einsetzen. wenn das stimmt, was Rgbnm nur als Vermutung oder als Gerücht bezeichnet, nämlich. Satz so mancher Kahen ein Eunuch sei und durch Operation im Kindesalter oder durch Genuß einer gewissen Wurzel — welcher, wird nickt verraten — entmannt sei. Nun ver« bietet das jüdische Gesetz aber einem Entmannten ausdrücklich, das Priesteramt auszuüben. Zum Kahen wird gewöhnlich der erstgeborene Sohn ge« wählt, was im übrigen der alttestamentlichen Ueberlieferung nickt ganz entgegen ist. Mancher Kahen ist verheiratet und vererbt sein Amt. Daß die ledig gebliebenen, üsket'sch lebende« Falaschenpriester deswegen Eunuchen sein müssen, ist. wenn keine andere Beweise vorliegen, ebenwmenig als eine Tatsache hinzustellen wie das Eunuchentum andere« im Zölibat lebender Frommer. Es gab genug chassiöische Rabbis, die einen Verkehr mit Jrauen für sündhaft oder doch auch für unheilig hielten, wie es auch in anderen Religionen Priester gibt, die es mit dem Zölibat durchaus ernst nehmen. Aus kultischen Gebräuchen, die Abweichungen zeigen, die Zugehörigkeit der Jalaschas zu den Inden glatt zu bestreiten, halte ich für etwas zu weit gegangen. Anders liegt es mit der ethnischen Zugehörigkeit. Die AalaschaS. von denen verschiedene Reisende berichten, daß sie sich von de» Abessiniern durch stark semitische GesichtsLilöung auszeichnen, zeigen im Gegenteil gar nichts von dem. was man als tvpiilb semitisch anznsehen pflegt. Sie sehen ans wie die anderen Abessinier, aber sie gleichen nur denen der höchsten Gesellschaftsklassen, weil ein ausgesprochener Zug stärkerer Geistiakeit und Intelligenz sie direkt vom gewöhnlichen Abessinier abbebt. Das bestätigen alle Abessiniexreisenden. Das Neaerar'?ge ihres Aussehens wird gemildert durch eine kleine und keineswegs immer flache Nase, meist viel weniger dicke« Lippen und nicht so großen, auffallenden Augen, wie sie die Bewohner Abessiniens in der Regel aufweisen. Die Zahl der ^alasck^s wird von Naßnm nur etwa 7000 angegeben. Aaitlovitch und mit ihm die meisten Kenner Abessiniens schätzen die Jalaschas aus 50 bis 70000. Sie nennen sich Beta Israel. Ihr Gruß ist: „AeIsrael lidiottch enöiet nat''chebn. salem^ Sal«»w<" den Kindern Israel? Jriede! Jriede!) Ihre Sehnsucht ist die Bereinigung mit anderen Juden und ihre GlanbenStreue fei durch eine sener Erzählungen illustriert, wie sie,, hig ältesten abesstnischen Chroniken enthalten. „Eine sehr erstaunliche Sacke." so berichtet der Eßronist. „-roi^nete fi* an Tage mit einer Aran, die in Gefangenschaft gbgeführt wurdet Sie war mit dem Ma^ne. der sie sor^«-in»en c,, Sand zirsawmengebunden. wie es noch heute bei Gefangene« Sitte ist. Als sie nahe am steilen Abhänge der Amba vor-l beigeführt wurde, stürzte sie sich mit d^m Rust: „Adonai, hilf mir!" in den Abgrund und riß ihren Jührer mit sich in den Tod. Die Energie dieser Iran" so schließt der Chronist seinen Bericht, „die sich selbst nickt schneie und den der Bekehrung zum Christentum vorzog, ist außerordentlich überraschend. Aber sie war mit ihrer Tat nicht allein« stehend, viele handelten so." Mehr als ein Jahrtausend handelten viele so. Ick weiß nicht, ob die FalaschaS Juden sind oder nicht. Ob Scheftelowi^r reckt hat oder Faitlovitck und andere. Aber wenn man die Glanbenstr"ne der Jala'ck^s in Betrackt »i-ßt. dann möchte man auch auf diese manchmal das alte Dichterwort anwenden: „Seht, wir Wilden sind doch bessere Juden .. Alüestamentliches Kriegswesen. Bon A. S t r n k a t. Krieg hat eS auf der Erde gegeben, so lange Menschen auf ihr wohnten, wenngleich die Gründe und Ursachen auch andere waren als jetzt. Immer aber konnte man von einer Kriegskunst sprechen, und das alte Testament kann uns mancherlei davon erzählen. Die Juden waren ein kriegslustiges und kriegstüchtiigeS Volk, und ihre militärischen Tugenden wurden von dem ausgeprägten GotteSstaat gepflegt und in Dienst genommen. Jeder israelitische Mann batte dafür auch die heilige Pflicht zu erscheinen, wenn das allgemeine Aufgebot erging. Ts handelte sich um „Kriege JehovaS" (1. Sam. 18. 17; 35. 25: 4. Mof. 31, 14). und darum war eS auch sicher. Latz Ler BundeSgott mit in Leu Kampf zog. um feinem auSerwLSlten Bolke zu helfen. (Pf. 34; 1. Sam. 17. 45: 4. Mof. 10. 85). Man nahm daher bis in Davids Zeiten hinein die Bundeslade mit (4. Mos. 14, 44); Gottes Willen wurde durch Lie Priester erforscht sRickter 1. 1; 1. Sam. 14. 87; 2. Sam. 8. 18); man befragte auch berühmte Propheten sl. Kön. 32, 5: 2. Thron. 18. 8) oder suchte den göttlichen Willen durch LaS LoS zu erforschen sRichter 1 1: 1. Sam. 14. 97: 3. Sam. 8.18): man befragtauch berühmte Propheten il. Kön. 33. 6: 3. Thron. 18. 8) oder suchte den göttlichen Willen durch das LoS zu erforschen (Richter 1. 1: 20: 27: 28: 1. Sam. 28. 2: 38. 6): Laaearn war es verboten. Zeichendenter und Zau- Lerer zu befragen, fl. Sam. 28. 1 u. ff. Hes. 21. 21). Mit Lem vollendeten 20. Lebensjahr wurden die indischen Mannschaften ausaehoven. wobei man amtliche Listen verwandte (4. Mos. 1. 3: 28. 2—4: 3. Thron. 25. 5). Im Kriegsfälle wurden dann ie nach Bedürfnis einzelne Männer »der eine bestimmte Anzahl von jedem Stamme einezogen (4. Mof. 91. 4: Jos. 4. 12 u. 18). Besondere Sendoten riefen sie zusammen und drohten auch strenge Strafen für Drückeberger an (Richter 5. 85: 7. 24: 1. Sam. 11. 7). Sianalstanaen wiesen zu de» Sammelplätzen hin. Die Schoterim (Amtleute) durften manche Befreiungen vor dem Ankhruttz vnrneßinen. oVv das M^**«’* —"r- Äcn Verzagte und Jeiglinge zurückaesandt. damit die Sasensützevscht durch ihr schlechtes Beispiel schaden konnten. fÜ. Mos. 20, L ff; 34, 5; Richter 7, 8). DaS übrige Heer wurde in Abteilungen von ie 1000. 100 und 80 Mann geteilt. Unter David und Salomo setzte man schon Heer- Hausen (Divisionen) von 24 000 Mann ein. und die beiden Könige konnten bereits über ein Heer von 800 ooo Mann verfügen, fl. Sam 8.12; 18,18; 2. Sam. 18,1; 2. Kön. 1. 9; L Thron. 38» 1; 2. Chron. 17,14). Bis zur Zeit Davids bestand das Heer allein aus Juß>- truppen, nur die Führer waren beritten (4. Mos. 11, 21). Nach der Bewaffnung gab es leicht- und schwerbewaffnete Krieger, jene teils Bogenschützen (Jos. 13. 18; 1. Sam 81. 8). teils Schleuderer (Richter 20. 16; 2. Chron. 26. 14). diese mit Schwert und Svieß (1 Sam. 31. 4: 2. Sam. 2. 16; 1. Sam. 18.19—22) und dem großen Schilde (2. Sam. 1. 21: Hes. 89. 9). Es war uralte Sitte, daß jeder Stamm in der Bewaffnung seine Eigentümlichkeiten hatte; so stellte der Stamm Benjamin die Leichtbewaffneten. (2. Chron. 14. 8: 17. 17). Trotzdem die Israeliten nach ihrem Auszug aus Aegypten oft genötigt waren. Kriege zu führen, waren ihre Kriege bis zu Sauls Zeiten hin nur unbedeutende Gefechte, und erst unter David und Salomo beginnt eine regelrechte Kriegssübrung. Bei günstiger Bodenüeschasfenheit wählte man stets eine bestimmte Schlachtordnung, die oft genannt, aber nie beschrieben wird (1. Mos. 14. 14 ff; Richter 7. 16—20; 2. Sam 18. 2). Man scheint den stärkeren Haufen im Zentrum und die beiden schwächeren aus den Flügeln (ein alttestamentlicher Ausdruck) aufgestellt zu haben. Könige. Priester oder Feldherr« hielten eine packende 2lnsprache (3. Mos. 20. 2; 2. Chron. 20 20) und dann begann der Kamps Mann gegen Mann. Mit wildem Feldgeschrei: „Hie Schwert des Herrn und Gideon" —. stürmte man gegen den Feind, und in dem Einzelkampse entschieden persönliche Tavierkeit und Geschicklichkeit. Auch politische Verhandlungen und förmliche Kriegserklärungen werden genannt (5. Mos. 20. 10; Richter 11. 12; 2. Kön. 14. 18 ff), oder zwischen den feindlichen Parteien fanden Einzelmettkämpfe statt, von denen der zwischen David und Goliath der bekannteste ist. Regelrechte Massenkämpfe waren aber beliebter und entschieden fast immer den Feldzug (1. Kön. 20. 27; 2. Matt. 8. 22). In der Schlacht gab man Signale durch Posaunen (Hörner. Trompeten) (Jos. 6. 16; Richter 7. 18; 2. Sam. 2. 28) und schützte das Lager durch eine zurückgelassene Besatzung gegen Angriffe. (1. Sam. 30. 24). Allerlei Kriegslisten, wie Spionage, Hinterbalte. Nachtangriffe usw waren bereits bekannt (2. Kön. 7. 1*2 ff: Richter 4. 17 ff; Jos. 8. 12; 1. Makk. 5. 88; 2. Sam. 5, 28). Die Mauern eroberter Festungen wurden zerstört und Hgns-r verbrannte man (Richter 9. 43: 1. Makkab. 5,28; Jos. 6, 24). Sinnlose Zerstörungen von Obst- und Weingär^n. Saaten und Fluren waren wohl dnrch das mn^'fchwurBntf'»* §6 nvtvJx» kssj getan. (Nicht 6, 4; 2. Kön. 3, 10—25). Hatte eine Stadt sich ergeben, so durften die Bewohner am Leben bleiben (8. Mos. 20 10 ff), batten aber lange Zeit einen hoben Zins zu zahlen. Bor der Einschließung mußte jeder Stadt der Friede angeboten werden — nur bet den Städten der Kana« niter machte mait eine Ausnahme, und wenn sie ihn nicht annahm, so begann sofort die Belagerung (3. Mos. 20. 12), die manchmal jahrelang dauerte. Die Belagerten verstärk« ten natürlich in dieser Zeit ihre Festungsmauern (Jes. 22» 0 ff; 2. Chron. 82. 2 ff.) und wehrten die Belagerer durch Pfetlschnsse und Steiuwürse ab. (2. Sam. 11, 20—24; Nicht. 0, 63). Auch die stärkste Festung wurde aber mit der Zeit durch den Hunger bezwungen. Schwierig war damals auch die Verpflegung öeS Heeres. Jeder israelitische Stamm beköstigte seine Mannschaften selbst, indem ein Teil mit der Lebensmittelzufuhr betraut wurde, gewöhnlich jeder zehnte Mann (Nicht. 20. 10; 1. Sam. 17. 17 ff). Auch schickten oft die Angehörigen durch besondere Boten Lebensmittel, wie z. B. David (einen Brüdern Proviant nachbrachte. die im Kampfe mit den Philistern standen. Sonst hatten die Bewohner der betreffenden Gegend das Heer zu vervilegen (2. Sam. 17. 28. 29). Kriegsbeute wurde aeteilt (4. Moi. 81 25 ff; Jes. 9. 3; 8. Mos. 20, 14), während der Tribut der sich ergebenden oder Zins zahlenden Völker ht die königlichen Kassen floß. Ebenso nalmr der Staat Werber. Kinder und Haustiere in Besitz, während die männlichen Gefangenen umgebrach: wurd°n (4. Mos. 81. 23; 3. Mos. 20. 18 u. 14) oft in grausamer Weise, wenn sie durch gewalttätige Handlungen u. a. ein bärtereö Verfahren lierausgefordert hatten (2 Chron. 25 12: 1. Sam. 11. 2; Nicht. 1. 6). Besonders grausam waren die Vernichtungskriege gegen die eingeborenen Kananiter. Besser hatten es natürlich die gefangenen Frauen, und manche wurde von ihrem Besieger zur Gemahlin auserwählt (8. Mos. 21.10 ff). Es war heiligste Pflicht der israelitischen Kämpfer, ihre gefallenen Kameraden so schnell als möglich zu begraben: ein gefallener Heerführer bekam sogar seine Waffen ins Grab, und das ganze Volk betrauerte ihn (1. Kön. 11. 15: 2. Makk. 12. 39; 2. Sam. 3. 31). Der entscheidende Sieg wurde durch ein allgemeines Dankfest religiösen Gepräges gefeiert (2. Chron. 20, 26—28; 1. Makk. 4.J24). Tanz und Gesang sollten die Freude aus- Ürücken: „Sayl hat tausend geschlagen. David aber zehntansenü!" Das Heer zerstreute sich, und wer mit heiler Haut davongekommen war. suchte wieder den häuslichen Herd und die heimische Beschäftigung auf. Erst das Königtum brachte ein stehendes Heer, das unter Saul 8000 Man« betrua und durch zuverlässige Männer ergänzt und vermehrt wurde. (1. Sam. 13. 2; 1. Makk. 3. 55). Zu dieser Zeit stellte daS israelitische Heer auch Streitwagen ein. ebenso die ständige Reiterei die auf die größeren Städte des Landes verteilt wurde (1. Kön. 10, 26; 2. Chron. i, 14), wo sie auch in FriedenSzeiten ihren Stand hatte.

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