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Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-03-19 · 12 (19.3.1926) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
6 (1926)
Issue
12 (19.3.1926)
Date
1926-03-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Mische Chinesen und chinesische Men. Von Dr. 8. M. Mer ich. Stuf Sie Frage, ob eS auch chinesische Juden gäbe, muß man sich erst über Len besonderen Ginn Lies« Frage im klaren sein. In China mit seinen große» Städten und feine« heute internationalen Verkehr leben zweifellos Jude». Diese Juden gehören aber den verschiedensten Dülkertype» an und sie sind, wenn sie auch bereitin der dritte» oder vierten Generation in China leben, nicht alchinesische Juden, noch weniger als jüdische Chinesen anzuspreche». Die in den Handelszentren wohnenden Juden von Peking, Nanking, Kanton, Schanghai und dem englischen Hongkong kamen erst mit der Eröffnung Chinas für den Fremdenverkehr in Las Reich der Mitte und haben sich dort ihre Eigenart ziemlich bewahrt. Di« europäischen Jude» blieben Europäer, die arabischen, indischen, persischen Juden blieben Araber. Inder, Perser, allerdings mit stark englischem Einschlag. Sie kleiden sich europäisch, beherrschen europäische Sprachen, zumindest englisch, und gehören in religiöser Hinsicht dem sephardischen, spanisch-portugisischen Kultus au. Sie bilden, wenn ihre Zahl in einer Stadt genügend groß ist, eine Gemeinde, berufen einen Chacham, wenn nicht ein gelehrtes Mitglied der jüdischen Kolonie ehrenhalber dieses Amt bekleidet, errichten eine Synagoge, die je nach den Der» mögenöverhältnisien der GemeinLemitg-lieder einfacher oder prunkvoller auögestattet ist, und verrichten ihren Gottesdienst nach der bekannten Weife der sephardischen Juden, nach der sich auch das übrige religiöse Leben richtet. Diese mir verschwindenden Ausnahmen vor noch nicht hundert Jahren nach China eingewanöerren Juden als chinesische Luden zu bezeichnen, geht nicht an. Noch weniger natürlich als jüdische Chinesen. Gibt es auch solches Auch diese Frage ist nicht so ohne weiteres zu beantworten. Wer auf dem Standpunkt beharrt, das Judentum sei eine Rasse, wird wohl die Existenz chinesischer Juden zugeben. nicht aber jüdische Chinesen anerkennen wollen. Wer wieder Judentum als eine bloße Religion ansieht, wird ohne weiteres ebenso jüdische Chinesen anerkennen wie christliche Chinesen. Wenn irgendeine Möglichkeit bestände, Nassenfanatiker zu bekehren, so müßten sie bei der Betrachtung der Photographien, die jüdische Chinesen darstellen, ohne weiteres in sich gehen. Diese jüdischen Chinesen unterscheiden sich durch nichts, weder in der Tracht und der allgemeinen Lebensweise, noch durch den Typus von den anderen Chinesen. Sie gleichen — oder richtiger gesagt -- sie glichen ihnen buchstäblich biZ auf's Haar, denn sie trugen ebenfalls den traditionellen Zopf. Dennoch waren sie Inden, richtige Inden, nicht etwa zum Judentum belehrte Chinesen. Und waren dennoch auch Chinesen, in Gang, Haltung, Sprache, Gebahren. Sie besaßen alle Tugenden und Laster des chinesischen Volkes, ja sie waren so vollkommen Chinesen, Latz sie nicht einmal imstande waren, die ihnen so heilige hebräische Sprache anders als chinesisch ausznsprechen. Mehr als siebz-ehnhundert Jahre soll es her sein, Latz diese Juden — ans welchem Wege ist unbekannt — nach Mjpa gekommen waren. Wenn man — wie gar viele Bibel- MtSleger es taten — ein Wort des Jesaia: „Siche! Diese kommen aus der Ferne — siche! Diese kommen aus Nord und West, und jene vom Lande Sinim!" ebenfalls in der Weise deuten will, daß „Simm" das Land China, früher vielfach Sina genannt, sei, dann lebten bereits zur Zeit des Jesaia Juden in China. (Jes. K. -19, V. 12.) Es kommt aber bei der sehr langen Zeitspanne, die seit der Einwanderung dieser ersten Juden nach China verflossen ist, wirklich aus ein paar Jahrhunderte mehr oder weniger nicht an. Unzweifelhaft ist, daß bereits vor säst vierhundert Jahren Inden in China lebten, die, bis aus ihre ReligionLgchräuche, durchaus Chinesen schienen, aber sich selbst keineswegs dafür, sondern als Ablömmlinge der alten Israeliten bczeichnetcn. Authent'sthe Nachrichten über diese Chinajuden verdanken wir katholischen Missionaren, von denen manche für diese Inden in einer Weise sich interessierten und über sie schrieben, die gerade heute wegen der Toleranz und wissenschaftlichen Behandlung des Gegenstandes gerühmt werden muß. Es waren Jesuiten, die in ihrer Tätigkeit als Missionare mit den Juden in China in Berührung kamen. Nicht um sie zu bekehren, sondern durch einen besonderen Zufall kam diese Berührung zustande. Pater Ricci empfing in Peking den Besuch eines Chinesen, der sich ihm als Glaubensgenosse vorstellte: auch er sei ein Diener des einig-einzigen Gottes, was ihn von den Götzcnanbetern des Landes unterscheide. Ein Gemälde in Rieeis Kapelle, eine Darstellnng MarienS mit dem Kinde und Johannes des Täufers, hielt der Besucher für eine Abbildung Rebekkas mit ihren Söhnen Efau und Jakob. Als Ricci von den zwölf Aposteln sprach, glaubte der Chmainde, es handle sich um die zwölf Söhne Jakobs. Es bedurfte noch mehrerer solcher Mißverständnisse, ehe Ricci darauf kam, er könne einen Bekenner des jüdischen Glaubens vor sich haben. Der Pater holte ein hebräisches Buch hervor, und der Besucher erkannte die Schrift als hebräisch, ohne sie indessen lesen zu können. Ebenso war ihm die Bezeichnung „Jude" unbekannt. Nachforschungen ergaben, daß der Mann aus einem Orte namens Kai-fong-su stammte, der am Hoangho idem gelbe» Fluß) gelegenen Hauptstadt der Provinz Hönau. Die einmal hergestellte Verbindung wurde nicht mehr abgerissen. Mehr wissenschaftlicher als Bekehrungseiser veranlatzte Jesuitenpatres, die entdeckten Chinajuden aufzusuchen, sich über ihre religiösen Gebräuche zu unterrichten, die Synagoge zu besichtigen, die heiligen Bücher zu durchforschen und über diese zweifellos und mit Recht ihnen hochbedeutsam erscheinenden Dinge nach der Heimat zu berichten. Wie immer machten sich eifrige Gernealleswisier diese Neuigkeit zunutze und schrieben, ohne auch nur einmal nach Kai-fang-fu gekommen zu sein, gleichfalls nach Europa Berichte, die von Unwahrheiten, Dummheit und auch Gemeinheit strotzten. Die bisherigen Besucher der Judengemetnde hatten nur geringe oder gar keine Kenntnis des Hebräischen. Erst Domenge und Ganbil, die des Hebräischen mächtig waren und 1723 nach Kai-fong-fn kamen, lieferten Nachrichten auch über die an und in der Synagoge angebrachten hebrätschen Inschriften. Die Vertreibung der Missionen ließ in der Berichterstattung eine Pause eintreten. Pater Golzanis Bericht aus dem Jahre 1793 erhielt von. einem ungenannten Herausgeber eine Art Kommentar, der allerlei, was der deS Hebräische» nicht mächtige Pater Gvlzani nicht verstanden Hatte, erklärte. ZLsanunenfassevde Nachrichten, besonders auch über die Heilige» Schriften der Chinojuden, gab dann der Pater Ignaz Kügler, der Vorsteher der chinesische» Mission, der auch Lei« Kaiser in großer Gunst stand und de» Rang eines Mandarins zweiter Klaffe und eine- Präsidenten des mathematische» Tribunals bekleidete. Pater Kögler besuchte Saifong-fu, unterhielt sich eingehend mit de» Gemeindefunktionäre» und verschaffte sich eine ziemlich genaue Kenntnis von -er Lithurgie und den lithurgifchen Schriften. Die Name» seiner Gewährsleute sind durchaus chinesisch. Bo» irgend welchen außerhalb der Synagoge übliche» Gebräuche» erwähnt keiner der Berichterstatter, auch Kögler nichts, so daß eS de» Anschein hat, als habe sich dareligiöse Lebe» der Chinajuden mit dem Besuch des Gotteshauses erschöpft — was ja übrigens nicht nur in China vorzukommen pflegt. . . . Die Beschreibung eines Gebäudes ohne dazu gehörige Abbildungen ist immer eine mißliche Sache. Der Tempel von Kai-fong-fu war aber sehr hübsch, er war breiteilig, enthielt eine Art BundeSlalüe, in der dreizehn Exemplare der Mora — zwölf für Sie Stamme Israel und eine für MvseS — aufbewahrt wurde», einen sogenannten Stuhl Moses, der mit reicher Stickerei bedeckt war — der Almemor, auf dem an Sabbathen und Festtagen die Thoravorlesung stattsanö. Ueber die sonstige Lithurgie sind keine authentischen Nachrichten vorhanden, doch weisen die Inschriften in -er Synagoge darauf hin, daß die Gebetordnung derjenigen -er persischen und auch der europäischen Juden ähnlich gewesen sein muß. Das Sch'ma Jisrotzl und andere Sätze aus -en üblichen Gebeten sowie aus -en Psalmen sprechen recht deutlich dafür. Im Anschluß an die Paraschah Bereschith in einer der Thorarollen fand Kögler eine Anmerkung, die er buchstabentreu kopierte. Diese Anmerlung lautet: In der Stadt, die anfänglich Pien-leang hieß, in der heiligen Stadt durch Hilfe des Himmels. Das Gesetz der dreiundfünfzig Paraschen enthalt, o Israel, Worte der Wahrhaftigkeit. Der Anfang des Gesetzes ist abgeschrieben worden im Jahre 1935, im Monate Ab, am ersten Wochentage des dritten Monates. Das Schreiben des ganze» Gesetzes wurde beendet im Jahre 1937 im Monate Jjar, am vierten Wochentage, am zwölften Tage des Monats. Unser Lehrer und Meister Rabbi Jakob, Sohn des Rabbi Abischai, Enkel des Rabbi Eldab, Schreiber und Schulmeister, hat es geendigt. Völlig beendet hat es Rabbi Schaddai, Sohn des Rabbi Jakob. Das Jahr haben unterschrieben Rabbi Mordechai, Sohn Simeons, Benischt, Rabbi Akiba, Sohn Arons, Enkel des Esra. Es weihten das Geschenk der Jüngling (Bochur) Simcha, Sohn Jehoschuas, Enkel Josephs, der vortreffliche Rabbi Jakob. Sohn Rubens, Enkel Buzis, Alorüechai, Sohn Benjamins, Enkel Bnzis. Gesegnet seiest du bei deinem Eingänge und gesegnet seiest du bei deinem Ausgange- „Er war sehr reich an Herden und Silber" (Abraham. Vgl. (1. B. Mos.. Kap. 13, V. 2.) Aus dieser Anmerkung geht zweifellos hervor, daß diese Chinajuden ihre jüdischen Namen neben ihren chinesischen, auf die ich noch zurückkomme, geführt habendaß sie einen Rabbiner besaßen, wie überhaupt sich unter ihnen Schriftgelehrte befanden. Was vnn die angegebenen Jahreszahlen betrifft, so erhellt daraus, daß die Chinajuden nach dem griechischen Kalender rechneten. Somit wäre der Beginn der Niederschrift der Thorarolle auf das Jahr 1622, die Beendigung auf das Jahr 1626 zu setzen. Zu dieser Zeit stand auch die jüdische Gemeinde in Kai-fong-fu in hoher Blüte. Wenn der Name dieser Stadt in der Anmerkung mit Pien-leang bezeichnet ist, so hat das seinen Grund darin, daß der Name der Stadt mehrfach wechselte. Anfänglich hieß sie Tachang, nachher Kai-fong-fu, später Leangtschou, dann wieder Nanking, Pien-leang und wieder Kai-fong-fu.^ Im Jahre 1163, unter der Regierung des Kaisers Hiaotsong, wurde mit dem Bau der Synagoge begonnen. Die chinesische Aufschrift wurde im Jahre 1411 von dem Chinajuden King-tfvng (fein hebräischer Name ist nicht erhalten) gestiftet. Die Chinajuden trugen also von altershcr auch chinesische Adamen. Daß man sie als durchaus vollwertige Chinesen ansah, geht daraus hervor, daß Chinajuden hohe Würdenträger im Land waren: Gouverneure großer Provinzen. Vorsitzende und Mitglieder der großen wissenschaftlichen und Knnstkommissionen, wenn man diese Körperschaften so bezeichnen darf, Feldherrn und Staatsmänner. DaS alles zu einer Zeit, in der die Inden in Europa ins Ghetto gesperrt wurden, mit dem gelbe» Fleck herumlaufen mußten, wo man sie, nachdem man ihnen alles Geld abgepreßt hatte, der Mvrdlust des Pöbels preisgab. Einige Familiennamen aus der alten Zeit find überliefert: Kin, Li, Schi, Tschang, Tscha, Kao und Tschao. Bon der Familie Tschao war Tschao-yong-kv Gouverneur der Provinz Zun-nan,, Tschao-yang-sching kommandierender General in der Provinz Tsche-kiang. Dieses Chinesentum in der ganzen Lebensweise tzinderie sie aber nicht, wenigstens in der Synagoge ihrem Glauben treu zu bleiben. Ruch die jüdischen Feste wurden gefeiert» wenn auch der Ritus manche Abänderungen erfahren hatte. Es gab ein Penachfest mit Mazzoth, ein Schebuoth-, ein Sukkothfest. Man feierte Rosch-Haschana und Jom Kippur. Von Purim und Chanukah war nichts bekannt, was darauf hinöeuten könnte, daß die Chinajuden noch vor dem Wiederaufbau, des Tempels eingewandert waren. Sabbath- und Neumondsfeiern wurden festlich abgehalten, die Beschneidnng vollzogen, rituelle Badevorschristen, besonders das Baden vor dem Gebet innegehalten. Nicht nur im Namen, sondern auch in der Aussprache des Hebräischen zeigt sich, wie lange Zeit es bereits her sein mußte, seit diese Chinajuden in China lebten. Gleich allen anderen Chinesen vermochten sie nicht, das b, 6, s und r auszusprechen. Das ist sehr bemerkenswert. Den Franzose» und Italienern macht ja bekanntlich die Aussprache des b und SeS ob große Schwierigkeiten: Franzosen und Italiener — auch Angehörige anderer romanischer Völker — sage» 'aLen statt haben und laken statt lachen. Das ist bekannt. Aber die Inden in diesen Ländern sprechen ohne Schwierig keit die hebräischen Worte, die ein d oder ein ob enthalten» ans. Das kann man in den Synagogen von Paris und von Rom ohne weiteres feststellen. Ganz anders die Chinajuden. Sie sprachen öaS Hebräische schon vor Jahrhunderten nicht hebräisch, sondern chinesisch auS Das Wort Thora klang also wie Thaulaha oder Thaulasa, Jisrael wie 2)selalel: für Bereschith sagte» sie PiÄeschitze, Adam hieß Atan, Abraham A-wu-lu-ha», Moses May-schi, David Ta-wite, Esra Li-tzse-li. DaS u klang chinesisch uttß, daher namrte einer feine« jüdischen Namen Mattthjah« Man-thi-yo-hung. Gott nannte» sie mit der chinesischen Bezeichnung Tie», Tscham-tien, Tscham-tt, alles Bezeichnungen, die Himmel bedeute», in Anlehnung an di« Himmel Gottes. Sie gebrauchte» auch die Ausdrücke: Teav-wa-wo-tsche und Wannm-tschu-teai, was Lenker des Weltalls bedeutet. Sie haben wahrscheinlich alle in de» Gebeten vorkommende jüdische Gottesnamen sinngemäß ins Chinesische übertrage«. Die Synagoge von Kai-fnng-su, die bereitim Jahre 1643 durch eine Ueberschwemmung und im Jahre 1654 durch einen Brand sehr gelttten hatte, wurde damals zwar gut instand gesetzt, aber die Assimilation begann gegen Mitte des achtzehnten Jahrhunderts auch in religiöser Beziehung ihre Wirkungen auszuüben. Die häusliche Kultttbung wurde immer geringer, damit schwand auch die Liebe und das Inter* «sie für die Synagoge und die öffentlichen Gottesdienste. Die zur Erhaltung des Kultus nötigen Mittel begannen immer mehr zu fehle», und wenn auch noch einige fromme und mit einigem jüdischen Wissen begabte Jude» bereit waren, sich ohne Entgelt für den Kultus dienst und de» Unterricht zur Verfügung zu stellen, so schmolz doch die Zahl der GlaubenStreuen immer mehr zusammen, so Latz schließlich die Synagoge nur mehr eine Kuriosität war und allmählich verfiel, «eil niemand da war, der für die Erhaltung sorgte. Die jüngere Generation verließ zum Teil Kai-sunz-fu und begab sich aus wirtschaftliche« Gründen nach den große» Haupt« oder Hafenstädten, die Zurückbletbende» heirateten Chinesinnen oder Mohammedanerinnen und verloren, sogar ohne direkt überzutreten, jede Verbindung mit dem Glauben ihrer Väter. Seit fast hundert Jahren ist das jüdische Leben in China tot. Echte Chinajuden mag es noch geben — es ist nicht bekannt, ob sie sich ihrer Ahne» und chrer jüdische» Geschichte mit solcher Pietät erinnern, daß sie de» Wunsch hege», auS den Trümmern ihrer alte« Kultstätte in Kai-ftrng-fu eine neue zu errichten. Nach dem Klagebrief, de» Chao-Nten-Dfu im Januar 1850 aus Kai-fung-fu an de« gelehrten vrtttschen Konsul T. H. Layton nach Amoy (in der Provinz FuH-kie») sandte, sowie nach einem gleichzeitigen Bericht eines mohammedanischen Soldaten auS Kae-kuug, wo sich gleichfalls Juden nnd eine Synagoge befunden haben, ist bas nicht sehr wahrscheinlich. Der politische Umsturz in China, die Reformbestrebungen des verstorbenen Dr. Snnyatsen und seiner Anhänger, die Anpassung an westliche Kulturformen «erden wohl auch nicht dazu beigetragen haben, solche pietätvolle Empfindungen wieder rege zu machen. Aber eine andere Möglichkett ist dadurch gegeben: daß bi« näheren Beziehungen zu europäischen und amerikanischen Juden vielleicht unter einigen jungen Leuten den Gedanken an das gemeinsame Judenschicksal erwecken könnte. Gerade der Chinese mtt seiner durch Jahrtausende ererbten Ahnenverehrung ist dazu veranlagt, in dieser Beziehung Empfindungen wieder zugänglich zu sein, besonders, wenn sie auch gleichzeittg durch wissenschaftliche und politische Propaganda nahegebracht werden. Vielleicht kann eS auch in China zn einer Renaissance jüdischen Lebens kommen, gerade unter de» Abkömmlinge» jener Chinajuden, die es in einer besonderen Weise verstanden haben, zu gleicher Zeit echte Chinesen und bähet auch echt« Juden zu sein. ' Geschäftliche Mitteilungen. Die «fefeEffiftaft 9tUMH«a*efaettff«tffe V. m. » H.» LauoMiMnOt itb, Sei. «Steitibfofe 125 18 hat in diesem Jahre durch -ratze. umfangreiche Beta* Sezüge bau der Socistv Tooperative Bi-imronne destrasdeS Ladede Rischon le Ziou L Sichron Jacob (Rothfchildsche Keil»,eie» ei» reich assortiertes Flaschenlager bereitgestellt, so datz jeder -ewLaschte Sei« geliefert werden kan«. Der ArllereioetrieS der Gesellschaft, der von erste« fachmännische« Kräfte« geleitet wird. ist. wie im v«-a»-«r» Rohr», der Kaschrvth^rommiAon der Jüdischen Gemeind« Berlin unterstem. Di« Desellfchaft hat ferner die Alleinvertretung der gleichfalls von Baron Rothschild gegründeten Grands MoulinS de Balestine erhalt»». Dis Mas-otb werden auSschlietzlich au& dem von jüdischen Kolonist« anaeLavten Leihen hergestellt. Ti« Fabrikation erfolgt in den dordlldstche» Anlagen unter Beobachtung strengster ftaschnitv. In diese« Jahre gelange» auch erstmalig grStzereZnfuhrenvon Jalfa-Vraugen auf de» deutschen Maut Ende Mär» wirr» «ine besonders euSgcwShlte Ware, »Tekected Packittg". an alle grLtzereri «tidirucht- und DelikatesfengefchSste in Berlin wieder zur Verteilung lotttuwu. Gin kleine» Quantum wird jedoch «mch -8« die Brivaüvndschaft reserdlerl. Kalendarium für die Zell vom 20. Z. b. 27.Z. 1926. März 1926 8*ftt 5686 Sonnabend 20. 8. H. Sourtta« 21. 6. Montag 22. 7. Dienstag 23. 8. MtttwoÄ 24. 9. Donnerstag 28. 10. Freitaa 26. 11. Sonnabend 27. 12. Wochen-ALschnitt: Waiikrv (3. «. M. Kay. 1—5) tavah: Jesaja Kap. 48, 21—9 14, 1—23 ^^****4** " Wvchen-Ahschrditt: Zaw Sabbat Hagadvl Hafmrah: Jeremia 7.21—84:9.1—45; 9,22_28 Sabbat-AuSgang: 7.11 Reparaturen nd Aufpolieren von Möbeln, Planes, Flügeln,Grammophonen Zupfinstrumenten N. 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