Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 6 (1926)
- Issue
- 7 (12.2.1926)
- Date
- 1926-02-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2613366-2613841-2613848--1696-2619084- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
i püpn (föficit). Sie geleiteten den Jubilar am Vorabende in danlumengtick,mij<k1e Goiteshaus, dem die Gemeinde zur dauernden Erinnerung eine neue Bekleidung des Aron hakauoetll).. des Tisches und der Kanzel batte angedeihen lasten. Erne erwartungsvolle Menge, darunter Vertreter oer benachbarten Gemeinden, füllte die Svnaaoge biauf den letzten Platz. Die Orgel intonierte, Borbeter und Chor gaben m bestes: Dr. David las die Liturgie. Die JVeftpredigt hielt Dr. Samuel freund und Nach-arkollege des Jubilars, über Mal. 2. 7; er sprach vom Geist. Beruf und Ar e l des rab b in r, chen Lehramts in unseren WcntctnJcn, Der Hauptgotte-dienst am Sabbatmorgen. zu dem auch Vertreter der höheren Schulen sich ringefunden hatten, bildete eine Kette erhebender Momente, feierlich vollzog sich das Aus- und Einheben der Thora unter Teilnahme aller anwesenden acht Rabbiner. Ein Barmizmo-Knabe rezitierte seine Parascha und hielt eine passende Ansprache. Diesem Bilde frischer Jugend fehlte auch nicht das Gcgenhilö ehrwürdigen Alters. Der fast 86jährige Ehrenvorntzcnde, Kommerzienrat Hermann Schüler, lief? sich <JU,: •s,VaiHc*' Gleiten und gab der Freude des Tages rührenden Ausdruck. Die Haftara las Dr Neumark und eröffnete üe mit e?ncr Einführung über den Gedanken: stets bat Ti 0-** **. l c i n e Rührer zu ehren gemutzt. Die Festpredigt hielt Tr Kober über die Worte der Schiro: „085! wesiniros Joh. waihi H lischno." Israel bat alle seine Note durch Gott überwunden, sich dieser *v tt f c aber st e t s dankbar erinnert. Ein oratorrscheS Meisterwerk war die ^ständige Jubiläumsrede unseres Tr. David über ,.5n kli rveau^ebu, Eloha owi waaraumamenau." ctancjt Erleben Gottes hat er jedermann in der Gemeinde führen wollen, in allen Lebenslagen, in Freud und Leid, in Arbeit und in Mutze: aber auch zum geschichtlichen Erfassendes V ä t e r e r b e S . das wir zu mehren und zu hüten haben. Kein Auge blieb tränenleer. alS Dr David in diesem Zusammenhangs feiner eigenen seligen Eltern und seines väterlichen Lehrers, üeS Ehrenrabbiners von Worms, Tr. Aler Stein, s. A.. Erwähnung tat, sowie bei seinem Gebet für den ihm nahbefreundeten, erkrankten Landestabbiner Tr. Fucks von Luxemburg. Breslau. (Einführung der neuen Repräsen- T e nn erste.g. den 4. d M.. nachmittags 6 ft? Ähr, fand im Gemeindesitzungssaale die Einführung der durch Einheitsliste gewählten neuen Gemeindevertreter durch den bisherigen Vorsitzenden des Vorstandes. Geheimrat Goldfeld, statt. Die Gemeindevertreter waren vollzählig im feierlichen schwarzen Nocke erschienen: der Vertreter der Agudatz utzrocl trug, in dieser Versammlung ungewohnt, Kopfbedeckung. Einleitend deutete Geheimrat Goldfeld die Einheitsliste als ein gutes Omen. Ohne Richtung käme man ntt Judentum nicht aus, aber man dürfe dariibcr die Einigreit der Gemeinde nicht aus den Augen lassen. Die Versammlung sei die Gemeinde-, nicht Parteivertretung. Der Redner wies alsdann darauf hin, datz zum ersten Male trauen in die Gemeindevertretung gewählt worden wären, und gab der Hoffnung Ansdruck, datz sic beruhigend auf die Aussprachen wirken möchten, sie hätten noch nirgends geschadet. Sie soülcn fortan gleiche Rechte wie im öffentlichen Leben, aber keine Vorrechte genießen. Daran schloß sich die Begrüßung namens des bisherigen Vorstandes, der den Beratungen reichen Segen wünschte im Interesse der Gemeinde, des Judentums und des Vaterlandes. Die Versammlung erfuhr dann, daß die neuen Satzungen die Bestätigung des Obervräsidenten der Provinz Schlesien und des Ministers für Volksbildung gefunden hätten und daß die neuen Gemeindevertreter somit auf fünf Jahre gewählt seien. Gemeindevertreter Wilhelm Kober, der jetzt als Alterspräsident den Vorsitz übernahm, dankte dem bisherigen der Versammlung für die geleistete Arbeit. Es Mxen schwere Zeiten zu überstehen gewesen, man hoffte, Lun über diese Zeiten hinwegzukommen. Alsdann wurde zmn Vorsteher fast einstimmig Justizrat Georg Perser (liberal) gewählt, der für den Ausdruck des Vertrauens dankte und die Wahl annahm. Zum 1. Stellvertreter des Vorstehers wählte man Justizrat Kalisch (liberal» mit 17 von 21 Stimmen. Die Konservativen, welche aus diesen Posten Anspruch erhoben hätten, gaben zum Zeichen des Protestes bei dieser und bei allen folgenden Wahlen weiße Zettel ab. 2. Stellvertreter wurde Rechtsanwalt Jacobsohn (Zionist); 1. Schriftführer Kaufmann Gins (liberal); 3. Schriftführer Frau Dr. Else Fuchs-Heß (Zionistin) mit der gleichen Stimmenzahl. Der Vorsteher Peiser dankte nach beendeter Wahl dem Alterspräsidenten für seine Mühewaltung und gedachte alsdann der in der letzten Sitzungsperiode verstorbenen Vorstandsmitglieder Ed. Sachs und David Mugdan, sowie der verstorbenen Repräsentanten Geheimrat Reich, Prof. Wohlauer. Mener, Max Freund und Eugen 'Freund, zu deren Ehren sich die Versammlung von den Plätzen erhoben hatte. Beim Rückblick aus die verflossene Session dankte er auch den ausgeschiedencn Repräsentanten Justizräten Breslauer und Hausmann. Rechtsanwalt Fritz Cohn, Dr. Hadda, Steinmetzmeister Wolfs, Joseph Kober und Behr für deren bisherige Mitarbeit. Er weist daraus hin, daß nach der Aera Sachs nun eino-«eue Zeit begonnen habe, die schon manche Verbesserungen gebracht. wie die neuen Satzungen, Neuorganisation des Wohlfahrtsamtes ufw. Das letzthin bewilligte fünfte Steuerguartal wäre zwar von manchem Gemeindemitgliede recht mißliebig ausgenommen worden, es wäre aber unbedingt notwendig gewesen, um die Zuwendungen an die verschiedenen Wohlsahrtseinrichtungen aufrechterhalten zu können. Es wäre zum Besten aller gearbeitet worden. Die Wahlen zum Gemeindevorstande ständen in etwa drei Wochen in Aussicht. , Eastel. <50. Geburtstag non Rechtsanwalt st rt tz e n st c. i n,| Rechtsanwalt Dr. Josef Katzenstein, der langjährige Vorsitzende des Gemcinde-Aeltcsten-KollegiumS, beging unter mancherlei Ehrungen und Aufmerksamkeiten seinen 50. Geburtstag. Dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden gehört Dr. .Katzenstein als Vertreter für Hessen an. Wir wünschen dem verdienten jüdischen Führer für sein weiteres Leben alles Gute. Herssold. (Lehrer N u ß b a u m 76 Jahre a l t.) Der hier im Ruhestande lebende Lehrer M. Nußbaum, eine durch vielseitiges Wissen und vornehme Charaktereigenschaften ausgezeichnete Lehrerpersönlichkeit, beging dieser Tage unter reger Anteilnahme der gesamten jüdischen Gemeinde und anderer Bürger den 70. Geburtstag. Von 1878 an, seit Errichtung der jüdischen Volksschule, bis zu der im Jahre 1918 erfolgten Pensionierung stand Lehrer Nußbaum im Dienste der Jugenderziehung, und eine stattliche Anzahl von Schülern, die er als gründlicher Kenner des hebräischen Schrifttums vorgebildet hat, verdanken ihm. den man durch den Morenutitcl auszeichnete, ihr Wissen und Können. Alle, die zu seinen Füßen saßen oder ihn wegen seiner lauteren Gesinnung schätzen lernten, vereinigten sich mit uns in dem Wunsche, daß dem alten, freundlichen Herrn noch mele Jahre ungetrübten Familienglücks beschieden sein mögen. Königsberg. Pr. (Tagung des Nor dost deutschen R a o b i n. e r n e r: h a n d e. S.j Kürzlich fand unter dem Vorsitz des GemcinderabbinerS Dr. Lewin-AönigSberg und unter Teilnahme iämtlicher Mitglied« eine außerordentliche Tagung des Nvrdostdeutschen Rabbinerverbandes in Königsberg statt. Gegenstand der Beratung war «eben verschiedenen rituellen Angelegenheiten das Schächtwesen i« Ostpreußen. Noch einem etnsÄenden Bortrage des Rabbiners der Adatz JiKroel Gemeinde» Dr. Jakobowitz, und nach eingehender Debatte wurden folgende Beschlüsse gefaßt. 1. Der Rabbinerverband richtet an sämtliche Vorsteher und Beamte der ravbinerlosen ostpreußischen Gemeinden ein Schreiben, worin ihnen unter Himveiauf 8 3. Absatz 6. de- Normalvertrages der ostpreußischen jüdischen Beamten gn- Herz gelegt wird, bei Anstellung von Schächtern und in zweijährigen Abständen die Befähigung der Beamten für das Schachtfach vor einem, vom Vorstände im Einvernehmen mit den Beamten bestimmten Rabbiner, nachzuweisen. Er weist in dem Rundschreiben im allgemeinen auf die im Schächtwesen Ostpreußenin Erscheinung getretenen Mitzstände hin. 2. Er richtet an die beiden jetzt noch bestehenden Lehrerseminare Deutschlandzu Köln und Würzburg die entschiedene Bitte, bei der theoretischen, vor allem aber der praktischen Ausbildung ihrer Zöglinge in der Schechita einen wesentlich strengeren Maßstab anzuleqen als bisher 3. In Fällen der Neubesetzung von ostpreußischcn Schächterstellen soll der Vorsitzende des Robbinerverbandes sich an den Vorstand der betr. Gemeinde wenden und ihn aus die Notwendigkeit der Prüfung seiner Kandidaten in der Schechita vor der Wahl und Anstellung durch einen vstpreußischen Rabbiner Hinweisen. 4. Der Schulausschuß soll gebeten werden, künftig bei Empfehlung und Begutachtung von Kandidaten, die sich um ostpreußische Beamtenstellen bewerben, n'ckt nur aus ihre pädagogische Eignung, sondern auch auf ihre Bemhigung zum Schächtamt sein Augenmerk zu richten. Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten und Wahl von Dr. Jakobowitz zum Vorsitzenden. Dr. Neufeld-Elbrng zum Stellvertreter, wurde, die Sitzung geschlossen. Magdeburg. tJulius Wertheimer gestorben.) Der Vorstand und die Repräsentanten der Synagogen- Gemeinde beklagen den Verlust des Vorstandsmitgliedes Julius Wertlicimer. In dem Nachruf heißt es: „Vor 18 Jahren batte ihn das Vertrauen seiner Gemeinde und Mitglieder in die Repräsentanten-Bersommlung berufen. Er hat in dieser Tätigkeit, wie auch in den späteren Jahren seiner Zugehörigkeit zu dem Vorstande, cs immer verstanden, die von ihm gern übernommenen Amtspflichten voll und ganz zu erfüllen. Tiefes Verständnis, weises Erwägen, eiserner Fleiß und d>e Ueberzeugnng non der Bedeutung feiner Stellung für unsere Gemeinde waren jederzeit die Grundsteine seiner Arbeit in unserem Kreise. Er ist uns, solange seine Kräfte reichten, cm treuer Mitarbeiter geblieben. Wir stehen in tiefer. Trauer an der Bahre eines Mannes, dessen Herz für unsere Aufgaben treu schlug. Er ruhe in Frieden." München. <K o n s e s ft o n s - S l a t i st i k.) Die „Bayerische Israelitische Gemeindezcitnng" veröffentlicht eine l^rgeyüberstellnng der Zahlen der isracliiftckcn Wolmbevölkerung in Bayern in den elnzelnev Regierungsbezirken und den größeren KnUusgemeivden nach den Volkszählungen vom 16. Juni 1925 und 1. Dezember 1010. Es ergibt sich daraus, daß sich die israelitische Wohnöenöllernng Bayerns non 51 777 cm 1. Dezember 1010 auf 19 163 am 16. Juni 1025 vermindert hat. Die israelitische Bevölkerung verteilt sich auf die einzelnen Regiernnqsbezirte. wie folgt: Oberbavcrn 16. Juni 1925 10790 (1. Dezember 1910 1105-?): Niederbayern: 3(8 (468); Pfalz: 7868 (8710), (in diesen Zahlen ist die israelitische Bevölkerung der zum Saargebiet geschlagenen pfälzischen Gemeinden nicht enthalten): Oberpfalz: 1181 il-305); Oberfranken: 2544 (2946); Mittclfranken: 13719 (11210): Unterfranken: 9879 (11925); Schwaben: 2834 (3462). Von Gemeinden mit über 1000 Mitgliedern sind zu nennen: München-Stadt: 10 068 (11 083): München -Gesamtgebiet: 10687 (11 550): Ludwigshascn a. Rb.: 1241 (783); Fürtb: 2504 (2826); Nürnberg: 8603 (7815); Würzburg: 2261 (2514); Augsburg: 1203 (1217). Oppeln. Eines der ältesten und angesehensten Mitglieder unserer Gemeinde. Rudolf Lachs, starb im fast vollendeten 89. Lebenssahr. Die große Beteiligung an seiner Beisetzung zeugte von der Beliebtheit, der sich der Verstorbene in weiten Kreisen erfreute. Potsdam. (I u b f f ä u m d e s israelitischen F r a u e n v e r e i n S.) Der hiesige Israelitische. Frauenverein konnte am 1. Februar aus ein 75jähriges Bestehen zurückblicken. Bon einer geräuschvollen Feier hatte man wegen der schleckten Wirtschaftslage abgesehen, und lieber durch eine Geldsammlung unter den Mitgliedern größere Spenden an alle Bedürftigen verteilt. Um aber den Tag nicht ganz spurlos vorübergehen zu lassen, vereinigten sich die Mitglieder zu einem Kaffee im Hotel zum Einsiedler, zu dem auch die Herren des Vorstandes der Gemeinde, der Repräsentanten und der Ehewroah .Kadischah geladen waren. Ein stimmungsvoller Prolog, gesprochen von Frau Herrnstadt-Oettinger, cröfincte die Feier. Dann folgte eine zündende Ansprache der Vorsitzenden, Frau Anna Zielenziger. Herr Rabbiner Dr. Schreiber hielt einen Vortrag über die Geschichte des Vereins, und Herr Jüstizrat Josephsohn pries die Tätigkeit des Vorstandes. Geselliges Beisammensein mit den Herren, die abends nachgekommen waren, beschloß die schöne Feier. Aus der Bewegung r Berlin. (B e z i r k s g r u p v c N o r d e n des Liberalen Vereins.) Einen ebenso interessanten und erfreulichen Verlauf nahm der 3. G e m c i n ö c a b e n d . den die Ortsgruppe Norden des Liberalen Vereins in Gemeinschaft mit dem Liberalen SnnÄgogeuverein Norden veranstaltete. Im überfüllten Saale sprach zuerst Herr H i r s ch f e l d über das Thema: „W as lei st et die Gemeinde?" Aus seiner reichen Erfahrung als llieprüseutant zeichnete er den ungeheuren Ilufgabenbereich einer Gemeinde. die in ungeahnter Weise angewachscn ist und jetzt über 200000 Seelen umfaßt Er weist darauf hin. wie sehr Schwierigkeiten sachlicher, persönlicher und organisatorischer Art das Ergebnis der Arbeit zu ihrem Schaden beeinflussen, unä wie notwendig neben der natürlich durchaus nötigen Kritik auch die freie und freudige tätige Mitarbeit aller Kreise sei. Ungeheuer schwierig sei die Frage der religiösen Versorgung: Synagogenbou. Rabbinerfrage. Einheitsgebetbuch der Orgelsiinagogcn bieten noch viel ungelöste Fragen, an die aber die nächste Zukunft Herangehen müsie. Auf dem Gebiete des Religionsunterrichts sei nach langer Stagnation eine Wandlung des Systems und der Personen eingetreten, von der man hoffen könne, datz sie zur Neubelebung des Religionsunterrichtes führen werden. Zu manchen Bedenken gibt die Entwicklung des Fricbhosswei'ens Anlaß. Besteht doch die Gefahr, daß in wenigen Jahren der Friedlos gefüllt sein werde. Zu beanstanden sei die Politik, die auf dem Verwaltungswege über den Kopf der Rcpräsentantenversammlung hinweg das Sonderfeld für die Orthodoxen schleunigst eingerichtet hat. für die Errichtung eines zugesagten Urnenhofes aber absolut keine Eile entwickelt. Das Wohlfahrts- * wesen wurde nur gestreift: gegenwärtig sei noch nichtm be. urteilen, ob die Vorzüge der Neuorganisation die Münael aufwiegen. Kein Zweifel aber sei. daß von dem WoklfahrtSwesen wie überhauvt von der Gemeinde in Zukunft unaebeure Aufgaben zu lösen seien. Mit der Frage: „SB ft a leiftetuufez Nordentz* beschäftigte sich Frau Bertha Falkenberg: Der Bezirk Norden ist weder schön noch reich, aber dicht bevölkert, auch mit GlaubenKgenosien. Das ist besonders zutage getreten bei der Schöpfung des Wohlfahrtsamtes und feiner jetzt 24 Bezirke. Die wohlhabenden Bezirke wissen gar nicht, watz der Norden an sozialer Arbeit leistet: Unendlich groß ist die Not; dauernd müssen etwa 500 Familien betreut werden und noch etwa 800 Einzelpersonen. Die ^Kentrale gibt monat^ lich eine bestimmte Summe, die aber nicht im entferntesten auSreicht. Auch durch Verschickung der Kranken pnz» der vielen elenden Kinder hilft die Zentrale. Mer der Bezirk selbst, so arm er ist. muß selbst Mittel auszubrinqen suchen, um seinen Verpflichtungen Nachkommen zu können. Anschaulich ist der Vergleich der Ehannsabesckerung in hem Bezirk Prenzlauer Berg und Bezirk Tiergarten (NW): Hier aus Bezirksmitteln 305 Kinder neu cingetlsidet. dorr einige SO. Die ErwiNllnng. die sich an die Dezentralisation knüpfte, daß die Ueberschußbezirke den armen Bezirken etwas abgeben würden, hat fick bisher nick: erfüllt. Daher ergebt die Bitte an die anwesenden Repräsentanten, sich dafür besonders zu interessieren. 'Während für die soziale Betreuung der jüdischen Bevölkerung nach Kräften gesorgt wird, liegt die religiöse Versorgung der Außenbezirle noch im argen. Im Bezirk Prenzlauer Berg gibt es nur die für den ganzen Norden und Novdosten bestimmte Synagoge Rvkestraße, die immer stärker nach rechts revidiert wird. Für die Liberalen geschah nichts, biö ein kleines Häuflein non Männern und Frauen die liberale Synagoge Norden ins Lethen rief. Die. deren Zahl fick bal d mehrt e, he mir heu sich, die Gleichgültigen zu wecken, dir religiös Empfindenden zu sammeln. Aber dieser Kamps -- und ein Kampf ist es in diesem Bezirk, in dem ovtlwdore und zionistische Strömungen stark in die Erscheinung treten — kann nur erfolgreich sein, wenn diese verhältnismäßig Wenigen gestärkt werden von den Vielen. Daher die Bitte an alle: -Helfen Sie alle in: Norden, schassen Sie ihn sich dadurch zu einer inneren Heimat, daß Sie Mitarbeiten her der sozialen L^ersorgung aller bedürftigen Glaubensgenossen, daß Sie aber ebenso und nicht weniger Mitarbeiten an der religiösen Versorgung unserer Gennnungsgenoiscn und damit an dem Ausbau des religiösen Lebens in uv»erm Norden. In der sehr regen, fast zweistündigen Aussprache, an der sich muh die anwcscuden Repräsentanten beteiligten, wurden die in den beiden ^Vorträgen behändesten Probleme eingehend beleuchtet, besonders die Friedhossverwaltung, da- Wohltahriswcsen, die Sirbyentioniernng der R-elisionKverciue, die Pgrockialeinicisnng iomi'' die Gestaltung des Gemeindcblgttcs. Eine Fülle von Anregung wurde guSaelöst. aber auch sehr lebhaitk Klagen über mangelnde Berücknchliguna liberaler Forderungen. Zum Schluß wurden tolgendc "Anträge angenommen: 1. S u b v c n t i o n i e r n n g der S v n a g o g e n » e r - eine. Um eine gereckte SnSventloniernng der privaten Smkagygeuvereine zu gewährleisten, ist es notwendig, daß die Grundsätze für die Subventionierung, die bisher einseitig ans konservative Bedürfnisse zugeschnitten war. den Lcbcnsbedingungen der verschiedenen Richtungen angepatzt werden, und daß zur Behandlung der liberalen Prjvatgottesdienstc eine besondere (liberale) Subventionslommission eingesetzt werde. 2. Urneull alle. Während das Sonderfeld fitr orthodoxe Mitglieder aus dem Verwaltungswege mit größter Beschleunigung eingericktct wurde, ist die in Aussicht genommene Unrenhallc noch immer nickt vorhanden. Wir ersuchen crgell'cnst. dahiir zu wirken, daß die Angelesenbeit nicht weiter vcrschlenpt werde. 3. G e m c i n d e b l a t t. Der organisatorische Ausbau des Gemeindeblattes ist unzweckmäßig. Er ist so zu gestalten, daß das Gemeindeblatt auch wirklich das Interesse aller Gemeindemilglieder weckt. Die Berichte über die Revrasentantenversammlungen lassen oft die Obiektivität vermissen. Wir bitten, dahin zu wirken, daß in einem amtlichen Mitteilungsblatt kein einseitiges Bild über die Stibeit der Gemeindebehöriöen gezeichiket wird. Lersammlungskalender Berlin. (Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin e. V., Bezirksgruppe Osten.) Am Donnerstag, den 18. Februar, findet in den Andreas-Festsälen, Andreasstr. 21, eine Versammlung statt, in der mehrere Redner über: „Die Forderungen des Berliner Ostens an die Jüdische Gemeinde" sprechen werden. So werden das Wort ergreifen: Herr Dr. S. London, Herr S. Benda, Frau Dr. Birnbaum, Herr Kurt Frisch. Herr Dir. Dr. Gutmanv, Herr Louis Wolfs u. a. Wir bitten unsere Mitglieder dringend um zahlreiches Erscheinen. Berlin. (Liberale Sunagoge Norden.) Schöna- Hauser Allee 162. Auerbachsches Waisenhaus. Gottesdienst am Freitag, den 12 Februar, abends 1% llbr. Predigt Rabbiner Dr. Salomonöki, Sonnabend, den 13 Februar, vormittags 10 Uhr. Berlin. (Bezirksgruppe Norden des Liberalen Vereins.) Die Bezirksgruppe Norden des Liberalen Vereins ladet zu einem Purimfest ein, das am 27. Februar, um 8 Uhr, in Form eines MaSkenballs, im Hotel „König von Portugal" in der Vurgstratze stattsindet. Billetts zum Preise von 1,70 M. bei Zander, Linienstr. 45; Salomon. Wcißenburger Str. 73; Falkenberg. Lottumstr. 22; Gottfeld, Heinrich-Roller-Str. 24. Bingen a. Rh. (Ortsgruppe der Bereinigung für das liberale Judentum.) Samstag, 13 Februar 1926, abends 81? Uhr. im Gemeinöesaal, Bortrag des Herrn Lehrer Loewy, B in gen, über: D er Unterricht im Hebräischen nach den pädagogischen F o xd e r u n g e n der Gegenwart. Breslau. sJü dis chliberaler Jugendverein „A b r a y a m G e i g e r".) Mittwoch, den 17. Oktober, abends SH Uhr, bei Kornhäuser. Freiburger Str. 9, Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Lucas. Glogau, über: „Dr. Salomon Ludwig Steinheim als Arzt, Vorkämpfer der Emanzipation, Dichter und Denker". Gäste willkommen. Frankfurt a. M. (Freisinniger Verein für jüdisches Gemeinüeleben.) Der nächste Vortrag aus unserem Zyklus „DaS Judentum innerhalb der Kultur der Gegenwart", findet am Mittwoch, den 17. Februar 1920. abends 8 Uhr, im Saale deS Dr. Hochschen Konservatoriums statt. Herr Stuöienrat Dr. Arthur Galliner spricht über: „Wandlungen religiösen Erlebens in der bildenden Kunst", welcher Bortrag durch Lichtbilder erläutert wird. Karten bei Firnberg und an der Abendkasse erhältlich. i