Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 6 (1926)
- Issue
- 7 (12.2.1926)
- Date
- 1926-02-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2613366-2613841-2613848--1695-2619083- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
I tjrür &Lc Herausgabe einer Schrift über die Schachtfrage wurde eine Subvention non 1000 Mark bewilligt. Für Oie ffaapi; der Bildung non Rabbinatsbezirken wurde eine Sonderrommission eingesetzt. Ueüer die Negelung der Zuständigkeit des WohtfaHrts- Ausschusses soll eine Aussprache mit der Zentrol-Mohktahrtsstelle erfolgen. Die zwischen dem Landesverband und dem orkhodoren Separetverband getrofsene Bereinbaruna über die Unter Verteilung der für den Religionsunterricht bewilligten Stoatsbethilie wurde. genehmigt. Ti? nächste Sitzung des engeren Rates ist für den 21. Marz in Aussicht genommen. Die russisch.jüdischc Ansiedlung. In TiHrikten der Ukraine baden sich in den letzten Monaten mehr als 6000 jüdische Emilien für die LandotijteMuitii nur iürvnd des offiziellen Siedlungsvlanes ein üaoen lassen. Non diesen leben etwa 1000 ftamilteu in Xu! tiajin, lOnu in Mogilsow-Podolft. 100U in Kamcnetz- Podo'lk, &rn'i tu Proskurow und der Nest in kleineren Distrikten, Lion diesen 6000 Familien können 70 Prozent nicht mehr als zehn Rubel zn den SiedlungSkosten beitragen. Aus dm Gemeinden |||\ Neues vom Schulwesen der jüdischen Gemeinde zu Berlin. -Wie wir vor einigen Wochen berichteten, haben die Beri!uei° GLmcindehehüröen die Herren Rabbiner Tr- Baeck und Tr. Arthur Lemi zum liberalen resp. konservativen Schulinspektvr und Herrn Lehrer Robert Hirschfeld zum Rejerenten für dos Schulwesen gewählt. Tannt ist ein alter Wunsch unserer Freunde in der Verwaltung erfüllt worden. Nachdem vor ungefähr zwei Jahrzehnten der Ruf nach dem Lchu.linspe.ktor laut geworden war, scheiterten d'e Bemühungen, diesem Rufe zu folgen, an dem Widerstande der Gemeinderabbiner, d>e siä, der Beaufsichtigung nicht Avterwerfen wollten. Bor zwei Fahren nahm die „WtsseMchastliche Bereinigung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen zu Berlin" die Forderung von neuem ans und verössentlichte irr unserem Blajj einen Vortrag von, Dr. Adolf Lömenberg. Dieser ging non dem Eingeständnis des langjährigen schuldezernenten der jüdischen Gemeinde, Herrn Dr. Freund, aus, der in einer 0 l c v r ä sc n i a n r e n v e j ammtuvg iw Fahre 1921 beit Vnfammeubruch des Religionsunterrichtsw-'sens offen zugegeb."» hatte: da >n;miicl,cn nichts Westni liches gescheheii war. forderte Lömcirbcrg die Anstellung von Fachmännern zur Verwaliung und Beaufsichtigung des gelamten. Lchiilivesens der jüdischen Gemeinde. Die Gemeindebehörden beanslragteli zuerst Herrn Dir. Tr. Gutmann mit diesem schwierigen Amte, der es aber schon nach kurzer Zeit wieder niederlcgtc, weil er sich von dem ihm liebgewordenen Amte als Leiter der Hnabeuntfttelsihule nicht trennen wollte, was das Provinzial-^chulkolleginm »erlangt hatte. Am 1. Oktober 192-~> ithentahm Herr Robert Hirschfeld provisorisch die Leitung der Schulverwaltung, während die Verhandlungen wegen der Anstellung eines Schnlinspektors weitergingen. In der darauffolgenden Zeit wurden die unfähigsten Lehrer aus dem Schuldienst entfernt, zum Teil unter Gewährung von Pensionen. Man ging dabei uon dem Gesichtspunkt aus, daß man Mitleid mit den Kindern, aber nicht mit schlechten Lehrern hoben müsse. Dann wurde ein Beschluß der Gemeindebehörden gefaßt, wonach jeder Rvftgionslehrer, wenn er sich bewährt, nach spätestens sieben Fahren angestellt werden muß: jueitn er sich nicht bewährt, möglichst bald ans dem Schuldienst entfernt iverden mutz. Dementsprechend wurde am 1. April IvA'i eine größere Zahl bewährter Lehrer und Lehrerinnen angestellt und einige «rkademifch gebildete Religionslehrer neu berufen. In allen Teilen der Stadt, besonders in den Außenbezirken, wurde Nettgioilsuuterricht neu eingeführt oder neu organisiert. Für die Fortbildung der Lehrer wurde durch amtliche Konferenzen und Einrichtung von Arbeitsgemeinschaften auf dem Gebiet dei Religionswissenschaften gesorgt. Bezirksschul- Kommissionen suchen überall in Groß-Berlin das Interesse der Eltern wachzurufen, was auch in vielen Fällen gelungen ist, so daß nur eine geringe Zahl der jüdischen Kinder noch ohne Religionsunterricht ist. Boi all diesen Arbeiten zeigle sich immer klarer die. Rotnsendjgkeit, die Schulaufsicht non der Schulverwaltung zu trennen, weil die Fülle der Ausgaben von einer Person nicht geleistet werden konnte. So haben die Gemeindebehörden den oben engführten Beschluß gefaßt und wir können ihn nur mit Freuden begrüßen, weikIvir überzeugt sind, datz die drei gewählten Herren durchaus geeignet sind, das Schulwesen der jüdischen Gemeinde zu Berlin aus die Höhe zu führen, die ihm gebührt und die mir ihm wünschen. Der jüdische Arbeitsnachweis. Zugleich fitt offnes L'or: an die jüdischen Arbeitgeber. Zu dem Lütikel „Tie Krise der jüdischen Ge meiuschgst" geht uns folgender Beitrag zu. den > mir um w lieber veröffentlichen, als er in den wesentlichen Teilen die Anssührnngen in letzter Rümmer nur bestätigt. Tle ,.A rbeitsgemeiuichast der jüdischen Arbeitsnachweise" erlaubt sich zu dem Leitartikel Ihres geschätzten Blattes vom m Februar er. folgendes anszufüihren: Tie „Jüdisch-liberale Zeitung" hat es in dankenswerter Weise unternommen, in aller Oessenilichkeit aus die Verhältnisse der jüdischen Arbeitslosen in Berlin hinzuweisen. Im Rachfolgenden sollen die Ausführungen des Leitartikels vom ö. Februar er. ergänzt und dort, wo notwendig, berichtigt werden. Es trisit zweisetlos zu, daß die Rot der jüdischen Erwerbslosen in Berlin außerordLNtlich groß isi. Wenn auch genaue Zahlen nicht vorhanden sind, so dürsten die Schätzungen des Leitartikels — wenn nicht zu ries — bestimmt aber nicht zu hoch gegriffen fein. Welche Maßnahmen sind nun zur Linderung dieser Rot getroffen wurden? Ter Genteindevorstand und die Gemsivderepräsentanz haben sich wiederholt m't dieser Frage beschäftigt. Nennenswerte. Maßnahmen sind leider bis heute nicht zu verzeichnen gewesen, denn die Zahl jener, denen man -Verpflegung und Asyl gemährt hat, steht in keinem Derhältnis zu der außerordentlich großen Zahl jener notleidenden fjibiichcn Erwerbslosen, die zwar noch eine Wohnung haben, aber, in der Tat nicht mehr wißen, wovon sic ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen. Besonders kritisch aber ist die Situation derer, die nicht, oder nicht mehr im Genuß der Erwcrüslosenfürsorge stehen. Infolge der eigenartigen Berufsschichtuna der Juden in Deutschland, sowie infolge der Tatsache, daß der Bezug der Erwerbslosensürsorge an -bestimmte Borausfetzungen gebunden ist, bezieht ein großer Teil jüdischer Erwerbsloser keine Erwerbslosenuntersiützung. Er ist infolgedessen entweder auf die Bezüge der städtischen Wohlfahrtsämter, oder auf die ergänzende oder vollkommene Fürsorge der jüdischen Gemeinde angewiesen. Tor entscheidendste und wichtigste Faktor der. Hilfeleistung für die Erwerb-losen ist aber zweifellodie Beschaffung von Arbeitsgelegenheiten. Diese Arbeit wird in Berlin durch die „Arbeitsgemeinschaft -er iüdifchen Arbeitsnachweise" geleistet. Diese Arbeitsgemeinschaft setzt sich zusammen auS dem Verein für Arbeitsnachweis, gegründet von den Berliner Logen U. O. B. B.. und dem jüdischen Arbeitsamt E. V. Die Arbeitsgemeinschaft arbeitet feit Jahren in aller Stille und ohne Benutzung marktschreierischer Reklame. Der folgende Auszug der Freguenz und Bermittlunasstatistjk aus dem Jahre 1825 gibt auch dem Unkundigen einen Begriff, wieviel außerordentliche Mühe und Arbeit notwendig war, um in der Zeit wirtschaftlicher Depressionen, wie wir sie erlebten und jetzt erleben, jüdische Arbeitslose überhaupt unterzubringen. Vorgemerkt waren: 2 7 200. uv t e r g e b r«, ch t wurden: 5 3 02. d, i ea. 20%. Der Arbeitsnachweis Halle eine Gesamtfreguenz von: 83 000 Personen. Im Monat Januar 1920 waren allein: 3203 Arbeitslose eingetragen Diese Ziffern geben naturgemäß ke'n völliges Bild jüdischer. Arbeitslosigkeit, denn naturgemäß suchen nicht alle jüdischen Arbeitslosen einen jüdischen Arbeitsnachweis auf. Daß die Erfolge eines Arbeitsnachweises in einer Periode allgemeiner Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Depression, wie im gegenwärtigen Moment, außerordentlich gering sind, dazu bedarf es keiner weiteren Ausführungen. Trotzdem kann und soll daraus Hingewiefen werden, daß der Arbeitsnachweis mit allen Kräften bestrebt ist, den jüdischen Arbeitslosen zu Arbeitsstellen zu verhelfen. Dieses wäre zweifellos in einem weit höheren Maße möglich, als es bisher der Fall mar, wenn der Arbeitsnachweis selbst nicht mit den größten Widerständen zu lämpfen hätte. . Diese Widerstände sind: 1. die organisatorische Zusammensetzung der Arbeitsgemeinschaft und ihre finanzielle Grundlage. Die Arbeitsgemeinschaft in ihrer jetzigen Form ist im Jahre. 1923 — also während der Inflation — gegründet worden. Es war in dieser schweren Zeit nicht möglich, die Finanzierung aus Geldern, die in Deutschland ausgebracht werden mußten, öurchzusühren: hier hat in dankenswerter Weise das Arbeiterfürsorgeamt der jüdischen Organisationen Deutschlands, denen aus den Hilfsmitteln des „Joint" Gelder zur Bersüguna standen, eingegrifsen: es bat selbständig bis zum Oktober 1925 für d'e Finanzierung des Arbeitsnachniciies gesorgt Allein mr Jahre 1925 sind für diesen Zweck 25COO Mark aufgebracht worden. Durch Versiegen der amerikanischen Hilfsgelder wurde die finanzielle Lage der Arbeitsgemeinschaft außerordentlich kritisch. Trotz aller Bemühungen ist es lus beute leider nicht gelungen, die Jüdische Gemeinde zur Ilebornahwe der Kosten für den Arbeitsnachweis zu bewegen Die angcschlossencn Organisationen, insbesondere die Logen, sind zwar bestrebt, dem Arbeitsnachweis zu helfen, sie sind aber nicht in der Lage. die zu ieiner Erhaltung notwendigen Gelder ganz aufzubringen. Die finanzielle Belastung des Arbeitsnachweises aber wurde durch die seinerzeit erfolgte Gründung eines Lehrlings'heims. in dem 20 Lehrlinge untergebracht sind, die in anderen Heimen keine Ausnahme finden konnten, sowie durch die Errichtung einer Scbneiderlehrmerkstätte. in der ebenfalls 20 Schüler zur Maßschneiderei ausaebildet werden, außerordentlich vergrößert. Den Gesamtausgaben von 15 00 M ar k im Monat, stehen einigermaßen gesicherte Einnahmen von 10 00 Mark bis höchstens 2 50 0 Mark gegenüber. Die Folge ist, daß die Beamten des Arbeitsnachweises neben der außerordentlich großen und nervenaufreibenden Tätigkeit. Tag um Tag in Sorge sind, die zur Erhaltung des Betriebes notwendigen Gelder aufzubrmgen. ES ist keine Seltenheit, daß für die täglichen laufenden Ausgaben, wie Porti uim.. teino Gelder vorhanden sind. Infolge Fehlens der notwendigsten'Geldmittel ist der Arbeitsnachweis auch nicht in der Lage, jene propagandistischen und werbenden Aktionen durchzusühren. die ihn im jüdischen Leben Berlins fest verankern sollten. Der Arbeitsnachweis ist die wichtigste und produktivste Hilfsmaßnahme, die die jüdsche Gemeinichaft zur Steuerung der augenblicklichen außerordentlichen Notlage treffen könnte: deshalb müßten die Verhältnisse des Arbeitsnachweises umgehend geklärt, seine Ilebcrnahmc durch die Gemeinde in kürzester Zeit erfolgen. Geschieht dies nicht, m wird auch diese wichtige jüdische Einrichtung in den nächsten Wochen verschwinden. 2. Schlimmer und deprimierender als die finanzielle Situation des Arbeitsnachweises isi das Verhältnis der jüdischen Arbeitgeber zum jüdischen Arbeitsnachweis und damit auch zum jüdischen Arbeitnehmer. Trotz aller schönen Reden, die immer wieder gehalten werden, daß die jüdischen jungen Menschen zu produktiver Arbeit greisen sollen, und trotz alter Versicherungen muß ein für allemal in aller Oeffenttich! eit festgestellt werden, daß es zumeist jüdische Arbeitgeber sind, die sich weigern, jüdische Arbeiter einzustollen. daß es gerade jüdische Arbeitgeber sind, die — wenn sie sich schon herbeilasscn. jüdische Arbeitnehmer zu beschäftigen — diese zwingen, zu Löhnen weit unter Tarif zu arbeiten. Es ist noch nicht an der Zeit, das Material zu dieser Frage zu verüfsentlichen, öic Namen jener jüdischen Firmen anzuprangern, die in den Zeiten größter Rot und größter 2lrbeitslosigkeii aus der Tatsache, daß sie jüdische Arbeitneh mer beschäftigten, die nicht schlechter sind alS andere, besonderen Nutzen ziehen: dies gilt sowohl für die jüdischen Handwerker als auch für die jüdischen Kaufleute. ES ist beschämend, aber auch dieses soll und muß in aller Ocffcntlichkcit sestgestellt werden, datz sehr oft christliche Firincn sich jüdischen Arbeitnehmern gegenüber besser und menschlicher verhalten als viele jüdische Firmen. Ein Beispiel aus den letzten Tagen möge als Beweis für diese Behauptung genügen: Während eine bekannte christliche Firma eine weibliche Bureaukraft beim Arbeitsnachweis anfordert und sofort einen Lohn festsetzt, der weit über dem Durchschnitt liegt, fordern gleichzeitig jüdische. Firmen am gleiche)! Tage weibliches Personal an mit Löhnen, die um mehr als die Hälfte unter dem Durchschnitt lieaen. Man kann und darf cs dem jüdischen Arbeitnehmer nicht verdenken. wenn er cs ablehnt, zu derart unmürdiaen und ausbeuicitöcn Löhnen zu arbeiten Während die „Arbeitsgemeinschaft" auf dem Standpuntt. steht, daß bei Arbeitsvermittlungen jüdischer Arbeikreehmer die. festgelegten Tariflöhne zu zahlen sind, ist es bedauerlich, sestzustollen, daß die meisten jüdischen Arbeitgeber schon bei der Frage, welchen Lohn sie zahlen, beleidigend werden und erklären, daß es ihre Sache ist, wie. sie ihre Angestellten entlohnen, der Arbeitsnachweis möae nur dafür sorgen, daß die dlrbeitskräfte zu jedem Lohn Arbeit nehmen: „denn die. Arbeitslosen müssen doch froh und dankbar sein, wenn sie in der setzgen Zeit überhaupt Beschäftigung finden" 3. Erschwert wird die ZlTbeit der Zlrbeitsge.meinschaft ferner dadurch, daß bedeutende jüdische. Organisationen, wie die Logen und der jüdische Handwerkerbnnd. die zwar im Borstarch des Arbeitsnachweises vertreten sind, der Meinung find, daß sie. um den Arbeitslosen zu Helsen, eigene .Arbeitsnachweise errichten müssen. Da diese. Arbeitsnachweise nicht hauptamtlich besetzt sind, sondern von Dilettanten geleitet werden, die trotz besten Willens nicht Wer die Voraussetzungen verfügen, die zur Leitung eines Arbeitsnachweises notwendig sind, entsteht eine Aersplitterung auf dem Gebiete des jüdischen Arbeitsnachweiswefens. die hon de« unheilvollsten Folgen ist. Die jüdischen Arbeitgeber werden, soweit sie überhaupt jüdisches Personal einstellen, von mahreren Stellen bearbeitet, so daß sie zuletzt selbst nicht mehr wissen, bei wem sie Arbeitskräfte anfordern sollen: die Arbeitnehmer verlieren Fahrspescn und Zeit auf der Jagd von einem Arbeitsnachweis zum anderen. Wenn auch die Zwerg-- arbeitSnachweise nachweislich keine große Freguenz haben, so genügt ihre Existenz allein, um die 2lrbeit des großen Arbeitsnachweises zu erschweren. f. Die Arbeitsgemeinschaft hatte bei ihrer Gründung nicht mit einer so starken Zunahme der Freguenz aerechnet: infolgedessen sind die Räume, die der Arbeitsaemeinschakt zur Verfügung stehen, für den gegenwärtigen Bedarf noch jeder Richtung hin. unzulänglich. Der 2lufentho.lt in ihnen wird sowohl den Angestellten, als auch den Arbeitsuchenden zu einer Qual: in erdrückender Enge müssen Menschen stundenlang warten, ürs sie zur Mfertigung kommen. Wegen Ser mangelnden Geldmittel können mehr Absertigungsbeamte nicht eingestellt werden: aus dem gleichen Grunde können auch keine größeren Oläumo beschafft werden. Alle Versuche, bei der Gemeinde passende. Räume zu erlangen, sind bis heute erfolglos geblieben. Damit sind die Schwi«igkeiten und Hindernisse, mit denen der Arbeitsnachweis zu kämpfen hat. nur in den gröbsten Umrissen gezeichnet Wenn es aber trotzdem gelungen ist. selbst in dieser schweren Zeit unverhältnismäßig viele Vermittlungen durchzusühren. die iw Z^erhältnis zur. gegenwärtegen Ärbertölosigkeit ein ausgezeichnetes Ergebnis darstellen, so ist dies nur der Tatsache zuznschreiben. daß die Beamten des Arbeitsnachweises in ihrer Tätigkeit mehr als nur geldvringenden Beruf sehen, daß sie vielmehr aus dem Gefühl sozialer Verantwortung und aus tiefster Ueberzeugung heraus mit allen Kräften für eine Linderung jüdischer Not arbeiten. Die Probleme, die mit dieser Frage zuiammenhängen Mmschichtung. Produktivierung, Arb.tttsstätte. Arbeiterkoloniel und die auch von Herrn Berthold Weiß in seinem Aufsatz vom 5. Februar er. qestreift werden, sind viel zu ernst und viel zu kompliziert, als daß man. sie derart flüchtig behandeln kann: auch für jene, die sich ernsthaft und unausgesetzt mit diesen Dingen beschäftigen, ist es außerordentlich schwer. Wege und Mittel zu finden, die all diese Fragen einer Lösung zuführen. Zweifellos ist es mel leichter, zu theoretisieren, als praktisch an der Bewältigung der Probleme zu arbeiten: wer nur einen Versuch macht. Theorie, selbst in einem einzigen Punkt in die Praxis umzusetzen, der wird von den Sclzwierigkeiten und Hemmungen, dee in Ser jüdischere Wirklichkeit liegen, mehr als überrascht fein. Trotzdem ist es aber zrneisellos an der Zeit, in groß^ zügiger Werse sich der Frage der Umschichtung und Produktsvierüng Sex jüdischen lMenschen in Deutschland zuzuwenden. Diese Zeilen sind keineswegs zur Abwehr geichriebe«. sondern sie verfolgen den Zweck, d'e Aufmerksamkeit der jüdischen Oeffentlichkeit auf em Gebiet zu lenken, das bisher von den weitesten jüdischen Kreisen und dev verantwortlichen Persönlichkeiten fast ganz vernachlässigt wurde. Alb gen sie dazu beitragen, daß auch die jüdischen "Arbeitgeber und die großen Organisationen der deutschen Juden ihre Berpflirhtungen den Erwerbslosen und jüdischen ^Arbeitnehmern gegenüber mehr als bisher erfüllen. Berlin. iG t af Baudissiv g t st. o r b e n.i Gestern: starb im Alter, von 79 Jahren der Prosesior der Theologie an der Universität Berlin. Pxofeffor Wolf Graf v BaudissiNch Dex Verstorbene gehörte zu der alten Schule der Theologie^ die nicht nur die Religionswissenschaft, sondern auch hie Orientalistik beherrschte. Er ist berühmt geworden MM seine Werke über sewitische Religionsgeschichte und..durch seine alttestLmentlichen Bibel^rklärungen. Seine Einleitung in das Alre Testament zeichnet sich durch eine mohlabgewogenH kritische Einstellvna aus. Berlin. iE h r u n g e n f ü r Hu g o P r eutz und P au k Singe r.j Ich der Berliner LtoötoerordnetenversammlüNL ist eure Ehrung des verstorbenerr Ministers Dr. Hugo Preuß geplant der sich um -je. Verfassung der deutschen Republik verdient gemacht hat. Die sozialdemokratische Fraktion an tragt, zu beschließen: „Die Versanrurlnng ersucht den Magistrat. zu Ehren des verstorbenen Reichsministers und früheren Berliner Stadtrats Preuß anläßlich der Umbenennung von Straßen eine geeignete Straße „Hugo-Preutz-Ptratze" zu benennen." Der Magistrat beschloß in seiner Sitzung vom 3. Februar. die Straße Grüner Weg in Paul-Singer,Straße um-' zubenennen. Berlin. (Hauptversammlung der Gesellschaft zur Förderung der W i s f e n s ch a f t des Judentums.) Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, E. B., hält ihre diesjährige Hauptversammlung am Donnerstag, den 4. März 1036, abends 8 Uhr, im Logengebäude, Berlin W, Kleiststr. 10, ab. Es ist gelungen. Herrn Dozent Dr I. Hernemann in Breslau alö Redner zu gewinnen. Er wird über das Thema: „Phrlons griechische und jüdische Bildung" sprechen. Der auch für einen weiteren Kreis sehr interessante Gegenstand des Vortrages wird sicher zahlreiche Mitglieder veranlassen, der Hauptversammlung beizuwohnen. Auch Gäste könne» emgeführt werden. Berlin. (Freie Jüdische Volkshochschule.) Programm Frühjahrstrimester (926. 1. Navb. Dr. BaeA: Die Entwicklung deci audcnmms im letzte« Tiatlrhundut. <°2 Lvstd.. DieriKta-L J1;—10, Beginn -j. war?. Lnnogi'ge Sofa*. rtcnfiraftO .. Dr. Ernst Eotzn-Wicner: Iüdisckie Maler ves 1?. ^atlrliunderts unp der «Gegenwart, mit ÜidillHJönr. , 1 Dpsir».. '.Nit'woch Hock« füiulr JCrtitterifftrafcp 14. beginn 24. ^c'irunr.'i :r. Pros. Tr Eltzogen: Tie älirite« 'llieverlassungen der Jude» in Europa. tS Dpltd.. DienKlog 5—4)'cijncgogn ftofanpiUtrofer, Beginn 13. ÄvrU., 1. Studicnrat Hammerstein: Neuvetzraischer Nntrrrirtzl,?-,^rlietzung. Ltd., Mittwoch >—!>. Ltinagog«?vckkü»»:nNratze. Beginn 24. Aetzruarck 5. Rotzert Hirichseld: Tic SluKgraliungr» im vorderen Lrirnt und Uire Be^ zicbungen juw Judentum, mit '.Urnwtldein- (.-■ Lid.. Montag fi, 'Dinagoge Levc-uwslrahe. Beginn 22. .^el-rugr.« k. Tr. Jtelson: Wrltrrligionen. d tpitr>.. Innncri-loa f-O1;. L-dnagoge Fasanenstrotz«. Beginn 4. März/» 7. Lan.-Rot. Dr. Lachmonn: Entwicklnugtzmoglichkeiten u»d Entwickluugo. teuden^rn im Veutigen Patnstittg, mi> Ü'.iclitniI&rriT. 13 Tvstd.. Donnerstag >—0’j. Lvnagoge ^afanciHtrafec. Beginn 4. März.) 8. Dr. Paul Nacho«: Dos -Lvtztdenpra-lem. »3 Lid., Montag ii—0. Lynogoae iZLsanenttratze, Beginri 1 Mitr-,:. ’J. Ltzermagistraiorai Dr. LUendarfs: Eulwickiungolendenze,, der indischen Wohlfahrtspflege der 0>rgrun,srt, i.'Nlcr Berücksiclitigung der allgemeinen Wohlfalirtsptlege. Lrd.. 2?lil>wom 1>, fHpfonflr. 2/4, Beginn 24. (Vefitrunr.') Horergelmhr für den ZhlluS 1 MC. -sor«!rge.l'uhr für den AnNirL mit Äckwildervorträgon 2 Ml. Mitglieder haben ju zwei Velieliigeir 2>ortelnngen unentgettuche« .iutritf. DorlesungSverzchchnisse mit auSsützriiü'wn?lngäden liegen au» und Karten stnd erh<Ullich in allen jüdischen Buchhandlungen, an den ^Ticnt^v.foffcit Hermann Tietz. NaufbauS des Dosten- und im Sekretariat bei Goldniann. Yorptrosie 8k. Haienveide 472. Bochum. (I u b i l ä u m d e s R a b b i n e r s Dr. D a v i ö.s Zu unserem Bericht in der letzten Nummer wird uns noch folgendes geschrieben: Am 29 und 30. Januar fand die Hauptseier für Dr. David statt. die RaMner Dros. (Solliner (Gelsenkirchcnh Gel (M2-G1adbach). Jacob (Dortrnundl. Kober (Ki Krooheim iBielefeld). Neu mark (Duisb: Samuel (Essen): zur Nachfeier im Parkbau sc auch