Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 6 (1926)
- Issue
- 4 (22.1.1926)
- Date
- 1926-01-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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rufen. Tie Bemühungen aber, den als Kantor. Lehrer und Prediger gleich geschätzten Herrn Fein in Luck m ge, Minnen, führten zu keinem Ergebnis, da Herr Fein eS vorgezogen hat. in seiner Gemeinde zu -leiben, die ihn daraufhin lebenslänglich angestellt hat. Stuttgart. on fe s s t on S st a t t st i k für Württemberg auf Grund der Volkszählung.) Da die Ergebnisse der wnrttembergischen Volkszählung für 162/) jetzt bet an nt geworden sind, läßt sich über die konfessionelle Schichtung der mürrtembergischen Bevölkerung in den drei letzten Jahrzehnten folgendes feststellen. ES sind dabei die je 1/) Jahre auseinanderliegenden Volkszählungen von 1895, 1910 und 1925 miteinander in runden Zahlen verglichen. — ^Tic Gesamtbenölkernng stieg in diesen drei Zeitpunkten von 2,08 über 2,44 ans 2.58 Millionen Einwohner. Die Mitglieder der enangclischen Kirche nahmen zu von 1,44 über 1.67 auf 1,72 Millionen. Katholiken zählte man nacheinander 0.62, dann 0,74 und schließlich 0,80 Millionen. Israeliten waren es 11 887, 11 982 und 10 852. Die keiner Kirche Angehörenden beliefen sich ans 7550, 14 394 und 50 216. — Es > ergibt sich dann, daß die Evangelischen in diesen 30 Jahren relativ ständig abgenommen haben. Zuerst waren eS 09.2 v. H. der Gcsamtbcvölkernng. dann 68,7 v. H. und schließlich nur nech 66.9 v. H. Der letzte Prozentsatz entspricht ziemlich genau zwei Dritteln der Gesamtbevölkernng. Die Kathvliken dagegen nahmen langsam zu non 29,8 über 39,2 aus 39.8 r>. H.. das ist nicht ganz ein Drittel der Bevölkerung. Die Israeliten blieben in ihrer absoluten Zahl ziemlich gleich, nahmen relativ ab. nämlich non 0.6 über 0,5 ans 0,4 v. H. der Bevölkerung. Die Dissidenten verdoppelten ihre Zahl jn den 15 fahren von 1895 bis 1910. und von da an bis 1!)25, in aberntals 15 Zähren, haben sie sich sogar vervierfacht. 3ic betragen heute rund 2 v. §>. der Bevölkerung. Wien. sU n b e g r c i f l i ch.» Das Wiener Rabbincrseminar hat. um seiner Notlage abzuhelken, eine Anzahl seiner berühmten Handschriften an den Bibliophilen Öko aus Cincinnati für den Preis von 16 000 Dollars verkauft. . . (Professor Sulzcr gestorbe n.) Professor Joseph Tulzer. der berühmte Cellist und Komponist, ist gestern hier nach kurzer Krankheit im Alter von 76 Jahren gestorben. Er wurde im Jahre 1850 als Sohn des berühmten Neformators der Snnagogenmnsik. Solomon Sulzcr, geboren, erhielt seine Ausbildung ans dem Wiener Konservatorium, wurde dann Professor anr König!. Konservatorium in Bukarest, von rvo er nach mehrjährigem Wirken nach Wien znrückkehrtc. Hier wirkte er mehrere Jahrzehnte am Opcrnorchester. zu dessen Zierden er gehörte. Er schrieb Konzertstücke für Violoncello. Lieder und Ehvre. Ein bleibendes Verdienst erwarb er sich durch eine, vortreffliche Neubearbcituna des von seinem verstorbenen Vater geschaffenen berühmten SnnagogemnnsikwerkeS „Säur Zion". Zj Aus der mmi Breslau. Der liberale Verein für die Sunagogenlgenieiude Breslau hatte alL Alrftatt zu einer Reihe geplanter Zusammenkünfte an^ctztcn Sonntag eine Reihe von Mitgliedern und Freunden zu einem Nachmittag in die Räume von Frcu: Justizrat Ollendorff geladen. Es waren ungefähr 609 Männer und Frauen erschienen, die vom Vorsitzenden der Vereinigung, Herrn Alfred Bielschomskn. bcorützt wurden. Er führte in wenig Worten sehr treffend die Grundgedanken des liberalen Judentums aus in Ilcberleitung zu dem darauffolgenden Vortrag des Herrn Geweinderabbrner Dr. Vogelstein über Reformjudentum in Amerika. Die hochinteressanten Ausführungen, die vielfeilM Beleuchtung der Unterschiede zwischen amerikanischem und deutschem Liberalismus, das tiefe menschliche Verständnis für alle Wege, die Gott suchen, dies alles machte liefen Eindruck auf die Versammlung, die gespannt vom ersten bis zum letzten Worte lauschte. Vor und nach dem Vortrage erfreute Herr Oberkantor Borin die Anwesenden durch den herrlichen Vortrag eines hebräischen Liedes und der Arie ans Elia: So Ihr mich von ganzem Herzen suchet. Zn angeregtem Gespräch blieben die Gäste noch lange beieinander, dankbar für die Gelgegenbcit, einander kennen zu lernen in einem Rahmen, der den Alltag obgrcnzte und der den Gedanken des liberalen Judentums in höchster künstlerischer und intellektueller Form Ausdruck gab. Frankfurt a. M. (Jüdisch-liberale I ugend- 8 e m e i n s ch a f t.f Im Nahmen eines Heimabends bei unserem Vorsitzenden, Herrn Dr. Hoffmann, sprach Herr Hans Venario über den „Film und sein Publikum". Wenngleich das Thema auch kein spezifisch jüdisches war, so zeigte die an das Referat anschließende Diskussion, die zu einem sehr lebhaften Meinungsaustausch der Gegner und Anhänger des Films sührte, daß der Gegenstand der Diskussion in hohem Grade geeignet war, durch seine Vielgestaltigkeit alle Gebiete zu berühren und zu ernsthaftem Nachdenken anzurcgcn. Das Referat deS Herrn Benario war von tiefgehender Sachkenntnis getragen, die bewies, daß der Referent sich jahrelang mit diesem Gebiet befaßt hatte. Auch wirkte das Referat trotz aller Sachlichkeit durch die humorvolle Art des Vortragenden ebenso wie durch die zahlreich eingcstrentcn interessanten Einzelheiten aus dem Werdegang, der psychologischen Wirkung des FilmS auf uns fesselnd und anregend. Die sehr lebhafte und ausführliche Diskussion, bei der alle Für und Wider eingehend erörtert wurden, ergab, daß der Film eine Kunstgattung für sich ist und keineswegs mit anderen Kunstgattungen, wie Bühne, Roman usw.. verglichen werden kann. Besonderen Wert haben die Lehr- und Natur-Filme, die auf künstlerischer Höhe stehen, während Schicksalsgestaltungcn nur durch die hervorragende Darstellung einzelner Menschentnpen mit besonders guten Schanspiclcrn künstlerischen Wert besitzen. Ans jeden Fall steht der Film noch am Anfang seiner Entwicklung und ist durch seine Popularität in besonderem Maße geeignet, Mittler zwischen Kunst und Volk zu sein. Liegnitz: Am Donnerstag, den 14. Januar, fand bei uns ein Vortragsabend mit Herrn Rechtsanwalt Dr Max Mayer-Berlin statt. Der Redner ist noch von der letzten Delegierten-Taguug her bei uns im besten Anaedenken und hat uns auch jetzt mit seinem fein durchdachten Vortrag über das Thema „Liberaler Katholizismus, liberaler Protestantisnnis, liberales Judentum", viel Anregung gegeben. Der Redner beleuchtete zunächst die Zusammenhänge zwischen politischem und religiösem Liberalismus und zeigte die gemeinsamen Punkte, die die liberalen Strömungen innerhalb aller Konfessionen aufznweiscn haben. Er schilderte die Entwicklung des Reform-Katholizismus (Modernismnsi und dessen Bekämpfung durch die Päpste und zeigte, daß im heutigen Katholizismus, insbesondere in der Jugendbewegung, das Streben nicht nach Freiheit, sondern nach Autorität geht. Im Protestantismus seien die Bestrebungen der liberalen, bibelkritisch eingestellten Theologie zu unterscheiden von den Strömungen, die aus eine Demokratisierung des kirchlichen Lebens hinzielen. Wir finden dort Gemeinschaften, deren Ziele mit volkswirtschaftlichen Bestrebungen eng zusammenhängen, wieder andere, die auf lithurgischem Gebiet eine größere Freiheit in der Betätigung individueller Frömmigkeit verlangen. Eine große Rolle im Protestantismus spielt auch die Frage der sog. „Bekenntnisse". wörtlich festgelegtcr Formeln, die daL Verhältnis UNSERE RÄTSEL-ECKE Bilderrätsel. MBB» ftSH äUi€&SE£!2fi5S9Saai ,4lVvÄV e | r j m jj s z [ c a | ™ i I s e 2 a r t n | r Obige Quadrate sind so aneinander zu setzen, das; Wörter von nachfolgender Bedeutung entstehen: 1. König non Babylon- 2. relig. Tugend' 3. cilktestamentliches Land,' 4. babylonischer König. Der verwandelte Vogel. Wenn einem Bogel Lu Gin neue- Haupt legst zu Und liest verkehrt das Wort. Ein Monat steht nun dort. » Auflösungen der Räisel von voriger Nummer: 1. Umkehrrätsel. Times — Semit. L. Ergänzungörätfcl. S » m u e 1 A s m o d i M a a r i b A d a 1 i a R ü c k e n I n d i R o A s s U a ri Samaria - - Libanon. 3. StreichhoLzrätfel. der Gemeinde zum Glauben dokumentieren sollen. Ein solches Bekenntnis .widerstreitet vielen innerlich durchaus gläubig eingestellten'Geistlichen und Laien. Was das libc- 1» rate Judentum bcirijsi, so trennt es vom liberalen Protestantismus eine Welt, denn sei bst, wenn man zugäbc, daß eine gemeinsame ethische Grundlage vorhanden sei, könne der Einfluß der Persönlichkeit Ehristi, ob sie nun historisch ancrkgunt werde oder nicht, die Lehre von der Erlösung durch einen Mittler. die Rolle der Gnade an der christlichen Religion itnd an der», s nicht hmweggedacbt werden, und gerade diese 1-nterscl Zdungspinrfte bestimmten die religiöse Haltung des Ehr Uten und des Juden. Gegen Schluß seines iniei enanlen Referates führte der Redner die Worte an, die »Iran Ollendors im November n. I. zur Beherzigung zunel: „Je jstdncher nur werden, desto chr'tstitchcr werden dic auocien werden!" _ ' Starter Beifast folgte dem Vortrag: iueraus dankte j unser 1. Vorsitzender, Dr. Scheuer, dem Redn"r des \ Abends noch ganz besonders in herzlichen Wertete für das! atls so hobcm geistigen Niveau stehende Referat tr-tb gab j zugleich dem Wunsche Ausdruck. Herrn Dr. Nt ah er recht! bald ivie^cv!"'i uns begrüßet: u lönnen. dem auch wir uns! ansch! testen. % z Spvschs&&l Zur FragL der jüdischen Bauernsledlung in Deutschland. j Die „erheblichen Bedenken", die Her'' Rudolf Mosse | gegen meine 'Voricickäge in Nr. 52 mack,etc zu muisen > glaubt, «ressen nicht den Kern meiner Ausführungen, Auch j mir sind die. Schmierigteiten nicht iinveGavt. die mit den , staatlichen Siedlungen verknüpsk sind. Obgleich hunderle i von gtuen Existenzen durch^ie Siedlttng auch in Deutschland j geschaffen wurden. Da ich die ungüttirig-n! jgndwirtschaftlichen Vrrliältniise v m eigenen Lei ha vor ch irrt habe, habe > ich. gerade deswegen, wich bemüht, andere Wege zu zeigen, j Woraus meine Propaganda hinan sacht, iü etwas ganz > ülndereS als Lu'dtungen inr allgetnein-landwirtschaftlichcn Sinne. In meinem Artikel liube ich geschrieben: „Zwei Wirtschaftszweige sittd es. die indischen Siedlern eine sichere Grundlage bieten zur Gründung auskömmlicher und besricdigcndcr Existenz. 1. Der i'litbau von Gemüse in Verbinduua mit späterer Sb st an ln ge - 2. die Aufzucht, Zucht und 'Mast von' Gänsen." Später verwci'e ich stoch aus die Brut von Enteneiern und ans die Alisz.'.rrht von Enten. Der Anbatt von Gemüse katm nreiner Erfahrung nach dem Siedler ohne vorherige lar-gwicrige 'Vorbercitttng mit der Ausbildung zmu Berufe zu einer Eriucrbsguelle werden, wenn bei einer Gruppe von Siedlern ein tüchtiger Fachmann die Leitung übernimmt und icne Gemüsearten bevorzugt, nach welchctk Nachfrage herrscht. Es kommt nicht darauf an. die von mir angeführten Beispiele von Gemüsen oder Früchten ztrr Regel zu machen. Jeder Gcmin'ebatr ist einem plötzlichen Wechsel dcr Verhältnisse unterworfen, wie jeder andere Zweig der Gärtnerei. besonders gilt da§ bei Erzeugnissen, die auch vom Auslande importiert werden. So ist, nachdem vor kurzem der Handelsvertrag mit Spanien abgeschlossen wurde, zu besnrchten. daß von dort auch Tomaten auf den deutschen Markt gebracht werden können. Beim Anbau von Gemüsen ist aber eine Anpassung und Umstellung leichter zu bemcrkstclligcn als bei der Ackcrwirtschaft. wo man von bestimmten Gctreideartcn und Hackfrüchten nicht abweicken kann. Auch das, was Herr Mosse von den Schwierigkeiten der Ueberführuna städtischer Familien aufs Land sagt, darf nicht schrecken. Nicht das Beispiel der Niederlassung einer Gruppe ostjüdischer Familien in Palästina unter Führung ihres Rabbiners ist maßgeblich, sondern die Tatsachen, aus die der „Ort" lnnwcist und von welchen Dr. Singalowsky a. a. O. berichtet, daß „Zchntaufende von Juden ihre angestammten Wohnorte verließen, sich von seit Jahrhunderten ihnen vertrauten Berufen trennten v.nd nach den unwirtlichen öden Steppen der ncurnffischen Provinzen übersiedelteu, um zum Pfluge zu greisen". Unter den 163 000 Juden, die zu Ende des vorigen Jahrhunderts in Rußland bereits in der Landwirtschaft beschäftigt gewesen sind, und unter den vielen Tausenden Siedlern, die mit Hilfe dc§ „Ort", der „Jca" und des „Joint" in den Jahren nach dem Krieg ansässig gemacht wurden, sind nicht nur ledige Personen vorhaitden. Alö der „Komset" (Komitee zur landwirtschaftlichen Ansiedlnng arbeitender Juden» im vorigen Jahr eine teilweise Umfrage hielt, meldeten sich nach Angabe des Herrn Dr. Singglowskr, innerhalb von sechs Wochen nicht weniger als 25 000 jüdische F a m i 11 c n. Allerdings liegen die Ursachen des Massenandranges z>cr Landwirtschaft in Rußland in den wirtschaftlichen Verhältnissen. Sind in Deutschland nicht av.ch dieselben wirtschaftlichen Ursachen vorhanden??''tf meinen Artikel in Nr. 52 der „Jüdisch-liberalen Zeitung" haben sich sofort, mehrere Interessenten gemeldet. Für die Zustände in Deutschland ist nun der Inhalt eines Briefes charakteristisch, von welchem cm AuSzua im nachstehenden geboten werden soll. Der Bries'chreiber ist. wie er ielbst bemerkt. Mitglied des Reichsbnndcs jüdischer F-rontsoldaten. hat im Felde gestanden und gehört nicht mehr zu den Jungen. .. daß etwas geschehen muß. sollen nicht Unzählige elend zngrnndegchcn . Ich habe mich bis vor einem Jabr . als Kaufmann ernährt, seit dieser Zeit ist cs> mir nicht mehr möglich gewesen, überhaupt noch einen l^iroschcn zu verdienen Dabei .bin ich bilanzsichere* Bnchhallcr. selbständiger Korrespondent in französischer und englischer Sprache. Man sollte doch meinen, daß es nicht allznschwer gewesen märe, etwas zu finden, zumal ich vor seiner Arbeit zttrückschene und atrch bereit wäre, als einfacher Arbeiter zu fnngicren —aber nicht dergleichen! Ziveck des Gegenwärtigen ist daher . anzusragen. ob ich nicht in der Landwirtschaft .... irgendwo Unterkommen könnte. .Zum Untergeben ist eS mir entschieden noch etwas z>l früh . Almoien sind uatstrlich völlig ausgeschlossen. Wenn ich mich nicht durch Arbeit ernähren kann, will ich lieber zu Grunde gehen . Ich denke, es wird wollt gelingen, den Teller Erbsensuppe und das Stück Brot, das ich zum Leben nötig habe, mir zu verdienen, so daß ich in. diesen furchtbaren Zeitläuften wenigstens das nackte Leben rette ." Welch tragisches Schicksal! Braucht es noch eines stärkeren. Beweises für die Notwendigkeit, den Uebergana dcr Juden vom städtischen zitm landwirtschaftlichen Leben auch in Deutschland zu fördern und zu unterstützen'? WaS nun den Einwand bezüglich der Verwendung vor Moorland angcht. so habe ich zwar vom Vorhandensein weiter. Moorflächen gesprochen, habe aber mit 2sbsicht für indische Siedlungen Niedermoor wiesen empfahlen. Diese brauchen meistens nur eine genügende Entwässerung, wenn zuviel Grundwast'ec vorhanden ist. Auf Moorwiesen haben dic Versuche, die ich durchgcmacht habe, gezeigt, daß man schon im ersten Jahr des Umbruches ganz befriedigende Ertrüge erzielen kann. Daß Moor-Neuland erst in gründliche Kultur gebracht werden muß. das war auch mir klar. Meirte Rentabilitätsberechnung sollte nur ein trngefährcS Bild von den Entwtcklungsmöglichkeitcn bieten. Ebenso wie. im Handel sittd die Verhältnisse auch in der Landwirtschaft heutzutage gleitend und schwankend. Wer noch vor wenigen Wochen mit scheinbarem Recht behaupten durfte, die Milch-- Produktion und somit die Rinderzucht sei der wichtigste Faktor einer gntgesührten Wirtschaft, der muß heute hilflos zusehen, wie die plötzlich gesunkenen Milchpresse alle Berechnungen über den Hausen werfen. Trotzdem wird man auch in der Landwirtschaft damit rechnen können, daß mir einer Zeit des?lnssticgs entgegengehen. Meine stärkere Betonung der Gänsezucht hatte zum Ziel, auch hier Möglichkeit zur Schaffung von Existenzen zu zeigen, ohne lange Altsbildung und Vorbereitung. Man könnte hier mit Recht die Frage ansmerfen. ob eS denn möglich fei. so viele Gänie- Hifeit anfzutreiüen. als notwendig werden könnte. Da vertrete ich die Ansicht, daß hier das Angebot sich nach der Nachfrage richten kann. Es gibt heute bereits Gänierassen die 60 bis 80 Eier im Jahr legen. Und von der Peking-Ente erhält man 120 bis 160 Eier. Heute gilt cs. mit allen Mitteln auch in Deutschland für eine wirtschaftliche Umschichtung jüdischer Menschen zu werben. Nicht nur auS sozialen v.nd politischen Gründen. Die Lllst und den Mut zur Umstellung kann man aber nicht durch Schreckgcspenstc heben, sondern durch Anfeuerung und Beispiel. Wie daS geschehen kann, darüber wird vielleicht die angekündigte jüdische Siedlungskommisston beschließen. Tr. M e h l c r. Sendet den fälligen Beitrag für das erste Vierteljahr 1926 in Höhe ron 2,50 Mark einschließlich Bezugsgeld für die „Jüdisch - liberale Zeitung" an daS Postscheckkonto der Bercinigung für daS liberale Judentum E. V., Berlin NW. 7, Nr. 187 069 Kalendarium für die Zeit vom 23. l. &. 30.1.1926. Januar 1926 SÄervat 5686. Sonnabend 23 8. Wochen--?!bschnitt: Ban t2. B. M. Kapitel: 10—13,16» Haftarah: Jercmia, Kapitel 46,13—27 Sonntag 24 0. Montag 25 10. Dienstag 26 11. Mittwoch 27 12. Donnerstag 28 13. Freitag 26 14. Sonnabend 30 15. Dochen-Abichnitt: Beschallach Sabbat ichira 12. B. M. Kapitel: 18,17—17,16» Haftaroh: Richter, Kapitel 4 bis 4,24: 8,1—81