Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1926-01-22 · 4 (22.1.1926) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
6 (1926)
Issue
4 (22.1.1926)
Date
1926-01-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2613366-2613841-2613845--1668-2619053
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

ließt auf den späten Anfang des Gottesdienstes nicht im Gottesdienst und nicht mit dem Segensspruch entzündet wurden, sondern bereits vor dem Gottesdienst brannten und lediglich das Festsnmbol darstellten, können wir von unä aus nur betonen, daß die Ausgestaltung eines liberalen Gottesdienstes nicht die Sorae der konservativen oder der -jüdischen Bvltspartei zu sein braucht. Berlin. <8 5. Geburtstag Tr. Michael H olzman ns.) Tr. Michael Holzmann, der verdienstvolle, langjährige Leiter der Knabenschule der Jüdischen Gemeinde und deS jüdischen Lehrerseminars, beging am 20. Januar seinen 85. Geburtstag in staunenswerter körperlicher und geistiger Frische. Geboren 1811 in Ostrowo. betuchte er von 1854 bis 1882 das Jüdisch-tbcvlogisch,- Seminar zu Breslau, studierte in Breslau und Berlin Philologie, promovierte mit einer altphilologiicheu Arbeit in Halle und übernahm, nachdem er ordentlicher Lehrer im Sonhien-Rcalgnmnanum in Berlin gewesen war. am 0. Oktober 1882 die Leitung der obenerwähnten Berliner Anstalt. Tr. Holzmann, der in seiner langjährigen Wirksamkeit Generationen von Schülern ansgebildet hat. ist auch als Gelehrter namentlich durch Aufsätze in der Zeitschrift für Volkspsnchologic und Sprachwissenschaft mehrfach hervorgetrcten. Besonders bekannt geworden sind seine Arbeiten über „Sünde und Sühne in Riaveda". „Hvmnen" und ..Psalmen" sowie sein Werk über Steinthal in der Allgemeinen Deutschen Biographie. Michael Hoizmanu, dessen großer Bedeutung auch die Berliner Tageszeitungen eingehend gedacht haben, hat unsere Redaktion stets mit Rat und Tat in vorbildlicher Weiie unterstützt. Dem bcdeuicnden Pada,'vgeu heute auch hierfür unseren Tank anszuiprechen und die besten Wünsche für seine weiteren Lebensjahre, ist uns Herzensbedürfnis. In welchem leerste Michael Holzmann seine Lebensaufgabe zu erfüllen versuchte, das hat er im Schluß einer Rede Largelegt, die er am 20. November 1906 bei der Einweihung eines neuen Schulgebäudes für die Knabenschule der Jüdischen Gemeinde gehalten hat. Er führte dort etwa folgendes aus: Ten Bildunasanstalten. deren Stätte wie Heute weihen, ist. so verschieden auch ihre Sonderausgaben -sein mögen, eine gemeinsame gestellt, nämlich dahin zu wirken, daß ihre Schüler dereinst — sie mögen aus dem Markte des Lebens, sie mögen im Heiligtum der Schule tätig sein — sich als Deutsche jüdischen Glaubens erweisen. 'Sie sollen sich als Deutsche erweisen, die die Kultirrelemcntc. .wie sie zumal unsere großen Dichter und Denker auSgestrent haben, als Lebenselement in sich tragen. Sie sollen sich als verständnisvolle und treue Glieder der jüdischen lhlanbcus-- gemeinschast erweisen, die sich der Sendung des Judentums als eines Mittels der Weltkultur bewußt sind und die Lehren seiner Propheten, dieser Sachwalter der reinsten Sittlichkeit, betätigen. Beide Seiten dieser Aufgaben schließen in sich, daß wir auch die Idee der Humanität in die Seele unserer Schüler einznpslauzeu suchen. Beide Seiten -der Aufgabe, sage ich: denn wie die Humanität eine der Grundlchrcu des Judentums ist, io bildet sie. zumal seit dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts, da nt dein Wirken Leistngs. Herders und Goethes. Schillers und Wilhelms non .»umbold ein konstitutives Element des wabrcu deutschen Geistes, lind wie dieies umkastende .stiel, in ist auch cm Stück des Weges zu diesem Ziele in seinem Wesen den drei Anstalten gemeinsam. Dieses Wesentliche beitcbt darin, daß wir die Ausgabe zum Teil zu lösen suchen vermittels der Erzeugnisse des deutschen Geistes — sei es des Bolksgeistes, sei es des Geistes hervorragender Volksgenossen — und vermittels der aus dem reinen Uranell. aus dem hebräischen Urtext der Bibel zu schöpfenden Lehren des Judentums . . . In diesem Sinne hat Michael Holzmann auch praktisch sein Amt geführt. Es möge ihm veraöunt sein, in diesem Geiste noch lange Jahre zu wirken. C!h? ist derjenige, den die jüdischen Propheten vertündet haben und dem Micha folgrn-en Ausdruck gibt: „Er hat dir gesagt, o Mensch, was gut nst: was andres verlangt der Einige von dir. als Oicrbt tun. Liebe üben und in Demut wandeln mit deinem Gotte." Mit diesem Satz, der auf Holzmanns Anregung im Innern des neuen Gebäudes der Knabenschule der Jüdischen Gemeinde angebracht wurde, beantwortete er auch eine Rundfrage unseres Blattes zu Rausch Haschonoh 1921 über die Ausgaben des Juden im neuen Jahre. Er bildet die Risttschnür für Holzmanns ganzes Lebenswerk, wie er die ewige Richtschnur jedes wahren Inden dar stellen muß. ' Berlin. < S ch o n wieder ein Sn u a gegene i nbruch.) 'Neben der Synagoge im Goethe-Park liegt erne Schule. Durch deren Abortanlagen drangen unbekannte Einbrecher, die mit der Oertlichkeit genau vertrant sein müssen, in das Gotteshaus ein und stahlen eine silberne Hand, eine unechte Perserbrücke und mehrere Altargerälc. Bis jetzt hat man keine Spur von ihnen gesunden. Berlin. lGeorg Benda gestorbenst Am st. Jamiöi; 1026 ist das Vorstandsmitglied der Snnaaoge Leretzow Lraße, Georg Benda verstorben, das in jahrelanger eifriger Tätigkeit um die Kultusaugelegeuheitcn anßerodcntlich bemüht gewesen ist. Berlin. lB v n d e r O v t - A r b e i i.) Am Dienstag, den 12. Januar, hat sich der Aktionsausschuß der Ort sGesellschast zur Förderuna des Handwerks und der Landwirtschaft Jlntcr den Indent für Deutschland konstituiert. Dem Präsidium des Aktionsausschusses gehören an: Bantdirektor Wilhelm Kleemaun, Chefredakteur Georg Bernhard, Nechrsanwalt Dr. Weil und Prof. Bonn. Die Ort verbreitet einen Aufruf, in dem es u. a. heißt: , 'Nicht weniger als rund drei Millionen Inden sind durch Krieg, militärische Maßnahmen, Pogrome. Bürgerkrieg und Unterbindung von .Handel und Handwerk ruiniert worden, und zwar in einem Umfange, der ihre Wicderaufrichtuug seitens der bisher geübten Phrlantropie völlig unmöglich macht. Diesen Millionen i st nur durch wirtschaftlich produktive Maßnahmen zu Helsen. Die breiten Schichten der indischen Bevölkerung, die sich bisher vom Kleinhandel ernährten, werden durch die gegenwärtigen Zustände in Rußland, Polen, Litauen und den anderen Ländern des östlichen Europas gezwungen, sich neuen Erwerbsquellen zn,zuwenden. Ein Drang nach Handwerk, Landwirtschaft und verwandten Beschäftigungen hat eingesetzt, und dieser Drang ist durch die Einschränkung der Einwanderung in die Bereinigten Staaten von 'Amerika noch erheblich gesteigert worden. Diesem Bedürfnis nach werktätiger 'Arhest entgegenzukommen. ist dringendes Gebot der Stund!'. Hier einzugreifen, is< eine der wirlststgsten und unabweisbaren Ausgaben des DJederarnbau-Werkes im östlichen Europa. Es gilt, unter den jüdischen Manen produktive Beschästigunaen, Handwerk und Landwirtschaft zn verbreiten und zu fördern, die Heranwachsende Generation zur Arbeit dieser Art zu erziehen, mit auf diese Weise Menschen heranzubiidcn, die nützliche Bürger werden und die Kräfte des Volkes, dem sie angehören, steigern könnten. Am Sonntag, dem 17. Januar, hielt das jüdische Emigrationsdircktorinm im Loaenhans Kleiststraße einen Abenäh, an dem cs aemeiniam mit anderen an der indischen Wanderbewcgung interessierten Verbänden dos Thema „Die Krisis der jüdischen Wanderungen" behandeln ließ. Nach Ansprachen von Nechtsanwalt Dr. Klee und Tr. Paul Nathan sprach als Vertreter der Ort deren verdienstvoller Führer. Tr. Singalowiki, der daraus hinwies, daß die jüdische Frage in den osteuropäischen Ländern in der Richtung nach Rußland tendiere, daß eine blinde Emigration gefährlich sei und daß wirkliche Abhilfe nur die Umschichtung der jüdischen Massen in ihren Heimatländern selbst bringen tonne. Berlin. lTer Antisemitismus und die Pressest Heber dieses Thema sprachen fünf Berliner Chefredakteure im Rahmen eines vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten veranstalteten Abends. Als erster Redner sprach der Chefredakteur des „Vorwärts". Dr. Stampfer, der ausführte, daß der Kampf gegen den 'Antisemitismus nicht allein um der Juden willen, sondern um -es deutschen Vaterlandes willen geführt werden müsse. Gegen die Vergiftung der deutschen Presse durch den Antisemitismns wandte sich der bekannte demokratische und pazifistische Vorkämpfer. Hellmuth v. Gerlach. Er zeigte, wie diese eine Mordatmosphäre üerbeiführt und wies besonders auf die Kreisblätter hin. Besonders die jüdischen Journalisten müßten sich noch rühriger im Kampf gegen den 'Antisemitismus zeigen. Das Doppclgcsicht des Antisemitismus. das siÄ gegen Christentum und Judentum wendet, matte eindrucksvoll Dr. Alfons Steiger, vom Zentrumsorgan „Germania". Auch Otto Rulchke. der Chefredakteur der „Berliner Volkszeitung", und Direktor Goetz von der „Bossischen Zeitung", der daraus hinwies, daß die antisemitische Preise leider zu einem großen Teil von jüdischen Inseraten lebe, ernteten stürmischen Beifall. Berlin. <G r ü n'd u n g einer Gesellschaft für jüdische M n s i kst Am Sonntag den 17. Januar, veriammette.l sich im Logenhaus „Bnei Brith" jüdische Musiker, Schriftsteller und Künstler und beschlossen. eine Gesellschaft der Freunde indischer Munk in Berlin zu bilden, die die Förderung jüdischer Musil und indischer Musiker zum Ziele haben soll. Den Vorsitz führte Professor Cars Lewin. Herr Dr. Solomon Hildesheimer hielt ein mit vielem Beifall ausgenommen cs Referat über die künstlerischen und praktischen Aiftgaveu einer solchen Gesellschaft. An der Debatte beteiligten üch u. a. Musikdirektor Aron Friedmann, Komponist Dr. Sternberg. Oberkantor Gollanin, der Dichter- Komponist Arno Rade!. Der Besprechung wohnte auch der Dich!er Saul Tirbernichowikn bei. Nach der Durchberatung der Statuten schritt man zur Wahl des Vorstandes und der Jnru. In den Vorstand wurden gewählt: Prof. Carl Lewin. Dr. S. Hildesheimer, Iran Tr. Nothmann. Dr. Rosenstein, Dr. Jsmar Freund. Arno Nadel und Musikdirektor Aron Friedmann: in die Jurv: Musikdirektor Michael Taube, Dr. E. W. Lt''inverg und Kavellmeisler David Jakobsohn. Berlin. «Wiedereröffnung der jüdischen K u n st s a m m l u n gst In der unter Leitung des Oberbibliothekars Dr. Stern stehenden Bibliothek und Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde iOranicnburger Str. 29j wurde gestern eine Ausstellung: Letzte Erwerbungen iAltertümer. Knustgegeustände. Bilder, illustrierte Drucke usw.) eröffne!. Die Kunstsammlung war wegen eines in ähr verübten E.udruch., längere Zeit geschlossen,' fic ist nunmehr wiederum jeden Sonntag von 10 bis 1 Uhr geöffnet. Bremen. (V i cn t b i 1 ö c v v o v t v a n über Ausgrabungen in P! ä ü i n ast In einem interessanten Lichtbildervvrtra.ge, der dieser Saae vom Ausschuß für geistige Jnteresien der Israelitischen Gemeinde Bremen veranstaltet wurde, referierte der Assistent am Museum für Jüdische Kuusldeut'mälcr in Frankfurt a. M., Herr Erich Töplitz, über „Ausgrabungen in Palästina". Er berichtete insbesondere über die Ausgrabungen in Galiläa, bei denen man Bruchstücke antiker Synagogen ans der Zeit des babylonische u Erfts fand Interessant ist, daß nach 'Ansicht des Vortragenden, die sich aus in den Tempeln gefundene Legionszeichen stützt, wiederholt die nichtjüdischen Führer solcher Legionen die Stifter der Bauwerke waren. Sech: bedauerlich ist, daß auch dieser Vortrag wieder überaus schlecht besucht war Ist es wirklich notwendig, daß die nichtjüdifche Bremer Presse, die diesen Veranstalinngeu mehr Interesse scbenkt als unsere eigenen Glaubensgenossen, mit Bedauern daraus Hinweisen muß, wie schlecht der Besuch des interessanten Vortragsabends war'? Unsere Bremer Glaubensgenossen sollten schon in Anerkennung der vom Ausschüsse für geistige Arbeit geleisteten Tätigkeit, noch mebr aber in ihrem eigenen Interesse sich für alle jüdische Arbeit >n ihrer Gemeinde weit mehr interessieren, als es bisher geschehen ist. Breslau. lE i n s ü ö i s ch c s O pser der I ememorde, r.) In den Tagen des Kapp-Putsches wurde rn Breslau der jozialdemokratische Redakteur Bernhard Schottlaenöer ein Ovser der jretkorpszerlsretwilltgen Banden. Schorttaenöcr. ein ruhiger und von seinen Idealen durchdrungener. geistig sehr hochstehender iunger Mensch, war am Abend des 11. 8. 1020 zusammen mit Paul Loebe. dem jetzigen Reichstagspräsidenten, zu einer Besprechung ins Generalkommando geladen, kehrte aber von Meier Besprechung nicht mehr zurück und war seitdem spurlos verschwunden. Erst nach Monaten wurde außerhalb Breslaus seine furchtbar zugerichtete Leiche entdeckt. Sein Mörder konnte nicht ermittelt werden. 'Nunmehr teilt das sozialdemokratische Organ Schlesiens. „Die Volksmacht", mit. daß cs gelungen iit, den Mörder Bernhard Schottlaenders sestzustellen. Es m der ehemalige Ulanenofn.fter von Pannwitz aus Bodzanowitz. Pannwitz lebt unter dem 'Namen v. Bargen. Pannwitz ist auch in andere Fememorde verwickelt. Bisher gelang es nickst, die'cn äußerst gefährlichen Femeverschwörer dingfest zu machen. Breslau. IZ n de n b e v o r st e h e >i d e n Rcvräsent a u t e n w a h l a u.) Aufruf an die Mitglieder der Synagogcnaemcinde zn Breslau! Am 7. Februar 1026 sollen die Wrolen zur Vertreter-,criammlung lRepräsentanteuversammlnngt in unserer Gemeinde erfolgen. Da erst im lebten mriilisabr die Wahlen zur Vcrtreterversammlnng des Landesverbandes staitgefunden haben, an welchen stch alle Parteirichtungen unserer Gemeinde mit größtem Eifer beteiliat hatten, haben die Unterzeichneten Vereinigungen mit Rücksicht aus die wirtschaftliche Nor unserer Zeit es als ein Gebot der Stunde erachtet, zusammen zu wirren, um. wenn irgendmöglich, einen neuen Wablkamvs zu vermeiden, der wieder große Opfer an Geld und Arbeitskraft erfordern würde. Wir tonnten dies um io eher tun. als schon die Wahl für den Landesverband nach den modernen Wahlarnndsätzen unter Teilnahme der Frauen erfolgt ist und die damals für die einzelnen Parteien abgeaebeuc-n Stimmenzahten einigermaßen als Spiegelbild der Schichtung unserer Gemeinde und als Grundlage für die Zusammensetzung der neuen Vertreierveriammlung dienen konnten. Daher sind die Unterzeichneten Vereinigungen, welche alle Var«cischattierungen unserer Gemeinde umfassen, zu einer Verständigung gelaugt und stah-'u beschlossen eine gemeinsame Wabiliste aufznsiest .n, auf welcher entsprechend dem Resultri der Wahl .-um Landesverbal,d von den zn wählenden 21 Vertretern den Liberalen 18. ' den nationaliüdischen Grupp?n 1, den verschiedenen konservativen Richtungen ebenfalls 1 Mandate zufallen. Wir und überzeugt, daß unsere Entschließung die Zustimmung alle,- verständigen. Mitglieder unserer Gemeinde finden wird. Wir richten deshalb aber auch an alle Gemeindemitglieder. Männer und Frauen, die sich ihrer Verantwortung als Wähler bewußt sind, den dringenden Appell, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß dieser Friede, der allen Parteirichtungen ihr Recht gibt unserer Gemeinde gewahrt bleibe und daß nicht Eigcnbrööler durch Aufstellung einer besonderen Liste unS einen Wahlkampf aufzwingeru Ein Wahlkampf in jetziger Zeit könnte der Gemeinde nur ^ktzave» bringen. Breslau, den 1. Januar 1926. , f Liberaler Verein der Synagogcn-Gemeittde Breslau. Breslauer zionistische Vereinigung Verein zur Förderung der Interessen der -Lunagogen- Gemeinde Breslau. Miörachj. Ortsgruppe Breslau. Agudas Jifroel. Ortsgruppe Breslau. Achduth. Ortsgruppe Breslau . Si»heit«ipr zur Grmkindc.Ptrlrettrverlamuilung drr vynagogkngcme'»»» Alt Brcölai». ‘BelPftficr : t. ®ipra Pest er, tzusuzra!. >j. Salomen, Aoiiich. öuNnna! -> Dr. Hug» S«a<l,tel. Aahnar-1. 1. Martin stränlel. Äausutrnni. Mar aaut« mann. 8. Adolf Lewtn. -Kaufmann. Ignax. NaiUt,. vtrünlelt. h. ..uac ^acohfobn, RecktSanwall. ft. Paula tflcnborn, ciabtocrorbneie. 10. Dr. Aosef Lchlkftnger,?lr-t. 11. '.',011, ^reunvlich. noiorr. \2. Dr. chtdor- Horn. ikontlüt^rat. l?>. Dr. Israel Naom. Dozent. 11. Hevr. .-ander, 'vant^ dircktvr. IS. Wilvolm 'Kober, .llaufinonn. w. tzrip GoN>sMmN>t. Uaunnann ,7. Lurt Brienitzcr. paiismann. 1«. Dr. Llse tzlicii-7-.se1U. Johanne» Wilhelm, Kaufmann. 20 tzsidor LinioiNoiin. uaiiimann. 21. Ericli -Lviv. Nechtsanwalt. 22. Leo Lmosaiciver, (3>encr a l - a! cinf u 1. 2.->. i.-oinr II ui lower» Ingenieur. 24. Tr. tzosef :L.ar>u- NcgierungSrai. 27>. Heiniann Tantel» .Kaufmann. Gartenst'rntze 4". ' 26. Mar. Steuer. Bankte,. 27. Gre'e Mal. Nenttere. 2$. Tr. Sleorg D arnowsli. ReckNsanwali. 20. Dr William Bon. Arzt. 30. Adolf Danziger. Kaufmann, vl. t'llsrcd tzrendeuiSal. naufmcun:. i-n>. Martin Baerwald. lUmfmen«. tztz. Bruna :Natl>'i!rs. Drogcriedentzer. .74. Eamuel t>kokhmc>nn. Nechrsanwalt. :i:>. Dr. Äiintcr tzranlcl. Dl>er» landesgerichk-rat. "6. D'eo .gadik. .gausmann Hoso '-Ward, oerwnw.. L ladt rat. 3*. Df. Ludwig dorn.?tr*l. 30. Voin* Maclowic^ gaunnann. 40. Tr. Riward Llaun. gauimanu und Nediti-e.uwalt. 41. Dr. liaytiaei. Kins-nnoZ, 2lrzt. 12. tzohn Prbi. gau'mann 13. 0 Ne 'If-oiiiivacr, rcrwnw. Studienrat. 44. Tr. tzstdor tzriedeverg. 2tr-t.!->. Dr. Benno Vrzelnna'ck» NechtSanwält. 4«>. tzameS Ballack. Rectnöanwall. 17. tzuUu-ö Wolsoiohn, gaulmann. i*. Arthur Beiger. Kaufmann. >0. Waldemar dlwpeii gaut» mann. »». Tr. Lotte Prager-Bndt. 3t. Euo.en «'»innver». tznslizr.it. >2. Tr. Malwine L>eiaemann.'Aerzttn. S3. Dr. Binr Locwenthal Tierarzt, dl. Biegsried Breutz. gausmann. ö-3. 2!nihold> .-kioseiudai. lUirmaciier. .'->6.' -sedwig '.plolochowski, Arzttrau. 37. Tr. Carl -.t?.'arcur-. 'Brotes or. i-,5 ck-rnsl T'chlesinger, gausmann. SO. Dr. Lndioia tz'raei Mcoi.^iml-Ral. 6». Tr. Waller Lur. RedUSanwalt. i'.l. Al'rod .„aluciier. gaukmann. 62. Emil BreSIauer, goufmann. M. 2'aüh Bralch, gausinannosrau. Breslau. lB v u der freien j ü d i s ch e n V o I k s - Hochschule.) Zur Eröffnung des neuen Vorlesungs- Cyklus der Freien jüdischen Volkshochschule spricht an Stelle des erkrankten Felir Salten nunmehr Georg Hermann über das Thema: „Die seelische Struktur des Westjuden." Näheres siehe Inserat in dieser Nummer. Cassel. 12k b st i m m u n g über de u g c m i s ch t e n Chor.) Die Abstimmung über den gemischten Chor bat. wie nicht anders zu erwarten war. mit einer fast vollständigen Erklärung der Besucher der Snnagoge Untere Köuigstraße für den Chor geendigt. 77,8 Gemcindemitglreder wünschten den Chor, nur 69 Mitglieder erklärten sich dagegen. Danzig, l E i n e j ü d i i ch e C e n t r a l iv o h l s a h r t s - stelle.» UnS wird geschrieben: In der Annahme, daß es auch für Sie von Interesse ist, erlauben wir uns, Ahnen mitzuteilen. daß vor einigen Wochen vier eine tzemralwohlfahrtSstelle gegründet wurde. „ . Es dürfte Ihnen dekaunt fein, daß das zu 9< Prozent reindeutsche Tau zig durch den Versailler Vertrag vom Deutschen Reich abgetrennt winde und ieirdcm ein kleiner Staat, die Freie Staat Danzig, bildet. Du'ch die eigenartige Lage dieses kleinen Staatswescus. .zwischen Deutschland und Polen, und durch Verträge mit dreien D-taatcu. sowie dadurch daß Dan zig der einzige Haien 'ür Polen mit seinen 30 Millionen Einwohnern und darunter ’d 7- MUltonen Anden, ist derselbe mehr als jeder andere Platz für Durrbwanderuna von Glaubeusgenosseu speziell aber voir Ostjuden. ausgesetzt. Die einzelnen im 'Freistaale bestehenden jüdischen Gemeinden. Körperschaften und Vereine, die Wohltätigkeit ausüben, sind heute bei der katastrophalen Wirtschaftslage im Freistaat Danzig, der geringen überhaupt ansässigen Anzahl Juden und der wenigen, die noch n für Wohltätigkeit etwas geben können, nickst mehr in drr Lage, dem Anstuim von Armen ans Polen, woselbst die' '- Not zur Zeit außerordentlich groß ist. zitz begegnen. Es war daher nötig, einen Zusammenschluß aller sich der Wohltätigkeit widmenden Körperschaften und Vereine Mt einer CentralwnhlfahrtSstellc die Wege zu ebnen. Nach langen Verhandlungen ist die Centralwohlfghrtsstcue letzt gegründet und hat ihre Arbeiten au'aenommeu. Es wurde sofort mit den Danzigec Behörden einerseits und ähnlichen Organisationen in Deutsch'and und Polen andererseits Verbindungen angeknüpft, zu dem Zwecke, zunächst eine Wanderfürsorae -.n organisieren, die der Centralwohlfahrtsstette direkt unterstellt ift._ Die Körperschaften und Vereine behalten ihre bisherige segensreiche 2virkiamkeit bei, sind aber nach autzenhin durch den Vorstand der Eentralwohlfahrtsstelle vertreten und in den gemeinsamen Sitzungen zum Austausch in Sachen dec Armenpflege miteinander nähergebracht. . Wir hoffen, daß dadurch den Unglück!schon 'ans dem Osten in geeigneter Weise Hilfe uns Unterstützuna mehr als bisher und in einer ftrr alle sowohl nehmender, als gebender rationellerer Art zuteil werden kann. Die Ansprüche an das kleine Danzig, in welches nach den bestehenden Vereinbarungen zwischen den Staaten, jeder Ostjude ohne ein Visum hereinkommcn kann, sind zu groß, io daß es der Mitarbeit sowohl der deutschen als auch der polnischen Juden bedarf, um einigermaßen erfolgreich wirken zu können. Hochachtungsvoll Ist dis ch e Cent ra! w 0 h l slntc-ft 0 fl 0 im Gebiete der Freien Stadt Danzig. Der Vorsitzende: Julius Bäcker. Erfurt. »Vom Landesverband des In der letzten Vorstandssitzung des Landesverbandes Thüringen des Centralvereins deutscher Staatsbürger füduchen Glaubens wurde zum ersten Vorsitzenden Nechtsanwalt Dr. Ludwig Jrendenthal ans Erfurt aeivälilt. Dr. Frcudenthal genießt weithin einen Ruf als Strafverteidiger: er hat im jüdischen Leben Mitteldentichlands wertvolle Dienste geleistet und betätigt sich stets im Sinne eines entschiedenen jüdischen Liberalismus. Er ist Mitglied der Vereinigung für das liberale Judentum. Frankfurt a. M. lZ e h npr o z e n t i g e Goldan lei he der Israelitischen Ge m'e i n d e Frau r» fürt a. M.) Das Aulelsen ist nunmehr von den Kousortialbanken bis zum Betrage von 750 000 Reichsmark zum Verkauf gestellt. Die Rückzahlung erfolgt zir 108 Prozent innerhalb 20 Jahren. Der Emissionskurs ist 98 Prozent. Schönlanke. l'R a b b i n e r m a n g e l im deutschen Osten.) Wie schwer der schon oft besprochene Mangel von Rabbinern sich auswirkt, scheint gerade der iüduche -.sten besonders zu spüren. In der kleinen Gemeinde «chönlanke ,v B. ist cs erst 1? Jahre nach dem Tode des unvergeßlichen Dr. Bamberger gelungen, eine neue Kraft in Dr. Cohen zu finden. Slsineidemühk bemüht sich X Jahr lest dem Weggang des Herrn 'Nobel nach Berlin um einen Nachfolger und dürste jetzt endlich da zwei Herren in diesen Tagen zur Probe eingelgden sind. Ersatz finden. Ungünstiger ist es um Jnste'-bnra bestellt das sirsi seit Jahren vergeblich bemüht, für den nach Elbing berufenen Dr. Nenfeld einen geeigneten Nachfolger zn finden. Nur zwei Bewerber haben sich seinerzeit um die sehr günstig ausgeschriebene Stelle bemüht, von denen einer infolge Wahl an einem anderen Platz leine Bewerbung bald zurückgezogen bat. Da Verhandlungen, die in der Stille mit anderen Herren genslogen wurden zu feinem Ergebnis führten, hat sich die Gemeinde sogar schon mit dem Gedanken abgefuntzen. einen Lehrer und^ Prediger als Ersatz Lu bc*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.