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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-12-18 · 51 (18.12.1925) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
51 (18.12.1925)
Date
1925-12-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Deutschen adäquat aufgt des Erzählens haper hen zu lassen. Mit der T e c b £ i k rikaniichen Verfasser diei i's eben bei Samuel Ornitz, dem ame. Werkes; aber schließlich 68 w°W der Weltliteratur angebörigen eine Autobiograph ist das Buch ja kein Roman, sondern miger, echtjüdischer Selb e. ein Lebensbild, eine mit mgrimdes New Yorker Ghettos, stzerlleischung gestaltete Morphologie gibt die unübersetzbare, •, Der deutsche Titel „Herr Fettwanst" Paunch and Jowl" natürl amerikanische Etikettierung: „Haunch, das äußere Wesen des „f ich nicht wieder. Er bezeichnet nur Judentum entfremdeten .. leiden" Meyer Hirsch, eines dem Provenienz, der mit jed Mannes ohne Gewissen" ostgalizischer Hemmung gebrochen hai cr Tradition, mit jeder moralischen taler Selbstsucht geht die - Mit schonungsloser, zyynisch-brunach oben. Der arme, scr Egoist par excellence seinen Weg millionenschwerer „Rech üdische Gassenjunge wird schließlich ringt die höchsten Ehren sverdreher" (alias Advokat) und eiserner Jugend jedweder ' stellen New Yorks. Er hat schon in tät" den Krieg erklärt, ur Ethik und „lächerlichen Sentimentalimen hat, zu werden: ein d er wird das. was er sich vorgenora- und das ist etwas Hinrei Gauner ganz großen Stils, der aber — nirgends beschönigt, sonc ßendes an dem Werk — sein Wesen eben eine Art gutmütiger ern vifen und ehrlich vor aller Welt Allein auf dem Höhe] Schuft jenseits von Gut und Böse ist. stens doch so etwas v< >unkt seines Lebens merkt er wenig- Deutung, daß alles Gei >n der uralten, urjüdischen Daseinswerten ist als alles öd’ 51 i g e höher steht und höher zu besollte, als der bloße Kai Materielle, daß „das Leben mehr sein sein! . . . Deinen Nächs nPf ums Geld". . . . Heilig sollt ihr der Liehe nichtI . . . ten, wie dich selbst! . . . Und hätte Um Meyer Hirsch heri Tuende New Yorker G im ist das ganze, aus Osteuropa stam- und schonun gslos-grausan hetto mit scharfer Eindringlichkeit •wütende Haß wurzelt wo ,cr Gehässigkeit geschildert, — Dieser Wirbel von allen möglic hl in enttäuschter Liebe! — Ein toller scheinung, hauptsächlich Hcn jüdischen Gestalten tritt in Ermende Weltverbesserer, ] Gauner, aber auch Dichter, achwärlichc Schlemihle. Im gi Praktische Idealisten und unverbessersetzung befindliche Bevc oßen und ganzen aber eine in 2ertum löst. Noch schlimm »lkerunggruppe, die sich vom Judenjüdische amerikanisch!r ist aber die abkonterfeite nichtseelenlose Mammonismus e Korruption und Amoralität und der Ein pestilenzartiger Gest der durchaus waschechten „Arier“, kanisch-öifentlichen Zust snk von der Verderbtheit der ameri- Dagegen leben wir Ei ände steigt aus dem Buche auf. — altväterlichen Ideal-Verh iropäer ja geradezu noch in idyllisch- Wir deutschen Judeßtnissen! — lernen: vor allem, woh,(< können enorm viel aus dem Werke tum aufgeben; denn wir kommen, wenn wir unser Judentum ist unter anderer?® c h t e s, wirkliches, wahres Judendene Sittlichkeit tBpraktisch-soziologisch-wirksam-gewor- . - - Dann wird UN] Amerikaner die unendlij Schönfärberei unserer Ludwig Fulda usw.) vo Etwas Beruhigende übrigens doch noch: e solch* schonungslose, kritik möglich ist undj a hat, ist noch nicht gante i Der Un Erzählung aus d Von Der König, der ei: Sessel gesessen hatte, spähte über den Weg hin auf führte. Draußen in der Eb sehbare Menge von hatten sich zum Seht Laub und Blumen ge fröhlichen Laub- und umher und warfen unz Hier und da, wo ma. beamten sicher glaubt die deutlich die Unzu Auffallend war, d wohnten, oder dort }\ geduldet wurden, M der Jonas heißen soll „Jonah," sprach ei unserer Schriftgelehrt zu den assyrischen S das, deucht mich, ein „Jonah," sprach . Prophet im Hebräerin liegen, kennt ihn jede „In Gath-H^pher : bemerkt ein anderer, an Rammannarari T Siege über die Syrier gesagt, die sich alle Das Murren des V lauter. Warum blieb nicht aus, als ob er fl Königstreue Maga beamten von dem U durch den Tartan die Rammannarari abo Befehl: „Sage den \ nicht fürchtet. Wö£. die Taube einfangeri^ Achardise, der n stand, trat bei diesen rück. Rammannarar „Töten will ich die Ta] weilen soll sie im Lic uns den Untergang Nach diesen Wort Oberwächter herbei Innere des Stadttores Steinschwelle hinabst und sagte zu Achardij ,,Komm mit und deine Taube hät.""' Dann schritt er, a stützt, den mit Bildw drei Hallen re:htwin wandte sich de Kön auf das Bild ds Lö Hüter deiner Tehov »ach ihrem Filsch.“ wieder einmal von einem richtigen -törichte, an der Oberfläche haftende tschen „Amerikafährer" (Alfred Kerr, ugen geführt! . . n,d Tröstliches hinterläßt uns das Buch Volk, eine Gesellschaftsschicht, in der ene, zum Himmel schreiende Selbstabei solchen buchhändlerischen Erfolg erloren! . . . Dr. Ludwig Davidsohn, Berlin. giücksprophei. er Zeit des Propheten Jonas. Hans J a n s o n. (Schluß.) e Zeitlang umbeweglich in seinem egte die Hand über die Augen und der in geneigter Ebene zum Tore;ne lagerte das Volk, eine unüberjännern, Frauen und Kindern. Sic itze gegen die Sonne Hütten aus >aut. Aber es war still in diesen illumenhütten. Die Männer standen lfriedene Blicke nach dem Stadttor, sich vor dem Ohr der Magazinwurden auch Bemerkungen laut, triedenheit des Volkes bekundeten. |iß auch die Juden, die in Ninive lande! trieben, in den Laubhütten in fragte sie nach dem Propheten, alter Jude, „heißt in der Sprache Im Taube. Wenn aber eine Taube lieren und Löwen kommt, dann ist I seltsames Zeichen." lin anderer Jude, „ist ein großer Inde. Im Japho, wo meine Schiffe Kind.“ . Stamm Zabulon ist er geboren,“ „Jeroboam 13., unserem König, der [ibut zahlte, prophezeite er seine Auch sonst hat er Dinge vorherp2rfüllt haben.“ Likes gegen den König wurde immer ler nicht in seinem Palast? Sah es leben wolle? -zinbeamte berichtetem den Palast- Inwillen des Volkes. Diese gaben : Meldungen an den König weiter, ^hte und gab dem Oberfeldherrn den |iviten, daß ihr König den Judengott , er in eurem Stadttore sitzt, will er lamit sie nicht in den Palast fliegt.“ ch immer an der Seite des Königs [Worten betroffen einen Schritt zuaber sagte mit eisigem Spott: |ube deines Judengottes nicht. Einstlthofe des Stadttores sitzen und mit llinives erwarten." in erhob sich der König, winkte den [umd ließ sich von diesem in das I führen. Als er aber die Stufen der [eg, wandte er sich nochmals zurück lieh, welch ein vortreffliches Bauer Lf den Arm des Obertorwächters ge- ^rken gezierten Torweg entlang, den dig kreuzten. In der ersten Halle g wieder am Achardise zurück, wies fenwürgers und sagte: „Das ist der [taube. Mich deucht, ihn hungert UNSERE RÄTSEL-ECKE Göhen. Einst hat ihm das hunverttoriae Theben Altäre gebaut und Opfer gegeben, Und weithin durch Aegypteriand Ward er der „Gott bei Götter genannt. Doch wächst ihm ein Haupt, einen Götzen ich blicke, Der lenket in Wahrheit mit Bosheit und Tücke Leit alters die Menschen und ihre Geschicke. Kreuzworträtsel. 6> | 7 | 33134 . :0'.: Die Worte bedeuten W a g e r e ch t: 4. Stamm-Mutter, 6. Bezeichnung für Völkerstamm, 8. Götze, 9. Den israelitischen Königen tributpflichtige Stadt Palästinas, 11. Stamm-Mutter, 12. Sohn Abrahams, 14. „wie" auf jiiöisch. 13. König von Israel, 18. erster israelitischer König, 19. Jüdischer Gelehrter, 22. Sammlung alter jüdischer Erzählungen und Sagen, 27. Mutter Ismaels, 80. aegyptische Provinz. 31. Fluß in Rußland, 32. „Herr" im Jüdischen, 33. Was ofr gegen die Inden unternommen wird, 33. Was Gott uns allen ist. , Senkrecht: 1. Schwiegervater Jacobs. 2. Kostbarer Seidenstoff. 3. Sohn Jacobs, 5. Jüdischer Buchstabe, 7. Stammvater der Semiten, 9. Israelitischer Stamm. 10. nicht gekocht, 12. Name sür Gott, 13. Feldherr Instinians, 16. Gebirgszug in Kleinasien. 17. Küs nig des israelitischen Nordreichs, 20. Dichter Indiens, 21. ältester König Aegyptens, 23. einer Ler zwölf israelitischen Stamme, 24. wie 6 wagerecht .23. eine der ältesten babylonischen Städte, 23. Bruder Zlbrahams, 28. Scheidung auf jüdisch, 29. Ein von seinem Bruder Ermordeter, 34. Persönliches Fürwort. Der Ansangsbuchstabe von 21 senkrecht, der dritte Buchstabe von 2 senkrecht, die Anfangsbuchstaben von 7 senkrecht, 17 senkrecht, 7 senkrecht, 15 wagerecht, 17 senkrecht. 80 wagerecht, 31 wagerecht, 17 senkrecht, 26 senkrech t, 7 s e n k r e ch t, 7 s e n k re ch t, der dritte Buchstabe von A senkrecht, der Anfangsbuchstabe von 22 wage recht und 80 wagerecht ergeben den Namen eines jiidischen Philosophen aus dem 18. Jahr« hundert. * Auflösungen der Rätsel von voriger Nummer: 1. Kreuzworträtsel. Der Chanukahleuchter. C H N I U K E I U N I A I T A I N M A! N 2. Silbenrätsel. 1. Herodes; 2. Haimo; 3. Nemesis; 4. Galopp? 5. Energie; 6. Rabbi; 7. Torus; 8. Danae; 9. Eli; 10. Iapheth; 11. Nisan: 12. Ephraim' 13. Naphthali; 14. Frömmigkeit: 13. Eigenlob; 16. Isaschar; 17. Nero; 18. Demut Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brat. Zwischen der ersten und der zweiten Halle war der Torverschluß, zwei mächtige Flügeltüren, die sich am Boden in ehernen Zapfen, oben in Ringen bewegten. Ein zwei Ellen, breiter Bogenfries aus reicher musivischer Arbeit zierte die Wandfläche über dem Portal. Auf himmelblauem Grunde wechselten Göttergestalten und Rosetten in geschmackvoller Einfassung. Auch hier machte der König eine spöttische Bemerkung, die aber Achardise entging, da eben die Flügeltüren geöffnet wurden. In der zweiten Halle blieb Rammannarari stehen und verlangte nach seinen Leibdienern. „Wenn ich eine Taube wäre, hätte ich Flügel," sagte er mit der krankhaften Spottsucht des Greises. „Da ich sie nicht habe, müssen mir meine Diener ihre Arme leihen " Dann ließ er sich durch einen schmalen Gang ins Treppenhaus und von diesem aus, hundertundzwanzig Stufen hoch, auf die mit Warttürmen gekrönte Plattform des Stadttores tragen. Hier war auch der Lichthof, ein von allen Seiten vermauerter Raum, der nur von oben zugänglich war. und in den die Gefangenen hinabgelassen wurden. Augenblicklich beherbergte das furchtbare Gefängnis zwei Verbrecher, von denen der eine einen Torwächter, der andere einen Palastsoldaten erstochen hatte. Der König ließ sich auf die Plattform emporziehen und ernannte sie als Wächter für Jonas. Dann befahl er, ihn in einen der Warttürme zu tragen. Dort saß er, bis eine Staubwolke das Nahen eines Rennwagens meldete. Dann erhob er sich, rief Achardise an die Zinneinkrönung und sagte: „Mir liegt es wie ein Schleier vor den Augen. Was siehst du?" „Zwei Männer steigen vom Wagen. Der eine, Isfar- Iddina, nähert sich dem Stadttore." „Und der andere?" * „Es ist der Prophet. Er geht nach dem Hügel der Sesamstauden, und viel Volk geht mit ihm." Der König sank bei diesen Worten auf seinen Sitz zurück und schloß die Augen. Als Istar-Iddina auf die Plattform des Wartturmes trat, I lag der König noch immer mit geschlossenen Augen. Auch seine Brust, die Achardise freigelegt hatte, zeigte wieder die pockenartigen Flecken. Der König aber war bei Bewußtsein. Er hörte den Oberpriester kommen und fragte, ohne die Augen zu öffnen: „Wo ist der Jude?" „Auf dem Sesamhügel, Herr, Von dort kann er ganz Ninive übersehen," „Warum kommt er nicht vor den König dieser Stadt?“ „Die Juden und einige aus deinem Volk*warnten ihn." Der König richtete sich mühsam auf seinem rechten Arme empor und fragte: „Einige, sagst du? So sind es nicht viele?" „Es ist kaum ein Drittel, und unter diesen sind viele, die ihm nur aus Neugierde an den Sesamhügel folgten.“ „Meine Axtträger und Bogenschützen sind stark genug, um sie zu verjagen." „Brauche keine Gewalt gegen dein Volk und den Fremdling." „Hat er auch dich betört?" „Ich diene den Göttern," erwiderte Istar-Iddina fest. ..Aber laß ab von diesem Manne und höre, was das Volk sagt." „Sprichst Was sagt es?“ „Ist dieser Mann, der sich Jonas nennt, ein Lügner, so ergreifen wir ihn nach vierzig Tagen. Bis dahin laßt uns warten und sehen, was sein Gott vermag." Der König winkte, daß man ihm helfen möge, sich zu erheben. Als aber die Leibdiener ihn auf ihre Arme psdunen, glitt der Purpurmsntel von seinen Schultern, ohne daß er es achtete. Achardise, der ihm folgte, nahm ihn auf und es war ihm, als beginne des Propheten Wort sich zu erfüllen. XII. Razu und die Frauen waren in dem Hause am Marktplatz, Litturu und Inu-Sin waren hinausgegangen, um das Fruchtboot, das sie zur Flucht benutzt hatten, zu bergen. Erst gegen Abend kamen sie heim und berichteten, was sie gehört und gesehen hatten. Sie kamen aus der Ebene und waren bei denen gewesen, die dem Boten des Judengottes bis an den Hügel folgten. Er habe sich unter eine Staude gesetzt und erzählt, wie ihn sein Gott nach Ninive führte. Er habe sgi;^ schlicht und einfach gesprochen, daß jeder ihn verstehen und seine Worte im "Herzen behalten konnte. Alle, die den Fremdling reden hörten, zitterten in großer Furcht. Niemand aber widersprach ihm. Einer aber fragte, ob sein Gott die Stadt verschone, wenn alle in Ninive Juden würden. Der Prophet erwiderte: „Tut Buße! Nicht um euch zu bekehren, sendet mich der Herr." Andere aber fragten: „Wenn wir umkehren vom Wege des Lasters, wird dann dein Gott uns verschonen?“ „Auch dann wird der Herr die Wohnungen des Lasters vernichten.“ erwiderte der Prophet, und als er dies gesagt hatte, wandten sich alle, die ein Haus in Ninive haben, von ihm und gingen in die Stadt. „Er redet irr," sagten sie. „So laßt ihn reden. Am vierzigsten Tage aber, wenn Gott Samas die Zinnen der ewigen Stadt vergoldet, wollen wir ihn steinigen." Litturu setzte dem Bericht hinzu, indem er seine Augen verwirrt durch die Kammer wandern ließ: „Es ist nun nach all dem der erste Tag. Noch aber hat der Judengott kein Zeichen gegeben, und auch ich weiß nicht, was ich glauben soll." Am folgenden Tage ging der Prophet durch die Straßen der großen Stadt und predigte. Er ging von Ninive durch Resen und kam nach einer Tagesr^e bis nach Calach. Dort blieb er über Nacht und kehrte am anderen Morgen auf demselben Wege auf den Sesamhügel am Sonnentor zurück, Das Volk verhielt sich still. Als aber der zehnte Tag kam und nichts in der Stadt sich veränderte, zogen viele hinaus an den Sesamhügel und verhöhnten den Fremdling. Und es geschah, daß der Mann auf dem Hügel zum Ge-« spött der Kinder am Tage, zum Abend vergnügen der Erwachsenen von Ninive wurde. Nur seltsam war, daß die Menge nicht müde wurde, hinaus zu gehen, um ihn zu verspotten, daß selbst die hohen und höchsten Palastbeamten an den Hügel kamen und riefen: „Im Hause des Königs sitzt ein Unglücksprophet, Gehe zu ihm mit deinen Lügen, und in ganz Ninive ist wenigstens einer, der dir glaubt." * Umarbeitung Neu- * anfcrtigung nach neuesten Modellen JETZT! BSkUNW30BAYRISCH€k PLATZ 6* 'h’&v

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