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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-12-04 · 49 (4.12.1925) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
49 (4.12.1925)
Date
1925-12-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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hat. Sir Hilden 1'ciKiifen in unirrec tRdi^ioat etwas Etn- Zigartigco. tzabcii ruio über 5er uns jeweils umgebenden Kultur angcpaPt. Der Bvlkerbund ist altjüüischcs Ideal. Dem Machinatioilalismiks utiderstrcben wir aus Grtlvd unserer GesclnclUc. Triuulpb des indischen Geistes ist ein \v<istrer Völkerbund. Grich Bauer, der die Versammlung mit der Mitteilung der Begründung des schlesischen Landesverbandes der liberalen Bereinigung eröffnet batte, dankte ÖCn!/?Ci'*ncr herrlichen Worten für feine tiefdurchdachien Ausfiibntngen, die bei allen Anwesenden den lebhaftesten NeisaÜ auslöstert. Ein zionistischer DiSkitssilMsrcdner weift in tangeren Ansfiibrnngcn darauf hin. dast die Gemeinschaft -der Gesellschaft geaennbcrslcbt. Kinder gleichen nie den Eltern Das Schicksal des Volkes formt den Ebarakter. Kelne Minderheit kann sich in der heutigen Verkelirswirtschaft erhalten. Auch im Osten beginnt der Zerfall. In -M Iastren kann es keinen indischen Menschen mehr (Kbcit, ntettn die Entwicklung so weiter gebt. Wir wollen Eichaltnng der jüdischen Nasse in Palästina. An einer Stätte der Welt wird wenigstens der jüdische Typus erhalten werden. Ein anderer Redner verlangt Liebe als Grundzng der Politik. In seinem Schlußwort weist der Herr Vortragende trefsend nach, daß die indische Geschichte beweist, daß es vorüber- Hetzende Anpassung an die gerade herrschenden Ansichten immer gegeben hat, aber die alte Anfchanimg ist stets erhalten geblieben. Tie Gemeinschaft ist nichts anderes al-5 l die lauo.e^ EntwicNnng uorangegarigcncr Entwicklnugsformen. Wir liberalen Inden fußen mehr ans dem jüdischen istarurpunkt als die Iionisten. Zionismus ist keine iüdiiche Idee, sondern die Idee eines Juden. Wir geben das wieder, was einst unsere Väter wicüergcgeben haben. Tie Anschauung des bisto rischen Judentums ist die richtige. Mit diesem Bekenntnis schloß der Herr Referent feine klaren AnssüIH rungen, bei denen wir alle nur den Wunsch hatten, diesen geistigen Führer recht bald wieder in unserem Kreise zu lehen. Frankfurt a. M. Den ersten Abend des vom Freisinnigen Verein für jüdisches Gemeindeleben veranstalteten Vortragszyklus „Das deutsche Judentum innerhalb der Kultur der Gegenwart", eröffnete Herr Dr. Geiger mit kurzen Begruvungsworien, in denen er daraus hinwies. dast nachdem tm voriaen Jahr der Wahlkampf getobt habe, in diesem Winter der Verein zu einer Arbeit zurückkehrcn wolle, die einerseits den ausgesprochenen Wünschen vieler Mitglieder entspräche, andererseits auch als eine Hauptaufgabe des Vereins bereits vor dem Kriege ausgeübt worden sei. den Lehrvorträgen. Er dankte all den Herren, die sich für den Vortragszyklus zur Verfügung gestellt hatten, und erteilte Sem Redner, Herrn Studiendirektor Triefen das Wort Zum Vortrag über das Thema „Das Judentum der Zukunft". Die Ausführungen des Redners, die ihm ans tiefster Seele kamen und seine Programmdarlegung bildeten, und die im Kreis der grosten Zahl der Anwesenden mit Interesse ausgenommen, hoffentlich auch zur Tat hinmirken werden, seien nachstehend kurz wieöergegeben. Judentum der Zukunft? Die meisten Nichtjuden sehen das Judentum als etwas bereits vor 2000 Jahren abgeschlossenes, zur Mumie Erstarrtes an, das heute nur noch Stoff für die Altertumswissenschaft darsteüt, wie sie auch jeden einzelnen Juden als abgeschlossenen, auf eine Formel zu bringenden Typus betrachten.! Und die Juden selbst? Das heutige Judentum ist immer mehr zur Entwicklung der Individualität gekommen, und eine Nur-Jndividualität gesährdet die Fortwirkung des gemeinsamen. Aber das Jnfrentum hat sein Fundament in der Vergangenheit, die noch in der Gegenwart lebendig ist. Tie ,-Grrrn-kräfte des Heroismus, der immer im Juden lebte, sind heute noch da. Wenn die Welt heute das Judentum | nicht als Heutiges und Iukunstbergcndes kennt, ist cs unsere Schuld. Seit 3000 Jahren, seit den Zeiten der Propheten und Psalmdichter, schließt sich dos Judentum nicht auf sich ab, zeigte es auf die Gesamtmenschheit hin. Die wahrste Angelegenheit der jüdischen Religion ist die Menschheit. Dieses Bewußtsein muß uns in die Zukunft führen. Menschheit und Zukunft sind die Leitsterne des Juden, der das Heil nicht nur im Jenseits sieht, sondern in der Zukunft, und in der Zukunft nicht nur des Juden, sondern der Menschheit. Warum merkt aber die Menschheit diese Bereitwilligkeit der Juden, sich der Menschheit hinzugeben, nicht, warum lehnt sie sie ab? Einer der Gründe hierfür liegt darin, dast wir Juden heute im Zeitalter materialistischer Einstellung in dem Sinne demokratisch sind. Latz wir uns in unserem Tun und Lassen, das zum Wohle der Gesamtheit geschieht, nur als Staatsbürger betrachten statt als Juden, weil mir dies alles sür Zivilangelegenheit halten. "Ader „Teure Furcht vor dem Menschen sei nicht größer als Deine Ehrfurcht vor Gott", lim uns darin in allein Tun als Juden zu fühlen, dazu gehört ein anderes soziales Bewußtsein als unsere heutige Uebercmpfindlichkcit, gehört jüdisches Kultnr- Lemußtsein als Mittel zum gesunderen sozialen Bewußtsein. In dem ewigen Konflikt zwischen dem gekränkten Sozialbewußtsein der Minorität und dem heroischen Aulturbewußlsein des Juden erblickt der Redner den eigentlichen psvcfrologischen Kern der Jndenfraae. Tie jüdische Jugend gelU heute mit gutem Beispiel voran. Wie ein Ehrist guter Katholik und guter Deutscher sein kann, so sucht sie den Weg, der aus der Zwitterstellung heraussüfrrt, zu einer Bewußtheit. Zu dieser jüdischen Kulturbewußthcit gehört ein Wissen von aller Geschichte, jüdischer Geschichte gesehen im Zusaivmenklingen mit der Geschichte der Völker, ein Vergleichen der Geschichtsperioden. um daraus unsere heutige Stellung innerhalb der germanischen Periode zu erkennen. Heute noch sind mir in allem Jüdischen gewissermaßen „unter Ausschluß der Oeffentlichkeit". die einzelnen Künder, die cs allerorts gibt, dringen nicht durch. Und gerade hier in Frankfurt, wo durch das Phrlanthropin eine so große Möglichkeit zur Arbeit in diesem Sinne gegeben rst. sehen die meisten die eigentliche Aufgabe nicht klar. Wir stehen beute im Ncbcrgang zweier Kulturen, der germanischen zur anglo-amerikanischen. Die Deutschen haben stets in uns Juden Kulturträger gehabt, die in alle Weltenden so viel Deutsches getragen haben, die in ihr Jüdischstes deutsche Worte ausgenommen haben. Deutschland hak damit nichts anzusangen gewußt. Es ist der Sitz geworden, von dem die Raslentheorie ausging, die ans dem Inden das Elendste, Letzte gemacht hat, was auf der Erde eristiert. Der Deutsche hat die Psychologie des Inden nicht erfaßt. Die fein hat England in seiner Diplomatie verstanden. Nutzen aus seiner psychologischen Kenntnis zu ziehen. Sollen wir ans diesen Gründen den Uebergang von der einen in die andere Kultur mitmachen, sollen wir sagen: „Tie Weltgeschichte hat gesr.rochcn"? Das deutsche Heimatgefnhl. die deutsche Wissenschaft, daS Faustische, all das. was uns die deutsche Kultur gegeben, was wir in ihr erlebten und wirkten, das wollen wir niemals fallen lasten. Die Werte, die die Synthese von Deutschtum und Judentum in den Jahrhunderten schuf« die wollen wir nicht ausgeben. Hier in Frankfurt, wo seit den ältesten Zeiten in ununterbrochener Dauer eine jüdische Gemeinde lmd Kultur bestand, wo jüdischer Blick in die Zukunst und deutsches Emysinden stets verbunden waren, können wir versuchen, die Erneuerung des jüdischen und deutschen Geistes aufzubcuieit und bessere Zeiten herbeizuführen, ein Judentum der ZuLunft und zugleich ein Dculschtum der Zukunft. Im Philautchropin Laben, wir ein. Werk, daS diese Aufgabe für Deutschland erfaßt und das die ihm znaesallene Aufgabe in fneiern >?jvn verwirklicht. Ganz große Dinge reisen immer in der Not. Denen, die sich die Arbeit an der Stärkung des indischen Kullurbewußtseius zuschwören. sei der uraltheilige Vatersegen zuteil. Als Wegweiser zu praktischer Arbeit gab der Redner folgende Wahisprüche: 1. Glaube an die Zukunst des Judentums. 2. Vergiß nie: Das Judcntuin ist feit mehr als 3000 Jahren W e l t religio». Dieser seiner Aufgabe bleibe auch du dir stets klar bewußt. 3. Bedenke, daß das Judentum erfüllt ist von dem frohen Glauben an die Veredelung und den Ausstieg der ganzen Menschheit. Das Judentum liugt und sagt: '„Von kommenden Dingen". 4. "Arbeite Tag sür Tag an den Pc e n s ch heit s ausgaben des Judentums. Dann werden auch die Ricfrijttden freudig Mitarbeiten an den I u d e n 1 u m s ausgaöcit der Mcnschhei t. 5. L icbe die Elenden, die Bedrückten nud Verkannten, die Kleinen und Schwachen. Denn es gibt keinen Unbegabten. Jeder hat seine Gabe. In jedem Menschen lebt Gott. Liebe die Forscher und die Künder der Wahrheit, auch wenn sie allein und einsam dastelicv. Liebe die Sclbstloseu und alle diejenigen, die hiugcgebeu sind nu den Geist und au Gott. Hilf Unten, tröste jie und evirrre iic. 6. Deine Furcht vor den Mcni'füen sei in teinem Falle größer als deine Ehrfurcht vor Gott. Beuge dich nicht dcv Ueverzahl, juche nicht den Beifall der Menge, sondern bekenne dich zn deiner Ucberzcugnug. zu deiner Gemcjuichast. zil deinen Vorfahren und zu deinem Gotte. 7. Bleibe init Herz und Hand treu deinem Vaterland, deiner Muttersprache nud deiner Heimat. Lasse dich nicht entwurzeln dem Boden, in dem deine Eltern nud Voreltern ihre letzte Ruhestätte noinnden haben. 8. "Achte und ehre die Uebevlimmtncn deiner Glaubensgemeinschaft, sondere dich nicht ab non der Geweiitde. Suche nicht die Gesellschaft deiner l^lauoeusgenosseu erst daun, wenn sic von den "Nicht'/'.den anerkannt sind. 0. "Als Jude hast du die Pflicht. die -'eilige Sprache der Bibel zu kennen und zu tonnen und sie vor jeder ja Ischen Deutung zu rvahren und zn sc»:einen. klebe jedoch die religiösen Ilebcriiescrungen nicht als Form, sondern als Erlebnis. Kannst du die alte Form nicht mit neuem. heißen, ehrlictzst wahren Leben erjülicu. taunit du ein Gebot nicht io hingcgebeu sprechen, als ob du es gedichtet hatten, io habe den Mm, dies zn bekennen. Nie kann dich die Form davon beireicv, von selbst Gott in deiner eigenen «»ruftc, mir deinem eigene n Empfinden zu suchen und zn urciier. 10. Lebe mit den Worten: ,.Z, m?>. v s a n g war die Tat. Deine Tat. Rur sie kann doch er > >ueu. S l i r b mit den Worten: „Höre, Israel: Es :u ein Gott. Es ist ein Gott. Liebe ihn von ganzen: Herzen, von ganzer ^cclc nn b mit der letzten Kreit. lind liebe jeden Menschen als d t ii> > e! st sk. Frankfurt a. M. t I n d s i - L i b c r o « c I u g c n d - (t c m c t « f d) n i t.) Nachdem wir nahezu einem Fahr in ernster Arbeit uns vereint ba^'v. wol'-.'n nur das Ehannlahiesi .benutzen, um auch in mälicher '.^Leiste frohe Gemeinschaft zu pilegen. llnsere Ehanntahtcicr vnrd am 12. Dezember, abends ' Uhr im San! von F-orclls Garten in Bocken heim stattsinden. Wir wobei! erst die Lichter anstecken und!»a-, Ehamrtahli''d singen. Außerdem iverden narnhaite Künstier singe». Dcm religiöien TcU toll sich eine ecmülliche Teekasel anichliestcn, bei dcv uns ein vergnügter lvttrtcr Unterhaltnvgeteil cvfiencit soll. _ Eine Tombola ist euch schon bereit. Unter dem lehr schonen Gewinnen sei<n genamtI: Ein mortvvlier (sizavutahlevchter, einige?lboi'n-c'.ncms an» die Zeitschrift ,.7?ee- Morgcn"^nnd vieles andere. Wir hos:>.'n gern, daß die Feier io schön wird, wie wir sie bei unseren Berbervitnugen »ns denken und daß sie vor allem dem dienen wird, wozu sie bestimmt ist: ein neues Band um unsere Mv alle der zu. schlingen. Die Karten zur Teilnahme an dem .Fest losten inklusive Tee und Kuchen nur i,s0 und sind von Freitag, freu 4. Dezember nn täglich von Ist - -2 bei Frau 07°. Bacr. B ückeri weg 23. zu haben. Sie können auch aus tclcphon iichen Amurs Hansa 020.' reserviert werden. Köln. Dem Ruf der Liberalmi Vercivigvvg zur ersten Winterveravstattung rvare-t die Getreuen in stattlicher Zahl! gefolgt. Vor d'chtgesüstiem Hause konvtc der Vorsitzende. Rechtsanwalt Dr. Siegfried Kausmann.^ seine Willkomm warte sprechen. Es war ein herzlicher Grün dem Red-! uer. Robb. Dr. Tienernann-Dstcubach. ein zukum'lösroher den Freunden, die ihm zu lan'chcn gekommen waren. Klarhci: bis zum letzten Wort, zwingende Logik im Ausbau. die Worte getragen vom tz>!anben an ihre ^Wahrheit, bestimmt der Gedavtengang, doch nnvönge Sclrarse vermeidend. so sesseUe der Redner seine Zuhörer die Strmde hw-. durch, und cs war zum Schluß nur ein uaiürlicher Ausdruck der Zustimmung, wenn der Wunsch nacn weiteren Vorträgen Dieneuranns laur wurde Mit der iu unserem politisier len Zeitalter notwendigen Feststellung, es habe der religiöse Liberolisinus nichts mit Politik zu schaffen, schloß Dienemanv. den Bezirk seines gedanklichen Aufbaues gegen unsachliche Diskusnonsmctlioden ab. Nur eine raich und leicht bcantwortbare Frage kam am Schluß zum Redner hinaus, obwohl er gleich zu Anfang die schwächste Position des Liberalismus hcransgestellt hatte: Da das Recht des Jndiniduums anerkannt wird, fehlt der scharfe Umriß eines Ganzen, wird die Struktur eines D v. r ch o r z a n i i i e r! c n nicht sichtbar. Rur Vergleichen mit Gegensätzlichem und Abscheidcn dcs^ bl n der s sei enden bringt dl.ushellung des Gebietes, Dieses Gegensätzliche des Liberalismus ist die C i i h o dovie. deren Wesen der Redner an Hand instruktiver Beispiele ans dem Zcremonialgesetz in dev. Terminus „Rechttätigkeit" einzusangen sucht. Indem der Lrthodope den Tatbestand der „Verbalinspiration" als ewig verPflichtend setzt, unterwirft er sich voröchckltloS einem Koder vezichunssreicher Riten, in denen Sphäre keinerlei Einivrucy der Vernunft geduldet werden kann. Die so hergeüallte Absolutheit treibt ein System non großartiger Eieschlossenheit hervor und ichaüt eine Lcbensebene, aus'de.r die Masse und mit ihr das Individuum ruhigen und sicheren Schritts und unbeschwert von Zweifeln einher zehen können. Das dem Trihodoren die Frage ans Schicksal erspart. daS ist etwas non Außen her Kommendes, aber in seiner starren Schwere ein für allemal Zwingendes, zugleich aber auch für immer Beiänstigendes. "All das .Dualvokle. Tragische deZ Doseins. ist nur dem Weggenosso. der aus sich heraus daS Religiöse entwickeln möchte, der tn seinem Kamps um die amor Dei sich auf sich selbst gestellt ftclu, und nur die Vernunft als treue Begleiterin neben sich weiß Und «tesellt sich auch im Ablauf des Daseins die Sittlichkeit der Recht« tätigkcrt zur Einheit: hoheitsvollersteht doch das Ethos da. das der schwere Kampf gebiert. Weit unter sich sieht e§ jenes Heer von Gleichgültigen, nicht Fragcnmollendon. dem Kampf Ausweichenden, die den Liberalismus in Verruf bringen müßten, hielte ec sich nrcht tu weiter Entfernung von ihnen. Trüge der Begriff Jude nur das Zeichen „liberal" an sich, so fehlte die Möglichkeit organischer Verbindung mit dem Historischgeworbenert: ebliebe ein ZusaMmevkanglose-, das man —' mit Unrecht — den Träger eines verkappten Gottesleugnertumz genannt hat. Indem krer Liberalismus sich bewußt einordnet in die Tradition des Judentums, ver» wächst er lebenskräftig mit ihr und wird liberales Juden»' tum. Ritus und Zeremonie werden soweit übernommen, wie man ihnen die Erweckung religiöser Gefüchle zuerkennti-cr unbedlngte^Gehorsam gegen Einzelnes wird grundsätzlich ab« gelehnt. So ergibt sich von selbst eine starke Verschiebung des Aspektes in die Vergangenheit: man versucht, mit unbefangenem Blick die wirren Gespinste zu durchdringen, die sich angelagert haben, und auf den Kern vorzudringen, -er ikrsprünglich nackt und rein vorhanden war. In dieser Methode kritischer Betrachtung weiß der liberale Jude sich eins mit den P r c> v b e t e n , die keineswegs das Zeremonialgc'etz verwarfen, sondern die Erfüllung des Sitten« g es e tz c s forderten. „Was ist liberales Judentum?" So hatte Tienemann seinen Vortrag genannt und damit die Weg. richtung seiner Gedanken gegeben. Es war nichts Voll« endetes, aber Abgerundetes, nichts breithin RusgefponneneS aber wesenhaft Verdichtetes, was er bot. Und so ließ er be« mußt Raum, sich zn weiterem AuSk.au und den Hörer« zu förderndem Nachdenken. Dr. Siegfried Braun, Die Jugendgruppc Ez lxhajir» veranstaltet am Sonnabend, den 2E Dezember 192i> in Gcrcchisfestsälen, KönigSgraben 2. einen Wohltätigkeitsball. Kapelle Jonardi Band. Eintritt 1,50 M. Anfang 7 Uchx. Tie Berliner Städtische GaSwcrke-Akt.-Ges. zeigt auf der AutomoöilauSstellung gemeinsam mit der GaS-« betriebsgesellschgst A.-G. die Fortschritte der vielseitigen Anwendung von Gas beim Automobilban. und 'bei der Vornahme von Reparaturen. In der Halle m2 lGaleriej sind Ccfc-iT zum Rcinkochen. d. h. Säubern von Automobilteilen, Tauchlötöscn für Manenhartlötung sür weitgehende AuS» Nutzung her Abgaie, Heizlüfter-,cvgnis'c mit Ilnlaßvorrtchtilngen und vlcleS andere zn sehen. Die einwandfreie dlibeit aller dicier Apparate und Vorrichtungen wird durch Zeugnisse des Materialprüsungsamres Bcrlin-Dahlem bestätigt. Für die Beheizung von Garagen und Werkstätten sind Gosheizkesse! ausgestellt, die bereits in zahlreichen Berliner Betrieben vraktiich erprobt sind. Die geirnnte Ausstellung der beiden GaSgefellschasten zeigt, daß es heute kaum noch einen Zweig in her kAutonaobiltndustrie gibt, dcur nicht wesentliche Vorteile durch die richtige Anwendung von Gas und GaSapparaten crtpachsen« Der Herr im Winterkleid. k»in Proivifti»itk>n tur die ioriinrndk Viodc. Meine 'Utr gesbrrrn Herren: ,:;nx:teilet woüen Sie oucn in LreseA 2Sinter und ‘^icf ficn'cteci 'rin. Dir können tzkinen dann mir dieeure roten: flicinsn L:e n» dezent una vetonen ^ie orch in Ihrem Anzug dbr? Manniimteü! r/ües. »aS lutnt und «uNuLend i|£, alles, wqweich» viN nndamit weiltlich wirken könnie. in van der Mode verwarfen. Der vi.nvr. matte .Vnvfunn. der ruöige und strenge -Bifinilt herrscht unbedingt ttcr. Jiuj-mnm'n davon gibt e& nur zwei, «ie biitfen in diesem Fahre die .«irawarie ounier wävien siefruit, um 2ic vrouchen sich bei der Harb» »ods tzwreK Tvortonzuge?- 5pi rVeichrünkungen autZirersegen. Ig> ftouvtifjir.ii.re e?int?rfteiö:ntn?iti!cf. darllffterflcth, daS (Sie auf dar Str.if*? seren die Unk>i ldon der Tl-iiterung 'chiiper: fall, öleibt auch tu die'cm Sovre der Ulster. -Se!5llvcrs>andl:ch l'-.fcifit der Paletot alK el-aanIe-5 Uederkleid auch weiter in Lkire-i. Leine llziikung wird in dieser SUkvn durw Ment wuch>i«c. breite .^ever-. unterstützt." Diele Herren werden auch in Auiunsl den Nock'Pale'.'t ltevvrzugen. der besonders ge» cistnet Hi. die Vorzüge der Hgur zur Geltung zu dringen. 7"aL “arm für d'.e Strotze ist in riekem Dinier: ziemlich stabil gedveöen. CS wird ein- und zweireihig getragen und weift im allgemeinen zwei Knöpfe aut. k^ie beim Polelot wirr die Taille leicht morkicrts' Auch arn Taeco foOrrt ganz oel.inders hie breiten und massiven Revers auf. " TiackmiiiagS beim Tee, adendS in den Gesellschaft rtnd beim 2ar>z wird ganz allgemein der Smoking getragen. Er erfreut sich einer Povularität, die man idm now vor wenigen Jahren in Deutschland nicht hakte Voraussagen können. Tie Lchalform tritt nur vereinzelt auf. Eine Zukttirst hat zwaHevoA auch der sogenannte Tanzanzug. ES handelt sich um eine« Lmoking obne 'civene ReverK, der. wenn er als Fesllleid ausgedient hat, aurn oic- Ltratzenanzug Verwendung finde« kann. Der Frack, LaS feierliche rtoendtkeib. bai sich nicht viel Pfänden. Tie Form der stumpfen EFen hiciPt auch jeni die gegebene.?us Ersatz deS Abendkleides gilt bei weniger seienichen Geiegenlieitei, schwrrzeS oder Marengo-Laccr», das Paufsg m>i?erie cinge'atzt ift und zu dem man ciire elegant gestreifte EvePiotnv'e. trägt. Für alle Lvorizwe.cke Hr aer Pierleilige Svortanzug: Jacke mit aufgesetzte« Teichen sowie l>anger und iurzer Hole Va? gegebene Kleid. 7r-en webt Per Lvort. sondern Per Tw ruf in die freie tzialur treibt, ailo inSoefonoete der Füger und der Landwirt, bleibt dem Lodenmantel und d-ru Looen-rlnzug treu, zu dem er 'chort tm Porigen Fahre zurückgekehrt im. Loden Und wieder allentbalbeti in besten DorkriegSnLu ali täte« am Lager. Ter Ein.'lutz tlmerisas rnachi sich uvrigenL auch auf dem Gebiete der werrenmode ttmll geilend. /Hrpt io sehr in der irctrmgebung. alS viel» natbr in der ttr:, wie der heutige Herr seinen Dedars deckt. DaS Por» uneil gegen den clonfettionSanzug. daS der Uwerikarior nie gekonnt hat. i't auca in der bculftPen Herrenwelt iiorf im Schwinden begriffen. Ein Blick in die guten deutschen .^ontekitoitShönier lebrt auch den VorurteilS- Polltien. wie klug er bandelt, wenn er feinen Bedarf dort deckt. Ein Haus, wie dal, von B e r n in a t: p L cineweber , Am Äöllnischen Fischmarkt -1—6. z. B. 'etzt sedon, der cS unter sachkundiger Führung durch» itfreitrt. burw Pie nnermetz'iche Fülle in der Auswahl aller Mäntel- und Anzugsarten. Tioife. Farben uno Grötzeri. in tebbaitetieS Erstaunen. Wer rS erlebt hat. Patz ein mebr ai5 ieckS Futz groher. breitschultriger Hüne die. Ableitung für G«>'rU'ch«ittSanrüge iirr Ltratzenanzrtg betritt und int tadellos fitzenden Smoking hcrtäiv. Pen nimmt es nicht wunder, wenn er hört, datz feipkt Abendanzüg« jeder Art in 26 verschiedenen Grützen vorhanden iirsc und damit einfach jede MHgiiLkeit der äutzeron Erscheinung des Käufers durch die Konieitiou vara'.rSge'ehcu in. Jedes Genre, auch doS Preiswerteste, in vertreten. Es scait nur ein einziges: nämlich daS niinderwertige. Tie Preise sind fo gestellt, datz sie dem Käufer den Nutzd« des Grohcinkaufs und per Srotzhcrstessung. die daS riesige Unternehmen sich icitzen kann, voll zugute bringen. Geschenke. Tiefe Frage tritt schon lange vor dem Fesle an icden hev« und erfüllt Pie meisten nicht mit Sorge allein, wegen der mit dem Geschenk PcrfnüpftriT Eeldautwendung. sondern auch wegen des praktischen Wertes und» dev Äützüchfeit deS zur Wahl kommenden Gegenstandes. In der gegen« roärrigen LirtschaflSnot liegt nichts näber, als überflüssige Sachen und C'iiruc-artiTci. deren Anschaffung dem Beschenkten keinen dauernden Dortetil bietet, den Geber aber tief in den Beutel greisen lätzl. bei der Wahl von Gefchenfen unherücksichligt zu lassen. Tie Dernunst weist nur aus Gegenstände deS täglich nötigen Bedarfs hin. Dem Dat«r wird eine grotze Freude bereiter, wenn ibm eine HauSjopve. ein Schlafrock oder ein anderes, llfeiduiiasit.ck gefchenlt wird. Ter Mulicr. Schwester oder Tochter kanin man einen '.Piaiiief oder Stoff zum Mantel. Stoff zum kleide, Wäsche und taufend andere Sachen schenken. Ebenso verhält eS ftd& mit Geschenken sür! ft nahen. Ter Zweck der Ueberraschung wird erfüllt, wenn an der Hand eines getragenen .ftleidungSfiückeS di« Gegenständ« gewählt werden. Di« Firma D a e r L o h n A.-G., .ftleiderwerke, Berlin. Ehaufseestratze 2lll3a, Hatz für den Weihnachtöverlauf daS weiteste Entgegenkommen in der Vreisbemastnnn bewiesen. 2cPer nicht nur dir niedrige Berdiensispanne, sondern noch mehr Pic schönen und modernen Qualitäten sollen den Anreiz zu« „ft aus bieten. \ Unser Angebot f in la Hochglanz-Bleikristall | sowie in ■ farbigen Römern und Likörs | WefluacbtetetibMoaters | Beste Verllndoiig mit der Hoch* jl Untergrandbalm u. Strafieab, I Sdilesisch-Bayeriseher Krisfall Vertrieb I Borlin W35, Potsdamer SlraBe 10«

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