Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 5 (1925)
- Issue
- 49 (4.12.1925)
- Date
- 1925-12-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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tln« su-mocht. fiat Qrbuarb?lbraham jahrzehntelang durch versöEche Wirksamkeit erledigt und sich so ein dauerndes Andenken bei allen gesichert, die seine segensreiche Arbeit zu schätzen mutzten oder seiner Fürsorge selbst teilhast wurden. Eduard Abraham war der erste jüdische Mitbürger, der nach der Revolution von 1848 seinen Wohnsitz wieder nach Bremen verlegte, nachdem sich die Israelitische Gemeinde Bremen vom Jahre 1813 durch allmähliche Ausweisung ihrer Mitglieder aufgelöst hatte. Breütair. «Wahlen zur Repräientantenversamnrlung.» Ter Regierungspräsident hat durch Verfilgmrg vom 10. November 1925 mitgcteilt. das; der Oberpräsident den Haupt teil der von den Gcmeindckvrperschasten beschlossenen neuen Satzung vom 27. August 1925 genehmigt hat. Nach dieser neuen Satzung finden am Sonntag. den 7. Februar 1929, zwischen 9 Uhr vormittags und £ Ufir nachmittags die Neuwahlen der Rcvräscntanten statt. 1 Breslau «H aussa in in lung zugunsten der Notleidenden südlichen Jugend.» Mii Gcnehrnigung des Herrn Oberpräsidenten findet im Monat Dezember bei unseren Gcmeindcmitgliedern eine Haus - lamm tun g zugunsten ..der südlichen Jugend" statt. Auf Vorschlag des jüdischen Wohlfahrtsamtes hat die Organisation und Durchführung der Sammlung der Jüdische Frauenbund, Ortsgruppe Breslau, übernommen. Es bedarf wohl keiner näheren Ausführung, das; infolge der Nachkriegs- und jetzigen Wirtschgstsverbältnisie die Jugend ganz beiondcrS Not leidet. §*> wird dabei out die ßrofie Gefährdung in gesundheitlicher und sittlicher Beziehung Angewiesen, denen in hohem Matze die Kinder und Jugendlichen der Grotzstadt ausgesctzt und. Auch sämtliche jüdischen Einrichtungen und Anstalten für Ainderfürsorge und Wohlfahrt in unserer Gemeinde sind aller Mittel entblößt und sie wissen nicht, wie sie die ihnen «gestellten Ausgaben erfüllen sollen, wenn ihnen nicht Hisse wird. Tie Sammlung kommt der gesamten Breslauer iübU 'scheu Kinder- und Jugendfürsorge zugute. Tie Verteilung wird nach einem Schlüssel erfolgen, den dos jüdische Wohl, fahrtsamr bestimmen wird. Letzteres wird für sich selbst Gelder aus der Sammlung nicht beanspruchen. Tie Genre indeMitglieder werden dringend gebeten. 2 i e S a m m l u n g durch recht reichliche Gaben zu fördern. Tie Spenden find in das mitgeiübrte Buch einzutragen, und es empfiehlt sich, den mitgeführtcn Ausweis der Sammler zu prüfen. Seitens der anderen privaten und konfessionellen Vereine und Einrichtungen finden für alle möglichen Wohlsahrts- .zwecke regelmäßige Hanssammlungcn statt. Es wäre zu hoffen und zu wünschen, daß auch unserer Sammlung für dte jüdische Jugend - schon im Interesse der guten Sache — ein voller und schöner Erfolg beschieden sein möge. Breslau, l R e p r ä s e n t a n t c n - V e r tmnmlinia.1 Mit einer umfangreichen Tagesordnung beschäftigte srch die am Donnerstag abgehaltenc Repräsentantenverfammlung. und es gelangten demgemätz auch eine Reihe von Anträgen zur Annahme. So genehmigte die Versammlung die Wahlordnung zur Wahl von Gemeindevertretern. Zustimmung fand die Geschäftsordnung für das siidische Wohlfahrtsamt, und cs wurde beschlossen, für diese gemeinnützige Einrichtung besondere Räume zu schassen und Bureaudircktor Glaser als Leiter zu berufen. Ter Verkauf des Snnagogengrundstücks in Tvherufurth an die dortige Stadtgemeinde wurde weiter beichlvnsn und der Gemeindevorstand beauftragt, sich mit dem dortigen Magistrat wegen Erbaltung der dort befindlichen Leichenhalle in Verbindung zu setzen. Bewilligt wurden die Kosten für Dacharbciten an der Neuen Synagoge in der Höbe von 2988,95 R.-M. Die Iahresbeihilfe für das Jüdische Schwesternheim in Breslau r-. wurde zunächst von 5000 anf 6000 N.-M. erhöbt, dem jüdischen Lehrerseminar in Köln eine einmalige Beihilfe von 400 R.-M. zugestanden. Teilt Vermaltunasbericht ist u. a. zu entnehmen, datz in der Bender-Oberrcalsckmle am Lehmbamnx mit Beginn des Winterhalbjahres die Zweiganstalt der Religions-Unterrichtsanstalt II eingerichtet wurde. Der Unterricht erfolgt dort zweimal wöchentlich, und besondere Lehrkräfte sind nicht erforderlich. Die Klassenzimmer werden vom Magistrat unentgeltlich zur Verfügnug gestellt. Eine Interpellation des Jüdischen Schulvcretns stand vor Eintritt in die geheime Sitzung zur Aussprache. Es wurde im Hinblick auf den bevorstehenden Reichsschusgesctzc.ntwurf beschlossen, die Interpellation dem Gemeindevorstand zu weiterer. Erwägung zu überweisen. Es fand noch eine geheime Sitzung statt, auf deren Tagesordnung die Pensionierung des Rabb. Assessors Mnadan und die Beschlußfassung über das Gnadengehalt für den Choristen Borck von der Neuen Snnagoge stand. Easset. «Vom gemischte i> Cf h o r d c r Hauptsynagoge.» Die Frage des gemischten Chors, die, wie wir schon berichteten, vielen Besuchern der Ht>:pl'ynaaogc am Herzen liegt, soll dadurch ihrer Losung cntgegengebracht werden, daß durch ein Rundschreiben, das der Gcineindcverem an alle Lyiiagogenbgsiicher ergehen lätzt die Stimmung für diese Einrichtung erforscht werden soll Wir zweifein nicht, daß die Antwort in vorwiegend hciatü iidem Sinne ausfallen wird. Ob aber der gemischte Chor deshalb auch zur Tatsache wird, muß die Zukunft lehren. Düsseldorf. «Beteiligung des deutschen Judentums an der A u s st e l l u n g G e s v l e i ,» Wie schon aus dem Namen hervorgeht, gliedert sich die geplante große Ausstellung in Düsseldorf in 3 Hauptgebiete. Für die Hauptabteilung „Ge" iGe s u n d h ei t s p f le g es sind folgende große Gruppen vorgesehen: Eugenik und Vererbung, die übertragbaren Krankheiten. Ernährung. Luft und Klima, Siedlung und Wohnung, Arbeits- und Gewerbehygiene, Krankenversorgung und Krankenbehandlung. Ter Mensch in seinen gesundheitlichen Beziehungen zu Tieren und Pflanzen. Ferner sind innerhalb dieser Abteilung „Ge" noch einige Sonderausstellungen in Aussicht genommen. Das Programm der 2. Hauptabteilung „So" iSoziale Fürsorge! umfaßt folgende großen Gebiete: Familienfürsorge, Bolksunsitten. Volkskrankhciten und Volksgebrechen, Bildungs- und Erziehungsfürsorge, Wirtschaftliche Fürsorge. Fürsorge durch Versicherung und verschiedene Sondergruppen. Tie 3. Hauptabteilung „Lei" «Leibesübungen» wird eine Anschauung von dem modernen Sport und den modernen Leibesübungen geben und namentlich deren große Bedeutung für die Gesundung des Volkes zeigen. Innerhalb dieser großen Ausstellung ist ein besonderer Pavillon für die freie Wohlfahrtspflege vorgesehen, in welchem die fünf großen Verbände, die in der „Liga der freien Wohlfahrtspflege" zufammengefthlonen sind, sowie auch noch einige außerhalb der Liga stehende Organisationen der freien Wohlfahrtspflege ausstellen werden. In dieser Sonberausstellung sollen die bedeutenden Leistungen und Aufgaben der freien Liebestätigkeit auf den verschiedenen Gebieten in die Erscheinung treten. An dem Liga-Pavillon ist die Zentralwohlfahr ts st eile beteiligt und zwar ist sie beauftragt, die charakteristischen Einrichtungen, Arbeitsgebiete und Arbeitsmethoden der Juden in der Gesundheitsfürsorge, in der Erziehung der Gefährdetensürsorge, in der Altersfürsorge und der Fürsorge für besondere Berufe und Notstände recht anschaulich zur Darstellung zu bringen. ES liegt im größten Interesse unserer tliöifrbcjt Wohlfahrtspflege. die sich ibr bietende einzigartige Gelegenheit wahrzunehmen und neben den anderen konfessionellen Organisationen, der CharitaS und der Inneren Mission ihre Leistungen hier wirksam zu zeigen. Aber nicht nur in dem Pavillon der „freien Wohlfahrtspflege" «Liga) ist die jüdische WohlfcchrtSpflege beteiligt, sondern auch an einer anderen Sonberausstellung, die unter dem Titel „Hygiene der Juden" auf der groben Düsseldorfer Ausstellung errichtet werden wird. Das Programm dieses jüdischen Pavillons umfaßt folgende große Gebiete: 1. Das jüdische Religionsgesetz in seiner biologischen Auswirkung. 2. Der jüdische Stamm. 3. Die jüdischen Wohlfahrtseinrichtnngen in Deutschland. 4. Ein- und Auswanderung. 5. Siedlungen. Die Zentralwohlsahrtsstelle der deutschen Juden steht vor der großen Aufgabe sowohl das AuSftellungsmaterial für den Pavillon der freien Wohlfahrtspflege «Liga» als auch für den jüdischen Pavillon und zwar hier für die Abteilung „Tie iüdischen Wohlsahrtseinrichtungen in Deutschland" zu beschaffen. Für beide Ausstellungen werden benötigt: 1. Vielseitiges charakteristisches Btldermaterial von den geschlossenen und halbossenen jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen. 2. Bon einigen Anstalten: Modelle. 3. Statistisches Material über die verschiedensten Gebiete <z B. ehrenamtliche Mitarbeit in der iüdischen Wohlfahrtspflege, Zusamcinetzung der Pfleglinge in den jüdischen Anstalten und die Gründe für deren Einweisung: Beteitigung der Juden an interkonfessionellen Einrichtungen: Verpflegung von Nichtjnden in jüdischen Krankenhäusern. Tätigkeit der jüdischen Einrichtungen für Gesundheitsfürsorge in der offenen Fürsorge» u. a. m. Um dieses photographische und vor allem statistische Material zu erlangen, ist die Zeittralivvhlfahrtösielle gezwungen, immer wieder Rundschreiben und Fragebogen an die verschiedenen jüdischen Wohlsahrtseinrichtungen herauszuschicken und sie erwartet, daß alle Einrichtungen, an die sie sich mit Ersuchen um Mitarbeit und Materiallieferung wendet, sie bereitwilligst unterstützen. Es liegt im größten Interesse des Gesamtjudentums — vor allem der deutschen Iudenheit —, datz auf dieser Ausstellung der Beweis erbracht wird, was das Judentum auf dem Gebiete der Hygiene und der Sozialen Fürsorge geleistet hat und jetzt noch hervorbriugt und wie seine uralten Erkenntnisse die Grundlage für viele sozialpolitische und sozialhygicnische Gesctzvorschriften der gesamten Kulturwelt bilden. Düsseldorf. lIü dis che Wohlfahrtspflege im Rheinland.» In Düsseldorf hielt der Provinzialverband für jüdische Wohlfahrtspflege eine Tagung ab, die von Vertretern einer großen Anzahl von Gemeinden und Wohlsahrtsinstituten des Regierungsbezirks Düsseldorf beschickt war. Geleitet wurden die Verhandlungen von dem sehr rührigen Vorsitzenden Herrn Feilchenfeld aus Köln. Es handelte sich in der Hauptsache darum, die dem 'Verbände noch nicht angeschlossenen Grotz- und Kleingemeinden von der Bedeutung des Verbandes zu überzeugen und sic im eigenen Interesse zum Beitritt zu gewinnen. Herr Tr. Erwin Kolm von der Zentralwohlsahrtsstelle in Berlin hielt daher ein Referat über die Notwendigkeit der Provinzialverbände in der Wohlfahrtspflege überhaupt. Sehr interessant wareu seine Ansführungen bezüglich der im Reichsgesetz vorgesehenen Auswertung der Stiftungsgelder in der Wohlfahrtspflege. Er wies nach, wie auch deshalb schon der Zusammenschluß der einzelnen Gemeinden von größter Wichtigkeit sec, mährend bei Einzelvorgehen viele unserer jüdischen Anstalten leer ausaehen würden. Ein weiteres Referat hielt Herr Rudel von der Hauptstelle für Wanderfürsorge und Arbeitsnachweis in Berlin. Die Ausführungen des Herrn Feilchenfeld behandelten das Thema „Großgemeinde und Provinzialverband". Ein von Herrn Tr. Rothschild. Dinslaken, vorgesehenes Referat über „Kleingcmeinde und Provinzialverband" mußte leider ausfallen. Tie nächste Tagung soll voraussichtlich in Coblenz stattfinöen. Düsseldorf. l H u m a n i t ö t s v e r e i n i g u ng L e in Tau m.» Seit kurzer Zeit existiert hier eine Humanitätsveveinigirug „Lew Tauiv". die den Zweck hat, in Not geratene 'Mitglieder mit Darlehen in gewisser Höhe zinslos zu versehen. In der heutigen Zeit dürste der neuen Bereinigung gewiß eine segensreiche Wirkung bcschicöen sein. Felsberg. »9k enbesetzung der Lehrerstelles Die seit der einstweiligen Pensionierung des Lehrers Dannenberg erledigte Stelle eines Lehrers und Kantors der f)ieugen Gemeinde ist durch Verfügung der Regierung zu Cassel dem Lehrer Baruch Kleeblatt übertragen worden. Tie israelitische Volksschule zu Meerholz, au der Kleeblatt bisher beschäftigt war, ist wegen geringer Kinderzahi aufgcloi: worden. . , .. r Frankfurt a. M. «Anleihe der i i r a el i t n d) c n G emeind e.» Dem Vernehmen nach nt der Gemeinde die Regiermigsaeuehmigung zur Aufnahme einer Anleihe Ins ,w°7 Betrage von 1,50 Mill. R.-M. für Anlage eines neuen Friedhofes und andere Aufgaben erteilt worden. Ein Konsortinin unter Führung der Deutschen Effekten- und Wechselbank wird die Anleihe zum Vertrieb übernehmen., .-ttc Anleihe wird voraussichtlich mit 10 Proz. verzinslich fein. Köln. «Tagung des r h e i n i s ch - w e stf ä l i f ch e n R a ü b i n e r v e r b a n d c s.» Unter der Leitung von Rabbiner Tr. Kober-Köln, tagte am 18. November in der Rheinlandloge der rheinisch-wesi. sälischeRabbinerverband. Erschienen waren die Herren Rabbiner: Appel. Caro. David, Dünner. Eschelbacher, Feilchenfeld, Galliner. Gelles, Grabowski, Hahn. Jacob, Klein. Lcvy-Crcfeld, Levy-Bonn, Neumark, Norden, Nosentbal, Schestclowitz. Als Delegierter des allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes nahm Seligmann-Franksurt a. M., als Gaste die Frauen der Rabbiner, sowie Oberkantor Zivi- Elberfeld teil. Der Vorsitzende begrüßte alle Erschienenen mit herzlichen Worten, wies auf das nunmehr 30jährige Bestehen und segensreiche Wirken des Verbandes hin und erösfnete, nachdem Seligmann-Franksurt Grüße und Glücklvmtfriic des Rakbiuerverbandes überbracht batte, den wissenschaftlichen Teil. Jacob-Dortmund sprach über „Marcir»it und der moderne Sturm gegen das alte Testament", zeigte die Schwächen dieses Angriffes und die Aussichten sentes Zusammenbruches: Nordcn-Elberseld hielt einen Vortrag über: „die Akzente zu dem Text der zehn Bundesworte, eine massoretifche Betrachtung", der die unterschiedliche Zählung der zehn «Gebote berührte: Eschelbachcr-Düsieldorf referierte über: „die Tckanoth von Uscha". deren Entstehen er aus der verheerenden Wirkung des zusammengebrochenen Bar Kochba-Ausstandcs aufgefaßt wissen wollte. Rosenthal- Köln brachte manches aus dem Leben des Maharil. dessen 500. Todestag bevorsieht. Die Fülle des Gebotenen regte erne lebhafte Diskussion an. aber auch den folgenden Vorträgen David-Bochum über: „die Stellung des Rabbiners", wie Neumark-Duisburg: „aus der sozialen Arbeit des Rabbiners" folgte das stärkste Interesse. Mit Bedauern stellte man fest, daß noch nicht überall die Rabbiner zu den Sitzungen der Körperschaften eingeladen werden, mit höchster Verwunderung jedoch, daß es noch einige wenige Gemeinden gibt, die ihren Rabbiner trotz mehrjähriger, erfolgreicher Arbeit noch nicht das Desinitivum gegeben haben. Die Nnhaltbarkeit dieses Zusiandes mich für die Stellung des Rabbiners nach außen. wurde einstimmig zum Ansdruck gebracht. Zur sozialen Arbeit habe der Staat die Rabbiner vervflichtet. dadurch daß er ihn durch das Gesetz zum Mitglied des Jugendamtes gemacht hat. Fs wird Aufgabe nicht nur btt Rabbinerfeminare fein, in den Lehrvlan auch Vorlesungen: über soziale Arbeit aufzunehmen, sondern auch einer in Betracht kommenden Zentrale, die bereits amtierenden Rabbiner zu einem Kursus über soziale Arbeit einzuladen. Man blicb bis abends 7 Uhr zusammen untz verließ Lie Tagung mit dem Gefühl höchster Befriedigung. Manuhei«. tBau einer Gemeinöesynagog e.I' Der SynLgeaenrat der jüdischen Gemeinde zu Mannheivr erläßt einen Aufruf für den Bau einer neuen Gemeindesynagoge. die 806 Sitzplätze umfassen soll. Wegen der schlechten Wirtschaftslage sollen die Mittel zur Verzinsung und» Amortisation des Baukapitals alljährlich durch feste Vermietung der Plätze sichergestellt werden. Hier scheint sich uns auch für andere jüdisch'? Geiwcindeu, insbesondere für Berlin sin Weg zu zeigen, wie man der Raumnot in den Synagogen an den Hoben Feierragen und der wenig erfreulichen Bcetsaalwirtschaft ein Ende machen kann.!Hj Aus der Bewegung!H| 4»»»»»»»»4«0»444»4fr4»44»»444Mt-»»»»4»»444'»»4»»»4-fr4a»4«44ft44» Berlin. «Iüdis ch - L i b e r a 1 c r I ugo u d v e r e i n «I L I.» B e r 11 n.l Am Bußtag nodiicu. G r n v p e O st e ir IFührerin Betty Markus, R 58, Schönh-aBer Allee 152» und Gruppe Norden «F-üIircr Paul Heiiirichsöoris. NW 40, In den Zellen 9« gemcuiiain einen Ausflug in die Gegend von Seegefeld in Form einer Schnipieljagd. Bci gurem Weiter verlief diese Unternehmung sehr befriedigend. Gruppe Norden beschäftigte sich in ihren beiden letzten Heimatabenden mit der „Geschichte der Inden in der Türkei". Die geachtete Stellung der Juden und ihre freundliche Aufnahme zu Beginn der Neuzeit wurde besprochen, lieber Sabbatai Zewi hielt ein Grupvenmitglied einen Vortrag, an den sich eine längere Debatte über die eigenartige Persönlichkeit dieses falschen Messias knüpfte. Aus Gruppe Westen «Führer Hans Löwenberg, Charl. I, .Havelsir. 13» liegt ein längerer Bericht uox über den Artikel von Richard Koch im ersten He st dcs „Morgen", „Glaube und Ueberzeuguug", der dis Thema her letzten drei Heimabende mar. Es war nicht ganz leicht, all die Probleme zu erfassen, die der Aussatz berührt. Aber er gab Anlaß zu anregenden Aussprachen und Sw ff zuvr Nachdenken. Gruppe C h a r l o t t e n b u r g «Führer Ernst H. Seligsohn, Gruncwald Douglas-Sir. 0,0» besprach progravimgemüß an ihrem letzten Heimabend „Die Juden in Babylonien". Das Referat eines Gru»?pe'-imitali''dcS gab ein Bild uon dem regen geistigen Leben der dortigen Juden zur Blütezeit der Hochschulen von Suva und PumpeiLita. Breslau. II ii d i s ch - L i b e r a l e r I n g e n d v e r e i n „Abraham Geiger".» Am Bußtag, alieuds, sprach im Schiedmayer-Saal unser Ehrenwilglied. Herr Gemeinderabbiner Tr. Goldmann-Leipzig. über „Natioual, International, Uebernational". National bedeutet die Eiusiellung des Einzelnen zu seiner Ningebuua. Die Gegenwart leidet unter dem Schlagwort. Die Ansichten der Menschen werden hypnotisch dadurch in eine ganz.bestimmte Rsitztung gebracht. Das Schlagwort stempelt die Menschen diktatorisch zur Sklaverei. Unter der Kriegspliiichose «itt das ganze sonst so friedliche deutsche Volk. Der Sinn des Lebens der Gemeinschaft ist Kultur. Kultur ist die Nutzbarmachung der tvi Menschen liegenden und in der Natur voihgndenen Kräfte. Verschiedene Kulturen ringen mireiiiauder. Es gibt eine Weltkultur, an die wir glauben. Unsere Wellkultur ist.die jüdische. Wir glauben, daß nicht alle Kulturen in die Kultur einmünden. die jüdische Propheten vorgezeichnct haberi. Wie verwirklichen wir Kultur in der Gegenwart? Alles Weltgeschehen vollzieht sich im Individuellen. So wie kein Sanökörnchen dem anderen gleicht, so auch Menschen und Völker. Wie sollen die Menschen der Kultur dienstbar gemacht werden? Wir erkennen das wahre Gesetz der Natur. Nur wenn wir nach unserer Individualität arbciteir. können wir etwas erreichen, nur so können die Völker der Welt bleibenden Wert geben, wenn ne ihre Individualität entwickeln können. Nationalismus besteht, weil es verschiedene Pölker gibt. Ebenso wie im Einzelmenschcn gibt c-- auch im Volksleben besondere Begabungen. Kein anderes Volk der Welt kann einen Kant, einen Shakespeare hervorbringen. Die Musik eines Beethoven wird wie griechische Kultur der Welt Großes geben. Nationalismus ist die Möglichkeit, aus den Völkern das Beste herauszuziehen. Benachbarte Völker werden ihre Kultur gegenseitig beeinflussen. Tie Geschichte zeigt, daß niedere Kultur meistens vorherrscht. Nationali.smüs ist das. mas den Internationalismus hervorgernfen hat. Das Weltbürgertum eines Goethe. Schiller. Lessing, Herder war eine Reaktion gegen die Mach« der Könige. Heute gilt der Kampf dem Machtnationalismus. Es ist unmöglich, die Kräfte der Natur auszuschalten, die auf den 6)egeiisatz hinarbeiten. Internationalismus wird überall dort erwählt, wo man noch keine praktische Arbeit geleistet hat. KommuniKmus ist ein national-russisches Gut. International ist eine Art Schwäche. Nationalismus kann nicht Selbstzweck sein. Die Völker tauschen gegenseitig Kultureir aus, das Uebernationale vermittelt die Beziehungen zwischen den Völkern. Der Sinn des Nationalen ist das Ilebernationrle. Nationalismus ist das Mittel, um die Völker zueinander zu führen, Uebernationalismus ist der Endzweck. Internationalismus ist ein Fehlen historischen Wertes, eine Schwäche. Pazifismus ist im letzten Grunde echt national, er ist der Schutz des Nationalismus. Alle Völker haben das Recht, sich ihrer Kultur gemäß zu entwickeln. Nicht der Deutsche ist der beste, der stets von seinem Deutschtum spricht, sondern der durch seine Taten dem Deutschtum nützt. Der Jude kann, nicht genau so wirken wie sein christlicher Nachbar. Die Kultur eines Landes bestellt aus einem Mosaikbild, jeder Teil des Volkes trägt sein Steinchen dazu bei. Wenn auch die jüdischen Steinchen erkennbar sind, sie fügen sich doch ein. Wir dürfen trotz aller Anfeindungen die internationalen Bindungen nicht vergessen. Der Jude, der bei allem Nationalen das Uebernationale meidet, verleugnet das beste, was er zu seiner Weltkultur beigesteuert Umarbeitung Neu* rnnfctttgun# nach neuesten Modellen JETZr: ßERUNWJO■ BAYR15CH£fl PLATZ ßt.