Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 5 (1925)
- Issue
- 27 (3.7.1925)
- Date
- 1925-07-03
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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«Vr VÄsitzSAfe Vör OttStzrSppe KR» fte* ®eritofc<33ecWni deutscher StaertSbürger jUffchen Vstmbens, Ae« Rechtsnnwott Dr. H. Frank-Köln, leyt der V«is«mmfe.ng ei« Gntfchl setz n n g vor, der «ttrmüttg lebhaft zugesttmnrk mrrfte. Nicht den Sinn ein« Hefte fofl t*t(« Feier habe». D« femitze» Verbunftenhett des deutschen Juftenttrms mit deutscher tzesmat- «fte, der Willens- und Schickfaisgsmetnlcftaft Heimischer Sud« mit ihren andersgldodilgen Miwürgern am Geschicke rheiirischeu Bodens will sie anläßlich der J<chrttMisenftftter Aufdruck verlechem Me die Ungeroitt« sich dekümpfender Gewalten von Kais« und Königen, von geistlichen und weltlichen Fünften, von vornehmen Geschlechtern und Zünften auch ihr Teil über der Juden Geschick entluden, so spiegelt oi« Geschichte der Juden am Rhein ihre Kämpfe um ihre Existenz und um die Echallung chrer religiösen Güter wieder, reich an erhabenen Mustern fromm« Gutsagung und Ausdauer, reich an fteittgen GlaubensniLrtyrern. Eine weit über 1K Jahrtausende nachweisbare, in den Anfang deS dritten nachchristlichen Jahrhunderts zurückreichende Geschichte gibt so Kunde von der Verftundenhett jüdischer Menschen mit rheinischer Erde. Und auch in unseren Tagen haben die deutschen and rheinischen Juden ihre Willens- und Schicksalsgemeinschaft mtt deutscher und rheinischer Erde durch das fürs deutsche Vaterland vergossene Mut ihrer Väter, Söhn« und Brüder besiegelt. Wir deutschen und rheinischen Juden, Juden nach ReMvn und Abstammung, Deutsche nach Vaterland und Kultur, hrchen darum ein Recht auf diesem deutschen Boden als gleichberechtigte deutsche Bürger wie unsere christlichen Mitbürger, und wenn in unseren Tagen auf rheinischem Boden sich das Geschick deS deutschen Volkes, der Kampf um seine Einheit und das Gefüge seines Reiches 'entscheidet, und wie wir überzeugt sind, siegreich sich erfüllt,-so wollen wir deutsche und rheinische Juden hier und heute laut und vernehmlich das Bekenntnis oblegen und bekräfjigen: Wir deutsche Juden, fest mit dem deutschen Heimaitoden verwurzelt, fühlen uns allezeit, in frohen und in traurigen Zeiten, heute und in alle Zukunst unlösbar mit dem deutschen Vaterland verbunden und im heiligen Dienst am deutschen Volk und deutschen Boden werden wir auch in alle Zukunft, in Willens- und Schicksalsgemeinschaft, in sittlicher, geistiger und materieller Förderung heimatlich deutscher Erde uns von niemand übertresfen lassen. Der Vorsitzende, FeUcheufeld, schließt die imposante Kundgebung mit einem Hoch auf das geliebte deutsche Vaterland. Die Versammlung singt den dritten Vers deS Deutschlandliedes. An die Kundgebung „Für Rheinland und Deutschtum" im Kölner Opernhaus schloß sich die Westdeutsche Verbandstagung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, an der 250 Delegierte feilnahmen. Der Vorsitzende des linksrheinischen Landesverbandes, FeNchenfeld, Köln, verust nach kurzen Begrüßungswvrten in das Büro zur Leitung der Geschäfte die Herren B a r u ch - Herford, Dr. Frank-Köln, Dr. Herzselb- Essen und Frau F u « r t h - Frankfurt a. M. Der stellvertretende Vorsitzende des Central-Vereins, Just-Izrat Hugo S o n r. e n f « l b - Berlin, erklärt in seinen Begrlißuirgsworten, nur m i t dem vaterländischen Staat können die jüdischen Deutschen ihre Knlturaufaaben erfüllen. Darum müsse sich jeder einzelne den Staats anfgaben widmen. Als Frei« wollen wir uns ohne jede Rücksicht aus Lohn und Ernte den Ausgaben weihen, die uns Religion und Vaterland stellen. Justizrat Ludwig Cahen-Köln spricht über die „Psychologie des A n t i s e m i t i ä m u s". Es sei charakteristisch, wie die jüdischen Deutschen die Tausendjahrfeier nach dein Festakt mit einer tiefernsten Betrachtung der Psychologie deS AntAnrittsmus beginnen. Obwohl die sogenannte Klassentheorie die Köpfe der Menge immer noch beherrsche, sei sie wissenschaftlich tot. Den tieferen Grund des Judenhasses findet man in einer psychologischen Einstellung, die nichts Mt dem Unterschied tum Christentum und Judentum zu tun hat. sondern ans allgemein Menschlichen Erfahrungen beruht: das Verhältnis einer Mehrheit zu einer mit 'ihr tu engem Zusammenhang befindlichen Minderheit. Es kommt hkrgu der von Spengler yervorgehobene Anterschied des Mangels an Gleichzeitigketten der Kulturen. Mttwirkend kommen als Gründe des Antisemitismus hinzu: Reib, Ankenntnis und Mißtrauen. Studiendirektor Dr. Otto Driesen. Philanthropin in Frankfurt a. M., führt in seinem Referat „Unsere Arbeit im Geist" aus, jeder einzelne jüdische Deutsche sei der Mittelpunkt dreier konzentrischer Kreise: Die deutsche Heimat, unser innerstes Wesen: das Judentum, unsere religiöse Ueberzeugung und als letzter größter Kreis, der Umkreis der Mens ch hei t. Am Montagvormittrg wurde die Tagung fortgesetzt. Als erster kam der Vertreter Ostpreußens zu Wort, der betonte, daß Ost und West sich die Hände reichten, vereint in dem Gk-W>Sm JvftMW «SkbtW nahm ft* Ddektor ftef Dr. Hottänftar, ftaS Gott « D« tttoem Rvfevat Lb« die ^BStkrfch« Barveauna^. S Fehl« dieser Bewegung -liege darin, daß sie im Mm« and nicht ln der StaatsoxmelffHaft das Maßgebliche stlr die Weltaeschichte steht. DieJdee de- BdtteS komüe so we» um sich grePn, weil x» «Ü-. sei nur «ne Deufrage Oc§ volMswen ulxvanueris. une wenuyimg oeS völkischen GedoEnS durch die potttifchen Mächte werde oft mit der Verankerung dieses Gedankens venoechf-ett. Es sei notwendig, daß die Jude« überall da, wo sie eS mtt chrer Würde vereinbaren Können, sich Mcht engherzig vou der nichtsüdischen Amweit abschüeßen. Rach einer lebhaften Aussprache wird gegen Mittag die Tagung g^chlvsien. Nachmittags fand et« aemeinschaftli che Bestchtigvng der Jahr tausend feSer statt. Lorsch. Am Sonntag, den 14. ft. M., veranstaltete ft« htesige Kviegerverein sein büyähriges Stiftung-fest. Der Vochhende «s Kriege rvereins mißbrauchte diese Gelegenheit, um zu dem Fest des bisher streng neutrale« Vereins eine Anzahl rechtSvadGÄ« Verbände einzusaften. weiche in geschloffenen Formationen von Mannheim herüber kamen. So beteiligten sich an diesem Festzug Hakenkreuz!«, Schutz- und TrntzbÜnftfer und andere völmsche Kampfverbände, welche sich durch Absingen gemein« anttfemitischer Lieder und ihr sonstiges Benehmen von schönst« Sette zeigten. Bei ft« Bevölkerung herrschte äd« diesen Vorfall allgemein« Entrüifianig. Eine Roche von Vereinen, tnsbesvnftere Kriegervereine von auswärts verliehe« nach dem offiziellen Festakt unter Protest sofort den Festort. Sämtliche Mischen, aber auch elne Anzahl ntchyüdtsch« Mitglieder sind daraufhin sofort aus dem Kriegerverein ausgetreten. Der Unwillen, dem die gesamte Bevölkerung Über das Erscheinen der Hakenkreuzler Ausdruck gab, veranlaßte dieselben, einen Tag früh« als geplant, sich zurtickzuziehen Ein zweites Mal werden fie wohl nicht mehr kommen. Stuttgart. Auf dem ifraeliklschen Telle ft-rs Stuttgart« Pragfriedhofes fand am Sonntag litt Uhr vormittags die feierliche Enchüllung des Denkmals für die Gefallenen der Afraelttischen Gemeinde statt. Das Denkmal ist auf Anregung der Stuttgarter Ortsgruppe des Bundes Misch« Frontkämpfer von den Architekten Regierungsbaumrister Bloch «nd Guggenhettn« aus freiwilligen Spenden der Gemeinde errichtet worden. CS bildet den Abschluß deS Ehrenfeldes aus dem Friedhof und schließt sich in seinen Maßen der Form der Denksteine des Ehrenfelftes an. DaS Denkmal. zeigt auf einer handgehämmerten Metallplatte die Namen der 95 im Weltkrieg gefallenen Söhne d« Stuttgart« JfraeMschen Gemeinde. Eine große Anzahl Ehrengäste hatte sich vor dem Ehrenfeiö eingefunden, um Zeugen der Weihefeier zu sein, mrfer ihnen Stadtkommandant Oberst Baun als Vorstecher des Reichswehrkommandos, Staatsvräsident o. D. Dr. Hieb«, Min.-Dir. Dr. Bälz, an Stelle des veurlanbtrn Kirchenprästdenten als Vertreter des Ev. Oberkirchenrats Kirch-enrat Frohnmeyer, eine größere Reihe militärischer V«einigu,nKm mit ihren Fahnen, Abordnungen des Münchn« KL.^NktLentenv-rrbandes. Me Fei« wurde mit dem Niederländischen Dankyebet ekngeleitet, woraus Stadtrabbiner Dr. Rieger die Weihereoe hielt, in der er im Anschluß an die biblische Erzählung von der Errichtung des Denkmals in vev Tagen des Josua die dreifache Bedeutung des Gefallenendenkmals als eines Zeichens der Treue zu den Gefallenen, als eines ^»venzeugniffes für de« Amtell des deutschen Judentums am Weltkriege umo als einer Mahnung m vaterländischer Liebe schilderte. Gr schloß mit einem ergreifenden Gruß an die Gefallenen. Der Schöps« -es Denkmals, RegierungÄxmmeist-er Guggenheimer, übergab hierauf sein Werk dem Vorsitzenden des jüdischen Frontbunftes, Dr. Pick, d« es enthMte und es dem stellvertretenden Vorsitzenden d« JfraelMschen Gemeinde, Rothschild, übergab. Die Gedächtnisrede für die GesiÄlenen hteit der ehemalige Feldrabbiner Dr. Tänzer-Göppingen, ft« den Tod der Helden als eine Predigt an die LÄenden auAegte. Es folLben hierMf Kranznied«!egnngen seitens des Bürgermeifi«s Dr. Dollinger für die Stabt, seitens des Herrn Ottersbach für den Reichsbund der Kriegsbeschädigten (Gau Württemberg), des Herrn K-atzmaier für den Zentralverband der Kriegsbeschädigten (Ortsgruppe Stuttgart), durch Houptmann Ruoff für den Fvontkämpferbünd, durch Herrn Doyna für den Verein Reichsbanner, fter Vertreter des Kavallerievereins Prinz Weimar, d« Arbeitsgemeinschaft d« Regimentsvereinigungen, oes Vereins d« Olgagrenadi««, der ehemaligen 119er, des Dr. Hirsch für die Bundesleitung und den Landesverband des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, des Dr. Einstein für die K.C.Studsntenv«rhindungen. Mit dem hebräischen Gebete für die Gefall-rnen und dem gemeinsamen Gesänge des Oer Antisemitismus in -er französischen Literatur. Von W. Ol ff. In dem französischen Journal .^Comedia" ist letztens ein Arttlrcl des Redakteurs des Journals, Pierre Drison, «schienen. Er beschuldigt in diesem die Juden, daß sie das französische Theater monopolisiert und den äschetischen Geschmack des Publikums durch die „Unverschämtheit" ihrer erotischen Themen, auch -nrch die revolutionären Tendenzen ihrer Theaterstücke, verdorben haben. Er zählt eine Reihe erfolgreicher jüdischer Verfasser von Theaterstücken auf, wie zum Beispiel: Henri Bernstein, George de Porto. Tristan Berncird, Pierre Wolf, Fr. de Eroise, Alfred Savoir, Andrö Picar, Romain Lollis, Edmondß Fleg, Iaques Natanson, Jean Iaqu. Bernhard, Andre Lang. Adolph Orna und Henri Marks, die das französische Theater mit chren Theaterstücken überschwemmen. Dieser Artikel rief in der französischen Pr-rffe eine kleine Polemik hervor. Auch die Herriot-Zeitung „Ere.Rouvelle" nahm zu dieser Frage Stellung. Der Verfasser des Arttkels im ,,Err Nouvelle", Rene Visner, sagt, daß die Argumente und Por« würfe der „Lomedia" mehr für die antisemitische „Action Iran- <?aise" paßten, als wie für ein unparteiisches Kunstjournal. Gr beweist, daß von dar ganzen langen Autorenlifbe der jüdischen Schriftsteller, die die „Com6dic>" uufgezählt hat. sich kaum vier befinden, die als Juden gelten und ihre 4lbstammung nicht leugnen. Das sind Henri Bernstein, der bekannte Verfass« von .Israel", Orna. dar ein interessantes Stück aus dem jüdischrumänischen Leben geschrieben hat, Henri Alarks und Ed. Fleg. der Verfaffer der jüd-ischen „Anthologie", in der « U-ebersehungen der schönsten Werke der jüdischen Literatur, mit der Bibel anfangend und den mod«nen Schriftstellern endend, gegeben hat. Die übrigen sind haupisächtich Täuflinge und sehr „brave Antisemiten", die auf das entschiedenste leugnen, datz sie von Juden vbstammen. Uebrigens, meint Ren6 Bisn^r, was die ..Unverschämtheit" airbelangt, sind die jüdischen Theaterschrlftstell« „unschuldige Lämmchen" im Vergleich zu den echt französischen Schriftstellern, die das französische Theat« mit -einer gewissen Sortt von „Geistes- Produkten" versorgen. Die Juden konnten gut bei den Franzosen auf dem Gebiete des Zynismus und Unverschämtheit lernen. Dasselbe kann man auch zu den „revolutionären Tendenzen"' tagen. Die Juden nr-r-iden absichtlich in ihren dramatischen Werken die sozialen Momente. . Sie denken an die Liebe und sprechen von d« Liebe. Dagegen propagieren einige französische Dramaturgen in ihren.Werken die extremsten Ideen. Seine Antwort auf die'antisemitischen Vorwürfe der „Comedia" endet R. folgendermaßen: Me Juden, waren Finanzleute, Industrielle und Kaufleute. Pftrt! Sie lieben nur boS Geld, pflegte man zu sagen. Sind sie Offiziere, Beamte usw. geworden, so inszenierte man eine Dreyfusasfäre und entfernt sie aus der Armee. Jetzt haben sie die Dreistigkett zu schriststellern. So will man ihnen mit allen Kräften und hypokrittschen Mitteln die Fed« aus der Hand reißen. Morgen wird vielleicht jemand mit Artikeln gegen die Mischen Mal« und Bildhauer austreten. Wahrhaftig, die Juden sind Menschen, die vieles vertragen können. Ein altjüdisches Begräbnis. Don Wilh. W ö l k e r l i n g. Bei fast sämtlichen Kulturvölkern des Altertumes findet sich die schöne Sitte, ihre Toten in feierlicher Weise au be« statten. Auch bei den Israeliten greift dieser pietätvolle Brauch bis in die graueste Urzeit zurück. Bereits der Erzvater Abraham kaufte nach der geschichtlichen Uebcrlieseruna von dem Hethiter Ephron für sich und seine Nachkommen em Erbbegräbnis im Werte von 400 Lot Silber, um dort die treue Lebensgefährtin zur ewigen Ruhe zu betten. Das Verbrennen der Leichen fand ausnahmsweise nur im Kriege und bei Seuchen aus gesundheitlichen Gründen als harte, zwingende Notwendigkeit statt. Der grüßte Schimpf für einen verstorbenen aber war es, unbestattet zu bleiben und den Adlern und Schakalen preisgegeben zu fein; doch bewahrte man im gelobten Lande selbst die schwersten Verbrecher vor dieser entehrendsten Strafe Md beerdigte sie an einer abgelegenen Stelle. Wohlhabende Israeliten sorgten schon bei Lebzeiten für ihre einstige Ruhestätte, welche 'sie oft in die Felsen hauen ließen, indem von einem wagerechten tzaupteingavge sich rechts und links schmale Gänge, die eigentlichen Totenkammern, ab- Sweigten. Auch boten die vielen natürlichen Höhlen der jüdichen Kalksteingebirge einen sicheren Ort zur Aufstellung der ieichcn. Iu dem gleichen Zwecke baute man in der Erde auch kellerartige Gewölbe, in die eine Treppe hinabfllhrte, und umgab diese Totcnäriifte mit gärtnerischen Anlagen, unter welchen vorwiegend die dunkeln Zypressen und Cedern zu finden waren. Dem gewöhnlichen Manne blieb freilich nichts anderes übrig, dem Entschlafenen gleiü) das Grab selbst zu schaufeln, wenn nicht nähere Verwandte, gute Freunde oder Bekannte ihm die schwere Arbcit abnahmen. Gemeinsam!: Bcgrabnis-- plätze treten erst in einer viel späteren Zeit ans. Wegen der heißen Tagesiemperatur und ans reiigiöfen Rücksichten erfolgte die Bestattung in der Regel noch vor Sonnenuntergang dcs «de*. «Soft ... ... . «Vö«k öle eülftruckswüiie thvvn Abschluß nft dnem Parbdimarsch £>« Frontsoldaten «nd der F ahnenkompasnien. Skuttaart. Hier sanft kürzttch ftte zweite Tagung fter LanbrsverfamMimg statt. Der Präsident ftes Oberrates, Aegierungs. vat Dr. Rörfttinger, berichtete üb« die Arbeit unt« der neuen Verfassung. Rabbiner Dr. Stratzburger-Ulm dankte dem Oberrat für die für die Weiterbildung der Rabbiner und Religionslehrer ge. le>lsiete Arbeit, cklsftcma würbe ftt-r Frage ft« KonfefsionSsch'uK ckngehenft «örtert. Di« Schuifrage wurfte einer Kommission ffitorgetem Nachdem fter Stuttgart« Stofttr-abbiner k ftie zwölfte Klasse ansiger^ckt ist, würbe ttotz seines Mifterspruchs beschlossen, das Smibaarker BegirksrabbSnat mtt ft« Stelle ftes Mademischen ReÄckonÄe-r«- zu «rbinbon. Gleichzeittg wurde ft« Antrag des RabbinewereruS, ften Rabbk«n nach zwanzig Dienstjahren das Ausfidgen in ftie nächsthöhere Gehaltsstufe M arwähren. a-bgelehnit. Die wettere Aussprache gatt der Gestaltung des Etats. Aus der Bewegung. Berlin, flüdtsch-liberaler Jwgenftverei« Qli), Grupp« Westen, Staftkeyend Alt« Westen und Charlottenvuvg, sFührer Ernst H. SeÄgsohu und Wem« Basch, Schönebevg, Rosenhetme-vftr. 31). In den vergangenen Momo. ten haben wir eifrig Mische Geschichte artrieben, die uns schtteß. lich zur Errkstehung des Ehristentums führte. In zwei Heinrichenften haben wir ftas Reue Testament als Grmrftlage ftes Christentums und 4« seinem Ge-gensatz zum Iuftentmn besprochen, «.ü, Thema, ftas Anlaß M vog« Diskusisto« bot. Run w«fteu wks E Zett ftes Talmud kommen, über ften wtr auch eingehend' chen wevfteu. — Der letzte HeArrabenft, am 18. Juni, war ter Abend anderen Dingen gewiftiuet, und zwar wurfte Wer, Beethoven gesprochen. — Im nächste« Monat stuft auch Mehrere Ausflüge geplant. Gruppe Rv-rden, Stafttzeaenft SchVichaostr Mse mt\ Pankow, (FNhrer Ludwig Lewin, Eharlottenburg s, RtehMr. Die Gruppe Rorftsn besteht aus fting««« MihKefter» ($8 M 15 Jahre) als ftie anderen Mitglied«. Obwohl sie bet Beghutl ftieses Jahres ihre Mitglieft« unt« ften Kind«« ftes Awrr-> bachschvu Waisenhauses verlor sinfobge ttoMiisch« EinfMfe tmi Waisenhaus), hat die MkMeöerzaht ft« Gruppe jetzt «fetal eine normale Höhe «reicht. An ften Bchekbenfte« habe» wst die Geschichte ft« Richter, dann Samuel «ft Saul gefejfat totf zuletzt die verschiedenen Darstellungen von König Davift. zwischen wurfte« öfter Abende emgeschoben, an ftenen wie üb« einzelne Epochen aus ft« süftSschen Geschichte sprachen, oft«! etwas — auch einmal Rlcht-Jüfttsches lasen. Unfern nächste, Heimabend, ft« zugleich vor ften gvotze» Fersen fter letzte Gl werften wir Katt E. Fvanyos wOrnen, jjJwTOfv* *WK IZ. MM CDQttM (DO nWlB öllmS oer Berettritzoag Dr. Max May«, Berttn, Ziel und Arbett ftes religiösen LkbevÄisMrs" hier eine gnrppr gsgvündet, ft« sich bisher etwa 30 Mckgkied« ang< sen habwu Dem Vorstand gehören fohenfte Damen und H au: Herr Dr. Baruch <1. Vcksihend«), Fron Aukchel (L, yhenfte), Herr Fritz Meyer HSchnftftHv«), FvLuLetu Grefe ' verg (Kajistererin), Herr Pveftig« Göldmann. Fron Ob Fräulein Hecht. D« Verlauf ftes Abendmud ftas Programm ft« Ortsgruppe für ften Lommenfte» WMdc läßt unsere Bewegung erfreuliche Erfolge «hoffen, um st» iroefc, ftie Ortsgruppe nicht nur in Herfott» selbst, sondern auch strche^ Nachchapgüm«Md«n eine vege LWgfteL evHattea wttl, , " ... * A / A Ml H INIMmmil l<fe< I l>fe»W I Versammlungskaterrder. ji Breslau. sJMfch-Weraler Juyendo«eSn „Abraham GeStz^ Sonntag, den 12. IM 1925 Ganztagsausftng: Freibwrg, Fürstet stein« Grund, Wilhelmshöhe, Bad Sckzbnrmr. SonoHagSsichv-i Karte 4. Klaffe küs FreAmrg i. Schief, selbst lösen. Abfcchm 8^ Uhr vorm. FreiLuryW Bahnhof. TreffpaickL 8% Uhr Av-> kmrfishalle FreÄmrg« Bahnhof. Gäste roMdommen. ——. M— ■! Todestages, niemals aber bNtt» ein Leichnam während des Sabbates unbeerdigt. Aus diesem Grunde mutzen die nötig« Vorbereitungen möglichst beschleunigt werden uud dürste da rums das zuletzt gezimmerte Kämmerchen, über dessen Form sichere Auszeichnungen nicht bekannt sind, schmucklos und ohne Zierrat' gewesen sein. Um den KSrp« jedoch möglichst lange vor. Verwesung zu schiltzekn, rieb man denselben mit erhaltenden, zusammenziehenden Stoffen und wohlriechenden Salben ein, deren Hauptbestandteile Myrrhen, ein angenehm duftendes Harz.i und Aloe bildeten. Ein wirkliches Sterbehemd kannte nnw noch nicht, vielmehr wurde die Leiche in ein Leinentuch gehüllt .oder mit langen, schmalen Streifen dicht umwickelt, wie dies bei deu Aegyptern allgemein üblich war, von denen sich die Israeliten die Sitte auch wohl angeeignet hatten. Inzwischen fanden sich im Trauerhause die Klageweiber ein, welche für eine kleine Entschädigung unter Begleitung der Flöte ihre wehmütigen Weisen ertönen ließen, um so der herzzerreißenden Klage, dem persönlichen Schmerze, der religiösen Anschauung der Hinterbliebenen Ausdruck zu geben, welche, nachdem sie dem Toten durch das Zndrücken der Augen den letzten Liebesdienst getan, als Zeichen der Trauer die vordere Naht ihres Gewandes in Handbreite aufrisien. Das eigentliche Traurrkieid bestand ans grobem, dunklem Zeuge ohne Aermel. An den Füßen fehlten die Schuhe oder Sandalen, doch waren dcr Bart und das Haupthaar bei den Männern weder geschorrn noch mit Asche bestreut. Zu der Stunde des Begräbnisses fanden sich bie Leidtragenden in einfachen Kleidern ein. dem Verstorbenen aus seinem letzten Gange die letzte Ehre des Geleites zu geben. Die Träger setzten den Sarg auf die Bahre und hoben diese aus ihre Schultern. Langsam setzte sich nun der Zug zur nahen Gruft, doch außerhalb der Wohnungen, in Bewegung. Auf allen Gesichtern lag tiefer Ernst, tlnterdriicktes Schluchzen mischte sich in den einförmigen Trauergefang der Klageweiber, der auch nicht aufhörte, als man den Toten dem Schoße der Erde anvcrtraut hatte. Die s6)werinütigen Zypressen aber streckten schweigend die langen Aeste wie gewaltige Finger zum blauen .Himmel und wiesen aus den, der den Bedrückten, Verlassenen und Trauernden Trost und Erquickung spendet. Noch eine Woche walteten die Klageweiber am Grabe ihres Amtes. Gewvhnliä) verschloß bei den Wohlhabenden eine starke, dicke Tür oder ein gewaltiger Stein, den selbst die reißenden Tieft nicht beseitiaen konnten, die Stätte des Friedens, welche ais solche mit dem Namen dcs Entschlafenen versehen und durch ihre weiße Farbe kenntlich gemacht war, die alljährlich nach der Regenzeit wieder erneuert wurde.