Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 5 (1925)
- Issue
- 24 (12.6.1925)
- Date
- 1925-06-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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trtn Wlllkommensgruß 4er Kölner Rabbiner, Herr &r. A^xte r den des gleichzeitig tagenden Lehrerverbandes und gab seiner Freude über das Hand in Hanarbeiten wm Rabbiner and Lehvrr 'Ausdruck. Herr Rabbiner Dr. Koder begrüßte die Erschienenen namens des Rheintsch.We-stfWschen Rabbinerverband es und der zwei Kölner Logen, in deren Räumen die Tagung stattfand. Alsdann dankte der Vorsitzende Rabbiner Dr. Baeck - Berlin für all die «armen Worte der Begrüßung und führte aus. daß der Rhein die seelische Heimat aller deutschen Juden bis wett hinein -in den Open Europas sei. Von dort noch« das deutsche Judentum seinen Ausgang, von dort aber kamen auch die seelischen Einflüsse, der Sinn für Einfachheit, für die Reinheit des Lebenswandels, wie er sich in den rheinischen Sitlenbüchnn ausspricht, der Sinn für Ordnung und den srein'illigen Zusammenschluß, wie er irr den Gemeindeversammlungen sich kundtat. von dort auch di« schlichte Gläubigkeit, deren Vertreter die chaffide aschk-enas, die „Frommen aus Deutschland", sind. Vom Rheinland aus ging aber auch der Kampf der Andersgläubigen für die Emanzipation der Anden. Der rheinische Provinziallandtag war es, der -in den 40er Jahren erst abwehrend gegen die geplante Entrechtung der Anden auftrat und dann positiv ihr Bürgerrecht in vollstem Umfang forderte. An die Eröffnung schloß sich ein Mahl an, das alle Erschienenen oereinte und das die Gastlichkeit der Kölner Gemeinde erneut zeigte. Der Abend schloß mit einem vom Rabbinerverband für die Kölner Gemeinde veranstalteten öffentlichen Dortrag von Rabbiner D r. S e l -i g m a n n aus Frankfurt a. M. An einem der größten Säle, in der Molkerburg, sprach er über „Gvttessucher im Judentum". Er schilderte die verschiedenen Formen der jüdischen Frömmigkeit, die naive, hingebende, schlichte Gläubigkeit der Psalmen sänge, der biblischen Erzähler des Chassidismus, die fordernde, heischende Frömmigkeit der Propheten, die die unauflösliche Verbindung von Religion und Sittlichkeit herstellten, die rabbinische Frömmigkeit, die'-in, der Ausübung des Gebotes Gott sucht und das ganze Leben mit Gott -in Verbindung setzen rollt, die religionsphilosophische Frömmigkeit, hie rm Denken und Verstand gipfelt. Cr zeigt;, wie das nicht etwa Epochen sind, die abwechseln, sondern wie alldiese Woge der Frömmigkeit ständig gegangen werden, wie mau sich me mit dem Besitz der Offenbarung begnügt hat und in ihm. schon Befriedigung fand, foVöeun wie man immer darum rang und im steten Suchen war gemäß dem Worte des Talmuds, daß das Prophetenwort: „Suchet mich, so werdet ihr leben" die ganze Thora aufwiegt. Seine Ausführungen schlossen damit, daß auch in unseren Tagen ein Weg gesucht werden muß zur Gläubigkeit und zur selbstverständlichen Bewußtheit der Verbindung mit Gott. Am Vormittag des 3. Juni begann pünktlich um 9 Uhr die Tagung mit der Eröffnungsansprache von B a e ck - Berlin. An ihr wies er darauf hin, daß die Sorge um den Nachwuchs, die in den letzten Jahren so brennend war, anscheinend zu weichen beginne. Albe drei Anstalten Deutschlands seien in diesem Semester gut von. Neueingetretenen beschickt. Er brachte mit Dank zum Ausdruck, daß es wieder -eine Theologie zu geben anfange, nicht mehr wie so vielfach in früherer Feit eine Forschung, der das Judentum bloß Lsieratur und Archäologie ist, sondern Problem und Aufgabe. Er sprach davon, daß. im Rabbinerverband alle Achtungen vereinigt sind und jeder vor der UeWrzeugung des. anderen Rospekt habe und führte aus, wie Iie Richtung Ausdruck der Persönlichkeit fein soll", daß es aber das Kläglichste und Tödlichste ist. wenn „die PecsMlichksit>-nur Ausdruck der Richtung, nur Prägung der Richtung ist". Er gedachte sodqnn der. seit der letzten Tagung Verschiedenen, insbesondere des verewigten^ Vorsitzenden Nobel und des Vorstandsmitgliedes Kopfstein. Für. einer: jeden der Heimgegangenen fand er treffende Worte der Charakterisierung der Persönlichkeit. Das erste wissenschuftliche Referat hielt Rabbiner Dr. -25 i c n e r - tz t-e H i n über . üüdifche und griechische Elemente in Maimums Gotteslehre". Er zeigte wie bei M-annonides, auch da, wo er unter dem Einfluß der aristotelischen Philosophie steht, das Jüdische durchbricht und er in bewußter Abweichung dem persönlichen Gott der Bibel zum- Endergebnis allen Denkens erhebt. Den Geschäftsbericht. erstattete Rabt>-i»ner D r. Di cn cman n-Osfenbach a. M.: Gott ist! Bon Rabbiner Dr. Gotischalk. Gott ist - 3n jedem stillen Seufzer, Der einer Mutter Herz zerbricht. Gott ist - In jeder leisen Träne Ans eines Armen Angesicht. Gott ist - In jedes KiMems Aachen, Das seine Weit so schön erhellt. Gott ist - In jedem toten Leibe, Oer in bas ewge Nichts zerfM. Gott ist - In jedes Donners Ärausen, One nrujestätisch^ uns erschreckt. Gott ist - In j^dem milden Strahlen Das uns zu neuem Lichte weckt, gtotf ist — 3ft jedem Liebesglühen. Das Seelen aneinanderflicht. Gott ist - In jedem Heilgen Kämpfen einen Strahl des Himmelslichts. Gott ist - In stillen Sabbatkerzen, Oie drmnisvoll für Ihn. oerzchn. Gott ist — In stiller Btter Herze«, Ott fromm in Andacht vor ihm stehn. Gott ist - Auf kühner Denker Stirne. Gott ist — Musik, Hie uns beschwingt. irr führte Ms, daß es'!n einer Reihe von Gemeinden gelungen sei, der Forderung des vorigen Verbandstages nach Eingrappierung in die angemessene Besoldungsgruppe Erfüllung zu verschaffen, daß es aber in einer Anzahl von Gemeinden noch nicht gelungen sei. Völlig mißlungen seien die Bemühungen, der Forderung deS vorigen' Berhandstages nach Einbeziehung des Ralchlners in den Vorstand Erfüllung zu sichern. Er fchilderte dte Schwierigkeiten der Verhandlungen «tt dein Gemein- Len. Er legte ferner Rechenschaft von der vielfachen Tätigkeit des Verbandes ob, feine Bemühungen bei der Lösung der mannigfachen dem deutschen Judentum gefetzten Ideellen Aufgaben führenmitzuhelfen. An der Debatte zum Geschäftsbericht kamen die mannigfachen Wünsche nach Verbreitung und Antenisivierung der Tätigk^t und Einflußnahme des Verbandes zum Ausdruck, insbesondere wurde Über die im preußischen Landesverband« zur Behandlung kommenden Lehrpläne für den Religionsunterricht gesprochen. Mit Nachdruck ward« über die Schächtfrage und die gegen das Schächten gerichtete Agitation gesprochen. Herr Rabbiner D r. Kober hielt ein Referat über „Das Geistesleben des rheinischen Arr-eirbrms"; in wissenschaftlicher Vertiefung zeigte er an den verschiedenen großen Persönlichkeiten die Einflüsse, die von dem rheinischen Judentum in der Talmudforschung, in -er Morattiteratur, in -er Gebetsschöpfung ausgingen und bis nach Spanien reichten und er verdeutlichte die Selbständigkeit und Eigenart dieses deutscheu jüdischen Geistes. Imponierend wirkte die Fülle der Persönlichkeiten, die an dem Hörer vorübergogen, und die Größe ihrer Leistung. Der Nachmittag brachte ein Referat von H-or ov itz-Frankfurt a. M. „Der Rabbiner und die soziale Arbeit" Er schilderte an der Hand von zahlreichen Talmudzilaten die jüdische Auffassung über Sozialarbeit und wandte sich dann im einzelnen den Fragen und Ausgaben der Gegenwart zu, wobei die Sexualethik und die Fürsorge für psychopathische Kinder besonders Beachtung fand. Er forderte die Einrichtung von Fortbildungskursen für soziale Arbeit an allen Rabbinerbildungsanstalten, Fachvorlesungen darüber im Lehrplan der Anstalten, Einrichtungen v-on Kursen in den Großgemeinden, an deren Instituten man lernen könne. An einem Korreferat führte Herr Rabbiner Dr. Levi-Mainz die Frage ergänzend weiter, er gab die einschlägige in der Hand des Rabbiners unentbehrliche Literatur an, die verschiedenen Handbücher, die den Stand der modernen Gesetzgebung wiedersptegette. Auch er forderte die Einbeziehung dieses Kreises in den Lehrplan der Seminarien, und daß jeder Rabbiner vor seiner Anstellung mindestens Yi Jahr bei einer WMsahrtsanfialt arbeiten sollte. Referent und Korreferent forderten ferner gemeinsam, daß bei den Großgemeinden die Anstellung von Theologen als Sozialbeamten im Hauptamt beantragt werde. Eine ausgiebige Debatte knüpfte sich an diesen Punkt und fand ihren Ausklang in der Bestellung einer Kommission, die ständig die sozialen Fragen bearbeiten solle und die alle in dieser Debatte gegebenen Anregungen verarbeiten solle. Es wurde außerdem die folgende Entschließung gefaßt: „Der allgemeine Rabbinerverband beschäftigte sich auf seiner Hauptversammlung ln Köln mit den sozialen Aufgaben der Gegenwart und erklärt entsprechend den Forderungen des Iudenkums die Fürsorge für die männliche und weibliche Äugend als eine der dringendsten Pflichten aller berufenen Kreise." Zum Schluß referierte Rabbiner Dr. Rosenthal -Köln über „Me Universität m Jerusalem". Mit besonderem Nachdruck -ist die Gastlichkeit der Kölner Gemeindtz hervorzuhrben, die die Erschienenen liebevoll bewirtete. Die Tagung bot ein Bild von der unausgesetzten starken Einflußnahme der deutschen Rabbiner auf alle Zweige des Mischen Lebens» von ihrem unausgesetzten Ringen um wissenschaftliche und sozialpädag»gische Vertiefung 'und von dem Ernst, mit dem sie die verantwortungsvolle Verpflichtung ihrer Führerstellung empfinden. Gott ist - Im Iubeln, freußgen Danken, Das aus beglückter- Seele dringt. Gott ist - Im Sausen aller Räber. Gott ist - In jedes Windes Wehn. Gott ist - In jedes Steins Geäder. Gott ist — Auch Venn wir von ihm gehn! Chaim Satzamon und fein Denkmal. Ein polnischer Jude für die Unabhängigkeit Amerikas. Bon FofefGrob. Der Verband der polnischen Luden in Amerika hat in einer seiner letzten Sitzungen beschlossen, seinem Landsmann, einem der ersten, möglicherweise dem ersten jüdischen Einwanderer aus Polen in der neuen Welt. Chaim Salamou, ein Denkmal zu errichten. Die Neivyorker Stadtverwaltung hat bereits die Bewilligung zur Errichtung dieses Denkmals am Madison- Square erteilt und dieser Platz scheint wohl der passendste für ein Salamon-Denkmal zu sein. Die Stadt Newyork will eine große Dankesschuld an Chaim Solomon abtragen, indem sie für den Mann, der vor 150 Jahren für dte Unabhängigkeit Amerikas so viel geleistet Hai» den schönsten. Platz bereitstelll, auf dem fein Denkmal von seinen Lairdskevten errichtet werden soll. Als Belohnung für die große/Summe, die Chaim Salamon seinerzeit dem Präsidenten Madkson in uneigennützigster Weise geliehen und die weder er noch seine Nachkommen jemals zurückerhalten haben, ist ihm der Mndison-Square zugewiesen worden. Dort wird in kürzester Seit das erste Standbild für einen polnischen Juden enthüllt werden: das Monument Chaim Salamons. Drei Männer aus Polen haben sich um di« Unabhängigkeit Amerikas große Verdienste erworben, die beiden Schlachtenhelden Ptlaski und Kosciuszk», die in der amerikanischen Ar»«« Hervorragendes geleistet haben und der Dritte war der Jude Lyaim Salamon, der sein ganzes Vermögen zur Erhaltung der Armee hergegeben hat. Ohne diese Geldmittel hätte sich die Armee keinesfalls erhalten können, sie hätte verhungern müssen. Die zwei Erstgenannten sind bereits wetfad» von den Bereinigten Staaten geehrt worden, indem viele Gassen und Straßen Aus den Gemeinden. Berlin. Am letzten Sonntag fand in Verbindung mit dein üblichen Gottesdienst die feierliche Einführung des neuen Preist., gers Dr. RvZenthal aus 5>örde i. W. ln fein neues Amt als Prediger der Berliner jüdischen Reformgcmeinde statt. Umgeben von den anderen beiden Amtskottegen. Dr. Ielski und Dr. Lehmann, wurde er zunächst vom Borsitzenden des Vorstandes. Herrn Pincus und dem Repräfentantenvorfteher Herrn Holz willkommen geheißen. In seiner Predigt erörterte Herr Rosentlir.1 zwei Gedanken: Offenbarung im Sinne der jüdischen Lebre und Entwicklung des liberalen Judentums bis zum Reformjudentum. Er streifte* dann die Gegensätze Ethik und Prophetie, Tradition und Form und gelangte schließlich zu dem Satz: das alles Dufammenhaltende ist ein Gott, eine Sittlichkeit, eine Menschheit! Berlin. In der Sitzung des Kuratoriumsder Friedrich. Wilhelm-Biktoria-Stiftung vom 3. Juni d. I. find eine Reihe von Bersicherungsfragen von allgemeiner Bedeutung zur Beschlutz, fassung gelangt. Es wurde festgestelit, daß die Zahl der vortiegen. den Subventionsanträge eine überraschende Höhe bereits erreicht hat. Einige Mißstände, die sich in der Praxis herausgestellt haben, sollen durch nachstehende Beschlüsse abgestellt werden. 1. Subventionen sollen weiterhin nur bewilligt werden zu Versicherungen, die im allgemeinen nicht vor dem 10. Lebensjahre der Versicherten zur Auszahlung gelange:,. 2. An Angestellte jüdischer Büros werden Subventionen mir gewährt, wenn sie mindestens seit drei Jahren im Dienste jüdischer Organisationen stehen. 3. Den 'Versicherungsnehmern soll empfohlen werden, den Beginn der Versicherung auf ca. 4 Wochen nach Stellung des Antrages festzusetzen, damit zum ersten Zahlungstermin bereits die Bewilligung des Zuschusses seitens der Friedrich-Wilhelm- Viktoria-Stlftung vorliegt. Bonn. Am 3. Mai d. I. wurde in Bonn eine neue Loae gegründet, die den Namen Lildwig-Philippson-Loge führt. Eiwa 300 Brüder waren von nah und fern herbeigeeilt, nur der Gründungsfeier der Loge, die mit GO Mitgliedern eiojinet wurde, beizurvohnen. Herr Dr. Walter, Berlin, leitete als Vertreter der Großloge die Veranstaltung, während Rechtsanwalt Heinz Frank. Köt«, die Beantten in ihr neues Am: einführte. Die Festrede hielt Herr Staats rat a. D. Dr. Cvh», Dessau. Er entwarf ein cmschauliches Bild Philippsous und stellte fein Wesen und Wirken als unvergängliches Vocbild idealen Schaffens auch für unsere Gegenwart dar. Ehrend gedachte der Redner auch seinem Onkels, des verenügten Bonner Rabbiners Dr. Falk Cohn, der ein Landsmann Philippsons war und dessen Sohn, Rechtsanwalt Dr. Mar Cohn, zum eriten Präsidenten der neuen Loge gewühlt morden ist. Mögen die herzlichen und zahlreichen Glückwünsche, die der neuen Loge von allen Seiten ausgesprochen wurden, in Erfüllung gehen. Bremen. In der Bremer Bürgerschaft haben die Deutickvölkischen folgende Einträge eingebracht: „Wie stellt sich der Senat zu der wiederholt in der Oeffentlichkeit und auch von Bremer christlichen Schlächtern aufgeworfene Frage, ob cs uod) weiter geduldet werden muß. daß Angestellte der jüdischen Gemeinde'Bremens auf dem Schlachthof die Tiere in einer Weise töten, die dem christlich-sittliche» Empfinden des deutschen Volkes und der Kultur des 20. Iahrhuaderts Hohn sprechen? Das Schächten der Tiere stellt eine bestialisgio Tierquälerei dar. gegen die u. a. auch der Tierschutz-Verband Deutschland entschieden Stellung genommen hat." Breslau. Mit Unterstützung der Synagogengemeinde Breslau und des Verbandes der Synagogengemeinüen in den Bezirken Breslau und Liegnitz findet in den Tagen vom 1. dis zum 6. Juli d. I. hier ein Fortbildungskursus für Lehrer und Kultus-- beamte statt. Die Dozenten des Rabbiner-Seminars und die Gemeinderabbinrr haben sich als Vortragende zur Verfügung gestellt. Die Vorträge haben, die Berufspraxis in erster Linie zum Gegenstands. Auch die kantorale Fortbildund soll berücksichtigt werden. Cr wäre zu wünschen, daß die Gemeinde« beamten sich recht zahlreich «m diesen Kursen beteiligten und die Gemeindeoerwaltrmgen ihnen die Teilnahme in jeder Beziehung ermöglichten, weil die VorteUe daraus letzten Endes den Gemeinden wieder zugute kommen. Caffel. Der hiesige Speiseverein, der durchreisenden Arm« an Sabbaten und Feiertagen» ebenso den Gefangenen Mbrend der Passahseiertage rituelle Kost verabreicht, hielt in letzter, Woche eine bedauerlicherweise schwach besuchte GeneraloerjamM lung ab. Geschäftsbericht und Borftandswahl, die zur Wiederwahl des bisherigen Vorstandes führte, füllten die Tagesordma-i „» .HU I .. in zahlreichen Städten Amerikas nach -ihnen bennant wurde«, Und nun bekommt auch der Dritte seinen Lohn durch Errichtuaeines Denkmals im schönsten Newyorker Viertel. Als die Engländer Chaim Salamon für feine Anhänglichkeit an Amerika ins Gefängnis warfen, war er stoch ein „Grüner er weilte nämlich dort erst kurze Zeit. Und doch war er fcho« mehrfach in die Gefahr geraten, für feine aufopferungsvolle Treue zur neuen Heimat, das Leben zu verlieren. Sein grötztes Verdienst jedoch war, daß er fein ganzes Vermögen der ArNee, die für die Unabhängigkeit Amerikas kämpfte, zum Opfer bracht«. Er war. als er nach Amerika kam, sehr jung, und ist auch ir verhältnismäßig jungen Jahren gestorben. Der Tod ereilte ihn in seinem 45. Lebensjahre. Fünfzehn Jahre hatte er auf amerikanischem Boden verbracht. Er hatte Polen verlassen, als das Land zerstückelt wurde, weil er das Unrecht, das der Heimat feiner Jugend zugefügt wurde, nicht mtt ansehen konnte. In dem neu aufstrebenden Lande Amerika, das um feine Unabhängigkeit rang, hatte er die Freiheit gesucht. Im Jahre 1740 in Lissa, einem polnischen Städtchen der Posener Gegend geboren, wanderte er im Jahre 1771 noch Amerika aus. Schon 1776 machte er sich den Engländern durch seinen eifrigen Patriotismus verdächtig und wurde von ihnen verhaftet. Bald nach feiner Enthaftung wurde er unter der Beschuldigung, daß er einen 2lnschlag gegen die im Hafen von Newyork liegenden englischen Schiffe geplant habe, neuerlich in Hast genommen, vor ein englisches Kriegsgericht gestellt and zum Tode verurteitt. Es gelang ihm jedoch nach Philadelphrawo der Konrinental-Kongretz tagte, zu flüchten und so dem Tode zu entgehen. Dort bemühte er sich, in die amerikanische Armee ausgenommen zu werden, doch wurde er wegen seimr gänzlichen körperlichen Untanglichkeit abgewiesen und so suchie er nun auf andere Weise dem Befreiungskämpfe seiner neaen Heimat zu dienen. Die Gelegenheit dazu wurde ihm in kurzer Zeit dadurch gÄioten, daß er sich im großen Umfange an der Finanzierung des Krieges beteiligen konnte. In den Kriegs' archioen finoe» sich Urkunden, aus denen ersichtlich ist, daß Chaim Salamon die rechte Hand des damaligen Finanzmiuifiers Rodert Morris war und chm durch die Berettstelumg von Geldmtttet« unschätzbare Dienste geleistet hat. Salamon war ziemlich gebildet und beherrschte mehrere Sprachen. Bor allein aber mar er ein Finanzgenie und ein ausgezeichneter Administrator. Wegen dieser Fähigkeiten wurde er von Robett Morrr? zum Führer des Bolksfonds bestimmt. Ebenso wurde ihm da^ Ehrenamt des Finanzvertreters übergeben, der die Aufgabe hatte, aus Frankreich, Spanien, Holland und anderen Ländern, die die amerikanische Revolution unterstützten, die Gelder nach Amerika hinüber zu bringen. In seiner Bescheidenheit lehnte