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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-06-12 · 24 (12.6.1925) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
24 (12.6.1925)
Date
1925-06-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Werbt neue Mitglieder und Abonnenten! aus. Daran anschließend tagte der jüdische Armenverein, dessen Geschäfte von Herrn Elsbach mit großem Eifer ehrenamtlich erledigt werden. Zur rationelleren Erfüllung seiner Aufgaben bedarf der Verein größere Geldzumendunaen. Darum wurde beantragt, die Gemeindeältesten um Erhöhung des Zuschusses, der 500 Mark beträgt zu ersuchen; auch d,e Landgemeinden sollten im eigenen Interesse die Wcinderarmenfürsorge eifriger unterstützen. Der Vorstand wurde wiedergewählt. Cassel. Zum Nachfolger des verstorbenen Kreisoorstehers 3. Speier in Melsungen ist Gemcindeältester Max Schloß in Gensungen zum Kreisvorsteher gewählt worden. Cassel. Die seit mehr als 33 Jahren im Dienste der israelitischen Gemeinde und des israelitischen Frauenvereins sichende Beamtin. Frau Katz, konnte dieser Tage unter lebhafter Anteilnahme weiter Kreise der jüdischen Bevölkerung ihren 70. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische begehen. Eschwege. Die seit säst 100 Jahren bestehende Synagoge unserer. Gemeinde konnte nach erfolgter Renovierung durch die Casseler Firma Gebrüder Hallo am Wochenfeste wieder feierlichst ihrer Bestimmung übergeben werden. In dem neuen geschmackvollen Gewände macht das Gotteshaus einen angenehmen und erhebenden Eindruck. Kreisrabbiner Dr. Baßfreund sprach bei der gottesdienstlichen Feier über Psalm 118, B. 24. Frankenberg. Die in ihrem Bestand gefährdete israelitische Volksschule ist dadurch erhalten geblieben, daß verschiedene Eltern, die ihre Kinder der höheren Privatschule zugeführt hatten, dieselben abmeldeten und die Volksschule wieder besuchen ließen. Greifswald. Ein Gustav-Dalmann-Institut soll hier ins Leben gerufen werden, im Hinblick auf den 70. Geburtstag von Professor Gustav Dalmann, der an der dortigen Universität die Anfänge eines Palästina-Institutes geschaffen hat. In dem Institut sollen diejenigen Zweige der theologischen Forfchvng eine bleibende Pflegestälte finden, in denen Dalmann bahnbrechend gewesen ist: die Palästina-Kunde sonne die Geschichte und Religion des palästinensischen Judentums in ihrem Zusammenhang mit der Bibel-Wissenschaft. Magdeburg. Lehrer Alexander aus Hamburg ist in gleicher Eigenschaft an die hiesige Religionsschule berufen; er tritt am 1. Juli fein Amt an. Niendorf. Vom jüdischen Frauenbund wurde an der Ostsee am 1. Juni ein Erholungsheim für Sozialbeamtinnen eröffnet. Das Heim bietet einen sehr behaglichen Aufenthalt bei einem Pensionspreis von 4,30 Mark proTag. Meldungen für die Sommermonate werden möglichst bald an die Geschäftsstelle des jüdischen Frauenbundes, Berlin C2, Rosenstraße 2/4, erbeten. r 8 r Der jüdische Sprechsaal! 8! Die Spradienfrage im jüdischen Gottesdienst. , Es dürfte sicherlich von besonderem Interesse und der Sache dienlich sein, in dieser Frage auch eine Stimme aus der Provinz, in welcher die gottesdienstlichen Fragen anders. geartet find als in der Reichshauptstadt, nicht unbeachtet zu lassen. Wenn man dem Problem nähertreten will, welch« von den beiden Sprachen, die hebräische oder die deutsche, für dm Gebrauch im jüdischen Gottesdienst geeigneter und zweckdienlicher ist, so ist es wohl das Naheliegendste, zunächst die Gründe einer kritischen Beleuchtung zu unterziehen, welche für die Beibehaltung und evtl, auch eine Verbreiterung der hebräischen Sprache sprechen, sowie auch die Gründe zu beleuchten, welche für eine teilweise Umwandlung in die deutsche Sprache angeführt werden können: Was^ spricht für die Beibehaltung der hebräischen Sprache? 3k hebräische Sprache ist die Sprache unserer Väter, in welcher unsere heiligen Schriften geschrieben sind und in der uns die weltbewegende Offenbarung am Sinai geworden ist.. Die hebräische Sprache ist seit Jahrtausenden die Gebetssprache des jüdifcheu Volkes. Sie ist gewissermaßen untrennbar in unsere Liturgie hineingewachsen. Vielleicht ist es auch nicht falsch zu sagen, d«h unsere gottesdienstliche Liturgie aus ihr herausgewachsen ist. In der deutschen Sprache verrichten wir alle profanen Dmge des täglichen Lebens; die hebräische Sprache ist seit undenklichen Generationen dem Gottesdienst geweiht. Salamon jede Belohnung ab und juckte auch sonst jedes Hervortun zu vermeiden, fo daß feine hervorragenden Leistungen in der breiten Öffentlichkeit fast ganz unbekannt blieben. Nur die Anführer der Freiheitsrevolution wußten die Verdienste Ehaim Salamons zu schätzen und halten diesen polnischen Juden in ihr Herz geschlossen. Fm Taaebuche Robert Morris ist sein Name auf jeder Seite erwähnt, immer mit dem Hinweis darauf, daß Ehaim Salamon die Armee mit allen: Notigen versorgt habe. So heißt es an einer Stelle: „Ich schickte am Salamon, um ihn mit der schwierigen Aufgabe zu betrauen, alle möglichen Mittel in Bewegung zu setzen, um sür die Armee Geld zu bekommen." An einer anderen Stelle sagt Morris: „Salamon war bei mir und ich bat ihn, keinen Stein auf seinem Platze zu lassen, um nur Geld für unseren heiligen Zweck zu erlangen." Ueber 200 000 Dollar hat Ehaim Salamon dem Finanzminister aus eigenen Mitteln übergeben und nicht nur keinen einzigen Cent zurückbekommen, sondern auch jeden Dank abgelehnt. Die meisten Mitglieder des Kontinental-Kongresses hatten nicht die nötigen Mittel, sich auch nur einen Tag lang zu erhalten. Sie hätten verhungern müssen, wenn ihnen Ehaim Salamon nicht geholfen hätte. In den Büchern der ersten vom Kontinental-Kongresse gegründeten Bank sind nachstehende führende Persönlichkeiten genannt, die von Ehaim Salamon Geld erhalten haben: James Madison, späterer Präsident der Vereinigten Staaten Amerikas. Thomas Iefferson, ebenfalls Präsident; Artur £ie; Robert Morris- Cdmond Randolf, General Stubin, ferner der Vorsitzende des Kongresses, der erste Gouverneur der Nord-West- Territorien und noch eine Reihe anderer Funktionäre. Madison schrieb damals an Eömond Randolf: „Eine längere Zeit schon lebe ich auf Rechnung Ehaim Salamons." Randolf, der selbst auf Salamons Zuwendungen angewiesen war, aber von einem natürlichen Neidgefühl nicht frei zu sein schien, antwortete, wiewohl er von der völligen Selbstlosigkeit Salamons überzeugt war, mit der Frage, wieviel Prozente wohl Salamon für seine Unterstützungen bekomme. Darauf erhielt er unvermittelt eine Erwiderung, die der achtenswerten Gesinnung Madisons ein ehrenwertes Zeugnis ausstellt. Madison schreibt: »„Die Lage meiner Brüder — gemeint sind die Kongreßmitglieder und die Kampfer in der Armee — ist eine schreckliche. Ich schäme mich oft davon zu sprechen. Die Not jedoch ist derart groß, daß ich sie nicht verschweigen kann. Die herzliche Güte aber unseres kleinen, lieben Freundes von Frontstreet schützt uns vor bitterer Verzweiflung. Ich nehme seine Unterstützungen mit großem seelischen Schmerze entgegen, weU er auf keinen Fall auch nur einen Dank annehmen will. Für jeden notbedürftigen Delegierten des Kongresses gibt er mit der größten Freude Die hebräische Sprache ist wohl die einzige in der Welt, in welcher man uns Juden noch nicht beleidigt und geschmäht hat. — In dieser Sprache versteht uns jeder ausländische Jude aus allen Erdteilen, welcher unseren Gottesdienst besucht. — Sie ist das einigende Band, welches alle Juden des Universums umschließt. Die gewaltige Schönheit und die elementare Kraft, welche aus dem hebräischen Gebet zum Herzen eines gottesfürchtigen, religiösen Juden, welcher Richtung er auch angehöre, spricht, ist niemals, — zum wenigsten auch in der Tiefe der Empfindung, — durch eine, wenn auch noch so gute deutsche Uebersenung zu ersetzen. Eine solche würde doch ^nur als eine Verwässerung unserer Gefühle empfunden werden. Und nun. welche Gründe können für eine Uebertragung des hebräischen Gebettextes in die deutsche Sprache im Gotteshause sprechen? Meines Erachtens können unsere Reformer hierfür nur einen einzigen Gruno ins Treffen führen und das ist die Unkenntnis der hebräischen Sprache bei unserer heutigen Generation, namentlich der Jugend. Und einzig und allein diesem Umstande zuliebe sollen wir eines unserer edelsten Güter, unser Loschaun hakaudesch, aus unserem Heiligtume, das ihr bisher die Heimat war. bannen? Darauf kann h nnr ein entschiedenes Nein geben! Der Extrakt aber, den diese Betrachtung in uns auslöfen muß und der beste Rat, den ich in dieser Angelegenheit geben kann, ist der Appell an alle jüdischen Eltern, Vormünder und Erzieher, - ihren Kindern und Schutzbefohlenen die hebräische Sprache zugängig zu machen! Schickt eure Kinder, auch die reifere Jugend in unsere Religionsschulen, damit sie Hebräisch lernen! Mit zwanzig Jahren soll jeder Jude und jede Jüdin unsere heilige Sprache so beherrschen, daß sie unser Gebetbuch voll und ganz verstehen. — Mit der Kenntnis der hebräischen Sprache würde auch die Liebe zu dieser Sprache wiederkehren und die Wünsche nach einer Verdeutschung von selbst verstummen. — Laßt eure Kinder Hebräisch lernen! Ihr würdet damit nicht nur unendlich viel zur Verinnerlichung unserer Religion und zur Erhaltung des Judentums beitragen, ihr würdet euren Lieben damit auch eine nie versiegende Quelle hohen ästhetischen Genusses und seelischer Befriedigung bieten! Ihr würdet Ewigkeitswerte schaffen! Und auch jenen wildftürmenden Reformern, welche lieber heute als morgen jede durch Jahrtausende geheiligte Traditionen zertrünrmern möchten, olyne etwas Gleichwertiges an seine Stelle setzen zu können, möchte ich die Worte jenes deutschen Dichters, der dem jüdischen Volk entstammte und dessen religiöse Richtung auch wohl diesen Herren sicher unverdächtig erscheinen durfte, in ErinneruAg bringen, ich meine den Rat, den der todkranke Heinrich Heine feiner Fron gibt: „Das Berfänmte nachzuholen und Hebräisch zn erlernen." Zum Schluffe noch eine Frage an jene Herren, welche die Verdeutschung des hebräischen Gottesdienstes fo warm befürworten. Welche Wirkung erwarten sie von einem solchen Schritte? Hier in Hamburg sind es einige Dutzend liberaler Juden, allerdings von positiver Einstellung, welche die Sabbat-Gottesdienste durch ihren Besuch aufrechterhalten und so die heilige Opferflamme auf den Altären nuferer liberalen Gotteshäuser während des ganzen Jahres wach erhalten. Und ähnlich wie in Hamburg dürste es auch diesbezüglich in den anderen Großstädten des Deutschen Reiches bestellt sein. Diese gewiß wertvollen Kreise des liberalen Judentums, welche allerdings ihren Liberalismus nicht im Indifferentismus erblicken, würde man durch die in Frage kommende Maßnahme ohne weiteres der Orthodoxie in die Arme treiben. Aber auch unter denen, die das Gotteshaus leider nur ein, oder höchstens zweimal im Jahr besuchen, befindet sich ein sehr hoher Prozentsatz, welcher sich rveniastens in diesen Tagen an unseren altehrwürvigen, ihnen von Kindheit an liebgewordenen hebräischen Gebeten und Gesängen erbauen möchte. Es ist daher die Möglichkeit durchaus nicht von der Hand zu weifen, daß die betreffenden Herren durch eine Verdeutschung des Gottesdienstes eine Spaltung im liberalen Lager Hervorrufen würden, und das ist meines Erachtens gerade dasjenige, was wir Liberalen unter allen Umständen zn verhüten haben. Hamburg, Juni 1925. C. S. Samson. jeden Betrag aus eigener Tasche. So groß ist das patriotische Gefühl unseres kleinen, lieben Freundes für feine neue Heimat/' Wenige Jahre spater, als sich Amerika seine Unabhängigkeit erkämpft hatte, starb Ehaim Salamon, der kleine Held des amerikanischen Befreiungskrieges, als armer Mann, eines frühen Todes und. ließ eine Junge Witwe mit zwei kleinen unversorgten Kindern zurück. Laut Ausweisen blieb ihm der amerikanische Staat den Betrag von 660 000 Dollars schuldig. Die Erben Salamons wendeten sich einige Male an den Kongreß und verlangten die Rückerstattung der alten Schuld, jedoch ohne Erfolg, wiewohl sich die meisten Senats- und Kongreßkomitees. die diese Angelegenheit behandelten, fürdie Rückerstattung erklärten. Im Senatsbericht des Jahres 1850 ist folgendes über Ehaim Salamon erwähnt: Er half der Regierung mit großen Anleihen aus eigenen Mitteln und stützte stets oie Männer, die im Freiheitskampfe standen/' Zur Rückerstattung auch nur eines Teiles der Schuld ist $ aber nicht gekommen. 3m Fahre 1893 wurde in einer Kongreßsitzung über einen Vorschlag verhandelt, der dahin ging, eine „Salamon-Goldmedaille" zu prägen, wofür die 'Erben auf ihre Ansprüche an den Staat verzichten sollten. Dieser Vorschlag hat jedoch keine Mehrheit gesunden. Und so blieb Amerika durch 150 Jahre nicht nur der Geldschuldner des polnischen Juden Ehaim Salamon, sondern auch der ehrlich verdiente Dank und die Anerkennung sind dem Toten oorenthalten geblieben. Nun aber gehen seine Landsleute in Amerika daran, diese Schuld an den längst bahtngegangenen Glaubensbrüder abzutragen, indem sie den Beschluß faßten, in ihren Kreisen den Betrag aufzubringen, der zur Ernchtnng eines würdigen Denkmals für den opferwilligen Mitarbeiter an dem großen Befreinngswerke erforderlich ist. Wem es sich dabei auch in erster Linie um eine private Aktion handelt, so beweist doch das bereitwillige Entgegenkommen der offiziellen Kreise, daß der Staat diese Angelegenheit zu seiner eigenen gemacht hat. Es ist in der Tat von nicht geringer Bedeutung, daß einer der schönsten Plätze der nordamenkanischen Kapitale dazu bestimmt ist, das erste Denkmal eines polnischen Juden, das Denkmal Eyatm Salamons, aufzunehmen. _ Kanaans Blumenflor. Bon Wilhelm Wölkerling. Wenn die zurückaekehrten Kundschafter das Land Kanaan als ein Stück Erde schilderten, in welchem „Milch und Honig" qI Berlin. (Liberaler Syyagogenverein Norden.) Ain Sonnabend, den 27. Juni, findet im Garten des Auerdachfchcn Waisenhauses, Schönhauser Allee 162, ein Sommcrfesi des Be-! zirks Norden statt. Näheres in der nächsten Nummer der! Jüdisch-liberalen Zeitung. j Berlin. (Liberaler Synagogenverein Norden.) Geschäftsstelle: Arthur Zander, Berlin <164, Linienstraße 45 (Norden 9233). Der Gottesdienst in der Synagoge Schönhauser Allee 162 beginnt am Freitag abend 7,15 Uyr; am Sonnabend, vormittag; 10 Uhr. Predigt: Rabbiner Dr. Salomonski. '■ Beitrittserklärungen zum Synagogenverein sowie alle An-! fragen sind an unsere Geschäftsstelle zu richten. Bei dieser! sind auch noch Platzkarten für die hohen Feiertage zu haben. , Berlin. (Jüdisch-liberaler Iuaendvercitt, e. B.) Am Sonn-! tag, den 14. Juni: Mitteldeutscher Gautag in Brandenburg. Zugverbindungen: Potsdamer Fernbabnhof '8,15 Uhr morgens. j Stadtbahn: ab Eharlottenburg 7,46 Uhr (Umsteigen in Potsi dam). Wannfeeebahn ab Wannseebahnyof 7,30 Uhr (Umsteigen! in Potsdam). Fahrt bis Brandenburg. Gemeinsame Wände-! rung. sowie sportliche Weltkämpfe. Ankunft in Berlin gegen j 9 Uhr abends. - BÜCHERSCHAU. M+4 Ui Das deutsch« Judentum und seine jüdischen Gegner. Von Dr. Jacob Marx, Rechtsanwalt in Karlsruhe. (Berlin 1925, Philo- Verlag, broschiert, 60 Seiten.) Bekanntlich sind Kämpfe gegen äußere Feinde nie so blutig und zersetzend wie Bürgerkriege. Bei diesen hat man keine Kontrolle der Grenze. — Bisher hat der Philo- Verlas gewöhnlich Schriften erscheinen lassen, die von unserer Abwenr und auch vom Angriff äußeren Feinden gegenüber sprechen. Jch erwähne die Arbeiten „Der Judenhaß und das Denken“ (Brunner), „Das Wesen des Antisemitismus“ (Goldman»), „vom Heimatsrecht der deutschen Juden“ (Rieger), „Waffen im Abwehrkampf“ (Jtaliener), „Angriff und Abwehr“ (Stern) u. a. Obengenannte Schrift von Marx führt uns dagegen ln das Wesen des Krieges ein, den Juden gegen Juden führen. Verfa ser prä ent ert uns die Waffen, die unermüdlich Zionisten und Naumannianer gegen das deutsche Judentum schärfen. Man lese die 60 belehrenden Seiten, damit man auch derartige Kämpfe genauer kennen lerne und durch ehrliche Arbeit; fürs Judentum diese oft allzu scharfen Waffen umschmfedeft helfe zur Ehre des messlanlschen rrltüilil* ideais. | ^^JRabbinerDn.A^^ suchen wir noch einige wettere jiuf de« ftota unserer Bewegung stehende religiöse persönlich» leiten. Rednerische Begabung Bedingung. Bewerbungen mit Lebenslauf und' Gehalts» ansprüchen erdeten an de« Vorstaad der Vereinigung für das liberale c& Perlin K 8, Manerstr. 22» M. fließt, so war dies dar beste Lob. Gleich «ach de« rintpet«deit reichlichen Regen überzog sich überall der Boden» selbst werck ihn nur eine dünne Ackerkrume bedeckte, mit jungem, saftigem Grün, das den zahlreichen Weidetieren wohl zu statten »am und eine genügende Milchversorgung zur Folge hatte. Zwischen dem üppigen Gras entwickelte sich aber außerdem ein herrlicher Blumenflor, der das Auge der Bewohner durch seine reicht, Dlütenpracht erfreute. Besonders sagte den Zwiebelgewächsen der Boden zu. Die Ebene von Saron und Sevhala genossen in der Beziehung einen besonderen Ruf: Schon frühzeitig geschieht der Lilie Erwähnung, deren Herrlichkeit jeden Vergleich mit den Prunkgewändern des Königs Salomo aushielt. Sie war der Iubelbegriff des Schönen, Lieblichen, Edlen, und im Hohenliede besingt sie der Dichter mit den Worten: „Wie eine Lilie unter Dornen, so ist meine Freundin unter den Töchtern." „Ich will Israel sein wie ein Tau, daß ee blühey soll wie eine Lilie." Hierbei ist jedoch nicht an eine bestimmte. Art zu denken, denn auch die schöne Siegwurz oder Gladiolus, die duftige Tazette, die starkriechende Hyazinthe, die arünweißblühende Meerzwiebel genossen gleiche Beachtung und Bevorzugung. Die rote, prahlerische Tulpe war überall in den Hügelgegenden anzutreffen und umlaumte in herrlichen Exemplaren die Ufer des Galiläischen Meeres. Allgemein verbreitet fanden sich die zierlichen Hahnenfußgewächse, die ja auch auf unseren Wiesen zahlreich vertreten sind. Die Anemonen oder Buschwindröschen blühten in fast allen Farben oder Schattierun- & nicht nur in den Olivengärten, sie überzogen auch als linge die Ebenen, bedeckten den Oelberg, die nackten Felsen von Nazareth und gediehen in besonderer Ueppiakeit am See Genezareth. Ein Frühling ohne Anemonen war einfach undenkbar. Viel gerühmt wird die Blume von Saron, die Narzisse mit dem roteingefaßten Kranz in der Mitte der weißen Blüte in Gemeinschaft ihrer gelben Schwester. Rosen waren im Gelobten Lande erst nach der Rückkehr aus der Babylonischen Gefangenschaft allgemein bekannt, wie denn auch der weise, ehrwürdige Jesus Sirah in ihnen die höchste Stufe irdischer Schönheit sah. Später befand sich bei Jerusalem ein besonderer Rosengarten. und auf der nach Gaza führenden Straße kam man durch das Rosental, wo die starken Stöcke mit Len edlen Weinreben im Wachstum wetteiferten. Die oft genannte Rose von Jericho mit ihrer merkwürdigen Lebensweise, welche in den Sandgegenden Palästinas noch heute gedeiht, sei nur beiläufig erwähnt, gehört aber zu den Kreuzblütlern. Zu den schönsten und darum anziehendsten Gewächsen des Landes zählte endlich der Oleander, -er vorwiegend in den wärmeren Gebieten neben Röhricht, Tamarisken, Akazien und Pistazien die Ufer der stehenden und fließenden Gemässe« mit seinen schönen hellroten Blütenbiischeln schmückte.

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