Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-06-05 · 23 (5.6.1925) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
23 (5.6.1925)
Date
1925-06-05
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2613366-2613788-2613811--1357-2618710
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

be.ndes Ersatzmänner zu wählen seien, beschäftigte die Versammlung zum zweiten Male, nachdem sie erstmalig abgelchnt worden waren. Da das Bedürfnis einer Vertretung wirklich eintreten kann, so bejahte die Versammlung die Notwendigkeit, wählte aber im Gegensatz zum Vorstande 'Rentier Emil Waldstein und Generalkonsul Leo Smoschewcr zu Stellvertretern. Dabei betonte der Sprecher der liberalen Fraktion. Iustizrat Kalisch. das; liberale Ratsmitglieder nur durch Liberale vertreten werden konnten, während der Borstandsvorsitzende, Geheimrat Goldfeld und der Ziomstenführer, Rechtsanwalt Iacobsohn. nach Billigkeitsgründen entschieden haben wollten. Rechtsanwalt Iacobsohn verstleg sich sogar dazu, dem Liberalismus den baldigen Untergang zu prophezeien. Ferner wurden die Preise für die Platzkarten in dei/ Synagogen und Zweiggottesdicnstcn festgesetzt. An ein ausführliches Referat des Repräsentanten. Sanitätsrat Dr. Horn, über die in diesem Fahre in Aussicht genommenen Zweiggottcsdienste knüpfte sich eine Aussprache, wie alle Wünsche der Gcmeindemitglicder nach Betstätten erfüllt werden könnten. Beschlüsse konnten noch nicht in dieser Beziehung gefaßt werden. Genehmigt wurden nod) die Festsetzung der Beerdigungs-Selbstkosten auf 150 Mark, 10 000 Mark zu den erforderlichen Wege- und Pflastcrarbciten für die Anlegung der West—Ostachse aus Friedhof Cosel. 1400 Mark für die 'Instandsetzung der Badeanstalt und ein Tarif für neue Grabstellen. Die 3i,Ntündige Sitzung schloß mit der grundsätzlichen Annahme der Rcich's- Ruhcgehaltsrrnd Witwengeldordnung und der Bewilligung der feit dem 1. 'April d. I. im Reiche geltenden erhöhten Wohnungs- Zuschüsse. Cassel. Die Zentralisation der Wohlfahrtspflege hat nach einer zweiten Zusammenkunft der in Frage kommenden Vereine greifbare Gestalt angenommen. Zwar soll das Beispiel der Gemeinde Hannover, die einen ziemlich kostspieligen 'Apparat dafür unterhält, nicht nachgeahmt werden: dagegen haben die meisten Vereine ihre Bereitwilligkeit zur Bildung einer 'Arbeitsgemeinschaft erklärt. Die .Humanität wird in bisheriger Weise nach bewährten Grundsätzen selbständig verfahren. Die Gemeindeältesten hatten eine im Nebenamt bezahlte Kraft, ebenso eine Hilssschwester anstellen wollen. Die vorherrschende Ansicht der Vercinsvertretcr machte sich aber für ehrenamtliche Tätigkeit der Damen und Herren geltend. Eine Kommission, bestehend aus Frau Kommerzienrat Wertheim, Frau Eisenberg und Herrn Joses Plaut, wird dir weiteren vorbereitenden 'Arbeiten für die Gründung der Ardeitsgemeinsrhaft übernehmen. Dresden. Auch in der hiesigen Gemeinde erscheint nunmehr ein Gemeindeblatt, das sämtlichen Mitgliedern der israelitischen Relizionsgemeindc kostenlos zugestellt wird. Düsseldorf. Im Mai 1926 eröffnet die Stadt Düsseldorf unter Beteilung des Reiches und des preußischen Staates eine große Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen (Gesolei). Dieser wird'eine Saudergruppe über Hygiene der Juden angegliedcrt werden, die von einem Komitee, bestehend aus Herrn Rabbiner Dr. Eschclbacher. Herrn Dr. med. et phil. Sindler und dem Vorsitzenden der Synagogen» gemeinde, Herrn Felsenthal, vorbereitet wird. Frankfurt a. d. O. Am 1. Tage des Wochcnfestes wurde im Rahmen des Festgottesdienst der neugewählte Rabbiner unserer Gemeinde, Herr Dr. Iwan Grün, 'in sein Amt eingeführt. Nach den Klängen des Predigtliedes betrat der Rabbiner, geleitet von Herren des Vorstandes und der Repräsentanz die Kanzel, wo Herr Willy Stern den neuen Rabbiner im Namen der Gemeinde herzlichst willkommen hieß. Er wies daraus hin, daß die bisherige interimistische Tätigkeit des Herrn Dr. Grün zu den schönsten Hoffnungen Anlaß gebe und sprach den Wunsch aus, daß sein Wirken auch weiterhin für die Gemeinde zum Segen sein möge. In der darauffolgenden Antrittspredigt sprach Herr Rabbiner Dr. Grün von den Aufgaben und Forderungen, die ein Rabbiner an sein Leben zu stellen hat. Er mies darauf hin, wie diese Stunde eine Stunde des Vertrauens zu Gott und den Menschen sei. wie jeder Weg zu Gott zur Seele, zur Uebcrzcugung des Menschen führe, und wie darum alles Vertrauen auf Gott das Vertrauen des Menschen zu sich selbst bedeute. Dieses Vertrauen, diese Treue zu sich selbst mache den Charakter des Menschen aus. Darum fei es die erste Forderung des Rabbiners an fein Leben, ein Mensch der Ueberzeugung. ein Mann des Charakters zu sein. Andererseits sei cs eine Stunde des Vertrauens zu den Menschen, in der eine alte, ehrwürdige Gemeinde ihr heiligstes Amt in seine Hände lege, und er m dem Vertrauen, das er zur Geincindc besitze, die Kraft und den Willen finde, das Amt zu übernehmen. Mit dem Gelöbnis, der Gemeinde ein Helfer und Berater, der Jugend ein Bildner und Führer zu sein, Treue der Gemeinde und Treue sich selbst zu bewahren schloß die eindrucksvolle Predigt. Der Festgottesdienst nahm darauf in gewohnter Weise seinen Fortgang. Halle. Die philosophische Fakultät der Universität Halle hat dem Rektor der israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien. Prof. Dr. Adolf Schwarz, aus Anlaß feines fünfzigjährigen Doktorjubilüums „in Würdigung feiner zahlreichen wertvollen Arbeitcn zur Wissenschaft des Judentums" das Diplom erneuert. Karlsruhe. Der Zeitung ..Badische Presse" vom 28. v. M. entnehmen wir: Am 7. Juni d. F. sind 50 Fahre verflossen, seitdem die Karlsruher Synagoge in der Kronenstraße ihrer Bestimmung übergeben wurde. Aus diesem Anlaß ist ein Fcstgottesdienst vorgesehen, zu dem zahlreiche Einladungen an die Mitglieder der Israelitischen Gemeinde ergangen sind. Die Feier wird eingcleitet durch eine Ouvertüre mit Orgel und Orchester, der die Mendelssohnsche Arie „Gott sei mir gnädig" folgt. Bei dem Aus- und Einheben der Thorarollen wirken Solokräfte und der Synagvgenchor mit. Bei dem feierlichen Umzug singt die Gemeinde „O Gott, helf uns doch". Die Festpredigt hält der neue Stadtrabbiner Dr. Hugo Schiff, zur Zeit noch in Braunschweig. Mil dem Schlußchor aus der„Schöpfung" von Haydn mit Orgel und Orchester wird die Feier beendet. — Einige Daten von dem Sunagogcnbrand im Jahre 1809: Es lvar'Pfingstnlomag nach cs >,i Uhr. als bas damalige Karlsruher Pompierkorps diinnicri ivn.de. Die Synagoge stand in hellen Flammen, an Rettung war nicht zu denken, es mußte darauf gesehen werden, daß die Nachbarwicsen geschützt werden. Die Feuerwehr war damals noch nicht auf der Höhe wie heute, viele befanden sich auf einem Ausflug in Baden-Baden, bis zum Morgen war das ganze Eck an der Kronenstraße abgebrannt. 'Pon der damaligen Generation find die meisten zur großen Armee eingegangen, nur einige wenige befinden sich noch am Leben, darunter Privatier Karl Homburaer, der diese Woche bei voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit seinen 83. Geburtstag feiern kann. Privatier, früher Bäckermeister Strauß, der nebenan eine Bäckerei hatte, sein Bruder Salomon Strauß, der ein Spezcreigeschäft betrieb. Kutscher Höfele, damals einer der ersten Iuhrhalter der Residenz, wohnte im gleichen Hause. Weiter wohnten in den abgebrannten Häusern: Schmiedemeister Bickel. Rabbiner Millstätter und Kantor Wiedhan. Auch eine israelitische Schule war in einem der abgebrannten Anwesen untergebracht. Königsberg. Am 21. Mai fand hier die Hauptversammlung des Verbandes der Synagogengemeinden Ostpreußens statt. Anwesend waren etwa 80 'Personen, darunter 44 Vertreter von 19 Berbandsgemeinden. Direktor Peritz-Königsberg referierte für den Schülausschuß. Eine Besserung des Religionsunterrichtes sei nur herbeizusührcn durch Schaffung von Bezirksverbänden und Anstellung fachlich vorgebildeter Beamten. Durch die finanziellen Beihilfen seitens des Landesverbandes jüdischer Gemeinden Preußens fei bereits ein Erfolg zu verzeichnen. Etwa 12 000 Mark sind bisher für leistungsschwache ostpreußische Gemeinden bewilligt ivorden. Kantor'Wollhcim-5königsberg will auf der Lehrerverbandstagung in .Köln die Annahme von Beamtcustellen in oitpreußischen Gemeinden empfehlen. Der Vortrag „Judentum und Zeitgeist" von Lehrer Wolkowski-Königsbcr'g wurde mit großem Beifall ausgenommen. Uever die Wauderarmcnfürsorge referier: Lehrer Hosfmann-Königsberg. Er berichtet ausführlich über die Tätigkeit im vergangenen Jahr. Rach der Mittagspause referieren Dr. Arthur Ehrlich-Tilsit und Direktor Peritz-Königsberg über die Schicdsgerichtsordnung. Letzterer legt eine Reihe Abänderungsvorschläge vor. Dr. Ehrlich gibt einen historischen Rückblick über die bisherigen Verhandlungen und berichtet über den vom Ausschuß beratenen Entwurf, der allen Gemeinden bereits zugcgangen war. Demnach soll das Schiedsgericht in allen Streitsachen entscheiden, die sonst die ordentlichen Gerichte beschäftigen würden, in allen anderen Füllen nur auf Anruf beider Parteien. Unabhängig von dieser Bestimmung als Spruchgericht hat sich das Schiedsgericht als Schlichtungsausschuß der gütlichen Erledigung aller vorkommenden Streitigkeiten auf Antrag einer Gemeinde oder eines Beamten zu unterziehen. Rabbiner Dr. Apt-Allenftein berichtet über das Altersheim und bittet um dessen Unterstützung. Der Voranschlag des Verbandes wird dahin geändert, daß für das Israelitische Waisenhaus und das Jüdische Alterskeim-Allonstein je 500 Mark bewilligt werden. Zum Verbandsoorsteher wird Iustizrat Holz- Königsbcrg einstimmig wicdergewählt. Leipzig. Die Eröffnung der hebräischen Universität in Jerusalem wurde in Leipzig durch einen großen akademischen Festakt gefeiert. Professor Dr. Alt überbrachte die Glückwünsche der Universität Leipzig, Bürgermeister Dr. Hoffmann die Glückwünsche der Stadt Leipzig. Die Vorführung der zwei neuesten Palästina-Filme gaben der Veranstaltung einen schönen Abschluß. Sontra (Hessen). Die durch Pensionierung des Lehrers I. Spier erledigte Stelle hat nicht weniger als 15 Bewerber auf den Plan gerufen. Sicherem Vernehmen nach wird sie durch Lehrer Wiesenselder, bisher in Breitenbach a. Herzberg tätig, besetzt werden. Die Lehrerstelle in Reichensachicn ist zum 1. Juni von der Regierung in Cassel dem Lehrer Schiratzki aus Merzhansen übertragen worden. Stuttgart. Die Tagung der israelitischen Landesversammlung findet am Sonntag, den 7. Juni 1925 und am folgenden Montag im hiesigen Logenhaus statt. Tempelburg. Am 13. Juni wird der bekannte Prediger Lion Wolfs in das neunte Jahrzehnt seines Lebens eintreten. Als Verfasser einer großen Anzahl von Schriften hat er sich einen Namen in 'der jüdischen Oeffentlichkeit und darüber hinaus gemacht. Besonders bekannt ist seine Universal-Agende, die sämtliche jüdische Ritus-Schriften enthält und in deren Besitz sich wohl jeder einzelne jüdische Rabbiner, Lehrer und Kantor Deutschlands befindet. — Recht bekannt sind auch: seine Predigtsammlung „Sabbatwcihe", dann sein Buch „50 Fahre Lebenserfahrungen eines jüdischen Lehrers und Schriftstellers", und eine Reihe von belletristischen Schriften, von denen z. B. zu nennen wären: „Gut Jom Tom" usw. Anläßlich seines 70. Geburtstages ist Lion Wolfs im Jahre 1915 zum Ehrenvorsitzenden des Vereins Israel. Lehrer der Prov. Pommern ernannt worden. In dem Diplom heißt es unter anderem: „Die „Universal-Agende für jüdische Kultusbeamte ncbst Kompendium" von Lion Wolfs wird Ihrem Namen ein ewiges Denkmal setzen in den Annalen der jüdischen Lehrerschaft.' Im Kampfe gegen den Antisemitismus ist Lion Wolfs bis in die allerletzten Tage tätig gewesen. Bei allen Wahlen bis einschl. der Reichsp'räsidentenwahl ist er öffentlich in Versammlungen gegen antisemitische Redner trotz seines hohen Alters aufgetreten. Ulm. In der „Gemeindczeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" widmet Herr Rechtsanivalt Dr. Hirsch I. Mm, dem Oberbürgermeister a. D. von Ulm, Dr. Heinrich von Wagner, folgenden Nachruf: Am 18. Mai fand in Ulm die Feuerbestattung des Oberbürgermeisters a. D. Dr. Heinrich von Wagner statt. In einer fast endlosen Reihe von Ansprachen und Kranzniederlegungen wurde der unvergeßlichen Dienste um die Stadt Ulm, uni ihren von sozialem Empfinden getragenen Wohnungsbau, der weit über Deutschland hinaus Ulm bekannt machte, sowie um da: württembergische und deutsche Sparkassen- und Girowesen gedacht. Ein stiller Kranz möge ihm in diesen Blättern nicdergelegt sein für den während seiner Amtszeit hauptsächlich ihm zu verdankenden konfessionellen Frieden in hiesiger Stadt und für die gerechte und wohlwollende Behandlung, welche er den Interessen der hiesigen israelitischen Gemeinde und aller ihrer Angehörigen zuteil werden lihß und mit welcher er die zwischen dem Gemei'nderut und dem Ifr. Kirchenvorsteheramt auszutragenden Angclegenbeilen behandelte. Kurz nach Wagners im Jahre 1889 erfolgten Amtsantritt erlangte Ulm die traurige Berühmtheit, daß die antisemitische Ulmc'r Schnellpost eine maßlose Iudenhetze betrieb und sogar der jüdijche Schächter Bernheim unter der Anschuldigung, einen Friseurlehrlina aus rituellen Gründen ermordet zu haben, verhaftet wurde. Wagner ließ es sich nicht nehmen, soweit cs an ihm lag. diesem unsinnigen Gerede ent* gcgenzntreten. und ec hielt es für seine Pflicht, sowohl damals als in der Folge durch einen beinahe zur Schau getragenen Verkehr mit angesehenen Israeliten den Angriffen auf die Juden den Boden zu entziehen. Seinem versöhnlichen Verhalten war es mit zu verdanken, daß die antisemitische Hochflut der neunziger Jahre rasch verebbte und daß diese Bewegung auch später hier nicht in dem Maße, wie dies anderwärts zu beklagen war. wieder auflebte. Mit warmen Dank sei dies hier anerkannt. f§i Aus der Bewegung.!*9f Berlin. (Jüdisch-liberaler Iugendocrein „Ili".) Nachdem wir am 19. Mai die Gruppe Westen lf ins Leben gerufen hatten, hielten mir am 30. Mai unseren ersten Heimatabend ab. Wir lasen aus Anlaß des Schvwuausfcstes das Buch Ruth, über das - wegen seines vorwiegend poetischen Charakters — sich nur schwer' eine Debatte entspinnen konnte. Immerhin haben wir uns längere Zeit bei der Betrachtung kulturgeschichtlicher Tatsachen aufhalten können. Es ist unser aller Wunsch, daß sich unsere Mitgliedcrzahl am nächsten Heimabend (11. Juni bei Erna Hammerstein, Kirchstr. 22, am Bahnhof Bellevue) wieder etwas vermehrt haben wird. Magdeburg. (Jüdisch-liberaler Ingendbund „Heimat".) Am Dienstag, den 19. Mai hielt der hiesige Syndikus des C. B.. Herr Dr. tzeimann. einen Bortrog über: „Die Folgen der Reichspräsidcntcnwahl für uns Inden". Dem Redner dankten die Zuhörer für seine interessanten Ausführungen durch reichen Beifall. Es war uns gelungen, den Jugend-Obmann des Reichsbanners Schwarz-Rot-Go'ld zu einem Bortrag für Dienstag, den 20. Mai, zu gewinnen. Herr Pape verstand es glänzend, die Geschichte der 'Fahne „Schwarz-Rot-Gold" seit dem 18. Jahrhundert darzustellcu und im besonderen das Wirken des Freiheitsdichters Ferdinand Frciiigrath zu schildern. Lebhafter Beifall bewies, dafder Redner es verstanden hatte, feine Zuhörer zu fesseln und z: begeistern. Unser letzter Heimabend im Sommerhalbjahr ist am Dienstag, den 9. Juni. Wir wollen den Abschlußabend recht interessant gestalten und erwarten einen guten Besuch. Dersammlungskalender. j Breslau. (Jüdisch-liberaler Iugendverein „Abraham Geiger".) Dienstag, den 9. Juni bei Frieda Karger, Klosterstr. 17: Kursusabend „Lehren des Judentums". Einleitendes Referat: Ernst Goldner. Einrichtung eines Instituts zur Ausbildung von Religionslehrern. Religionslehrerinnrn und Kantoren. Wir beabsichtigen, sofort ein Institut zur Ausbildung von Religionslehrern und Religionslehrerinnen, eventuell auch' Kantoren, einzurichten. Die Dauer des Studienganqes hängt von der Vorbildung ab, wird aber mindestens zwei äahre betragen. Gemäß der für die künftige Lehrerbildung geltenden Bestimmungen sollen grundsätzlich nur solche Herren und Damen ausgenommen werden, die das Reifezeugnis einer 9 klassigen höheren Schule besitzen. In besonderen Fällen kann davon abgesehen werden. Allgemein verbindliche Fächer sind Hebräisch, biblische und jüdische Geschichte. Religionslehre. Psychologie, Geschichte der Pädagogik, Erziehuugs- und Unterrichtslehrc. Methodik dcs Religiorisunterrichts und praktische Hebungen. — 5)crren, die auch zu Vorbetern ausgebildet norden wollen, erhalten einen ausreichenden Unterricht in der Musik und im Kantorat. Schüler, die ohne Reifezeugnis in die Anstalt eintreten, erhalten einen weiteren Unterricht, der sie befähigt, die Reifeprüfung abzulegcn. Bedürftigen Schülern — auch von außerhalb — können ausreichende Stipendien in Aussicht gestellt werden. Schulgeld wird nicht erhoben. Lehrmittel werden unentgeltlich geliefert. Bei den augenblicklich bestehenden Mangel an Religionslehrern und Kultusbeamten ist zu erwarten, daß dis Schüler sofort nach Ablegung der Abschlußprüfung Stellen erhalten. Meldungen nimmt der Leiter der bisherigen Lehrer-Bildungsanstalt der Gemeinde. Herr Studiendirektor Dr. Gntmann. Gr. Hamburger Straße 27. in seiner Sprechstunde (Sonntag 9—10, Montag bis Freitag 12*4—1V-*) entgegen. Berlin, im April 1925. Vorstand der jüdische« Gemeinde. Veranlaßt Eure Bekannten zum Beitritt! (Hier abirennen und ausgefüllt im Briefumschlag einsenden.) . (Ersaheremplar für die zerschnittene Zeitung wird auf Wunsch kostenlos geliefert) An die Bereinigung für das liberale Judentum/ Berlin W 8, Mauerstraße 22 Ich erkläre meinen Beitritt zur Vereinigung für das liberale Judentum lind erbitte regelmäßige Zusendung der wöchentlich erscheinenden Jüdisch, liberalen Zeitung. MitgliedSbeitrag von Mk. 2,50 vierteljährlich 'ende ich anbei folgt auf Postscheck-Konto der Vereinigung für das liberale Juden» tum, Berlin, M 7, Nr. 137069 bitte ich durch Nachnahme einzuziehen. (Richtgewünschtes bitte durchzusireichen.) An die Jüdisch-liberale Zeitung Berlin W 8, Mauerstraße 22 Ich abonniere hierdurch die Jüdisch-liberale Zeitung vorläufig für ein Vierteljahr. Bei Nichtabbestellung verlängert sich das Abonnement jeweils um ein weiteres Vierteljahr. Abonnementsbeitrag von Mk. 2,S0 vierteljährlich sende ich anbei folgt auf Postscheck-Konto der Vereinigung für das liberale Zudem tont, Berlin AW 7, Nr. 137069 bitte ich durch Nachnahme einzuziehen. (Nichtgevünschtes bitte durchzustreichen.) Name: Wohnung Name-. Wohnung I

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.