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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-05-29 · 22 (29.5.1925) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
22 (29.5.1925)
Date
1925-05-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Der jüdische Sprechsaal. r*T~' Die Sprache des jüdischen Gottesdienstes. Vielleicht ist es bei der Erörterung des Problems, in welcher Sprache der jüdische Gottesdienst abgehalten werden soll: in der traditionell heiligen unserer Vorfahren oder in den diversen Muttersprachen der lebenden Generation, nicht ganz müßig, das Verhalten einer anderen Religion in einer ganz analogen Frage zu studieren. Auch die katholische Kirche hat sich ja wiederholt mit solchen Sprachenfragen avzugeben gehabt. Ihre Gebete, Lieder und rituellen Formeln sind zum Hauptteil lateinisch abgesaßt, und dagegen wurde wiederholt von verschiedenen national eingestellten Geistern Sturm gelaufen, am ernstesten von Huß, der für sein Volk den tschechischen, und später von Luther, der den deutschen Gottesdienst verlangt hat. Diese beiden Forderungen haben bekanntlich geschichtliche Bewegungen hervorgerufen, mit deren äußerem Verlaus und innerer Tragweite die Frankfurter Rabbiner-Versammlung vom Fahre 1845 wohl keinen Vergleich aushalten kann. Trotzdem hat die katholische Kirche ihren konservativen Standpunkt in der Sprachenfrage unverrückt behauptet. Und der Ausgang der tzussitenbewegung sowie der sicherlich nicht restlose, aber trotzdem unstreitig imponierende Erfolg der Gegenreformation m Deutschland hat ihr Verhalten gerechtfertigt. Es ist gewiß charakteristisch, daß gerade der für Angelegenheiten des Gemüts empfänglichere deutsche Süden in den Schoß der lateinischen Kirche zurückgefunden hat, während der mehr verstandesmäßig orientierte Norden sich für die größtmögliche D e r st ä n d I i ch k e i t des Gottesdienstes entschied. Auch im Judentum, soweit es in dieser Streitfrage überhaupt Interesse nimmt, stehen vor allem die polaren Faktoren der individuellen Einstellung zu Gott und Welt in Konflikt miteinander: das Gemüt, für das Gottesdienst etwas Mystisches, dem Alltag Entrücktes bedeutet, das also eine Zwiesprache mit Gott in der Alltagssprache, in der man seine Geschäfte abschlieht, dem Schneider Instruktionen betreffend den neuen Anzug erteilt und sich beim Tarokieren die Ratschläge des Kiebitz verbittet, als eine Blasphemie empfinden würde, und auf der anderen Seite der nüchterne Der st and, lm sich gegen die Zumutung auflehnt, eine noch so einseitige Konversation mit wem immer in einer Sprache zu führen, die seiner Kontrolle bisweilen entgleitet. Jeder einzelne wird daher, je nachdem, ob er mehr Gefühls- oder Verstandesmensch ist, dem einen oder dem anderen Extrem zuneigen, und eine generelle Entscheidung ist daher, meiner bescheidenen Meinung nach, unmöglich. 3ch halte eine solche aber auch für unnötig. Denn da die Religion sowohl Gebiete des vorwiegend vernunftmäßigen als auch solche des rein Gefühlsmäßigen umfaßt, ist sehr leicht ein Kompromiß in der Form zu schließen, daß man all das Rituelle, das die Berstandeskräfte des Menschen, vor allem sein Gewissen und seine Verantwortlichkeit wecken will, in der Sprache zu ihm reden läßt, in der er zu denken gewohnt ist. 3a) glaube, daß zum Beispiel die Trauungssormel, durch die der Mann ein Weib dauernd an sich kettet, unbedingt in der Sprache gesprochen werden soll, in der der Betreffende alle wichtigen Entscheidungen seines Lebens trifft. Mit dieser Formel nimmt der Mann eine gewaltige moralische und soziale Verantwortung auf sich und die Feierlichkeit des Moments wird durch das Maß, in dem ihm diese Verantwortung bewußt wird, nicht geschmälert, sondern im Gegenteil verstärkt. Bei einer solchen Gelegenheit soll der Mann genau wissen, was er tut und jedes Wort, das er da spricht, gar reiflich bedenken. Das mehr oder weniger mechanische Rachsprechen einer fremdsprachigen Formel trägt dem sittlichen Ernste einer solchen Situation kaum gebührend Rechnung. Gerade umgekehrt verhält es sich beispielsweise. mit dem „K 0 l n i d r e? Welche Diskrepanz herrscht hier zwischen dem rein, verstandesmäßig erfaßbaren Inhalt und dem jedem Juden bekannten Gefühlswert dieses Gebets! Der Text ein rabulistisches Einfügen in irgendeine der zahllosen tragischen Situationen, in die das Judentum im Golus durch fremde Bedrücker immer wieder geraten ist. und die Stimmung, in die das Gebet die jüdische Seele versetzt — eine mit Worten überhaupt nicht zu erschöpfende Weihe und Erschütterung. Glaubt wirklich jemand, diese seelische Wirkung erhöhen zu können, indem er uns den unglückseligen Text sprachlich näher bringt? Hat doch gerade der Text oft genug zu der Erwägung Anlaß gegeben, ob man nicht das Gebet überhaupt fallen lassen solle. Was diese Perle unseres Rituals schließlich doch immer wieder gerettet hat ist der Umstand, dag sie über eine sehr glückliche Vermittlung zwischen dem sprachlichen und dem gefühlsmäßigen Inhalt verfügt. Diese Brücke über einen Abgrund, der tiefer nicht gedacht werden kann, ist die un- KM e I o d i e des Gebetes. Und damit komme ich auf rtliche Sprache jedes Gottesdienstes» die einen Sprachenstreit "von Haus aus überflüssig macht: die Musik. Auf dem Programm der letzten Liedertafel des Wiener Jüdischen Gesangvereins stand u. a. ein „Freitagabendg ottes dienst“ von Brasl awsky. Diese Komposition des genialen Verelnsdtrtgenten wurde nicht gesungen, sondern vom gemischten Chor wundervoll — gesummt. Ein eindringlicherer Beweis für die EntbehrlichdM von Worten bei der Erweckung der fynagogalen Stimmung kann wohl nicht mehr erbracht werden. Auch die frommen Juden der Vergangenheit, die den hebräischen Text der Gebete sehr gut verstanden haben, suchten die eigentliche Weihe des Gottesdienstes in der Musik, bzw. dessen, was sie so genannt haben. Mag auch der ästhetisch Fortgeschrittene über diese Musik die Rase rümpfen, so bleibt sie doch ein wertvoller Beweis für das fromme Bestreben, aus dem Bereich des sprachlich Verständlichen zur Gotlnähe «mporzuwachsen in die Sphäre einer Gebersprache, die unter Ausschaltung des Begriffllcyen einen unmittelbaren Kontakt zwischen Menschenseele und Schöpfer herstelit. Eine andere Art frommer Flucht ins Geheimnisvolle stellt die Kabbala dar. Sie entstand dadurch, daß man in die allzu leicht verständliche Thora Mysteriöses mit Gewalt hineingeheimnißte. Solches Gotlfuchen im Geheimnis steht in charakteristischem Gegensatz zu den heutigen Bemühungen, den Gottesdienst zu — entheimnissen und scheint mir zu verraten, daß unsere Reformer verkehrte Wege einschlagen. Wenigstens zum Teil. Ich habe selbst in diesem Aufsatz ein Beispiel angegeben, wo die sprachliche Reform am Platze ist und ich bin Überzeugt, daß die Schriftgelehrten noch eine Menge ähnlicher Beispiele finden werden. Im großen und ganzen scheint mir aber das Geheimnisvolle die eigentliche Würze des religiösen Zeremoniells und der gottesdienstlichen Sprache zu sein. Und wenn wir zum Unterschied von den Kabbalisten des Mittelalters ins Hebräische 'nichts mehr hineinzugeheimnissen brauchen, weil den jüngeren Generationen die Sprache selbst immer mehr zum Geheimnis wird — umso leichter fällt uns dann der Aufschwung in jenes geistige Zwielicht, das dem Gottesdienst seinen Zauber gibt. Schließlich versteht jeder Jude immer noch mehr Hebräisch als ein katholischer Bauer Latein. Wenn trotzdem die katholische Kirche am Lateinischen festhält, dann muß sie Gründe dafür haben, denen auch wir uns nicht verschließen dürfen. Denn darauf, was auf das menschliche Gemüt und die gläubige Seele Eindruck macht, versteht sich die katholische Kirche. Das sollten auch unsere Reformer bedenken . . . Dr. Hugo Spiegler (Wien). Groß in Kleinigkeiten. Berlin. 20. Mai 1925. An die Schriftleitung der Jüdisch-liberalen Zeitung, hier. In meinem Artikel in Nr. 14 Ihrer geschätzten Zeitung vom 3. April cr. über „Der Haushaltsplan der Berliner jüdischen j Gemeinde für 1925“ sind bei den Gesamtausgaben aus Persehen die brei Worte „Prozentsatz der Gemeindezuschüsse“ weg. geblieben. Äeser unbedeutende Fehler gibt dem Kollegen Herrn M. A. Loeb die willkommene Gelegenheit, im Jüdischen Wochenblatt Nummer 16 vom 24. April die unerfreuliche Bemerkung zu machen, daß in meiner Zusammenstellung ein „völlig unsinniges Resultat herauskommt, was aber, wie es.scheint, weder Redaktion noch Leser gestört hat." Da die Gesamtausgaben bis auf den Pfennig richtig von mir aufgeführt worden sind, kann die Leser ein unrichtiger Prozentsatz wirklich nicht stören. Nur die Zahlen und nicht die ausgerechneten Prozentsätze sind für die Beurteilung des Etats maßgebend. Redaktion und Leser der Jüdisch-liberalen Zeitung sind eben so „liberal“, ein winziges und offenkundiges Derjehey nicht so auszubauschen und das Wegbleiben dreier Worte als „unsinniges Resultat“ zu bezeichnen. Das blieb dem konservativen Kollegen Vorbehalten. Mit vorzüglicher Hochachtung Benas Levy. Ä,4 BARDINET^® * DAS BEKANNTE BIERUND WEIN-RESTAURANT AH RURFÜRSTENDAMM 166 Fürsorgeerziehung und monatelangen Aufenthalt der Jugend in Erholungsorten erstreckt. Nach den „Richtlinien“ der hannoverschen „Zentralstelle für Wohlfahrtspflege“ bezweckt man ein ersprießliches Zusammenarbeiten sowie gegenseitige Ergänzung aller in der Synagogcngemeinde Hannover bestehenden Institutionen und Vereine/ die auf dem Gebiete der Armenpflege. Wohltätigkeit und Fürsorge arbeiten, um durch engere Verbindung, gegenseitige Aussprache, Austausch und Verbreitung wichtiger Erfahrungen auf dem Gebiete der allgemeinen Armennnd Wohlfahrtspflege, sozialen Fürsorge und Fürsorgebestrebungen eine engere Fühlungnahme mit der städtischen Armenverwaltung hcrbeizuführcn. Die Auszahlung von periodischen Unterstützungen erfolgt durch die Zentralstelle, die die Betrage nach einem bestimmten Schlüssel von den einzelnen Vereinen cinzicht. Die Darstellungen weckten Verständnis und Bewunderung für die von der Gemeinde H>annover geschaffene mustergültige Regelung. Frau Kommerzienrat Wertheim, die im städtischen Wohlfahrtsamt Sitz und Stimme hat und dort die Interessen der jüdischen Wohlfahrtsanstalten mit Erfolg vertritt, hielt die Anstellung von zwei Gemeindekrankenschwestern und einer Fürsorgerin, die nur Ermittelungen anzusteilen und für die einzelnen Fülle die in Betracht kommenden Vereine zu interessieren hat, in erster Hinsicht erforderlich. Herr A. Fiorino befürchtete, daß die Humanität, die ein ganz spezielles Gebiet bearbeite, durch Ausgabe der Selbständigkeitnia)t vollwertig ersetzt werde. Frau Eiscnberg wünschte, daß die Wanderarmenfürsvrge besser nusgestaltet werde. Eine rege Aussprache lies; erkennen, das; man dem Gegenstand lebhaftestes Interesse entgcgenbringt, wenn auch die bedeutenden Ausgaben, die die von der Gemeinde Hannover geschaffene Zentrale erfordere, manche Bedenken laut werden ließen. Die sich lang hinzrehende Diskussion endete mit dem Ergebnis, die Entschließung der Gcmeindeältesten über die Zahlung der Kosten der dem Bureau vorstehenden Herren abzuwarten. Eine zweite Versammlung soll dann nach Stellungnahme der einzelnen Vereine zu der Frage der Zentralisation die endgültige Lösung des Problems bringen. Erfurt. Auf Anregung eines hiesigen Gemeindemitgliedes wird versuchsweise an bestimmten Freitagabenden, die un Wochenblatt für den Synagogenbezirk Erfurt bekanntgegeben werden, Gottesdienst mit Predigt stattfinden. Der erste dieser Gottesdienste unter Mitwirkung des Synagogenchores wurde in dieser Woche abgehalten. Diese Einrichtung ist sehr zu begrüßen, da vielen Gemeinde- Mitglieder, die nicht in der Lage sind, den Sonnabendgottcsdienst zu besuchen, dadurch Gelegenheit gegeben wird, sich am Freitagabend an einer guten Predigt zu erbauen. Marienwerder. Die hiesige Synagogengemeinde beabsichtigt den Bau einer Synagoge. Die alt«; Synagoge in der Mauerstraße feiert demnächst ihr hundertjähriges Bestehen. In Marienwerder waren damals nur sieben jüdische Familien ansässig. Die alte Synagoge ist baufällig und genügt nicht mehr den jetzigen Ansprüchen. Der Neubau soll nach Entwürfen des Elbinger Architekten P. Walther auf dem neuerworbenen Gelände an der Artilleriestraße ausgeführt werden. In den Seitenflügeln wird noch Raum für zwei Beamtenmohnungen geschaffen. Mit dem Bau soll demnächst begonnen werden. Rhcinbreitbach. In Nr. 306 der Kölnischen Zeitung hatten wir einer Zuschrift Raum gegeben, worin Klage geführt wurde, daß auf einer neuen Glocke, die die Gemeinde Rheinbreitback von den Scherflein katholischer und evangelischer Bürger angeschafft und den Gefallenen gewidmet habe, von allen gefallenen Rheinbreitbachern nur der Jude Moses ausgelassen worden sei. Dazu sendet uns der Ortspfarrer von Rheinbrcitbach, Ermert, eine Darstellung, der mir folgendes entnehmen: Das von evangelischen Bürgern in der Inflationszeit gesammelte Geld sei völlig wertlos geworden und liegc noch cheute auf der Sparkasse; die neue beschafften Kirchenglocken seien ausschließlich aus den Gaben der katholischen Pfarreingesessenen aufgebracht morden. Die größte der Glocken habe die Kirchgemeinde, nicht die Gemeinde, den gefallenen Pfarrkindern gewidmet. Als der zweimal von der Kanzlei bekanntgemachte Termin für die Anmeldung längst verstrichen gewesen sei, habe sich der in Rheinbreitbach wohnende alte Israelit Moses, bei ihm, dem Pfarrer, mit dem Ersuchen gemeldet, den Namen seines gefallenen Sohnes mit dem Namen der übrigen Helden in die Glocke eingießen zu lassen. Er» der Pfarrer, habe den Antragsteller erklärt, daß .er keineswegs Bedenken dagegen gehabt haben würde, den Namen seines Sohnes eingießen zu lassen, es sei aber nun zu spät, da der Guß nach einer Mitteilung der Gießerei bereits begonnen hätte. Straßburg. Nach einer Meldung aus Straßburg verschied dort im Alter von 78 Jahren der frühere Rabbiner von Mühlhausen Rabbi Felix Blum. Der Verstorbene, der in der rabbinischen Welt einen Ruf als Gelehrter genoß, wurde durch feine Abhandlung „Le grand Sanhedrin“ bekannt. Er war in Bischheim geboren, wurde später einer der besten Schüler der Ecolo Rabbinique in Paris, bekleidete sein erstes Rabbineramt in Fegersheim, kam dann nach Phalsburg, von wo er nach Mülhausen berufen würbe. Vor etwa vier Iakren schied er aus Attersrücksichten aus seinem Amt und verlebte seine letzten Jahre in Straßburg. Westfalen. Eiu Hochstapler (angeblich Franzose), sucht unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Geld zu erschwindeln. Er stellt durch ein geschickt fingiertes Tclcphongcfpräch. das er in Gegenwart des von ihm Aüfgefuchtcu führt, fest, das seine Brieftasche mit reichem Inhalt gefunden ist. und läßt sich „für kurze Zeit" 20 Mark geben. Es ist anzunehmen, daß er schon zahlreiche Opfer gefunden hat. Er wendet sich mit Vorliebe an jüdische Restaurants und vor allem an Gemeindebeamte. FIRNRUFt UHUND7S90 PIRMRUFt UH LAND7290 ALLSEITIG GERÜHMTE KÜCHE ABEND&DECKS * ECHTE BIERE VOM FASS * bargetrXmke * FLASCHENVERKAUF zu ORIGINALPREISEN BÜCHERSCHAU. Dr. G6za Engelmann, Der esoterische Sinn der Bibel, Berlin 1925. Pyramidenverlag Dr. Schwarz u. Co. G. m. b. H. 77 8. Man ist nach der Lektüre in schwerem Zweifel, ob der Verfasser sein Buch ernst meint, oder ob er sich den Spall macht, einmal auszuproben, was man alles bieten darf. Daß die Bibel einen esoterischen Sinn neben dem exoterischen habe, ist alter Glaube, Gnosis und Kabbalah ruhen darauf, wer an einen solchen esoterischen Sinn glauben will, mag seiner Phantasie freien Lauf lassen, schließlich schadet das nichts. Hier aber ist nicht bloß Unsinn, sondern zugleich Lästerung, Blasphemie und Schande. Der Autor enthüllt als den esoterischen Sinn der Bibel die Verherrlichung der ewigen Zeugungskraft des Phallus. Von der Schöpfung, der Welt bis zu Jesus seien alle Erzählungen nur Symbol dafür. Also z. B. bedeute der Name Abraham Eber-ham, das sich stark bewegende Glied; Mose: die Personifikation des Phallus, daher: „in der exoterischen Lesung ist das Vorgehen Moses, weshalb er sterben mußte, weshalb er nicht nach Kanaan durfte, unbegreiflich; im Esoterischen jedoch ist es klar: als der Phallus Mose schon selbst daran zweifelte, ob er „Wasser aus dem Fels schlagen könnte“, da taugte er nicht mehr dazu, die Kinder Israel nach Kanaan zu führen“; Josua ist gleichfalls die Personifikation des Phallus, daher der häufige Zuruf an ihn: rak chasak weemoz „sei mir stark und fest“. In diesem Stile geht es 70 Seiten hindurch. Ueberflüssig, Kritik zu üben. Schamerfüllt verhüllt der Genius der Bibel sein Haupt. Rabbiner Dr. Di e n e m an n-Offenbach a. M. Mische Gemeinde. Gottesdienst am Schabuothfeste. Donnerstag,, 28. Mai, abends, Alte Synagoge, Pestalozzistr.. Kottbuser Ufer u. Münchener Straße 8,45, in den anderen Synagogen 8 Uhr. Freitag, 29. Mai, morgens: Beginn wie am Sabbat. Freitag, 29. Mai, abends: Synagogen nach neuem Ritus 7 Uhr, Synagogen nach altem Ritus 7,30 Uhr. Sonnabend, den 30. Mai, morgens: Alte Synagoge und Pestalozzistr. 8,30 Uhr, Kottbuser Ufer und Münchener Straße 9 Uhr, in den anderen Synagogen 1. Gottesdienst mit Seclcnseier 7,30 Uhr, 2. Gottesdienst mit Seelcnfcicr 10 Uhr. Predigten. Freitag, den 29. Mai. bzw. Sonnabend, den 30. Mai: Alte Synagoge: Petuchowski, Loewenthal; Synagoge Kaiserstraße: Wyel, Harry Levy; Rykestraße: Acaybaum. Wetzl; Pestalozzistraße: Emil Levy; Kottbuser Ufer, Bleichrüde, Münchener Straße: Arthur Levy; Neue Synagoge: Blumenthnl, Warschauer: Lindenstraße: Warschauers Blumcnthal; Lützowstraße: Bacck. Weiße; Synagoge Fasanenstraße: Bergmann, Baeck; Lcvetzowstraße: Leivkowitz, Bergmann. Eintritt zum 2. Gottesdienst "nur gegen Karten. Abendgottesdienst (Festausgang 9,12 Uhr.) Snagoge „AdaR ieschurun“ Clauscwltsstraße 4 (am Kurfürsten dämm). Beginn des Gottesdienstes am Schowuausfest: Donnerstag abends 8,45; Freitag morgens 9,15; Predigt, Freitag abends 7.30; Sonnabend morgens 9.30; Predigt und Seelenfeier, Sonnabend abends (Mincha) 8,45; Sabbat und Festausgang 9,12. Die Ausbesserung eines Mottenschadens kostet oft mehr als die geringen Aufbewahrungsgebühren. Man sollte deshalb alle Pelze, Teppiche und Winterkleidung während des Sommers einer guten Kürschnerei zur Aufbewahrung und Konservierung übergeben. Die größte Konservierungs-Anlage nicht nur in Deutschland, sondern sogar in Europa besitzt die bekannte Firma C. A. Herpich Söhne, Berlin W. Leipziger Straße 9/11, Telephon Zentrum 10041—46 und 113 88—89. Diese hat hierin eine über 90jährige Erfahrung und beschäftigt einen großen Stamm .jahrzehntelang im Hause tätiger, bewährter Meister und Gehilfen, welche Sommer und Winter die wertvollen Pelze und Teppiche pflegen und betreuen. Nachts und Feiertags schützen 1V erprobte, eigene Wächter, unterstützt durch Wachhunde und neueste elektrische Alarm-Einrichtungen, die umfangreichen Räumlichkeiten. Die Firma Herpich bietet deshalb weitgehendste Sicherheit in jeder Beziehung bei jetzt ermäßigten, sehr niedrigen Konservierungsgebühren. Während des fast 100jährigcn Bestehens dieser Firma ist bemerkenswerterweise noch kein Feuerschaden oder Einbruchsdiebstahl vorgekommen.

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