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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-05-22 · 21 (22.5.1925) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
21 (22.5.1925)
Date
1925-05-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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♦ <rs i! D r Aus der Bewegung. HIIMMIIttlllHH llllllliiiiiiin Berlin. 'J'm Miiiivoch, heu 20. April, versammelten sich (Mij- Einlstdung der Fraucngruppe des Liberalen Vereins für di- Angelegenheiten der jüdif6)cn Gemeinde zu Berlin e. V. im Heus) von Frau Rosa Sachs eine stattliche Anzahl von Damen. Herr Professor Elbogen, der sich wiederum in liebenswürdiger Weise bereit gesunden hatte, das Referat zu übernehmen. sprach über „Die Religion der Propheten". Oi rch einer kurzen Einleitung über die Bedeutung des Namens „Propheten" und die geschichtliche Stellung der Schrift-Propheten der Bibel schiiderie er. nOc die Propheten unter der Macht des Gedankens der sittlichen Weltordnung den Nationalismus in der Religion iiberiiumDen und sich zu der Vorstellung von dem (inen Schöpfergott. der die ganze Welt regiert, durchdrungen haben. Von diesem Gedanken aus verkünden sie das Gottesgericht über alle diejenigen, welche den Bund Gottes übertreten und machen auch vor Israel, das sie für das Volk Gottes halten, nicht Halt. Ihre Auffassung vom Bunde Gottes betont in erster Linie die Befolgung des Sittengesetzes, neben dem der Kultus a-s gleichgültig zurücktritt. Bon der Gegenwart mit ihren sittlichen Schäden erheben sie sich zu dem' Ausblick in die ideale Zukunft, in der Geecchtigk.'il. und ewiger Frieden das Reich Gottes auf Erden begründen folien. ~m Rnlchi'iß an den Portrag entspann sich eine lebhafte Diskusüra. Die Zuhörerinnen föhnen mit regem Interesse und gaben dem Wunsch nach Wiederholung Ausdruck. Leipzig. Vorlesung aus der Bibel. Einen ausgezeichneten Verlauf nahm ein Vereinsabend unserer Ortsgruppe, der die religiöse Gewalt des Judentums ganz unmittelbar durch unsere Bibel selbst wirken lassen sollte. Einführende Worte des Herrn Gemeindernbbincr (Lohn gaben den Auftakt. Zie gipfelten darin, daß unsere heiligen Schriften auch dem modernen Menschen ihre unvergängliche Größe erweisen. Wie sie all die vielen Iahrhunderte hindurch das Denken und Fühlen zahlreicher jüdischer Geschlechter ungemein befruchtet haben, so vermag auch der Mensch unserer Tage aus einem lebendigen Verhältnis zu ihnen unendlich viel zu schöpfen. Und zumal der liberale Iude: welche Kraft und welche Schönheit, welcher Reichtum an Gedanken und welche Tiefe in der Betrachtung der Mcnschheitssragen sie atmen, empfindet er um so reiner, als hier Wort and Gesetz nur durch die ewigen Gedanken Wert gewinnen, als deren Ausdruck sie Form gewannen. — Marcella Halicz vom Leipziger Schauspielhaus erwies sich als eine vortreffliche Interpretin. Zn einem gut gewählten Programm vermittelte sie Beispiele der verschiedenen biblischen Werte: Erzählung, lyrische. Lehr- und Wcisheitsdichtung. Besonders packend las sie die Geschichte von den drei Männern m Feuerofen aus dem Buche Daniel. Einen starken Eindruck erweckte ein Auszug aus dem Buche Hiob, der nach den einleitenden Kapiteln die Kernstücke aus den Wechselreden Hiobs und seiner Freunde zu einem plastisch-klaren Bilde zusammenfügte und in der überwältigenden Rede Hiobs über die Grenzen menschlicher Weisheit (Kap. 28) ausklang. — Die in stattlicher Anzahl Erschienenen folgten in tiefster Spannung und Ergriffenheit den Darbietungen: viele von ihnen bekannten hernach, daß ihnen nun erst eine Ahru,rg von der erhabenen Kraft der Bibel aufgegangen sei. Der Abend hat sicherlich tiefe Spuren hinlerlassen. Potsdam. (Jüdisch-liberaler Iugcndoerein). Wir cröffneten unsere Sommerarbeit am 6. April mit einer Mitgliederversammlung. Leider mußte unser stellvertretender Vorsitzender Alfred Iosephsohn wegen seiner durch sein Studium bedingten Abwesenheit aus Potsdam sein Ami niederlcgen. Für seine treue Mitarbeit, insbesondere seine «orireffticke Leitung unserer Leseubende sei ihm auch an dieser Stelle nochmals herzlid)st gedankt. Unser Vorstand setzt sich nunmehr ivie folgt zusammen: Dr. Lohn, l. Vorsitzender, Siegfried Biumenthal, stellvertretender Vorsitzender und Kassenwart. Erich Guttmann. Schriftwart. — Auf der Mitgliederversammlung wurde das Sommerprogramm festgelegt, bet dem auch wieder die regelmäßig ftattfindenden Ausflüge zu ihrem Recht kommen. Schließlich wurde beschlossen, nun endlich mit der Gründung einer Schülerinncngruppe — wir hatten bisher nur eine Schülergruppe — Ernst zu machen. Margot Hkschbruch und Hilde Lohn wurden mit den Vorarbeiten betraut. Diese wurde'dann auch am 2H. April nach einem einleitenden Referat von 21. Ivsephiohn gegründet. Die Schülerinnengruppe zählt bereits 18 Mitglieder. Sie hat wie die Schülergriippe wöchentlich je eine Veranstaltung und zwar abwechselnd gemeinsam mit dieser und allein. Aus den gemeinsamen Lescabenden gelangt Beer Hofmanns „Jacobs Traum" zur Lektüre. Wir hoffen, daß diese Gruppe eine ebenso erfreuliche Entwicklung nehmen wird, rvie die vorr Walter Cohn geführte Schülergrnppe. Außer einem sehr gemütlichen Ausflug nach Wildpark hatte der Verein bisher noch einen Vortragsabend, auf dem Erich Guttmann über die „'Andacht" sprach. Er rügte insbesondere einige örtliche und ullgcmeine Mißstände. Die Äussprache drehte sich vor allem um die Frage, vb und in welchem Umfange das Hebräische Gebcissprache bleiben soll. ■, Wir hoffen, daß wir im Sommer wieder Gelegenheit haben werden, auf Wanderungen mit unseren Nachbarvercincn zusammenzutreffcn. Am 18. und 14. Iuni beabsichtigen wir. das sechsjährige Bestehen unseres Vereins festlich zu begehen. BÜCHERSCHAU. Friedrich Nietzsche, der Philosoph der abendländischen Kultur. Von Dr. M. Hirsch. Verlag Strecker und Schröder in Stuttgart. 181 Seiten. Diese Schrift, die wir mit hoher Befriedigung gelesen haben, gehört sicherlich zu den besten der zahlreichen Schriften über Nietzsche. Besonders wertvoll erscheint es, daß der Verfasser in feiner und klarer Diktion uns in des Philosophen seelische Struktur und seine Geistesschöpfungen einzuführen sucht — ohne Kritikasterei — wie sonst üblich — so daß der eigentliche Ideengehalt N. s getrübt wird. Mit Nachdruck wird hervorgehoben, daß Nietzsches Denken die Idee der abendländischen Kultur leitet. Es wird betont, daß in fast allen seinen Schriften die Notwendigkeit zum Ausdruck kommt, beim Diesseits, bei unserer Erde, unserer Welt stehen zu bleiben, denn eine Lebenshaltung und Lebensführung der Menschen ist vom Diesseits orientiert. Auch unser Judentum ist vorwiegend Diesseitsreligion. Unsere Weisen sagen: diese Welt gleicht einer Vorhalle zur künftigen Welt. Bereite dich tüchtig vor in der Vorhalle, damit du in den Palast hineingelassen wirst. (Spr. der Väter IV, 21). Dieser Gedanke war Nietzsche sympathischer als mystische Schwärmereien. Deshalb seine Wertschätzung des Alten Testaments im Gegensatz zum Neuen. Bemerkenswert ist seine Stellung zu letzterem: „Im N. 7 lauter kleine Sektenwirtschaft, lauter Rokoko der Seele, lauter Verschnörkeltes, Winkliges, Winterliches, lauter Konventikelluft. — — Demut und Wichtigtuerei nebeneinander, eine Geschwätzigkeit des Gefühls, die fast betäubt, Leidenschaftlichkeit, keine Leidenschaft. Zuletzt wollen sie gar noch die Krone des Lebens haben, alle diese kleinen Leute 1 aus der Provinz.“ Dr. M. Spanier (Magdeburg). Geschäftliche Mitteilungen. „CS* töchril den «Set, er ladet »UNI 25a. c". rk'-t' tönr.ic ta widrrstthen? Dazu bc« dar« c.- aber ti er ocoUndcn und Ästhetischen Pa dcticidung. Die!lluege"ung von Bode - r.einijiteii derStrino’ ,r. U Orü nfeld bietet flirr<u («ivu ,.,-dKlein reizvolle und «-pane Vadelleider» e-adrn.änicl und eile), was zu Aavr« und iraridousrvstungen (itfrflrf. so daß aitqrsichtci dieser in imponierender Wciic anfgrinachten Auosteitung die t^cdnsucht nach e'-vmmcr- und ^adesreuden rc#e wird. CM>dcrifi-tmfn, cincefctju Godets, Schürzen« teile zieren die Dadcansiige, die längst nufi'fl’cr: Naben, ausschließlich diesem Zweck, sondern alö koketter ^irandanzug stir Tändelei urd Flirt im^ande -u dienen, JOa* fefei e Ötcrflcib kann vor der Berührung mit dem Wasser abgelegt werden and zeigt dann da« miner das schicke Kchwimmtritoi als klassischen ziadoanzug In Wolle wie in Seide. Für Herren ist königsblau mit rot durchwirliem löantan&nufcr aus Krmifelfloff ein: aeschmack« voll wirtende Farbmzusammenstrllung. tvaz» tvmmcn die buntfarbigen, praktischen Vadelavpxn au» e'iummi in der l'cab'helm» undFliencrkapprnform» farbig zum Badc- Io!I:nn abgestimmt. Nicch die prciostcstung m:.' d.'sendecer Äecücksichiläung unserer Zeit« r rhäUnisse billigst aejielli. wird es allen .«reifen «ruwaiichrn, flch für das erfnschenoe der C* cm nur« und (-onneniage niidsch w.w praiium n\ eguipicren. Scho» die kstilftierlsche Ausgestaltung der e^ch.:ufeti,ier gibt 'seugnis von der sehenswürdigen cOar« dtttu'.lg der <-on»ncr> und i-Sadewoden und sie ei cd noch übcriroffcn »on der imposan en Pracht der 3«nenräuin c im Wöschchans F. ^riinfekd zur ^ommerausstellung, die bi» »um e?.. Mai dourri. A. N.!t)ie Ansbeg'erung eines otItij-erabcr.a tollet »» r.ti„r als die geringen Aufbcwah« rurgegebuhren. Dian solltdeshalb alle pelze. Teppiche und Minterktüdung wöbrend de» «Sommer» einer guten Kürschnerei zur Aufbevahnmq und Konservierung uberqede». 'D\e größte Konservierung»« Anlage nicht nur in Oeulschland, sondern sogar in Europa bcsiht die bekannte Firma <L A Herpich @{f»ne, Scriin 23., leipziger «Straße 9/11, Leiepbon Zentrum l004l- »6 und lizss-sv. Oiese Firma biclc! vcitgcbendste tritfcer» ireif in tedee Beziehung bei sebr niedrigen Konsetvierungsgebühren. WSbrend des fast 100jährigen rlestedens dieser Firma ist bemerkenswerter Weise noch kein Feuerschaden oder Slnbruchsdiebstahl vorgckommen. Kalendarium für die Zeit vom 23.5. bis 30.5.1925 Mai 1925 Giwan 5665 Sonnabend 23. 29. Reumondweihe Wochen«Abschnitt: Lamidbor (4.B.M. 1—4,201 Sonntag 24. Hastarah: l. Luch Samuel Kap. 20,48—42 1. Rosch chodesch Montag 25. 2. Dienstag 26. 3. Mittwoch 22. 4. Donnerstag 28. 5. Freitag Sonnabend 29. 30. 6. I. 1. Tag Schabnoth 2. Tag Schabnoth Seelenfeier Festausgang: 942 Liberaler Synagogenverein hloröen OescdLktssteNe: ^rtkur Lsaöer BERLIN C54, Lmienstrasse 45 Telephon: Norden 3233 Der Gottesdienst in unserer Synagoge Schönhauser Allee 162 (Auerbach’sches Waisenhaus) beginnt jeden Freitag abend um 7,15 Uhr, Sonnabend vormittag um 10 Uhr. Predigt Rabbiner Dr. Salomonski. Am Schewuaus-Fest Beginn des Abendgottesdienstes um 7,15 Uhr, des Vormittaggottesdienstes um 10 Uhr. Predigt Rabbiner Dr. Salomönski. Alle Anfragen betreffs des Gottesdienstes sowie Beitrittserklärungen zu unserem Synagogenverein sind an unsere Geschäftsstelle Linienstraße 45 zu richten. Der Kartenverkauf für die hohen Feiertage findet In unserer Geschäftsstelle für unsere Mitglieder, vom 1.5.bis31.5. statt. Ab 1. Juni wird über die Karten frei verfügt. Vorbestellungen für Karten sofort erbeten. Liberaler Synagogenverein Norden. if)fing*ten Aus unserer D2im6Il~$chuhab*eilung: Einspangcrochuh braun Leder, echt Rand genäht, mit _ ma Leier-Louis^ *|IJ XV.-Absatz, Ä ■lWV chice, halbrunde Form Einspang enschuh pr. braun Boxcalf, mit schöner1 Zierstepperei . Einspangenschuh braun Boxcalf,praktisch. Straßenschub, besonders preiswert s Einspangenschuh weiss Leinen, moderne halbspitze Form, weiss überzogener Absatz »I'"' Aus unserer HCFTCH'Schuhabteilung: Eleg. Halbschuh braun Boxcalf, Orig. 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