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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-04-24 · 17 (24.4.1925) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
17 (24.4.1925)
Date
1925-04-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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'schein Zusammenhang begreifen. Alle großen Probleme der Menschheit treten hier aus der papierenen Bücherweisheit in das Bewußtsein lebendiger Mitarbeit am Weltgeschehen und aus dem Kenner der eigenen Familie erwächst -er denkende und seiner Verantwortung bewußte Staatsbürger! Wer seiner Väter gern gedenkt, bleibt bewahrt vor Aufdringlichkeit und innerlicher Unsicherheit, den untrüglichen Kennzeichen des „Parvenü ohne Familie"! Darum ist jüdische Familiensorfchung zugleich Dienst am Judentum und Dienst an -er jüdischen Einzelpersönlichkeit! Sie ist die gemeinsame Plattform, auf der alle Richtungen, der Orthodoxe wie der Liberale, der sein deutsches Judentum Betonende wie der Zionist sich zusammenfinden können und zusammengefunden haben. Aeber Ziel und Art unserer Arbeit unterrichtet am besten unsere Zeitschrift, die „Mitteilungen zur jüdischen Familien-Forschung". Absichtlich habe ich in den vorstehenden Zeilen hiervon nichts gesagt. Kam es mir doch nur darauf an, die Leitgedanken auszuzeigen, die uns dazu geführt haben, jüdische Familienforschung zu betreiben, und die uns ein Recht geben, die Freunde des liberalen Judentums zur Mitarbeit aufzufordern! Bon Hans Bach, Berlin. 3m Mittelpunkt des jüdischen Lebens der Gegenwart sieht die Frage, ob es möglich sein wird, eine abgeschlossene Entwicklung neu zu beleben, — die Frage der neuen jüdischen Religiosität. Wir haben seit der Emanzipation das eigentlich religiös» Gefühl verloren und uns der modernen Kultur zugewandt, die nicht religiös, sondern im Grunde ästhetisch war. Heute empfinden breite Massen das Scheitern dieser Kultur und drängen unwiderstehlich zur Religion zurück, — zur Durchdringung desganzen Lebens mit religiösem Fühlen, während doch die ältere Generation das, was sie von Religion noch übrig ließ, in die äußersten Bezirke der Seele verbannte. Wir kehren nun zurück und stehen, wenn wir es uns nur eingestehen wollen, doch recht eigentlich vor verschlossenen Toren. Ein altes, erloschenes Lebensgefühl kann man nicht wieder aufwecken, und alte Formen ebensowenig; sie sagen uns dann meistens gar nicht, öfters das Gegenteil von dem, was sie eigentlich bedeuten sollten. Sollen wir uns also neue Formen schaffen? Das wäre schön; aber wie? Des alten Hillel „Judentum in einem Satz": „Tue recht und scheue niemand; nun aber gehe hin und lerne!" ist ein schönes Wort; doch es hilft uns wenig. Wir fühlen das eigentlich Religiöse in seinem ethischen Satz nicht mehr durch, und was das Lernen, das Wissen betrifft, so kommen wir davon eben her. Wir sind alle mit Wissen überfüllt und haben von ihm nur die Erkenntnis mitgebracht, daß es Nicht seihst basist,, und daß es zum Leben nur taugt, wenn man zu den Geheimnissen des Lebens den Schlüssel besitzt. Den Schlüssel aber haben wir im Missen nicht gefunden. So stehen wir wieder am Anfang: wie schaffen wir ans neue religiöse Formen? Wir fragen einen Weisen unserer eigenen Zeit. Er verweist uns auf die Gesamt- . heit, die Gesamtheit der jüdischen großen Gemeinde, die uns trägt, auf die Jahrtausende, die uns zum Erbe geworden sind und nun in uns leben, in dir, in mir, in jedein von uns allen. Das ist tief und wahr. Was aber fangen wir mit diesem Erve an, wir Gesamtheit, die doch aus Einzelnen besteht, die alle nicht fähig sind, es für ihr eigenes kleines Leben auszumünzen? Diese Tradition ist wie das ungeheure Lusimeer, in dem wir ersticken, wenn uns die rechten Organe zum Atmen schien. Wie können wir das Erbe erwerben, um es zu besitzen, zu beherrschen, zu mehren? Es hilft uns nichts, wir werden selbst versuchen müssen, uns einen Weg zu bahnen. Wir müssen zurück- Zrr-en. Ein Dokument und ein Monument. Bon Doris Wittner. Am 1. Juni 1624 segnete ein Mitglied besten jüdischen Geistescdcls — Frau Alla W o l f f - F ra n kf u r t« r, mit ihrem Uiercrijcbcn Pseudonym Ullrich Frank geheißen, — nach ni'.em reich erfüllten ireben. im scchsundsieben.Mten Jahre, das Zeitliche. Kaum je war der Ausdruck „das Zeitliche segnen" so angebracht wie hier, wo Ansterblichkeit nm Trauergefolgc l'duitt und wo Ewigkeitswert-- der Anhalt eines geistigen Kämpfercaseins gewesen. Am 2. April 1925 aber, allda Ulla Wolff-Franksurler im Kreis des jüdischen Hauses — erweitert von der engsten Familie zu einem umfänglichen Freundeskreis und einer ehrerbietigen Verchrergemeinde ihrer Werke und ihres Wirkens, — den siebe nun-dstebenzigsien Geburtslag halte feiern sellon, dringt der Verlag von Zander L Lab i sch ein nur in zweihundert Eromplaren eines Privatdruckes ediertes, vorn-ehm ausgestattes Werk heraus, das die Kinder der Verstorbenen, — ihre einzige Tochter, Frau Clara Frankfurter, sowie die im Berliner Barreau hochangesehenen Rechtsanwälte D r. Richard Otto Frankfurter und D r. Artur Wolfs als Zeichen der Pietät und zum Andenken der geliebten und verehrten Mutter ihrer weit oerzweiglen Familie, sowie einem eng begrenzten Freundeskreise ^erreichen. Das etwa dreihundert Seiten starke Buch enthält zuvörderst eine biographisch--: Würdigung der Toten aus der Feder ihres im Fahre 1609 verblichenen treuesten Freundes, literarischen Förderers un>d Weggenossen, Dr. Gustav Karpeles, des nam-!:stf:en SÄrihsleilers und Heineforschers. alsdann ein paar schülchte Worte der Kinder selbst, den Abschiedsgruß der Dahin- ,7(.sschiedenen an die Hinterbliebenen, des ferneren die Gedächtnisicifce, öie Ludwig Fulda anläßlich der Tranrrfei'r für Alla Wosiff-Frank am 5. Juni 1924 am offenen Grabe gehalten, und vor Zollen Dingen sechs novellistische Arbeiten, die. sömtkÄ-st dem Stoßkreis oflsüdischer Heimaterinnerungen, den Erlebnissen einer nun schon weit zurückliegenden Kultur-Epvchr enlnominen, größtenteils im Lauf der Zeit im „Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur", teils auch andernorts veröffentlicht worben, jedoch in ihrer Gesamtheit der breiten Masse anbekannt ^blieben sind und insolgrdessen von der Verfasserin ( gehen zu -en Grundpfeilern unseres Lebens: Ratur, Familie, Gemeinschaft, Religion. Sie greifen in unser persönlichstes Leben, unsere individuelle Eigenart hinein. stützend oder hemmend. Was uns von Religion geblieben ist, steckt in uns selbst, unihm suchen wir eben näherzukommen. Können wir aus der Gemeinschaft, aus irgendeiner der Gemeinschaften unserer Zeit unsere Form ableiten? Doch wohl kaum. Die Gemeinschaft als Masse lst zwar fähig, Formen zu erhalten, aber nicht zu schaffen. Schöpferisch ist allein der Einzelmensch. So fragen wir die große Ratur um Rat? Sie ist noch die einzige, die uns Helsen könnte. Sie trägt uno stützt das Leben des Einzelnen mehr als wir Großstädter uns einaesiehen; wir haben in den Jahren -es Krieges und seityer ein neues Verhältnis zu ihr gewonnen und sehen manches mit anderen Augen an. Der Bauer, stärker mit der Natur verbunden als wir Städter, zieht aus der Scholle, der er seinen Lebensunterhalt abgewinnen muß, recht eigentlich auch seine Lebenskraft, und übertragen seine Maßstäbe für Verhalten und Urteil, Sitte und Recht. Mr aber sind nun schon seit Jahrhunderten keine Bauern mehr und unser Verhältnis zur Ratur ist ein übertragenes und verwickeltes, nicht mehr das unmittelbar sinnliche des Bauern. So hat das Judentum wohl gewußt, was es tat, wenn es die Familie zum Grundstock seines Lebens machte, als stärkste Stütze jener Lebensgesinnung. Die auch in seinen großen reliaiösen Gedanken und Formen Ausdruck gewann, in oer Familie aber selbst da erhalten wurde, wo jene verblaßten und preisgegeben worden sind. Sie ist dem Juden Heimat geworden, sie gibt ihm die Kraft, deren er bedarf, um sich gegen eine Außenwelt zu behaupten, die in Strömung und Gegenströmung seine geistige Existenz fortzuspülen droht. So dürfen wir hoffen, in der Beschäftigung mit unserer Familie uns selbst zu finden, uns in ihr gespiegelt zu sehen und, wenn das Glück uns hold ist, eine Wiedergeburt unserer religiösen Formen aus dem Geiste der Familie zu erleben, — und das wäre ja, was wir suchten. Wie stellen wir nun diese Entdeckungsreise ins Land unserer Familie an? Wir gehen zunächst von einem festen Gerüst von Tatsachen aus, um gegen alle nebulösen Verirrungen geschützt zu sein, und legen uns deshalb zuerst zwei Stammtafeln an: die eine, die unsere Verbindung mit der Vergangenheit zeigt, geht von uns selbst aus. Wir setzen unseren Namen in die unterste Reihe eines Blattes, in die Reihe darüber die beiden Namen unserer Eltern, in der nächsten Reihe folgen die vier Großeltern, dann die acht Argroßeltern, und so geht es weiter, so weit wir die Namen feststellen können. Das ist unsere Vorfahrentafel; die andere, Nachfahrentafel, oft auch Stammbaum genannt, ordnet uns selbst in das Gefüge der Familie ein. Sie geht bekanntlich von dem frühesten bekannten Stammelternoaar aus und führt alle seine Rachkommen, also auch oie Töchter und deren Kinder, auf. Damit ist die Grundlage unserer eigentlichen Arbeit gegeben; wir legen der besseren Aeberstcht wegen eine Kartothek an und geben jeder Person, die in den beiden Tafeln vorkommt, ein Blatt; Blätter und Tafeln sind gleichlaufend numeriert. Jetzt beginnt unsere Aufgabe: diesen vielen Ramen zu eigenem Leben zu verhelfen. Wir suchen also über sie zu erfahren, was wir irgend können. Die mit uns gleichzeitig lebenden Familienmitglieder kennen wir zum guten Teil noch selber. Wir legen uns eine Sammlung von Photographien an; es ist nicht nötig, daß sie gerade „schön" sind, aber charakteristisch sollen sie fein. Wir suchen möglichst von jedem Mitglied der Familie Briefe oder sonstige Handschriftenproben aufzulreiben: die Anterschrist eines Vorfahren unter einem sonst wertlosen Dokument erzählt uns noch nach Jahrhunderten, was für ein Mensch er gewesen ist. Aeberall ist das Wichtigste, was von den Menschen selber stammt; was wir über ihn wissen, kommt erst in zweiter Linie. selbst für eine künftige Sammlung bestimmt waren, die sie als Abschluß ihrer Lebensarbeit betrachtete. Da der Tod der niemals rastenden Schöpferin die Feder vorzeitig aus der Hand genommen, haben nunmehr di-r Kinder den letzten Wunsch ihrer Mutter, gleichsam als ein Vermächtnis, erfüllt, lind sie haben damit nicht nur einem edien Zug der Kindesliebe Genüge getan, sondern sie haben die weite Oessentlichkeit um ein wertvolles Dokument künstlerischen Schaffens bereichert und haben insofern nicht nur einer Mutter, sondern einer Dichterin und Denkerin, ein verdientes und würdiges Monument gesetzt. Mit Recht hat Gustav Karpeles in seiner kritischen Darstellung der Lebensarbeit Alla Molff-Frcmkfurters hervorgehoben, daß sie allzeit aus dem Vergänglichen -das Bleibende, aus dem Zeitlichen das Ewige, das heißt, das Argeheimnis aller Dichtung, zu sondern wußte und daß man demnach über das Kapitel ihres Lebenswerkes mit Fug die Aufschrift setzen dürfe: „Introiie, nara et hic dii sunt.“ Die stärkste und adligste Eigenschaft Alla Wolff-Frankfurlers war der Stolz, womit sie sich zu ihrer Rasse und insbesondere zu ihrem individuellen Stammbaum bekannte. „Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt, der froh von ihren Taten, ihrer Größe den Hörer unterhält und, still sich freuend, ans Ende dieser schönen Reihe s i ch geschlossen sieht!'^ Dieses Goethewort bildete den vornehmsten Inhalt von Alla Wolff-Fvankfurlers Leben: nur daß chr das hohe Glück beschieden war, daß nicht s i e ans Ende dieser schönen Reihe sich geschlossen sah, sondern daß st: am Abschluß ihres Lehens eine Reihe geliebter und gleichgesinnter Kinder, Enkel und Urgrvßenkel segnen durfte. And sie tat es mit Worten, wle sie nur selten dem Munde -einer Scheidenden entströmen. Ihr beneidenswerter Abschiedsgruß an ihre Familie lautete: „Meinen geliebten Kindern und Enkeln! Ihr habt mir ein köstliches, schönes Erdendasein bereitet. Aeberre'ich an Freude und Glbck durch Eur-r Liebe! Ich danke Euch dafür und Gott segne (vue*)! Liebet Euch and haltet fest und treu zusammen, bleibt gut. Seid fröhlich und zufrieden und geistig hvchgemutet! Achtet die Traditon! Mein Bekenntnis vom Sinne dcs Lebens ist: Die h ö ch st e G 6 t e ist d i e tiefste Weisheit! Gedenket meiner in Freudigkeit." Das Material ist unendlich vielgestaltig: Familien- Überlieferungen, -sagen und -legenden, ölte Aufzeichnungen, Erzählungen alter Leute, Briese, Kauf- oder Schutzbriefe, Gebetbucheintragungen, Hochzeitsverträge, Testamente, Wimpel, Geschäftsbücher und die lange Reihe amtlicher Arkunden von der Zeugenunterschrift bis zur Ehreneintragung ins Gemeindebuch. Gewiß, es wird manche Stunde hingebender Kleinarbeit vorangehen müssen; aber welche Freude, wenn sich dann eines Tages aus alt diesen tausend Einzelzügen von Anekdoten, Zeugnissen und Schilderungen das eine allen gemeinsam, die Familie, heraushebt! Wenn wir wiederkehrende Züge, überspringende Begabungen, Neigungen, aber auch Krankheiten und Schwächen entdecken und dann plötzlich in all den verschiedensten Einzelgesichtern, über Zeit und Ort hinweg, das stets gleiche Gesicht der Familie vor uns sehen! Da erscheinen uns die vielen Einzelnen, die wir haben an uns vorbeiziehen sehen, als die Glieder einer langen Kette, und auch uns selbst sehen wir plötzlich mit anderen Augen an, — sehen auch uns als Glieder dieser Kette und eingeordnet in einen großen Zusammenhang. Wir sehen bas Leben unserer Borfahren bestimmt von der Religion, und finden doch, daß jede neue Generation ihren neuen Weg ging und der unendlichen Fülle eine neue Seite abzugewinnen wußte. Rur eines bleibt sich immer gleich: die Verpflichtung an die Tradition, die das schönste Recht des. einzelnen bildet. Deshalb blieb auch in allem Wechsel des einzelnen die Tradition erhalten, weil jeder einzelne mit der Tradition verbunden war. And so werden auch wir, wenn wir wieder von einer Tradition aus zu leben gelernt haben, den herrlichen alten Wein in neue Schläuche füllen dürfen. Auch Liberalismus im Judentum verpflichtet. Von Margarete Fried. Jeder Mensch übernimmt bei seiner Geburt Pflichten, ohne sich dessen bewußt zu sein. ES gibt Erzieher, die den Standpunkt vertreten, im Kinde den Zustand des Nichtbewußtseins dieser Pflichten, den Zustand der Sorglosigkeit solange als nur irgend möglich aufrecht zu erhalten. Sv werden viele im Judentum fest verankerte Anschavungru, die das Verhältnis der Kinder zu den Eltern mit in den Pflichtenkreis der Jugend einbeziehen, einer liberalen Zeitströmung geopfert. Es wäre aber ein Verbrechen mr der Kinüesseele, woliren wir einen Grundsatz bei der Erziehung unserer Kinder streichen, der seit jeher die Mission jedes einzelnen Juden gekennzeichnet hat: Judentum verpflichtet. Es wird die Freiheit unserer Kinder nicht hemmen, wenn der Gedanke: Judentum verpflichtet, ihnen schon im Kindesalter nahe gerückt wird. Es wird vielmehr die gewissenhafte Auslegung dieses Gedankens ein Wegweiser zur Freiheit werden. Ein Mort wird oft zum Anlaß genommen, eine Verpflichtung gegenüber dem Judentum abzuschwächen, das ist das Wort „liberal". Wenn wir den jüdischen Liberalismus gleichstellen mit dem Begriff der Gleichgültigkeit, so begehen wir ein schweres Unrecht: wenn wir ihn aber als den Inbegriff der verantwortungsvollsten Stellungnahme zu religiösen Dingen aufsassen, werden wir der Bedeutung dieses Wortes gerecht. Rur diese Auffassung berechtigt uns, religiöse Gesetze und Gebräuche zu lockern, um sie den Forderungen des Lebens anzupassen. Es gibt Gesetze, die eine individuelle Auslegung vertragen, ohne das Judentum in seiner Erhaltung zu gefährden. Zu diesen Gesehen gehören, um ein Beispiel dafür anzuführen, die Speisegesetze. Äus der Erkenntnis heraus, daß die Speisegesetze in ünserm modernen Wirtschaftsleben nicht mehr am Platze sind, hat der liberale Jude sich von der Befolgung dieser Gesetze befreit. Ein „Warum" des Kindes wegen Nichtbefolgung dieser Gesetze wird von jedem Vater, von jeder Mutter beantwortet werden können. Wenn wir der Frage des Kindes nach einem „Warum" Rede und Antwort stehen können, dann sind wir uns der Verpflichtung, die der Liberalismius im Judentum verlangt, bewußt. Aber nur diese Erkenntnis wird unfern Kindern aus der Verpflichtung heraus den Weg zur Freiheit weisen. Es gibt aber Gesetze, an deren Lockerung wir mit größter Vorsicht Herangehen müssen, oder aber wir laden die Schuld auf uns, das Judentum seines Ewigkeilsgedankens zu berauben. Als Beispiel für diese Gesetze kann uns die Heilighallung der Sabbat- und Feiertage dienen. Cs ist eine völlige Verkennung der liberalen Ree im Judentum, wollten wir sie von Verpflichtungen frei sprechen. Der Vorwurf, daß der Liberalismus dem Judentum entfremdet, ist durch nichts begründet, solange wir unser Verantwortungsgefühl gegenüber unserer liberalen Einellung it sich hroert Igung Irjacbe teiebgi lat. Wohl dem Menschen, zwiefach wohl der Frau, die, also gesinnt und also gesegnet, den schmalen Pfad von der Zeitlichkeit in die Ewigkeit schreiten darf! Die Aeberlieferung, die hochzuhalten, Alla Wolfs-Frankfurter ihrer Deszendenz inbrünstig empfahl, hatte sie nicht minder inbrünstig ihrer Aszendenz bezeugt. And wahrlich, ihr war, wie kaum einer anderen, würdigster Grund zu solchem Familienstoß gegeben. Stammte sie doch als Tochter des Rabbiners Dr. H. F. Hirschfeld in Gleiwih und Lessen Frau, der jüngsten Tochter des Oberlandesrabbiners in Posen, Salomon Eiger, in gerader Linie als eine Enkelin von dem weitberühmten Gottesmann Red Akiba Eiger ab, zu dem die Gläubigen aller Weltteile strömten, seiner Weisheit Rat einzuholen oder seinen Segen auf das Haupt ihrer Kinder zu erflehen. Mit welchem tiefen und innigen Stolz Alla Wolfs die Zugehörigkeit zu dieser in der ganzen äudenheit berühmten Familie empfunden hat, gebt auS dem Amstand hervor, daß kurz vor dem Krieg auf ihre alleinige Anregung hin der „Verein der Familie Eiger (G g e?)" ins Leben gerufen wurde, zu dessen Einweihung, Ver7rrr.2 der Familie aus allen fünf Erdteilen sich gemeldet batten. Der Krieg hat, wie so manchem anderen Real oder anderer Ideologie, auch diesem schönen, troditionsvoUen Gedanken den Garaus gemacht. Immerhin: Gleiches Stammesbewußisein und gleichen Geschlechterstolz trifft man gemeinhin nur in arischen Familien des Hochadels, die ebenfalls ihrer Ahnen stolz gedenken, un), aus eine lange und edle Geschlechterreihe znrückblickend, die Aeberlieferung ihres Hauses hoch in Ehren halten. Eine verständliche Analogie zwischen dem Hochadel eines Volkes und dem Arade! der Menschheit! Manche der Novellen des nachgelassenen Merkes, so z. V. „Das Haus" und „Mirele" bringen Episoden aus dem Stammhause des polnischen Zweiges der Familie Eiger zu künstlerischer Darstellung. vinev auch, wenn man gar nich.s in’:; pe 'önlicben Zusammenhängen aus dom Leben der Dichterin ahnt, bilden d'-' hier dargebotenen novellistischen Arbeiten Kabinettstücke einer belletristischen Kleinkunst, an der das Herz der Schöpferin ebenso beteiligt ist, wie ihr starkes und tapferes Hirn. Vielleicht dürste man sogar sagen, dieses Herz hot im Hirne gewohnt. Daher die erschütternden Momente der Menschengestallung und gleichzeitig die eiskalte Logik in der Darstellung ihr-er zwangsläufigen Schick- UlS NI um zu llUti) b< Die Icovüni oird al oirklich jüdische )eg 5' Jorgen Der »ei -der erade Mer: fr cm 3' hejtirmr schaden durch i schätzen sisimis Johl ßlnfsass Zerpfli ins ar „V- D .chrt ireibcn Iraungc: Ictröm D sEurop shundei sschastli Idiese i slichen Im grc sschutzlc list. 9 ssiedelu Idort o Ivon g> ce jbeding iMit 1 Krank einer dem Wirk, schreit iMensi limch ' der ol daß s sie n Wasä livichti wurde fassen s tollte erfdjci sonde Guter pami ] nornl] I mode Berel die r! Eicht inan s rasche ausg, schtst eine Berli der schon Stra Lohr Jude viele iale. der veile der Gegc alter Assir mögl durcl reizr „Ar Na feige Geis halb End and. t hak, bict< man dem und ( Bill von fiinj dars wäh und es, stvk gilt ö; Eu r c i eS i abc Hir

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