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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-04-10 · 15 (10.4.1925) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
15 (10.4.1925)
Date
1925-04-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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AMsmNnen W8^schastsethzk. 3n §!Lsem BWiWiA lMlssion treiben, heißt, sich «us -er Enge Ln «r Delle retten. Eine 9teliaiaiL -je nicht mHr ben WÜlen hat, Mission M treiben, kapttniiert, löscht sich selbst aus, verzichtet auf ihre Veltung als MeLtreUgiv» unwirb Sekte. Wlr bürsev «ns nicht auf die bloße Verteidigung zurückzieden und mll unseren Wahrheiten hinter dem Berge haurnr wir müssen von uns reden machen, im Enten, müssen den Willen haben, die Welt zu deeinflvssen; nicht in dem Sinne, wie es die Narrheit von deute sagt, als strebe der Jude irgendwo nach einer Weltherrschaft; aber wir müssen den Willen haben, die Welt mit den Gedanken zu beeinflussen, in denen wir Las Heil der Welt verkörpert glarrven. Allerdings, dann mutz man auch von alledem innerlichst ergriffen sein und danach leben. Man ist nur aus der Enge in die Welle geschritten, wenn man bei seinen großen Gedanken ist nach dem Worte der Schrift: „mit ganzem Herzen, mll ganzer Seele und mit der ganzen Kraft." . Noch in einem anderen Sinne schließlich müssen wir aus der Enge in die Weite. Wir sind gern wohltätig; mair pocht niemals vergeblich an bas Tor des jüdischen Herzens, wenn es gilt, irgendwo eine Not zu lindern, Werke des Erbarmens zu tun. Aber wir haben nicht genügend Sinn für das Geistige, und wie notwendig alle die Dinge sind, die getan werden müssen, um das Geitftige des jüdischen Seins herauszuarbeiten und zu erhalten. Wir möchten bei allem, was wir tun, immer gern gleich den unmittelbaren Erfolg sehen.' Wir freuen uns, wenn wir wissen, daß mit unserer Gabe irgend jemand geholfen worden ist, wenn mit dem, waS wir mitschaffen helfen, irgendeinem Bedürftigen Linderung wird, und weil man bei allem Geistigen die in späterer Ferne erst sich ergebende Wirkung heute nicht schauen kann, begreifen wir nicht immer die Notwendigkeit seiner Pflege, feine Dringlichkeit neben der Wohlfahrtspflege. DaS ist eine gewisse Enge, hier tut uns ein Hinausgehen aus ihr in eine größere Weite bitter not. Eine Minderheit wie wir ist daraus angewiesen, die geistige Grundlage ihres Seins inrmer wieder aufs Neue zu erarbeiten, zu erforschen, durchzudenken, neu zu gestalten, darzustellen und zu zeigen. Hier die Notwendigkeit der Aufgabe verkennen, heißt eng und klein denken. Unsere jüdischen Seminare, alle Gesellschaften, die der Erforschung des Judentums dienen, die Akademie, sie wissen ein Lied zu singen von dieser Enge unseres Fühlens. Uneben weil sich in jedem Geschlecht diese Notwendigkeit, aus der Enge in die Weite zu gehen, in einem höheren Sinne jezias mizrajim zu vollziehen, erneuert, wird immer wieder zur Wahrheit das alte Wort der Passah-Haagadah: „Zu jedem Geschlecht muß der Mensch sich selbst betrachten, als zöge er aus Mizrajim aus." ■— ' —- '**- tu«* ••#***>.! Ä* L£1 schimmurinL ' Oie Aacht der Bewahrung. - Bon Nabblner Dr. Norden (Elberfeld). Die Schilderung des Auszugs der Kinder Israel aus Aegypten, die wir am ersten Pessachlage aus der Thora lesen, schließt mit den Worten: „Eine Nacht der Obhut iooer: eine Nacht der Bewahrung) war es dem Ewigen, da er sie herausführte aus dem Lande Aegypten. Diese ift Hem Gwigen geweiht als Obhut für alle Kinder Israel föt «pige Zeiten" (2 B. M. 12M. Außer der aramütschen Thoraübersetzung des On- Kalos, die pch ziemlich wörtlich an den Text der Thora hält, befitzen wir noch zwel weitere aramäische liebertragungen, bekannt unter den Namen: Targum (d. h. Uebertetzung) des Jonathan ben Usiel und Targum Jerujchvlml. Diese beiden Targumim lassen eS nicht immer de! einer Uebertragung des hebräischen Urtextes bewenden, sondern fügen an zahlreichen Stellen aus eigenem-Ermessen Betrachtungen hinzu. So führen sie auch bei dem Schlußsatz der Schilderung vom Auszug aus Aegypten das folgende aus: „Bier Nächte der Obhut sind vor dem Herrn der West im Buch der Erinnerung ausgezeichnet. Die erste Nacht war damals, bevor die Welt ins Dasein gerufen wurde, damals, als noch alles wüst und öde war und Finsternis die Fluten bedeckte, worauf dann Gott das Licht sandte, das befreiende, beglückende Licht. Die zweite Nacht der Obhut finden wir bei Abraham, dem in einer Nacht schwerer Angst und Seelennot Gott erschien und von der Zukunft seines Stammes sprach. Die dritte Nacht war damals, als Gott das Strafgericht über die Aegypter hielt, als er die Erstgeborenen der Aegypter sterben lieh, bie -er Israeliten aber verschonte. Die vierte Nacht der Obhut aber geht jenem Tage vorauf, an dem Gott Israel einst erlösen wird von dem Druck der Völker." Es lohnt sich, bei den Ausführungen der Targumim einen Augenblick zu verweilen. Die erste Nacht, von der hier gesprochen wird, führt uns in vorgeschichtliche Zeiten. Alles ist öde und wüst, Finsternis bedeckt die Fluten, noch ist kein Schöpfenoort gesprochen. Doch es ist eine Nacht der Bewahrung, eine Nacht, in der der Schöpfer gewMermäßen mit sich zu Rate geht. „Soll ich die Welt schassen? Sou aus dem Chaos, aus dem wüsten, wirren Durcheinander ein geordnetes Ganzes werden, ein nach ewigen Gesetzen geregeltes System? Soll ich die Welt schaffen mit ihrem Glück und ihrer Freude, aber auch mit ihren Tränen und ihrem Leid?" And Gott beschließt, die Welt ins Dasein zu rufen, und es ertönte das große, gewaltige Schöpferwort: Es werde Licht. Die zweite Nacht der Obhut finden wir am Anfang unserer jüdischen Geschichte. Klare, sternenhelle Nacht. Gott führt. Abraham ins Freie hinaus und spricht: „Blicke doch zum Himmel und zähle die Sterne, ob du imstande bist, sie zu zählen; so zahlreich sollen deine Nachkommen sein" (1. B. M. 15,5). Eigentlich mühte Abraham durch diese Verheißung in die glücklichste Stimmung versetzt werden. Hat er sich doch immer jo sehnlich. Nachkommen gewünscht. Nun wird AMe'der.WS. dahin noch kein Kind sei eigen, nennt, .die Verheißung, er solle der Vater eines großen Volkes werden. Man sollte glauben, jetzt müsse dem Abraham ob solcher göttlichen Verheißung daS Herz höher schlagen. Statt dessen schildert die Thora, wie Seelenangst ihn befällt und große Finsternis sein Gemüt beschattet. Er tut einen Blick in die Zukunft. So wie er sich einsam fühlt in Gottes schöner Welt, einsam mit seinen Gedanken, einsam mit seiner Auffassung vom Leben und von dessen Pflichten; so werden — er sieht es voraus — auch einst seine Nach, kommen, so weit sie sich als Abrahams Kinder fühlen, einsam in der Welt da. stehen und werden ihren Weg allein ourchsLebengehenmÜssen. Werden sie stark sein in ihrem Glauben, stark ln ihren Handlungen, stark in der Bewahrung ihrer seelischen Eigenart? Abraham fürchtet, er zweifelt; Angst erfüllt sein Ge. müt. Doch nicht lange währen Furcht und Zweifel: „Nein, meineNachkommen werden nicht versagen, sie werden sich an die Nicht, schnür halten, die ich, ihr Stammvater, ihnen-gegeben, sie werden den Weg de; Ewtgen bewahren, indem sie Liebe un- Gerechtigkeit üben." And so befreit sich seine Seele von Angst un- Sorge; und ausderNacht, der schweren, bangen Nacht, wird Licht und Heller, leuchtender Tag. Die d r i t t e Nacht spielt in Aegypten. „Es geschah in der Mitte der Nacht." Die Kinder Israel in höchster Spannung, die Lenden gegürtet, die Wanderschuhe an den Füßen, den Manderstab in der Hand. So warten sie der Dinge, die kommen sollen. And nun erscheint der Engel -es Todes und richtet in den Häusern der Aegypter Verheerungen an, die Häuser der Israeliten aber überschreitet und verschont er. Da auf einmal er. greift die Israeliten banges Zagen: Mas sind denn wir besser als die Aegypter? Warum wird ihnen der Tod und uns das Leben? Womit haben wir diese Bevorzugung verdient?" Doch Mose, ihr Führer, der ihnen von den Gesichtern abliest, was in ihren Seelen vorgeht an bangen Fragen und Zweifeln, ermutigt sie unrichtet sie auf: „Gedenket dieses Tages, da ihr ans Aegypten gezogen seid, aus dem Sklavenhause. Heute ziehet ihr aus im Monat der Aehrenreife (2. B. M. 13,3 u. 4). Heute ziehet ihr aus in der Frühlingszeit, da neues Leben die Natur erfüllt und neues Hoffen in die Seelen einzieht. DieNachteurerKnechtschaft hat ihr Ende erreicht; jetzt sehet hoffnungsvoll dem hellen Tage entgegen. Ihr habt zwar recht: bis jetzt habt ihr die Bevorzugung vor den Aegyptern euch noch nicht verdient, aber ihr sollt sie euch verdienen. Aegypten stirbt; du, Israel, sollst leben unsollst die Taten Gottes erzählen." And endlich die vierte Nacht der Obhut, sie soll jenem Tage voraufgehen, da Gott einst sein Volk Israel erlösen wird von dem Druck der Völker. Es ist die lange, finstere Nacht -es „Golus", der Bedrückung Israels durch die Völker der Erde. Don dieser selcht handelt eine seltsame Prophezeiung im Buche^WM Zu Mir ruft, man-vom Gebn-ge. Se»r her: „Wächter, wie steht es mit der Nacht? Wächter, wie steht'es M der Nacht? Der Wächter erwidert: Es kommt de^MNgen und auch die Nacht; wenn ihr fragen wollet, so kommet wieder und fraget." (Jesaja 21, 11 und 12.) Lange, lange dauert die Nacht des Golus; lange, lange dauern die Jahrhunderte, da alle Völker glauben, es wagen zu dürfen, das Volk Israel zu verspotten unza verhöhnen, es zu peinigen und zu quälen, es schlecht za machen und zu verleumden. Da kommt eine Unruhe eine Ungeduld über das Volk, und es wendet sich fta- 3w Eröffnung -er Universität zu Jerusalem. Von Hedwig Ries. Gott Zions, es erschauert mein jüdisch Herz. Aeue Herrlichkeit wird dir errichtet Zm Tande der Verheißung! Gott Zions, die Sehnsucht deiner Kinder, Der haßgepkitschten Söhne Israels, Erbaut dies Werk dem Geiste! Gott Zion-, gib der« Werke Menschen, Führer, die dich als Ziel erkennen, Die nicht mit kleinem Geist nur Heut'ges schaffen. Gott Zions, denen Zukunft, Menschheit, Gottheit Ginn ver Tat und letztes Ziel bedeuten. Jüdische Wirtschaftssührer. Von Lugen Präge r, Schöpferische Arbeit ist an keine bestimmte Raste gebunden. In welcher Weile sich eine bestimmte Merrjchengattung betätigt, das ist keine Sache der Religion oder der Abstammung,"daS hängt vielmehr von bestimmten wirtschaftlichen. politischen« geographischen nnd klimatischen Faktoren ab. Die Behauptung des Radauantisemttismus, daß „der Jude" sich schöpferisch überhaupt nicht betätigen könne, sondern nur ein Schmarotzer an seinem WirtSvolk und von Rakrr aus dazu bestimmt sei, andere Rasten auSzusaugen und anszubeuten, ist Vollends ein glatter Unsinn. Wen» die deutschen Inden sich früher vorwiegend im Handel oder in e'migen fehlen Berufen betätigten, so lag das nicht an einer besonderen Aasten. Veranlagung, sondern ganz einfach daran, daß sie Viele Iahrhun' derte hindurch weder Land bebauen noch irgendein betreiben durften. Wo die Inden die gleichen Freiheiten wie die Andersgläubigen besitzen, dort entfalten sie auch die gleichen Leistungen« sei es aui landwirtschaftlichem, gewerblichem oder industriellem Gebiet. Während des Krirges wurden prolelarisierte Juden aus Polen zu vielen Tausenden nach Deutschland gebracht und sie haben hier als Landarbeiter, als Berg!ente. als Industrie, arbetter durchaus nicht hinter ihren andersgläubigen Arbeitsaoii«. gen zurückaestandsn. In Amerika, in Enakmd, in Palästina sind heute unzählige Iu-d-rn in den verschiedensten la itdemrt schuf st! chen, gewerblichen und industriellen Berufen Mia. And tcklietzsich sei noch an ein bekanntes Beispiel aus derlängsten Zelt erinnert: An der Fertigstellung des letzten deutschen LnftkreiU-rS hatte einen nicht «erlngeu Anteil drr sttdtsche Irwenievr Arnstein. Die deutschen Juden gehören -rm wesentlichen den mittleren Schichten oder dem besitzenden Bürgertum an. Eigentliche- Preletertat findet sich vechältni-mähig Jetten: eine größere Zunahme wobachten wir ln drr letzten Zeit an hächprolatanftnEaa Schichtm, zu denen jene Angestellten zu rechnen sind, die keine Aussicht auf eine selbständige Existenz haben. Bor dem Kriege widmeten sich die deubschen Juden oor allem dem Handel, von den freien Berufen st-and ihnen lediglich der Anwalts- oder Aerztcstand, in den größeren Städten auch der journalistische Beruf offen. Man wird stch erinnern, daß an den norddeutschen Aniversitäten selbst die höchste wissenschaftliche Leistung nicht zum ordentlichen Professor qualifizierte. und zum preußischen Leutnant langte es erst dann, wenn znm Tauifwasser noch der gefüllte Geldbrutel hinMkam. Soweit deutsche Juden sich in der Industrie betätigten, kamen sie gewöhnlich nicht als Ingenieure oder Techniker, sondern als Kaufleute. Der Zusammenbruch des alten Obrigkeitsstaates hat einige Aerrderungrn gebracht. Immerhin haben wir bereits jüdische Beamten, die es mit der Erfüllung ihrer Pflichten nicht weniger genau nehmen wie ihre christlichen Kollegen; es werden auch schon Richter und Staatsanwälte mit jüdischem Namen genannt. Die hauptsächliche Tätigkeit entfalten die deutschen Joden in der Wirtschaft, aber jetzt nicht ra»r als Kaufleute oder als Bankiers, sondern in zunehmendem Matze auch in der Industrie. Unter den als hervorragenden Mktschaslsführern anerkannten Persönlich- Kelten finden wir eine große Anzahl Träger jüdischer Ramm. Bon ihnen soll im folgenden dir Rede sein: wir werden sehen, -atz dir Juden nicht Gäste im fremden Hause sein, sondern das Höchste ge&en und leisten wollen. Zuerst einige Juden, Ae sich schon vor dem Kriege als Pioniere deutscher Technik und deutscher Organisation ausgezeichnet hatten, wie die RathenauS, Albert Ballin, Beer, Sondheimrr L Co., Aron Hirsch. Im Jahre 188-3 übernahm Emil Rathrnau die Edlsonschen Mühlampenpatente und gründete zu deren AuSbeu. tuna die „Deutsche Edison-Gesellschan". Von einem Banken, konsortimn erhielt er erst 250000 m unspäter 5 Millionen, und da die Geldgeber seinen kaufmännischen Talenten nicht recht trauten, so gesellte man ihm einen Vertrauensmann -er ehemals sehr rührigen Bankfirma Jacob Landau, Felix Deutsch, bei. Die beiden haben aus dem kleinen Unternehmen die riefige A. E. G. (Allgemeine Elektrizitäls- Gesellschaft) entwickelt, die ihr Fubrikationsnetz wie ihren Ahsatzapparat über die ganze Welt ausgedehnt hat und ein Herr von Zehntausenden von Arbeitern, Ingenieuren und Angestellten beischmtigt. Aus den Glühlampen stiw schon längst elektrische Apparate, Maschinen, Turbinen, Lokomotiven, Kabel, »Llektristtäiswerke geworden. Andere Unternehmungen tn ungegliedert, vir besonders die Limke-Hofimann-Lauchhammer.Wrrke; aber niemals ist hier die technisch^anfmännijche Einheitlichkeit zerrlsten worden, niemals auch hat die A.C. G. an die Stella der organischen Weiterentwicklung daspekulative Zusammenrafsen nach der Methode Stinnes gesetzt. Walter Rathenav war dazu bestimmt, das Werk seines ÄaterS weiterruführen. Er bat, wie Felix Pinner es in der „MeltbÜhne" schuderte, avS vrganisationsmethoden und Zellenkebnen seines sicherlich schöpferischen BaterS gewisse Gebiete deS Nohen A. E. G..Trusts (die Elektrochemie, die in der Züricher Elektrobank vereinigten AuslandsbeteAgungen und verschiedene große Transaikt-ionsformen des Konzerns), nicht nur entscheidend beeinflutzt, sondern mit weitgehender konstruktiver Selbständigkeii durchgestaltet. Walter Rathenau war aber auch Wirtschaftsorganisator. Er als erster hat die Wichtigkeit der Zusammenfassung der Rohstoffvevsorgung Deutschlands währerrd des Krieges erkannt und chre Organisation aufgebaut. Er hat als einer der ersten die Kräfte des neuen Deutschlands gesehen nnd sich bereiiwillig in den politischen Dienst, des Reichs gestellt, bis ihn die Kugel eines völkischen Meuchelmörders yinraffte. Roch heule wirkt sein Name wie ein Programm des n-euen, oes demokratischen Deutschlands, dem er auch einen soz'.a'.gerechten Inhalt geben wollte^ An der Spitze der A. E.G. aber steht noch immer Felix Deutsch, der auch im hohen Alter selbständige, schöpferische Ideen gestallet. Bon anderer Art ist Aron Hirsch, der aus dem Metiilhandei kommt und zu einem der größten Industriellen von Messing und Kupfer geworden ist. Auch er gehört jener älteren Generation an, die mehr weitblickend als spekulativ war. Aus dem kleine» Halberstädter Anternehmen ist das führende deutsche Metallweck geworden, das in enger Verbindung mit der weitewerarbeitenden Industrie steht. Auch die Firma Beer. Londheimer & C o. in Frankfurt a. M. ist aus dem Handel mit Melallen hervorgegangen. Schon vor dem Kriege hatte sie an allen Hauptplätze» der Welt Filialen und Tochtergesellschaften, an der Ausbeutung von Kupfer- und anderen Erzminen ist sie im internationale» Rahmen führend beteiligt. Don bekannteren Iichustrie- und Handelsfirmen mit jüdischen Namensträgern seien noch Wolf! Retter LIakobi.Rawack L Grüns-eld, Schweitzer L Oppler.Orenstein & Koppel genannt. Diese Firme» haben schon vor dem Kriege im deutschen und im internalionale» Wirtschaftsleben führende Rollen gespielt. Wiederum eine andere Gattung repräsentierle Albert Ball in, der -eigentliche Schöpfer der Hamburg-Amerika-Linie, der größten Schiffahrtsgesellschaft der Welt. Seiri Vater war ein kleiner Auswandereragent, der sein Geschäft neben der Wokkanische-Paketfahrt-Gesellschaft (Hapag) einträt. Das Aniernehmen stand hinter dem Rorddeutschm Lloyd zurück, wie überbaupi der Betrieb im Hamburger Hafen gegenüber dem von Breme» außerordentlich rückständig war. In verhältnismäßig kurzer Zeit hat Albert Ballin nicht nur das Bremer Ilnternohmen weit überflügelt, seiner Tatkraft ist es zu danken, daß aus Hamburg ört gröhte Hasen Deutschlands, einer der wichtigsten Häfen der ganze» Welt wurde. 2n d-rn Rovemberiagen 1918, als das Reich zniammenzustürzen drohte, da hat der Jude Baliln zum Gift gegr:ffen: er glaubte, das Unglück Deutschlandnicht überstehen zu Könner. Sein Werk aber steht noch heute, es gilt noch immer als Symbol deutscher Wirtschaftskraft. Am di« Organisation de- Kleinhandels haben sich die brkarwten Wnr«bauSb«sid»r T-etz, Wertheim. Iandori«

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