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Jüdisch-liberale Zeitung · 1924-08-22 · 28 (22.8.1924) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
4 (1924)
Issue
28 (22.8.1924)
Date
1924-08-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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erschienen ist. WaS ich vor acht Jahre« als junger Referendar zu diesem Thema auSgeführt habe, kann ich im rvesentliche» «uh heute nur billigen. SS f«i mir dahee gestattet dies« Ausführungen hier im Auszug wiederzuseben. 9» einer Großstadt erregte vor einiger Zeit in Anwnltkreiseu folgender Fall Aufsehen: Ein jüdischer Anwalt hatte «iS Gefälligkeit di« Gelegen. hettSvertretung einechristlichen Kollegen, der alanttse. mittscher Pottttker bekannt war in einer Privatklagesache übernommen. AlS er morgens Len Termin wahrzunehmen hatte, be» merkte er. Latz der Angeklagte, testen Interessen er wahrzunehmen hatte, wegen einer antisemitischen Aeußerung vor Gericht stand. Da es zu einem Vergleich kam, wurde der Anwalt -er peinlichen Aufgabe, in vorliegendem Falle die Verteidigung zu führen, überhoben. Immerhin handelt efich um einen prinzipiell interessanten Fall, der nur allzuhäufig Vorkommen bann. Demnach lohnt eS sich schon, auf die Frage, ob ein jüdischer Anwalt einen Antisemiten vertreten bann, deS näheren einzugehen. Zunächst ist selbstverständlich, Lab an sich die Parteistellung de- Mandanten dem Anwalt ebenso gleichgültig zu sein Hai, wie sie etwa dem Arzt gleichgültig ist. Genau so. wie der Arzt jedem Kranken zu helfen hat, ohne nach Stand und Art zu fragen, genau so hat natürlich prinzipiell der Anwalt die Rechte feine- Mandanten wahrzunehmen, ohne danach zu frage», zu welcher .Partei sich dieser bekennt. Etwas ganz andereist es aber meines Erachtens, wenn, wie im bezeich- »ete» Falle, eine Partei gerade wegen einer antisemitischen Handlumg, sei eS auch nur einer antisemitischen Aeußerung. vor Gericht steht. Nun stehen allerdings viele auf dem Standpunkt, Latz der Anwalt im Beruf völlig zu scheiden sei von dem Anwalt als Privatperson. Bor Gericht habe der Anwalt lediglich die Interessen seines Klienten wahrzunehmen. Je einseitiger er dietut, je mehr er hierbei von feiner privaten Ueberzeugung abstrahiert, desto gewistenhafter nehme er seine Standespflicht wahr. Sehr interessant ist in dieser Hinsicht ein.Aufsatz, Len Geheimrat Dr. Haber in der „Juristischen Wochenschrift" vom 18. April 1916 über die Frage veröffentlicht: „Sollen Rechtsanwälte Angehörige feindlicher Staaten vertreten?" Die Persönlichkeit HaberS ist eine so emporgehobene, daß seine Ausführungen ohne weiteres als kennzeichnend für die Auffaffung der deutschen Anwaltschaft angesehen werden können. Haber geht aus von den Beschlüssen des Bourreau von Paris und der italienischen Anwaltskammer wonach es jedem Anwalt verboten ist, die Interessen eines deutschen Staatsangehörigen wahrzunehmen. Als ganz anders schildert Haber die Auffassung der deutschen Anwaltschaft. Der deutsche Anwalt würde sogar unter Umständen standeswidrig handeln, wenn er es grundsätzlich ablehnen würde, einen feindlichen Staatsbürger zu vertreten. Mit Recht sagt Haber, daß es nicht die Sache eines einzelnen Anwalts ist, auf eigene Faust Vergeltung gegen das Ausland zu üben. Und Haber äußert sich dann über die grundsätzliche Pflicht der Anwälte zur Uebernahme auch einer ihnen unangenehmen Vertretung wie folgt: »Der Rechtsanwalt hat nach 8 28 RAO. die Pflicht, seine Berufungstättgkeit gewissenhaft auszuüben und sich der Achtung würdig zu zeigen, die sein Beruf erfordert. Hiernach darf er nicht allgemeine Grundsätze verletzen, deren Beobachtung notwendig ist, um eine gerechte und wirksame Rechtspflege zu ermöglichen. Wenn die Rechtsanwälte eines Bezirks sich dahin vereinigen würden, grundsätzlich jedem Angehörigen einer Kirche oder einer polittschen Partei ihren Beistand zu versagen oder an die Gewährung des Beistandes erschwerende Bedingungen zu knüpfen, so würde dies eine Beeinträchtigung der Rechte -er Parteien bewirken und den geordneten Gang der Rechtspflege.stören. Die Bestimmung des 8 33, nach der das Prozestgericht in Anwaltsprozessen auf Antrag einen Rechtsanwalt beizuordnen hat, falls die Partei einen $u ihrer Vertretung geeigneten Anwalt nicht findet, und die Nechtsverfolgnng nicht Mutwillig oder aussichtslos ist. ändert nichts an der Sachlage." Man wird den Ausführungen Habers in vorliegendem Falle nur beistimmen können. Gewiß darf ein Anwalt grundsätzlich nicht nach der Parteistellung seines Mandanten fragen. Der Anwalt hat dafür zu sorgen, daß jedweden Bürger sein Recht im Staate zuteil wird. Hieraus folgt für unser Problem als ganz selbstverständlich, daß auch ein jüdischer Anwalt nicht grundsätzlich die Vertretung eines antisemitischen Klienten ablehnen wird. Dies ist auch in der Praxis bisher kaum in Zweifel gezogen worden. Und doch ist, glaube ich, damit noch nicht die eigentliche Kernfrage noch nicht gelöst. Es würde meines Erachtens denn doch viel zu weit gehen, wenn man dem Anwalt zumuten wollte, sich im Plaidoyer seiner eigenen Persönlichkeit vollkommen zu entäußern. Der Anwalt darf, um ein Wort Dostojewskis zu gebrauchen, nicht „zum käuflichen Gewissen deS Volkes werden". Der ehrenhafte Anwalt wird daher meines Erachtens auch vor Gericht nicht die Interessen eines Kreises grundsätzlich negieren, dem er selbst aufs engste berbunden ist. Noch ein anderer Geschäftspunkt spielt hierbei eine Rolle. Vergessen wir das eine nicht: das Solidaritätsgefühl muß immer dann besonders lebhaft sein, wenn es sich um eine Person solcher Kreise handelt, die dieser Solidarität unbedingt bedürfen, eben weil sie den gegnerischen Angriffen ganz besonders ausgcfetzt sind. Deshalb wird gerade der Angehörige des Judentums, deren Neider und Hasser genug hat. aufs sorgsamste bedacht sein, den Gegner nicht selbst Waffen in Hie Hand zu drücken. Er wag vielleicht für eine, vom jüdischen Standpunkte aus unpassende, aber nicht böswillige Aeußerung Worte der Entschuldigung finden, aber -it grundsätzlicher Judenfeindschaft darf es für ihn auch vor dem Tribunale kein Paktieren geben. Das verstößt gegen seine Würde, und er schadet damit sich in seiner Stellung als Jude sowohl wie als Anwalt. Denn um mit dem Worte eines der angesehensten deutschen Verteidiger zu schließen — mit Recht sagt Justizrat Dr. Mamroth tat der ^Juristischen Wochenschrift" (1916, S. 666), „Laß die wirksamste Verteidigung stets diejenige ist, die dem Richter als Ausdruck öer Ueberzeugung eines ehrlichen Mannes erscheint." Rechtsanwalt Dr. Ernst Emil Schweitzer -Berlin. Fanatisierte fugend. i. Der in Nr. 26 Ihres Blattes vom 8. August 1921 enthaltene Arttkel des Herrn Dr. Lilienthal „Fanatisierte Jugend?" bringt Behauptungen über unseren Jugendverein. die nur auf Grund völlig unrichtiger und entstellter Mitteilungen von dem Artikelschreiber gebraiÄ sein können und deshalb berichtigt werden müssen. Es heißt in dem Artikel: „Die Gründung des Magdeb. Jli ist nämlich auf Kosten des dortigen neutralen Vereines, hinter dem Herr Steinhardt steht, erfolgt." Dieser Satz widerspricht den von den Gründern der Magdeburger Ortsgruppe de- Jli gegebenen Zusicherungen, daß durch die Gründung der Jligruppe dem neutralen Verein keinerlei Schädigung zugefügt «erden sollte, indem die Mitglieder ausdrücklich angehalten «erde», im Jngend-Beret» zu verbleiben und mitzuarbeiten. Kerner heißt eS: JSAt Gründung der Jli beruht einfach darauf, daß der neutrale Berein und daß Herr Steinhardt im besonderen dieser Jugend nichts zu gÄe« vermochte. Deshalb allein ist sie zu u«S gekommen. Die Tätigkeit und die Person deS Herrn Stein- Hardt sind es. die den neutrale» Verein zerrissen haben." Diese Behauptung ist, gelinde gesagt, eine unerhörte Entstellung der Tatsache. Herr St. war über zehn Jahre der eigentliche geistige Leiter des Vereins und nicht zum Schaden der Magdeburger jüdischen Jugend. Wir haben ihm viel Anregung zu verdanken, und in Anbetracht seiner ungeheuren Verdienste für den Verein ist Herr St. seit 1919 unser Ehrenvorsitzender. Nicht die angeführte Tätigkett und terso» des Herrn St. haben das Bestehen des Vereins eine eitlang in Frage gestellt, sondern ein Teil der Jugend, die in letzter Zeit häufig Veranlassung zu unangenehmen Austritten gegeben hat. Durch persönliche, überaus gehässige und unfaire Bemerkungen in öffentlicher Versammlung einiger Jli-Mitglieder, die vor nicht zu langer Zeit noch seine Schüler waren, fühlte sich Herr St. mit Recht veranlaßt, sich für eine Zeitlang von der Arbeit unseres Vereins zurückzuziehen. Herrn Dr. Alsenthal möchten wir bitten, sich in Zukunft bei ähnlichen Anlässen nicht der Gefahr auszusetzen, falsche Behauptungen in die Oeffentlichkeit zu bringen, die nur durch unrichtige Information entschuldigt werden können. Im Interesse objektiver Berichterstattung wäre es wünschenswert. sich auch an andere Beteiligte zu wenden, wie dies leider nicht geschehen ist. Zum Schluß möchten wir noch bemerken, was allerdings außer unseren Kompetenzen liegt, daß die FDK. erst monatelang nach der Gründung der hiesigen RJF.-Gruppe ins Leben gerufen wurde, was auch unrichtig dargestellt war. Wir bedauern diese unliebsamen Vorkommnisse, welche nicht von uns herbeigeführt worden sind. Herr Steinhardt genießt weiter unser Vertrauen und das eines aroßen Teiles der Magdeburger jüdischen Jugend. Der neutrale Jugendverein ist über die Klippe hinweg und arbeitet in alter vorbildlicher Weise. Jüdischer Jngendverein „Lndwig Philippsohn" W e r n e r G e r f o n. A l i c e H i r s ch. H. Zu der Zuschrift des Jüdischen Jugendvereins „Ludwig Philippsohn" habe ich folgendes zu bemerken: 1. Meine Angabe, daß die Gründung des Magdeburger Jli auf Kosten des dortigen neutralen Vereins erfolgt ist. habe ich hauptsächlich dem Artikel des Herrn Steinhardt selbst entnommen. Die Bemerkung, daß durch die Gründung liberaler Jngendvereine die neutralen Vereine „vielfach lebensunfähig gemacht" seien, ist ans seinem Munde gar nicht anders zu verstehen, als daß in erster Reihe der Magdeburger Verein gemeint ist. Daß die Gründung eines liberalen Vereins ans Mitgliedern des neutralen ans alle Fälle nicht gerade eine Stärkung des neutralen Vereins bedeutet, liegt ja doch auch auf der Hand. 2. Die Tatsache, daß der neutrale Verein und Herr Ltemhardt im besonderen der Jugend, die den Jli gegründet hat, nichts zu geben vermochte, wird nicht dadurch falsch, daß der Teil der Jugend, der in dem neutralen Verein geblieben ist, an Herrn Steinhardt festhält. Was übrigens die in dem obenstehenden Schreiben erwähnten unangenehmen Auftritte betrifft, so sind dieselben von dem ersten Vorsitzenden des neutralen Vereins. Herrn sskrson. herbeigeführt worden. Die Provokationen, denen die Gründer des Jli im neutralen Verein andauernd ausgesetzt waren, haben nicht unwesentlich zur Gründung des Jli'beigetragen. 3. Hinsichtlich des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten ist in meinem Aufsatz leider ein Schreibfehler unterlaufen. Es war gemeint, daß die Gründung der FDK. damit znsammenhänge. daß keine Jugendgruppe (nicht Ortsgruppe) des RIF. zustande gekommen sei. In der Zuschrift an das „Hamburger Israelitische Familienblatt" ist auch richtig von „Jugendgruppe" die Rede. Ich Habe den Fehler in der „J.-l.-Z." erst durch die Magdeburger Zuschrift bemerkt und benutze gern die Gelegenheit zur Berichtigung. Meine Angaben beruhen übrigens im allgemeinen aus den Angaben des Magdeburger Jlivorsitzenden Edgar Friedmann, was ans seinen ausdrücklichen Wunsch hier eingeflochten sei. t c , Schließlich sei noch bemerkt, daß ich gerade aus Magdeburg selbst verschiedene zustimmendc Zuschriften zu meinen: Artikel erhalten habe. D r. L i l i e n t h a l. Mitarbeiter. Eine Sch r i f t e r k l ä r u u I. Wir lesen int IV. Buch Mose, Kapitel 1.1: Mose sprach zu dem Ewigen: Ich vermag nicht allein die ganze Last dieses Volkes zu tragen: es ist zu schwer für mich. Darauf sprach der Ewige zu Mose: Versammle mir 70 Mann von den Aeltesten Israels, Männer, von denen du weißt, daß sie (nicht nur dem Namen nach, sondern in der Tat) Aelteste des Volkes und seine Leiter sind: bringe sie zum Zelte der Zusammenkunft und da sollen sie sich neben dir aufstellen. Ich will dann herabsteigen und daselbst mit dir reden, will von dem Geiste, der auf dir ruht, etwas nehmen und es auf sie legen, damit sie mit dir an der Last des Volkes tragen und du sie nicht länger allein zu tragen hast. Da erlas sich Mose 70 Mann von den Aeltesten des Volkes und stellte sie rings um das Zelt auf. Darauf ließ sich der Ewige in einer Wolke herab und redete mit ihm. nahm etwas von dem Geiste, der auf ihm war. und legte es auf die 70 Aeltesten. Sobald der Geist auf ihnen ruhte, gerieten sie in prophetische Begeisterung, sie weis-sagten, später aber nicht mehr. — Es waren aber zwei Männer im Lager geblieben. Eldad und Medad mit Namen: auch auf ihnen ruhte der Geist. Sie waren zwar unter den Ausgeschriebenen, waren aber nicht zum Zelte gekommen, und nun weissagten sie im Lager. Da kam eilends ein Knabe und berichtete es dem Mose und sprach: Eldad und Medad weissagen im Lager! Josna. der Sohn Runs, der von Jugend auf Moses Diener war, hob an und sprach: Mein Herr Mose, wehre es ihnen doch! Aber Mose sagte zu ihm: Eiferst du für mich? O. wäre doch das ganze Volk des Ewigen Propheten, daß der Ewige seinen Geist auf sie legte. II. Was die Thora uns hier in wenigen, aber markanten Strichen gezeichnet hat. ist das typische Bild der Erscheinungen und Wahrnehmungen, die so häufig das' Wirken, Ringen und Streben im Dienste der Oeffentlichkeit begleiten. — „Ich vermag nicht die Last des ganzen Volkes allein zu tragen: sie ist mir zu schwer." Was alles ist wohl diesem erschütternden Aufschrei vorangegangen! Wieviel heißes Mühen, wieviel Sorgen, Entsagungen und Opfer, wieviel getäuschte Hoffnungen, wieviel Versuche und Beweise von Langmut und Geduld! Wie unsagbar muß die Last auf! Israels Führer gewuchtet haben, wenn ein Mann von seiner Grüße, von dem Riesenmaße seiner Fähigkeiten, «enn et« Mose bekennen mutzte: eS geht Über «eine Kraft! Und hoch —er schleudert nicht einfach die m*t ton seinen Schultern: er wirft nicht lein Amt, zu dem er sich nicht ehrgeizig gedrängt, dem vor die Füße, der es ihm in schicksalsschwerer Stunde außgeladen hat. Das kann er erst recht nicht, nicht etwa, weil er ans «ttelfeit oder Eigennutz an seinem Amte klebte, londern weil seine ganze feANoie, sich hingehende Seele mit alle« Fasern aufinnigste und festeste mit seinem Lebenswerk verbunden war, wett seine unendliche, nn-ezwingltche Liebe zu seinem Botte ihn an di5 einmal übernommene Ausgabe gekettet hielt. Rein, lv-lösen konnte er sich nicht davon, «wer jetzt, jetzt vielleicht zum ersten Male wurde er mit voller erschreckender Dermtchkett dessen inne. daß er allein seiner Rtesenapfgade -egenicherstehe, daß er keine Hilfe und Stütze habe, -aß er -eine« Mitarbeiter und Gleichstrebenden sich zur Sette wisse. Hl. Mutzte dies «wer so sein? Mußte edahi« kommen? ES will uns scheinen, als ob auch Ser getsteSgewalttge Moje gar zu sehr und allzulange im Banne eines Irrtums gefangen gewesen sei, dem nach ihm noch so viele hervorragende Führer und leitende Persönlichkeiten verfielen, de- Irrtumnämlich, zu glauben, alles allein tun zu sollet alle» allein und selbst machen zu müssen, gewiß nicht au» falschem Ehrgeiz oder unduldsamer Herrschsucht, sonder« auS übergroßem, grenzenlosem Berantwortlichkeits* und Pflichtgefühl. Der Führer darf aber, gerade im Interesse der Sache, der er dient, nicht Raubbau an seinen Kräften treiben, auf daß nicht-seine vielleicht unersetzliche Persönlichkeit vorzeitig zusammenbreche — zu allgemeinem Schaden und Jammer. Ein Führer mutz die hohe Kunst verstehen und üben und früh damit beginnen, zu seiner eigenen Entlastung wie zur weiteren Fördern«« und Sicherung seines Werkes wertvolle Mitarbeiter heranzuziehen und heranzubilden, Helfer zu gewinnen, die seines Geistes sind und seines Geistes voll werden. Männer, die nicht nur begierig sind, die Ehren eines Amtes einzuhetm« fen. sondern vor allem gewillt sind, dessen Anforderungen zu erfüllen. — Vielleicht, daß Mose an den 70 Aeltesten, die a« StiftSzelt seines Geistes teilhaftig wurden, solche Mitarbeiter erstanden sind. IV. Daß Mose nicht aus Ucberhebung Hilfe, wenn sie sich ihm bot. zurückgewiesen hat, dafür ist Zeugnis die bezeichnende Episode, die bei dieser Gelegenheit berichtet wird. Da »varen zwei Männer, die sich wahrscheinlich zu schlicht fühlten, um im Kreise der Ausgezeichneten, der Prominenten, zu erscheinen und ihren Platz an weithin sichtbarer Stelle einzunchmen. So blieben sie im Lager bei den übrigen. Hier überkam sie der Geist der Prophetie, d. h. der Geist des Nachdenkens über das, was werden sollte, der Geijt de» Sinnens für andere, der Sorge für das allgemeine Wohl. Das war unter der Menge der Gleichgültigen und Stumpfsinnigen etwas Unerhörtes, und schleunigst wurde eS dem Mose gemeldet. Josna. Moses Diener, war ganz bestürzt und aufgeregt. Wie? Da wagen es zwei, die dazu nicht befugt, nicht von. Mose, seinem Herrn, ausdrücklich «dazu autorisiert sind, sich wie Propheten, wie Geisteserfaßte zu gebärden? „Mein Herr Mose, wehre es ihnen doch! Sie schmälern ja deine Autorität, sie kürzen deine Ehre und dein Ansehen!" Ach, wie kleinlich ist solche Anschauung, nach der 'nur abgestempelte Weisheit gelten, nach der nur von oben her erlaubte Erleuchtung geduldet werden, nur behördlicherseits zugesassene Begeisterung sich auswirken darf. Wohl mochte Josuas Gesinnung von treuester und tiefflcr. Ergebenheit gegen seinen Herrn Mose zeugen, wie wenig aber entsprach sie in Wirklichkeit dessen Seelengröße, der freien »nd erhabenen Ansicht eines Mose: O wäre doch das ganze Volk. Propheten, daß Gott seinen Geist, feinen göttlichen Geist, aus., alle fegte. O wie herrlich wäre es doch, wenn alle, hoch unpuiedrig. Mann und Weib, voll Einsicht und Willigkeit demselben edlen Ziele zustrebten in Einigkeit. Fähigkeit und Stärke. Ein Mose wollte für sich keinen Vorzug und keinen Vorrang. Er kannte keinen despotischen Größenwahn und keinen priesterlichen Hochmut, die zwischen sich da droben und der Masse und den Laien da unten einen unüberbrückbaren Abstand legen möchten. Ihm war es recht, wen»' jeder aus dem Volke nach seinen Kräften i« reinem Wolle« zur Aufrichtung des Gottesreiches, d. h. des streicheedlen Menschentums beitragen wollte. Jeder, den solche Gesinnung trieb, war ihm als Mitarbeiter und Mitringender wert und willkommen. V. Möge solcher Geist nie der Menskhheit und Israel fehlen. Mögen immer wieder edle und begeisterte Führer erstehen, die trotz aller ihrer ungeheuren Bürde und Widerstände und Widerwärtigkeiten nicht an ihrem Werke verzagen und verzweifeln. Mögen diejenigen, die dazu berufen scheinen und dazu aufgefordert werden, mitzurateu und mitzutaten, nicht aus Bequemlichkeit oder Kleinmut sich ver« sagen. Mögen sich auch immer wieder Freiwillige finden, die in Freudigkeit und Bescheidenheit zur dienenden HNse bereit sind. Daun wirb aus dem gemeinsamen, einträchtigen Zusammenwirken aller dieser Kräfte Gegen und Gedeihen für die Gesamtheit sprießen. M. Abraham, Berlin. Geschäftliche «ttteiftm-. Palästina-Reise. Der DoppekfchvaM«faari« J9*r Gynt" der Reederei Viktor Schuppe ttttteünNml vom 4. November bis zum «4. Dezember IAA «stfe fMttttB des Kapitäns Christian Dempwolf eine EaWftttmWhtt» Me von Genua ausgeht und über Aleparchrien. Jasfta, PiraeuS und Taormina nach Genua zurück führt. Von diese» 40 Vagen werden etwa drei Woche« auf b«u Besuch Mer -Sehenswürdigkeiten Palästinas, fetföämtae btt iübMen Kolonien verwandt werden. Nähere-! siehe"Wßm» wwfet Nummer. Kalendarium fi >r dte Zell vom 22.8. btt 30. 8. August 1924 «b M64 Freitag 22. Sonnabend 28. Sonntag 24. Montag 28. Dienstag 28. Mittwoch 27. Donnerstag 28. Freit« 36. Sonnabend 30. 28. 28. «pche»SWch»itt Ete« Ne««»«d weiche (8. B M. Sav. 742-11M Haft. :Fef. 49,14-38,- 50,1-U;8i; 1-3 24.. 25. 28. 37. 26. 29. 30. Wachen-Abschnitt Need 1. Tag Rvfch chodesch (5. B. M. Kap. 11,28-16,17) Hafirmch: Jes. 84.11-17: 55, 1-5

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