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Jüdisch-liberale Zeitung · 1921-07-04 · 21 (4.7.1921) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
4 (1924)
Issue
21 (4.7.1921)
Date
1921-07-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1. Juli für ften Verkehr geöffnet. Direkte GtraßenbahnveBtn-nng mit den Linien 66 urch 66^ bis Haltestelle Weitzen. feer Weg, Ecke Hohenschönhaufer Straße, ferner Lurch Umsteigen am alten Steuerhaus mit den Linien 64 un- 164. Statite. Bo» btt LentralwohlfahrtSstelle der tzentfchen Juden wirb ««S mitgeteilt: vor einiger Seit find die Vertreter -er jüdischen Jugendbewegung an die ZemtralwohlfahrlSstelle herangetrete». «m mit ihrer Hilfe eine Mitarbeit -er Jugend auf fo-ialem Gebiet -u ermögliche«. SS ist zu diese« Zweck einRelchSauSschutzder jüdi sckenJugend verbände aude« Vertreter« -er Angenbbewgung aller Richtungen gebildet worden, der die Richtlinien zunächst für die soziale Arbeit -er Inge«- fest, stelle» wird. Mit der praktischen Arbeit «mrde inzwischen in einem jüdischen JugendauSschntz Grotz-Verttnbereits begonnen, dessen Erfahrungen bet -er Ausarbeitung der Richtlinien zugrunde gelegt «erden solle». Berlin. Die Soneino-Gesellschaft -er Freunde deS jüdischen Buchee. B., von deren Gründung wir kürzlich berichteten, Stttet unS mitzuteilen, datz die Geschäftsstelle -er Gesellschaft sich Berlin T. 2, Zdätfer-Wilhelmstr. 12, befindet. Cassel. Gin alS deutfchvölkischer Agitator die hiesige Gegend bereisender Pfarre, aus Greifbwald. der in Gtsenv«chn-ügen «nttfemtttföc Flugblätter verteilte, griff in die Auseinandersetzung eines GestnnnngSgenofsen mit einem jüdischen Fahrgast ein und wurde gegen diesen tätlich. Der „Friedensapostel" wirb sich demnächst vor dem Schöffengericht in Cassel zu verantworten haben und hoffentlich einer exemplarischen Bestrafung nicht entgehen. Hatgerloch. Der hiesige jüdische Gesangverein »Liederkränzt hat bei einem GefangSfest in Brffingen (Hohenzollern) am 1. Juni bei stärkster Konkurrenz den erste» Preis ton Kunstgefang erstritten. Hanau. Am 7. Juli fiudei hier Re 82. Jahresversammlung der israelitischen Lehrerkonferenz Hessens statt. Die Tagesordnung umfaßt neben einem Bortrag über »Die Propheten im Religionsunterricht und ihre Behandlung" u. a. auch daS aktuelle Thema »Der Abbau und die jüdischen Schulen". Der BereinSvorsttzende wird dabei, wie wir erfahren, Gelegenheit nehmen, die Ergebnisse der Zusammenkunft mit Vertretern deS Kultusministeriums und Mitgliedern der Borsteherämter Marburg. Hanau und Fulda mitzuteilen. Leipzig. In der würdig dekorierten Gemeindesynagoge fand am Sonntag, den 26. Juni, «ine schlichte, aber eindrucksvolle Gedenkfeier für den so tragisch dahingeschredcnen ersten Gemeindevorsteher, Herrn Heinrich Rosenthal, statt. Rosenthal, ein treuer und unentwegter Anhänger der liberalen Idee im Judentume, hat sich nahezu zwei Jahrzehnte im Dienste der hiesigen Gemeinde betätigt und in dieser Zeit durch eine ungemeine Tatkraft Autzerordentliches geleistet; über die Grenzen der hiesigen Gemeinde hinaus, in der er für zahlreiche gemeinnützige und wohltätige Einrichtungen wirkte, hat er u. a. im Verbände der sächsischen Religions-- gemeinden und in der ZentralwohlfahrtSstell« der deutschen Juden i« bedeutsamer Stellung Wertvolles geleistet. Sein bescheidener Sinn aber war aller äußeren Ehrung abhold. Seinem ausdrücklichen Wunsche gemäß fand seine Beisetzung in aller Stille statt; in seinem Geiste wurde auch die Trauerseier, die die Gemeinde ihrem Vorsteher weihte, in schlichter Form abgehalten. Herr Gemeinderabbiner Dr. Goldmann zeichnete daS Bild deS Heimgegangenen als eines Mannes der Tat, der aus Idealen heraus wirkte, uneigennützig, unermüdlich und in echter Menschenliebe der Gesamtheit dienend. Seine Bescheidenheit war Ausdruck inneren Wertes, unter dem eine wahrhaft starke Persönlichkeit mtt gradlinigem Lebenswege stand. Herr Gemeinde- 'vabbi »er Co h n fügte der Gedenkrede in Form eines Gebetes den Ausdruck heißen unauslöschlichen DankeS hinzu, mit dem die Gemeinde, der Verwaltung-- und Beamtenkörper, die Bedrängten und Sorgebeladenen, denen der Heimgegangene Helfer und Berater war, und die gemeinnützigen Einrichtungen für das Seelenheil des so jäh auS seinem Wirkungskreise Gerissenen zum Allmächtige» beten. Orgelspicl und Gesänge der Kantoren und deS Chores umrahmten die Feier, die stattlichen Besuch von Vertretern aller Richtungen innerhalb der Gemeinde auffvieS. Mannheim. Der Popularisierung Lewandowfkifchcr Musik und der Wohltätigkeit biente ein Konzert des Synagogen-CyorS Mannheim. Chordirektor Carl Tüoma bemühte sich mit bestem Erfolg, die Chvrgesängc mit Hilfe des ausgezeichneten ChorS fesselnd zu gestalten. Er selbst spielte zu Beginn ein Orgel-Präludium zum Passah-Fest in A-dur. Dann sang Frau Selma Well das „K o l - n i d r e". Nach dem Gesang mehrerer gemischter Quartette trugen die Herren S. Liebcrurensch und Oberkautvr Neitler zwei liturgische Gesänge vor. Die Besprechungen der Mannheimer Presse heben hervor, daß es sich um einen künstlerisch sehr beachtenswerten Konzertabend handelte. München. In der Nacht zum 22. Juni drang ein 46 Jahre alter stellenloser Kellner aus BreSlau, der wegen Diebstahls von der Polizei gesucht wurde, nach Eindrücken eines Fensters im Erdgeschoß in das Gebäude der israelitischen Kultusgemeinde in der Herzog-Maxstraße ein und versuchte, mit einem Stemmeisen mehrere Türen zu öffnen. In die Türe zur UnterstützungSkaffe hatte er bereits mit dem Stemmeisen ein faustgroßes Loch gearbeitet, alS er plötzlich Schritte vernahm. Die Frau eines in der Herzog-Maxstraße wohnenden Polizeibeamten hatte das Klirren deS eingedrückten Fensters gehört und gesehen, wie der Mann durch daS Fenster einstieg. Die Frau verständigte zwei eben durch die Herzog-Maxstraße gehende Beamte und zu -ritt machte man sich auf die Suche nach dem Einbrecher, den man im dritten Stock sitzend antras. DaS Stemmessen hatte er weggeworfen. Nürnberg. Am 29. Juni wurde Herr David Kahn, Mitinhaber der Fa. Kahn u. Samuel, unter so großer BeteMgung zu Grave getragen, daß die Halle deS neuen israelitische» Friedhofs dicht gefüllt war. De, verblichene gehörte nicht nur zu de» erfolgreichste» und angesehensten Kanflertte» tu Nürnberg, er war «nch einer der beste» «»» vornehm denkendsten Männer unserer Gemeinde. Wo eS zu rate» »ad zu helfe» gab, da war David Kah» mit volle» Herzen und gebefreudigen Händen Labet. Alle gemeindlichen Wohl fahr tseinrichtungen erfreute» sich seiner Förderung und tatkräftige« Mitarbeit. Dabei hat der verstorbene bescheiden und selbstlos nie feine Person in de» Vordergrund gestellt und sich nie in Vhrenstellungen gedrängt. AlS Ersatzmann der Gemeindeverwaltung wäre er jetzt in den Ausschuß eingerückt. wenn daS Schicksal es nicht anders Leftimmt hätte. In der Aickeitgeber-Orgauisatio» der DamenkonfektionS» brauch« war David Sahn jahrelang Führer und BerirauenSmann und erfreute sich bei Arbeitgebern wie Set Arbeitnehmern gleich großer Wertschätzung. Der Verblichene war et» aufrechter, treuer und ein liberaler Jude, der bet keinem Gottesdienst fehlte, dem sein Judentum Herzenssache war. Am Grabe sprach Rabbiner Dr. Freudenthal mit trefflicher Charakterisierung den Nachruf und der derzeitige Päfident der MaimonideSloge, Dr. Bamberger. Gedenkworte für Len entschlafenen treuen Bruder, der stets die Ideale des Ordens hochhielt. Die Erinnerung an einen so ausgezeichneten Menschen und einen so edlen und vornehmen Charakter, der ssch dnrch seine LteVeuSwürdigkett in alle» Kreisen so viele und gute Freunde zu erwerben wußte» wird i» unserer Gemeinde und in unserer Stabt nicht so leicht erlösche». Zürich. Im 81. Lebensjahre tst Dr. MareuS Wolf Rapp«- pori, «tu hervorragender Talmudtst. Publizist und RechtSgeleheter, gestorben. Rappaport, der aus einer angesehene« Rabbiuersämille Lembergs stammte, hatte auf verschiedenen deutschen Universitäten studiert und in Bern mit einer Arbeit über »die Physiokraten-Theorie und ihren Einfluß auf Staats rat Dohm" (den bekannte» Vorkämpfer für die I»- denemauripatton zu End« des 18. Jahrhunderts) die philosophische Doktorwürde erworben. Der AuSbrnch deS Krieges überraschte ibuiu Zürich. Hier blieb «r als Prediger und Leiter der »Jüdischen Prrtzzentrale". Sr starb mitten in großen literarischen Entwürfen. Aus Anregung des verstorbenen Berliner Rechtsgelehrten Josef Köhler hatte er ein umfassendes Werk über daS Recht im Talmud unternommen. wozu er auf Grund seiner sprachwissenschaftliche« unjuristische» Kenntnisse durchaus befähigt war. Leider sind daranbisher «ur Bruchteile veröffentlicht worden; daS Ganze, daS ein Seitenstück zu dem Werke Ebsteins, -eS verstorbenen Göttinger Kliniker-, über die Medizin in Bibel und Talmud zu werden bestimmt war. wird wohl »«vollen^ det bleiben. Der jüdische Kampf gegen den Zionismus? Unter dieser Uebetschrift ist in Nr. 18 b. Bl. eine Zuschrift von Dr. Erwin Seligmann lFrankfurt a. M.) veröffentlicht, die wohl durch die kürzlich erschienene Zionismusnummer veranlaßt worden ist. Wir haben ja schon manchegelesen und gehört, was die Zuneigung einzelner Liberaler zum Zionismus zeigte, aber ein derartig starkes Eintreten für diese Richtung von liberaler Seite ist bisher -och wohl nicht bagewesen. Wir lich darf wohl in dieser Sache für die weitaus größere Menge der liberalen deutschen Juden sprechen) sind im Gegensatz zu Dr. Seligmann der Meinung, daß der Kampf gegen den Zionismus für den Liberalismus der deutschen Juden unvermeidlich, daß ein Zusammengehen mit ihm nur in einzelnen. rein charitativen Fällen richtig und angemessen erscheint. Für unsern Standpunkt sprechen erstens ideelle und zweitens sehr reale Gründe. Die ersteren sind folgende. Der jüdisch-religiöse Liberalismus ist entstanden und erwachsen auf deutschem Boden. Alles, was auch nur im geringsten irgend etwas mit jüdischer Reform zu tun hat, ist zurückzuführen auf die Bewegung, deren erste Wurzeln in deutscher Erde Kraft gesogen haben: fast alle Persönlichkeiten, die lm letzten Jahrhundert etwas Ersprießliches für die Bertiefung des lvahchaft religiösen Gedankens im Judentum geschaffen haben, sind bewußt oder unbewußt durch das Bad deutscher Kultur gegangen, einer Kultur, die dann wiederum durch die von ihr durchtränkten jüdischen Individuen den Dank für diese Wohltat meist in Form starker Mitarbeit überreichlich empfing. Diese Bewegung der jüdischen Reform war so nötig und in ihrer Auswirkung auch auf ihre Gegner so stark, daß sich ihr in dieser Beziehung keine zweite gleichartige an die Seite stellen läßt. Denn die protestantische Reformation hat eigentlich den Katholizismus nicht wesentlich beeinflußt, welcher Tatsache wir natürlich völlig neutral gegenüberstehen. Wie aber hat die jüdische Reformbewegung auf die Orthodoxie gewirkt! Sie hat die Neuorthodoxie sozusagen erst geschaffen! Daß sie bei den religiös Indifferenten nicht noch stärker wirkte und bn ihren Anhängern nicht noch mehr erwirkte, hat andere Gründe, die wir hier nicht ausführlich erörtern können. Diese Bewegung aber war so deutsch, daß die östliche Orthodoxie jeden auch nur irgendwie einer etwas liberaleren Religionsauffassung verdächtigen Glaubensgenossen einen „Daitsch" nannte. Und nun kommt der Zionismus und sagt zu uns deutschen Juden, die wir in deutscher Erde und Kultur wurzeln, di« wir durch dieses Wurzeln anderthalb Jahrhunderte hindurch die Führer jüdischer Religionswissenschaft und große Mitarbeiter an deutscher Kultur gestellt haben: „Ihr seid keine echten Deutschen. Judentum Bedeutet immer n o ch Bolks tnm, fü r das ein N a t t o n r. l st a a t g e s ch a f - fen werden muß. deutsche Freude, deutsches Leid sind nicht die Eurigen!" Eine solche Bewegung sollte die »Vereinigung für das liberale Judentum" nicht bekämpfen?! Weiß Dr. Seligmann nicht, daß daö Wort „deutsch" aus dem Wortlaut der Benennung unserer Vereinigung nur gestrichen wurde, um unsern Brüdern in Danzig Gelegenheit zu geben, in unscrm Verbände zu bleiben? — Aber auch dem geistigen Zionismus" müssen wir geschlossen als Gegner gegeuübertreten. dieser Richtung, die einen jüdischen Nationalstaat nicht will, ihn für die Mission deS Judentums, für den jüdischen Gedanken als schädlich ansieht, aber meint, daß die Juden in Leben und Sitte sich möglichst abschlietzen sollen, um Len jüdischen Gedanken rein zu bewahren. Was wir liberalen Juden erreicht haben, das haben wir durch Assimilation erreicht; durch passive an unS selbst, weil nur durch sie der Staub, der sich in den Ghettomauern über dem klaren Kern unseres Bekenntnisses gelagert und im Laufe der Jahrhunderte zu einer festen Kruste verhärtet hatte, entfernt werden konnte. Durch aktiv« Assimilation. indem wir in unsern christlichen Mitbürgern dag Empfinden für jüdisches Wesen, d. h. menschlich soziales Empfinden verstärkten und vertieften, daß wir Einfluß gewannen auf Deutschlands giftige Arbeit und wirtschaftliche Entwickelung, weshalb wir ja zu allermeist von den Antisemiten gehaßt und geschmäht werden und als Bor- und Stoß- Sprechsaal. trupp gegen den Antisemitismus selten können. Nicht M viel, nein zu wenig sind wir assimiliert und konnten wir daher assimilieren; sonst wäre eS nicht gut möglich, daß vom Judentum übernommene Gedanken in Ethik und Politik als spezifisch christliche bezeichnet werden können. — AlS ein ideeller Grund für unfern Standpunkt ist weiterhin anzusehen, daß unsere religiöse Auffassung deS Judentumauf der jüdischen Prophette beruht. Li« zu ihrem weitaus größten »nd bedeutendsten Teil den UniverfaliSmuS vertritt. — Das wären di« ideellen Punkte; von Len realen dürfte der hauptsächlich ausschlaggebende fein, daß, wenn irgendwanu et« Zeitpunkt ungeeignet für ein Abschließen LeS Judentums vo» «der Umwelt war oder ist, so der jetzige, in welchem die Deutschvölktschen predigen, wie unheilvoll jüdisches Wesen und Denken stets für all« Völker der Welt gewesen fei. Gerade wir Liberalen, die wir durch unsere Auffassung der Religionsgesetze öfter uitö näher nicht nur in Handel und Wandel, sondern auch im übrigen Leben mit der christlichen Umwelt zusammenkommen» haben die Pflicht» uns wicht gen waltsam abzusondern, allerdings auch die Verpflichtung, stets der Verantwortung eingedenk zu sein, die wir für das gesamte Judentnm tragen. — Aber noch ein zweiter sehr realer Punkt ist vorhanden. Wie viel wirkliche Zionisten zählt die „Vereinigung für das liberale Judentum" zu ihren Mitgliedern? Und würden wir auch nur einen einzigen gewannen können, der in der Gomeindepolitik ssch auf unser« Seite stellt und die auf möglichstes Abschließen von der Umwelt berechneten Anträge der Orthodoxie nicht unterstützt? Wenn aber der eine oder andere Liberale sich von den zionistischen Sirenenklängen betören läßt, so wird er durch Artikel wie der von Dr. Seligmann geschriebene nicht zurückgehalten werden können. Der Boden Palästinas, auf dem der Misvachi mtt dem Poaliften. di« Pazifisten mit den Anhängern des kriegSmutigen Jabvtinski. die Juden mit den Arabern um di« Herrschaft ringen, scheint doch zum mindesten nicht besser geeignet für die Erfüllung mtssianischer Ideale wie Europa! Wenn nun De. Seltgmann eingangs seiner Ausführungen dm Klagelied über den augenblicklichen Niedergang des Liberalismus anstimmt, so vermögen wir ihm auch hierin nicht beizupslichten. Wie es in Frankfurt a. M. in dieser Beziehung aussieht, können wir von hier auS nicht beurteilen. In Breslau nnd Berlin liegen die Verhältnisse jedenfalls durchaus nicht so im argen, das beweist u. a. di« rapide Entwickelung nach oben, dt« in letzter Zeit dieses Blatt genommen. Will man allerdings noch mehr erreichen, dann muß man nch wohl oder übel zu einem entschiedeneren Liberalismus entschließen. der begreift und weiß, daß es sein« Hauptmisflon ist, nicht Zionisten und Orthodoxe, sondern die religiös Indifferenten und die Areligiösen (und zwar nicht nur die des Judentums) aufzurütteln und an sich zu ziehen. Dazu bedarf es allerdings noch anderer Mittel und Wege wie des Kampfes gegen den Zionismus. Dazu genügen auch nicht Frcitagabendfeiern usw. Aber wenn man Mut und Kraft und Entschiedenheit für diese andern Wege aufbringt, wenn man vor allem der Jugend diese hohe Mission, dieses ecktjüdische Ziel richtig vor Augen führt, dann wird man in ihr auch eine hell lodernde Begeistevullg erwecken können, die weit hinausgeht über das bisher gezeigte, immerhin rege Interesse. Dann wird inan auch zu einer wahrbasten Erneuerung des Judentums gelangen können. — I. Wolfssohn-DreSlau. Die Preise der Synagogenpläise„ Alljährlich im Frühjahr beschleicht den Synagogenbesuchcr, der glücklicher Besitzer einer Karte ist. ein banges Gefühl: Die Erneuerung der Plätze steht bevor! Das Grauen vor den chaotischen Zuständen im Plähevermie- Gebt uns Adressen von jüdischen Anstalten (Hotels, Iürsorgeanstalten ufw.), denen wir unsere Zeitung kostenlos zusenden können! ^AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA i MODERNE TÄNZE GESPIELT VON DER KAPELLE KRNARD ETTt UND ANDEREN ERSTKLASSIGEN KÜNSTLERN NUR AUF VOXMU5IKPLATTEN * VOX-HAUS AM POTSDAMER PLATZ BERLIN W 9 POTSDAMER STR• * i VOX ^WYYYYYYYYVyYVYYYYYyYYVYYYyYYYTYyiWYTYYYYYyyYYYYTVYTYYyyYYYYTWYW^w7vYyTVYVmYyTVYVYYVYYVTTVTYyYYYVYYYyYYYYYYyQ

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