Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 4 (1924)
- Issue
- 21 (4.7.1921)
- Date
- 1921-07-04
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Imffftrt beschleicht ihn »icht «tu-« Wie daang«eßme EmpfM«. t« Avril baß Gelfür Me ftefcrtaae Im Sep. tcmlet tnf de« Tisch lege« »« mfiffen. l Rebe «Sei: Et» hübsch« Ztn-gewin» für et» ttstemfttten, Lakaufmänntßche Prinzipien verfolgtt) S» Mefern Sähe «artete man «nge, «l» f»st «af Me «»ffmenst i«r Er»«er»ntz. eine »»««( Enttäuschung: Sträub enftterftef -te Ge«et«-e ___ «»g » M# Parochialsystem die Einlösung der Karte» de« einzeln» Synagogen; ewurde also dezentralisiert. Man k-arte de» la«ge» Weg »ach dem Plätzevermletnng-bÜro. da» ««heimlich lauge Warte« mit seinen oft handgreiflichen Folge». — Tatsächlich Hellte sich den» danene Verfahre» kehr schnell al» große Verbesser»»« dar. »nd »en» die-mal »ach nicht alle- -klappte". wie efein «rafc, so mag man Geduld haben; et» derarttgeverfahre» «mH sich eben auch erH etnsptelen. im nächst» Jahr wir-'- schon besser gehe». — Der Zusammenhang, de» die ehrenamtlich tätigen Herren, dnrchweg Vorsteher der Synagogen. bftw. deren Vereine mit dem Publikum habe», hat stch schon dadurch bewährt, -ah manche «Schtebnng" ausgedeckt, manche Karte eine-, der längH verstorben ist. »beschlagnahmt" werde» «nd denen, die seit vielen Jahre» stch vergeblich darum bemühe». aoteführt «erden konnte. Der erste Eindruck all», de» teder bet Erneuern»« set»er Karte hatte, war ei» «ngemet« hoff«»»«-voller. Aber.. J Die Preise! Wie viele haben einen solch» Schreck bekomme». daß sie schnnrstrackfortliefe«, wieviel JBicteaftwürdtg ketten" mutzte teder der Mitarbeit«»-» z» hör» bekomme«. — Wer auch nur einige Male beim Plätzeverkauf in diesem Jahr mitgebols» bat. wird die erstaunt» Gesichter. -ie — ernsthaft gesprochen — große Ber-we1fl»nvieler nicht vergesse». wenn er ihn» die Preise U»- Gesicht schleuderte". — Meine Herr» vom Eemeiudevorstandt Eist sehr auerk»ne»-wert. wen» sie -a- Deftztt der Gemeinde minder» oder beseitig« «oll». Aber egeht nicht an, »eh» Jahre Niedergang durch einmalige- Einlös» von Sana» gog«kart« wettmach» ft» wollen. Ueberlasien Sie -a-. bitte, dem Steuerbüro! — Die Gemeind« wird antworte«: Wir -ab» ia für Minderbemittelte eine Ermätztgnng vorgesehen. — Richtig. Wer aber rnttgeholf« hat beim verkanf. der wird -e-»g» könne». wie unglaublich groß di« Zahl derer ist. die ein» derartig» Ermäßigung-antrag gestellt haben. Entweder «an gibt all» Anträge» statt — und dann bvdentet dieeine heimlich« Herabsetzung der Preise, so daß die gegenwärtig« Preise keine moralisch« Berechtigung mehr hah« —. ober man wird leere Synagogen habe«. Warum wird in diesem Jahr offiziell eine Nachfrist gegeben für alle diejenigen. die ihre Kart« «och nicht eingeldst haben? Gewiß, dies« Frist bestand im geheimen immer, warum aber in diesem Jahr gerade offiziell? Wett die Zahl derer, die nicht in -er Lage waren, ihr« Plätze letzt, in -er Zeit furcht, barster wirtschaftlicher Depression, zu erneuern, unerhört groß war lia. meine Herren vom Vorstand, «icht all« stell« unbekümmert einen Ermäßigung-antrag: lasten Sie sich vom Wohlfahrtsamt etwavon »verschämter Armut" in dieser Zeit erzählen!). Die Preise der Plätze betrag« fast durchweg -a- Doppelte -er Friedenspreise. Plätze, besonder- Damenplätze, aus d«e« nichts zu seb« uub zu höre» ist. koste» 10.— und 15.— M^ gegen 8,— und 5,— M. in der Vorkriegszeit. — Man laste doch d« banal« vergleich mit de» Theaterpretse«. — Diejenige«. die über die zu hob« Preise klagen, sind auch »icht t» der Lage, in- Theater zu gehen, uud daß daviele sind, beweist schon -ie katastrophale Lage aller Theater. Eläßt stch rntt Statistik» allebeweis«, und ewäre eine Leichtigkeit «achguprüf«, baß die Gemeinde bei de« oie-sährtge« Preis« eine« nicht «nbeträchtltche« Gewinn er dielt. Ich d«ke aber, ekommt daraus an. jedem eine Möglichkeit zu gebe», in- Gotte-Hanzu gelangen. Den» der Tempel ist «och immer kür »n- Inden daäußerlich sichtbarste Zeichen iüdtscher Gemeinsamkeit, tüdtsch» ZusammenschlusteS. — De« Besuch de- Gottesdienste-, der bet all» andere« Konfessionen stets, auch an höchste« Feiertag«, tm* entgeltlich möglich ist. durch unberechtigte »nd ««kluge ^Preispolitik" zu erschwer«, bedeutet nur. viele dem Judentum entfern«. Bo» -lese« Gesichtspunkt allein aus mutz man das bittere Scherzwort beurteil«, daeiner» dem eS auch unmöglich war. sein« Platz von neuem etnzulösen, gesagt hat: »Der Eintritt zum lieb« Gott ist zu teuer!" GerichtSreferendar Heinz Kränke!. lieber die Bcsdmcidung. i. Gehr verehrte Redaktion, gestatt« Sie mir als Operateur zur Frage der Gefahr bet ritueller Beschneid««« mrz baß Wort zu nehmen. Dank -er mode«« Asepst-, d. -. dem Arbeite« mit Gummihandschuhe» und sterilisiertem Material, ist das Risiko bet eine, groß« Zahl von Eingriffen, der« geringfügigster die Circumcision sei« dürfte, auf -a- Mindestmaß herabgesetzt. Diese Asepsis und -ie natürlich notwendige Beherrschung -er Technik kann jedoch nur und allein der Arzt habe». ES muß allerdings mit de« rituellen Bräuche», die haarsträubend unaseptisch sind, gebrochen werde«. Der nichtärztliche Mohel muß verschwinb«, am best« »erbot« werd«. Nur so kann auch dem liberal« Judentum die Beschneidung erhalt« bleib«. Ritual ist hier uichtS, ärztliche Forderung alle». So habe ich beispielsweise einem rechtgläubige« Mohel da- Feld geräumt. almir -ugemutet wurde, aus »religiös«" Gründe« im Zimmer der an Grippe verstorben« Mutter ba- Kind zu beschneid«. Wird dieses Postulat erfüllt, so brauch» wir uns nicht gruselig mache« zu lasten, so tst die Vefchneidung nach menschlichem Ermeffen und vielfältiger Erfahrung ei« gleichgültiger Eingriff. Wundrose ist zumeist die Folge eines groben Verstoßes gegen die Asepsis. Eine Blutungsgefahr besteht überhaupt nicht. In b« wenige» Fäll« der Blutung genügt meist eine kleine Umstechung an typischer Stelle. Wir dürf« doch nicht eine Methode in Bausch und Bog« verdammen oder für gefährlich halten, weil e- — leider — »och vorkommt, -aß sie technisch und hygienisch fehlerhaft ausgeführt wird. Das zu vermeiden, ist liberale Fordern«-, damit nn- -er uralte und vielen heilige Brauch mit seinem segensreichen hygienischen Effekte erhalten bleibe. Dr. Kurt Fleischer. N. Auf die Ausführungen des von mir sehr geschätzt« Her« Kollegen Fleischer habe ich folgendes zu erwidern: 1. Theorie und Praxis stehen in einem sehr -edauerltch« Gegensatz. Wenn die Operation wirklich allgemein so auSgeführt würbe, wie es von den Herren Fleischer und Winter gefordert wirb und von ihnen selbst geschieht, so wäre allerdings die Gefahr auf ein Mindestmaß herabgesetzt —, aber nicht ausgeschlossen, Senn auch der geschickteste, und zuverlässigste Chirurg kann bet keiner noch so aseptisch auSgeführten Operation eine absolute Garantie für de« glücklichen Ausgang übernehmen. Tatsächlich werde» aber die von Herrn F. geforderten Kautel« auch von den ärztlichen Mohelim in der Mehrzahl der Fälle nicht beobachtet, wobei ich gar nicht davon sprechen will, daß mtt Gummihandschuhen fast niemals gearbeitet wird. st. Daß Wundrose durch»- röcht immer Me fßtßm Mutzgrob« Verstoßegegen Me Asepstist. beweist wohl am best» der von mir geschilderte Fall von Wundrose -ei meinem eigen» Kind. Herr Knie« Fleischer wirwohl nicht »nehme», -aß -er ärztliche Mohel. -er -amal- Me Beschnei-»» »orgenomm« hat. ein« grob« Verstvß «eg« Me Asepst- — wenigste«- bewußt — begangen hat. aist nämlich MfilVa -ersel-e, dem »ch Herr Fleischer Me Veschnei-nng seine- SohueS l. Z. «vertrant bat. well er ihm wie mir al- -er zuverlässigste -er Berliner Mohettm empfobl« worden war. Ich habe dem betr. Her« uiemal- — «ch nicht in mein« geheimst« Se-a»k« — ein» derartig» Borwnrf gemacht, sondern nnr -er Jnstitntto» alsolcher fälliger Nachforschung nicht immer feststell» lass«, ob daS Kind et» sog. Bluter ist, »weitenkomm» selbst bei d« -«- «rläsfigste» «nd erfahrensten ärztlich» Mobelim unglückliche Verletzung« der Eichel vor. bet deu« stch di« Blutung nicht All« Iftfit; sicherlich Kunstfehler. bit sich aber trotz aller Sorgfalt anscheinend »icht mit Sicherheit vermeid« last« und eben nur dadurch möglich sind, daß die Operation überhaupt -et einem so klein« Wes» vorgenomm» wird. 4. Esind also sicher nicht nur Fehler deeinzeln» Möbel in technischer nnd hygienischer Hinsicht, welch« die vorkommend« UnglückSfäll« verschulde», sondern die allgemein üblich« Methode« der Ausführung. Daß diese geändert werd» müsse», darin stimme ich -« Herr« Fleischer »nd Winter m. ebenso darin, -aß -ie Operation nur von einem Arzt vorg«omm« werden soll. ES würde stch sogar empfehle», daß nnr solche Aerzte in dt« List» der von d« Gemeind« empsobl«« Mohettm ansgeuomm«' werbe», -ie vor -e» Leiter -er chirurgischen Abteilung eine- Krankenhaus«- eine Eignungsprüfung abgelegt haben unb stch verpfticht«. -ie Operation auch später nur in der gleich» Weise wie bei der Prüfung auSzuführe». 5. Der «segensreiche" hygienische Effekt ist mm mindest» »wetfelhaft: nicht nur anerkannte Autorität« aus dem Gebiet der Geschlechtskrankheit« halt« -« prophylaktisch» Wert durchaus nicht für erwiesen, sonder« auch erfahrene Kinderärzte. selbst solche, bi« alS Mohel tätig stad bzw. -ie anreligiöser Ueberzeugung für die Beschneid»«« eintret«, lehn» e» ab, den Eingriff ans hygienisch-prophylaktisch» Gründen z« empfehlen, «en» »icht reltgivfe Gründe — tm weitest« Sinne de» Wortes — dafür maßgebend sind. Ich muß also ans meinem Standpunkt beharre». daß dir Vefchneidung nnr dann vovgenmnm« werd« soll, w«N für die Elter« ein religiöse» Bedürfwi» vorliegt, daß aber -er Arzt, der von in dieser Hinsicht schwankende» Eltern nach dem Wert der Beschneidung gefragt wird, verpflichtet ist. auf Me mögstchr« Gefahr« aufwerkstü» zu machen. Sollte eine vieljähvig« Erfahrung ergeh«, daß bei einer allgemein durchgeführt« Vornahme der Operation nach deu Grundsätze». wie sie von Winter, Fleischer und mir skizziert sind, eine Gefahr sich wirklich mit Sicherheit vermeid« läßt, so würde ich mein« Standvnntt in ärztlicher Hinsicht vielleicht ändern, meine religiöse Einstellung z» der Frage würde dadurch natürlich nicht berührt werde». Dr. Alfred Caro. Der gute Geschmack. Daß der »Montag-Morgen" Stefan GroßmannS den u i ch t hat. wurde in Nummer 18, a» dieser Stelle, festgestellt uud a« deu Takt uud baS SauberkettSgefühl und die Achtung der Zeitung vor dem Leser appelliert. Daraus glaubte der »Montag-Morgen" ans ein« Geschmacklosigkeit eine noch größere setz» m müsse». Wir lesen in Nr« 35 vorn 38. Juni: «Inserat aus der Wi»er »Neuen Frei« Presset Gruft für ö Särge, schön geleg«. Z«iralfrtedhof sisraelit. Abteilung), weg« Domizilwechsel zu verkaufen. Warum wird diese verlockende Gruft nicht einstweilen an Sommerfrischler vermietet?" Diestand unter der ständig« Rubrik des Montag- Morgen": Dummheiten der Woche. Wie treffend! Wenn nun der Montag -Morgen" »och die Selbstkritik aufbrächte, einige seiner eigenen Glosi« als »Geschmacklosigkeiten der Woche" zu veröffentliche«, dann wäre die- -er erste Schritt zur Besserung. Botho Laserftei». Juden als „nationale Verteidiger''. t Den Ausführung« eineungenannt« nicht-tü-isch» Jurist« in der Nummer der »Jüdisch-liberale« Zeitung" vom 18. Juni über das Thema: »Juden als nationale Verteidiger" muß vom Standpunkte biß jüötzsch« Anwaltentschiede» wtdersproch« werben. Der Verfasser fragt: »Gereicht Me Tätigkeit vl- »nationaler Verteidiger", -. h. alS Verteidiger einefana» tischen Antisemiten, der auS Hatz gegen die Juden Gewalttätigkeit« -eg« sie begeht, einem Misch« Anwalt zur Unehre?" Die Frage ist zu besah«. Stell« wie zunächst einmal Me Frage: Gereicht es dem Angeklagi«, dessen Tat, wie der Verfasser selbstverständlich vorausfetzt, dem Motive deS Judenhasses entsprungen oder wenigst«- von ihm mit bovknslutzt ist. zur Ehre, wenn er stch eine» Jud« -um Verteidiger nimmt? Sicherlich nicht: den« er tut eS nicht, weil er dem Jud« ein besonderes vertrau« entgegenbringt. weU er bei ihm auf ein mitfühlendes Verständnis für fein« Tat rechne« kan», sondern allein deshalb, weil er glaubt. Me Tatsache, baß ein Jude chm gegenüber der Anklage der Berletzung der RechtSgüter eines Jud« oder der jüdische« Gemeinschaft Beistand leistet, werde ans da- Gericht Eindruck machen und eS vielleicht in -er Sicherheit feine- Urteilbeirren. Es ist weiter nichts alS et-kalte Spekulation, Me ihn dazu bringt, sich eines Helferzu bedienen, d« er, ginge tß nach seinem, de- Angeklagten. Wille». auS feinem Amt als Anwalt kurzerhand hmau-setz» würde. D«n fo will tß -ie deutsch-völkische »Judenordmu»-". Der Jude ist chm nichtalbloße- Drittel zum Zweck. Schon diese Erwägung« müss« eals unehrenhaft für einen jüdisch« Amvalt erschein« lass«, einem solchen Angeklagt« seine Dienste zu leihen. Denn der Verteidiger darf mit seinem Klient« keineswegs durch Mck und dünn gehen» er muH sich auch als Verteidiger ein gewisse- Maß von Objekttvität bewahre«. Gerade weil der Verteidiger auch Mensch sei« soll, wie der ungenannte Autor richtig betont, besteht Me Gefahr, daß er de« natürlich« Hemmungen unterliegt, -ie ihn angesichts der antisemitisch« Tatmostve befall« müssen, und nicht mit ganzem Herz« bei -er Sache ist. Die Behauptung, baß Sello, Bernstein. Brvnker, Mamroth. Re klassischen Verteidiger im deutschen Strafprozeß, Antisemiten wegen antisemitischer Ausschreitungen — hieraus kommt es an — RechtSbeistand geleistet haben, bedarf noch des Beweises. In den Gerichtsverhandlungen gegen -ie völkcschen Verbrecher der letzte« Jahre sind ihre Namen nie aufgetaucht. Das Institut -er Offizial- Berteibtgung heranzuziähen. ist gänzlich verfehlt, denn eS, handelt sich hier um Fälle, tot denen Me Verteidigung frei- Auto-Reparatur Ammon 4 Co* 6rtfostr. M, *,*i*j»,**•'*♦ •»• * * * ♦«i *»»♦»» -* <■ «Mg übernommen wurde. MKrtgen- W «- stch«, -nst nnM bet einem tüMfch« Ofst-tal^vertetMger «ne- AnAfenckMA daS Gericht die hier erhob«« vebenk» -erstckstchtig» «n» d« Anwalt auf feine Vorstellung htti von («net WAchst entbind« würde. Recht-anwatt Dr. F-echa«. •iw* B »vftfMntBet* H, ftifimiifnfttif «H feit MHkl Min Im mA [me *5*Vift»S«ti3 ta ttnm^schE, »N »tef M Herr» KKfttiaidMB 7»«. ttagmm, tzMe> HMgE Mt Di« sachlichen Aussührnna» werd« weder »an kt Am» waltslhast noch vom Richtertm» gebilligt werde». Aß» wttp dort fast einstimmig entgeg« ge letzter Metmmg fetn. Jnstbesondere ist auch sicherlich die erdrückend« Mehrzahl all» jüdischen Anwälte und Richter der Meinung, doch «O »M d« GtandeSbegriffen «nd d« Begriff« deempfindennicht im Einklang steht, wenn Mische Anwüll» sich zur Verteldtg«»« auSgesproch« antisemitischer Ann«! leg«heit« andtng« lassen. Wenn Mr Verfasser degm ttkelstch sogar ft« der Aeußernna vrrsteigt. -aß z. B. S» Hard«prozetz Me Täter nur dann ans Milde rech»» konnten, nun« der tüdtsche Verteidiger d« roh mißbaudelt«» Kläger moralisch vernichtet«, so daß kein schntzwürMae- CtH\ jekt mehr Vorhand« war. so zeigt daS mtt krasser Dentttch-' kett. daß hier der jüdische Verteidiger mit feiner Konsefstopi zu einem ganz unsauber« Borwand mißbraucht wird, nnbj es ist höchst bedauerlich und kann nicht dem Anseb» MAj Ju-«tumim allgemeinen und dejübtsch« Amvaltst» besonder« dien«, daß sich ein Anwalt zu diesem Mißbrauch' -ergibt. Derselbe unlautere Zweck folgt «ch audem -rittnSchsi« Absatz, in dem eS heißt, -aß Me BölMch» stch von jüdisch« Anwälten vertret« lass« in der Annahme, Me Tat werde weniger scharf beurteilt werbe«, wen» ihn»' ein Jude zur Seite steht. Recht-anwalt Dr. für. IDiffcimi m. Mndenstg «nd Rar erscheint mir Re fetzt non fnesiAfcher Sette mnstvttt«« Frage, ob «im Recht-euwatt Misch» Glaub«» völkisch« Angeklagte vor Gericht verdetMn» sich oder nicht! — Wer lacht da? — Gibt eS da akadernttche Auslegungen? Lin« Stande-- oder Amtspflicht? — Kan« ein jülstscher Anwalt — etwa Frontsoldat — auch nur eine Sw künde im Zweifel (ein? — Oder will er fick und Mtmtt Me deutsch« Juden dem Hohngelächter der oöttstch» Herw. ft« preiSgeb«? — »rum eindeutig »nd klar: ^Wer mich beschnupft und «ein» Mir Freiheit und die Ehr' will rauhem Der tst ei» bös« Wicht! — Und steh' ich mtt chm vor Gericht, Blick ich ihm furchtlos tu- Gesicht Al - Kläger — «nd al- Rächer mtzkney Denn wenn ich dort fei» AnwaU wäre. Bet Gott. — daS überlebt' ich nicht!"— schade Vom religiösen Sozialismus* Ein auch die Mische Oeffentlichkett interessierender Metz, nungSstreit erregt zur Zeit die Gemüter der Bremer SoMaM demokraten. In der Wremer BolkSzettung". dem BrenMi Organ -er Sozialdemokratisch« Partei D»tschlan--^ ßnnst sich vor einigen Tagen ein nicht von der Redaktion a»O» gehender Artikel, der stch in scharf ablehn«-em Sinne »Äl einer Gemeinschaftsschule befaßte, deren Letter -er ttM Sozialpädagoge wett über Bremens Gr«z« bekannte Pastor Scharrelman« ist. Dieser hatte eine BeröffenMchnnst über »Neue Gedanken tn -er Erziehung" mtt dem -ne sammenfassenden Satze geschloss«: »Die Gemetnschast-schnLk ist zu der Erkenntnis gelangt, daß aus dem Religiös» Me stärkst« Quellen de- Lebenströmen." Darob erregter Protest gegen diese- »Pfaffentum" einest Schulleiter-, dessen Schule besonder» auch von Kinde» sogtaz ltsttfcher Eltern besucht wird. Al- Srwtdemna darauf wir« nunmehr in längere» Ausführung« von einem Sozial»' demokraten. der sich als Mitarbeiter Scharrelmannbw zeichnet, in der »Bremer BolkSzettung" darauf bingewiefem daß gerade die Sozialdemokratie derartige pensönlichketM bildende Bestrebungen wie die Scharrelmannsche Gernet» schaftsschule unterstütze« sollte und stch von jede« Dogmas tiömuS. auch dem der Unreltgiofität. unbedingt fernhalt» müsse. In klarer Erkenntnis dieser Notwendigkeit erklärt bas Erfurter Programm -te Religion alS Prtvatsache -eetnzelne». »Pfaffentum" sei Dogmatismus in fader Gestakst auch -er fanatischer Parteigenossen, -ie ge» KetzergertchM gegen Andersdenkevde etnrichten möchte«. Mancher unserer Glaubensgenossen, der sozialistisch» Gedankengängea huldigt, kam wohl schon in ein orge- Dilemma. wenn er öle entschiedene, nicht immer ans Wisse», Nachdenken und innere- Erleben gestützte Ablehnung alle» Religiös« seitens vieler feiner Partetgenoff« sah. Um so erfreulicher ist es. daß sich im soztaltstifcheu Lager und auch t» der sozialistischen Presse die Stimmen mehren, die RettgionSfeindschaft nicht mehr alS Alpha und Omega sozialistischer Erkenntnis und fortschrittlicher Betätigung anseh«. Womit allerdings ein grundsätzlicher Unterschied zwtsch» religiösem Erleb« und Religionsgemeinschaft z« «ach« wäre, über den eine ehrliche Sprechsaaldebatte tn der ^Jüdisch-liberalen Zeitung" für aufrichtig suchende svetz» schrittltche Inden sicherlich von Nutzen wäre. Han- Simon» Druckfehler-Berichtigung. Herr stkeich-minifter tu D. Dr. Gothein bittet «Vst Me folgeudeu Druckfehler zu berichtige», die sich in fein» in Nr. 19 unserer Zeitung abgedruckten Lussatz ei»e Erfahrungen mit Antisemiten^eingeschlich» Hab«: Spalte 1 Zeile 11 muß es statt ^philosophischer" heißen: „philologischer": Spalte 1 Zeile 30 muß es statt „Anft faffnngen" heißen: „Messungen": Spalte 2 Zeile 8 von «nt» muß es statt ^Cashel" heiße«: ^Cassel": Spalte 8 Zette 4 von unten muß es statt »nennenswert" heißen: ^dankenswert"; letzte Spalte Zette 8 vo» unten mutz es statt „vtm" Heiden: »am".