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Jüdisch-liberale Zeitung · 1924-05-16 · 14 (16.5.1924) · page 8

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
4 (1924)
Issue
14 (16.5.1924)
Date
1924-05-16
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Politik er seine Stimme gtvt. Denn wett entfernt ist -er „Lokalanzeiger" davon, etwa selbst irgendwelche redaktionellen antisemitischen Aeußerungen zu bringen. Und auch «mr höchst selten und vorsichtig Wer weit auSetnau-erttegende Nummern zerstreut werden einmal auttsemtttsche Bemerkungen von deutschnationaler Seite gebracht. Go find in dem dcutschnationalen Wahlaufruf natürlich — und zwar ohne widersprechenden Kommentar — auch die Worte-n lese», daß wir frei sein wollen „von dem mit dem Marxi-mu» alldett »tu bündeten Judentum," und daß das deutsche Bott kümpfe» müsse „gegen die Herrschaft und den zersetzende» Geist de» Judentums auf allen Gebieten. Deutschnattoual fei«, heißt deutschvölkisch sein." Und so ist drei- oder viermal «tue antisemitische Bemerkung zu lese», die in einer deutschnattonale» Versammlung gefallen ist. Nie und nimmer kommt der harmlose Leser des „LokalanzetgerS* zu der UeVerzeuguu-, daß die Partei seines Leibblattes in der Beüdmtfuug der Juden eine ihrer Hauptaufgaben ficht. Wie sollte er da» auch, wenn der sonst so ausführliche Bericht Wer de» Hamburger Parteitag der Deutschnattonale» «US etn-iae auttsomttische Aeußerung die Bemerkung bringt, »auch jüdische Frechheit muß seine Grenze habe» (stürmischer Beifall)!" Kein Ton ist in dem Bericht Wer anttsemittsche politische Forderungen zu lesen. Man kan» sich kaum ei« gefährlichere Art denken, den Antisemitismus zu fördern. Man verschleiert die Rolle, die Ser AnttsemittSmuS in der Deutschnationalen Bolkspartot spielt, fängt also Gimpel für de« Antisemitismus, bringt aber doch hin und wieder indirekt antisemitische Bemerkungen, die. wenn daS vielleicht anch nicht gerade ihr Zweck ist, so doch tatsächlich leicht eine Empfänglichkeit für die antisemitische Propaganda anderer schaffen können. Das ist doS Blatt, an dem der Jude Dr. Breslauer al» politischer Redakteur mitarbeitet. Es dürfte überflüssig sein, diefeS Verhalten näher zu charakterisieren. Es genügt, die deutschen Juden auf den Verrat aufmerksam zu machen, der hier am Judentum verübt wird. Das Traurigste aber ist, daß dieser Mann eine Rolle im jüdischen Leben spielen kann. Herr Dr. BreSlauer ist nämlich stellvertretender Vorsitzender des Verbandes nationaldeutscher Juden. Wir möchten nicht glauben, daß die übrigen Leiter des Verbandes sich über die Nolle klar sind, die das Blatt des Herrn Dr. Breslauer im politischen Leben spielt. Auf jeden Fall hat aber dte jüdische Oeffentlichkeit ein Recht darauf, zu erfahren: Ist den Leitern des Verbandes nationaldeutscher Juden bekannt, daß der „Berliner Lokalanzeiger" Handlangerdienste für den Antisemitismus leistet, und halten sie die Tätigkeit als politischer Redakteur dieses Blattes mit der Tätigkeit als stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandes nativnaldeutscher Juden für vereinbar? — Wir erwarten eine klare und deutliche Antwort auf diese klare Frage. Arthur Lilienthal. Prozeß gegen Vorstandsmitglieder des Bundes jüdischer Frontsoldaten. Am Donnerstag, den 15. Mai, fand vor dem Moabiter Amtsgericht ein Prozeß gegen den praktischen Arzt Dr. Hugo Bernhardt, Hauptmann a. D. Leo Löwen st ein, Kaufmann Toller und drei andere Mitglieder des Vorstandes des Bundes jüdischer Frontsoldaten statt. Den Angeklagten wird zur Last gelegt, daß sie im vorigen Herbst anläßlich der Pogrome in der Grenadierstraße und in den umliegenden Straßen eine Abwehr-Abteilung gegründet haben, die auch über Waffen verfügt hätte. Wie es in der Anklage heißt, wurde auf eine Anzeige hin das Waffenlager durch die Abteilung I» des Polizei-Präsidiums beschlagnahmt. Die Klage lautet auf Geheimbündelet und unerlaubten Waffenbesitz. Der Prozeß endete damit, daß von den Angeklagten drei freigesprochen wurden und das Verfahren gegen die übrigen eingestellt wurde. * Nach Redaktionsschlutz erhalten wir folgenden Prozeßbericht: Vor dem großen Schöffengericht Berlin- Mitte unter Vorsitz des Amtsgerichtsrats Dr. Feldhahn sind heute der Kaufmann Max G o l d l u st. der Kaufmann Rudolf Toller, der praktische Arzt Dr. B e r n h a r t, der Physiker Dr. Leo Löwen st ein und der Kaufmann Sa-- lomon Thal augeklagt. Als Verteidiger fungieren Justizrat Sonnenfeld und die Rechtsanwälte Dr. Kochmann, Dr. Kozowa und Dr. Arthur Brandt. Die vom Staatsanwalt Dr. Burchardi vertretene Anklage legt den Angeklagten zur Last, einen bewaffneten Haufen gebildet und befehligt zu haben, ferner im unbefugten Besitz von Schußwaffen gewesen zu sein. Im November 1923 fanden im Schönhauser Viertel zahlreiche Plünderungen jüdischer Geschäfte statt. Weitere Plünderungen schienen bereits vorbereitet zu sein und in Aussicht zu stehen. Jüdisch aus sehende Passanten wurden auf der Straße angehalten, beschimpft und mißhandelt. Der Angeklagte Dr. L ö w e n st e i n ist Vorsitzender des Reichs bundes jüdischer Frontsoldaten, der Angeklagte Toller ist Vorstandsmitglied des Retchsbundes »nd gleichzeitig Vorstandsmitglied der Deutschdemokratischcn Partei. Ueber die Vorgänge in den kritischen Tagen erklärt zunächst der erste Angeklagte Gold ln st auf Befragen des Vorsitzenden: „Als Mitglied des Reich.sbundes jüdischer Frontsoldaten habe ich mich freiwillig gemeldet, um die Geschäftsleute in der gefährdeten Gegend schützen zu helfe». Le»MWWW>WWW»WW»MWW>»W>>M»WWßWWWWWWWWWWWGWWP Wir versammelte» «ns tm DdAche» GrmotudeHauO h Set Roseustratze. Dr. Bernhart Wernnhm dte Settug. Oft traf« mm alle» Seite» CRtffcuto« »der «ttzharrdluugeu jüdisch auSsehender Paffanten mch Plüuöeruugeu jüdt'scher Geschäfte cfe lvtt bildeten daraufhin Patrouille». Dte Mitglieder wäre» zu« Dell «rtt Pistolen, manche auch «tt Gmnmttuüpper» vertuen. A« Bülowplatz begegnet« «vir eine« Lat» der Gchntzpoltzei, in dom etn Offfefc* ftfc An dteße» OM* gier richtet« wir die Bitte, geg« dte Menge «a» Schütz zu gewähren. Der Offizier lehnte diejedoch 09 «no t»v* wR Deuten Begleitern werter» gq Den geschlagen worb«, man hat mtr den Luzng zerrtffe», fo -aß wir nag zur Eßeftr fetzen mußten» Später tt» -a»» et» audereö Lato mit Schutzpolizisten. Die Menge wurde »u» zarückgetrtefte». Wir selbst wurden auf -a- Auto der Schatz. Polizei verladen «nd sowohl auf der Fahrt als mrchher auf dem Kaferueuhofe von den Schutzpolizist« stark mißhandelt. Bors.: Es soll bot dies« Zusammenstoß« auch etue Per* so» erfchosi« ward« fein? Lrrgekl Gold Inst: Ich habe davon gehört, weiß aber nicht, wer d« Schuß abgegeben hat. Der Angeklagte Toller, deff« Geschäft sich in der Ros ent Haler Straße befiudet, bekundet, baß ihm gegenüber et» Lad« geplüudert wurde. Auch zahlreiche andere Plünderung« wurd« ihm berichtet, zum Teil hat er fie mit angesehen. Unter d« mißhandelten Person« befand stch auch ein d«tschnationaler Kaufmann, der -«fällig etwajüdisch anSfieht. Er ist durch das Eingreifen unserer Leute gerettet worden und hat durch uns die ihm geraWten Sachen wieder erhalten. Nachher hat er mir einen Brief geschrieben, ö« ich dem Gericht vorlegen kann. Angekl Dr Bern hart erzählt, daß er und seine Kameraden verfolgt und ihnen Kleidungsstücke zerrissen wurden. Dann kam ein Auto in dem sich ein Schntzpolizeiofftzier mit mehrerer« Beamten befand. Ich ging an den Offizier heran und bat ihn um Schutz. Der Offizier antwortete darauf: ,-Ach Quatsch!" Gleichzeitig gab er seinen Beamt«, die bereits ausgestiegen waren, um gegen die Menge etnzuschreiten. den Befehl, wieder einzusteigen und abzufahren. Die angesammelte Menge begrüßte dies mit dem Zuruf: „Bravo Schutzpolizei!" Einige Zeit später kam dann ein anderes Auto mit Schutzpolizeibeamten an. Die Menge wurde nun zerstreut, wir selbst wurden abtransportiert. Sowohl auf dem Wagen der Schutzpolizei als auch auf dem Kasernenhose wurden wir in der schmählichsten Weise von Schutzpolizeibeamten geschlagen. Auch ein Offizier beteiligte sich ans dem Kasernenhofe an den Mißhandlungen und rief: „Man müßte die Juden totschlagen". Natürlich ist wegen dieser Vorfälle Anzeige erstattet worden. Es schwebt deshalb auch ein Verfahren, ^ch hatte den Eindruck. daß es sich um organisierte Progrome geg« die Judenschaft in ihrer Gesamtheit handelte. Nach Vernehmung der Angeklagten Dr. Löwenstein und Thal wird auf jegliche Beweisaufnahme verzichtet. Der Staatsanwalt führt dann in seinem Plädoyer auS: „Es ist gerichtsnotorisch daß in der fraglichen Zeit in der erwähnten Gegend Plünderungen stattgefunden haben, die einen antisemitischen Charakter hatten. Der Neichsbund jüdischer Frontsoldaten hat dann Streifen zur Abwehr dieser Ausschreitungen gebildet. Im Sinne des Strafgesetzes liegt also unzweifelhaft die Bildung eines bewaffnet« Haufens vor, aber die Angeklagten glaWteu, baß fie berechtigt wären, den Angriffen auf ihre StammeSgenossen Widerstand zu leist«. Sie glaubten, daß sie sich in Notwehr befänden. Mit Rücksicht darauf, daß ihn« das Bewußtsein des unbefugt« Handelns fehlte. beantrage ich die Freisprechung. Nur weg« deS verboten« Waffenbesitzes beantrage ich gegen Dr. Löw«stein eine Geldstrafe von 60 Mark und gegen Thal ebenfalls eine Geldstrafe in dieser Höhe. DaS Gericht kam zu folgendem Urteil: Nach Ansicht des Gerichtshofes habe» die Angeklagten Toller. Berrchart «nd Goldlust einen Akt der Notwehr begangen. Die Polizei hat an dem fraglich« Tage offensichtlich nicht auSgereicht. Lag aber Notwehr vor, so waren die Angeklagten fretzufprechen. Bezüglich der beiden anderen Angeklagten, Dr. Löwenstetn und Thal wegen des unbefugten Besitzes von Schußwaff« ist das Verfahren eingestellt worden, weil es stch um eine unbed«tende Verfehlung handelte. Das Gesamturteil geht also dahin: Die Angeklagten Toller, Dr. Bernhart und Goldlust werden aufKostender Staatskasse fr e t g esp r o ch e n, das Verfahren gegen Dr. Löwenstein und Thal wird eingestellt. Die illustrierte Pessach-Haggadah. (Zur Ausstellung der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler in Frankfurt a. M.). Von Rabbiner Dr. Bruno Jtaliener-Darmstaöt. Das Pessachfest bildete wohl den äußeren Anlaß für die Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler, um z. Zt. in den Räumen des Kunstgewerbemuseums zu F r a n k f u r t a. M. eine Ausstellung der i l l u - strierten Pessach haggadah zu veranstalten, eine Ausstellung, die Juden und Nichtjuden viel Anregung bietet. Denn sie ist die bündigste Widerlegung der so oft erhobenen irrigen These von der kulturellen Abgeschlossenheit der Juden im Mittelalter. Man kann sagen, jedes Land, in dessen Mitte die illustrierte Haggadah (Handschrift oder Druckausgabe) entstand, hat den einzelnen Exemplar« irgend ein charakteristisches Gepräge gegeben. Man vergleiche beispielsweise die erste uns vollständig überlieferte Prager HolzschuittauSgabe aus dem Jahre 1626, die ganz im Stile der deutschen Frührenaissance gehalten ist. und auf einem WW^MWjWWWSWWVWWWWWWWWWWWWMWWGWWWWW H«Vttlaft datzdftmtsche Wcmp« tzM. «S der ttafteuftch« HolzfchutttauSgabe. der bekannt« Mantuaner Gdttw« au» dem Jahve 1660 die durch die Gäulen der PeterS- Softe gleich auf dem Titelblatt d« mit Judenhut bekleideten »eremia de» Michelangelo als Rabbi Akiba, das 1» reiche« Maße »um Schmuck verwandte Rankenwerk, den noiugend« Einfluß der italienischen Spätrenaisaue e «tt auschauttcher Deutlichkeit zum Ausdruck bringt. IluSgeiproche» italienisch« Charakter hat auch die 1639 in veuedi« erschienene Ausgabe, die für die itatt«ifch« Haggadaftdrucke etwa die gleiche Rolle spielt wie die sogenannte Amsterdamer Kupfersttchausgabe vom Jahre 16VV Dr die deutsch« Drucke, uur mit dem Unterschied, daß die ttaüentsch« Nachbildung« uiemals in künstlerischer Htnficht ein« solch« Tiefstand zeigt« wie die fett etwa 1^ Jahrhundert« bet den d«tsch« Jud« in Gebrauch befindlich« DrnckanSgaberr deS sogen. Amsterdamer Typs. Eine solche Haggadah hat auch Heinrich Heine offeWar im Auge gehabt. alS er tu feinem »Rabbi von Bacharach" folgende ergötzliche Schilderung gab. Die schöne Sara fitzt im FamUi«kretfe bet der abendliche» Feier de» Peffachfestes am Tisch »nd blickt „«ach der vor ihr liegend« Agade, dem hübsch« in Gold und Samt gebunden« Pergam«tbuche. einem alt« Erbstück «tt verjährt« Weinfleck« aus d« Zeit« ihre» Großvater», »nd worin so viele keck und bunt gemalte Bilder, die sie schon als kleines Mädch« am Paffahabeud so gern betrachtete, und die allerlei biblische Geschichten darstellt«, al» da sind: wie Abraham die steinern« Götzen seines Vaters mit dem Hammer entzwei klopft, wie die Engel zu ihm komm«, wie Moses d« Mizri totschlägt, wie Pharao prächtig auf dem Throne fitzt, wie ihm die Frösche sogar bei Tische keine Ruhe lass«, wie er. Gott sei Dank! versäuft, wie die Sinder Israels vorsichtig durch das Rote Meer gehen, wie fie offen« Maule» «tt ihren Schafen. Kühen und Ochs« vor dem Berge Sinai steh«, dann auch wie der fromme König David die Harfe spielt, und endlich wie Jerusalem mtt d« Türm« und Zinn« seines Tempels bestrahlt wird vom Glanze der Sonne." Wenn es die Absicht des Leiter» der Ausstellung, Erich T o e p l i tz war, ein anschauliches Bild von der Entwicklung zu geben, die die Haggaüahtüustratio« fett der Herstellung der ersten Drucke bis zu d« Zett« deS Verfalls in den O f f e n b a ch e r, S n l z b a ch e r und F ü r t h e r Ausgaben genommen hat. und gleichzeitig die ersten Versuche einer Neubelebung der Haggadahillustrattou inderGegenwart zu zeigen durch Künstler wie Josef Bnöko und Jacob Steinhardt, so ist djase Absicht durchaus gelungen. nicht zum wenigst« auch d«halb, weil den Haggadahdrucken, die den eigentlichen Geg«stand der Ausstellung bilden, eine Anzahl wertvoller Haggadahhanöschrifteu beigegeben sind. Die Frankfurter Stadtbibliothek, die dank der Sammeltätigkeit des verdienstvollen Leiters der Abteilung für Jndaica, Professor A. F r e i m a n n . an seltenen hebräisch« Druck« und Handschriften einen besonderen Reichtum hat, ist mit einer italienischen Handschrift vertreten, die nach Ansicht von Prof. August L. Ma yer-München im Anfang des 16. Jahrhunderts entstanden ist und, was die Bilder betrifft, dem ferraresisch-bolognesischen Kuustkreis angehört. Unter d« Illustration« ist besonders bemerk«Swert die Darstellung einer jüdischen Familie bei der abendlich« Feier des Pessachfestes: auf dem Tisch die symbolisch« Gerichte des Abends, von der Decke zwei Sabbathlampen herabhängend, das ganze Bild atmet feiertägliches Behagen. Die Li ne ls che Sammlung inFra»kfnrta.M.ist mit einer kostbar« Pergamenthandschrift auS dem Jahre 1788 vertreten. Die farbenprächtigen Bilder, die zwar dem Amsterdamer Typ folgen, aber doch in vielen Punkt« inbividuellen Geschmack zeigen, legen Zeugnis davon ab, daß auch noch im 18. Jahrhundert bei d« Jud« der Sinn für daS Schreib« von Handschrift« und ihre künstlerische Ausschmückung, wovon uns aus früher« Jahrhundert« die kostbarsten Prob« erhalten sind, keineswegs geschwunden war. Das bestätigt eine gleichfalls auf der Ausstellung vertretene Haggadahhanöschrift der Darmstädter Landesbibliothe k (Cod. or. 7), die im Jahre 1769 in Kopenhagen auf Papier geschrieb« und illustriert wurde. Bemerkenswert ist unter den sogenannt« „4 Gestalt«" die Darstellung des „Kindes", das auf einem Steckenpferd reitet: neben ihm allerlei Spielsachen, darunter auch eine Trommel, auf der die Initiale F. N. (Friedericus Nex) sichtbar ist. An einer ander« Stelle erblickt man als Ornament verschieö«e kriegerische Embleme wie Fahnen. Kanonenkugeln, Degen und Schwert, alles Dinge, die zu dem friedlichen Charakter des frommen Büchleins nicht recht passen, aber eben Zeichen der wiederholt erwähnten Anpassung der Inden an ihre Umgebung sind. Die D a r m st ä d t e r L a n d e s b i b l i o t h c k ist noch mit einer anderen Handschrift vertreten (Cod. or. 28), die auS dem Anfang des 1.6. Jahrhunderts und zwar aus Süddeutschland stammt, und wegen der leicht hingemorfenen, dem Volksleben entnommenen Zeichnungen kulturhistorisch bedeutsam ist. Leider hat der Codex durch Mänsefraß sehr gelittent Bedauerlicherweise konnte die Darmstädter Lanüesbibliothek ihren kostbaren Schatz auf dem Gebiete der illustrierten hebräischen Handschrift« dieses Mal der Oeffentlichkeit nicht zeigen. Es ist die berühmte D a r m - städter Haggadah-Handschrift (Cod. or. 8), ein Codex aus dem 14. Jahrhundert mit prächtigen Miniaturen, ein Werk von einzigartigem Wert, da es die älteste illustrierte Haggadahhandschrift des deutschen Ritus ist. Die Handschrift befindet sich zurzeit in L e i p z i g, wo sie von dem bekannt« Verlage Karl W. Hiersemann naturgetreu reproduziert wird, um durch eine Facsimileausgabe weiteren Kreisen ihre Schönheit zugänglich zu machen. WWWWWUW9UMWWWW KARL A. KLEIN automobile a.-g. ■tawiachar Mr. 1,1-1,» Telephon« Notiondorf 6600- 61 PERSONENWAGEN e/20 ps Aga 9/30 P6 Presto 12/40 PS StGW SCyl. 17/9.0 P* DlIX Hauptstr. 81-82 Unter den Linden 43 tmum ». wo# eneral-VerfrehJn KurffOrstondamm 1 Telephon: LGtxow 1683 Q LASTWAGEN; Naglrus i-«* »-*/• Vomag 3.4,5*, L.W.D. 3 fo

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