Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 4 (1924)
- Issue
- 14 (16.5.1924)
- Date
- 1924-05-16
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Eine Geschichte aus der ägyptischen Knechtschaft Von Maria Renee Daumas 4. Fortsetzung. (Nachdruck rarbotaa.) Salamba saß in ihrem Gemach, ihrem Geliebten zu Füßen,-sie, die so hoch verehrt wurde, fast wie die Götter ihres Landes, gefiel sich jetzt oft darin, ihm eine demütige Liebe zu beweisen — — anzubeten, — — statt angebetet zu werden. Mirda stürzte herein.-„Pharao und Rhamnanes nahen,“ flüsterte sie erregt. Der Jüngling sprang auf, hob die Gestalt der Geliebten hoch und legte sie auf das Ruhebett,-dann verließ er mit Mirda rasch das Gemach. Da wurde der Vorhang zurückgeschlagen, und Pharao, von seinem Vertrauten gefolgt, trat ein. Seine stechenden Augen nahmen sogleich das ganze Bild des Raumes, der vor ihm lag, auf. Seine Tochter war allein und wandte ihm kaum das starre Antlitz zu. „Die Sehnsucht trieb mich zu dir, meine Tochter,- drum komm ich selbst in dein Gemach. — — Willst du Mich nicht begrüßen?“- Sie rührte ihre Gestalt nicht um Haaresbreite, aber hid ihn mit einer Handbewegung ein, sich auf einem der hohen Kissen niederzulassen. „Du hast zu befehlen, mein Fürst, Salamba begrüßt dich auf dein Geheiß.“- Er ließ sich auf dem von ihr bezeichneten Sitz nieder — — rückte ihn aber naher zu ihr heran,-während Rhamnanes sich auf seinen Wink zurückzog. „Warum bleibst du immer kalt und ernst, meine Tochter, -sieh, ich suche dir jeden Wunsch zu erfüllen, noch ehe du ihn ausgesprochen hast.“- „Ich danke dir, mein Fürst,“- „Du sollst nicht danken,-du sollst mich nur einmal mit einem Lächeln belohnen.“- „Salamba lächelt nie, mein Fürst.“- „Warum nicht, meine Tochter? Du bist jung und' schön,“- „Seit einer Nacht, mein Vater,-du weißt-“ Er schnitt ihr mit einer Handbewegung jedes weitere Wort ab und sagte verdrießlich; „Das ist eine deiner müßigen Launen,-kein Weib auf Erden ist so geehrt und geliebt wie Salamba, jede Laune darfst du haben, — — übrigens,“ fügte er, wie sich besinnend, hinzu: „wo ist der. Ebräerknabe,-den du deinen Sohn nennst,- ich sehe ihn nicht.“ „Auch ich sah ihn heute noch nicht,“-sagte sie gleichgültig und ruhig-obgleich sie alle Nerven anspannte, denn sie wußte jetzt, ihrem Geliebten drohe Gefahr,-Pharao führe etwas gegen ihn im Schilde — zu diesem Zwecke war er selbst gekommen. „Man rühmt ihm nach, er sei ein schöner Jüngling geworden,“-sagte Pharao lauernd. „Wer sagt es, mein Fürst? — — Da er nie diesen Palast verläßt und ganz zurückgezogen hier lebt, sieht ihn niemand.“-Sie sah ihn groß und klar an.-Er blickte tückisch zur Seite.-„Genug, man hat es mir gesagt,-willst du ihn mich auch nicht sehen lassen?“ „Du befiehlst, mein Fürst, Salamba gehorcht.“ Sie ergriff eine kupferne Schelle und läutete. — — Sogleich trat Mirda ein, die fast zur Erde sank, als sie Pharao sah. „Rufe meinen Sohn herein,“ sagte Salamba ruhig. Wenige Augenblicke später trat Moses in das Gemach, -sein Gesicht war bleich,-er glaubte sich verraten, -tief neigte er sich vor Pharao.- Der betrachtete ihn stumm. Der Knabe war schön,-und obgleich er alle Rasseeigenheiten jenes verhaßten Volkes an sich tru mußte Pharao sich doch selbst gestehen, daß er schwerlich je einen schöneren Jüngling gesehen habe. Sogleich erwachten Zorn und Eifersucht aufs neue in ihm-er hätte ihn auf der Stelle töten mögen, denn auch Salamba mußte ja die Kraft und Schönheit seiner herrlichen Gestalt bewundern, — — trotzdem nahm er sich vor, nichts von seinem Zorne merken zu lassen, sondern seinen Zweck durch List zu erreichen. — „Du bist ein schöner, starker Knabe geworden,“ sagte er endlich, „ist es dir nicht zu einsam, immer in den Gemächern der Prinzessin zu weilen?“ Der Jüngling schlug die großen Augen voll zu Pharao auf, sie leuchteten wie zwei Sonnen, — der Fürst erschrak fast — nie hatte er bei einem Menschen seines Volkes solche Augen gesehen,- „Es ist der Wunsch der Mutter, daß ich so lebe,“ —: — sagte Moses bescheiden,-„also bin ich es zufrieden." Pharao verzog die Lippen säuerlich, als der Knabe das Wort „Mutter“ aussprach.-„Das nenne ich Gehorsam,“ sagte er mit falschem Lächeln,-„aber ein Weib kann nicht immer wissen was einem Jüngling frommt,-: ich will dir wohl, Knabe,-um dieser meiner Tochter willen,-und ich will dich erheben unter die Hohen meines Landes,-- ich will dich zum Aegypter machen -und dir ein ägyptisch Weib geben.“- Moses neigte sich tief, — er verstand die plötzliche Gunst des Pharao nicht, noch war sein Herz ohne Arg und Falsch.- Salamba aber war weiß geworden unter den Farben, die ihr schmales Antlitz deckten,-trotzdem sagte sie so ruhig wie immer, ohne daß ein Zittern ihrer Stimme ihre große Erregung verriet: „Ich danke dir, mein Vater, — indes, mein Sohn soll kein Hoher deines Reiches werden, — —- er bleibt Ebräer, — bleibt hier bei mtr — — und wird kein ägyptisch Weib nehmen.“ Pharao erhob sich rasch,-in seinen Augen blitzte es böse, — „und warum, meine Tochter, schlägst du die Gunst aus, die ich diesem deinem Sohne um deinetwillen erweisen will?“ Und Salamba sagte langsam und fest: „Die Hohen deines Reiches könnten dem Knaben deine Gunst neiden und ihn töten,-oder sie könnten das ägyptische Weib dingen, ihn zu töten,-denn es wird ihn selbst hassen, da er dem Volke der Ebräer angehört. Rhamnanes riet dir nicht gut, mein Vater," fügte sie hinzu. Da sah Pharao, daß seine Tochter ihn durchschaut hatte, — unfähig, sich gegen ihre Ueberlegenheit zu wehren, weil ihre Macht über ihn zu groß war, mußte er vorläufig knirschend diesen Plan, der ihn von dem lästigen Eindringling befreit hätte, aufgeben. Mit kurzem Abschied, ohne den Jüngling noch eines Blickes zu würdigen, verließ er das Gemach seiner Tochter, innerlich dem Ebräer Tod und Rache schwörend. Drinnen im Gemache der Prinzessin aber nahm Salamba den Kopf des Jünglings zwischen ihre Hände, „ich habe dich zum zweiten Male vom sicheren Tode gerettet, Moses,“ sagte sie und drückte ihre Wange gegen sein Gesicht, „wie wirst du es mir lohnen?“ Da schlang er die Anne um ihren Leib-und sank mit ihr aufs Lager. — — V. Recha, die Mutter der kleinen Naemi, kam vom Bau des Tempels, der noch immer nicht vollendet war. Sie hatte den ganzen Tag mit ihrer Tochter in der glühenden Sonne gearbeitet,-nun war Naemi ein wenig schneller ihrer Hütte zugegangen, um das Mahl zu richten, ehe die Mutter kam. Das Gesicht der Frau war hager und zerfurcht von Sorge und Arbeit, gleichsam wie ausgedörrt von der Sonne. Naemi eilte ihr entgegen, als sie die Hütte betrat, -löste ihr das Tuch von Schultern und Kopf und wusch ihr die Füße. Still war es zwischen den beiden, denn Naemi war ein versonnenes Kind, und die Mutter sprach kaum noch, seit ihre andere Tochter jenes grauenvolle Schicksal ereilt hatte, . Naemi brachte jetzt der Mutter den Napf mit dem Essen,-Recha betrachtete ihr Kind, und es zuckte bitter um ihre Lippen,-wie schmal und gleich das Gesicht war, die Gestalt, obgleich gut gebaut und schlank wie eine Gazelle, nicht voll entfaltet, die harte Arbeit mitten im Wachstum ließ sie nicht zur Reife gelangen. „Fühlst du dich krank, mein Kind,“-fragte Recha plötzlich und strich über den Kopf ihres Kindes, — — eine flüchtige Röte bedeckte für einen Augenblick die schmalen Wangen des Mädchens. „Nein, Mutter Recha, ich bin nicht krank“- „Du wirst alle Tage bleicher und schmaler“- „Die Sonne drückt auf meinen Kopf,“-sagte Naömi leise. Die Mutter reckte wie beschwörend die Arme in die Höhe — —, „wann — — wann wird uns Erlösung werden?“ rief sie verzweifelt. Da sagte die Kleine scheu, aber zuversichtlich, „wenn Jochebcts Sohn wiederkommen wird-er wird die Erlösung bringen.“-Und als die Mutter nur höhnisch lächelte, aber schwieg,-fuhr sie ängstlich geworden fort,-„du hast es selbst gesagt, Mutter Recha, der Herr, der Gott unserer Väter, hat ihn ausersehen, sein Volk zu retten.“ „So hab ich mich getäuscht oder der Geist, der mich erleuchtete, hat meiner gespottet.“ Naemis große Augen starrten die Mutter fragend, wie entgeistert an- „Auf Jochebcts Sohn dürfen wir nicht rechnen, er hat uns wohl längst vergessen“ -- „Mutter“,-wie der Schrei eines zu Tode getroffenen Tieres kam es aus Naömis Mund. —-- Wieder lachte Recha höhnisch auf-„er sei der Buhle der Tochter Pharaos geworden —;—; erzählt man sich.“ - „Mutter, Mutter, ist das wahr?“ Und Recha sprach, und wußte nicht, daß sie ihrem Kinde ein Messer ins Herz stieß,-„warum sollte es nicht wahr sein?-der Knabe war schön und jung-warum soll das vcrbuhlte Weib nicht Gefallen an ihm gefunden haben?“- „Und er, — — — Mutter Recha?“ — — es klang scheu und zitternd. — — — „Er? — — Die Tochter Pharaos ist sehr schön-um ihretwillen kann er wohl sein Volk vergessen haben.“- Na<;mi schwieg-sie machte sich im Hintergrund der Hütte zu schaffen, während die Mutter aß. „Warum kommst du rächt auch her und issest dein Mahl?“ fragte die Frau. „Danke, Mutter Recha,“ Hang cs zurück, — „ich bin nicht hungrig.“ „Cie Sonne, die Sonne", jammerte die Mutter, „sie dörrt einem das Innere des Leibes, bis man nicht mehr Speise noch Trank berühren mag“. Sic schob den Napf beiseite,-„wir wollen zur Ruhe gehen, Naemi.“ Während Recha sich aufs Lager warf, beseitigte die Tochter die Reste des Mahles und brachte die Hütte in Ordnung, dann streckte sie sich neben die müde Frau. Sie lag da, die kleinen, braunen, arbeitsharten Hände fest auf der Brust gefaltet, wie um das Herz festzubalten, das gar so wild und stürmisch klopfte und die Mutter hätte stören können. Ganz still lag sie so, als wenn sie schliefe —> — — und bald hörte sie ruhige, gleichmäßige Atemzüge neben sich. Da erhob sie sich leise vom Lager,-küßte sanft und still das Gewand der Mutter-und schlich sich dann Langsam und unhörbar ging sie zwischen den Hütten der Ebräer durch, keinem begegnete sie, niemand sah sie; — — an Amram und Jochebets Tür blieb sie stehen und preßte einen Augenblick das Gesicht gegen die Wand der Hütte,-dann ging sie weiter sicheren Schrittes dem Flosse zu. Gespenstisch blinkte das helle Mondlicht auf dem Wüstensand und versilberte mit seinem Schein das gelbe Wasser des Nahal. Die Gestalt des Mädchens warf einen langen Schatten. Als Na&ni an die Stelle gekommen war, wo sie am letzten Tag mit dem Jüngling geweilt hatte, kniete sie nieder and preßte ihren Mund, ihr ganzes, liebliches Kmdergesicht gegen den Boden. Als sie dann aufstand, waren ihre Wangen naß von Tränen, und das Mondlicht schien auch darauf und beleuchtete sie, daß sie aussahen wie Sitbertropfen,-- und mit diesen Silbertropfen an den Wimpern und auf dem schmalen braunen Gesicht glitt sie wenige Augenblicke später in den trüben, gelben Nahei hinein und verschwand darin für immer. .. 'Hi Niemand hatte von ihrer Liebe, ihrem Hoffen, ihrer Verzweiflung etwas gewußt, und nur der alle Mo. .1 mit seinem falschen trügerischen Licht halle das Ende gesehen, -: Mutter Recha hatte ihr Hzten Kir. verlo-e.i. VI. Die Zeit ging weiter,- Das Wesen Pharaos wurde immer düsterer, — — seine Härte immer drückender. Das Volk der Ebräer litt nach wie vor ungeheure Pein unter der Fron, die ihm mit nur vermehrter Unbarmherzigkeit auferlegt ward.-— In den Gemächern der Tochter Pharaos aber lag der Jüngling, der der Retter seines Volkes hatte werden sollen, in den Umarmungen des Weibes, das vor der Welt als seine Mutter gelten wollte und in Wahrheit nur das eine Sehnen kannte, den Geliebten immer fester und unlöslicher an sich zu ketten. Vielleicht ahnte Salamba, daß so viel Jugend noch keinen Bestand der Gefühle haben konnte, — vielleicht fürchtete sie, daß es den Knaben eines Tages nach einem jüngeren Weibe gelüsten könne, — darum hatte sie alle Jugend aus ihrer Nähe verbannt,-nie durfte er mehr ihre Gemächer verlassen, noch strenger wie früher achtete sie darauf-er sah außer ihr niemanden als Mirda und seinen eigenen Diener Asser, der ihr gleichfalls treu ergeben war. Sie wußte, noch waren all seine Sinne und Gedanken auf sie allein gerichtet. Wehe dem Tage, an dem es anders würde, sie nahm sich vor, eher sich und ihn zu töten, ehe ihn zu missen oder an eine andere zu verlieren. Sie zeigte sich sogar in dieser Zeit den Liebeslaunen des Pharao willfähriger,-um ihn sich geneigt zu halten, aber der alternde Fürst war mißtrauisch,-er wußte, daß ihr Entgegenkommen einen Zweck haben müßte, daß sie vielleicht um das Leben ihres Schützlings bangte, weil er ihr allzu wert war, und der Vorsatz, den Jüngling zu verderben, wurde immer fester in ihm,-er konnte kaum noch eine passende Gelegenheit dazu ab warten. Der Knabe selbst aber, um den sich so viele gute und böse Gedanken, Wünsche und Begierden im Palaste des Pharao drehten, lebte in einem seltsamen Zustand. Ihm selbst schien es wie ein Traum, der seinem Ende zuneigt, und in dem man, noch während man ihn träumt, schon das Erwachen fühlt und sich instinktiv dagegen wehrt, weil der Traum schön war und man ihn noch gerne weiter verfolgt hätte, vor allem aber, weil man das Erwachen, die Wirklichkeit fürchtete. Noch liebte er Salamba mit voller Glut, sie war es ja, die ihn zum Mann gemacht hatte, sie hatte seine Sinne wachgeküßt, aber er fühlte manchmal, daß er der ewigen, schwülen Pracht, mit der sie ihn umgab, müde wurde-die beständige Liebesbereitschaft, die sie von ihm verlangte und die eigentlich der Zweck seines Lebens bei ihr geworden war, begann ihm mitunter vor Ueberdruß zu mangeln. Dazu hatte er oft beängstigende Träume,-immer sah er dann seine Mutter weinend, — Berge von Leichen seines Volkes,-und eines Nachts sab er die kleine Naömi, mit ihrem süßen, blassen Gesicht, mit geschlossenen Augen am Ufer des Nahal liegen, gerade an der Stelle, an der er zum letzten Male mit ihr gesprochen hatte. — Da fuhr er aus dem Traum auf, — — sein Gesicht war naß von Tränen,-er hatte plötzlich das unwiderstehliche Verlangen, diesen Palast zu verlassen, —> — zu seinem Volk zurückzukehren,-Vater Amram, —: —> die Mutter Jochebet,-Miriam, die Schwester, zu sehen und die kleine Naemi auf die Stirne zu küssen. — —— Gleich darauf wußte er, daß das alles unmöglich wäre, wie käme er ohne Salambas Erlaubnis hier fort, —- — der Vater, die Mutter hatten ihn wohl längst verflucht, und sein Volk rechnete ihn zu Pharaos Troß, also zu seinen Todfeinden,-und die kleine Naemi? Wer weiß, was aus ihr geworden war,-Er stöhnte „oh, wäre ich nie hierher gekommen, hätte ich Pharaos Tochter nie gesehen.“-Fast etwas wie Haß gegen die Geliebte befiel ihn, hatte sie ihm nicht alles genommen, was sein Leben gewesen war? Was hatte er dafür eingetauscht?-Die Liebe einer Königstochter — — Liebe? — — Liebte ihn Salamba? Liebte er sie?-Ihre Sinne riefen einander-aber Liebe — — Wenn Salamba ihn wahrhaft geliebt hä:'e, hätte sie sich nicht seines Volkes erbarmen müssen um seinetwillen,-weil er einer der Ihren war? V(^as war aber dann wahre Liebe? — — Er fühlte, daß es noch etwas anderes geben mußte als jene Glut, die ihn mit Salamba verband. War es das Gefühl der Zärtlichkeit, das er für das kleine Ebräermädchen empfand, dessen Reinheit ihm jetzt so hoch dünkte, daß er nicht gewagt hätte, es mit einem jener Gedanken zu streifen, mit denen er die stolze Tochter Pharaos beständig umgab. Er nahm sich vor, mit Salamba zu sprechen, sobald sie aus den Gemächern ihres Vaters kommen würde, und sie erneut Kir sein Volk zu bitten, so beruhigte er sein erwachtes Gewissen- — — Aber &ls et sic dann sah, schön, prächtig gekleidet, — stolz und herrisch, —- da entsank ihm der Mut.-„Wenn ich sie umarme, will ich sie bitten, _ — dachte er, — — aber da versank dann alles in ihrer Glut. So verschob er seinen Vorsatz von einem Tage zum nächsten, und inzwischen fühlte er sich immer bedrückter, -die Reue, sein Volk verraten zu haben, meldete sich immer heftiger, — -— der Widerwillen vor dem Leben, das er führte, und das er instinktiv als unmännlich empfand, — — steigerte sich zur Unerträglichkeit.- Pharao lag auf seinem Ruhebett und Rhamnanes stand bei ihm. .,. „Ich ertrage diesen Zustand nicht mffö/ —r —— sagte Pharao heftig, -- — „der EbräerknaJbfc muß aus dem Palaste verschwinden, eher finde ich kehle Ruhe.“ Rhamnanes schwieg.- „Warum sprichst du nicht?“ fuhr der Fürst ihn an, — als der andere noch immer schwieg — „habe ich denn keinen verläßlichen Diener, der mich von dem Lästigen befreit?"-„Noch gabst du keine« Auftrag, Herr“ — sagte Rhamnanes langsam. „Keinen Auftrag, sagst du, -aber du wußtest, was mir an dem Verschwinden dieses Ueberlästigen lag.“ (Fortsetzung folgt.)