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Jüdisch-liberale Zeitung · 1924-04-18 · 10 (18.4.1924) · page 6

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
4 (1924)
Issue
10 (18.4.1924)
Date
1924-04-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Die Tagung des Central-Vereins. Am Sonnabend, den 12. April 1034. abends s Uhr. wurde die diesjährige Hauptversammlung deS Centralverttn» beut, scher Staatsbürger jüdischen Glaubens mit einer imposanten Kundgebung t« Herrenhaus. zu der sich neben vierhundert Delegierte» audev ganzen Reich eine große Anzahl geladener christlicher und jüdischer Persönlichkeiten aus ganz Berlin ttngefunde» hatten, unter dem Vortitz von Justizrat Brodnitz eing^leitet. Zum Thema »Die Kampfmittel unserer Gegner" sprachen Gememberabbiner De. BogelstetnBreSlau und Justtzrat Sonuenfelü.Berlin. Dr. Boa elfte in knüpft« eingangs seine» Referats an den zwethundertjäbrtgen Geburtstag Jmmnauel Kants an und wies daraus hin. daß unser öffentliches Leben brüte weniger als je von Kanttschem Geiste erfüllt sei. Gerade in -er politisch vergifteten Atmosphäre unserer Tage müsse eß bte wichtigste Forderung jede» um die Erhaltung der deutschen Kultur Besorgten sein, baß der politische Kampf gemäß KantS Forderung wieder auf sittlicher Grundlage mit sittlichen Mitteln zu sittlichen Zielen um «enfchhettltcher Aufgaben willen geführt werbe. Wir deutifcke» Juden müßten verzagen, wenn wir da» Anwachsen der Feindseligkeit ring» um unS betrachten, aber wir gawinnen wieder die so notwendige Freudigkeit und Zuversicht an de» Gteg unserer Rache, wenn wir unseren Kampf in die Gesamtheit der geistigen und sittlichen Kämpfe um die großen Probleme der Menschheit zu stellen und au» der Gegenwart herauszuheben wissen. Die großen Führer unseres Gedankens Ser Synthese von Deutschtum und Judentum. Gabriel Messer und Eugen Fuchs, haben diesen Kampf nie als efüe private jüdische Angelegenheit angesehen, sondern e» verstanden, das Ringe« der deutschen Juden um die Gleichberechtigung neben den großen Kampf um dir menschliche Freiheit und die innere Einheit Deutschlands zu stelle». Deshalb ist unser- Kampf nicht nur negativ ein Kampf der Abwehr, sondern i« Centralverttn ist neben dieser Arbeit mehr und mehr auch bte positive Aufbau-Arbeit getreten. Eine der wichtig- 1 ‘ ' " ~ von Recht *t. Dazu minder von sittlichen Prinzipien beherrscht wird. Diese Forderung der öffentlichen politischen Moral, wie von den besten Geistern Deutschlands so auch von Kant oft genug erhoben, habe« bereits die Propheten und Weisen Israels mit allem Rachdruck betont. Ungeheure Verantwortung laben die Bolksbetrttger auf sich, bte nur um ihrer politischen Ziele willen mit den ungeheuerlichsten Verleumdungen die Seele unsere» deutschen Volkes vergiften und die öffentliche Moral untergraben. Man müßte meinen, daß bas deutsche Volk, da» ja im Kriege die unheilvolle Macht der Verleumdung und der Lüge an sich selbst erfahren hat. sich von dieser Me. thode abwenden müßte. Sind doch dieselben Borwürfe, die heute mit besonderm Erfolg gegen uns Juden erhoben werben. während des Krieges von den Feinden Deutschland» gegen Deutschland verwandt worden. Das Märchen von den rinberfreffenden deutschen Kannibalen unterscheidet sich lebten Endes nur wenig von den immer wieder vorgebrachten Rttualmvrd-Legenden. Diese Methode war einer nationale« Minorität gegenüber immer ganz besonders beliebt, ähnliche Beschuldigungen wurden seinerzeit beim Boxeraufstand in China benutzt, um die urteilslose Masse des chinesischen Volke» gegen die Europäer aufzuhetzen. Die große Masse ist an sich nicht gewalttätig, aber leichtgläubig. Durch Verleumdung wird bei ihr Boden für Gewalttaten bereitet. In ähnlicher Weise wurden bei dem Brande RomS zur Zeit NeroS die Christen der Brandstiftung beschuldigt, wie Tertuljen uns berichtet, um die Schuld von den wahren Urhebern abzulenken und die Wut der Masse auf einen Sündenbock abzuwälzen. Der Talmud sagt einmal, baß die Wirkung der Lüge in dreifacher Hinsicht verwerflich sei: für den. gegen den sie sich richtet, für den. der sie vorbringt und vor allem auch für den. der sie hört. Unterdrückt doch die Lüge alle zarten und feinen Empfindungen de» Mensche» und entwickelt seine tierischen Instinkte. Und so ist die durch die fortgesetzte Verleumdung unserer Gegner herbeigeführte Seelenvergiftung unseres Volkes eine der sLlunmsten Krebsschäden unserer Zeit.- der an sich edle Charakter unseres Volkes wird dadurch verdorben und ganze Generationen werden sittlich herabgezogen. Aus diesem Grunde betrachten wir unseren Kampf gegen die antisemitische Verleumdung auch als einen Kampf für deutsches Wesen und deutsche Kultur. Schon oft ist der Kampf gegen den Antisemitismus der Ausgangspunkt für den Kampf um den Fortschritt und die allgemeine Kultur gewesen. So entzündete sich an Johann Neuchlins Federn gegen den gelausten Juden Pfefferkorn der Kampf deS Humanismus gegen Sie „Dunkelmänner". Die einfachste Methode der Lüge ist die glatte Erfindung belastender Momente. Alle unbequemen Personen werden zu Juden gestempelt, so der protestantische Pfarcerssohn Liebknecht, .der General de Metz. Lenin und andere. Eine andere Methode ist die. Stellen aus der religiösen Literatur des Judentums zusammenhanglos zu zitieren oder durch die Fortlassung wesentlicher Worte den Sinn geradezu in das Gegenteil zu verwandeln. Eine dritte Methode ist, daß man die tatsächliche« Voraussetzungen für irgendwelche Sätze außer acht läßt, die Rechtsentwicklung nicht beachtet und die Anschauung vergangener Jahrhunderte nicht au gleichzeitigen, sondern an den Anschauungen der Gegenwart mißt. Wenn es z. B. im Talmud heißt, daß der Finder in einer fremden Stabt gefundenes Gut für sich behalten darf, so wird das, vom Standpunkt des modernen Rechtsempfindens betrachtet, eigentümliche Vorstellungen der jüdischen Ethik auSlöseu, und die Antisemiten habe» schon verschiedentlich diese Tatsache benutzt, um gegen den materialistischen Geist des Judentums zu Felde zu ziehen. Wenn man aber berücksichtigt. daß dieser Grundsatz damals überall tm Altertnm galt, und noch viele Jahrhunderte später in christlichen Ländern ebenfalls, ja. daß man noch tm 17. Jahrhundert in den Dörfern auf Helgoland und anderen Ortschaften au der Küste jede» Sonntag von der Kanzel herab den Herrn um einen „gesegneten Strand" auflehte, d h. um möglichst viel schiffbrüchiges Gut, das nach geltendem Strandrecht dem Finder gehörte, und wenn «au dann dagegen sieht, daß der Talmud zwar di« Rückgabe nicht vor. schreibt, aber empfiehlt, so wird «an zu einer genandere« Beurteilung kommen. I« übrigen kann «an auch nicht sagen, der Talmud sagt, wie man etwa sagt, der und der Kirchenvater sagt ebensowenig wie «an etwa sagt, die Kirchenväter sagen, wenn van einen einzelne» Schriftsteller zittert. Ebenso gefährlich ist die Methode der Antisemiten, den Ausspruch irgend eines Juden der Gesamtiudenheit zur Last zu legen. Was würde wohl da» deutsche Volk dazu sagen, wen» «an etwa aus den Aussprüchen Adolf Hofs- Manns ein Bild deutschen Wesen» und Geistes konstruieren wollte. Wir führen den Kampf gegen diese Welle von Lügen und Verleumdungen um des deutschen Volkes, u« der Wahrhaftigkeit willen, und wir werden, ihn leidenschaftslos ohne Gehässigkeit weiter führen. Wir deutschen Juden lassen uns nicht die Treue zum deutsche« Vaterland, den Glauben an dadeutsche Volt nicht rauben und rufe» alle unsere Glaubensgenossen auf. zu ehrlicher treuer Arbeit am Wiederaufbau de» deutschen Vaterlandes. Justtzrat Sonnenfeld-Berltn unterzog die gegen da» deutsche Judentum erhobene» Vorwürfe einer vernichtende» Kritik. Eigentlich müßte man mit Luther sagend wen» ich wich an meinen Feinden rächen wollte, dann würde ich ihnen nicht antworten, so schmutzig und gewetn wird der Kampf von der Gegenseite geführt. Aber bte großen Führer unseres Gedanken». Horwitz und Eugen F»ch§. baden uns die Pflicht zur Selbstverteidigung immer wieder eingeprägt. Justtzrat Sonnenselb wie» dann nach, baß der von den Antisemiten eingenommene Standpunkt in der Rassenfrage von der zünftigen Wissenschaft (Luschan) allgemein abgelehut wird, und baß der von Max Weber geprägte Begriff, daß die Nation eine Gruppe von Menschen einer gemeinsamen Kollektivvorstellung sei, heute allgemein anerkannt ist; sagt doch selbst Paul de Lagard. einer der Väter der völkischen Weltanschauung: »Deutschtum liegt im Gemüte. nicht tm Geblüte". Der Begriff, der arischen und semitischen Rasse ist längst aufgegebe» worden, diese Völker hat es nie gegeben. Es liegt vier eine Verwechslung mit den Trägern dieser Sprachen vor. Jrrtümer aber haben die Eigentümlichkeit, ein zähes Leben zu besitzen. man kann erleben, daß sie aus der Verjährung als Wahrheit emportauchen. So behaupten unsere Gegner (Sombart) immer, wir hätten keinen Idealismus und wären nur materiell eingestellt. In Wirklichkeit sind wir Juden Schöpfer der modernen Sozialgesetzgebung. Der Begriff des Sabbats. der Gedanke, daß niemand wieder seinen Willen zu Ueberstunden gezwungen werden kann, die Krankenpflege und noch viele andere Gedanken werden bereits von den Weisen Israels vertreten. Selbst die Scheiterhaufen des Mittelalters konnten den jüdischen Idealismus ni chtbesiegen, und auch die mancherlei Unannehmlichkeiten mrd Schwierigkeiten. denen der jüdische Staatsbürger noch heute auSgesetzt ist, und die leicht durch die Tause zu beseitigen sind, können nur wenige am Glauben der Väter wankend machen. „Können wir nicht Lehrer sein, so wollen wir Mrhrer der Wissenschaft sein", sagt Eugen Fuchs. Auch der Vorwurf, wir seien nur zu SO Prozent Deutsche und unsere Sehnsucht sei nur aus Palästina gerichtet, ist unbegründet. Wir betrachten den 9. Ab nicht als Tag der Trauer wegen der nationalen Zertrümmerung, sondern weil der Tempel, das Symbol der Lehre, fiel. Oder wie Heine es so schön auSbrückt: .Wir iammern nicht um den Verlust der Kostbarkeiten des Tempels, da doch die Bibel gerettet ist." Es gehört zu unserer Lehre, daß wir de» Staat, in dem wir leben, lieben. Mit Eugen Fuchs bekennen wir deutschen Juden unsere unlösbare Verbindung mit dem deutschen Baterlande. au das uns jeder Fleck deutscher Erde fesselt. Das Bekenntnis zum deutschen Vaterlande ist für die deutschen Juden ein Bekenntnis der Seele wir ihr Bekenntnis zum Judentum. Der Referent beantragt dann die Annahme folgender Entschließung: Die au» allen Teilen Deutschlands anläßlich der Hauptversammlung de- Ce ntralvereinS deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zu einer Kundgebung im Herrenhause versammelten deutschen Juden fordern alle vaterländisch Gesinnten aus. den Wahlkampf im Sinne des gleichen Rechtes für alle Staatsbürger und nicht mit den vergifteten Waffen des Hasses, der Unduldsamkeit und der Lüge zu führen. Vertrete jeder frei und offen seine Meinung, aber immer in dem Bewußtfetn, daß es für jeden Deutschen ein höchstes Gebot gibt: Einheit des Reiches und Wiederaufbau -es Vaterlandes. Die Resolution findet einstimmige Annahme. Justtzrat Brodnitz wies in seinem Schlußwort darauf hin, daß die Stunde, die wir eben tm Geiste des deutschen Judentums durchlebt haben, uns wieder einmal gezeigt, daß das Judentum nur besteht, weil es sein Leben unter Ewigkeitsgesichtspuntte gestellt hat. Paul de Lagard sagt einmal, daß jeder Mensch eine Aufgabe darstelle. die zu lösen er von Gott berufen ist. Auch wir deutschen Juden dürfen eingedenk unserer großen Vergangenheit nie ver. gessen. daß auch -ie heutige schwere Zeit unseres Vaterlandes uns vor große Ausgaben stellt. Höchstgesteigertes Pflicht- und Berautwortuugsbewußtjein muß unsere Parole sein. Wir stehen und fallen mit unserem deutschen Vaterland, weil wir unlösbar mit ihm verbunden sind. Die Sonutagstagung der Hauptversammlung wurde durch eine Gedenkfeier für den verstorbenen Ehrenvorsitzenden des Centralveretns. Geheimrat Eugen Fuchs, erüssnet. in der Rabbiner Dr. Hildesheimer-Berlin und Rechtsanwalt Dr. Herzfeld- Effen sprachen. Zu der Feier waren uebeu den Angehörigen des Verstorbenen eine Reihe geladener Persönlichkeiten erschienen, u. a. Chargierte des KE. RabbinerDr. Hildeshetmer entwarf ein Bild der hohen sittlichen Persönlichkeit, des aufrechten jüdischen Menschentums des Verstorbenen. während RechtSauwaltDr. Herzfeld vor allem die Bedeutung Eugen FuchS' als Nachfolger Gabriel RiesserS tu der theoretischen Fundamentierung de» CB.- Gedanken» würdigte. Die ernste Feier wurde ppp stimmungsvollen musikalischen Darbietungen «mrgh»t. Nach dieser Feier wird in die Tagesordnung selber ttngetreten. Zu Vorsitzenden werden «ehe» Justtzrat Brodnitz- Berlin Rechtsanwalt Dr. Geiger-Frankfurt a. M.. Geheimrat Falkenhelm-KönigSberg und Dr. Ludwig Wassermann- München gewählt. Geheimrat Wiefenthal-Verltu berichtet über „Me politische Lage", geht auf die Wahlbeweaung ein und kommt zu de« Schluß, baß jeder deutsche Jude und jede deutsche Jüdin verpflichtet sei. von ihrem Wahlrecht Gebrauch ftt mache». Keine Stimme einem Kandidateu, der nicht auch für dt« Gleichberechtigung der deutschen Inden eintrete. Daraus kommen Berttttex an» de« Ledrängte« Gebiete« zu Wort. Dr. Ludwig Wassermann-München geht zunächst auf die historische Entwicklung des Httterputschett«. der zweifellos durch die Folgen de» passiven ViderstandeS eine besondere Vorbedingung erfahren hat. Er zeigte, wie die Inflation und die Erscheinungen der Verelendung weiter BolkSkreise einen günstigen Boden für die Stimmung geschaffen hatten, aus der dann der Hitler-Putsch erwuchs. Der Redner verbreitete sich daun über de« Unterschieb der Gedankengänge -er Nationalsozialisten und der übrigen Bevölkerung. Wir denken vernunftsmäßig, überlegend, national. Aus unserer Ueberlegung wächst der Entschluß, au» dem Entschluß die Handlung. Anders die deutsckvölkische Bewegung. Hier gilt der rationale Schluß und Gedankengans als berechnend und deshalb jüdisch, ihm wird entgegengesetzt der irrationale Schluß, d. b. die Handlung, die dem Gefühl entspricht. Das wird als heldisches Denken bezeichnet. Der Redner zeigte, wie gerade diese Gedankengänge deS heldischen Empfindens die Jugend begeistere und naturgemäß begeistern müsse. In dieser Begeisterung, die an sich hoch zu achten wäre, liege die große Gefahr der unüberlegten Handlung. Diese Handlung, die nicht nur dem Judentum Gefahren bereite, sondern die eine Gefahr werden könne für das ganze deutsche Vaterland. (Minutenlanger stürmischer Beifall.) Rechtsanwalt Dr. Kehr-KaiferSlautern spricht für die Pfalz. Man erlebe in der Pfalz die Tragik der deutschen Juden. — wie immer, stände« sie auch in der Pfalz in der Front, um für das Deutschtum durch Taten Opfer zu bringen, während die Juden dort in Deutschland, wo mit Worten gekämpft werde, sich von Deutschen beschmutzen und mit Kot bewerfen lassen müßten. Die Pfalz habe ichwere Tage hinter sich. Insbesondere sei sie durch die sogenannte Regierung der sogenannten autonomen Pfalz niedergebeugt worden. Einzelheiten brauchten nicht erwähnt zu werden, da die ganze Welt durch -aS Schicksal der Pfalz bewegt worden sei. ES komme nur darauf an. zu sagen. waS selbstverständlich sei, -aß die Pfälzer Juden auch während dieser Bewegung ihren vaterländischen Grundsätzen restlos treu geblieben seien. Wenn in rechtsrheinischen Blättern behauptet worden sei. daß in oder hinter -er separatistischen Bewegung in erster Linie oder überhaupt Juden gestanden hätten, so handle es sich um gemeine und böswillige Verleumdungen. Unter den siebzig Personen, gegen die wegen ihrer Beteiltgung an dieser Beweguug Haftbefehl von dem ^Staatsanwalt in Würzbura erlassen worden sei. befinde sich ein einziger Jude, der aber we-er im allgemeinen noch jüdischen Leben irgendeine Roll« spiele. Die Pfälzer Juden hätten in jeder Weise ihre Schuldigkeit getan und hatten in Reih und Glied mtt allen andere» Konfessionen und BolkSteilen das Deutschtum hochgehalteu. Wir bilden uns aus diese Selbstverständlichkeit nichts ein. Wir haben nur getan, was uns Vernunft und Gefühl gleichmäßig Vorgeschrieben hat. Wir lieben unsere Pfalz, wir wissen, daß sie wirtschaftlich, politisch und kulturell au Deutschland gehört und fühlen, daß wir, deren Vorfahren seit Jahrhunderten am Rhein und in der Pfalz wohne», zur Pfalz gehören. Wir werden auch weiterhin unsereGcyulbigrett tun alS Deutsche und Juden. (Langanhaltereder Beifall.) Rechtsanwalt Dr. Krombach-Essen führt auS: In der Reihe der LeidenSstattonen. die von Ihnen in diesen Berichten über die bedrängten Gebiete aufgerollt sind, stehen an besonderer Stelle die Lande um Rhein und Ruhr. Mit diesen Namen, die unseren Stolz und unsere Hoffnungen in sich tragen, sind heute tiefe Trauer und schwere Sorgen verknüpft. Hier liegt der Schlüssel für -ie Zukunft unseres Vaterlandes nicht nur nach außen, sondern in gleicher Weise für die inneren Verhältnisse. 15 Akonrte fremder Herrschaft, abgesehen von der vorangegangenen Lei- Lenszeit des altbesetzten Gebiets lasten aus diesen gottgesegneten Ländern deutschen Fleißes. Monate tiefster Not, die. alle in gleicher Weife getroffen hat. Die Pflicht des Dankes gebietet, daß wir aller deren gedenken. Me mit Leben. Gesundheit und Vermögen für das Bat-erland gelitten haben. Unser besonderer Gruß gilt den Männer», die noch heute im Gefängnis dem Tage ihrer Befreiung entgegensetzen. Wir müssen aber zugleich bitter« Anklage erheben gegen diejenigen Kreise, die in der Heimat de» Dolchstoß gegen die einheitliche Front geführt und unser Unglück für ihre eigenen Parteigeschäfte mißbraucht habe« Wir merken es tagtäglich, wie das unverantwortliche großsprecherische Treiben der Völkischen unsere Lage zusehends verschlechtert. Wir haben an die Freunde im unbesetzten Bitte gerichtet, daß sie in stiller eifriger Arbeit dre Mittel und Woge finden, uns die Freiheit wiederzugeben. Es war von vorrcherein klar, daß auch hier wieder einmal «ach bewährten Rezepten die Juden für alles verantwortlich erklärt würden. In der Tat ist unS keine Verdächtigung erspart worden. Diesem Treiben ist aber der Abscheu aller anständigen Elemente zuteil geworden. ... Es sprachen noch Dr. Braunschweiger-Ovvelu für Oberichlesien. Geheimrat Falkenheiin-Köuigsberg für Ostpreußen, Rechtsanwalt Dr. Marcus e - S t e t t i n für Pommern. Rabbiner Dr. Kaelter-Dauzig für Danzig. Nach längerer Aussprach« erstattet der Direktor deS Centralvereins. Dr. Ludwig Holländer den Geschäftsbericht. Dieser Aussprache folgte die Wahl des neuen Hauptvorstaudes. Fast alle bisherigen Mitglieder des Hauptvor- (Schluß tm 8. Beiblatt.) itlimtliH tiutmiHiiititnimmiumiimiiiniim miiiiiiiiiiiii Dos schönste Osiergesdienk w Aufnahmen des Oberkantors Aron Weife auf Vox-Musikplatten Vox Haus am Potsdamer Platz, Potsdamer Straße 4.

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