Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 3 (1923)
- Issue
- 22 (1.6.1923)
- Date
- 1923-06-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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später der gereifte Mann seiner Gottheit nicht anders genähert, als hier der Knabe. öeder bedeutende Denker oder Dichter ist füglich auch ein Priester, der an seinem eigenen, selbsterrichteten Altar opfert und das Feuer der Andacht unmittelbar an der allgemeinen Lichtquelle zu entzünden versucht. Der Katechismus machte bei Goethe keine Epoche, wie überhaupt bei keinem gesunden Knabengemüt. Desto mehr die biblische G e s ch i ch 1 e l Wie natürlich. Es ist auch so verkehrt, daß das 2 n n e r l i ch st e, was das Gemüt dauernd befruchten sollte, das zuerst auswendig Gelernte sein, als der erste beschwerende Ballast das Gedächtnis belasten solll Bedarf übrigens der Knabe schon eines Kompendiums von Dogmen? Gr sehnt sich vielmehr nach G e s ch i ch 1 e n, aus denen ihm die göttliche Zügung gleich einem Sterne entgegenleuchtet; denn was auf das junge Gemüt überzeugend wirken soll, muh durchaus die Form der Erzählung annehmen. Und wo finden wir dergleichen Erzählungen reiner und ungekünstelter als in der Patriarchenfage? Roch eines kommt hier in Betracht. Das Kind fühlt sich in keiner Geschichte heimischer als da, wo die Familie als solche handelnd auftritt, und das ist hier so ganz der Zoll. Da ist die Bede von wohlgearteten und übelgeratenen Löhnen, auf jene vererbt sich der patriarchalische Legen, diese werden bitter gestraft, wohl auch hinausgestoßen. Der moralische Eindruck beruht hier auf dem Kontrast der väterlichen Legnung und der Züchtigung — wie angemessen dem Fassungsvermögen des jugendlichen Gemütes! Und soll es sich schon Gott recht lebhaft als unsichtbaren B a t e r vorstellen, wie kann diese 2dee in ihm kräftiger angeregt werden, als da, wo Gott gleichsam als der oberste Hausgenosse, als höchste patriarchalische Znstan; unmittelbar in die Familienangelegenheiten der Erzväter eingreift? Bor allem ist aber die Geschichte von dem ägyptischen Zosef ein wahres Gaudium für die Knaben. Wer wüßte sich nicht des ersten Eindrucks zu erinnern, den sie auf ihn gemacht hat! 6osef ist der wahre Knabenh e l d, der so eigentlich durch Knabentugenden, musterhafte Führung, tadellose Moralität, liebenswürdige Bescheidenheit, nebenbei freilich durch etwas Eraumdeuterei die glänzendste Karriere macht. Er ist der erste Held» für den wir uns zu interessieren pflegen, dann folgt Robinson, später der vielgewandte Qdgsseus und die ritterlichen Helden der Zlias. Goethe erging es ziemlich ebenso. Da er in das alte Testament recht gründlich eindringen wollte, eröffnet*? er seinem Vater die Notwendigkeit, hebräisch zu lernen. Er schildert uns sehr ergötzlich die Privatstunden, die er zu diesem Zwecke bei Dr. Albrecht, dem Rektor des Gymnasiums in dem alten Varfüßerkloster nahm, einem kleinen, unförmlich breiten Mann, der bald unter Husten, bald unter zwerchfellerschütterndem Lachen seine Weisheit vortrug, einem wahren Aesop mit Ehorrock und Perücke. Wie weit er es in diesen dilettantischen Knabenstudien brachte, wissen wir nicht, — aber die Patriarchenwelt der Bibel lieh einen Hellen Lichtstreif in seiner Leele zurück, und an einem kleinen biblischen Epos, der G e s ch i ch 1 e 6 o s e f s, versuchte er zuerst sein Bersetalent. Fragen wir einige Zahre später an, wie es mit den religiösen Anschauungen des Altmeisters steht, so sehen wir alles in allem, daß es dem jungen Goethe in dem weichen Dunstkreise der Gefühlssphäre wohler zumute war, als in der höheren Region des abstrakten Denkens, wo sich die Luft wohl allmählich läutert, aber auch so verdünnt, daß einer normalen Lunge darüber der Atem ausgeht. Leine Natur war mehr auf die Intuition angelegt, als auf das Raifonnement; den Gedankenfchatz, der in seinem Gemüte wuchs, wollte er in seiner Reinheit hegen und pflegen und sich da die philosophische Zergliederung ebenso wenig gefallen lassen, wie die dogmatische Einpferchung und Beschränkung. Das umfassende Welt- und Gottesgefühl, der höhere Naturkult, der d'.e Pulsschläge des Daseins im innersten Herzen milempfindet, im Rauschen der Bäume, im Rebelglanz des Mondes die Atemzüge des waltenden Raturgeistes belauscht, — das war und blieb die eigentliche Religion Goethes. Vollends ward ihm alle Philosophie durch die französische Modephilosophie verleidet, die ihm die heilige lebendige Ratur, die ihm ebenso heilig und verehrungswürdig war, wie die Gottheit selbst, zu einer stumpfen und toten, mechanisch bewegten Materie entgeistete. Was Wunder, daß er in dieser Ltimmung abermals zu den biblischen L t u d i e n zurückkehrtel Aus dem scharfen Windzug eines überklugen Zeitalters flüchtete er sich so gerne in jene schlichte Urwelt, wo „der Glaube weit, eng der Gedanke" war: Dort im Reinen und im Rechten Will ich menschlichen Geschlechten «ön des Ursprungs Liefe dringen, Wo sie noch von Gott empfingen Himmelslehr' in Lrdesprachen Und sich nicht den Kopf zerbrachen. Doch blieb er keineswegs von skeptischen Anwandlungen frei, wenn er die heiligen Urkunden durchblätterte. Daß in der Bibel sich Widersprüche finden, wie mochte ihm dies entgehen? Aber er löste sie nicht in der Art, wie sie ein Lheologe zu lösen versuchen würde; er lieh das Orakel seiner Brust sprechen, er stellte die lebendige Offenbarung seines Innern gegen die überlieferte Offenbarung der Schrift und hielt sich an das, worin beide übereinstimmten. Lchon damals setzte sich bei ihm jene Grundmeinung fest, der er auch fernerhin treu blieb: bei allem, was uns überliefert, besonders aber schriftlich überliefert werde, komme es auf den Grund, auf das Znusre, den Linn, die Richtung des Werkes an; hier liege das Ursprüngliche, Göttliche, Wirksame, Unantastbare, Unverwüstliche, und keine Zeit, keine äußere Einwirkung noch Bedingung könne diesem inneren Urwesen etwas anhaben. Dasselbe gelte auch gerade so von der heiligen Lchrift. Zhr inneres, ihren lebendig wirksamen Kern zu erforschen, sei daher unsere Lache, und dabei vor allen Dingen zu erwägen, wie sich jener Kern zu unserem eigenen önnern verhalle und inwiefern durch seine Lebenskraft die unsrige erregt und befruchtet werde. Alles Aeußere dagegen, was auf uns unwirksam oder einem Zweifel unterworfen ist, könne man ruhig der Kritik überlassen. Mag diese auch noch so viel zerstückeln und zersplittern, dennoch wird sie niemals dahin gelangen, uns den eigentlichen Grund, an dem wir festhalten, zu rauben. Bon diesem Ltandpunkte aus fühlte sich Goethe gegenüber der religiösen Ueberlieferung durchaus selbständig und frei, und andererseits auch gegen alle gemütlosen Lpöttereien geschützt, weil er deren Unredlichkeit zugleich einsah. Auch das neue Testament war vor feinen Untersuchungen nicht sicher, aber aus Liebe zu seinem Grundgehalt stimmte er in das heilsame Wort mit ein: „Die Evangelisten mögen sich widersprechen, wenn sich nur das Evangelium nicht widerspricht!" Der Einfluß öpinozas bezeichnet den Markstein seiner religiösen Lehrjahre. Run ist der Kern seines innern Menschen gefestigt, der Kreis der subjektiven Erfahrungen ist durchlaufen, an denen sich sein religiöser Standpunkt entwickelte. Der Aufenthalt in Italien, die Wanderjahre Goethes, bieten in dieser Hinsicht nichts Neues. 3m Alter, als er den „westöstlichen Divan" schrieb, zog es ihn wieder unter die Palmen des Orients, um dort jene Patriarchenluft aufs neue zu kosten, die ihn schon in seinem Knabenalter erquickt hatte. Wieder kehrte er zu den heiligen Lchriften zurück, als den erquicklichsten Quellwassern, die wohl zuweilen getrübt sind und hie und da sich in die Erde verbergen, dann aber rein und frisch wieder hervorspringen. Er folgt dem Zuge der Kinder Israel durch die Wüste und zählt sorgsam dessen Stationen auf, dann begleitet er aber auch die Karawane und schaut dem Ritte des Beduinen nach, der froh in die Ferne sprengt, über seiner Mütze die ewigen Lterne. Gottes ist der Orient sowie der Okzident, und der Koran enthält Himmelsworte gleich der Bibel. Dort hält der Dichter geistige Zwiesprache mit dem königlichen Zirdusi, dort ergötzt er sich in der Schenke mit dem lebensheiteren Hafis, einem Pfaffenfeinde gleich ihm selbst, dort lauscht er dem mgstisch tiefsinnigen Dschellaleddin-Rumi, der die Lösung des Welträtsels in der Alleinigkeitslehre gesucht. Zuletzt feiert er noch das Vermächtnis altpersischen Glaubens und opfert mit den Parst auf den Zeueraltären von Darnawend, vor der ewig heiligen Lonne fromm sein Haupt beugend. Wie Goethe die Zdee einer Weltliteratur vorschwebte, so schuf sich seine allempfindende Vielseitigkeit einen Weltkultus, der in einem weiträumigen Pantheon die Heiligtümer aller Zeiten und Rationen versammelt. Hub der neueren religiösen undjUdUcben Literatur. Von Dr. L. L e l i g m a n n - Frankfurt a. M. II. Aus der biblischen Literatur liegt uns „ D i e Propst e t i e". Bon D r. Elias Auerbach') vor. Das Buch ist inmitten des Weltkrieges, während der Somme - Schlacht des Zahres 1916 entstanden. 2m Einerlei des Stellungskrieges und im Brüllen des Trommelfeuers griff der Verfasser zur alten Bibel. Und sie gab ihm, was sie Millionen durch die Jahrtausende gegeben hat: Seelenfrieden und inneres Gleichgewicht. Was er mit Augen, die schärfer und wissender als sonst über Leben und Lod hinblickten, in ihr gesehen hat, das hat er in Stunden der Ruhe niedergeschrieben. Ein Grundproblem, eigentlich das Problem des alten klassischen Judentums, baute sich immer klarer vor ihm auf: das immer erneute Aufflammen des göttlichen Feuers in der Seele jener wundersamen Männer, die wir die Propheten nennen. 3hre Erscheinung ist einzigartig, dem Judentum eigentümlich und von wurzelhafter Bedeutung für seine weltgeschichtliche Wirkung. Wer diese verstehen will, muß trachten, das Wesen der Prophetie zu erfassen. Bon der Erfassung der lebendigen Linzelpersönlichkeit des typischsten aller Propheten. Zeremia, ausgehend und bei ihm am eingehendsten und liebevollsten verweilend, sucht der Verfasser dem Gesamtproblem der Prophetie psychologisch, religionsgeschichtlich und religions-philosophisch durch das Verständnis der einzigartigen Gestalt des 3eremia näher zu kommen. Ohne der herrschenden Vibelkritik blindlings sich anzuschließen, entzieht sich der Verfasser durchaus nicht den wissenschaftlich feststehenden Ergebnissen der Kritik und hat sein Werk auf Grund eines von ihm selbst rekonstruierten Textes aufgebaut. Leine Ergebnisse stellt der Verfasser selbst in einem kurzen Schlußkapitel in folgenden Hauptsätzen zusammen: DieQuelle der Prophetie ist die geniale Ausschließlichkeit und besondere Liefe der sittlichen Forderung bei einzelnen begnadeten Menschen, im Verein mit plastischer künstlerischer Erfassung der Umwelt. Mit Recht spricht man auch heute von einer „Inspiration" des Dichters; ihr liegen in der Tat wesensgleiche Vorgänge zugrunde wie der Inspiration des Propheten. Form und notwendige Bestandteile der Prophetie ist die künstlerisch gehobene Rede. Objekt der Prophetie ist das Volk als sittliche Gemeinschaft; der einzelne Mensch nur als Glied dieser Gemeinschaft. Die religiös-mgstischen Problems der Einzelrede sind nicht Objekt der klassischen Prophetie. Grundideen der Prophetie 1) Silbischer Verlag, Berlin. 1920. S. 123 Leiten. sind: Gott ist die sittliche 3dee. Die Vereinigung des Menschen mit Gott geschieht durch sittliches Handeln. 3m Leben der Völker ist die Sittlichkeit Existenzbedingung. Lun und Schicksal sind notwendig miteinander verknüpft: die Weltgeschichte ist das Weltgericht. — Der Mensch ist absolut frei und Herr seines Schicksals. Für den Linzelmenschen trägt die Lugend ihren letzten Lohn in sich selbst durch Befriedigung und innere Harmonie. — Kultformen haben keinen wesenhaften, sondern nur einen symbolischen Wert. — Das jüdische Volk hat die Aufgabe, durch sittliches Handeln die 3dee des Guten zu verkünden; seine Auserwählung liegt nur hierin. — Das Wesen der Prophetie ist die ungeheure Betonung des Gemütes und des Willens gegenüber der Erfassung der Welt durch den Verstand und die Sinne. Sie betrachtet die Welt unter dem Gesichtspunkt des Wertes, nicht des Seins. Der höchste, ja der einzige Wert ist das Gute. Die Prophetie verkörpert die Suprematie des Geistigen über das Materielle. — Die Vorhersage der Zukunft ist der Prophetie nicht gegeben und gehört auch nicht zum Wesen der Prophetie. — Das Ziel der Prophetie ist einzig die Konzentrierung des Willens auf das sittlich Gute. Sie ist das Gewissen des Volkes; sie erstrebt die sittliche Leitung des Volkes und seine Umschaffung zum „Gottesvolke". — Das Buch von Auerbach ist voll fruchtbarer Gedanken, warm und gediegen, aus lebendiger Erfassung der Probleme hervorgegangen. Ueber den „Talmud", seine Geschichte, sein Wesen und seine Zukunft schreibt Zakob Zromer. 2) Der Verfasser, der seinen Weg vom Ghetto zur modernen Kultur in einem autobiographischen Buch selbst geschildert hat. bekennt: „Zch bin über meine frühere Ansicht, als könnte die Zudenfrage durch restlose Assimilation gelöst werden, hinausgegangen." Er rechnet sich zu den Autoren, die das Recht für sich in Anspruch nehmeit, fortwährend seine Grundsätze zu wechseln. Freilich bringt ihn dieser Gedanke zu Zeiten in Verzweiflung, die ihn in die Klage ausbrechen läßt: „Wenn ich von der absoluten Wahrheit meiner Erkenntnis nicht durchdrungen bin, wie soll ich andere davon überzeugen?" Es ist das tgpische Schicksal der Apostaten des Glaubens» die jeden inneren seelischen Halt verloren haben, was der Autor mit schmerzlichem Bewußtsein erleidet. — Sein Werk ist ein ernsthafter Versuch, das Welträtsel „Zudentum" zu lösen. Darum gibt es auf der einen Seite viel mehr, als es verspricht, und verspricht auf der anderen Seite viel mehr, als es hält. Das Buch stellt den Versuch einer Geschichtsphilosophie des Judentums dar. Unter Talmud versteht der Verfasser den gigantischen Versuch, den jüdischen Gottesgedanken in die Tat umzusetzen, in eine einheitliche Lebenssgnthese. „Wohl hat man," so meint der Verfasser, „bei einer oberflächlichen Betrachtung seiner (der talmudisch-rabbinischen) Literatur von der Mischna bis zum Schulchan Aruch das Gefühl, als stünde man vor einem Ehaos. Einem uferlosen Meere gleich scheinen die ungeheuer vielen Gebote und Verbote sich planlos zu ergießen. Wenn wir aber näher zusehen, zeigt es sich, daß sie einem festen Ziele zustreben: der Bindung des Gedankens. Wir erfahren es täglich, wie es den Lehren ergeht, die ohne Bindungsmittel in die Welt hinausgesthickt werden. Man predige den Menschen noch so eindringlich, daß sie Gott und ihren Nächsten lieben, das Gute tun und das Schlechte lassen sollen und derlei schöne Lehren mehr, am nächsten Tage haben sie sie doch schon vergessen. Und wenn sie sich auch vornehmen, danach zu leben, dann werden sie doch in Ermangelung einer bestimmten Anweisung sie in einem falschen Sinne anwenden. Demgegenüber überläßt der Talmud seine Lehre nicht der Willkür seiner Anhänger. Ein Vundesmal schneidet er in ihren Leib, Schaufäden Heftel er au ihre Kleider, Riemen wickelt er um ihren Arm, Denkzettel setzt er auf ihre Stirn, er schlägt seine Lehren an die Pfosten ihrer Häuser an, damit sie Tag und Nacht, wenn sie sich niederlegen und aufstehen, wenn sie auf dem Wege gehen und ausruhen, an sie denken. 3n ihre Speisekammern und Schlafgemächer dringt er mit seinen Gesetzen ein, alle Zasern ihrer Seele und ihres Körpers stellt er in seinen Dienst. So jagt er hinter ihnen her und läßt sie nicht zur Ruhe kommen. Der andere Zug, durch den sich der Talmud von der modernen Kultur vorteilhaft abhebt, ist die Intellektualisierung der Massen. Selbst bei den fortgeschrittensten Völkern ist es stets nur eine dünne Schicht, die sich mit geistigen Fragen beschäftigt. Die überwiegende Mehrzahl geht teilnahmslos an ihnen vorüber. Der Talmud aber zieht das ganze Volk zum Nachdenken heran." Diesem wohlwollenden Urteil Zromers stehen andere übelwollende und vorurteilsvolle Aeußerungen gegenüber, wie z. B. Seite 127: „Der Gott, den sie (die Zuden) nach ihrem Ebenbilde sich geschaffen haben, ist ein nomadischer Patriarch. All sein Streben ist darauf gerichtet, seine Kinder zu braven und gehorsamen Menschen heranzuziehen. Was er ihnen auch immer befiehlt, alles läuft auf einen gegenwärtigen, zukünftigen, persönlichen oder allgemeinen Ruhen hinaus." Wie seicht und unwahr ist diese Behauptung angesichts der zahllosen beschem schomajim, lischmo u. dgl. im Talmud, angesichts des „heilig sollt ihr sein, denn heilig bin ich, der Ewige, euer Gott"! — Während der erste Teil des Buches eine historische und geschichtsphilosophische Studie über den Talmud darstellt. ist der zweite Teil eine Art Real- und Nominal- Lexikon des Talmuds und seiner Zeit, dem als dritter Teil einige Uebersehungen halachischer und haggadischer Probestücke angeschlossen sind. Eine wissenschaftlich wertvolle, in ihren Ergebnissen außerordentlich interessante Studie über „die mündliche Lehre und ihr Dogma" läßt Rabbiner Dr. KaatzH erscheinen. Seine Untersuchungen, die auf gründlicher Beherrschung der rabbinischen Quellen 2) Verlegt bei Paul Lassirer in Berlin. 1920. S. 348 Leiten. 3) Leipzig, Verlag von Äl. W. Kaufmann. 1. Heft. 1922. S. 46 Leiten.