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Jüdisch-liberale Zeitung · 1923-06-01 · 22 (1.6.1923) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
3 (1923)
Issue
22 (1.6.1923)
Date
1923-06-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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nicht erschüttern. Ls war ihm „ein unerschöpflicher Schacht, aus dem immer Neues?u gewinnen bleibt". Und so sehen wir ihn im Dienste des Judentums noch auf anderen Wegen. Als Mitglied des Schul- Und Talmud-Tora-Vorstandes der jüdischen Gemeinde zu Berlin, dem er von 1Sb4 bis 1S93, dem 2ahre seiner schweren Erkrankung, angehörte, verfolgte er mit inniger Anteilnahme die Leistungen der Bildungsanstalten der Gemeinde und stand dieser bei mancher Organisationsfrage mit seinem von den Quellen der Wissenschaft befruchteten Aale treu zur Seite. Tatkräftig förderte er die auf Hebung des Religionsunterrichts gerichteten Bestrebungen des Deutsch- 2sraelitischen Gemeindebundes und leitete als Vorsitzender d§r Abteilung für Lehrwesen die im Anfang der achtuger 2ahre darüber geführten Verhandlungen. Als Student hörte Steinthal auch Vorlesungen über Anthropologie. Als in einer derselben bei einer Eharakterisierung der Deutschen gesagt wurde: „Die Deutschen sind das Volk der Religion", war er „erschüttert oder vielmehr freudig durchschauert. Sind denn nicht wir Süden das Volk der Religion? Und die Deutschen sind es auchl So bin ich denn von dem „dreifachen Zaden" umwunden: Sude, Deutscher, Mensch, und der wird nicht reihen, und er soll auch nicht aufgedreht und nicht zerfasert werden. Rein, es ist kein Widerspruch zwischen Sudesein und Deutschersein und Menschsein, sondern diese drei schlingen sich so ineinander, dah wir das eine nur sein können, indem wir die beiden andern sind, und es um so mehr sein werden, je mehr wir dieses sind. Der jüdische Deutsche kann zu den besten Deutschen zählen und der deutsche Sude zu den besten Süden — man nenne ihn so oder so, er wird zu den besten Menschen zählen." Ein solcher Mensch ist Steinthal gewesen. l)ie zehn Gebote. Von Rabbiner Dr. ZuchS - Ehemnitz. Der Liberalismus fürchtet sich nicht, auch Altheitiges anzulasten, wenn er einen Schaden daran bemerkt. Das Bessere ist der Zeind des Guten. Das Wochenfest gibt mir Gelegenheit, die bei uns herkömmliche Uebersetzung der 10 Gebote zu kritisieren. Daß sie schön sei, hat wohl noch niemand behauptet; sie ist aber nicht einmal überall richtig und gut! Die jüdische traditionelle Trennung des 1. und 2. Gebotes mag man so geistvoll verteidigen, wie man will, sie ist ebenso falsch wie die christliche Einteilung des Dekalogs. Die einzige sinnvolle Einteilung ist die bei Philo und Sosephus noch erhaltene, die den Satz: „Du sollst keine andren Götter vor meinem Antlitz haben!" zum 1. Gebot zieht oder vielmehr als das eigentliche 1. Gebot rechnet. Dann hat nicht das 1. „Wort" kein Gebot, das 2. Wort aber zwei, sondern, wie es nur natürlich ist, jedes der 10 „Worte" ein Gebot. Mag auch für uns das erste dieser zwei Verbote, die Vielgötterei, mit dem zweiten, dem Bilderdienst, zu dem Begriff des Heidentums zusammenschmelzen, — für die Bibel ist nun einmal beides nicht eins! Und gar so weit liegen ja auch in unsrer Zeit die Beispiele dafür nicht, dah Vielgötterei und Bilderdienst zweierlei ist: bilderverehrender Monotheismus ist uns nicht unbekannt; man braucht dazu das Wort „sich ein Bild von Gott machen" nicht erst philosophisch umzudeuten in „sich eine Vorstellung von Gott machen"! Die Gefahr des Henotheismus, der Anschauung, als ob (nach der von mir erneuerten Fassung des I. Gebotes) nur für Israel ein Gott gefordert würde, daneben aber für andere Völker andre Götter erlaubt wären anzubeten, — diese Gefahr ist wahrlich gering, zumal sich das Christentum als das „wahre Israel" fühlt. An solche Distinktionen denken doch auch nur die Gelehrten der Religionsgeschichte. Die neue Zassung hat aber den Vorteil, dah sie für den Monotheismus eine konkrete, fast- und kraftvolle Begründung gibt, die historische: „Vor meinem Angesichte": Es wäre eine Beleidigung, statt Dankbarkeit, wollten wir neben dem Gottesgeist, durch den Israel ein freies Volk geworden ist, noch andre Prinzipien verehren, die jenes erste einschränken mühten! Mag die Religionsphilosophie ethische, kosmologische und ontologische Gründe für den Monotheismus ins Zeld führen, — stärker als diese „Gründe" wirkt das geschichtliche Erlebnis! 2m künftigen 2. Gebot ist die Latzkonstruktion des Anfangs schwierig. Ohne auf Einzelheiten hier näher einzugehen, berichte ich nur das Resultat der gelehrten Forschung, dah es sich am besten empfiehlt, w’chol t’munoh zum folgenden zu ziehen. — „Du sollst dergleichen nicht anbeten und ihnen nicht dienen": „Dergleichen" ist abscheulich,, „ihnen dienen" mindestens heutzutage ungebräuchlich für „sie verehren". — Warum verschwindet das Wort „ahnden" noch immer nicht aus den für unsre Kinder bestimmten Übersetzungen, — obgleich jeder Lehrer doch weih, welche Schwierigkeiten es bereitet? — L’&ön’oj „bei denen, die. . . .": Warum nicht einfacher und deutlicher: „Wenn sie . . ."? Rur um den Buchstaben Lamed im Deutschen zur Geltung zu bringen? — Ueberhaupt vergiht die herkömmliche Uebersetzung das Wort des Talmud: „Wörtlich übertragen heiht den Sinn erschlagen": Das Partizipium poked wiederzugeben durch „der da . . ." mag wohl altertümlich wirken, ist aber falsch. Denn dieser Relativsatz würde bedeuten, dah Gott neben seinem Eifer auch noch die Eigentümlichkeit hat, zu strafen, während natürlich gemeint ist, dah der Eifer im Strafen besteht. 2m 3. Gebot empfiehlt sich, da die Bedeutung der Satzaussage nun einmal nicht mit Sicherheit zu eruieren ist, die Uebersetzung, die schon hier und da angewendet wird, „mihbrauchen". Unsre Manie, wörtlich zu übersetzen, hält auch das Wort „gedenken" fest, das heutzutage doch kein Mensch gebraucht: „Denke an den Ruhetag" klingt nicht nur natürlicher, sondern vermittelt auch den beabsichtigten Sinn, an den Ruhetag schon vorher in der Woche zu denken; — während „Gedenken" sich stets auf Vergangenes beziehtl — „All dein Werk", das ist hebräisch, aber nicht deutsch: „all" kann nur vor Hauptwörtern stehen, die begrifflich eine Mehrzahl in sich enthalten (also auher vor Prularen auch vor 2nfinitiven, die andauernde Zustände oder wiederholtes Handeln ausdrücken). Auch nach den Regeln der hebräischen Grammatik ist die Uebersetzung vorzuziehen: „Dein ganzes Werk" oder „deine ganze Arbeit". — „Alles, was darin ist": worin? 2eder denkt: im Meere! Das ist falsch: in Himmel, Erde und Meer ist gemeint. Es muh heihen: „in ihnen". Uebersetzt man freilich in v. 11 . hat geschaffen", so muh man „geschaffen" sehr weit von „hat" trennen und es hinter den Relativsatz stellen; sage deshalb „schuf". „2n dem Lande" mihverständlich. Das Wort, das wir auch im Deutschen sofort als bildlich empfinden, ist: „auf dem Boden". „Du sollst nicht töten" ist natürlich falsch: Töten ist nicht nur im Kriege, sondern auch in Notwehr, dem Scharfrichter usw. erlaubt. Das Wort rozach bedeutet nie das amoralische Töten, sondern stets das unmoralische Morden. „Du sollst dich nicht gelüsten lassen" — wer hat nur dies deutsche Hilhpael aufgebracht! — „Oder irgend etwas, was deines Nächsten ist". Das ist zwar nicht falsch, aber wieder heutzutage ungebräuchlich. Warum nicht: „was ihm gehört"? — Ebenso ungebräuchlich und bekanntlich irreführend und mihdeutet ist „dein Nächster". Es muh heihen, zwar etwas frei, aber durchaus sinnentsprechend: „was einem andern gehört". Oder ist das nicht poetisch genug? Wenn ich in einer Kommission sähe, die den Text zur Uebersetzung der 10 Gebote fixieren sollte, so würde ich außerdem vorschlagen, an Stelle des „Du sollst nicht" durchgängig zu setzen: „Du darfst nicht". Denn das ist die richtige Negation von „du sollst". „Nicht sollen" heiht eigentlich so viel wie „nicht brauchen": das Sollen bezeichnet das Eebotensein, das Richtfollen also das Nichtgebotensein, aber nicht das Verbot. 'Bezieht man aber das Nicht, die Negation, auf das zugehörige Verbum, so entsteht erst recht ein Unsinn, als wenn ein Nichttun geboten würde. Das ist bei manchen Worten möglich, wenn nämlich das negierte Verbum einen eigenen Begriff darstellt, z. B. du sollst — nicht-arbeiten du sollst ruhen (auch dort kann man übrigens sagen: du darfst nicht arbeiten). 2m Dekalog aber liegt dieser Zall nie vor. „Du sollst nicht morden" bedeutet deshalb streng genommen nach sonstigem deutschen Sprachgebrauch: Du hast nicht das Gebot zu morden. „Du hast nicht die Erlaubnis zu . . .", muh ausgedrückt werden durch: „du darfst nicht ..." — Doch diesem Vorschlag gegenüber wird wohl die Gewohnheit stärker sein als die Erkenntnis des Nichtigen.! . . . 2ch schlage daher für die 10 Gebote folgende Uebersetzung vor: „2ch bin der Herr dein Gott, der dich aus dem Lande Eggpten, dem Sklavenhause, geführt hat: Du darfst keine andern Götter vor meinem Antlitz haben! Du darfst dir kein Gottesbild machen! Und alle Gestalten im Himmel droben, auf Erden unten und im Wasser unter der Erden, — du darfst dich vor ihnen nicht beugen und darfst sie nicht verehren! Denn 2ch, der Herr dein Gott, bin ein Eifergott: 2ch strafe die Schuld der Väter an Kindern, am dritten und vierten Geschlecht, wenn sie mich hassen. Doch Huld erweise ich tausend Geschlechtern, wenn sie mich lieben und meine Gebote wahren. Du darfst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mihbrauchen! Denn der Herr läht niemanden ungestraft, der seinen Namen mißbraucht. Denk' an den Ruhetag, ihn zu heiligen! Sechs Tage sollst du arbeiten, da sollst du dein ganzes Werk schaffen! Der siebente Tag aber ist Ruhetag, er gehört dem Herrn, deinem Gott! An ihm darfst du keine Arbeit tun, du wie dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd, dein Vieh und der Zremdling in deinen Toren! Denn in sechs Tagen schuf der Herr Himmel und Erde und Meer und alles, was in ihnen ist, am siebenten Tag aber ruhte er. Darum hat der Herr den Ruhetag gesegnet und ihn geheiligt. Ehre deinen Vater und deine Mutter, auf dah du lange lebst auf dem Boden, den dir der Herr dein Gott gibt! Du darfst nicht morden! Du darfst nicht ehebrechen! Du darfst nicht stehlen! Du darfst nicht als falscher Zeuge gegen deinen Mitmenschen aussagen! Du darfst eines andern Haus nicht begehren, darfst nicht begehren eines andern Zrau, seinen Knecht und seine Magd, seinen Ochs und seinen Esel, — nichts, was einem andern gehört!" — Manchem mag es kleinlich scheinen, in dieser furchtbaren und gewaltigen Seit eine Uebersetzung zu redigieren. 2ch aber meine: Wir gehen auch auf religiösem Gebiete einer Zeit großer Umwälzungen entgegen, in der nicht die antike Maskerade mehr der Pietät auf die Beine hilft, sondern rettungslos untergeht, was nicht die frische Brise modernsten Gedankenlebens verträgt. Soll dann der Dekalog unterm Gerümpel verstauben bloß wegen seines Gewandes? Das verdient er wahrlich nicht! Echte Pietät schmückt das alte Wahre mit der Schönheit des Zeitgeschmacks. Ein Sgmptom seien diese Seilen dafür, dah der Liberalismus sich das Bibelwort auch in dieser Seit neu erwerben will, um es zu besitzen und wills Gott in bessere Seiten es mit hinüber zu retten!*) *) A n m. Obige Uebersetzung ist eine Probe aus einer neuen Schul- und Hausbibel auf liberaler Grundlage, von der ich etwa die Hälfte fertiggestollt habe, darunter Tora, Heftaroth, Sefaja und Psalmen. Goethes Verhältnis zu religiösen fragen und zur Bibel. Bon Dr. Münz - Wien. Goethe ist wegen seiner angeblichen 2rreligosität ebenso vielfach von den Orthodoxen angegriffen worden, wie andererseits wegen seines politischen 2ndifferentismus von den Männern des politischen Fortschritts. Es dürfte sich indes bei näherer Prüfung erweisen, dah er mehr Religion in sich hatte, als man es von einem jüngeren Seilgenossen Voltaires und der Enzyklopädisten erwarten möchte. Er besitzt einen tief religiösen Grundzug, insofern man Religiosität im weiteren Sinne und positive Gläubigkeit zu unterscheiden weih. Die Religion ist das stüle Licht, welches sein Zählen und Wollen, sein Schaffen und Bilden durchleuchtet und mit freundlicher Wärme belebt. Freilich nicht die Religion, wie der Mensch sie dem Menschen aufzwingen will, nicht die Religion des exklusiven Sumbols und des hierarchischen Dogmas, sondern die Religion des freien Geistes, der sich des Göttlichen bemächtigt, wo es ihm begegnet, und sich desselben freut, wo er dessen unendliches Wirken verspürt. Wie seinem Zaust, so ist ihm das Gefühl alles, der Name nur Schal! und Rauch, der die Himmelsglut umnebelt. „Magst Priester oder Weise fragen, und ihre Antwort scheint nur Spott über den Zrager zu sein!" Dies Wort ging ihm vom Herzen. Was er von Priestern und von Denkern, von jenen Bejahendes, von diesen Verneinendes Uber die Religion erfuhr, lieh ihn in gleicher Weife unbefriedigt. So kam es, dah er gegen die Angriffe der Enzyklopädisten die Religion immer verteidigte; denn „alles, was unfern Geist befreie, ohne uns die Herrschaft über uns selbst zu geben," schien ihm verderblich. Wenn ihm dagegen Bibelgläubige ihren Glauben aufdrängen wollten, so wurde er unwirsch und wies sie mit einer nichtchristlichen Erwiderung ab. Er erklärte sich im lieferen Sinne des Wortes für einen Protestanten, und als solcher wollte er sich die Zreiheit erhallen, „sein reines 2nnere ohne Bezug auf irgendeine bestimmte Religion religiös zu entwickeln." Hierin zeigte er volle Übereinstimmung mit jener Gesinnung, die Schiller in dem bekannten Epigramm ausspricht: Weiche Religion ich bekenne? Keine von allen, die du mir nennst. Und warum keine? Aus Religion. Hatte er wohl unrecht, wenn er der dogmatischen Anschauung die Grundregel gegenüberstellt, dah alle Vorstellung von der Gottheit notwendig unsere individuelle Vorstellung sein müsse? Gewiß nicht. Die Volksreligion kann nicht auch durchwegs das Glaubensbekenntnis des hervorragenden Geistes sein. Ein bedeutender Mensch soll nicht Atlerweltsgedanken haben, das verlangt man ausdrücklich von ihm. Rur in Sachen der Religion soll er wieder denken, wie alle Welt denkt, und glauben, was der Glaube vorschreibt. Wenn er sich in der Wissenschaft. in der Kunstbetrachtung usw. über die gang und gäben Durchschnittsbegriffe erheben soll, warum verwehrt man es ihm auf einmal in Sachen der Religion? Soll er in allen anderen Beziehungen ein außerordentlicher und eigentümlicher Mensch und nur hierin ein Alltagsmensch sein, den man aus der Schar des gewöhnlichen Kirchengängers nicht herausfinden darf? 2ch dächte, dah Religion im weiteren Sinne eine jede Anschauung sei, welche die wirkliche Welt an eine höhere, ideale knüpft und den Abglanz der letzteren auf unser irdisches Tun und Wirken herabstrahlen läht. Wahrhaft irreligiös ist uns ein Mensch ohne 2deale, der Mensch mit dem eigensüchtigen und verschlossenen Selbst» der nicht sein 2nneres einem Höheren in uns und über uns mit Hingebung und Verehrung zu öffnen vermag. 2n diesem Sinne wird ein guter Teil der konfessionell Gläubigen zu den Gottlosen oder doch Gottleeren und mancher Zreidenker zu den Gotterfüllten gehören. Wenn wir die Sache so fassen, werden wir Goethe am allerwenigsten der 2rreligiosität zeihen können. Seine Ansichten über Religion sind wie alles, was ihn geistig bewegte, nichts Erdachtes und Ersonnenes, sondern etwas innerlich Erfahrenes und Erlebtes. Schon in der Brust des Knaben regte sich, wenn auch in kindischer Zorm, ein eigentümliches Gottesgefühl. Der kirchliche Protestantismus, den man ihm und den anderen Kindern überlieferte, war eigentlich nur eine Art von trockener Moral, die weder der Seele, noch dem Herzen Zusagen konnte. Da kam der Knabe auf den Gedanken, sich dem großen Gotte der Natur, dem Schöpfer und Erhalter des Himmels und der Erde unmittelbar zu nähern — wie sonderbar auch der Weg war, den er dazu wählte! Diesem Gotte, der mit der Natur in unmittelbarer Verbindung steht, sie anerkennt und liebt, wollte er auf gut alttestamentarischer Weise einen Altar errichten. Naturprodukte sollten die Welt im Gleichnis oorstellen, über diesen sollte eine Zlamme brennen und das zum Schöpfer sich aufsehnende Gemüt des Menschen bedeuten. Da wurden denn aus einer kleinen Raturalienfammlung die besten Stufen und Exemplare herausgefucht und diese Abgeordneten der Natur auf einem schönen rotlackierten Musikpulle des Vaters, der die Gestalt einer vierseitigen Pgramide mit verschiedenen Abstufungen hatte, gar zierlich aufgebaut. Bei einem frühen Sonnenaufgang feierte der Knabe die erste Gottesverehrung. Räucherkerzchen dienten als das Opfermaterial, das er durch ein Brennglas am Strahl der aufsteigenden Sonne entzündete. Die Opferfeier gelang nach Wunsch und die Andacht war so vollkommen, als man sie erwarten konnte. 2m kindischen Spiel liegt oft ein tieferer Sinn. Der Knabe ahnte nicht, dah er hier einen vorbildlichen, einen symbolischen Akt begehe. Dem Wesen nach hat sich auch

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