Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 3 (1923)
- Issue
- 20 (18.5.1923)
- Date
- 1923-05-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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teilten Frage: Welche Gründe Hai der Mangel an jüdisch-liberaler Bugendschriften? III. Die Gründe sind bald erschöpft und werden wohl keinen Widerspruch finden. Er find folgende: Mangel an jüdischen Schriftstellern, welche ausschließlich oder doch zum größten Teile für die Bugend schreiben, der verhältnismäßig geringe Absatzkreis für jüdische Bugendschriften und endlich der Mangel an Verlegern, welche infolge des geringen Abfatzkreifes die heute ganz besonders hohen Herstellungskosten opfern wollen. Diese Gründe dürfen nicht übersehen werden, wenn wir uns um die Schaffung jüdisch-liberaler Bugendschriften bemühen wollen. Gerade hier mahnt uns das Dichterwort „Grau, aller Freund, ist alle Theorie, doch grün des Lebens gold'ner Baum" oder das nicht minder ernstlich mahnende: „Leicht beieinander wohnen die Gedanken, doch hart im Raum stoßen sich die Sachen." Trotz dieser ernsten Erwägungen aber dürfen wir den Plan zur Schaffung jüdisch-liberaler Bugendschriften nicht aufgeben. Mir schlagen vor: I. Die jüdisch-liberalen Bugendvereine, die Liberale Vereinigung, der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen. Glaubens, die Großloge B’ne B’rith, der Verband der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche erlassen ein gemeinsames Preisausschreiben für die Abfassung jüdischer Bugendschriften zunächst ohne jede Forderung eines religionsparteilichen Standpunktes, so daß sowohl die liberale, als auch die orthodoxe Bugend diese Bugendschriften lesen kann. Die zionistische Tugend und die zionistischen Führer werden ohnedies auf ihre bereits vorhandene Jugendliteratur und ihre Ziele Hinweisen, und die Mitarbeit für das Preisausschreiben ablehnen. Wenn die obengenannten Verbände einen zeitgemäßen Beitrag zeichnen, dann könnten sicher wertvolle Arbeiten erhofft werden. Die Wahl der Preisrichter muß die Gewähr bieten, daß nur solche Arbeiten einen Preis erhalten. — Wenn die Verbände und Vereine eine bestimmte Anzahl von Exemplaren für ihre Mitglieder und diese für ihre Kinder zeichnen, wenn ferner wohlhabende Glaubensgenossen oder die Gemeinden zur Verteilung bei Barmizwos und Mädchenkonfirmationen, für Schul- und Gemeindebibliotheken preisgekrönte Bugendschriften stiften, dann würde sich unschwer ein Verleger für die Schriften finden. (Schluß folgt.) Schriften evangelischer Theologen aus der Praxis und für die Praxis, besprochen von Rabbiner Dr. Straßburger, Ulm. Kein Gebiet ist bei uns Buden so vernachlässigt, wie gerade das der praktischen Theologie. Wie wenige Theologen geben sich mit dem Problem des Religionsunterrichts ab, wie wenige schreiben über Homiletik, wie wenige lassen Schriften über die praktischen Fragen des religiösen Lebens erscheinen. Es wäre besser, es würden unsere Geltungen stch wieder mehr diesem Gebiete zuwenden und nicht in der Abwehr allein ihre Tätigkeit sehen. Man mag bald keine jüdische Leitung mehr lesen; entweder ste berichtet uns von gegnerischen. Versammlungen oder von Versammlungen mit den übersatten Themata (unser Kampf; das Budentum von heute; ufw.), aber gerade das, worauf es ankonnpt und wonach derjenige verlangt, der eine jüdische Zeitung liest, fehlt vollständig: das Praktisch-Religiöse. ''Rur politisch wird noch über das Buderitum gedacht, nicht aber religiös: Die Bdeen des Zentral-Vereins wie der Zionismus überwiegen im Bnholt unserer Zeitungen, selbst auf orthodoxer Seite findet man wenig volkstümlich gehaltene Abhandlungen über eine religiöse Frage. Vielleicht ist es der Zug der Zeit, vielleicht sind wir zu sehr „politische" Buden geworden und haben keine,; Anteil mehr an der Religion Bsraels. Das wäre Bsraels Untergang. Und doch gibt es so viele Fragen, die vom religiösen Standpunkte aus Gehandelt werden sollen, wo die Malierin von Recht und Sitte, die Mutter von Sittlichkeit und Zucht reden soll, die Religion. Bn christlichen Kreisen wird in dieser Hinsicht viel mehr getan, ich erinnere nur an die Volksschriften des „München-Glodbacher" Verlags auf katholischer Seite oder an die vielen Sammiui^en (Zeit- und Lebensfragen, Sammlung gemeinverständlicher VoN'äge und Schriften aus dem Gebiete der Theologie-Rellgionsgejchichte, die religionsgefchichtlichen Volksbücher von Schiele aus evangelischer Seile. Bch will nicht alle diese Schriften gut heißen, aber durch sie wird das christliche Volk über Tagesfragen auf dem Laufenden gehalten, es wird religiös orientiert über alle Fragen des menschlichen Lebens. Wir haben auch auf jüdischer Seite La. den letzten Bahren einige Schriften dieser Art, z. V. das sehr empfehlenswerte Buch von Max Grunwald (Monistische Märchen) und das weniger gut geschriebene von Ascher-Reuchalel über „Sexual-Ethik" vom jüdischen Standpunkte aus. Die „Volksschriften" von Ziegler (Volksschriften über die jüdische Religion) hatten einmal einen erfolgverheißenden Anfang mit dieser Bdee gemacht und es ijt sehr zn bedauern, daß sie ein Kriegsopfer geworden find. Auf dem Gebiete der Homilethik und Pädagogik hat uns Kollege Veermann feit Bahren eia Werk versprochen; sein Erscheinen wird auch durch die Schwere der Zeit verhindert sein. Heute möchte ich nun einmal auf einzelne Schriften des Evangelischen Volksbundes Stuttgart Hinweisen, die unter dem Lammlungstitel „Zeit- und Lebensfragen" ins evangelische Volk hinausgehen und künden, daß die evangelischen Geistlichen mit allen Fragen des praktischen Lebens wie auch Tagesfragen sich auseinanderzusetzen wissen. Zunächst sind es pädagogische Fragen, die hier ihre Behandlung erfahren. Stadtpfarrer E. Müller-Stuttgart behandelt im 8. Heft „Die religiöse Erziehung der Kinder im Hause". Die Arbeit ist hervorgegangen aus Vorträgen an der Volkshochschule Siebenzell. Eine Mutter gibt in Heft 9: „Erziehungswinke". Es ist die einfache, aber wohltuend wirkende Sprache der „geborenen Erzieherin", die mit Liebe und Güte ihr bestes gibt und die sagen muß: „Die religiöse Erziehung ist das Wichtigste in der Erziehung und zugleich das Schönste, weil sich in der Religion das tiefste Wesen des Kindes entfaltet und fein Herz dem Mutterherzen am nächsten kommt" (pag. 27). Wie muß hier so manche jüdische Mutter schuldbewußt bekennen, daß sie so oft ihre Pflicht vergißt, wie viele jüdische Mütter sind heute gar nicht mehr imstande, ihre Kinder „religiös-jüdisch" zu erziehen, weil sie verlernt haben, religiös zu fühlen und jüdisch zu handeln, oder überhaupt nichts von ihrem Budentum kennen. Einen beachtenswerten Raum nimmt bei diesen Fragen die „sexuelle Erziehungssrage" ein. Prälat Planck und Helene Roser finden für diese schwierige Frage das rechte Wort. Gerade der erstere hat in seiner patriarchalischen und doch jugendfrischen Art die Kunst, an solche Fragen mit dem nötigsten Takt heranzugehen (s. seine Schrift: „Ein Geleitwort zur Hochzeit"). Er hat auch an dem „sexualpädagogischen Lehrgang" mitgearbeitet, den die Gesellschaft für Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten im Banuar 1921 in Ulm abgehaiten hat, der von der D. G. B. G. veröffentlicht wurde. Prälat Planck hat hier das Thema behandelt: Sittlichkeit, Erziehung und Kirche, während Rezensent die Frage: Sittlichkeitserziehung, Persönlichkeit und Familie sich zur Aufgabe gestellt hatte. Geistliche, Lehrer und Aerzte haben sich hier zu gemeinsamer Arbeit zusammengefunden, und ich möchte allen denen, die für die Bugend arbeiten und ihr Bestes wollen, diesen Lehrgang (Fiebigs Verlag, Berlin) empfehlen. Von zionistischer Seite haben wir Uber dieses Thema die Schrift von Hans Goslar „Die Sexualethik der jüdischen Wiedergeburt" (Büd. Verlag, Berlin 1919) und vom orthodoxen Lager die Schriften des f Lübecker Rabbiners Earlebach. Sie sind ober nicht in dem einfachen Ton des Volkes gehalten, besonders die Schrift von Earlebach hat durch die Zusätze aus S. R. Hirsch's Schriften eher verloren als gewonnen. Bn den „Zeit- und Lebensfragen" behandeln Ephorus Frosch in Heft 11 die „Erziehung der 14— ISjährigen". Zum Kampf um die Seele der Bugend" und Frau Dr. med. Fritz in Heft 12: „Vor der Ehe in der Ehe". Gedanken und Ratschläge für Herangereifte. Letztere Schrift hat keine besondere religiöse Rüance, vielleicht zum Vorteil der Schrift, die erstere würde ich jedem Katecheten empfehlen, dem die Aufgabe gegeben ist, den 14—ISjährigen Knaben und Mädchen die Wahrheiten unserer Religion näherzubringen, ihnen auf alle Tagesfragen Antwort zu geben, ihnen „Führer" zu fein. Daß aber durch diese Schriften auch manches Gift in die christlichen Kreise eingeträufelt wird, beweist eine Schrift des Dekan Ludwig Döhringer in Ulm. Er äußert sich über Delitzsch' Schrift: „Die große Täuschung" in Heft 6 der „Zeit- und Lebensfragen", die den Titel trägt: „Die große Täuschung, wo liegt sie? Gedanken zur antisemitischen Streitschrift Friedrich Delitzsch's gegen das Alte Testament". Döhringer rechnet auch hier mit Delitzsch ab vom Standpunkt des christlichen Theologen, der sich bewußt ist, daß die Behandlung der Bibel, wie Delitzsch, getrübt durch Vorurteile und vorgefaßte Ziele, sie in Angriff genommen hat, auch die christliche religiöse Stellung schwächen würde. Aber Döhringer selbst ist nicht vorurteilsfrei gegenüber dem Budentum, sonst könnte er in feiner Schrift nicht behaupten: „Wir haben allen Grund, den schweren Kampf mit dem machthungrigen Budentum mit unbedingt reinen Waffen zu führen. (Bn der Schrift fettgedruckt.) Es ist uns keine Frage, daß mancherlei politische und wirtschaftliche Tatsachen, ebenso wie Tatsachen unseres geistigen und sittlichen Lebens uns nötigen, auf das Budentum ein scharfes Auge zu haben und feinen übergroßen Einfluß in unserem Volksleben zu bekämpfeni Wir dürfen ihm mit feinen eigenen Worten die Antwort geben, daß sowohl modern-jüdische Geister (wie er selbst sagt) aber auch modern-christliche Geister vom Quell des israelitischen Glaubens abgekommen sind. Ba, auch die Ehristen müssen sich an diesem Buche messen, das Ehrfurcht verdient von der ganzen gesitteten Welt. Und solange die „christlichen" Völker einander in der Art bekämpfen, wie s Deutschland zurzeit erfährt, solange weiß ich nicht, wo der größere Machthunger zu finden ist. Es tut weh, wenn man am Schluß einer Abhandlung, mit der man in allem einig gehen kann, ja die man um so mehr begrüßt, weil eine christliche Stimme gegenüber solchen Auswüchsen des Antisemitismus, wie Delitzsch sie hier geliefert, mehr nutzt, als wenn noch so gelehrte Buden dagegen Einwände erheben, so vorurleilsoolle Aeußerungen noch hören muß. Aber dieses Vorurteil von „der Macht des Budentums" gehört eben auch zu den steten Behauptungen, die wir immer wieder in Theologenkreisen finden, gegen die man schreiben darf und sagen, was man will, es wird doch nicht geglaubt. Besonders kraß kommt dieses Vorurteil zur Geltung in dem Büchlein des Greifswalder Professor Proksch (Leipzig 1921): „Altes Testament und Budentum". Bm 2. Vortrage „Das Problem des ewigen Buden" wimmelt es von solchen unbewiesenen Behauptungen. Der Vortrag soll darlegen, daß die Sage vom „ewigen Buden" Motive enthält, die in der Geschichte des Budentums sich wiederfinden. Das Budentum ist, nach Proksch, „grundverschieden vom Geiste des Budentums" (pag. 20). Denn Bfrael will nicht als Mesfiasmacht, sondern als „Geldmacht" zur Weltherrschaft bestimmt sein. Bn dieser Tonart fährt der christliche Professor fori, das Budentum zu schmähen und stellt unrichtige Behauptunge auf (pag. 22 bettr Maimonides: Maimonides ist nie zum Bslam Ubergetreten, nicht einmal zum Schein). Diese Schrift von Proksch wütet aber gegen den Katholizismus ebenso wie gegen das Budentum, für das es nur den einen Rat hat, daß es sich dem nationalen Geiste unterwirft, d. h. nach Proksch das Ehristentrm annimmt (pag. ZZ). Das kann nur am Kreuze Ehristi zur Ruhe kommen. Dieser gute Rot hätte nicht so viel Lieblosigkeit bedurft, wie sie die Schrift atmet, dar wäre auch mit weniger Worten zu künden möglich gewesen. Bch glaube aber kaum, daß die Ehristenheit eine große Freude hätte, wenn heute „Alljuda" diesen Schritt tun würde, am wenigsten die arischen Rassenfanatiker, die dann Gefahr laufen könnten, in ihrer Reinheit getrübt zu werden. Solange das Ehristentum im Budentum eine feindliche Macht sieht, solange hat auch das Ehristentum seine Mission nicht erfüllt und nicht im Sinne seines Stifters gewirkt, der als Bude gelebt und als Bude gestorben ist. Wie verschieden aber dieselbe Geistesrichtung von manchen Theologen beurteilt werden kann, zeigt sich an zwei Schriften: Friedrich Traub: Rudolf „Steiner als Philosoph" und Wilhelm Lorente: „Aethioposophie und Protestantismus". Während Traub zu dem Resultat kommt, daß trotz des theoretischen Gegensatzes zwischen Aethioposophie und Ehristentum in der Praxis sich beide verbinden können, sieht Lorente in der Steiner'schen Lehre modernes Heidentum, das die Hoheit des Ehristentums antastet und so zum Antichristentum wird (pag. 14). Es scheint mir, daß der liberale Protestantismus (Ribergall-Rittelmeger) den Steiner'schen Bdeen nicht so abhold gegenüberstehe wie der orchodoxe Protestantismus, zu dem auch Lorente zu rechnen ist. Solche Fragen müssen auch von unseren Theologen behandelt und beleuchtet werden und vom jüdischen Standpunkte aus untersucht werden, besonders wie weit in den Steiner'schen Bdeen kabbalistische Gedanken sich wiederfinden. Dieser Bericht möge für uns liberale Rabbiner als unsere Aufgabe hinstellen, uns mit den Problemen des Tages und des Lebens auseinanderzusetzen, unseren Glaubensgenossen Schriften an die Hand zu geben, die ihnen Leitstern sein sollen durch das Labgrinth all der Probleme, die heute an jeden Einzelnen herantreten. Beachten wir dies ja wohl und seien wir uns dieser Aufgabe gar wohl bewußt. Der Weltkongreß jüdischer frauen m Men. Bn der Donnerstagssitzung des Weltkongresses jüdischer Frauen referierte Frau Turnowski (Deutschland) über Arbeitsausbildung und Arbeitsvermittlung in der Emigrantenfürsorge. Frau Stock (Triest) berichtete über die Arbeit des Frauenhilfskomitees in Triest, wo sich jederzeit Hunderte jüdischer Auswanderer aufhalten. Bm Ramen des Weltverbandes jüdischer Studenten forderte Serr Steinig die jüdischen Frauen auf, gegen die Kulturschande des umerus clausus zu kämpfen. Eine diesbezügliche Resolution wurde zum Beschluß erhoben. Frau Sternberger (Amerika) stellte die Unterstützung der amerikanischen Organisationen „Menora" für die kämpfende europäische Studentenschaft in Aussicht. Rabbiner Dr. Kälter (Danzig) berichtete im Namen des vereinigten jüdischen Emigrationskomitees in Danzig über die Emigrationsarbeit im Freistaat. Mrs. Elinor Sachs-Barr vom Council of Jewish Women hielt ein längeres Referat über soziale Fürsorge-Zentren in verschiedenen Hafenorten Europas. Der Kongreß beschloß auf Antrag der holländischen Delegierten Frau van Geldern, einen internationalen jüdischen Frauenrat einzusetzen, in welchem jedes Land durch ein Mitglied vertreten sein wird. Der Frauenrat soll die erforderlichen Schritte zur Gründung einer. Weltbundes jüdischer Frauen unternehmen. 40000 Gebirgsjuäen in einer transkaspischen Republik. Der Sonderberichterstatter der B. E. B. in Rußland hat Uber die Lage der Bergjuden in den Gebieten um das Kaspische Meer neue Bnformationen erholten. Bn der Daghestan-Republik am Kaspischen Meere leben jetzt ca. 40000 Bergjuden, die ausschließlich in der Landwirtschaft tätig sind. Diese Buden sind in ihrem Aussehen kaum von der übrigen Gebirgsbevölkerung zu unterscheiden; ste tragen die gleichen Trachten und sprechen den Dialekt der Gebirgsstämme Transkaspiens. Die Lage dieser Buden, wie überhaupt die der gesamten Bevölkerung in der Daghestan-Republik, ist eine verzweifelte. Eine Malaria-Epidemie wütet andauernd im Lande und der Lebensmittelmangel nimmt zeitweilig den Eharakter einer allgemeinen Hungersnot an. Eine Reihe führender Personen der jüdischen Bevölkerung in Daghestan haben sich mit einem Notruf nach Moskau gewandt. Demnächst soll eine Abordnung der Gebirgsjuden eintreffen, die von den Zentralbehörden und den Organisationen Hilfe erbitten soll. Die Zahl der Juden Gelegentlich der Bahreskonferenz des amerikanisch - jüdischen Komitees teilte Louis Marschall mit, daß es noch der letzten Zählung insgesamt 15,293,615 Buden gibt. Von diesen leben Z,ZOO,000 in Amerika, Z,71b,000 in Polen, 2,Z75,000 in der Ukraine, 900,000 in Rumänien, während der Rest sich auf die übrigen Länder verteilt. Ein von Laszczinskg unter dem Titel: „Das jüdische Volk" herausgegebenes Werk schätzt die Zahl der Buden aus der Welt auf 15,78Z,Z62. Nach diesem Werke wohnen in Europa 11,500,000, in Afrika 4ZZ,Z50, in Amerika 3/4 Millionen, in Australien und New-Zeland 19,415. Die meisten Buden wohnen in Polen mit 4,100,000, gleich danach kommen die Vereinigten Staaten mit Z,ZOO,000, dann die Ukraine mit Z,ZOO,000, Rumänien eine Million, Deutschland 500,000 und Ungarn mit^4Z0,000 usw. Aus den Ortsgruppen und Gemeinden. Der Liberale Bereiu für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zn Berlin E. V. beruft zum Dienstag, den 29. Mai, abends 8K* Uhr nach - dem großen Saal der Synagoge Fasanenstraße eine Mitgliederversammlung, die stch wiederum mit dem Anträge der Reformgemeinde auf Ueberlassung der Sgnagoge Fasanenstraße zur Veranstaltung eines Sonntagsgottesdienstes beschäftigen soll. Da hier über die Stellungnahme des liberalen Vereins zu der umstrittenen Frage endgültig entschieden werden soll, ist das Erscheinen aller Mitglieder dringend notwendig. Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zn Berlin. Allgemeine Mitgliederversammlung am Dienstag, den 29. Mai 1923 abends 8'/, Uhr punktlichft im großen Saale der Sgnagoge Zajanenstr. 79 /80. Einziger Punkt der Tagesordnung: Soll die Sgnagoge Fasanensttaße der Reformgemeinde zum Zwecke des Sonntagsgottesdienstes zur Verfügung gestellt werden? Der Vorstand Rechtsanwalt Dr. Zul. L. Seligsohn Vorsitzender. apbBltsBemBlnichaft ludiscli-lHiBralep Jugendverelne ln Deutschland. Jli-Breslau, Büro: Höfchenstr. 61, II. I. Sonntag, den 27. Mai 1923: Nachinittagsausflug nach Obernigk. Treffpunkt 1 Uhr Nordhotel, Abfahrt 1 Uhr 30 vom Hauptbhf Bahnsteig I, Sonntagsfahrkarte 4. Kl. nach Obernigk selbst lösen. Von Montag, den 28 Mai ab allwöchentlich jeden Montag abend von 8 Uhr ab Zusammenkünfte im Roland. Gäste bei allen Veranstaltungen willkommen. Heirat wünscht jlld. Herr 40 Zahre, sehr jugendl. Aussehen, gute Existenz mit Dame bis )0 Z Mitgift Nebensache. Wohnungsfrage Hauptsache. Nur Berliner Offerten. Witwe mit kleinem Kind nicht ausgeschlossen. Töchter aus akademischen oder gelehrten Kreisen bevorzugt. Zuschriften unter A. E. an die Expedition dieses Blattes. Am 12. Mai ist nach schwerer Krankheit unser geliebter Mann und Vater, Bruder, Schwager, Onkel und Vetter, Justizrat Michael Berger bisher Rechtsanwalt und Notar zu Königshütte 0 /8., in Breslau im 68. Lebensjahre gestorben. Breslau, Höfchenstraße 87. Namens der Hinterbliebenen: Ida Berger, geb. Hausdoif; Alfred Berger. Herausgeber: Vereinigung für das liberale Budentum e. V., Berlin W. s. — Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Hugo Nathansohn. Eharlottenburg. — Druck: Gebrüder Maurer, Berlin SO. 86, Elisabeth-Ufer 28-29.