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Jüdisch-liberale Zeitung · 1923-04-27 · 17 (27.4.1923) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
3 (1923)
Issue
17 (27.4.1923)
Date
1923-04-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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w MWWWWWWWWWMWW primitiven Urformen zurück. So stellt das Ghetto inmitten der Stadt der erwachenden faustischen, d. i. abendländischen Kultur eine proletarische Großstadt dar, wie sie allen untergehenden Kulturen eigen ist, man denke an das Rom der Kaiserzeit und an die Entwicklung, der unsere Großstädte entgegengehen. „Puritanische" Bewegungen, wie die der Karäer, die zur reinen Thora zurückkehren wollen, deuten auf die ungestillte Sehnsucht nach der verloren gegangenen magischen Kuliurkraft; sie vermögen sich aber nichtzu halten gegenüber den Angriffen der ganz im Zeüachenstadum befindlichen Orthodoxie. Die mittelalterliche Mgstik wird zu dem mohammedanischen Sufismus in Begehung gesetzt. Sie ist als Bewegung auch unfruchtbar, weil sie vom Sufismus abhängig ist. Rur drei „Heilige" ragen aus diesem Zellachenstadium hervor: Spinoza, der Baalschem (dem Spengler religiöse Kraft zuspricht) und — Otto Meininger (!) Der Hatz, der zwischen den Wirtsvölkern und den Zuden immer wieder emporlodert, ist nicht auf einem Rassengegensatz: Arier und Semit zurückzustihren. Zur Spengler ist Rasse — das sollten sich Antisemiten und Zionisten merken! — nicht entscheidender Zaktor für die Kultur. Der Gegensatz zwischen Zuden und Abendländern beruht auf der Ungleichzeiligkeil ihrer Kulturen. Während sich das Abendland augenblicklich im ersten Stadium der Livilisation befindet, hat das Judentum schon eine bald tausendjährige Periode der Zellachenzeit durchgemacht. Darum kann der Zude alle Probleme der faustischen Kultur nur mit kühler Objektivität betrachten; wo er mit ehrlichem Willen für das Land seines Wirtsvolkes eintritt, kann man doch nicht vom wahren Patriotismus reden, denn dazu ist ein Mensch einer anderen Kultur niemals fähig. Der Abendländer empfindet die weisere, auf dem hohen Alter der jüdischen Kulturgeschichte beruhende Art der Betrachtung aller politischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Erscheinungen durch den Zuden, und gerade diese Ueberlegenheit läßt in ihm den Hatz aufsteigen; der Zude seinerseits — seit einem Jahrtausend zur Unfruchtbarkeit auf Geistesgebieten verdammt — muh widerwillig, und daher sein Hatz, den noch mit schöpferischen Kräften begabten Abendländer anerkennen. „Zn dem Augenblick aber, so weissagt Spengler, wo die civilisterten Methoden der europäisch-amerikanischen Weltstädte zur vollen Reife gelangt sein werden, ist wenigstens innerhalb dieser Welt.... das Schicksal des Judentums erfüllt. (Spengler, 2. Band, Seite 399). m. Es ist nicht meine Aufgabe, die unrichtigen Einzelheiten, die Spenglers Darstellung der jüdischen Geschichte enthalten, aufzudecken; diese Kritik mutz der allein berufenen Stelle, der Wissenschaft des Judentums, überlassen bleiben. Was aber die grotzen Zusammenhänge, den Zlutz der Geschichte anbetrifft, so darf sich ein jugendlicher Laie schon eher ein Wort, wenn auch ein vorsichtiges, erlauben, da, wie schon eingangs erwähnt, der Gesamtverlauf der Weltgeschichte mehr auf persönliche, aus historischer Betrachtung geflossene Wertung eingestellt, als aus Einzelerkenntniffen historischer Zorschung für die Menschen erfatzbar ist. Es ist zunächst festzustellen, daß Spengler trotz des Aufwandes an Argumenten, die seine Anschauung vom Leben der Kulturen stützen sollen, das eigentliche Problem umgangen hat, das Problem der Bibel. Seine Lösung, die Propheten (um 700 v. Ehr.) als Borverkünder einer neuen Seele darzustellen, ist unmöglich. Es heißt das Wesen der Propheten verkennen, wenn man in ihnen nicht den Abschlutz der altjüdischen Religion erblickt. Für die Propheten hat wahrlich mehr Vorgelegen als eine „wilde altisraelitische Religion, die in Wirklichkeit ein ganzes Bündel von Religionen ist, mit dem Glauben an heilige Steine und Bäume, mit zahllosen Ortsgöttern zu Dan, Bethel, Hebron, Sichem, Beerseba, Gilgal, einem Zahveh, mit dessen Namen eine Menge ganz verschiedenartiger Rumina bezeichnet wird, mit Ahnenkult und Menschenopfern, DerwischlLnzen und heiliger Prostitution, untermischt mit undeutlichen Ueberlieferungen von Moses und Abraham und vielen Bräuchen und Sagen der fpätbabglonifchen Welt, die in Kanaan längst zu bäuerlichen Zormen herabgesunken und erstarrt waren". (Spengler, 2. Band, Seite 247). Spengler verwechselt hier die uralte semitische Religion, die einer für uns nicht mehr greifbaren Periode angehört mit der historisch erkennbaren Zeit vor dem Auftreten eines Amos, eines Hosea. Wenn man den Kampf der Propheten gegen die Bolkssitten beobachtet» dann wird man nie eine solch' grobe Zorm primitiver Religion als Angriffspunkte für die Propheten vorfinden. Der Kampf der Propheten richtete sich schon gegen eine viel humanere, viel geistigere Religion, als die von Spengler gekenzeichnete. Wenn man bedenkt, datz 021 v. Ehr. das Deuteronium gewissermatzen von Staatswegen eingeführt worden ist, und datz dieses schon eine geläuterte, eine umgebildete Thora darstellt, datz weiterhin, was auch aus den Schriften der Propheten hervorgeht, eine feste Sagentradition schon da ist, dann wird man Spenglers Eharakterisierung der altisraelitischen Religion nicht anerkennen können. Dann werden auch die Propheten als U m g e st a l t e r, nicht als Vorverkünder des Zudentums erscheinen. Zudem eine Zrage: Kann eine Kultur 700 Zahre — man erwäge nur diesen Zeitraum! — vorher nichts weiter als vorverkündet werden? Was Spengler Uber die zweite Stufe, die apokalyptische, sagt, scheint mir noch am ehesten der Wahrheit zu entsprechen. Denn all die — übrigens schon von Eduard Meger (Geschichte des Altertums. 3. Band, Seite 232, 2. Auflage) — festgestellten Vorstellungen vom Ankläger, von Engeln, von Bocksdämonen etc., die uns in den dieser Zeit angehörenden Schriften begegnen, zeigen den geistigen Zusammenhang mit babglonischen Mgthen. Wenn aber den Talmudlehrern der ersten Kaiserzeit eoms die Schöpfung des Zudentums zugesprochen, wenn die Schaffung vieler jüdischen Sagen als die Kulturtat des Judentums bezeichnet wird, dann kann man bei aller Hochachtung vor Halacha und Haggada, doch nur Uber eine solche „Umwertung" staunen. Hier scheint Spengler der leider weit verbreiteten Anschauung zum Opfer gefallen zu sein, datz das Judentum aus einem Komplex von scharfsinniger Berechnung (dem magischen „Gelddenken", wie er es ausdrückt) und mgstjscher Ueberschwenglichkeit, aus strengsten Bräuchen und casuistischer Zurisprudenz bestände. Diese Auffassung beherrscht auch seine Darstellung des Judentums im Mittelalter. Der Vielfältigkeit und Eigenheit der mystischen Strömungen, wie die der Ehassidim, deren religiöse Kraft auch Spengler anerkennen mutz, wird er nicht gerecht, und von der deutschen Reformbewegung oder besser von dem Aufnehmen europäischer Kultur durch die Zuden schweigt er überhaupt gänzlich. Zür ihn sind die Zuden nun einmal an ihre Kultur gebunden und können daher eine andere nicht wirklich verstehen. Mit dieser unbewiesenen Behauptung ist für ihn das Problem „Deutschtum und Zudentum", um das uns naheliegende zu nennen, gelöst. Und weiter: Datz alle die religiösen Strömungen der Gegenwart unter den Zuden ihr Kraft aus nichts anderem als aus den „Vorverkündern" der magischen Seele und aus der von Spengler mitzachteten altisraelitischen Kultur nehmen, datz überhaupt jenes Buch noch immer wieder Begeisterung — und durchaus nicht nur unter Zuden — erweckt, das hat Spengler nicht gesehen, nicht sehen wollen. Und so bleibt die Geschichte des Zudentums in Spenglers System der Kulturgeschichte ein Rätsel; denn Ausgangspunkt und Anreger für die seit ihrer Entstehung entstandenen Kulturen sind und bleiben Thora und Propheten. Die Bibel hat allezeit nicht nur Anregung gegeben, sondern aus ihr haben die genialen Geister verschiedener Kulturen auch ihre schöpferischen Werke ableiten können. Zum Sonnlagsgottesdienft. Die Zrage des öonnlagsgottesdienstes ist neuerdings angeregt und in diesen Blättern behandelt worden. Wir bringen;u diesem Thema nachstehend einen Aufsatz, der die Frage unter anderen Gesichtspunkten betrachtet als Herr Rabbiner Dr. Loblen). Die Diskussion soll weiter geführt werden, damit das Problem von allen Leiten beleuchtet wird. Die Verantwortung für die in den Aufsätzen ausgesprochenen Ansichten überlätzt die Redaktion den Verfassern. Line Warnung. Von stud. jur. et. rer. pol. Zritz Reumann, Königsberg i. Pr. Zwei Methoden gibt es im Kampfe für unser Zudentum und seine religiöse Festigung innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft; die eine sieht ihre Aufgabe nur in der Anpassung an einmal bestehende Verhältnisse und erweist sich bedauerlichen Zeiterscheinungen gegenüber oft als allzu nachgiebig; die andere zollt der Zeit zwar ihren Tribut, sucht jedoch die schärfsten Kanten durch innere Umbildung der Gemeinschaft äbzuschleifen. Beide Strömungen sind innerhalb der liberalen Bewegung erkennbar, erstere, wenn auch schwächer an Anhängerzahl, droht ihr jedoch einen Stempel aufzudrücken, der ihr nach autzen im Znteresse eines klugen taktischen Vorgehens nur schadet, und sie im Znneren bisher treuer Gefolgschaft beraubt. Diese Gefahr, die im radikalen Liberalismus ihren Ursprung hat, zeigte bei der Zrage eines jüdischen Sonntagsgoltesdienstes ihren grotzen Umfang, und wies dem forschenden Auge die scharfe Grenze eines verständigen Liberalismus, dem auch die Zugend, und gerade sie, folgen kann. Denn wer könnte eifriger und begeisterter, als die Zugend, einem gesunden Fortschritt seine Kräfte leihen, mehr als sie, die vorurteilsfreier und kritischer allem gegenübersteht. Doch die Tendenz, die in diesen Spalten ihren Ausdruck fand, droht sie zu verstimmen und ihren Weg von dem der grotzen Bewegung zu trennen. Auch die Zugend bewegt die Sehnsucht nach religiöser Wiedergeburt, auch sie sucht den Weg, der nicht nur zu einem politisch, sondern religiös gefestigten, aufrechten Zudentum führt, aber sie sucht und findet ihn vielfach anders, als die Alten. Vielfach entstammt sie Familien, die entsprechend der bisherigen Tendenz der vorigen Generation zur Veräußerlichung des Zudentums neigten, und eine Freitagabend- oder Pessachfeier vom Tische verbannten; vielfach auch Kreisen, die zwar die Bindung des Zudentums empfanden, aber in geschichtlicher Verkennung sie als politische, unreligiöse deuteten. Was die Zugend innerhalb des Hauses nicht fand, suchte sie drautzen bei Altersgenossen und Gleichgesinnten, an die sie das Bewutztsein der gemeinsamen Eigenart band, wie das Bedürfnis nach religiösem Halt. Zn diesem eng verknüpften Kreise leuchtete den Zungen zum ersten Male die Sabbatkerze, die den Alten verloschen war, zum ersten Male wurde ihnen die Bedeutung dieser Zeier klar, die aufs Elternhaus übertragen, in neuem Glanze erstand. Aufs neue deckle sich der Pessachtisch, aufs neue erstand aus verstaubtem Kasten der Ehanukkaleuchter. Dieser Vorgang wiederholte sich in wenigen Zähren in allen Lagern und Gruppen des deutschen Zudentums. Von der zionistischen Zugendbewegung über die „Kameraden" bis zu den liberalen Zugendvereinen. Ueberall erscheinen in den Zeitschriften der genannten Verbände, wie in Tageszeitungen die Anzeigen der Zugendverbände, die zu Freitagabendfeiern einladen wie zu den häuslichen Feiern der verschiedenen Zahresfeste. Diese Bewegung, die von der Zugend ihren Anfang nimmt und bei ihr immer weitere Kreise erfaßt, mehr und mehr auch die Alten ergreift, bedeutet einen religiösen Umschwung, der, weil durch Tatsachen belegt, nicht zu verkennen ist. Wie die politischen Verhältnisse durch den Sturm des Antisemitismus uns gesellschaftlich zueinander führen, so spannt sich in religiöser Hinsicht das Bewutztsein der jüdischen Eigenart stärker und stärker und verspricht in Zukunft ein starker Stützpfeiler einer erstarkten jüdischen Gemeinschaft zu werden. Sollten diese Tatsachen Herrn Rabbiner Dr. Loblenz unbekannt geblieben sein? Sollte er den religiösen Kern, der in der jüdischen Zugendbewegung steckt, verkannt haben? Zm Hinblick auf die oben gekennzeichnete Entwicklung der neuesten Zeit, wie im Znteresse des guten Kerns der liberalen Bewegung mutz ich als Liberaler schärfsten Einspruch dagegen erheben, datz ein Same im Keime vernichtet werden soll, der im Begriff ist, eine starke Frucht zu entwickeln. Denn die Forderung eines jüdischen Sonntagsgottesdienstes stellt im Hinblick auf die Zielrichtung der heutigen Zugend, auf die es wohl nicht zum wenigsten ankommt, ein Paradoxon dar, wie es stärker nicht zu denken ist. Den geistigen Wert des Sabbats zu schildern, ihn insbesondere Herrn Dr. Eoblenz vor Augen zu führen, ist wohl überflüssig, ein Blick auf frühere Geschichtsepochen, und was den Zuden der Sabbat sein konnte» dürfte jedem genügen. Der Sonntagsgottesdienst ist eine höchst überflüssige Konzession an die Bequemlichkeit und Gedankenlosigkeit der einzelnen. Wer den Freitagabend aus „Zeitmangel" nicht begeht, wird auch nicht Zeit finden, am Sonntag in der Frühe einen Gottesdienst zu besuchen. Das Einfachste ist es natürlich zu sagen: die Zeiten sind nun einmal so, und wir müssen der „Moles iners" und ihren Gewohnheiten nachgehen. Das Schwerere, doch Bewundernswertere ist es, der jüdischen Zugend im Kampfe um ein jüdisches Leben mit seinen Zormen zu helfen und gegen den Strom der Alten zu kämpfen. Die Zdee eines „jüdischen" Lynnlagsgollesdienstes ist ein Einflutz eines Hyperliberalismus, dem größere Anhängerschaft, insbesondere im Kreise der Zugend versagt sein dürfte. Neuerungen sind nötig und gut, doch dürfen -sie ein gewisses Matz nicht überschreiten, damit der gute Kern des Liberalismus erhallen bleibe und durch jene Auswüchse nicht Schaden nehme. Darum seid auf der Hut! Aus Schrifttum und Literatur Aus Bibel und Schrifttum. Von Robert Hirschfeld, Berlin. Kap. 11, Vers 1—9. Die aus der Arche Gerettete» erbauen in einer grotzen Ebene eine Stadt und wolle» dahinein einen Turm setzen, der bis zum Himmel reiche» soll. Dadurch wollen sie sich einen hohen Ruhm verschaffen und ein weithin sichtbares Zeichen haben, um sich nicht über die Erde zu zerstreuen. Gott vereitelt ihre Absicht, indem er ihre Sprache verwirrt und sie so veranlatzt, sich voneinander zu trennen. Der Ort wird Babel genannt, was mit „Verwirrung" erklärt wird. Die Erzählung soll offenbar Antwort geben auf die Frage nach der Herkunft der verschiedenen Sprachen. Außerdem will sie wohl auch das Vorhandensein eines gewaltigen Bauwerks erklären, dessen Anfänge oder Ueberreste während der babylonischen Gefangenschaft die Zuden in Erstaunen versetzte. Die Erklärung des Namens „Babel" aus einem hebräischem Verbum ist natürlich falsch, der Name bedeutet „Gottespforte". Kap. 11, 10—32. Nach dem Schema des Kap. 5 wird hier eine Völkertafel entworfen, die in 10 Geschlechtern von Sem bis Abraham führt. Die Lebensdauer der Menschen wird fast ständig geringer. Die Stammtafel endet ebenso wie Kap. 5 in drei Namen. Terah, der Vater Abrahams wohnt in Ur in Ehaldäa» der Stadt, deren Bedeutung in religionsgeschichtlicher Beziehung durch Ausgrabung in den letzten Zahrzehnten besonders erwiesen ist, vielleicht ist so die religiöse Einstellung Abrahams leichter zu erklären. Terah hat Vers 31, die Absicht mit seiner Familie nach Kanaan zu ziehen, stirbt aber unterwegs in Haran und sein Sohn Abram (wie er zunächst heitzt) führt die Absicht seines Vaters aus. (Kap. 12, 5.) Mit Kap. 12 beginnt die Geschichte der drei Stammväter und damit des Volkes Zsrael. Was die Namen Abraham, Zsaak und Zakob ursprünglich bedeutet haben, ob sie Bezeichnung von Stämmen oder Orten waren, ist nicht genau festzustellen. Alles was darüber von älteren und neueren Bibelforschern gesagt wird, ist meist nur Annahme ohne durchschlagenden Beweis. Zn den Geschichten, die das Leben und die Taten der drei Stammväter schildern, bietet sich häufig Gelegenheit, die religiöse Größe, die Eharakterstärke und die sittliche Kraft dieser Männer zu bewundern. Die Art unserer kurzen Bemerkung zur Bibel lätzt es aber nicht angebracht erscheinen, oft und weitläufig darauf einzugehen. Wir wollen in der Hauptsache das Tatsächliche hervorheben und die äußeren und inneren Zusammenhänge klarlegen. Kap. 12, 1—9. Abraham wird von Gott berufen, alle seine äußeren Beziehungen abzubrechen und in ein ihm unbekanntes Land zu ziehen. Zn willigem Gehorsam folgt er dem Ruf Gottes und gelangt mit seiner Frau, seinem Neffen Lot und all seiner Habe nach Kanaan. (Der Widerspruch zu dem oben angegebenen Grunde für seine Wanderung nach Kanaan ergibt sich zwanglos aus der Annahme einer anderen Quellenschrift.) Der dem Abraham verheißene Segen ist teils ein materieller (zahlreiche Nachkommenschaft) teils ein ideeller (durch dich sollen alle Völker der Erde gesegnet werden). Abraham errichtet bei Sichem und Bethel Altäre und nimmt so gewissermaßen durch eine religiöse Handlung Besitz von dem Lande, das ihm Gott noch einmal als Eigentum verspricht. Vers 0. Elaun Maureh wird vpu den Aelteren mit „Hain Moreh", von Kautzsch mit „Orakelterebinthe" übersetzt. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Stätte der Gottesverehrung unter einem großen Baum, der wie überall im Altertum als Wohnort eine» Gottheit, und darum als heilig angesehen wurde. Fortsetzung folgt.

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