Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 3 (1923)
- Issue
- 15 (13.4.1923)
- Date
- 1923-04-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2613366-2613709-2613724--0597-2617869- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
felternbeiräte für unsere Keligionssckulen. Von Zrau Martha Ollendorff. Der Grundgedanke der ÄerfüFmg des Kultusministers Haenifch vom 5. November 1919 ist die Förderung und Vertiefung der Beziehungen zwischen Schule und Haus. Darum heißt es: Der Llternrat hat eine nur beratende Tätigkeit; fie soll lediglich in Wünschen und Anregungen bestehen, die sich auf Schulbetrieb, Lchulzucht und die körperliche, seelische und geistige Bildung bestehen, und die über den Linzelfall hinaus von allgemeiner Bedeutung sind. Dieser ministerielle Erlaß entspricht einer Auffassung, die in der Schule weil mehr als eine bloße Unterrichtsanstalt, die in ihr die grundlegende Form und Periode des Lebens sieht. Die Mutter, welche ihr Kind zur Schule bringt, fühlt nicht nur den weichen, zärtlichen Schmerz der Trennung, sie bangt davor, wie der Einfluß fremder Kinder und fremder Erwachsener auf die unberührte Seele ihres Kindes fein wird, ob es in dem ersten Abschnitt eigenen Lebens erstarken und rein bleiben oder ob es ^Schaden nehmen wird. Der Lehrer empfängt einen Sögling, von dem er kaum mehr als den Namen weiß, er will und soll ihn aber kennen und verstehen, um ihn als wahrer Lehrer, nämlich als Erzieher, aus der zarten Eindrucksfähigkeit der frühen Kinderjahre über die gefahrvolle Entwicklungszeit zu einer gewissen Lebensreife zu führen. Zwischen Schule und Haus die innere Verbindung herzustellen, das hat seine sehr großen Schwierigkeiten, besonders in den umständlichen Beziehungen unserer Großstadt. Die Eltern scheuen sich, mit ihren Anfragen und Gesuchen lästig zu werden, der Lehrer ruft sie nur in seltenen Fällen, und sie folgen diesem Nuf mit der sicheren Vorstellung, hier müsse etwas „passiert" sein. Aus dieser Erfahrung Heraus, aus dem Wissen von Mißerfolg, Mißverstehen, Enttäuschung, Entgleisung der Lernenden, sowie aus der richtigen und ernstesten Bewertung des Lehrer- und' Erzieherberufes ist die Einrichtung des Elternbeirates geschaffen worden. Sie ist aus wahrhaft demokratischem Geist geboren, indem sie beiden Parteien, Elternschaft und Lehrerschaft, als Gleichberechtigten Gelegenheit zu freier Aussprache gibt. Mußte dieser Fortschritt nicht von beiden Seilen freudig begrüßt und eifrig gepflegt werden? Versprach er nicht genug, um sich gegen Widerstände durchzusetzen, wie sie naturgemäß jede Neuerung zu überwinden hat? An dieser Stelle interessiert uns zu dieser Frage vornehmlich, wie sich unsere Neligionsschulen zur Einrichtung von Elternbeiräten gestellt haben. Nachdem der ministeriellen Verfügung gemäß am Anfang des wahres 1920 Elternbeiräte an den Mittelschulen der Berliner Gemeinde eingerichtet worden waren — sie funktionieren zu allseitiger Zufriedenheit und mit gutem Erfolge —, wurde der Antrag zur Einrichtung von Elternbeiräten an den Neligionsschulen der Berliner jüdischen Gemeinde von 'Herrn Dr. Zsmar Freund in einer Denkschrift dem Schulvorstand vorgelegt. Dieser Antrag wurde an die Dirigentenkonferenz weitergegeben. Herr Dr. Freund vertrat sie persönlich und stellte nach eingehender Begründung im wesentlichen folgende Ziele auf: Durch den engeren Verkehr mit den Eltern ist die Gleichgültigkeit weiter Kreise gegen den Religionsunterricht nicht nur zu bekämpfen, sondern es kann Oie Kinder. Bon Siementine Krämer, München. 1. Das Mädchen. Der Unterricht war eben;u Ende gegangen und die kleinen Mädchen der dritten Klasse machten einen Heidenspektakel durch ihr Hin- und Hergerede, Lachen und Kichern und durch das Tinpacken der Schulbücher. Da ruft die Thristine Schnitze laut mitten hinein: „Donnerwetter, da gehts ja;u wie in einer Zudenschul'" . . Gelächter ringsum. Einige stoßen sich an und blicken aus Hannah Zreudenthal, die einige Züdin in der Klasse. Diese verfärbt sich tiefrot bis rum Hals hinab. Denkt im Augenblick nichts als: Zetzt blos nicht losheulen müssen! Marianne von Winterwerber, die Längste von allen, stößt sie an: „Du, hast Du gehört, Zudonschul'l" „Freches Ding!" preßt Hannah heraus und wendet sich ab. Und denkt: Pfui, die Winterwerber kann nichts, nicht mal im Handarbeiten, blos frech sein, das ist ihre ganze Kunst. — Hält sich krampfhaft in ihren Gedanken an diese Winterwerber, will sonst gar nichts denken, denn es geht auf diese Weise gut, die Tränen zu unterdrücken. Packt langsam, während sich das Schutzimmer schon fu leeren beginnt, an ihren Schulsachen weiter, stößt dabei mit verstohlenem Blick auf Thristine, die eigentlich ihre Freundin ist und den gleichen Schulweg hat wie sje. Diese drückt sichtlich noch ein wenig herum, schiebt sich dann jedoch scheu;ur Türe vor und ist mit einem Ruck draußen. Wie Hannah allein als Letzte die Treppe hinuntergeht, tropfen ihr schließlich doch ein paar Tränen aus den braunen Augen. Aber jetzt macht es schließlich nicht mehr so viel; Gott sei Dank, sind ja schon alle gegangen. Bor dem Schultor steht die Thristel. Sagt zunächst kein Wort, trottelt nur so nebenher. Rach einer Weile beginnt sie etwas von dem heutigen fran;ösischen „diciee“, und sie wisse schon verschiedene „tsutes", und ob es ihr — Hannah — auch so schwer geworden sei? „Rein, nicht so besonders," gibt die Gefragte hin, ohne aufrublicken. Denkt nur immer besorgt, man werde ihr doch nicht ansehen, daß sie geweint habe. — Kurz ehe Thristel in die Straße abbiegt, in der sie wohnt, stößt sie heraus: „Rämlich die Babett, die alle Woche einen Tag die Wäsche bei uns ausbessert, die sogt immer, wenn wir Kinder so ein reges und warmes 2n1ereffe dafür wachgerufen werden. Durch die Aufmerksamkeit der Eltern würde der Religionsunterricht ernster genommen, die häuslichen Arbeiten besser gemacht und die Gchule regelmäßiger besucht werden, die Frequenzzcchlen, die nachweislich an manchen Schulen recht gering sind, würden sich heben. Die Dirigentenkonferenz lehnte den Antrag ab, und man hatte das Bedenken, es könnten sich parteireligiöse Differenzen ergeben. Man fürchtete die Einmischung der Eltern in interne Angelegenheiten der Schule, und der Erwartung eines besseren Schulbesuches begegnete man mit der Meinung, daß der Elternbeirat „sich nie zu dem Bütteldienst hergeben würde, die Kinder in die Schule zu treiben!" Die Nichtigkeit der Grundidee wurde anerkannt. ' Die Ausführung shtzhe aber nicht beim Elternbeirat, dev^ Rabbiner allein könnte von der Kqnzel herab in der gewünschten Richtung wirken. Daraufhin beschloß der Schulvorstand nach Aufstellung von Rormativbeftimmungen erneut, Stellung zu dieser Sache zu nehmen. So stehen die Dinge heute. Es muß zugegeben werden, daß auch unangenehme Erfahrungen mit den Elternbeiräten gemacht worden sind. Die Einrichtung bringt Unbequemlichkeiten, Zeitverlust und auch unvermeidlich manche Reibung und Belästigung mit sich. Andererseits ist es nicht zu leugnen, daß die Verfügung eine vortreffliche Handhabe schafft» um durch den Verkehr der Lehrer mit den natürlichen Erziehern ihrer Schüler den eigentlichen und höchsten Zweck des Schulbetriebes und Unterrichts, die Erziehung ganz wesentlich zu unterstützen. Die Lehrerschaft hat es in der Hand, von vornherein auf Wesen und Formen (auch Umgangsformen) der Elternbeiräte bestimmenden Einfluß zu nehmen. Sie darf nur nicht geringschätzendes Mißtrauen in die Vertretung der Elternschaft setzen. Die Schule darf die Kontrolle nicht nur nicht scheuen, sie muß sie wünschen. Die Verfügung schützt vor Einmischung, indem sie dem Elternbeirat nur beratende Tätigkeit und auch diese nur in Angelegenheiten von allgemeinen, prinzipiellen Interessen einräumt, Einzelfälle aber ausschließt. Die Form und 2 n 1 e n s i 1 ä 1 des Verkehrs zwischen Lehrern und Elternvertretung ist von Bedeutung. Neben den großen Elternversammlungen müßten die Klassenlehrer, öfter eine besondere Aussprache mit den Eltern ihrer Zöglinge, bezw. den betreffenden Mitgliedern des Elternbeirates haben. Diese werden bald in dem Lehrer die besten Freunde ihrer Kinder erkennen; in Würdigung seiner liebevollen Gesinnung und ernsthaften Arbeit werden sie ihm ihre Kinder gern schicken; auf Ordnung, Regelmäßigkeit und häuslichen Fleiß besser achten und durch ihr Beispiel sowie durch direkte Beeinflussung anderer, d. h. Gleichgültiger und Widerstrebender, ihre gebesserte Meinung von der Religionsschule zur Wirkung bringen. Was die schwerwiegenden Einwände der Dirigentenkonferenz betrifft, es könnten parieireligiöse Differenzen in den Unterricht getragen werden, so bestehen derartige Spaltungen und Unstimmigkeiten in den Kreisen der Eltern zweifellos zum Schaden der Schulgemeinfchaft. Gerade für die sachlich und überlegen geleitete Aussprache in den Elternbeirats-Bersammlungen kann es Aufgabe fein und ihr kann es gelingen, den Zwiespalt zu mildern, Achtung, Verständnis und Duldsamkeit herbeizuführen. Nur ein Wort über die oben erwähnte Zumutung, die Eltern sollen den Bütteldienst leisten, ihre Kinder in einen Lärm vollführen: „Da gehts?u wie in einer . . Und sie schluckt und renns davon. * * , * Zrau Zreudenthal fragt, ihre Kleine, wie sie noch kaum ins Zimmer getreten ist, ob sie Halsweh habe, oder was sonst nicht in Ordnung sei. Sogleich kommen die Tränen herabgelaufen. Erzählt das Erlebnis und fragt, wie sie?u Ende ist, vor allem danach, was wohl die Mutter an ihrer Stelle getan haben würde. „Weißt Du," sagt diese und legt sich die Geschichte einen Augenblick zurecht, <»,ich glaube, ich hätte es ebenso gemacht wie Du. 2ch meine, es war nicht so furchtbar schlimm; das ist halt so ein Ausdruck. Schön ist er nicht, Du hörst ja, wo ihn die Thristel aufgeschnappt hat, gewiß ist es eine sehr ungebildete ZlicknähKin. Daß es Deiner Zreundin gleich danach leid tat, kannst Du daraus merken, daß sie auf Dich wartete; ein jeder redet mal gedankenlos hin." Da ist die kleine Hannah ganz von Seligkeit erfüllt, daß sie nicht irgendeine Pflicht versäumte. ll. Der Zunge. Die beiden Sextaner Karl Miller und Johannes von Sörgenthien kon^nen quer über die Straße gelaufen, rennen an den Hans Zreudenthal hin, als ob fj^ ihn umwerfen wollten, und pflanzen sich dann vor dem ihn begleitenden Zritz Betz auf: der solle doch nicht mit dem Saujud gehen, wo doch die Zuden den Heiland .... Da haut der Zreudenthal mit Eiligkeit jedem von den beiden ein» solide Ohrfeige über die Backe. „Wollts noch was?" fragt er dann und bleibt in abwartender Stellung, den Arm so gestreckt und nach rückwärts gehalten, als wolle er gegebenenfalls sofort zu neuen Schlägen ausholen. Da gehen die zwei Angreifer brummelnd ihrer Wege- * * „Du, Mutter," fragt, heimgekommen, Hans Zreudenthal. „haben eigentlich die Zuden wirklich Zefzis gekreuzigt?" / „Rein, getan haben es wohl die Römer, aber die Hohepriester der Zuden beantragten es, das stimmt schon." Wieso er danach frage? forscht die Mutter. Der Zunge erzählt die Geschichte und er habe, weil er nicht recht gewußt hätte, was er antworten solle, jedem der beiden einfach eine „heruntergezogen". Ob ihm denn wirkliche gar keine andere Entgegnung eingefallen wäre, und er wolle sich doch jetzt mal gefälligst besinnen, ermahnt ihn die Mutter. die Schule zu treiben. Diese Auffassung ist vom Standpunkt eines/Religionslehrers überhaupt nicht verständlich; gäbe er danm nicht zu, daß der Besuch der Religionsschule eine Qual und Strafe sei? . Die ablehnende Tendenz eines Teiles der Lehrerschaft, wie sie in der Ablehnung des Elternbeirates durch die Dirigentenkonferenz zum Ausdruck gelangte, mußte den Eindruck erwecken, als wollte sie sich weiter abschließen und in sich in ihren Kreisen nicht stören lassen. Damit könnte sie sich um das Vertrauen und die Sympathie einer liberal gesinnten O e f f e n t l i ch k e i 1 bringen. Bor allem soll und dürfte ste sich selbst einen größeren und nachhaltigen Einfluß Zutrauen, um auf die Eltern stärker zu wirken, als es die verhallende Predigt auch des beredtesten Geistlichen vermag. Zum Beweise eines gedeihlichen Zusammenwirkens sei noch erwähnt, daß der Elternbeirat der Mädchenmittelschule mit dem Lehrerkollegium und den Helferinnen des jüdischen Frauenbundes sich in der Schulfürsorge vereinigt hat. Eine Einrichtung, deren Bedeutung der jüdische Frauenbund von jeher hervorgehobon, für welche er sich überall, wo es erwünscht war, eingesetzt hat, die jedoch bedauerlicherweise sich nur an wenigen Anstalten einführen ließ. Auch hier liegt bei manchen Kollegien ein Mangel an Entgegenkommen und Wollen im modernen Geiste zugrunde, auch hier scheint ein Hängen an dem Gewohnten und ein gewisser Argwohn den Laien gegenüber fortschrittshindernd zu sein. Dienst an der Schule ist Dienst an der Gemeinschaft; die religiöse Erziehung und Unterweisung ist die Grundlage für das Werden unserer 2ugend und unserer Zukunft. Kein Schritt auf dem Wege einer Vorwärtsentwicklung sollte ungetan bleiben. Zur frage des Sonntagsgottesdienftes. Herr Rabbiner Dr. L e w k o w i tz hat in Ar. 9 unserer Zeitung vom 2. Mär; d. 3. ju der Zrage des Sonntagsgottesdienstes Stellung genommen. Die Redaktion hatte diesem Aufsatz die Bemerkung beigefügt, daß sie sich den Standpunkt des Verfassers nicht zu eigen mache. Demgemäß hält sie es für ihre Pflicht, nunmehr auch Herrn Rabbiner Dr. E o b l e n j das Wort zu geben, der auf den Aufsatz von Herrn Dr. Lewkowitz in den „Mitteilungen der Ziidischen Reformgemeinde" folgendes erwidert hat: Lewkowitz behauptet, daß die Einrichtung des Sonnlagsgollesdiensles eine rationalistische Forderung sei, die, wenn sie erfüllt werde, die deutschen Zuden noch tiefer in den Strom der nichtjüdischen, d. h. brutal egoistischen Lebensanschauungen unserer ^)eit hineintreibe, weil sie den Partikularismus der jüdisch-religiösen Formen schwäche, und dieser Partikularismus der Formen ist nach Lewkowitz notwendig, um den Universalismus der jüdischen Ethik durchführen zu können, denn beide „gehören zusammen". Wir halten diese ganze Argumentation für falsch. Falsch ist nach unserer Meinung insbesondere die Auffassung, daß der Sonntagsgottesdienst aus rationalistischen Erwägungen heraus gefordert werde. Gerade das Gegenteil ist richtig. Tausende von liberalen 2uden verlangen heute den Sonntagsgottesdienst, weil sie das Bedürfnis nach religiöser Erbauung haben und weil ihre wirtschaftliche und berufliche Abhängigkeit ihnen den Besuch des Freitagabend- oder des Sabbatmorgen-Got- Da meint Hans halblaut und zögernd und verlegen, daß er höchstens hätte erwidern können, sie hätten es nicht böse gemeint. Die Mutter versteht nicht gleich: „Wieso nicht böse gemeint, wer denn?" „Aa halt eben die Zuden." „Weißt Du, Hans, die Antwort wäre erst gar nicht mal so dumm gewesen, oder vielmehr gar nicht so falsch. Bios würde er durch sie," fügt" sie an, „den Buben gegenüber kaum?u seinem Recht gekommen sein. Aber, wie gesagt, falsch wäre seine Zdee nicht, denn Zesus habe selbst am Kreuz den lieben Gott gebeten: .Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun'." " „Also bitte, Mutti, Du sagst selbst, s o aber könne man es den Buben nicht sagen, was also hätte ich tun sollen?" „Man müßte ihnen eben sagen, die Zuden hätten gemeint, sie machten ihre Sache gut so und recht und dienten dem lieben Sott damit, was freilich ein ganz falsches Denken war. Und vielleicht könnte man ihnen ferner noch klar machen ich weiß bloß nicht, ob sie das verstünden..." „Sind schon schwerdumme Kerle, gerade die Zwei," gibt Hans zwischenhinein. „dagegen der Betz zum Beispiel, der ist dabei gestanden und hat nicht gewußt, was denken, dem kann man schon was beibringen." * * „Man könnte davon sprechen," fährt Zrau Zreudenthal weiter fort,' „daß eben durch das unerhörte Leid Zesus so groß wurde, weißt Du, zum Beispiel Tante Molchen ..." ' „Wie komisch, die hat zugeschaut." „Tante Malchen?" . . „Za. ich hatte sie gar nicht erst bemerkt, aber wie die Keilerei herum war. rief sie mich auf einmal zu sich an ihren Rollwagen und fragte mich, wieso ich denn zugehaut hätte, und sie habe mich nicht für so einen gehalten. der auf der Straße eine Rauferei macht. De habe ich ihr gesagt, sie hätten auf die Zuden geschimpft. Aber Tante Malchen hat dann wieder gesagt, auch in so einem Fall soll man nicht zuhauen; denk' mal, sie hat gesagt, in keinem Zoll; iö) habe schon gemerkt, sie ist eine Pazifistin. Aber schließlich zog sie dennoch ein Stück Außschokolade aus ihrer Tasche und schenkte es mir; sie sagte aber, sie gäbe es mir „bloß so", verdient hätte ich es heute nicht. Wegen der Rauferei, hat sie gemeint." „Aa siehst Du," entgegnet die Mutter, „ich wollte eben sagen, daß Tante Malchen zum Beispiel auch erst so gut wurde durch das Leiden, sie war gar nicht eine so edle Zrau damals, wie sie noch gehen konnte. Also könnte man den Zungens vielleicht sagen, daß die Zuden schon darum nicht wissen konnten, was sie taten, weil