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Jüdisch-liberale Zeitung · 1923-01-19 · 3 (19.1.1923) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
3 (1923)
Issue
3 (19.1.1923)
Date
1923-01-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Prophetisches Judentum und Urchristentum. Von Dr. 2N. Spanier (Magdeburg). Dem Heroldsruf nach Verinnerlichung der Religion ist es zu danken» daß im jüdischen Lager die Parole ertönt: Zurück;um prophetischen Judentum!, und im christlichen: Furückzum Urchristentum! Rach der allgemein üblichen Auffassung der christlichen Theologen arbeiteten die römische, griechische und jüdische Religion gemeinsam an dem Entstehen der vollen Wahrheit, aber sie alle Drei stellten die Wahrheit nur als Moment oder als im Werden begriffen dar, die volle Wahrheit, wie sie im Thristentum erreicht sei, hätte diese drei Religionsstufen aufgehoben, indem sie dieselben nicht einfach negierte, sondern es hätte die in jeder von ihnen enthaltenen Wahrheitsmomente in sich aufgenommen und habe sich so auf eine höhere Stufe emporgehoben. Run ist aber der Inhalt des prophetischen Judentums das Hochziel aller Religionen — selbst nach dem Bekenntnis christlicher Theologen. Wo steckt also die volle Wahrheit — abgesehen davon, daß die volle Wahrheit bei Gott allein ist. Lassen wir die hervorragendsten Propheten an unserem geistigen Auge vorüberziehen. Wenn Spenglers vielbesprochenes Werk „Der Untergang des Abendlandes" mit den etwas stark pretenziösen Worten beginnt: „In diesem Buche wird zum ersten Male der Versuch gemacht, Geschichte vorauszubestimmen", so können wir darauf Hinweisen, daß der älteste der jüdischen Propheten, Amos, es war, der den Untergang des Volkes Israel nicht nur voraus verkündigte, sondern ihn als unbedingt notwendig forderte. Amos machte ernst mit dem mosaischen Gedanken, daß Gott Quell und Hort von Recht und S i t t l i ch k e i t sei. Der einzig w a h r e G o t t e s d i e n st sei — Menschenliebe. Dieser Gedanke, der eine Welt aus den Angeln heben sollte, ist 1 u e r st von Amos gedacht und ausgesprochen. Hatte Amos die Religion und Gottesbegriff auf ein ethisches Fundament gestellt, so fügt H o s e a das religiöse hinzu, indem er in Gott die Liebe erkannte. Hosea ist der Prophet der Hoffnung geworden: mag die Gegenwart noch so trostlos und verzweifelt sein, die göttliche Liebe überwindet alles. Und wie für Amos, so steht auch für Jesaja die unbedingte Rotwendigkeit fest, dah alles Hohe und Stolze stürzen muh, damit erniedrigt werde die Hoffart der Menschen und gedemütigt die Ueberhebung der Leute und Gott allein erhaben sei an jenem Tage. In I e r e m i a hat die Religion Israels die reinste Darstellung gefunden. Tr hat sie mit völliger Klarheit von allem Aeußerlichen und Materiellen losgelöst und sie auf ein rein geistiges Fundament gestellt. Der Idealismus und der Universalismus der Religion und vor allem der Individualismus der Religion, die Religion ein persönliches Herzensverhältnis des Individuums zu Gott — das find die geistigen Errungenschaften Jeremias. Vgl. die ausgezeichnete Abhandlung von Professor T. H. Tornill „Israel. Volksreligion und die Propheten" in dem Sammelwerk des Thristentum (Leipzig 1908), die mit den Worten schließt: „Ich kann tatsächlich keine Erscheinung in der Geschichte des menschlichen Geistes, die an Großartigkeit und religionsgeschichtlicher Bedeutung sich vergleichen liehe, mit der Entwicklung der Religion Israels von Mose bis auf Jeremia." Eine schönere Apotheose aus die jüdische Religion braucht nicht gewünscht zu werden. — Ehristliche Bibelkritiker verfechten die These, die jetzt nahezu zum Dogma erhoben worden ist: Lex post prophetas, dah die gesetzlichen Vorschriften exilischen und nachexilischen Ursprungs sind. In eine Erörterung dieser Frage treten wir hier nicht ein, sondern bemerken: Die prophetische Religion ist und bleibt die urwüchsige, echtjüdische Religion. Unsere Gegner sind bestrebt, sie zu einer „Gesetzesreligion" herabzuwürdigen mit dem Hinweise darauf, dah sie — nach Harnack — die Moral erdrückt habe. Nichts ist falscher und ungerechter, als das Urteil. Besonders war es Schürer feiner Heit, der zur Verbreitung der unwahren Auffassung von der Veräußerlichung des religiösen und sittlichen Lebens der Juden stark beigetragen hat. Die vis inertiae unter dem Menschen-, insbesondere dem Theologengeschlecht, läht vererbte Irrtümer nur schwer beseitigen. Jüdische Gelehrte, wie B a e ck, E l b o g e n, Eschelbach er, Gudemann, F. Perbs, Schreiner und Wohlgemuth, traten damals auf den Plan, um das Vorurteil zu bekämpfen und zu berichtigen. Und nun zum U r ch r i st e n t u m i Die Anfänge des Ehristentums und mit ihm als im Mittelpunkte stehend das Jesusproblem, das Arthur Drews in eine Astralmgthe verflüchtigt, find in Dunkel gehüllt. Wir sind hier — nach Harnack — auf das Reue Testament als „die einzige zuverlässige Quelle" angewiesen. (Siehe dessen „Protestantismus und Katholizismus in Deutschland. Berlin 1907.) Dieser berühmte Kirchenhistoriker erklärt allerdings in einer anderen Schrift, die mir nicht zur Hand ist, dah aus den evangelischen Schriften ein geschichtliches Lebensbild Jesu sich nicht konstruieren lasse. Das ist offenbar eine Antinomie. Die evangelischen Schriften widersprechen einander und die christlichen Theologen sind in dieser Frage höchst uneins, nur einig sind sie in der ausgesprochenen Tendenz, ja weit vom Judentum abzurücken. In seinem Werke Palästina und seine Geschichte (Leipzig 1904) schreibt Professor Hermann Freiherr v. Soden: „Der Grund, aus dem Jesus das meiste sog, ist die Geisteswelt der Propheten-Die Frömmigkeit, die feine Gestalt durchglüht, ist die schlichte Herzensfrömmigkeit der Psalmisten. Wenn wir mit ihm Gott feinen Vater nennen, dürfen wir das Alte Testament als den Musterboden seiner Persönlichkeit bezeichnen. Aber er atmete noch eine andere Luft" usiv. Professor E. von Dobschütz meint („Griechentum und Ehristentum" in der Sammelschrift: Das Thristentum): „Dah noch, ehe das Thristentum feine grohe Mission in der griechischen Welt begann, eine Mischform in dem sogenannten hellenistischen Judentum entstanden war, die vielfach zur Anknüpfung dienen konnte. Damit ist aber nicht gesagt, dah das Thristentum nur einfach die Arbeit dieser jüdisch-hellenistischen Propaganda fortsetzt: Es hatte ganz andere Aufgaben und hat sich seinen Weg selbst gebahnt." Roch eine bedeutsame christliche Stimme. „Kaum gibt es eine Tatsache (Harnack, Die Mission und Ausbreitung des Ehristentums in den ersten drei Jahrhunderten, Leipzig 1902), die des Rachdenkens so würdig ist, wie die, dah die Religion Jesu auf jüdischem Boden und — worauf man mit Recht hingewiesen hat — auf semitischem Boden überhaupt keine Wurzeln hat fassen können. Es muh doch etwas in dieser Religion gelegen haben und liegen, was dem freieren griechischen Geist verwandt ist. In gewisser Weise ist ja das Thristentum bis auf den heutigen Tag griechisch geblieben." Um nun noch einen jüdischen Theologen zu hören. Abraham Geiger behandelt in seiner „Jüdischen Feitschrift für Wissenschaft und Leben", 3. Jahrgang, Breslau 1804-05 die Entstehung des Ehristentums und bemerkt daselbst: „Er (Jesus) war ein Jude, ein pharisäischer Jude mit galiläischer Färbung, ein Mann, der die Hoffnungen der Jeit teilte und diese Hoffnungen in sich erfüllt glaubte. Einen neuen Gedanken sprach er keineswegs aus, auch brach er nicht etwa die Schranken der Rationalität." (Diesen letzten Satz haben ihm christliche Theologen sehr verdacht.) Wir haben schon erwähnt, daß die evangelischen Schriften voller Widersprüche sind. Hier nur einige wenige: In den drei ersten Evangelien lebt und wirkt Jesus in Galiläa, erst kurz vor seinem Tode finden wir ihn in Jerusalem — im vierten Evangelium ist Galiläa nur eine Episode, der Rachdruck fällt auf Judäa und Jerusalem. Die Synoptiker — so nennt man die ersten drei Evangelisten — erzählen von einem einzigen öffentlichen Jahre» das vierte Evangelium mit seinen drei Passahfesten umspannt zwei bis drei Jahre. Die Tempelreinigung verlegt Johannes vom Ende in den Anfang des Wirkens Jesu, sie ist damit ausgeschaltet als Motiv für den geschichtlichen Ausgang. Abschiedsmahl und Todestag datiert Johannes um je einen Tag zurück; sein Jesus stirbt am 14. Rässan, an welchem Tage er bei den Synoptikern mit den Jüngern Passah feiert. (Ausführlich hierüber Th. Kappstein: Bibel und Lage, Berlin 1913.) Ls steht fest, dah von einer „Zuverlässigkeit" der Quellen keine Rede sein kann. Trotz alledem darf die große Macht des Lhristentums nicht verkannt werden. Und das Judentum — es hat Feiten und Völker überdauert und ist bis heute noch nicht überwunden worden, es wird weiter an den hohen Aufgaben arbeiten, Kulturgüter zu mehren und die Menschheit auf eine immer höhere Stufe der Sittlichkeit zu heben. Hierzu gehört, daß Haß und Neid und Vorurteile unter den Konfessionen schwinden. Es ist die Aufgabe der Religion und der Wissenschaft zugleich, auf die Milderung der konfessionellen Gegensätze hinzuarbeiten und eine friedliche Gesinnung Andersgläubiger gegenüber anzubahnen. Das jüdische Wunder. Von Dr. phil. Zritz Wachsner. Die jüdische Religion begann bereits zur Feit des zweiten Jesaias und des Verfassers des Buches Jona ihre völkischen Füge abzustreifen, um immer mehr zur W e l t r e l i g i o n zu werden. Bei uns in Deutschland hat sie, seit die Ghettomauern gefallen sind und damit ihre Bekenner unter die gleichen Lebensbedingungen kamen, wie die christlichen Mitbürger, auch im Kultus, immer mehr deutsche Füge an die Stelle der orientalischen gesetzt, ein Prozeß, der trotz des in den letzten zehn Jahren gesteigerten Fuzuges von Qstjuden schwerlich auszuhalten sein dürfte, da er dem Wesen des Judentums eben als Weltreligion völlig entspricht. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, daß die Entwicklung des deutschen Judentums in vielen Punkten der des Ehristentums parallel geht. Hier wie dort finden wir Gleichgültigkeit und Abkehr von der Religion, die man mit Kirche und Kultus verwechselt. Der Mensch wurde übermütig, als ihn die moderne Naturwissenschaft hart an die Grenzen des Erkennbaren führte, er glaubte, die Natur jetzt nicht nur erklären, sondern auch beherrschen zu können. Gott war in seiner Weltanschauung überwunden, hatte doch die Wissenschaft auch schwierigere Fragen ohne ihn lösen können. Schon vor dem Krieg setzte eine rückläufige Bewegung ein, der Krieg vollends zeigte den Menschen deutlicher, als alle wissenschaftlichen Erwägungen, daß sie doch von höheren Mächten abhängen, stärker als zuvor kam das religiöse Lehnen bei Juden und Ehristen zum Durchbruch. Das wissenschaftliche Denken aber, das dem Volke ein unverlierbarer Besitz geworden war, gab diesem Sehnen eine Richtung, die sich van kirchlichen Dogmen immer weiter entfernte. Die christlichen Kirchen fanden sich jede in ihrer Art mit dem Feitgeist ab: Die katholische wies die neuartigen Ansprüche barsch ab und verhinderte gewaltsam das Eindringen moderner Anschauungen in das geheiligte Alte. Die protestantische aber wies dem Wissen und Glauben nebeneinander streng getrennte Arbeitsgebiete an, wollte wesentlich großzügiger, duldsamer, liberaler sein. Man soll als religiöser Mensch Gegensätze des Glaubens nur dann hervorheben, wenn man meint, durch eine Klärung zur Versöhnung derselben beitragen zu können. Diesem Zwecke mag vielleicht auch die Betonung des Unterschiedes zwischen dem christlichen und jüdischen Liberalismus dienen. Bedingt ist dieser Unterschied schon dadurch, daß es eine jüdische Kirche, die bestimmte Glaubenssätze als allgemein verbindlich hinstellen könnte, bei uns in Deutschland nicht gibt. Unser Glaube trägt daher bei allem Hinblick auf die Welt viel individuelleren Eharakter, als der der übrigen Deutschen, innerhalb des Judentums, und besonders des liberalen kann jeder nach seiner Fasson selig werden. Niemand aber braucht sich von ihm abzuwenden, weil ihn das Gewissen zur Ablehnung dieses oder jenes Glaubenssatzes zwingt. Die Grundwahrheiten des Judentums, die Fehngebote, das Gesetz der allgemeinen Menschenliebe, sind dem Juden genau wie dem Ehristen und dem Kulturmenschen überhaupt eingeboren, alles übrige ist, wie schon der Vater des jüdischen Liberalismus, Ehristi Feitgenofse H i l l e l, richtig erkannte, Beiwerk. Der Jude schöpft seinen Glauben zunächst a u § s i ch s e l b st und bereichert ihn täglich und stündlich an der Beobachtung der Natur, des werktätigen Lebens um sich und der rastlosen Tätigkeit der Seele in sich. So baut er sich rein induktiv seinen Glauben auf entsprechend seinem Veranlagung und den Erfahrungen, die er in der Welt sammeln durste. Einem gedruckten Lehrbuch aber kann er sich nicht einfach anvertrauen, ebensowenig freilich wird er einen Mitmenschen wegen seiner Stellungnahme zu einem von beschränktem Menschengeist und ungelenker Menschenhand gefertigten Glaubensparagraphen befehden. Tatsächlich unterscheiden sich im Judentum Orthodoxe und Liberale fast nur auf dem Gebiete des Kultus, sie können streiten, ob man in hebräischer oder deutscher Sprache beten soll, aber der Inhalt des Gebetes wird davon kaum betroffen. In ihm sehen sie das von innen heraus dringende Ahnen der Gottheit, die Menschenseele gilt den Juden als souverän und heilig. Wie aber steht der liberale Jude zum Körper der Religion, zum Heiligen Schrifttum, gelten ihm die biblischen Gesetze, die in ihnen bekundeten Anschauungen denn garnichts gegenüber den vagen Empfindungen der einzelnen Seele? — Wer da glaubt, den jüdischen Glauben nur aus der Tiefe der eigenen Brust schöpfen zu können, steht erst an der Pforte des Heiligtumes. Auch die schönste Seele ist einzeln genommen wertlos, erst die Gemeinschaft, die sie als zu sich gehörig anerkennt, weiht ihre Religiosität zur Religion. Eine Dogmen bildende jüdische Kirche haben wir nicht, wohl aber eine G es ch i ch t e bildende Glaubensgemeinschaft, deren Entwicklung die Bibel getreulich festgehalten hat. Wir sind nicht so bequem, in ihr ein fertiges und für alle Feiten und Völker verbindliches Sgstem des Judentums zu erblicken und halten uns noch lange nicht für treffliche Juden, wenn wir einfach deduktiv die dort gegebenen Weisungen ausführen. Wir halten uns vielmehr für verpflichtet, das alte Schrifttum kritisch zu durchforschen,' um es aus dem Geiste seiner Entstehungszeit und aus dem von dem unsern recht verschiedenen Empfinden der orientalischen Völker recht verstehen zu können. Wer s o die Bibel liest, der findet sein eigenstes Empfinden tausendfach bestätigt, die Deduktionen der Schrift decken sich mit den Enduktionen seiner Seele, er fühlt sich mitten hineingestellt in die Geschichte nicht bloß des Judentums, sondern der Religion überhaupt, er sieht, daß es keinen Stillstand gibt auf religiösem Gebiet, er fühlt sich mit verantwortlich, die Religion zeitgemäß weiter zu entwickeln. Die alten Schriften aber, die ihm diese einzigartige Entdeckung vermittelten, wird er nicht durch sklavischen Buchstabendienst entweihen, sie werden ihm heilig bleiben wie die eigene Seele, deren Geschichte er in ihnen niedergelegt findet. Das aber ist das Wunder des Judentums, daß Geschichte und Erfahrung sich nirgends widersprechen, sondern im religiös gebildeten Menschen sich vielmehr harmonisch vereinigen. Was widernatürlich ist, ist wider Gott, der die ewigen Naturgesetze schuf und den Menschen verpflichtete, nach ihrer Erkenntnis zu streben. Wir wollen Gott nicht überheblich dafür danken, daß er uns anders gemacht hat, als unsere christlichen Brüder. Wir wollen vielmehr Anteil nehmen an den die Wurzeln ihres Glaubens erschütternden Kämpfen der Gegenwart. Für die induktive Erzeugung der Religion im Einzelmenschen hat auch das liberale Ehristentum kein Verständnis, es geht stets von der Schrift aus, von Heilstatsachen, die jeglicher Erfahrung Hohn sprechen. Der Kampf um die Anwendbarkeit des Apostolischen Glaubensbekenntnisses bei der Konfirmation ist beispielsweise weit mehr als eine Angelegenheit des äußeren Kultus, ein Zeichen, daß eine von außen her in ihn hineindeduzierte Religion den modernen Menschen nicht befriedigt, daß er nicht mehr glauben mag, was der Souveränität seiner Seele entgegen ist. Und doch drängen religiöse Kräfte auch im Ehristen allenthalben nach Betätigung. Wie im alten Rom, wendet man sich in Feilen des Niederganges des alten Glaubens neuen Kulten zu, sucht seine Fuflucht bei der Religion fremder Vplker, bei der Naturphilosophie, bei der Mgstik. Nur vereinzelt aber wagen innerhalb der christlichen Kirche freie Geister öffentlich zu bekunden, daß nur die Induktion den Glauben reiten kann, das aber ist nichts anderes, als die Rückkehr zum Judentum. Mit tiefer Ergriffenheit sieht der Außenstehende diesen Seelenkämpfen seiner Volksgenossen zu; der Jude aber, der weiß, was es heißt, ob seines Glaubens Schmerz zu leiden, kann sich nicht fernerhin seiner Pflicht entziehen, er muß seinen Freunden sagen, daß innerhalb des deutschen Volkes das zu finden ist, was sie in fremden Landen suchen: Er muß ihnen enthüllen das Wunder des Iudentums.

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