Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 3 (1923)
- Issue
- 8 (23.2.1923)
- Date
- 1923-02-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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aussprichst, bedecke dein Haupt. Bete mit Andacht; sprich die Worte des Gebetes so» daß du sie nur allein hörst .... Großes, heiliges, wunderbares Mgsterium der jüdischen Volksseele, daß selbst jene furchtbaren Zeiten sejne sittliche Harmonie nicht zu zerstören vermochten. Daran arbeiten nun die Führer, daß aus dem Leben auch nicht eine einzige Nuance schwinde, daß auch nicht ein einziger Stimmungston des eigenartigen jüdischen Gebens verblasse. Sie schreiben die M i n h a g i m auf: um selbst die- Sondergebräuche und die lokalen Litten für alle Zeiten festzulegen. Auch die Zuden der Provence und Spaniens hatten den Minhag nicht außer Acht gelassen; doch erst unter den deutschen Zuden hatte der Brauch jede Bedeutung erlangt, und war so erstarkt, daß er selbst einer talmudischen Forderung gegenüber sich durchsetzte: Gam im tenan Perek kamma.Io jichnas lamerchaz samuch leminchah beerew schabbat, achen anu rochazin .... samuch leminchah (Maharil). Darin bestand die Freiheit und Unabhängigkeit des deutschen Zuden gegenüber den Ueberlieferungen, daß sie sich von anderen Traditionen noch stärker in Bande schlagen ließen. Dieses Wichtignehmen des Minhag stammt sicherlich aus der vortalmudischen Zeit; denn die deutschen Zuden hatten aus sich heraus Litten und Gebräuche geschaffen, ehe noch der Talmud zu ihnen gekommen war. Lo ist in der deutsch-jüdischen Welt zur Litte geworden, als Tag der Eheschließungen den Freitag zu wählen, den Tag der germanischen Venus, der Frega; von dorther stammt jener freundliche Zug der Hochzeitsfeier, daß der Sgnagogendiener die Gemeinde zum „Bleien", zum Lanze, einlud: kaaloth haschachar bajom haschischi haja köre haschamosch labo . . . agab lebo el ha „Meien“ (Maharil, 64a). Und noch ein Umstand war da, aus welchem der Minhag seine Kraft und Wichtigkeit schöpfte: es war die Wirkung der Atmosphäre. Lie leben im Bannkreise des deutschen Zunftgeistes: der Dogmatismus der Formen drängle sich ihnen auf Lchritt und Tritt auf, und umfing ihre Leelen. Lin solches Gepräge erhält auch die Religion, die zu lauter Dogmen erstarrt; wobei aber nicht die Glaubensideen, sondern die Formen und Gebräuche zu Dogmen werden. Ls gibt keinen Maßslab, wonach Wichtiges vom Unwichtigen, Wesentliches vom Unwesentlichen geschieden werden könnte. Nichts ist eben unwesentlich; selbst das Geringfügigste, auch die lokale Litte gewinnt dogmatischen Tharakter; selbst irgendeine Melodie eines Gebetes. Wie jede Znnung ihre geheiligten Londerüberlieferungen hatte, so anspruchsvoll auch jede Gemeinde für ihre Sonder- Minhagim eine Heiligkeit. Die Minhagim sollen schriftlich fixiert werden, damit sie unabänderlich würden; das war die Forderung jener Zeit. Ls konnte von heute auf morgen schon das Bild der Gemeinde ein anderes werden; man trug die Leichen hinaus, flüchtige Scharen kommen: doch der Geist der Gemeinde sollte stets derselbe sein und bleiben. Ganze Gemeinden gingen unter, starben aus; doch der Geist der Dahingegangenen sollte fortleben und auf jene sich herniederlassen, die vielleicht dahin verschlagen werden sollten. Was die Massora für den biblischen Text getan, das sollte die Wirkung der Minhag-Literatur auf das jüdische Leben werden: selbst die kleinsten und kleinlichsten Züge bewahren und erhalten. Noch hatte die Kritik, die Erklärung des Talmuds und das Verfassen von Kompendien, nicht aufgehört, besonders in der Lchule Ascheris in Spanien: doch wir treffen kaum mehr als den einen wirklich Großen an, den N i s s i m b e n Rüben Gerondi. den „Pan" (1350). Denn wichtiger als jede Kommentierung unbjjls jede theoretische Auseinandersetzung erschienener Zeit der Kodex; die genaue Feststellung und das Zusammenfassen der gesamten Vorschriften des jüdischen Lebens. Es ist ja wahr, die Mischne-Thora war ja da, aber — es klingt wohl seltsam, und doch stimmt es — weil die Zusammenfassung in der Mischne-Thora erfolgt war, fühlte man erst recht das Bedürfnis nach einem neuen Kodex. Maimurn hatte davon geträumt, daß sein Kodex den Talmud überflüssig machen werde — nun zeigte es sich, daß sein Gesetzbuch für den Talmudismus des vierzehnten Zabrhunderts ganz und gar nicht geeignet war. Es hatte in den Augen jener Zeit zwei allzu große Fehler. Der eins lag in seiner Mangelhaftigkeit: daß Maimuni die Entscheidungen der deutsch-französischen Schulen gar nicht berücksichtigt hatte. Der andere Fehler lag in der hohen Vollendung des Maimuni'schen Werkes: daß darin der ganze Znhalt des Talmuds unter höheren philosophischen Gesichtspunkten zusammengefaßt und behandelt wurde. Der seichtere Kodex mußte da mehr Verständnis und Anklang finden, und daher als der bessere gelten. Solch ein Kodex ist der der „Vier Ordnungen", A r b a u T u r i m. von Zakobben A s ch e r. dem Lohne Ascheri's (1280 bis 1540). Leine erste Ordnung, Erach C h assim, „Der Weg des Lebens", umfaßt die Vorschriften, welche das tägliche Leben des Einzelnen regeln, die Bestimmungen über den Gottesdienst und über die Feste. Die zweite Ordnung, so re De.ah, „der Lehrer der Erkenntnis", spricht von den Schächtvorschriften, von den verbotenen Speisen, von nicht nachzuahmenden Riten der Nichtjuden, von speziellen ethischen Vorschriften des jüdischen Lebens und von Trauergebräuchen. Die dritte, Eben ha- Eser, „Stein der Hülfe", enthält das Eherecht, während die letzte Ordnung, C h ö s ch e n h a - M i s ch - p a t, „das Brustschild des Rechts", das Prozeßverfahren, das Privat- und ötrafrecht behandelt. Das war der rechte Kodex, den man brauchte, der zweckentsprechend war. Nicht darum, weil er manche Erschwerungen brachte, obwohl man auch dies nicht gering achtete: öo habe Zakob ben Ascher das Verbot des Fleischgermsses vor Tisch auf drei Wochen ausgedehnt, während Waimuni nur von einem Verbot von acht Tagen, und auch davon nur als von einer lokalen Sitte spricht; Waimuni stellt es dem Ermessen eines jeden Einzelnen anheim, das Brot eines Richtjuden, welches das Pesfachfest überdauert hatte, zu genießen; Zakob ben Ascher erlaubt nicht, daß man solches Brot esse. Was in Wirklichkeit zur Empfehlung der Türim diente, war der andere Umstand, daß Zakob ben Ascher auf jedes Philosophieren verzichtete, und daß er die Weister des französischen und deutschen Talmudismus zu Worte kommen ließ, wie er auch den abergläubischen Vorstellungen des Talmuds in seinem Kodex Raum gewährte. Wie sollte ein deutscher Zude den Sinn der Ausführungen ergründen, was mit Worten beginnen, wie solche im J e s z o d e ha-Thora des Maimuni'schen: „Der Heilige, gelobt sei sein Name, kennt sein eigenes Wesen, ist sich seiner eigenen vollen Wirklichkeit bewußt, und weiß davon mit einem Wissen, das ihm nicht von außen zukommt, wie uns Menschen; denn in uns ist unser Wesen und unser Wissen nicht eine Einheit, während der Schöpfer, gelobt sei Er, sein Wesen, sein Wissen, sein Dasein in jeglicher Beziehung eins sind, und die vollkommenste Einheit bilden" (desz. ha-Thora, ll, 10). Was Zakob ben Ascher ihm auf die Seele bindet, das hat der deutsche Zude verstanden: daß Zeder beim Ankleiden darauf zu achten habe: erst ziehe er den rechten Schuh an, ohne ihn zuzuschnüren; dann ziehe er den linken Schuh an, schnüre ihn fest, und erst dann sollte er den rechten Schuh zuschnüren (Orach- Chajjim, II); oder daß man beim Waschen des Morgens nicht vergesse, dreimal das Wasser über die Hände zu gießen, nicht etwa weil es die Reinlichkeit erfordere, sondern um dadurch die bösen Geister zu vertreiben (Daselbst. IV). Unter den Zuden gehörte auch der Kodex nicht ausschließlich der Lchule und dem Gerichte an; doch erst die Minhagirn-Bücher trugen die Kenntnis des jüdischen Leiens in die breiten Massen hinaus. So die Minhagim- Sammlungen des Abraham ben Nathan Zarchi aus der Provence (1200), des deutschen Elieser ben Zoel Halevi (1240), des Zidkia ben Abraham in Ztalien (1240), des Simson ben Zadok, eines Schülers von R. Meir von Rothenburg (1500), des Abudarham David aus Sevilla (1550), des Abraham Klausner in Wien (1550), des Schalom aus Wiener-Neustadt (1550), des Menachem ben Serach aus Navarra (1570), des Zakob Möllin aus Mainz (1400) und des Zsak aus Tgrnau (1420). Alles und jedes ist in diesen Minhagirn-Sammlungen zu finden: wann die Einschaltung rnijacl achar hatefillath haschachar gesagt und angekündigt werden sollte; daß am Pessach der Gebrauch von Leinöl untersagt sei, und wie die Melodie des Kolnidre laute. Viele Gebräuche find jungen Datums; z. B. daß man die Augen beim Kiddusch des Freitag Abend auf die Kerzen zu richten habe (Maharil, 28a). Viele Riten sind geschwunden, oder sind heutzutage verblaßt; z. B. daß man am Tischea be-Ab auf einem Stein geschlafen (33b), oder daß am Nachmittage vor Zomkippur ein Zeder im Tempel der Pönitenz der Malkur sich unterzog, sich neununddreißig Schläge, Malkur arbajim, mit einem Lederriemen versetzen ließ; wer die Schläge erhielt, hatte das Schuldbekenntnis aschamup zu sprechen; der sie austeilte, hatte wehu rachum zu sagen (44a). Welche Wandlungen haben sich bis heute vollzogen. Unsere Orthodoxie weiß es nicht, daß ihre „uralten" Bräuche und Vorschriften oft garnicht hohen Alters sind. Hier ein Ausschnitt von dem Zeremoniell der Trauuugsfeierlichkeiten in Main; aus dem vierzehnten Zahrhundert: Am Hochzeitsmorgen begibt sich ein fröhlicher Hug noch vor dem Morgengottesdienst niit Fackeln und Musik in den Hof der Sgnagoge, der Bräutigam voran, hinter ihm der Rabbiner, dann folgt die ganze Gemeinde. Die Fackelträger und Musikanten kehren dann zurück, um die Braut, von ihren Freundinnen umgeben, dem Bräutigam zuzuführen. Zst der Zug der Zungfrauen an der Pforte der Sgnagoge angelangt, begibt sich der Bräutigam, geführt von dem Rabbiner und den angesehendsten Männern der Gemeinde, hin zur Braut, ergreift ihre Hand, und alle Anwesenden bestreuen das Brautpaar mit Weizenkörnern und rufen ihnen dreimal zu: „Seid fruchtbar und mehret Euch". Hand in Hand gehen nun Braut und Bräutigam zur Sgnagogentür, woselbst sie sich auf einige Augenblicke hinsetzen. Die Braut wird sodann heimgeleitel, um sich mit den Hochzeitsgewändern zu schmücken. Der Bräutigam, in sabbatliche Gewänder gekleidet, begibt sich nach der Sgnagoge, wo der gewöhnliche Morgengottesdienst mit Weglassung des Tachnungebetes verrichtet wird. Gleich nach dem Gottesdienst beginnt die Trauungsfeier. Znzwischen erscheint die Braut unter Musikbegleitung und bleibt am Eingang der Sgnagoge stehen. Sie wartet dort, bis der Rabbiner den Bräutigam die Bimah hinangeführt hat, und ihm unter die Mitra, an die Stelle, wo die Tefillin angelegt werden, Asche gestreut hatte. Daun geht der Rabbiner mit den Honoratioren, um die Braut zu holen, und führt sie, nur an einem Zipfel ihres Kleides festhaltend, zur Rechten des Bräutigams. Er stellt sie beide mit dem Gesichte ^gegen Süden. Zu den Benediktionen vor und nach der Erauung (Birkaih Erussin und Birkaih Nissnin). werden zwei besondere Kelche benützt; die Form der Kelche ist eine andere, je nachdem die Braut Zungfrau oder Witwe ist. Die Trauung einer Witwe findet übrigens nicht in der Sgnagoge selbst, sondern im Sgnagogenhofe statt, und zwar am Donnerstage . . . Der Bräutigam zieht den Ring auf den Zeigefinger der Braut . . . Der Rabbiner verliest die Kethuba nicht, läßt sich bloß deren Echtheit von den zeugen bestätigen ... Heimgekehrt, wird dem jungen Paare als erste Mahlzeit Eier und Hühnerfleisch vorgesetzt (Muharch. 64). Was sagt unsere Orthodoxie hierzu: war das eine jüdische Hochzeit'-' Zm Tempel und am Vormittag! So wurde es auch an anderen Orten gohandhabt; denn dem Meir ben Baruch Halevi ans Wien (1360) erzählt»; jemand als auffallende Neuigkeit, daß in Zerufalem die Trauungen überhaupt nicht im Tempel stattfänden: ani hachosew meid schebjerusdialajim en mekadschin bebet hakeneset kelal wese siphrati lemorenu haraw Rabbi Meir ben Baruch (Grätz Vlll, 10). Die letzleAacht des ZrancoAlendes. Von Paula Brandes-Frankfurt a. M. Der letzte Tag wird morgen für Euch heraufsteigen, Franco Mendssl Die weiße Kutte des Znquisitors, der dem unglücklichen Gefangenen die Todesstunde verkündigte, warf den letzten Schimmer in das düstere Kerkergemach. Die eiserne Türe schlug mit dumpfem Laut schütternd in das Schloß, schwere Riegel schoben sich vor. kreischend drehte sich der rostige Schlüssel herum. Der Hall der sich entfernenden Schritte drang nicht mehr durch die dicken Mauern des Kerkers. Die Stille des Grabes lagerte über dem düsteren Halbdunkel. Und unhörbar, nicht gesehen, nicht vernommen, nur von dem entsetzten Gefühl unheilvoll empfunden, war ein Anderer düster und unheimlich, schwer und langsam in das Kerkergemach getreten, ein Anderer, den kein Schloß und kein Riegel band, der an den Wänden des Kerkers mit dunklem Flügel hinstrich, an den Säulen des Gemaches unheimlich emporwuchs und seine schwarzen Schwingen feierlich zur nahen Umkreisung öffnete. Der Todesengel war in das Gemach getreten und sein eisiger Hauch fiel mit entsetzlicher Kälte auf das bebende Herz des ihm Verfallenen. Der Gefangene stand noch erhoben, wie er sich vor seinem Richter aufgerichtet hatte, um ein letztesmal unnütz die Barmherzigkeit des geistlichen Gerichts anzuflehen. Seine Lippen wollten sich bewegen, aber sie fanden keinen formenden Laut, feine Hände sanken kraftlos herab, die Zähne schlossen sich im Krampf zusammen, sein Blut stürzte mit rasender Gewalt zum Herzen. Eine eisige Kälte kroch über seinen Leib, sein Mark fing an zu zittern und zu klopfen, sein Gehirn war der Denkkraft beraubt. Der Tod breitete seine Fittiche langsam aus. Mit verzweifelndem Aufschrei fiel der Gefangene zusammen. Gebrochen entrang sich ihm das Gebet der heiligen Stunde. „Höre mich, Gott, mein Vater! Höre mich, o Herr, mein Schöpfer! Höre mich, o treuer Gott, Allgerechter, Allgütiger, Langmütiger!" „Höre mich, Allerbarmer, Erlöser! Ach. der Du nahe den Rufenden, der auf den Armen hört!" „O Gott meiner Väter, um ihrer Verdienste willen! Höre mich, Herr, Herzeusprüfer!" „O Ewiger, Allmächtiger, Allwissender! O Du, der erhöret, erhöre mich!" „Allgnädiger, Erhabener, der Du die Unschuldigen stutzest, erhöre mich!" „0 Gott-" Der Gefangene rang die Hände. Die Stille des Todes lagerte über dem Gemach. „Ach, nur ein Wunder kann mich retten! Sie hat ihre Opfer gut verwahrt, die heilige Znquisition! Diese Mauern sind undurchdringlich, kein Freund, kein Schützer, kein Helfer; kein Mitleid bei den Folterknechten. Gläubige und Ungläubige weichen entsetzt zur Seite vor dem heiligen Tribunal. Wer eine Hilfe wagt, wagt sein Leben und das Leben feiner Lieben." „Bereite Dich zum Sterben. Franco Mendes! Es fällt kein Strahl der hellen Sonne mehr in Dein Dunkel." '„Und so werden sie vergehen, die qualvollen Stunden der Rächt. Zch sehe ihn herannahen, den düslern Tod. Für andere grabesdunkel, für mich feuerhell." Vor dem gemarterten Geiste des Verurteilten flieg die Qual seiner Eodesstunde herauf; er sah sich auf seinem, letzten Gang. Zn vorahnendem Schaudern sah er die Finsternis aus seinem Kerker gewichen; ein fahles Grau fällt gespenstisch herein. Von außen wird die Luftluke aufgerissen; das wimmernde Klingen des Glöckleins, das den Sterbegang verkündigt, dringt aus der Ferne mit unheilvollem Ton in das Gemach. Die Riegel fallen — das waren die letzten Klänge des Lebens. Sie dringen herein, die Knechte, reißen die Kleider von seinem Leibe und hüllen ihn in das Büßergewand, in das San Benito. Schwarz, kurz und eng anliegend» rauh und grob gewebt, mit roten Teufelsfratzen und Flammen bemalt. Vor dem Znquisitionsgebäude ordnet sich eine feierliche Prozession; voran der Großinquisitor, als höchste geistliche Gewalt, streng und gebietend, umgeben von den Ketzerrichtern in Prachtgewändern und mit weißen Stäben in den Händen. Die Mönche des Dominikanerklosters in braunen Kutten und weißen Kaputzen, brennende Kerzen tragend und Totengesänge singend; die Henkersknechte im engen roten Wams, den Verurteilten im schwarzen Büßergewand umschließend. Hinter ihnen der königliche Richter, der das Urteil vor der Todesstätte noch einmal bestätigt. Zhm folgt in feierlichem oug der königliche Hof, die Granden in schwarzer Kleidung mit wehenden Zahnen und Bannern, umwallt von den tiefen Glockenklängen der Kathedrale und umwogt von einer großen Volksmenge, die das festliche Schauspiel, das heilige Auto da Be, wie xin Stiergefecht zu genießen kommen wird. Ach — und aus der Menge — schaut da nicht hin und '.nieder gramgebeugt das Antlitz eines unglücklichen Leidensgenossen verstohlen zn ihm auf, ihn mit einem letz-