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Jüdisch-liberale Zeitung · 1923-02-02 · 5 (2.2.1923) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
3 (1923)
Issue
5 (2.2.1923)
Date
1923-02-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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lebte? Wenn im 104. Psalm, der das Entrücken eines Alexander v. Humboldt erregte, der Dichter ausruft: „Herr, mein Gott, wie groß bist du!", dann denkt er an die Pracht und Herrlichkeit der Natur. Wenn im $. Psalm, den Goethe zitiert, Ohnmacht und Wacht des Menschen zugleich geschildert wird, dann geschieht es angesichts der Natur: „Wenn ich deinen Himmel sehe, deiner Finger Werk, Mond und Sterne, die du bereitest." Und wenn im 29. Psalm, dem Sabbatpsalm, den Klopstock in der „Frühlingsfeier" nachahmt, die Stimme Gottes verherrlicht wird, ist es der Donner, der den Dichter begeistert: „Die Stimme des Ewigen erschallt mit Kraft." Freilich, es kam eine andere Zeit; die Zeit, da man sich hinter Büchern vergrub, in der man einseitig den Geist ausbildete, in der der Talmud das Wort geprägt: „Wer sich beim Lernen durch den Satz unterbricht, wie schön ist dieser Baum — hat seinen Tod verschuldet." Es kam die Zeit, da man hinter Mauern schmachtete und statt der schönen Natur nur Enge und Schmutz um sich sah, die Zeit, von der Ludwig Börne im Hinblick <mf die Frankfurter Zudengasse klagte: „Die armen Kinder — keinen Hof zum Spielen, keine Blume vor dem Fenster." Aber all das ging ja vorüber. Das Ghetto fiel, und die alte jüdische Naturliebe lebte in alter Stärke wieder auf. Der jüdische Bauer erwacht zu neuem Leben, die jüdische Tugend aller Parteien lernte wieder hinauszuwandern, in Feld und Wald den Körper zu stählen und den Geist freizumachen von den Folgen einseitiger Büchererziehung. Aber reden wir uns nicht ein, daß schon alles geschehen. Noch mancherlei gilt es, darin zu leisten. Und grade an dem Geschlecht derer, die wir als Ostjuden bezeichnen, haben wir Aufgaben zu erfüllen. Wir müssen achten lernen auf die verhärmten Kinder, die noch nicht wissen, was Licht und was Luft, achten lernen auf die blassen Gestalten, die wir als Ehederschüler und Zeschiwajünglinge wiedererkennen, die über dem Brüten hinter Folianten Welt- und Naturgefühl fast völlig verloren. Aber auch an uns selber müssen wir denken. Wir sind schließlich auch nur die Kinder unserer Ahnen oder die Kinder unserer Geschichte. Und es sind im Grunde zwei Tgpen, die diese Geschichte herausgebildet hat: der jüdische Kaufmann und der jüdische intellektuelle, der Tgpus des rechnenden und des grübelnden Zuden, des Tachlis-Zuden und des Büchermenschen. Aber der alte schöne Tgpus des Naturjuden wurde auch bei uns zu wenig gezüchtet — ich meine des Zuden, der auch noch Zeit hat und auch noch Sinn hat und fromme Liebe für das, was außerhalb aller Bücher und außerhalb aller Rechnungen liegt, für alles, was schön ist und weiter nichts, der Phantasie Nahrung gibt und Stimmung heißt und Sehnen und Träumen, ist es noch nötig, darauf hinzuweisen, wie leicht grade unsre materialistisch verseuchte Zeit den Tachlis-Zuden neu heranbilden kann, der immer nur Zwecke erfragt und Werte, und schon den Geistesarbeiter halb mitleidig betrachtet — um wieviel mehr den Naturjuden? Hier liegt eine Aufgabe unsrer Tugend, der sie sich ja auch bewußt zu sein scheint. Eine Aufgabe, die Buber als „jüdische Renaissance" so umschreibt: „Die Bewegung, die in unsrer Zeit anhebt, wird den iuden wieder dazu bringen, nach harmonischer Entfaltung seiner Kräfte zu streben, ins Gehen, Singen und Arbeiten soviel Seele zu legen, wie in die Behandlung intellektueller Probleme und eines gesunden und vollkommenen Leibes in Liebe und Stolz froh zu sein. Sie wird dem Zuden den Blick ins Herz der Natur verleihen, ihn lehren, Bäume, Bögel und Sterne seine Geschwister zu nennen; sie wird die Gabe jüdischen Malens und Meißelns entfallen und vor dem dunklen Tasten jungjüdischer Dichtung die Zeuersäule der Auferstehung emherwandeln lassen." Wenn Buber dabei auch an Palästina denkt, so wird er uns deutschen Zuden wohl nicht verwehren, seine Worte auch für uns in Anspruch zu nehmen. Das freilich gilt es noch zu betonen: Wir reden keinem neujüdischen Aesthetentum das Wort, wir erkennen nur im Naturgefühl an, das im engsten Zusammenhang mit unserem ganzen religiösen Menschen steht, ein Naturgefühl, das uns zu Taten hinreißt. Nur so ist es jüdisch, und anders nicht. Tönt uns Gott aus der Natur entgegen, dann muß das Leben ihn wiedertönen» entzückt uns ihre Pracht und ihre Schönheit, dann sollen wir dessen eingedenk bleiben, daß die schönste Tat — die gute Tat ist. Beseligt uns ihre Stille, ihr Frieden, dann soll uns das zur Aufgabe werden, Stille und Nuhe der Welt ui bringen. Unfc das bedeutet es schließlich denn auch, Schönheit in unsere Feiern zu tragen, in Gotteshäuser und Gottesdienste. Und auch das ist nicht neu. „Schönheit der Zeremonien" ist ein uralt jüdischer Begriff, und die Veröffentlichungen jüdischer Kunstgesellschaften haben uns zur Genüge gezeigt, wie man selbst in den trübsten Zeilen den Sinn für „schöne Geräte" im Gotteshause jedenfalls teilweise nicht verloren hat. Zn Diesem Geiste lasset uns streben. Und was Zuckermann als „Ghettoliedchen" bezeichnet hat, soll uns wie ein neureligiöser Psalm heute klingen: „Nachel, o Rachel, die Welt ist so schön. Rachel, sag', hast du die Welt schon geseh'n? Draußen ist Frühling, ist Platz für uns beid' — Rachel, o Rachel, die Welt ist so weit." „Drei Laieugebete." Von L o Roda. Zn Nummer 9 der Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Zugendvereine Deutschlands, im Aufsatz von Zosef Weinsaft-Berlin über „Gottesgedanke und Gottesdienst" heißt es (Seite bb gegen Ende des zweiten Absatzes), es seien unter den Predigern die qualitativ Seltensten und Besten, die nicht immer das Wort „Gott" im Munde führten. Ob nun Weinsaft Gelehrter oder Laie ist, ich kann ihm verraten, daß er mit seiner Meinung nicht alleinstehl; sie wird in Laienkreisen, die mit glühender Seele eine Erneuerung unseres Dienstes in Gott erstreben, vollauf geteilt. Zch spreche da von einem Kreise Liberaler, auch im Namen dieses Kreises, weil wir wiederholt einem Zugendgottesdienst beigewohnt haben, um zu erfahren, welchen Eindruck dieser Gottesdienst mit Ansprache auf das jugendliche Gemüt übt. Und da mußten wir feststellen, daß das Kind nach anderem begehrt als nach der salbungsvollen Anrufung des Namens Gott, Vater, Allbarmherziger; nach anderem als nach dem Namen des geistigen Wesens, unter dem es sich nichts vorstellen kann, auch nichts vorstellen will, weil es doch im zweiten Sinaiwort gelernt hat: „Du sollst dir kein Bildnis machen und keinerlei Gestalt", weder figürlich — noch geistig! Zm Namen unseres Kreises habe ich drei Gebete zusammengestellt und sie dem liberalen Leiter des Zugendgottesdienstes überreicht mit der Bitte, zu prüfen, ob nicht diese Art des Gebetes sich den Anforderungen der Schüler nähere. Antwort: Aber da kommt ja nicht einmal der Name „Gott" vor! So etwas kann man den Schülern doch nicht bieten! Ouintessenz: Der liberale Führer macht erst garnicht den praktischen Versuch, ob unser Gebet das Rechte getroffen, er geht im abgedroschenen Geleise und wundert sich, wenn sein Gottesdienst die Zugend langweilt, wenn die Langeweile zu Unart, Auswüchsen führt; wenn Begeisterung für unsere heilige Sache sich nicht einstellen will. Und weil einer unserer größten Naturforscher. Newton, gesagt hat, er halte, ehe er den Namen „Gott" ausspreche, erst den Atem an, staunend vor der Größe •lu J?as Wort in sich berge, scheue ich mich nicht, die drei „Laiengebete" zur gefälligen Beachtung hlerherzustellen. Es beginnt nicht mit „Lieber Sott", sondern mit ^?ebe Schüler! Wie ehrfurchtbar ist dieser Ort; hier ist ^Dst>rte des Himmels! Und darum stehen wir, tiefer Andacht voll, in diesem Heiligtum und beten wie einst Salomo nicht um Reichtum, Ruhm und Ehre, sondern um Tlnsicht, Erkenntnis und Weisheit. O. möchten wir immer mehr von der Erkenntnis durchdrungen sein, daß nur die Liebe zum Wahren, Schönen und Guten, daß nur die Liebe zu allem, was Menschenantlitz trägt, das wahre Glück auf Erden begründen kann. 0, möchte uns ein lauterer Sinn, ein reines Her? beschieden sein, uns aneifernd zu edlem Tun. Amen. sollen mir ein Haus bauen, daß ich in ihrer Mitte wohne." Wohl können wir an allen Orten, im kleinsten Kämmerlein beten, aber nirgends werden wir st> zur Andacht gestimmt, als im Heiligtum, wo unser Flehen sich mit dem Gebete unserer Mitmenschen vereinigt, wo eine ganze Versammlung ihr Herz zum Erhabensten erhebt. Da vergißt der fromme Reiche seiner irdischen Schätze und findet im Himmlischen sein höchstes Gut. Da stärkt der Arme stch mit neuem Vertrauen und neuem Mut; da finden Witwe und Waise Beruhigung und Trost für ihr bedrängtes Gemüt. Za, meine Lieben, hier wohnen Friede, Eintracht und beseligende Ruhe! — Daß wir sie allezeit fänden! Amen. Wie einst Hosea, einer unserer herrlichen Prophetengestallen, das Volk belehrte, daß das Darbringen der Opfer kein wesentlicher Brauch sei, daß Tugend sie überlreffe, so wollen auch wir unter Opfer verstehen: die Bezähmung unserer Begierden, die Bekämpfung unserer Leidenschaften, die Beugung unseres Herzens unter den Willen zu allem Hohen und Hehren. So laßt uns in Andacht und Herzenserhebung im Heiligtum opfern, d. h. beten: zu unserem Trost, zur Erleichterung unseres Herzens, zur Stärkung der Erkenntnis, daß in der Erfüllung unserer Pflichten unser Heil zu suchen und zu finden sei. Darauf sprechen wir alle: Amen. | Aus Schrifttum und Literatur^ Festschrift des 31t Breslau. Die mit dem Bilde Abraham Geigers geschmückte Broschüre, die anläßlich des IO jährigen Bestehens des Breslauer Zli von diesem herausgegeben wurde, ist die erste geschlossene Arbeit, mit der der Breslauer Zli vor die Öffentlichkeit tritt. Sie ist zwar insofern keine „Zliarbeit", als vorwiegend ältere erfahrene Führer des Liberalismus in ihr zu Worte kommen, aber sie ist aus dem Geiste des religiösen Liberalismus, wie er auch in uns, der Zugend, lebt, geboren. Das Leitmotiv der Festschrift bildet die Darlegung der geschichtlichen Grundlagen des jüdischen Liberalismus: Es wird die Geschichte der liberalen Bewegung in Deutschland und speziell der in Breslau, die Geschichte der Arbeitsgemeinschaft der Zlis und speziell die des Breslauer Zlis in den einzelnen Aufsätzen beleuchtet. Einzig der Aufsatz des Herrn Rabbiner Dr. Vogelstein: „Was bedeutet Abraham Geiger für unsere jüdisch-liberale Zugend?" geht auf eine systematische Darlegung der theologischen Grundanschauung Geigers ein. Gewiß mag dieses starke Ueberwiegen historischer Aufsätze zur Einheitlichkeit der Broschüre beigetragen und den Zweck verfolgt haben, weiteren Kreisen die Entwicklung des Liberalismus vor Augen zu führen. Zu bedauern ist es m. E. doch, daß jetzt, wo zum ersten Male ein Zli eine Schrift herausgibt, ein Aufsatz über die heutigen Anschauungendes Liberalismus fehlt. Denn ich glaube, daß manche Kreise, die stch über den Znhalt unserer Bewegung, so wie sie heute ist. unterrichten wollen, einer stark historisch eingestellten Broschüre kaum Znteresse entgegenbringen werden. Für den aber, der schon ein klein wenig mehr Znteresse für unsere Bewegung hat, bieten die in der Festschrift vereinigten Aufsätze eine treffliche Gelegenheit, sich in die Geschichte des Liberalismus einführen zu lcAen. Die Grundlegung wird er in dem Beitrag von Dr. Vogelstein finden, der die verschiedenen Richtungen der zweiten Reformergruppe an Hand der Gegenüberstellung dreier Männer erläutert: Holdheim, dem Begründer der radikalen Reform, Geiger als dem spezifisch Liberalen, weil er nicht einmalige, abrupte Aenderung religiöser Formen nur auf Grund der Zeitanschauung, sondern stetige Reform der Anschauung unter Wahrung der historischen Eontinuität fordert, und schließlich Frankel, dem Vei> treter der Mittelpariei, weil nach ihm das historisch Gewordene den Charakter des Zlldischen aufs Entscheidenste bestimmt. Einen Einbick in die Kämpfe, die Abraham Geiger und seine Anhänger zu bestehen hatten, gewährt uns der Aufsatz von Rabbiner Dr. Paul Rieger: „Die Geschichte der liberalen Strömungen und Gegenströmungen in der Bressauer jüdischen Gemeinde". Einen Abriß der liberalen Bewegung seit Mendelssohn hat Rabbiner Dr. Seligmann beigesteuert. Zn die jüngste Vergangenheit und in die eigentliche Geschichte unserer Zugendbewegung führen uns die Beiträge von Fritz Stoll und Rechtsanwalt Heinrich Stern. Sie geben dem Näherstehenden einen willkommenen Ueberblick über das, was in unserer Bewegung in den letzten zehn Zähren vorgegangen ist, dem Fernerstehenden zeigen sie, daß wir ehrlich gerungen haben und auch nicht ohne Erfolg, wenngleich noch größere Aufgaben unserer harren. Also keine Programmschrift, keine Sammlung dogmatischer oder rein theologischer Aufsätze! Aber eine Festschrift, die gerade dem Zweck dient, der heute der Zugend bitter not tut: dem Lernen. So möge sie geschmückt durch das schöne Vorwort von Zustizrat Breslauer in recht viel Kreisen Verbreitung finden! Ernst Heinrich Seligsohn. Verbands-u. Veremsnachrichleu Das Buch im Dienste unterer Bewegung. Von Egon Dickmann -Breslau. Vorbemerkung der Red. Zu unterer Freude ist die Rubrik „Verbands- und Vereinsnachrichten", um die es tonst recht schlecht bestellt gewesen ist, diesmal^ etwas reichhaltiger ausgefallen. Wir hoffen, daß in Zukunft neben den Jahresberichten der einzelnen Olis auch Aufsätze, die von Erfahrungen im Vereinsleben handeln oder Anregungen geben wollen, uns zugehen werden. Wir bitten daher alle Anhänger unserer Bewegung, dieser Rubrik größeres Ontereste als bisher entgegenzubringen. Der vierte Delegiertentag hat uns die erfreuliche Gewißheit gebracht, daß alle Kreise unserer Anhänger sich über die großen Grundfragen und Endziele der Bewegung einig sind, daß alle uns angeschlossenen Vereine kraftvoll demselben Ziele zustreben. Mit der stolzen Freude darüber vermischt sich jedoch die aufrichtige Erkenntnis, daß wir noch viel, unendlich viel an uns zu arbeiten haben, daß wir immer neue Wege beschreiten müssen, um unserer Bewegung die Stoßkraft zu geben, die ihr die Zdee allein, so groß und erhaben sie auch ist. nicht geben kann. Untersuchen wir nun, welcher Art unsere Arbeit zur gegebenen Stunde sein muß, so haben wir durch unsern Delegiertentag wieder von Neuem gesehen, daß uns nicht mit großen Gedankenflügen allein geholfen ist, sondern daß uns in erster Linie feinste, peinlichste Kleinarbeit notlut. Die Erkenntnis der Notwendigkeit dieser Kleinarbeit birgt nun natürlich die Pflicht in sich, die verschiedenen Arbeitsgebiete einmal einer genauen Untersuchung zu unterziehen, sie unseren Vereinen und Mitgliedern zur Diskussion zu stellen, um so die richtigen Wege zu finden und uns gegenseitig in unserer praktischen Arbeit zu unterstützen. So will ich in folgendem auf ein meiner Ansicht nach überaus wichtiges Gebiet eingehen, das uns das geistige Rüstzeug zur Heranbildung unserer Mitglieder und Anhänger an die Hand gibt. Zeder von uns ist sich darüber klar, daß das Wissen vom Zudentum und von jüdischen Dingen das Haupterfordernis für alle Anhänger unserer Bewegung ist. Die Wege, die uns zu diesem Ziele führen sollen, sind mannigfacher Art, aber sie sind bisher noch nicht erschöpft. Denn in Vorträgen kann man die einzelnen Themen nicht eingehend genug behandeln, sondern nur das Gesamtbild eines bestimmten Abschnittes bieten, zudem geht bei Vorträgen über schwierigere oder trockene Materien immer ein gut Teil der Wirkung verloren. Die eingehendere Kleinarbeit — so wird bei uns es versucht — soll in kleinen Kursen geleistet werden. Diese bedürfen aber unbedingt der Ergänzung und zwar durch einen Apparat, der es den Hörern ermöglicht, den Anregungen, die sie in Vorträgen und Kursen empfangen haben, selbständig und ihrer Zndividuali- 1 ä 1 gemäß nachzugehen, sich allein in die eine oder andere Frage, die sie persönlich interessiert, zu vertiefen oder sich durch große Übersichten den Zusammenhang der einzelnen Wissensgebiete klarzulegen. Der gegebene Vermittler ist hier wie bei allen geistigen Strömungen das geschriebene Wort» das gute Buch, der gegebene Apparat die sorgfältig angelegte und ausgewählte Vereinsbibliothek. Zhr liegt es ob, alle Wissensgebiete des Zudentums zu umfassen und sie in leicht faßlicher Form den Veroinsmitgliedern darzubieten. Sie muß das Bindeglied zwischen den einzelnen Kursen und Vorträgen darstellen, sie muß aber andererseits auch imstande sein, aus sich heraus Anregung zu geben und Znteresie zu erwecken.

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