Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 2 (1922)
- Issue
- 44 (3.11.1922)
- Date
- 1922-11-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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samt all den formen, die 1tof 1»enM$ find, ftfefett Gewalt auszudrücken, unangetastet lassen. In diesem Sinne bedeutet uns liberalen Inden die Emanzipation Erfüllung unserer Bestrebungen in staatsbürgerlicher und religiöser Einsicht. Jüdische TageSfragen und Jugendbewegung Unsere Zukunft. Bon Dr. Hermann Berlak, Berlin. In den „Mitteilungen" ist in den letzten Monaten gar häufig die Frage der inneren Ziele unserer Bewegung erörtert worden, und dieses Thema wird auch immer aufs neue die Betrachtung erfordern und rechtfertigen, denn es ist ja gerade das Wesen der Jugendbewegung, daß sie die Tatsachen nicht als gegeben hinnimmt, sondern daß sie selbst zu ihnen Stellung nimmt und versucht, die Bewegung zu „einer Bewegung" zu machen. Es scheint aber, als wenn im Augenblick die Fragen der Krise im liberalen Judentum für die Jugend nicht von so ausschlaggebender Bedeutung sind, als dies in vielen Arbeiten dargestellt worden ist. Vielmehr dürste es erforderlich sein, daß in viel höherem Maße als bisher uns die Frage beschäftigt, wohin der Lauf der Jugendbewegung geht, welche Stellung wir darin einnehmen und was uns in der Zukunft erforderlich erscheint, um unsere Ziele wirksam durchzuführen. Die jüdisch-liberalen Iugendvereine sind zu einer Zeit entstanden, als die jüdische Jugendbewegung als solche zwar existierte, jedoch nicht in dem Maße, in dem dies beute der Fall ist. 3W Gegensatz zum „Blau-^veiß" war für sie die Frage der Beteiligung ihrer Mitglieder an der eigentlichen deutschen Jugendbewegung (Wandervogel) von untergeordneter Bedeutung, da sie nicht Jugendbewegung in diesem Sinne sein wollten, sondern sich vielmehr das Ziel setzten, jüdisch-religiöse Auffassung, wie sie aus liberalem Geiste geboren, in der letzten Generation gefährdet schien, in der Jugend neu ju erwecken und zu erhalten. Seither hat sich das Bild gewaltig verschoben. Die neutrale Jugendbewegung (Jüdischer Iugendbund), die ursprünglich die gleichen Ziele, wenn auch nicht unter dem Gesichtspunkt der religiös-liberalen Auffassung hatte, ist zur Jugendbewegung im eigentlichen Sinne des Wortes geworden und hat sich eine eigene jungjüdische Wanderorganisation beigelegt. Daneben entstanden die „Kameraden" auf der gleichen Basis, jedoch im Gegensatz zum „Jüdischen Iugendbund" auf ausgesprochen nichtzionistischer Grundlage, und hier zeigte sich die gegenteilige Bewegung, indem sich gar bald von der eigentlichen Dander- und Sportbewegung eine Tendenzbewegung abzweigte. Schließlich haben noch die Iugendgruppen des Zentralvereins eine rein politische, auf Abwehrtätigkeit eingestellte Jugendbewegung gebracht, und es scheint, als ob das so entstandene Wirrwarr nicht mehr zu übertreffen wäre. Bei allen Kämpfen dieser Organisationen kommt es einem vor, als wenn ganz vergessen wird, daß sie alle sich nicht aus sich selbst heraus erhalten können, sondern daß sie daraus angewiesen sind, Jugendbewegung zu bleiben und immer neuen Zustrom aus der Heranwachsenden Generation zu erhalten. Ist es wirklich notwendig, daß alle diese vielen verbände nebeneinander bestehen? Was sollen Eltern tun, die dar Kind fragt, ob es sich nicht einein der bestehenden Vereine anschließen darf? Gehört doch selbst für den, der in und mit der Bewegung groß geworden ist, ein kleines Studium dtyu, sich überall hindurchzufinden. haben nicht vielleicht manchmal die Leiter und auch die Mitgliedschaft in kleinlichem Parteistolz die eigenen Parteiwünsche über das Ziel gesetzt, die Jugendbewegung, d. h. die Selbsterziehung zu fordern? Wer einmal versuchte, sich restlos vom eigenen Verein loszulösen, der wird dies wohl bejahen müssen und zugeben, daß dem deutschen Judentum und der deutschjüdischen Jugend damit gleicherweise geschadet wird. Wenn wir uns fragen, ob dieses Durcheinander sich heute bereits schädlich auswirkt, so glaube ich, diese Frage uneingeschränkt mit beantworten zu müssen. Cs gibt keine Organisation, die dies nicht verspürt. Der Kreis derer, die geeignet sind, in unsere Iugendvereine einzutreten, ist zu eng, um derartig gespalten zu werden, und die Energie und Begeisterung der Jugend müßten uns zu schade sein, um dort eingesetzt zu werden, wo sachliche Differenzen eigentlich nicht bestehen oder bestehen dürsten. Wie kann dem aber heute abgeholsen werden? Nur durch den Willen der Gesamtheit, einmal alles Parteiinteresse zurückzustellen und gemeinsam in allen den Fragen zusammenzuzehen, die irgend hierzu geeignet sind. Die Frage, ob eine Beteiligung an den paritätischen Iugendorganisationen erwünscht ist oder nicht, kann hierbei ausgeschaltet werden. Die politischen Iugendvereine interessieren uns nicht, denn es ist selbstverständlich, daß das Mitglied eines jüdischen Jugend verein?, gleichgültig welcher Art, auch diesen angehören kann. Ebenso liegt die Frage bezüglich der paritätischen Jugendbewegung im eigentlichen Sinne der Wortes, insbesondere also den Gruppen der Wandervogelbewegung, die nicht aus politischem Boden stehen. Vieser Streit interessiert lediglich die jung-jüdische Wanderbewegunz und die „Kameraden". Wichtig aber ist es, die übrig bleibenden Fragen zu lösen, das ist die Frage der religiösen Jugenderziehung und die der Abwehrtätigkeit. Und hier müßte eins zu erreichen sein. So scharf auch die Tendenzbewegung der „Kameraden", des deutschjüdischen Iugendbunds, die insbesondere in Ostpreußen ihren Sitz hat, die Parität zwischen Orthodoxie und Liberalismus betont, so sehr dürften die Tatsachen dafür sprechen, daß die Orthodoxie in scharfem Widerspruch zu dieser Bewegung steht. Anderseits stehen diese Verbände lediglich darin mit den jüdisch-liberalen Vereinen in einem Widerspruch, daß sie von verbandswegen in schärferem Maße als wir die Abwehrtätigkeit in den Vordergrund stellen. Und so scharf die Gegnerschaft gegen diese Zeilen sein wird, möchte ich doch nicht nur als erwünscht, sondern als erforderlich die Ansicht vertreten, daß es gelingen müsse, nicht nur eine Arbeitsgemeinschaft, sondern eine feste Gemeinschaft unter allen benfenlgen Jugendorganisationen herbelzusühren, die sich diese beide Ziele setzen: Erweckung religiösen Gefühls in der Jugend und Abwehrtätigkeil gegenüber dem Antisemitismus. Beides von einander zu scheiden ist unmöglich, vor allen Dingen sü' die Vereine, die den Zionismus ablehnen und auch di Ideengänge Naumanns nicht für sich anerkennen. Ls sol! und kann hier nicht Stellung dazu genommen werden, ob die Naumannsche Bewegung politisch zu bedauern ist, selbstverständlich ist aber, daß diese Jugendbewegung im Sinne Naumanns keineswegs das Ziel religiöser Neubildung des Judentums verfolgen kann, während dies im deutsch-jüdischen Iugendbund zweifellos der Fall ist. Wenn eine solche Fusion herbeigeführt werden könnte, würde viel gewonnen sein. Die Eltem, die nach reiflicher Ueberlegung glauben, ihr Kind in einen verein senden zu sollen, in dem die Idee des jüdischen Liberalismus gefördert wird, sie würden nicht mehr lange zu wählen haben, ob sie überwiegend Religiöses zu fördern wünschen oder ob sie überwiegend die politische Schulung des Kindes für die Abwehrtatigkeit bevorzugen, sie ständen dann lediglich vor der Frage, ob für sie eine jüdisch-neutrale Jugendorganisation oder eine zionistische in Betracht kommt oder wenn sie beides ablehnen, ob sie ihr Kind in eine Wandervogelbewegung oder in eine rein religiös-politische Bewegung entsenden wollen. Entscheidet aber das Kind selbständig, so wäre eine solche Vereinheitlichung erst recht wünschenswert. Er muß das Ziel bleiben, daß die politische Abwehrtätigkeit das sekundäre wird. Nur bei fester Einstellung zum Judentum, wie immer sie geartet sein mag, mit einem festen Wissen ausgestattet, kann wirklich erfolgreiche politische Abwehrtätigkeit getrieben werden, wo dies nicht geschieht, und diese Gefahr besteht bei den Ortsgruppen des <L V., droht ein Kampf der Schlagworte, und dieser ist gerade für die Entwicklung der Jugend von außerordentlicher Gefahr. Venn wir aber zu einer Einigung nicht kommen, dann müssen wir damit rechnen, daß mehr und mehr die Elternschaft sich von der Jugendbewegung abwendet, daß die Zahl derer, die mit wirklichem Idealismus unsere Sache verfolgen, immer kleiner wird und daß auch die Jugend selbst derjenigen Jugendbewegung zuströmt, die zufälligerweise an dem betreffenden Ort die geeignetsten Vertreter hat, um andere für sich zu gewinnen. Seien wir uns doch endlich einmal klar darüber, daß das Geheimnis des Erfolges dieser oder jener Jugendbewegung meist nicht eine Frage der Grundsätze, sondern die der besten Werbetätigkeit ist. Die Stellung, die der Mensch in irgend einer Gemeinschaft einnimmt, ist von vielen Zufälligkeiten bedingt, und wo derartige Zufälle ausgeschaltet werden können, sollte dies geschehen, wenn man damit der ganzen Sache einen Dienst erweist. Es ist nicht, wie häufig behauptet wird, ein Mangel an Schwungkraft, der unserer Jugendbewegung fehlt, sondern es ist die furchtbare Zersplitterung, die jede tatsächliche Arbeit an der Jugend und für die Jugend unmöglich macht. Waren die jüdisch-liberalen Iugendvereine es früher, die als erste mit Energie den Gedanken der Erweckung des religiösen Liberalismus in der Jugend gefördert haben und die durch ihre Arbeit erst die Entstehung zahlreicher anderer Organisationen ermöglicht haben, so müssen sie es heute sein, die die Hand dazu bieten, um die vielfach auseinander entwickelten Vereine wieder zusammenzufaffen. hierzu ist erforderlich, die Verschmelzung der „Ili" mit dem „deutschjüdischen Iugendbund" und den diesem gleichenden ähnlichen vereinen und ferner eine feste Arbeitsgemeinschaft zwischen dieser neu geschaffenen Organisation und den „Kameraden" zu einer deutsch-jüdischen Reichsjugendgemeinschaft. Ist dies erfolgt, so wird sich auch die Frage von selbst regeln, ob besondere Iugendgruppen des Zentralvereins erforderlich sind oder nicht. Sind einmal alle die Vereine, die auf nicht-zionistischem Boden IugendpoKtik treiben und nicht ausgesprochen Wanderbewegung sind, vereinigt und mit denen der Wanderbewegung zu einer Arbeitsgemeinschaft verbunden, dann erledigt sich diese Frage schon darum von selbst, weil die ausschließlich orthodox gerichtete Iugendbewegunz es bisher immer abgelehnt hat, in der Frage des Zionismus ein scharfes pro oder contra zu sprechen. Will sie dies dann tun, so wird sie uns willkommen fein. Line Befürchtung allerdings wird man gegen diesen plan hegen, daß der deutsch-jüdische Iugendbund sich nicht auf den Standpunkt des jüdisch-religiösen Liberalismus stellen wird. Ob dies der Fall sein wird, wird die Frage von Verhandlungen sein. Ich glaube, daß hier mehr eine Frage des Prinzips vorliegt als eine der tatsächlichen Zusammensetzung der Mitgliedschaft. Wenn aber wirklich durch die Fusion verschiedene Elemente in unsere Reihen kommen, die das Judentum anders auffassen und insbesondere zu den Ritualgesehen eine andere Stellung einnehmen als wir, so kann dies nichts schaden, denn die Jugendbewegung soll den Gegner erst verstehen und dann seine Anschauungen ablehnen und nicht mit einer vorgefaßten Meinung an ihn herantreten. Wer von unserer wirklichen Jugend hat diese selbständige Stellung zu religiösen Fragen aber bei seinem Beitritt zum „Ili", wer kann sie überhaupt haben? Allzu oft wird dar in zahlreichen Gruppen unserer Organisation verkannt. Liberalismus in unserm Sinne ist nicht die Freiheit für sich selbst, zu tun und zu lassen/was man will, Liberalismus ist vielmehr das Recht eines jeden auf freie Betonung seiner Ansicht aber unter Achtung der des Gegners, unter Rücksichtnahme auf dessen Gefühle. Dies darf bei der Einstellung zu dieser Frage nicht vergessen werden und auch nicht, wie dies allzu oft geschehen ist, bei unserer praktischen vereinsarbeit im bisherigen Rahmen, verhehlen wir uns nicht, daß durch diese mangelnde Rücksicht häufig die Besten von uns zurückgestoßen werden. Und nur durch Einigkeit können wir unser Ziel als Jugendbewegung erreichen. Möge «ns dar neue Jahr auf diesem Wege weiter bringen als die verflossenen, die uns immer mehr von ihm entfernt haben! Dann werden wir der Jugend weiter helfen und dem liberalen Judentum neue (Quellen zufließen lassen. Finden wir diesen Weg nicht, so werden wir immer mehr daran kranken, daß die Jugend uns fehlt, die sich abwendet von einer in sich selbst gespaltenen Bewegung. Schrifttum und Literatur | fius Bibel und Schrifttum. Von Robert Hirschfeld-Berlin. Fortsetzung.) Gen. §, 1? —Schluß. Die Nachkommen Kajus werden anfgezählt: Kajn, Heu och, Irad, Mochujael, Methusael, Lamech, dieser hat zwei Frauen: Ada und Zilka und drei Söhne: Iabal, Iubal und Tubalkain, diese werden als di« drei ersten Herdenbesitzer und Zeltbewohner, Flöten- und Saitenspieler und Erzarbeiter bezeichnet, kamech sprach zu seinen Frauen Ada und Zilla: „hört meine Rede, ihr Weiber Lamechs, vernehmt meinen Spruch! Einen Man« erschlage ich für meine Wunde, einen Buben für mein« Strieme. Röcht Kajn sich siebenmal, so Lamech sich sieben« undsiebzigmal! (Kautzsch.) Adam bekommt als Ersatz für Abel den Seth, und dessen Erstgeborener ist Enoch. Kap. s. Dies ist das Buch über die Nachkomme« Adams. Als Gott den Adam erschuf, da machte er ihn Gott ähnlich. Als Mann und Weib erschuf er sie, und er segnet« sie und gab ihnen den Namen „Mensch" damals, als st« geschaffen wurden. Adam wurde 930 Jahre, Seth 9J2 Jahre, Enos 905 Jahre, Renan 9*0 Jahre, Mahalalel 895 Jahre, Irad 962 Jahre, henoch 365 Jahre. Methufalah 969 Jahre, Lamech 777 Jahre. Noah ist der Erstgeborene Lamechs, er hat s Söhne Sem, Ham und Iaphet. von Mensch wird gesagt, er wandelte in Gemeinschaft mit Gott und war nicht mehr, denn Gott batte ihn hmweggenommen. Der Name Noabs wird erklärt: dieser wird uns trösten über unsere Arbeit und über die Beschwerde uuferer Bände von dem Erdboden, den verflucht hat der Ewige. Die beiden hier angeführten Stammtafeln zeigen mancherlei Uebereinstimmungen in den Namen. Die Nachkommen Ada«« über Kajn und Seth waren ursprünglich wohl in zehn Gliedem genannt; die Linie Kajn endet in drei Söhnen Lamechs und die über Seth in drei Enkeln Lamechs. Die hohe Lebensdauer der zehn genannten Männer hat zu verschiedenartigen Deutungen Anlaß gegeben. Am einfachsten wird sie wohl erklärt als sagenhafte Ausschmückung nach babylonischem Vorbilde. Man wollte wohl die Geschichte der Vorfahren Israels in ebenso graue Vorzeit zurnckführen, wie die Babylonier es mit ihren Urkönigen gemacht hatten. Selbstverständlich ist nicht etwa daran zu denken, daß die angegebenen Jahre kürzere Zeiträume bedeuten. Die Zahl 365 bei Henoch hat in spaterer Zeit dazu geführ ihn als einen Mystiker der Vorzeit hinzustellen, der in ge« heimnisvoller Weise aus der Welt geschieden ist. Kap. 6. j—4. Als die Mensche« ansingen, sich auf der Erde zu vermehren, und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen die Gottessöhne, daß die Töchter der Menschen schön waren und nahmen sich die zu Frauen, die ihnen gefielen. Da sprach der Ewige: „Mein Geist soll nicht für immer im Menschen walten, er ist Fleisch, seine Lebensdauer betrage nur \20 Jahre." Zu jener Zeit waren die Riesen aus Men'und-auch'nach der Heft, da sich die Gottessöhne zu hen Töchtern der Menschen gesellten und diese ihnen Kinder gebaren; diese sind die Gewaltigen, welche von Alters her Männer vom Ruhme waren. was in diesen Versen berichtet werden soll, ist nicht ganz klar, vielleicht stellt es den versuch dar, Sagen über gewaltig große Menschen, von denen wiederholt berichtet wurde, zu begründen. Die Beschränkung der Lebensdauer des Menschen auf 1,20 Jahre erscheint merkwürdig, we«« man liest, daß noch Noah und einige seiner Nachkommen bis auf Jakob ein höheres Alter zugeschrieLen wird. Ueber das Wort „Gottessöhne" oder auch „Söhne der Mächtigen" kann nichts gesagt werden, es handelt sich offenbar um einen Rest eines Berichtes mit mythologischer Färbung. Kap. 6, S—9, *7. Die Sintflut. wegen der Verderbtheit der Menschen soll eine große Flut kommen, in der alles Lebende untergehen soll, nur Noah, der als „fromm in seinem Zeitalter" bezeichnepwird, soll mit seiner Familie gerettet werden. Er soll sich ein Schiff bauen, „Kasten" nennt es die Bibel, wonach Luther „Arche" übersetzt. In dieses Schiff soll Noah eine gewisse Zahl von jedem lebenden Wesen nehmen, nach der einen Duelle je ein paar, nach einer anderen Duelle je? paare von den reinen Tieren und je ein Paar von de« unreinen. Nachdem alles vorbereitet ist, beginnt die Flut, die dadurch entsteht, daß teils Regen herabströmt, teils die Fenster der Himmels geöffnet werden, daß Wasser herabpürzt, teils die Fluten der Tiefe Hervorbrechen und die Erde überschwemmen. Die Dauer der Flut wird verschieden angegeben. Alles Lebende wird vernichtet. Danach sinkt das Wasser, das Schiff bleibt auf dem Berge Ararat stehen und Noah stellt durch Aussendung von Vögeln fest, daß die Erde allmählich abtrocknet. Er geht dann aus dem Schiff und läßt alle Tiere frei, nachdem er einige Gott als Dcmkopfer dargebracht hat. Kap. s, 2\ und 22. Als nun der Ewige den lieblichen Duft roch, da sprach er bei sich selbst: Ich will hinfort die Erde nicht mehr verfluchen um der Menschen willen. Denn das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf, und ich will hinfort nicht mehr alles Lebendige schlagen, wie ich getan habe. Fortan sollen, solange die Erde steht, nicht.aufhören Säen und Ernten, Frost und Hitze, Sommer und Winter nnd Tag und Nacht. Kap. 9, J7. Da segnete Gott Noah und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde! Und Furcht und Schrecken vor euch soll liegen über allen Tieren auf Erden und über allen Vögeln unter dem Himmel und Liber allem, was sich auf dem Erdboden regt, und über allen Fischen des Meeres: in eure Hand find sie gegeben. Alles was sich regt und lebt, soll euch zur Nahrung dienen: wie das grüne Kraut gebe ich euch alles. Nur sollt ihr Fleisch nicht essen, solange seine Seele, sein Blut, darin ist. Für euer eigenes Blut will ich Rechenschaft fordern, von jedem Tier will ich sie fordern, und von jedem Mensche«,