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Jüdisch-liberale Zeitung · 1922-10-06 · 40 (6.10.1922) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
2 (1922)
Issue
40 (6.10.1922)
Date
1922-10-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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regungen von der Zentrale, konnten jederzeit auf geeignete Redner rechnen und waren in der Lage, ihre Mitglieder in voller Arbeit vorwärts zu führen. Den Glanzpunkt der Aera Breslauer bildete die Posener Tagung, die mit der Herausgabe der Richtlinien der jüdischen Oeffentlichkeit vor Augen führte, welchem Ziele die liberale Bewegung im Judentum nachstrebt. Eine wesentliche Hilfe und Förderung brachte der liberalen Bereinigung die Mithilfe der Rabbiner, die im liberalen Rabbinerverband zusammengeschlossen sind. Hier führte bis 1911 der Nestor der liberalen Rabbiner, Heinemann Vogelstein-Stettin, der letzte lleberlebende der Augsburger Synode, den Borsitz. Die liberale Vereinigung erreichte mit der Herausfiafce der Richtlinien wohl einen großen Erfolg, cmderereitsetzte aber eine gewaltige Amon gegen Liberalismus und jüdischen Fortschrittsgeist ein. DaS gesetzestreue Judentum wuchtete mit Schärfe und maßlosen Anwürfen gegen die liberale Richtung, und noch heute stehen wir mitten in diesem Kampf um die fortschrittliche Entwicklung unserer Glaubenslehre. Skrs viele Spezialkommissionen, in denen Laien und Fachleute saßen, verteilte sich die Arbeit, die den Ausbau der Richtlinien, die Verbesserung des Gebetbuches und die einheitliche Gestaltung des Gottesdienstes bewirken sollte. Als im Jahre 1914 der Krieg ausbrach, wmde diesem Beginnen ein plötzlicher Stillstand bereitet. DaS gewaltige Erleben des Weltringens gebot jedem Fortschreiten Einhalt. In viereinhalb Kriegsjahren stand der größte Teil unserer Freunde unter den Waffen. Eine stattliche Anzahl der dem liberalen Rabbinerverband angehvrigen jüdischen Geistlichen weilte als Feldrabbiner in Ost und West. Die jüdisch-liberale Jugend, die seit 1912 zur Organisation gehört und bereits Vereine in Berlin, Breslau und Posen gegründet hatte, stritt und blutete in Feindesland. Wenn auch einzelne Ortsgruppen und Vereine arbeiteten, so konnte doch im allgemeinen nur das Geschaffene gerade erhalten werden. 1918 legte Bernhard Breslauer den Vorsitz nieder. Die Vereinigung ehrte ihn und sich selbst durch seine Ernennung zum Ehrenvorsitzenden. Wilhelm Plonsker, der bisherige stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung führte zwei Jahre hindurch an seiner Statt den Vorsitz. Ihn löste Heinrich Stern-Berlin ab, der seit vielen Jahren die Generalsekretariats-Geschäfte führte und besonders in Gemeinschaft mit Berger-Breslau die Organisation der Jugendvereine durchgeführt hatte. Die Zeit nach dem Kriege brachte ein Wiederaufleben des jüdischen Interesses. In der Zeit vor 1914 war der Jndifferentismus zu höchster Blüte gelangt. Die Gleichgültigkeit machte sich in allen Kreisen geltend, besonders die Familien derer, die einst in den Gemeinden an erster Stelle wirkten, bewiesen nie geahnte Gleichgülttgkeit. Die Jngend war schwer zu begeistern. Ihre Interessen waren vielseitig, aber das religiöse Fühlen lau. Die erste Nachkriegszeit brachte auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens, sowohl in der Politik, als auch innerhalb der Bekenntnisse eine neue Zeit des Aufstieges. Besonders eifrig waren alle Patteiungen des Judentums innerhalb der deutschen Lande, überall setzte regstes Schaffen ein, überall wurde der Wille zur Arbeit auch in den kleinen Gemeinden laut. Die großen jüdischen Gruppen, auf der einen Sette die konservative Richtung mit dem extremen Flügel der Agudah, die Zionisten, die Msrachi, die politisch gettchteten Nationaljuden, die Linie der Mittelpartei, die Kompromißler nach rechts und links mit den angeschlossenen neutralen Fugendvereinen und auf der anderen Seite die liberale Richtung sowie die Reformpattei fühlten die Notwendigkeit der Betätigung und wollten, nach Möglichkeit weite Kreise für ihre Ziele gewinnen. Die liberale Vereinigung suchte in Borstandslitzungen, Delegiertentagungen und in der im Januar diese- Jahres abgehaltenen Generalversammlung, erneute und intensive Fühlung mit der großen Schar ihrer Anhänger und ebenso mit den Führern innerhalb der einzelnen Bezirke. Vieles wurde erreicht, besonders die Schaffung einer Parteipresse, die die bishettgen liberalen Monatsschriften in sich aufnahm. Viele Fragen aber blieben bisher ungelöst, besonders die Organisationsfrage. Wenn auch innerhalb der Großgemeinden, die wohl zum übergroßen Teil in ihrer Mehrheit liberal sind, Neuwahlen zur Repräsentanz stattfanden, die fast überall ein glänzendes Ergebnis für die Sache des Liberalismus zur Folge hatten, so ist doch ohne weiteres zuzugeben, daß die liberale Organisation jetzt ganz anders entwickelt sein muß. Die liberale Richtung führt, wie jede jüdische Organisation, noch manche Ortsgruppe, die sich erst fest gruppieren muß. Einige liberale Vereine sehen nur darin ihre Aufgabe, zu bestimmtem Zweck oder aus besonderen: Anlaß zusammenzntreten, propagandistisch aber wird noch zu wenig geleistet. In diesen Gemeinden kommen Freunde und Feinde der Bewegung irrtümlich zu der Annahme, daß die dort bestehenden liberalen Vereine nur Wahlvereine sind, die dann und wann die Massen der Gemeindewähler zur Zeit des Wahlkampfes auf die Schanzen rufen. Wie steht es mit den Jugendvereinen? Die Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Jugendvereine, die während des Ktteges ins Leben gerufen wurde, hat unter dem Vorsitz von Stern-Berlin und Bayer-Breslau beachtliches geleistet. Es entstanden im Reiche zehn Jugendvereine. An vielen Orten wurden Vertrauensleute gewählt, die in kleinen Kreisen für die jüdisch-liberale Sache hingebend wirken. Die Arbeit der Jugendvereine in einzelnen Gemeinden, in Berlin, Breslau, Liegnitz, Potsdam sowie Münster ist vorbildlich. In manchen Gemeinden liegt aber die Sache der liberalen Jugend noch darnieder. Es ist nicht die Absicht, in diesen Zeilen nur Kritik zu üben und sonst nichts; aber vielleicht war es zweckmäßig, um Verständnis für einige Vorschläge zu finden, die Sachlage zu schildern. Nach den bisherigen Erfahrungen erscheint folgendes geboten: 1. In sämtlichen Großgemeinden müssen Ottsgruppen der Bereinigung für das liberale Judentum gegründet werden. Es ist richtig, daß zum Vorstand zunächst diejenigen Kreise gehören, die in der Gemeinde führend sind und sich bewährt haben. Es ist aber ebenso selbstverständlich, daß auch alle Kreise und Stände liberaler Richtung in dem Vorstand, bezw. in der Führung ihre Vertretung finden. 2. In allen Ortsgruppen muß nachdrücklichst dafür Sorge getragen werden, daß eine ideelle und materielle Propaganda besteht. Mitglieder müssen geworben werden, die Sammeltätigkeit muß einsetzen. Beides ist notwendig. Die Ortsgruppen müssen regelmäßig, also in jedem Monat ihre Versammlungen abhalten. Es ist darauf zu achten, daß die Vereine zu Anfang eines jeden Semesters mit der Zentrale sich über die Ausgestaltung der Arbeit verständigen. Die Arbeitspläne sind der Zentrale rechtzeitig einzureichen, damit oiese jederzeit in die Lage versetzt wird, geeignet erscheinende Vorschläge zu machen und Redner in die einzelnen Ortsgruppen zu dittgieren. 3. Den Ortsgruppen in den Großgemeiuden muß ausgegeben werden, für die Gründung von neuen jüdischliberalen Jugendvereinen Sorge zu tragen. Die Ottsgruppen-Vorsitzenden sollten sich zu diesem Zweck an den Vorstand der Jli-Arbeitsgemeinschaft wenden, andererseits muß mit dem liberalen Gemeinderabbiner am Platze Fühlung genommen werden. Schließlich muß innerhalb der Jugend eine geeignete Propaganda von Seiten der Ortsgruppe einsetzen, sodaß die Masse der Jugendlichen schnell für die Idee einer Vereinsgründung geworben werden kann. 4. Auch in den kleineren Gemeinden der einzelnen Bezirke muß durch intensive Kleinarbeit der Boden für die Gründung von liberalen Vereinen vorbereitet werden. In mittleren und Keinen Gemeinden empfiehlt es sich, liberale Vereine ins Leben zu rufen, die Alter und Jugend gemeinsam umfassen. Diese Propaganda leitet der Hauptverein deS betreffenden Bezirks. Gleichzeitig muß die Zentrale informiert sein, sodaß jederzeit die Möglichkeit besteht, geeignete Redner zu bestimmen. 6. In allen Vereinen müssen zu Anfang eines jeden Halbjahres Umfragen gehalten werden, ob Mtglieder der Vereine willens und in der Lage sind, in den Ortsgruppen der Vereinigung und der Jli-Arbeitsgemeinschaft Vorträge zu halten. Diese Ermittlungen müssen sofort an die Zentrale weiter gegeben werden, sodaß dott rechtzeitig eine Liste für die Verteilung der Wanderredner ausaearbeitet werden kann. 6. Die Zentralen der Bereinigung und der Arbeitsgemeinschaft haben die Pflicht, in der „Jüdisch-liberalen Zeitung" nachdrücklichst aus die Durchführung dieser fünf Punkte hinzuweisen. So muß eine straffe Organisation einsetzen, damit alle Ortsgruppen unter eine einheitliche Führung kommen. DaS ist unser erstes Ziel! Lediglich in dem Zusammenfassen aller Kräfte liegt die Möglichkeit gewinnbringendes zu leisten. Die liberalen Massen müssen für die Organisation gewonnen werden, sind aber die Massen gewonnen, so muß alles daran gesetzt werden, um eine wirkliche Arbeit, nicht von heute auf morgen, sondern aus die Dauer wach zu halten. Sind nachher in den einzelnen Provinzen genügend Ortsgruppen geschaffen, so muß auch dort eine weitere Organisatton einsetzen und ein Netz von Landesverbänden, die Haupt- und Jugendvereine um- . fassen, gegründet werden. Die hier niedergelegten Vorschläge sind gewiß schon vielfach in Wott und Schttst vettreten worden. Sie müssen das Programm und Gemeingut aller liberalen Juden werden. Dann werden wir in kurzer Frist die liberale Bereinigung zu der Macht erheben, die sie eigentlich schon heute sein müßten (kn aller Kürze. In den letzten Wochen hat sich eine neue Partei mit rein antisemitischer Tendenz gebildet, die sich in ihrem Programm „Deutscher Freiheitsbund" nennt und die „Befreiung von der Herrschaft der Fremdstämmigen", von der „Willkür deS Parlamentarismus" und vom Versailler Vertrag erstrebt. * * * Der amerikanische Senat hat das vom Unterhaus vor einigen Wochen votierte Gesetz betteffend die StaatszugehSrlgkeit der an Ausländer verheirateten amerikanischen Frauen und der weiblichem Immigranten in Amettka angenommen. Nach dem neuen Gesetz behält die amerikanische Frau ihr Bürgerrecht, auch wenn sie die Ehe mit einem Ausländer eingeht. -«« * * Wie aus Minsk gemeldet wird, find in den letzten 1^/« Jahren gegen 700000 jüdische Rückkehrer aus Rußland nach Polen gewandert. * * * Das hauptsächlich von Juden bewohnte Städtchen Wschenkowitschi in der Nähe von Minsk ist durch Feuer zerstört worden. 800 Häuser wurden ein Raub der Flammen und 4000 Personen find obdachlos. * * * Der vorläufige WoywodschaftSrat von Kattowitz hat beschlossen, die Anleihe von 10 Millionen deutscher Mark zur Entschädigung an diejenigen, die während der letzten Exceffe in Kattowitz geschädigt worden sind, zu bestätigen. Wie bekannt, ist eine große Zahl jüdischer Geschäftsinhaber durch die Exceste schwer betroffen worden. * * Ein ungenannt sein wollender amerikanischer Jude spendete die Summe von 70 Millionen österreichischer Kronen für Wiederaufbauarbeit in Oesterreich, von der drei Viertel für .verschiedene jüdische Institutionen bestimmt wurden, während Die geborene Kugenöreich. Tin Großstadtroman von Orkar Ions Miltma«. (26. Fortsetzung.) - Also ging Minni unter dem Schutz von Fräulein Ballerstedt. und nun war es soweit, daß auch sie den Musen opfern sollte. Zu Hause hatte sie sehr niedlich aufgesagt, und war in ihrem Phantasiekostüm einer Kontoristin mft Schutzärmeln, Riesenhalter und langem Lineal reichlich bewundett worden. Dazu trug sie als kühnen Hut einen glänzenden Patentlöscher und eine bunte Bttefmarkenschärpe. Auch ein Kolossalkontobuch mit der sichtbaren Aufschrift: ..Fuchs und Freitag" fehlt« nicht unter ihren Emblemen. Aus winzigem Rädergestell rollte es hinter ihr her. und sie hatte den Befehl, beim Kehrreim ihres Liedes aus die unförmige Attrappe hmzuweisen: „Wenn ich auch die jüngste Kraft her Firma bin. Weiß ich doch ganz genau. Weiß ich doch ganz genau, Hier in diesem Buch da steckt was drin." Als Minni nach tiefem Knix auf das Einsetzen der Musik wartete. War ihr die Kehle wie zugeschnürt, denn ein allgemeines Ah hatte sie 'begrüßt und machte sie ängstlich. Außerdem starrte Max, bet auch in der ersten Reihe neben Fräulein Ebba saß. mit so unverhohlener Bewunderung zu ihr empor, daß es nach Minnis Empfindung jeder merken mußte. Der lorgnettierenden Dänin fiel es auch auf: „Finden Sie sie denn wirklich so hübsch?", fragte sie ihn, und als er nicht anttrottete. setzte sic hinzu: „Das können Sie ruhig znqeben Sie ist schon und wie eine Dame, aber still!'' t Minni sang sich tapfer durch, mvb als sie zu den Tanz- Woitten des Refrains kam. war ihre Schüchternheit ge-! Wvunden. Sie mußte noch zwei in Vorrat gehaltene I Augabestrophen vottragen und konnte sich dreimal der- I beugen, denn alles klatschte wie besessen. Jonas liefen die Tränen herunter, und Jettchens Kritik lautete im Sinne des Liedes, aber auch in allerdings rmbewußter Einschätzung der Sängerin: „Da steckt was drin!" — Nach dieser Attraktion begann der Tanz, und alles walzte mit Begeisterung und Wonne. Daß bei diesem Teil der Feier Laune und übermütige Stimmung herrschte, hatte Herr Simon, der erste Reisende der Firma, ein Mann von gutem Witz, weise eingerichtet. Als unübettrefflicher Polonaisenunb Contrekommandeur erzeugte er alle verschlungenen Figuren nebst den dazu gehöttgen Verwirrungen, die den Spaß krönen, wirklich aus dem Handgelenk, und seine Verteilung der Damen- und Herreirspends rief wahre Lachsälven hervor. Den Clou der Ueberraschungen bildete aber die heimliche Einführung dreier junger Herren, die garnicht verwandt und sich doch so überaus ähnlich waren, daß sie andauernd verwechselt wurden. Das gab natürlich besonders den jungen Damen Anlaß zu ausgelaffenstem Vergnügtsein, und das Kleeblatt wurde der Mittelpunkt der Heiterkeit, zumal es auch mit vettauschten Namen opettette und unter der Direktton Simons die gesamte Weiblichkeit zu einer preisbedachten Abstimmung einlud: „Wer ist es wirklich?" XI. Ms die Kopenhagener, von Jettchen und Max freundschaftlich begleitet, auf dem Bahnhof standen, konstatierte die diplomatische Mama, nachdem sie sich in wahrhaft dithrambisäiett Dankeshymnen für den Besuch erschöpft hatt: Ihr Mann könne es nur nicht so sagen, aber er werde fetzt bei der ersten Gelegenheit seinen Freund Bernhard überfallen, znmal sich doch auch die Kinder so gut verstünden. Das war fast zu deutlich, aber abfahrende Züge befördern auch große Entschlüsse. urtd darum bekannte der Dänenvater, daß er sich nichts Besseres wünschen könnte, und Jettchen besiegelte diesen Pakt mit einem: „Wir sind uns einig!" Die Hauptbeterligten waren es weniger. Zwar ließ Ebba dramatisch ihren blauen Slöve aus dem Abteilfenster wehen, und Jettchen winkle sreger- Haft. Ir. diese Uebervaschung nach zwei Jahren gönnte sie der Verwandtschaft und ganz Berlin. Gnädig nahm sie sich vor, auch Max von den Ergebnissen ihrer dhnasttscheu Po'littk in Kenntnis zu setzen, und, ein tveiblicheck Cicero. studierte sie schon den wirkungsvollen Anfangs- und Gntscheidnngssatz ihrer Philippika: „Gs wird Zeit, daß Du in feste Hände kommst!" Daß er es längst war, wußte sie allerdings nicht. Es gibt eben Eltern, die ihr Blut unterschätzen und rm Bemuttern die ganze Diebe sehen. Wenn dann die Kinder aus diesem Schattenkreis herauswachsen, dann setzt es hatte Kämpfe, und Jettchen gab das Rennen nicht auf. als sie ahnungslos nach einem halben Jahve aus allen Himmeln fiel. „Diese Jntttganttn, diese gewöhnliche Person hat ihn umgarnt. ... Es ist wohl aber nicht nötig. alle Kosenamen aufzuzählen, mft denen Frau Rosenthal die sonst bei ihr wohlgeilittene Minni im stillen schmückte: „Das undankbare Geschöpf soll mich kennen lernen, der bin ich gewachsen." Damit pumpte sie sich mft gewaltigem Mute voll und ging schon wieder in die Küche, um sich zum dtttten Male von Marie alles haarklein erzählen zu lasten. „Also täglich kommen sie am Präsidium vorbei, und Ihr Bräutigam weiß das ganz genau!" — „Laffen Sie doch bfle Menschen", warf das'Mädchen, dem ganz schwül wurde, dazwischen: „Es muß doch jeder was sür's Herz haben! Hübsch ist sie doch auch, und wenn mein Blauer das sagt!" — „Was hat die Liebe mft der Schönheft zu tun. und schön ist die doch nie gewesen! Sie ist dürr und mager, und alles ist Verstellung. Das könnte ihr so passen, aber daraus wild nichts. Niemals, nein, auf kernen Fall!" (Fortsetzung folgt.)

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