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Jüdisch-liberale Zeitung · 1922-08-18 · 33 (18.8.1922) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
2 (1922)
Issue
33 (18.8.1922)
Date
1922-08-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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sind; wir wissen, daß vor allem Wissenschaft und Kunst, Belehrung und Erziehung, unter den Zeitverhältnissen ungeheuer leiden. Besonders unsere jüdischen wissenschaftlichen Institute sind auf das höchste gefährdet, unsere Lehrer klagen seit Langem über die Notlage, in der sich angesichts der Geldentwertung ein großer Teil von ihnen befindet, über die Ablehnung ihrer berechtigten Forderungen seitens vieler Gemeindeverwaltungen. In jüngster Zeit hat sich nun auch ein Rabbiner mit einem eindringlichen Notschrei über die wirtschaftliche Lage der Rabbiner an die Oeffentlichkeit gewendet. Wir sind ein verarmtes Land. Wenn es auch eine kleine Schicht Reichgewordener gibt, so sind doch unsere früheren Reichen nicht mehr in der Lege, ihrem Wohltätigkeitssinn in sonst gewohntem Maße Ausdruck zu geben, der Mittelstand ist selbst notleidend geworden; haben wir da nicht die Pflicht, zunächst an uns selbst zu denken, ehe wir Pläne unterftühen, die immerhin mehr oder weniger utopistisch sind? Man wende nicht ein, daß es den Reichen nicht darauf ankommen kann, ob sie neben einheimischen Einrichtungen auch solche unterstützen, die den Opfern der Verfolgungen zu Hilfe kommen wollen, die den Aufbau Palästinas bezwecken, das ist ein falscher Schluß. Die Spenden einer beschränkten Anzahl von Leuten, die über große Einnahmen verfügen, sind bei den heutigen Geldverhältnissen doch nur ein Tropfen an Eimers Rand, ein Sandkorn am Meeresstrand. Die von der gefaulten deutschen Judenheit aber etwa aufgebrachten Betrüge fallen für den beabsichtigten Zweck ebensowenig ins Gewicht; beide fehlen aber für die im Anlande so dringend erforderlichen Angelegenheiten. Wenn jeder selbständige deutsche Jude — das sind nach Abzug der Frauen und Ander höchsten- 100 ooo — im Durchschnitt selbst 1000 Mark für den Keren Hajessod beisteuern würde, kämen bei der jetzigen Valuta noch nicht 50 000 Pfund Sterling zusammen, ein Betrag, der für dadiesjährige Aufbaubudget von 1 y2 Millionen Pfund der Keren Hajessod von sehr geringer Bedeutung wäre, der aber, da er hunderte Millionen Mark in deutscher Währung ausmacht, genügen würde, aller oben geschilderten Not ein Ende bereiten zu können Gewiß ist der Satz richtig: „alle Israeliten bürgen für einander", aber älter und wichtiger sind die Thoragebote: „liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" und „wenn unter Dir e i n Dürftiger sein wird, irgend einer Deiner Brüder in einer Deiner Städte, in Deinem Lande, dader Herr, Dein Gott, Dir gibt, so verhärte Dein Herz nicht und verschließe Deine Hand nicht gegen Deinen dürftigen Bruder." Unsere Nächsten sind unsere deutschen Mitbürger, nicht nut unsere Glaubensgenossen, unsere Brüder sind in erster Reihe die deutschen Juden; unser Land, unsere Heimat ist dadeutsche Vaterland, in dawir durch göttliche Fügung seit einem Jahrtausend verpflanzt sind. Jeder Bfennia, den wir in unabsehbarer Zeit für ausländische Zwecke verwenden, entziehen wir unseren Nächsten, unseren Brüdern. Solange wir ein niedergebeugtes, verarmtes, selbst dringend hilfsbedürftiges Voll bleiben, müssen wir uns gegenseitig im Lande helfen, müssen wir die Unterstützung auslündischer notleidender Glaubensbrüder den besser gestellten ausländischen Religionsgenossen Überlassen. Solange eS daher noch eine Gemeinde in Deutschland gibt, die ihre Rabbiner oder Lehrer nicht ausreichend bezahlen kann, solange es noch einen Lehrer in Deutschland gibt, der gezwungen ist, sich einen mehr oder weniger würdigen Nebenverdienst zu suchen, um nicht mit seiner Familie Hunger zn leiden, solange jüdische Hochschulen und Wissenschaftler, Kranken- und Giechenhauser, Heilanstalten und Waisenhäuser, Altersheime, Blinden- und Taubstummenanstalten sich einschränken müsien oder gar in ihrem Fortbestehen gefährdet sind, solange Wohlfahrtseinrichtungen aller Art ihren Aufgaben aus Geldmangel nicht in genügendem Maße gerecht werden können, solange unser Deutsche- Vaterland unter der Last der ihm aufgezwungenen Abgaben zusammenzubrechen droht, solange ist es ein Unrecht, für irgend einen außerdeutschen Zweck auch nur den geringsten Beitrag Zu leisten, selbst für einen Zweck, der, wie der Wiederaufbau des heiligen Lande-, gewiß auf die volle Sympathie aller deutschen Juden Anspruch erheben kann. In aller Kürze. Der bedeutende Hebräische Schriftsteller und Philosoph Hurwitz ist in Berlin verstorben und auf dem Friedhof 51t Weißensee bestattet worden. * x> * In Odessa werden täglich tausend Zehn-Dollar- Lebensinittelpakete verteilt. Die Liebesgaben stammen hauptsächlich von außerhalb Rußlands lebenden Verwandten und haben zur Linderung der Hungersnot in der schwer heimgesuchten Stadt beträchtlich beigegetragen. * * * Nack) einem Bericht des amerikanisch jüdischen Joint-Distributiou-Komitee werden in Palästina auf Kosten dieses Komitees 2700 Waisenkinder verpflegt. * »st * Die Streitigkeiten zwischen Juden und Arabern im Hafengebiet von Haifa dauern fort und führen zu ernsten Zusammenstößen. * * * In seiner Antwort auf den Protest des Jüdischen Naiional-Rates in Jerusalem gegen die Verbreitung von Gerüchten, daß die Zionisten die Omar-Moschee beschlagnahmen und sie in eine Synagoge umwandeln wollen, schreibt der arabische König Hussein. Er lehne alle zionistischen Ansprüche auf Palästina ab und beharre auf dem Standpunkt aller Araber, daß sämtliche arabischen Länder, Palästina inbegriffen, unabhängig werden und unter arabischer Herrschaft stehen müssen. * * * Eine neu veröffentlichte ofsizielle Statistik über die Einwanderung nach Palästina gibt den sichtbarsten Beweis dafür, daß die Beschränkung noch immer in schroffster Weise durchgeführt werde. Nach der Lage der Dinge ist eS nicht wahrscheinlich, daß die strenge Handhabung der Vorschriften in absehbarer Zukunft irgendwie gemildert werden würde. In den letzten 4 Monaten wurden 126 Juden, die im Besitze einer Einreiseerlaubnis waren, aus Palästina zurückgeschickt. * * * Die französische Regierung, der das Mandat über Syrien übertragen worden ist, verhaftet in Beiritt Zionisten und weist sie auS. * * * In Palästina wurde eine Anzahl jüdischer Beamter auS oem Polizei-, Eisenbahn- und Telegraphendienst entlassen. Die ihrer Stellttng enthobenen behaupten, wegen ihrer Abstammmung verabschiedet worden zu sein. Unter den entlassenen befindet sich auch der Vize- Gouverneur der Stadt Liberias. klklhm. Mb Oynagogcnflcuetn find »dMföhlg. Bon Rechtsanwalt Dr. Julius L. Seligfohn. In der Jüdisch-liberalen Zeitung vom 14. April 1922 war dargelegt worben. daß nach dem Gutachten des ReichSfiwMofS dom 80. November 1921 und 6. Februar 1922 und der ihnen foTpcnbctt Praxis der Finanzämter Kirchen¬ Die geborene Tugenöreich. Tin Großstadtroman von Oskar Ion» Miltman. (IS. Fortsetzung.) - „Nein, Muttelchen, daS stimmt nicht. War mein Vater schlecht?" Es war Mt, daß die geborene Tugendreich nicht zu antworten brauchte, denn Minni verteidigte lebhaft: -Schlecht ist er, glaub' ich nicht; das kann ich mir nicht denken. Vielleicht war es doch was anderes. Ich Hab mich auch vor ihm versteckt und immer aufs Pult gesehen." „Du bist noch viel zu jung, um Dir Sorgen zu machen. Du bist nervös; wenn ich nur wüßte wohin, möcht' ich Dich schon schicken!" — Als man wieder in die Wohnung kam, hantierte die alte Mtt noch munter am Tisch und schabte Mohrrüben. Regina lag das Diplomatische nicht, also erzählte sie kurz und wahr, was Mnni, die sofort inS Bett verschwand, drücke und verdrießlich gemacht habe. Sofort wußte die Me Mt: „Jeh mal bei Euern Judenpastor, die lassen sich nie im Stich, un wird schon allerhand wissen!" Es ergaben sich auch wirllich keine Schwierigkeiten, und Rabbiner Krakauer besorgte Minni gem und mühelos einen Freiplah im Kolberger Kurbospital. Die Familie Mtt war beglückt und Mnni selig: „Zum ersten Mal verreisen und gleich auS Meer! — Die Me allerdings dämpfte: „Man kann immer nur andere helfen, wer tut was vor mir?" Wochenlang wurden Vorbereitungen getroffen und das Mädel aufs netteste ausstaffiert. Zum Schluß kaufte Regina bei Engel in der LandSbergerstraße, wo es nach frommer Sage alles halb geschenkt gibt, eine niedliche Badekappe, die nach Minnis Urteil „einfach süß" war, und du brauchst dir nicht die Finger zu zerstochern; Mnttel!" Mit Ungeduld zählte unsere Ostseebellissene die Taqe bis zum Urlaub, die meistens angenehmer sind als die Freizeit. Erwartung heißt der höchste Trumpf des LebenS, dagegen kommt kein Genuß auf! —- * Bier Wochen Ferien hatte die Firma Fuchs und Freitag großmütig nach einem Anruf Theodor Sachsens der übrigens auch im Kolberger Kuratorium saß, ihrem erholungsbedürftigen weiblichen Lehrling bewilligt und diese unerhörte Vergünstigung durch Vorauszahlung des Monatsgehaltes gekrönt. „Du kannst das dem Manne nicht abschlagen", hatte Jettchen bei Tisch entschieden und in gefühlvoller Wallung hinzugefügt: „Soll solch armes Mädchen auch was haben; ich wußte garnicht, daß sie Jüdin ist!" Max markierte müde GleichAltigkeit, die man vortäuscht, wenn unS etwas besonders angeht oder interessiert. Er frohlockte innerlich, als i^tt die Mama wie so oft rüffelte: „Ich weiß nicht, waS in den Menschen reingefahren ist; den ganzen Tag redet er kein Wort. Wenn daS die Bildung ist! Nur bei fremden Leuten, da kommen lauter Perlen aus seinem Mund. Geh mir ab mit dem Studium!" MS Mnni am 1. Juli, eine Stunde vor Geschäftsschluß von JonaS dispensiert und mit vielen Kartenverpflichtungen und Wünschen beschwert, sich im Kontor verabschiedet hatte, gab eS noch eine Ueberraschung. Ein „Guten Tag, Fräulein!", gebot ihr in der Kvnigstraße halt, und neben ihr stand Max, der Schweigsame, dem auch diese Bevorzugung mittags serviert worden war. „Laß se ruhig ne Stunde eher gehen, sie wird sich auch ihr bißchen in Ordnung bringen wollen!", hatte Jettchen empfohlen. Max beobachtete mit Genugtuung, wie die erschrockene Mnni die rechte Hand zum Blusenausschnitt führte, und begann wohlerwogen: „Seit Wochen watte ich auf Sie, aber morgens gehen Sie mit Jhnnr Bruder und abends mit Fräulein Ballerstedi. Endlich habe ich Glück!" — Das stimmte und doch wollte Minni sagen, daß er es hätte bequemer haben können. Mer imi- Worte klangen treuherzig und ehrlich, und und DhttagoqMstLuern bei bet HttäriUtäuit$ zut RttchSelw kommensteuer von den Einkünften nicht abgefttzt wnben durften. Der Finanzbof ging, dabei boit der Erwägung ans. daß nach § 13 Ziff. 7 des Reichsciukommensieuerpeset es nur ^Beitrüge", d. h. Zuwendungen freiwilligen Charakters, in Abzug gebracht werben dürften; Ijicntnlcr könnten Kirnen« und Svnagogensteuern' nicht gerechnet werben, da ihr» Ent. richtnng wie bei Steuern Überhaupt nicht in den freien Willen des Pflichtigen gestellt wäre. Diese Auslegung de» Einkommensteuergesetzes war aus Grund des geltenden Rechtes formal-juristisch zwar korvelt, entsprach dem Lebensbedürfnis der Kirchen- und Synagogen, gemeinden aber in keiner Weise. Insbesondere letztere wurden schwer in ihrem Bestände bedroht. Man brauchte, unbeschadet seiner Zugehörigkeit zum Judentum, nur aus der örtlichen Svnagogengemeinde auszutreien und sich einer privaten orthoboren ReligionSgesellschast oder einen: Reformverein an-zuschließen. Dann sparte man erstens d^e hoben Gemeindesteuern und konnte zweiten» die an di; neue Vereinigung zn entrichtenden „Beiträge" tei der Stellervrmnlagung abseben, weil es sich nun nicht mehr um ZwangZlcistungen. sondern um freiwillig übernommene Verpslichtungen Handel''. Da» jüdische Grundgesetz: „Sondere dich nicht ab von deiner Ge« meinde!" war in Gefahr. Glücklicherweise haben die Vorstellungen der inlerestierten Kreise bei den gesetzgebenden Körperschaften zu einer Abhilfe geführt. Die Einkommensteuergesetznovelle vom 20. Juli 1922 fügt in § 13 des Gesetzes unter den absugssäbigen Leistungen in Nr. 6a ein: „Stenern an die im Artikel 187 der Reichsversassung genannten Körperschaften', soweit diese Steuern in dem nach ß 29 Abs. 1 für die Veranlagung maßgebenden KaleNvcrjakre fällig geworden sind." Hierzu gehören die Kirchen- und Svnagogenstenern. Sie sind nunmehr allgemein abzugssäbig. Sie können also bei der Einkommenfteuerveranlagun'g für 1922 erstmalig astg'lsvt werben, soweit sie im Jahre 1922 söllig geworden sind. Nur auf den Zeitpunkt der Fälligkeit der Svnagogensteuern, nickt auf den' Augenblick ihrer Zahlung kommt es an. Ms öem Reich. Berlin Der wegen der Verbindung der deutschnationalen Volkspartei mit den dentschvölkischen Antisemiten aus der deutschnationalen Volfspartei ausgetretene Reichstagsabgeordnete und frühere badische Minister Prof. Dr. Dühringer rechnet mit dem deutschnationalen Antisemitismus in sehr scharfer Weise ab. Er schreibt: „Der politische Antisemitismus hat seit Gründung des Reiches schon verschiedene Anläufe genommen. Er hat jedesmal nach vorübergehenden Anfangserfolgen, ein klägliche- Ende gefunden. Bismarck hat ihn aufs entschiedenste abgelehnt. Er wirkt in der Tat rein negativ, rein destruktiv. War sein Auftreten zn Zeiten deS alten Reiches relativ ungefährlich, so bedeutet er jetzt die schärfste SchädiMng deS Reiches und seiner Kreditwürdigkeit? Aber das ist noch nicht einmal daS allein Entscheidende. Es kommt der religiöse Gesichtspunkt hinzu, daß die Politik des Hasses und der Leidenschaft, wie sie die Antisemiten betreiben, mit den Grundsätzen deS Christentums und der Humanität völlig unvereinbar ist. Wenn, um einige Beispiele hervorzuheben, der Abgeordnete v. Graefe in dem Berliner Lokalblatt „Die Wahrheit" den Versailler Vertrag dieses schwerste Unheil und Unglück des deutschen Volkes, dessen ruinierende Wirkung allmählich jeder einzelne Volksgenosse am eigenen Leibe empfindet, in einem „Pax judaica" überschriebenen Artikel als das ausschließliche Werk von Juden hinstellt, wenn der Abgeordnete Henning in seinem Aussatz über den Rapallo- Vertrag ausführt, daß der deutsche Jude (Rathenau) mit dem russischen Juden das deutsche Voll verschachert habe, und Sühne dafür verlangt, dann braucht sichniemand zu wundern, wenn die GeMer mindestens mit einem Schein der Berechtigung den Zusammenhang mit den begangenen Freveltaten behaupten." „Gegen solche Erkenntnis", fähtt Düringer fort, „darf man sich aber auch nicht aus rein patteipolitischen Gründen verschließen. Es genügt nicht, daß man sich gegenüber den Attentaten auf sein gutes Gewissen berufen kann, daß man beweist, man babe keine Ahnung von sie war auch schon im Bann der Ueberraschung und der Freude. Gehorsam folgte sie, als ihr Begleiter geschickt in die Neue Friedrichstraße einbog und aus dem Blutstrom der Berkehrsotte stilleren Bahnen zustrebte, wo man mit jungen Damen ungestötter wandeln und zu Herzen gehend plaudern kann. So kam denn ihr „Wenn das jemand sieht!" etwas verspätet und wurde von Max kühn mit einem „Eben deshalb!" beschieden. ' Minni wollte ihm gern eine Freundlichkeit sagen, doch fiel ihr nichts anderes ein alS: „Ich habe Sie schon schlecht gemacht, Herr Doktor!" Max konnte sich das nicht denken und meinte recht unmotiviert in diesem Stadium noch halber Befangenheit, daß sie sich inzwischen sehr verändert habe. „Sehe ich denn so schrecklich aus?", erkundigte sich Fräulein Mtt lebhaft. „Im Gegenteil, im Gegenteil!", unterstrich der svrachforschende Deserteur des Rabbinismus. „Das brauchen Sie auch nicht gleich zu sagen!", betonte Mnni schelmisch, Mckte aber doch — denn man muß sich vergewissern — in den nächsten Schaukasten der ruhigen Kaiserstraße, die das Paar gerade passierte und die Leuten mit redlichen Absichten bei Tage empfohlen werden kann. „Wann werde ich Sie Wiedersehen?", wollte Max beharrlich wissen. „Niemals!, denn erstens verreise ich" Eilig beteuerte Max keine Ahnung zn haben, zückte aber eine vorsorglich eingesteckte Tafel Schokolade, die Minni nach langem „Nein und auf keinen Fall!" annahm und in täglichen Stückchen zu essen gelobte. „Schreiben Sie mir!", bat er. — „Das geht nicht!" — „Wenn Sie mir nicht schreiben, komme ich nach Kolberg." — „Also das wissen Sie auch schon?, Sie kommen ja doch nicht!" — „Watten wir ab!"; gab Max stockschlenkernd zurück, als wollte er mit dieser Bewegung Mut und Entschlossenheit bezeugen. Unter solchen Worten war man in stillem Einvernehmen noch ein Stückchen umgekehrt, denn die Nähe des StrausbcracrvlatzeS schien beiden >'.icht das rechte Abschiedsplatean. (Jortscimvg folgte

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