Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 2 (1922)
- Issue
- 32 (11.8.1922)
- Date
- 1922-08-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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(tut «wch eine Frage Bet ^Sm&Mb wert ist der Kampf, der sich in der Piaffe der beven Flügel der deuffchnationalen Partei um di- Perfon des Generals in Ludenldorfj ihren HrroS erblickt, wagt sich ein Teil der beMfchnotionalen Presse zum ersten Mal mit Angriffen gegen die Povson Lubendorfss hervor, besten «ige We-iehungen zu de» Devtschvülkischcn strengster Observanz aus der jüngst von dem sHialdemokratischen „Vorwärts" veröffentlichten Korespondenz des Generals mit dem Direktor deS antisemitischen »Dentschm Abendblattes", Herrn Sontag, unzweifelhaft hervorgehm. In dieser Korrespondenz läßt sich Ludendorsf über die Pläne zur Gründung der neuen Pariei im einzelnen unterrichten und fordert Sontag u. a. zu einem systemotischen ÄngriffSfeldzng auf General Ho-ffmann auf, der na» Ludendorff ganz unter dem Einfluß seiner jüdischen Frau Mt und „in echt jüdischer Weise vatetlkhMsche Werke zec- Ptt". Snbenborff bittet über Sontag, hierbei Nicht zu erwähnen, von wem die Anregung zu den Angvfffen aufHoftmamr aiuSging. Der deutschmrtional« „Tag" wirft Ludendonf seine Kampfesweise im allgemeinen vor und rügt besonder?, daß sich Lubendorst im dritten Bande seiner Erinnerungen ln seinen Angriffen auf die Juden mrf Quellen stützt, wie das Buch „Die Geheimnisse der Weifen von Zion". Bekanntlich wird in diesem Machwert ein angebliches Geheim Protokoll des Baseler Zionisttznkongrestes veröffentlicht, laut welchem der Kongreß beschlosten hat, di« Völker der Welt unter seine Herrschaft zu bringen oder, wenn dieser Plan vorzeitig: enthüllt werden sollte, von den Stollen der Untergrundbahnen aus die großen Stabte in die Luft zu sprengen. Zeitungsschau und verschiedenes. Starker Rückgang der Spenden für den Jüdischen Nattmialsonds im erste« Halbjahr 1922. Die Spendenfimttmit des Jüdischen Nationalsorchs waren von 1992, dem ersten Jahre seines Bestandes, bis 1920 stetig, von 12 000 Pfund Sterling bis auf 162 000 Pfund Sterling, gestiegen. Das Jahr 1921 brachte zum ersten Mal einen Rückgang und zwar auf 129 000 Pfund Sterling. Es bestand die Hoffnung. daß dies nur eine vorübergehende Erscheinung sei. Jedoch die Ergebnisse des ersten Semesters 1922 bringen einen weiteren Rückgang, und zwar im Veraleich zum aleichen Zeitraum des Vorjahres von 61 400 Pfund Sterling auf 36 700 Pfund Sterkina. also um nicht weniger als 40 Prozent. Es zeigt sich, daß an diesem Rückgang fast alle Länder beteiligt sind. In Deutschland ist das Ergebnis auf ein Drittel des Vorjahres gesunken. Für den Spendenrückgang lassen sich verschiedene Gründe ansichren. Die Valuienenüwertuna hat in fast allen Gebieten Zentral- und Osteuropas lveitere rapide Fortschritte gemacht, so daß auch große Spcndensteigcrungen in Landeswähnrng, bei Umrechnung in Pfund, ein Minus eraeben. Die Juden in den Ländern mit guter Valuta wieder waren von großzügigen Sammlungen^ für verschiedene Wohlfahrtszwecke beansprucht. Auch die neue Organisation des Keren Hasessck». die zur Deckung der lausenden Bedürfnisse Erez Jisraels alle .Kraft aufbieten mußte. hat einen Großteil der indischen Energien an sich gefesselt. Dabei bestand in der Oefsentlichkeit keine Klarheit darüber, daß der Keren Haiessod nicht in der Lage war. die gebührenden 20 Prozent seiner Reineinnahmen dem Jüdischen Nationalsonds abzuführen, und daß dieser daher auf seine eigene Anstrengung angewiesen ist. um die( für den Bodenkauf notigen Mttel auszuhringen. Alle diese Gründe zusammengefaßt, läßt sich doch nicht verkennen, daß die Judenschaft vor allem der valutastarken Länder, ihrer Verpflichtung gegenüber ihrem Nationalsonds in ganz ungemigender Weise nachgckommen ist. Warschau. „Juden und Deutsche gegen Polen." Die nationalistische Rechte, die nach der vor- Mrigeii S-ejmabstirnmung ihre Felle wegschwimmen sieht, hat nunvtehr ans der ganzen Linie einen Schlachtruf ausgegeben, dessen demagogischer Wert gar nicht zu überschätzen ist. denn er rechnet mit den beiden polnischen Erbkrankheiten: dem Deutschenhaß nnd dem Antisemitismus. Während noch gestern ihre Presse die deutschen und die jüdischen Sejmcstimmen lediglich als Pilsndskis .Helfershelfer dargestellt hatte, heißt es darin heilte klipp und klar: „Juden nnd Deutsche gegen das wirkliche Polen!" Der Pfarrer Lntoslowski erklärt heute in einem ellenlanaen Artikel im klerikalen ...Kurier Warszawski": „Inden Der Schnorrer. 0 Eine furjtoeilige Plauderei von Tr. Sigfrid Behrens, Göttingen Ein geistvoller, schriftstellcrnder Zeitgenosse hat das Paradoxa ausgestellt, daß die Schnorrer das deutsche Judentum gerettet hätten. Es ist sicherlich die schlagendste Ehrenrettung, die jemals dem ehrsamen Stande der Schnorrer widerfahren ist. Und da Sanrnch Gronemann — in seinem Roman Tohu Wabohn — aus das liberale Judentum abzielt, das nach seiner Meinung dem Judentum wesensfremd geworden ist. so wird niemand argwöhnen, tvenn eine liberale Zeitung sich einmal mit diesem Problem beschäftigt, das doch nun einmal ein Problem der deutschen Judenheit, und nicht von gestern und heute, ist. Es ist an der Zeit, daß sich die periodische Presse einmal nrit diesem Atavismus auSeinandersetzt. Leider ist das Wesen oder Unwesen der Schnorrer keine bloß literarische Angelegenheft, die uns aus jüdischer Erzählungswelt geläufig ist. Es ist auch keine Romantik mehr, die unseren Großvätern eitel Lust und Freude bereitet hätte. Gott. Freundschaft und Menschenliebe sind in der jüdischen Welt des heutigen Deutschland beileibe nicht untergcgangen. Vielleicht sind die Männer, die einst, aus internationalen Zonen kommend, durch Deutschland zogen, vcm anderem Zuschnitt gewesen, als das, tvas die jetzige (Generation erlebt. Sind nicht in dem Reich der Schnorrer, die heute die Landstraße bevölkern. die Talmndkundigen. die Gesetzeslehrer, die Vertreter von Geist und Oiemüt. die an unserer Väter Tische ' speisten, säst ausgestorben? Die Rot und das Elend das und Deutsche haben das Mißtrauensvotum gegen Pilsndfki unmöglich gemacht", und Paderewskis „Rzeczpospolita" schreibt: ..Juden und Deutsche sind es. die Pll sudsti die Möglichkeit geben, die polnische Oefsentlichkeit tveiter mit Füßen zu treten." Mer die hiesigen Verhältnisse kennt, wird sich nicht wundern, daß namentlich die Millionen jüdischer Bürger Polens seit Ausgabe dieses Schlachtrufes in höchster Beunruhigung der nächsten Zukunft entgegensehen, und ich kann hinznsetzen. daß auch innerhalb der hier weilenden fremden Diplomatie Befürchtungen lallt tverden, die zu parteipolitischen Zwecken hervorgeholten Massen könnten zu unerwünschten lind schwerwiegenden -inneren Unruhen führen. Die echten Deutschen. Die Mitgliedskarten des ..Deuischvölkiscken Schutz- und TrutzbiUlDcs-" entbalten unter anderem sogenannte Lcbensregeln, Die wir nack'le^eud lluscren Lesern bekannt geben: 1. Deutscher, tvcmi Du Dein-.'s Deutlckiunrs beilvnßt bist und auch Deine Frau relnblütig ist, w toiömpsc jede Heirat utit fremdem Geblüt in Deiner Familie. *> 2. Venneide ic-deni gesellschaftlichen Vcr'khmit Nnoeuffchen und laste Dich geschäftlich nur dann mit ihnen ein, wenn es lmvermeidlich ist. (Mit anderen Worten: .Nur. wenn etwas zu verdienen ist.") - Z. Kaufe nie in Mischen Sftreniiciufem nnd verbiete es auch Deiner Jrou und Deinen Kindern. 4. Du darfst niemals Grundbesitz an einen jüdischen Käufer abgeben. 5 Halte keine jüdische Zeitung,-es sei denn zum Zwecke der Erkenntnis des Judentums. 6. Gehe nicht ins Theater, wenn jüdische Stücke anft geführt werden. Lies keine jüdischen Rom alle. 7. Frage Dich bei allen Vorgängen, die Du nickt völlig 311 durchschallen vermagst: „Wie stellen fick die Ficken dazu?" Was fte verwerfen und fcklecktmachen, das nützt gewiss ’.tn? DeMfchen. 8. Als deutscher Student vermeide möglichst die Vorlesungen jüdischer Professoren zlt frören. Mußt Du es, so flöte sie kritisch. 9. Gib bei Wahlen niemals einem Inden. Deine Stiimne und Unterstütze mich nicht bic Kandidaten der den; Judem-tmn verbundenerr Parteien. 10. Non Vereinen, deren Mitglieder zum größeren oder auch ifur zu einem beträchtlichen Teil Inden sind, vaste Dich gnmidsätzlich fern. 11. Soweit es Deine Lage gestattet, bekämpfe das JrrdentlM auch öffentlich und lasse keine Gelegentzeit vorübergetzcn, VoNsyenosten über seine Schädlichkeit im völkischen Lebe» aufzuklären. Tentobolde unter stch. Helfstrich uwb Hergt sind die Führer der Deutschnatiomil-m Volkspartei, und man muß es ihnen lasten, daß sie an völkischem Gebaren, das heißt also an Unduldsamkeit und Antisemitismus, genug leisten. Weil sie aiber zu den letzten Konsequenzen solcher Anschauungen, zu den Praktiken der Organisation C, sich nickt bekennen wollen, erscheinen sie den noch wahreren .Hütern des Deutschtums, den Gvacst, Wnlle und Henning, als schlapp. Henning hat man aus der Fraktion ausgeschlosssen, Graese und Wulle sind ihm ans Solidaritätsgefühl gefolgt. Die Fraktion ließ sitz ziehen, weil sie befürchten mu.ßte, daß anständigere nnv wertvollere Mitglieder beim Äcröleibeu der Radauhclden daß Beispiel Professors Düringer befolgen und der Partei den Rücken k^bren würden. Wulle ging -um Angriff über und faßte die Parteileitung scharf an. Sein „Deutsches Tageblatt" wurde deshalb von der „Deutschen Tageszeitung" nicht mehr! gedruckt. Nun hat Wnlle eine Rotansgabe seines Mattes Herstellen lasten, und darin jammert er über die Bedrohrmgl 'des BÄkischen wie folgt: „Mt erklären uns außerstande, einer Politik weiter unseren Namen als Deckmantel zu leihen, die bestimmt nicht Völkisch ist, und die bestimmt mit dun Generalangriff gegen alles Völkische enden wird. Bleibi der Kurs der alte, wie es in der Porteierklärung heißtt so Gnade Gott den Völkischen und der nationalen Bewegung." In demselben Blatt kommt auch der ausgeschlossene Major Henning zum Wort, der eine ander.' Tonart anschlägt: cr wirft dem Parteivorsitzendcn, dem Staatsminister a. D. Hcrgt, vor, ein Fälscker zu sün. Henning schreibt: „Sie über, Erzellenz, tragen persönlich die Schntd. da-ß die gegen mich vorgrbrachten Lügen so verbreitet tvurden, weil Sie trotz meines dauernden Drängens dis Untersuchnngsergebnis des ersten Ausschusses bis heute nicht hekamrtgegeben haben! Es mutet mrn etwas eigenartig an, daß für meinen Ausschluß aus der Fraktion in der Parteikorrespondenz nicht die „Würdigung aller llmsif-nde" als Begründung angegeben, sondern daß verbreitet tvird, der Ausschuß sei zu denr Ergebnis gekonmien, „daft die Art meiner politischen Betätigung den Interessen der Partei nicht entspricht." Erzeltenz, das ist eine Fälschung des Wortlauts des Untersuchungsergebnisses'. Bon Ew. Erzellenz darf ich eine umgehende Berichtigung erwarten." ErzelleNz will aber, wie die Parteckorrespondmz saat, aus den Brief nicht antworten. Eigentlich ist du; schade. sie tvie so viel anderes wanderndes Volk mit sich führen als treueste Begleiter und Berater, wissen wir gewiß in dem Ditnkel unserer Tage zn würdigen. Sind die Menschen realistischer geworden, so sind cs nicht tvemger die Schnorrer. Die olles nivellierende Entwickelung hat ihrem Stande längst das vernichtende Urteil gesprochen. Es fehlt ihm heute die wirksame repräsentative Vertre^..<ng. Was heute von ihm übrig ist. sind leider nicht die bestgualiftzierten Angehörigen. Jtl einem Lande, in dem Arbeit und Arbeitsorganisation so intensiv geteilt sind, gibt es kein Verständnis mehr für jenen Müßiggang, der sich auf Kosten anderer die vielgeliebte Freiheit und Nnabhäneckgkeit sichern will. Wir vermissen der unseren geschäftig wandernden Glaubensgenossen den Ernst der Lebensauflaffung und die unerläßliche Wahrbeitsliebe, und wir sind gegen alle schriftlichezr Dokumente außerordentlich skept-ifch. auch wenn wir im Ruse eines guten Herzens stehen sollten, weil wir überzcngt sind, daß wir in den weitaus meisten Fallen glatt betrogen werden. Wer an der unstillbaren Poesie und Sehnsucht seines Wartderlebens festhält, muß wissen, daß er in den Kanrps mit den Organisationen der-deutschen Jrrden tritt, die den Wanderbettcl seit Jahrzehnten zur Arbeit hinüberzwingen wollen, und er muß wissen, daß die deutschen Juden augenblicklich ganz andere Soraen hgben. als die teuren Eisenbahnfahrten einer völlig ursirrlchtbarei^ Faulenzerei aufzubringen. Wenn unsere liebenswürdigen Freunde, die unsere kostbare Arbeitszeit so oft in Anspruch nehmen, sich nicht entschließen würden, ihre ungeschriebene O r g a n i s a t i o n auf die v a l u t a st a r k e n Länder los zulasten, dann ,nüflen sie darauf ourmeviinm gemacht werden, daß sie au brm die AU-eftran-eisetzung unter Leittm, feie allein wÄWt DerttsÄtrun, tvahre Gesittung und die Wahrhaftigkeit in Packt h-aben, ttinni« nach dem lieblichen Auftakt mit Beschrrldiaungen der Schlappheit, Fälschung und der Ltüge für die Altgelueiniheit ganz lehrreiche Ausschlüffe geben über das wahre Wesen unserer Teutobolde und iiler ihre gegcnieit ge Wert» schcitziMg. Budaprst. -v e s j a s vor G e r i ch t. Der Bandenführer Ivan Hejjas hatte sich am Sonnabend vor dem Strafrichter wegelt öffeutliclter Ruhestörung zri verantivorten. Ihm wurde zur Last gelegt, er hätte einen Teil der Budgpesler Bevölkerung mit Mord bedroht, da er in einer vor ftlrzer?>eit gctzalteneri Rede gesagt hätte, er tvmÄc zur gegebeneit Zeit der ,.sen«ende Strahl" für Budapest fsin. Die Berchgndlttttg siihrte nicht zil einer Berurteiluna Hejjas, da der Richter erklärte, dem Augeflagten falle nicht öfferttliche Ruhestörung, sondern öffentliche Aufreizung zur Last. Hierfür sei aber der Staatsgerichtshof ztlsiändiq, dem dararff die Angelegelthcit ztlr Entscheidung überwiesen tvltrde. Bemerkenswert ist, daß Heftas im Lause der Verhandlungen hervorgehoberl hat, er werde für die Schädlinge der Nation bald noch etwas Aergeres sein, als ein „Sengender Blitzstrahl", nnd daß er nach der Entscheidung des Gerichtes eine weitere Erklärung ab gab: Seine Leute wären ihm blindlings ergeben, ganz gleich, lvas er befehlen lviirde. und keim Macht der Welt würde seine Freischar anstösen können. Heber Wotnu, Runen und Gonneuwendseiern schreibt der Abgeordnete Dr. Schwering-Köl«: „Anläßlich d« Rede, die ich in der Versammlung der Kölner Zenttumspartei über die politischen Gefahren infolge der Ermordung RathenmtS am 28. Juni in der Bürger^esellschast hielt, crtvähnte ich u. a. auch den WvtanSkult nnb die Sonnentoendfeiern der Deutsckjvöltischen und der ihnen nahestehenden Packet. Dabe» wies ich «st die Rede des Aby Man bin. der bereits im Reichstag im Namen der Zentrums diese Dttigjo M Mchrtstlich gegeißelt imd dafür von Reinhokd Wulle in seinem ^Deutschen Tageblatt" in einem Offenen Brief« in recht wenig geschmackvoller Form angegriffen woe. den war. -Seftdem gintzen mir Zuschriften zu. die nicht nur bi, Ablehmmg all dieser Dinge als unchriftlich billigten, sondern, wutz mehr wert ist, ich erhielt u. a. ein tzelt zm Berstgun, gestellt, dar geeignet ist, in all diesen Unfug, einmal hineinzuleuchtett, um die Gesährlichkett, insbesondere für die Jugend, llarzuftellen. Die Zeitschrift heißt: Runen msv erscheint in Berlin O. 27. Das vorliegende Heft entstammt dem Gilbhatt (Oktober») 1021. Mit Runen Und geheimnisvollen kabalisttschen Zeichen bedeckt, trügt eS dcS Motto: Nur Sonmnkindem raunen die Runen. Di» Gruppe, der das Blatt ange. hört, nennt sich „Orden", seine Mitglieder „Prüder" imd Schwestern". Man ist in „Logen" organisiert, wie die Ordenspachrichten ßelmt&en, bi« zum Teil ganz freimamerisch aiMuteUde Nameir baden. Die Wiedererweckung der »germa- ,rischen" Vergangenheit ist Sinn und Ziel, Kamps gegen di« Juderr erstes Effordetnis. Die Beitröge liefern den Beweis, wie richtig es ist, diese Bewegung als unchrMlich mit allen Mitteln zu bMnpfen imd insbesondere mrsere katholische Jugend ihr fsm zu halten. Sa heißt «r z. B. in dem Artikel Germanischer Glaube lind Gottesdienst: »Wir brauchen bitter nötig wieder eine dmlschtzermanische Rckigions- und Wrlckmffastnng, eine rein germanische, eine National-Gottheit. wie sie daS Judentmn in seinem „Jahve" so erfolgreich nachgeäfft hat." Vom Heiland wird nie anders gesprochen als vom „Heliand". Und in dem Ackikel Die Affrmg der Judenfrage versteigt sich der Verfasser zu dem Satz«: „Daß Christi Abmdmahlstzelch und Opsertad nichts anderes bedeutet, als die Erlösung vom Juden!" Der Kelch wird im selben Zusammenhamg als „Grals Kelch" bezeichnet! Man kann sich nach diesen Kostproben vorstellen, wenn an eiNM anderen Stelle unter dem Titel Heldenschulen gesagt wird: „Wir wollen den Geist Balvateck atmen' rmd ibn in die Seel« unserer Kinder pflanzen!" Offenbar gibt es auch Grade: denn einmal heißt es. kein Orden teile allen Mitgliedern alles mit, sondern je nach dem Grade erfahre man die tiefsten Grtzeimniffe. Der Orden wehrt sich ausdrücklich dagegen, ein politischer oder Geheim« bund, eine Feme, ein gegenreUolutionärer Verband zu sein. Sonderbar mirtet auch die Liste angeblich verschwundener deMschblütiger Kinder und Jugendlichen an, zumal in ei,rem 'Artikel vorher davoü die Ncde ist, da-ß «s durchaus mdglick sei, daß Juden Menschen schachteten, um deren Blut zv schwarz-magischen Zwecken zu trinken! Aber man l>ai auch trotz allem Teutonentrun Sinn für das Geld. Ein« „Ger. manenbank" leistet alles, Kredit, Kontokorrent. Depositen. Es ivevde n in den Anzeigen Lieferanten für Oel, Fette, Treibriemen gesucht, was zwischen all dem GermaMschen, Tcutoucschen. Wotantschen' gar sonderbar anmutet. Nicht nttndcr dem jüdischen Arbeitsamt einen energischen Widersacher finden. Je mehr seine Leistungen der jüdischen All^ qemencheit bekannt werden, desto mehr wird sich die Heberzeuaung Bahn brechen, daß arbeitskrästiae Menschen in die Werkstatt gehören, alte Leute zu Hause nützlicher sind', Frauen und Kinder nicht den Gefahren der Landstraße ausaesetzt werden dürfet:. Der Wanderibettel dient wahrlich nicht den: jüdischen Namen, am allerwenigsten dann, wenn er berufsmäßig orientiert, sich dem sanften Zwange der Organisation nicht fügen will. Gemeinden. Rabbiner und' Lehrer haben nun einnral andere Aufgaben, als die Beschaffung kostspieliger Eisenbahnfahrkarten. Wir bescheiden tlns der Resignation, daß der Schnorrer der alten Zeit mft seiner Romanttk tot ist. Neuigkeiten der Wissenschaft und der Poliftk erfahren wir durch die Bücher und die Presse. Wrr bedürfen nicht mehr der Mittelspersonen, die die alte Zeit schätzte. Wir stellen die harte Forderung auf. daß die Arbeit allein Ansprttch auf Eristenz schafft lind der jüdischen Bruderliebe wert ist ... . Trotz allem: Die Schnorrer haben das deutsch Judentltm nicht aerettet. Eingogangene Bücher. Wir bringen an dieser Steklc ein Verzeichnis aller -l»ns gesandten Erscheinungen interessierender Literattrr rmd behalten uns die Besprechung vor. Der Ausbau PalitstiuaS. Schristeu des Keren Hoftffod. Heft i: „Was ist der Keren Haicssod?" Eine programmatische Darlegung der Ziele des Keren Hcchssed (Jüdisches Palästtmuverk) E. V. Mit einem Anhang: Der Stand der mdischcn Siedlungen in Palästtna. Preis 2 Mack. Heran«geg«'beu vom Keren Hajessod Berlin.