Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1922-08-04 · 31 (4.8.1922) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
2 (1922)
Issue
31 (4.8.1922)
Date
1922-08-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2613366-2613657-2613687--0417-2617654
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

aevmtg W wirtschaftlicher Beziehung -er unbegrenzten Herrschaft b«S Kapitalismus Schranke« auferlegt, daun würden auch die Juden durch diese Umwandlung unserer sozialen Verhältnisse sittlich gehoben werden." — Ueber die Attentate gegen Juden , äußerte Dr. Michaelis: „Für die Attentate verantwortlich tfo nur eine kleine Gruppe t»o*t fatalistischen, fanatiscbein meistens Maen Leuten, die die Revolution in Deutschland für das größte Unglück ballen und eine Retzierung wünschen, die mit starker .Hand regiert und auch den Alliierten ein stärkeres Gesicht zeigt." Berlin. Deutsche Studenten. Nur die - Mischen torporiexten Studenten nahmen cur der Beerdigung Rctthenaus teil. Fühlten sich denn die andern alle miisckmldig am Meuchelmord in der Königsallee? Ans die fruchtbaren Zustände an unseren Universitäten machte uns unlängst einer aufmerksam, der von außen kam und deshalb um so schärfer sah, der Franzose Reuandel. Was sich setzt wieder an der Berliner Universität ereignete, an der eine Protestkundgebung gegen des Ministers Erschießung sich faktisch nicht durchsetzen ließ, weil völkische Studenten sie zu sprengen drohten, das ist ja nur ein Symptom der allgemeinen Verkalkung unseres Universitätslebens überhaupt. Diesmal wagte man es von einer „Empörung" der Studentenschaft darüber zu reden, daß die Mordtat den Teutschnationalen zur Last gelegt wurde. Gewiß ist verständlich Scham und Zorn eines, der den Ramm von Mördern trägt, ohne sich unbedingt mitschuldig zu fühlen. Der Bruder des Mörders Techow will darum seinen Namen ändern und tut recht daran. Die Studenten Berlins, die sich mitbetroffen fühlen, wenn man die Deutschnationalen des Mordes überführte, hätten ebenso bandeln, diesem Namen sich entziehen sollen, der für alle Zeit mit dem Schimpf dieser und mancher Bluttat verkettet sein wird. Sie taten das Gegenteil, verteidigten den Sumpf, in dem Rathechan und viele vor ihm endeten, gegen den Borwurf, schuld daran zu sein, wenn Menschen in ibm uniergingen. So zeigten sie unzweideutig, wie sehr sie die Mitschuld tragen. Aeniderung kann erst kommen, wenn man aus den Händen der Roethe und Nernst und der ganzen Klique reaktionärer Professoren die zukünftige Intelligenz unserer Gesellschaft errettet. Wird es auch nicht mehr allen Heutigen nützen, diq schon das Gift allzu sehr in sich gefressen haben, so bleiben doch die Künftigen vor Schädigung bewahrt. Sehen wir doch endlich klar: Heutiger Hochschulgeist erzeugt nicht den Geist der Versöhnung der Völker! Die Republik braucht Menschen! Köln. Ein f n h r e n d e s Z e n t r u m s b l a t t gegen di« deutsch« völkische Hatzpropa« g a n d a. In einer Polemik gegen die Deutschnatio-nalen schreibt die „Kölnische VolkSzeitung": „An und für sich müßte es doch stutzig machen, daß die Deuischnationalcn noch keinerlei ernste Anstrengungen gemacht haben, den deutsch-völkischen Radikalismus aibzuschütteln. Warum dulden sie, daß er sich politisch unter ihrem Dache hält? Warum darf ein Wulle im Reichstag sitzen? Wird es endlich bei ihnen tagen, nachdem der Reichskanzler in öffentlicher Reichstagssitzung sie darauf festgenagelt hat? Wird es endlich bet ihnen tagen nachdem die schmachvolle Ermordung Rathenaus den schon seit dem feigen Mord an Erzberger, der zeigt«, wie die Mörder offenbar zahlreiche Helfershelfer und Beschützer patten, bestehenden Verdacht einer deutschvölkischen Mordowanisation so furchtbar bestärkt hat? Oder weiß man auf der Rechten nichts vvn der ganzen deuischvLMschen Haßpropaganda, von ihrer geradezu zunischen Vertretung antichristlichev Tendenzenfröbon, wie sogar in aller band Schriften die völkische Rafscheimng durch Mord — „durch Unfruchtbarmachung oder Tötung der Minderwertigen" verlangt wird? i!?^ner, Broschüre des sattsam bekannten Hammer- Verlags. Und diese Broschüre, führt den Tite! „AMi — Rathenau.. «-.JSSfi** . T" Vorsitzende des Breslauer Hausun Nrundbesitzervereins Zahnarzt Dr. M. Hahn wurde vo .nrzem wegen schwerer antisemitisch«- Beleidigung eines Kol dom hiesigen Schöffengericht zur höchsten zulässiae verurteilt. Natürlich kann der Verein als solche persönlich« Entgleisungen eines seiner Vorstand- Mitglieder verantwortlich gemacht werden. Immerhin werde beNtÄ^na Hausbesitzer, soweit sie Mitglieder des Grün! bestH«rveoeiNS sind, Anstoß an einem solchen Fiihreg nehme:? ,.^^och .nicht das erste Mal. daß Dr. Hahn sich ant Kränkungen zu schulden kommen läßt. In hicsiac tlnwaltSkrersen erregte vor mehreren Jahren eine, sein Aussehen. Gelegentlich des jüdischen Ne, «hielt ein hiesiger Rechtsanwalt, der den Prozei LÄ55 vertrat «ine Visitenkarte, deren Rüclsei schwarz bemalt war und deren Vorderseite die Worte en ~r- 'H' wünscht Ihnen ein schwarzes Jahr 2m besten, wessen Geistes Kind Hab «7. ,*f. wirschen Hausbesitzer werden nun wohl wen -v? oinem Verein, so sehr er auch sonst ih Fnterrssen vertreten mag, unter seiner Leitung anzugehöw, fu* des Vereins werden hoffentlich bal ^spät ist, ans Grund dieser Tatsachen das Dir« U Ezimmer mit eyernem Besen ausfrgen. Cthmologische Plauderei. Von Dr. M. Spanier. Magdeburg. (Bemerkungen m der Erklärung von Wörtern jüdischen Nrsprungs in Kluge's „Etvmologisches Wörterbuch der deutschen Sprache". 8. Auslage. 1915.) „Dalles E Armut, ein jüd. (hebr.) Wort, (poln.t ballus ----- (portny.) dollnth — Armut." Wir bedienen uns beim Gebet im allgemeinen der Polnischen Aussprache, während wissenschaftlich mehr die portugiesische Aussprache gebräuchlich ist. wie baruch atta uisw. Dallus. Warans sich Halles entwickelt hat. ist neuhebräisch. Stuttgart. EnthüllungSfeter ainer sodächtntStafel. In der hiesigen Synagoge fMd Sonntag eine schlichte, ergreifende Feier statt. Sie galt den im Weltkriege gefallenen 92 Söhnen der Stuttgarter israelitischen Gemeind«, deren Andenken man durch Errichtung einer Ge. denktafel ehren will. Eine stattliche Versammlung hatte sich hierzu eingefunden. Als Ehrengäste waren erschienen: Staatspräsident Dr. Hieber, GeneralleutnaM Reinhardt, Oberbürger- Meister Dr. Laiutenschlager und viele andere hohe Beamten. Die israelitische Oberkirchenbehörde und das Kirchenpovsleheramt waren nahezu vollständig vertreten. Die andächtige Gemeinde füllte, die Synagoge bis auf den letzten Platz. Der Ehrendienst wurde von Mitgliedern des Bundes jüdischer Frontsoldaten gestellt. Die Feier wurde mit einem weihevollen Psalm eingclettet. Hievon schloß sich die Enthüllung der Gedenktafel durch .Stabtrabbiner Dr. Rieger. Dieser hielt auch die Wetherede, in der er ausführte: Die Tafel cm der Wand lehrt uns den doppelten Idealismus, den Glauben an das Vaterland und an das Bekenntnis der Väter. In den großen Kriegen haben die deutschen Juden ihr Herzblut geopfert, deutsche Ehre wie ihre etficite Ehre, deutsche Schmach wie ihre eigene Schmach empfunden, und doch se,i dev Lästermnnd so vieler nicht verstummt. Der deutsche Jude sei seinem Vaterland« treu mit der gleichen Treue, die er Jahrtausende seinem Glaubensbekenntnisse wahrte. In der Stunde der gemeinsamen Not reichten sich alle Deutsche, doch und niedrig, arm und reich, ohne Rücksicht auf Religion und Partei, die Hände zur BrUdeMmeinscbast, nun lodert neuer Haß, lebt neuer Zwist auf. Die Tafel an der Wand soll mahnen: Glaubt an das Große, glaubt an den endlichen Frieden inmitten der Volksgemeinschaft. Mit den rituellen Gebeten und erhebendem Schlußgefang schloß die von tiefster Weihe erfüllte Feier. Die Gedenktafel, von Architekt Ritter von' Graf entworfen und von Bildhauermeister Josef Zeitler aus geführt, trägt den dem Liede Davids aus den Tod Sauls und Jonathans entnommenen Spruch: „Wie sind die Helden gefallen." Fürs Vaterland, 1914—1918 und aus drei durch Säulen geschiedene Platten die Namen der Gefallenen. Gekrönt wird dt« Tafel durch die stilisierte, von zwei Löwen flankierte Tavidskrone und Dovidsstern. In seiner Einfachheit macht da? Ehrenmal einen würdigen Eindruck. München. Der antisemitische Studententag in Würzburg. Der zuerst nach Marburg Einberufene und von der Regierung in Hessen-Nassau verbotene Studententag antisemitisch gerichteter reich sdeutscher und deutschösterretchtscher verbände wird gegenwärtig in Würzburg abgehalten. Nach, der offiziellen Eröffnung der Tagung tvurde die Begründung des Verbotes verlesen, in welcher es heißt: Im Hinblick aus die antisemitisch« Einstellung der Teilnehmer muß damit gerechnet werben, daß bei den Beratungen die antisemitische Tendenz in den Vordergrund rückt. Bei der zurzeit gespannten Lage muß damit gerechnet werden, daß ein solches Hcrvorkehren deutschvöMsch-anttsemitischer Tendenz andere Kreise der Bevölkerung zu Widerspruch herausfordern würde, wodurch die Gefabr von Zusammenstößen gegeben wäre. — Der Vorstand der Deutschen Studentenschaft hat an die Würzburger Versammlung ein Schreiben «gerichtet, in welchem die Erklärung abgegeben wird, daß der Vorsücmd nicht nach Würzburg kommen wird, da die Einberufung der Würzburger Tagung durch Instanzen erfolgte, die hierzu nicht berufen waren. Gegen die in Würzbnrg vertretenen Organisationen werden Vorwürfe erhoben, daß sie durch Hervorkehrung des Rassenprinzips die Einigkeit der deutschen Studentenschaft hintertreiben. Zeitungsschau unü Verschiedenes. Washington. Die Hilse des amerikanischen Volkes für Rußland. Nach einer Erklärung des cmrqrikantschen Handelsselreiärs und Vorsitzenden der amerikanischen HtlfsaLmintstraiion Ara, Herbert Hoover, hat das amerikanische Volk bereits 59 498 000 Dollar zur Linderung der Hungersnot in Rußland brigcsteuert. Davon stammen 17% Millionen allein auS Quellen der Ara. Ter amerikanische Kongreß bestimmte die Summe von 19 300 060 Dollar für Roggen- und Weizentransvorle nach Rußland und weitere 4 Millionen Dollar für me-.zin'ische Hilfe in den Hungergehieten. Das amerikanische Ro!e Kreuz hat 3 600 000 Dollar für Medikamente gespendet. Das amerikanisch-jüdische Joint Distribution Eommittke hat bisher 2 325 000 Dollar bei seiner Hilfsaklion in Rußland und in der Ukraine ausgegeben. — Hoover sprach sich über die Aussichten in Rußland recht optimistisch aus. Rach seiner Ansicht kann die Hungersnot kontrolliert und die Abwebraktion acregelt Werden, obwohl die jetzige Ernte niäl ansreicht und die landwirtschaftliche Tätigleit noch lange nicht ihren früheren Stand erreicht hat. lieber die besondere La'e der Juden i nt Hungers gebiet schreibt Hoover: Das unsagbare Unglück ivird wähvscheinlich in den Städten, besonders unter den iüdischen Gemeinden, fortdauern. Als Folge der verstärkten Bevölkemngsbewegung eri^eren ganze Scharen verlassener, der Hilfe bedürftiger Kinder, die man bis in eine weitere Jrrkunst wird verpflegen müssen. — redlich, bieder, hiervon der Beiname Israels Ieschurun. „Kabale-Das zugrunde liegende rabb. Kabbala „Gdheimlehre" begegnet seit dem 16. Jahrhundert im Deutschen." Arich viele andere denken an diese Abstamnmng. uns lvill sie nicht einlenchteit. Denn Ränke schmieden — tvas doch Kabale bedeutet — liegt der jüdischen Mystik, die Reinheit der Seele fordert, sehr fern. Das Wort „Gehe i m l e h r e" wirkt irreführend. Kabbala heißt ltrsprünglich: „empfange n", „U e b e r l r e f e r u n g" geheimnisvoller Lehren, die sich ans Gott und seine Manifestativmn beziehen. „Doufeß —' Gefängnis, ftid.. aus hebr. tafas, ergreifen, gefangen nehmen." Daß Wort gehört unter T, Kluge hat sich durch die Aussprache der süddeutschen Inden verleiten lassen, das Wort unter „D" zu rubrizieren. Tofes oder T'fiffa — Gefängnis. „Ganfen. Zßv., stehlen, ein rotw. Wort, seit dem 15./16. Jahrhundert bezeugt: aus jüd. ganaf — stehlen, dazu ndl. (niederländisch?) gannef — Dieb." Richtig: ganwen, vom hebr. ganaw — stehlen. Rotwelsch bedeutet Gauner-- rrnd Diebesidiom. „Jude, mhd. jude. ahd. 'judo. mit der umgelauteten Nebenform Iiide (mhd. füde. ahd. indes), die wohl wesentlich md. ndd. ist. Ahd. indeo beruht auf lat. indaeus. tvoher atlch franz. inif (engl., isv aus altfr. am)." Jude stammt von I'hudo — Bekenner, nämlich des einzigen Gottes. „K o s ch e r , kanscher. Ads. erst nhd., aus iüd.-chald. Käscher ----- rein, vorschriftsmäßig." Das Wort koscher kommt auch im Buche Esther 8, 5 vor und bedeutet hier: „wenn die Sache recht ist vor dem Könige", sonst im neuhebr. und aram. — tauglich, im rechten Anstande sein. Verwandt mit Koscher ist ioschor „K a s f e r, ungebildeter Mensch"-aus dem seit dem 15./16. Jahrhundert bezeugten rotw.-jüd. Kafar ---- „Dorf". Kasan Dorf ist neuhebr. und aram.. daraus Dorsb e lv o h n e r mit der Nebenbedeutung unwissend und ungebildet. „Mauscheln, ergentl. „mvsaizare": zu Mansche, Mosche — Moses. Mauschel, Jude, jüdischer Händler (?!) schon im 17. Jahrhundert." Wir erklären uns Mauschel, diesen Spottnamen, als Dimmutivum von Mansche, dem großen Gesetzgeber; m a n s ch e l n ----- deutsch mit jüdischem Tonfall und jüdischen Wörtern vermengt sprechen. Möchte doch dieses „Idiom" bald völlig von der Bildsläche schwmdem es hat uns in unseren Emanzipatronsbestrebungen gemrg geschädigt. „M o o s, ein verbreitetes Bolkswort für „Geld": judendeutschen Ursprungs (jüd. maos — Geld); in Quellen der Gaunersprache mn 1750 austretend." Mooh (hebr.) Münze, Plural: moaus, vom BolkSmund gekürzt: moes. wie mizwrus in mizwes. Die rage der Jude« H vintzland. Dev Dckretär def Sowjetgescurdtschast in Wien sprach sich gegenüber eine« Gruppe Journalisten Über die Juöensra-e und über dt« be. sondere Lage der Juden in RNßland aus. In Rußland, sagte er, existiert keine Judenstage, da der Antisemitismus bereitin der Regiemngsperiobe der Fürsten Lwows und KerqftskvS überwunden war. Wohl wäre uns ein asivnilattonsberettes Judentum willkommen, dennoch wollen wir di» jüdische Kultur und die Sprache der Mischen Alassen nicht nur gelten lassen, sondern auch fördern. Die Kunsiletstung der Juden wird im allgemeinen seitens der Regierung fshr hoch eingeschätzt. Er berichtete, daß in der letzten Zeit in der Ukraine mele neue Mische Gymnasien errichtet wurden und sprach in diesem Zusammenhang« seine, Veriv-underung über Schalom Ajch's Feststellungen einer angeblichen indem feindlichen Politik der Sowjettegierung aus. Wahr ist nur die dem Zionismus absolut seindliche Stimmung der Sowjet, regterung, die der Meinung ist, daß das jüdische Proletariat in PaLästina keine wirtschaftliche Freiheit finden ivird. Sowreirutzland kennt die modernen und humanen sozialen Prinzipien, di« in dem Palästina-Aufbauplan enthalten sind, die westeuropäischen Mächie jedoch lassen sich in ihrer Palä, stinapolitik bloß von dem Gedanken leiten, Palästina zum Einfalltor des östlichen Absatzmarktes zu machen. Deshalb ist die wirtschaftliche Freiheit eines jüdischen Palästina ein Ding der Unmöglichkeit. Judenpogrome in Minsk. Mchpreß" berichtet, daß in Minsk nach dem Vorbilde des letzten Judenpogroms in Wilna Judenverfolaungen stattgefunden haben, die damit endeten, daß die jüdischen Geschäft« auSgeplünderi wurden. ES gab dabei mehrere Tote und Verivnnbete. Der Po-grom wurde mit Hilf« sowjetrussischen Militärs rmterbrüch. Die BchSrden verhafteten weit über 100 Personen, die verdächtig sind, an dem Pogrom tejilgenommen zu haben. Fortdauer des antisemitisch en Kurses in Ungarn. Die amtliche ungarische NachrichtenMl« vermittelt nachstehen. den charaktertstisc^n Auszug cmS einer Rede der Führers der Regierungspartei Äbg. GSmbös in der letzten Sitzung ungarischen Parlamentes: Diejenigen — faw Gömbös —, die fortgesetzt bestrecht seien, den christlichen Kurs zu stürzen, werben eine arge, Enttäuschung erleben. Die Regierung und ihre Anhänger werden fest auSharren aus dem Wege, der zum Wiederaufbau des christlichen Ungarn führt. Da« Land benötigt eine starke Regierung, die fähig sei, Ungarn im Zeichen der Rassenschutz es zu regenerieren. Ungarns innelpvlittfche- Lettprinzip müsse der Rassenschutz auf christ. lich-nattonaler Grundlage bleiben. Der Liberalismus, der da- Vorbringen des Judentums ermöglicht babe, Hab« dem Unaartum die wirtschaftliche Bast» entzogen, dijetzt wieder, auch mit Hilfe de? Numerus clcmsuS, hergefiellt werden müsse. DaS Ungartum wolle mit dem Judentum am Ausbau des Nationalstaates «beiten, doch müssen die Juden die Verteilung der Machifphäre im Dienste der Suprematie der um garischen Raffe anerkennen. Redner fordert«, einen statistischen Ausweis darüber, ein wie großer Prozentsatz des ungarischen Bodens sich in jüdischen Händen befinde. Der Völkerbund über die „Heiligen Stätten Palä« sti»ras". Nach dem Beschluß der Vertreter der Nationen soll eine Spezialkommistion ernannt werden, di« die. Rechte und Ansprüche, die mft den Heiligen Stätten im Zusammenhang stehen, und die sich des weiteren aus die verschiedenen Reli« gionen in Palästina beziehen, prüft und genarr festlegt. Di« A!kt der Trennung, die ZnsMrmensetzung und dir Funktionen dieser Kommission sollen dem Völkerbundsrat zu seiner Begutachtung unterworfen sein, und die Kommission darf ohne die Einwilligung des VölkerbundSraieS weder ernannt wer. den, noch in Funktion treten. AuS Amerika. Ueber da» Katheder mit Vorurteilen schreibt Mr. Arthur Brisbane tm „New York limettcan": Das Problem der Antisemitismus an den Universitäten ist von viel geringerer Wichtigkeit für die Juden als für di« Universitäten selbst. Der Präsident der Harvard-UniversiM hat folgend« Erklärungen gegeben: 1. Die Ausbreitung des Antisemitismus bedeutet «in« große Gefahr für den Staat. 2. Die anttsemittsche Stimmung unter d«n Studenten ist im Wachsm begriffen. Eine Universität, die erklärt, die Methoden ihres Unter, richts reichten Nicht aus, stupide Vorurteile auszurottei», täit« besser, ihre Pforten zu schließen. . Eim Universität, die in ihren MaUevn eine Stimmung duldet, die ernste Gefahren sür den Staat mit sich bringt, müßt« sofort geschlossen werden. Ein unparteiisclnr Mann, frei von Haß und Rassen« Parteilichkeit, ist für jedes Institut von viel größerem Wert als ein parteiischer Mcnm, und wenn er noch so gut gri«. chisch versteht. Eine Diskussion über den Prozentsatz der jüdische« Zuhörerschaft einer Universität, eine Diskussion, ob «8 für ei« Univärsttät schädlich oder rmschädlich, weise oder unklug ist. „Schaute, „Geck", vorwiegend Mestmd. und dort schon im 16. Iahchrmdert «ufkommend. au» jüd. Schote — Narr." Schaute ist nhedr. Ursprungs: der Stamm fo&utet: hin- und herschweifen, aVschtSeifen, mitt den Gedanken abwesend sein. Merkwürdig, daß die Grirndbedentimg von „Geck" ebenfalls „beweglich und drehbar" ist. Eingegangene Vücher. Wir bringen an dieser Stelle ein Verzeichnis aller un» gesandten Erscheinungen interesfierender Literatur und behalte« rrns die Besprechung vor. Ieschurun. MonatS-schrift für Lehre und Leben im Judentum. Herausgelber: Dk. I. WvhlMmuth. Jrchatt: 1. Die Erwählrmg Israels von I. W. 2. Die Religion-pHilosopihie Herrn. Tohen'S von H. Betty. 3. Untersuchungen über di« Entwicklung und den Geist der Massora von E. EhreNtreu. 4. Noten zu Hoffmanns .Mar Samuel", ö. Jüdische Friedhöfe «inst und jetzt von E. Toep. litz. <$. Riearba Huch und Wir von H. Weyl. 7. Mchekbesprechungen. Anäefirgt ist di« Ausgabe des Ieschurun mit hebräischen Abhandlungen. Bon 1 bis «inschltetzlich 4 sind Fortsetzungen, 8 halte« wir der eingehmden Betrachtung wett. Zu ö. Fast durchweg erklären wir uns mit Toeplitz Auffassung Unverstanden. „Die Einheitlichkeit des Gesamteindrucks ist vemichtet." „Fort mit dem Protzentum aus dem jüdischen Friedhof." Zu 6. Ricaikbu. Huch s Buch: Entpersönlichung witd hier einer Kritik unterzogen. In Bezug aus ihr« Stelluua zmn Judentum wird ihr ein kleines collegium historieum angerat««. Sp.M. Verordnungsblatt deS Badische» Oberrats der Israeliten Nr. 8. Ausgegeden: Karlsnch«, dm 20. Juit ISA. Mchatt: Bek«tntmachu»a: Entwurf der Veesaffung der israelitisch«« RektgiostSgemetnschaft betreffend.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.