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Jüdisch-liberale Zeitung · 1922-08-04 · 31 (4.8.1922) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
2 (1922)
Issue
31 (4.8.1922)
Date
1922-08-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Wttt M Veft PersoMftcküeu Mbektert? Mr sinb Ekk fs Überreich an Persönlichkeiten, fcwfi Wir diesen freien Wettbewerb unterbinden dürften. Wenn dieser freie Wettbewerb nicht mehr bei uns weben darf, dann sollten wir Wer das Stagnieren alles Lebens in unserer Mitte nicht mehr klagen, dann sollten wir nnS wicht mehr ereifern, daß unsere berufenen Führer in den Winkel gestellt werden und der Hochflug ihres Geistes erlahmt. Ohne den Weitblick des Führers. ohne die Anteilnahme des .Herzens geraten wir mit unserer Alltagsarbyt im Judentum in den Winkel, in dem alle großzügigen Pläne ein vorzeitiges Grab finden. Es gibt NIM einmal Aufgaben, die im Zusammenhang mit einer Gesamtidee. einer Gesamtgemeinschaft gelöst werden müssen. Und ich meine, darin wäre uns immer der jüdische Liberalismus großzügig vorangegangen. wie erst jünast Rabbiner Dr. Blumenthal. Berlin, auf der Tagung des liberalen Rabbinerverbands nachdrückkichst hervorgehoben hat. Das jüdische Geistesleben empfängt seine Anregungen von der jüdischen Wissenschaft, die Wohlfahrtspflege von den großen Humanitären Organisationen, die Gemeinden bedürfen des idalen Schwunges durch die Rabbiner. die Lehrer und die übrigen geschulten Beamten. Der Liberalismus hat die vornehme Pflicht, die Gemeindebudgets ans dem Winkel herausznreißen. in dem sie vor lauter Angst und Sorge um den Austritt wohlmögender Mitglieder au verfallen. zu verkümmern drohen. Nach kleinlichen Gesichtspunkten kann man nicht das Leben greisenhaft regulieren, das au erhalten ja die eigentliche Pflicht der Gemeinden ist. An Gerechtigkeit gegen Judentum. Wissenschaft und soziale Pflicht ist noch niemals eine jüdische Gemeinde zugrunde gegangen. Wenn sie aber zugrunde ginge, dann wäre sie es wert, unterzugehen, weil sie es nicht versteht, ihre Glieder zur Gerechtigkeit zu erziehen, weil sie greisenhafte Müdigkeit an die Stelle jugendlichen Feuers. Glaubens und Zukunstswillens setzt. Zst nicht dies die Frage. die Kraftprobe der wirklichen Lebensfähigkeit des echten jüdischen Liberalismus, der freimütig und vorurteilsfrei beweisen soll, daß er von heiliger Begeisterung getragen, das wirkliche K u l t u r w e r k des deutschen Zndentnms aufrecht erhalten will, weil er es nach geistiger und materieller Kraft vermag. Möge die ernste Gegenwart kein kleinmütiges Geschlecht finden. Disvits inamti. Cto aller Kürze. Das vom Führer der deutschvölkischen Antisemiten kn Berlin herausgegebene ..Deutsche Abendblatt" stellte vor einigen Tagen ohne irgendwelche vorherige Ankündigung sein Erscheinen ein. Anfangs glaubte man an ein behördliches Verbot, nunmehr aber scheinen finanzielle Kalamitäten die Ursache, da die deutschnationale Partei dem aus ihren Reihen ausgetretenen Wnlle die Unterstützung entzogen hat. * * * Zn der Ukraine herrscht die Cholera als Folge 8er Hungersnot. Die Sterblichkeit beträgt 75 Prozent. Zn Zekaterinoslaw sind 65 Cholerafälle Registriert worden. * * * Das amerikanisch-indische Zomt Distribution Committee hat eine Summe von 100 000 Dollar für Saatlieferungen an die jüdischen Kolonien in der Ukraine im kommenden Gerbst bestimmt. ♦ * Die Antisemiten Budapests wollen dem Magistrat einen Entwurf über die Einschränkung der Niederlassungen in der Hauptstadt zur Annahme unterbreiten. der hauptsächlich gegen Hilden, namentlich aber gegen neu anoesiedelte Zudeu gerichtet ist." * * * Der amerikanische Bankier Otto H. Kahn hat anlässlich seines Wiener Aufenthaltes 17 Millionen Kronen für verschiedene wohltätige Znstitntionen der Stadt Wien gespendet. Das Zsraelitische Kinderhospital ivurde mit 800000 Kronen bedacht. Kahn hat bereits vor kurzem 20 Millionen Kronen für die gleichen Zwecke in Oesterreich gespendet, seine Zuwendungen für die Stadt Wien belaufen sich nach der jüngsten Spende auf 37 Millionen Kronen. # * * Das frühere Mitglied des italienischen Kabinetts, unser Glaubensbruder Luigi Lnzatti, wurde zum Vorsitzenden des neu gegründeten italienischen Verbandes zur Verbreiterung der Zdee des Völkerbundes gewählt. Ans seiner letzten öffentlichen Sitzung in London gab! der Vorsitzende des Völkerbundsrates bekannt, daß das englische Mandat für Palästina und das französische Mandat für Shrien vorn Völkerbundsrat genehmigt und ratifiziert worden ist. Beide Mandate treten, wenn sich die italienische und die französische Regieruna über verschiedene Punkte des svrischen Mandates geeinigt haben weiden, in Kraft. Hi * * Die palästinensische Regierung hat sich sofort nach dem Bekanntwerden der Bestätigung des Palästina- Mandates mit der Frage einer palästinensischen Regierungsanleihe beschäftigt. Die Anleihe soll in allernächster Zeit ausgeschrieben werden. 4! H Jfä Bis zürn heutigen Tage sind in Zaffa 30 Personen von der bnbonischen Pest ergriffen worden. Es sind die strengsten Mastregeln zur Verhütung der weiteren Verbreitung getroffen. * * * Wie der Nationalrat der iüdischen Frauen Amerikas bekannt gibt, haben sich in den Vereinigten Staaten, hauptsächlich in den Staaten Newhork. Cnnneccticut uitd New- Aerseh nicht weniger als 45 000 jüdische Farmer ansässig gemacht. * * * Die noch immer in London weilende palästinensischarabffche Delegation richtete an den Völkerbund einen geharnischten Protest gegen die Annahme des Mandatsentwurfes und die Ratifikation des palästinensischen Mandates. __ Joseph Blöd). Ein Wort zu seiner Ehre. Bon Dr. Felix Hei mann. Stettin. Wo die Schornsteine der Vorstadt in den Himmel ragen, wo die £ immer mit lautem Schlag niederfallen und die Räder in eintöniger Musik Werte schaffen —. fern vom geniestenden Leben und Treiben Wiens wohnt Zoseph Bloch, der eine Fülle historischer Gelehrsamkeit mit Tapferkeit und Mannesmut vereint. Me war es denn? Durch die Straßen der Residenz, durch die Orte des flachen Landes rasen Hast und Hetze. Ein fanatischer Priester ist ihr Berkiinder. Vom Lehrstuhle der ehrwürdigen Fakultät, vom Schreibtische des Arbeitszimmers, von Kanzel und Rednerpult schürt er den Hast der Menge, bekundet unter Amtseid, der Mauern brechen soll, dast Lug und Trug. Mord und Schändung. Meineid und Verbrechen jeder Art Kennzeichen der „siidischen Religion", des ..Talmudismus" sind. ..Verbrecher von Religions wegen" sind sie. die man leider immer noch im Rechtsstaate duldet. Hinaus mit ihnen, den Feinden von Sitte und Recht. Zm Talmud stehe, dast alles erlaubt sei. was geeignet erscheint, dem Christen zu schaden, dem Zuden. zu nützen. Was zögern wir? Fort mit ihnen, den Feinden Christi und des christlichen Staates. Sie kennen keine Staatsgesetze, wohlan, wir kennen sie ihnen gegenüber auch nicht. Die Hetze verfängt. Die Menge schwankt und tobt — und schlimmer noch, schon beugt sich ihr das Recht. Riesengrost die Gefahr! Wo ist der Mann, der Mann der Stunde? Zur rechten Zeit steht er aus seinem Platz, kämpft furchtlos und treu den Kamps bete MssenWaft und 6eS Rechts, den Kampf um Ke Wahrheit gegen Lüge und Hast. — Und siegt. — Nach hartem Ringen! — Hunderttausend« blicken stolz auf ihn und rühmen seinen Namen. Vernichtet liegt der neue Haman. der Lüge. Verleumdung und Falschheit zur Vernichtung des Zudentums ersann. Rein gehl der Väterglaube aus diesem Streit hervor, Aber der ihn gefiihrt. wurde nur für kurze Zeit gefeiert und geehrt — und bald vergessen. Jenseits des Ozeans weilte er lange und erst vor kurzein kam er wieder, der Held des Zndentnms der achtziger Zähre. Dr. Zoseph Bloch, der Bezirks« rabbiner von Floridsdorf bei Wien, der graste Gegner und lleberwmder des Zndensemdes August Rohling. Ein mehr als siebzigjähriger Greis, gibt er seine Lebenserinnenrngen heraus. Zn einem spannenden Baud (dem inzwischen als Fortsetzung sin zweites Buch folgte. Die Schristleitung) schildert er uns sein reiches Leben. Wohlan, schafft Euch dieses Buch an! Es wird Euch Freude und Gewinn schaffen! Lest in ihm! Es beweist Euch, was ein starker Wille und das Bewußtsein heiligen Rechts vermag. Es zeigt Euch Ei,re und der Zudenheit Stärke und Schwäche. Es gibt Abschnitte in dieser Schrift, bei denen Zhr die Faust ballen werdet ob s"" ^bmäche. der Kleinlichkeit und der Knr'sichtigkeit mancher Eurer Glaubensgenossen und Stellen, bei denen Zhr. des Judentums doppelt froh und stolz Euer Haupt erheben werbet. Ein Spiegelbild seiner und der heutigen Zeit, liegt Zoseph Blochs Werk vor uns. Möge das Schicksal diesen wahrhaft ..Grasten in Israel" uns noch recht lange erhalten und möge uns in kritischen Zeiten, wie in jenen der Rohling-Bloch-Periode, immer Männer zur Seite stehen, die ihm gleichen, dem tapferen Vorkämpfer für Freiheit. Recht und Wahrheit — den, B e z i r k s r ab b rn e r v o n Floridsdorf. Kus üem Reich. Berlin. Ein Interview mit dem Volkskommissar Tschit scherin über die, Judenfrage in Rußland. Der Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten der russischen Sowjetrwublik G, Tschitscherin bat dem Berliner Vertreter des I. C. B. ewige Ausllärnnge>n über die Beziebunaen der Sowjetmacht zu der jüdischen Frag« gegeben. Die Unterredung fand in der rufst, scheu Botschaft Unter dm Linden statt, wo nunmehr die Vertretung der russischen Sowjetrepublik untergebracht ist. Bon den zahlreichen besprochenen Fragen interessiert besonders die Stellung TschitschcrinS zur zionistischen und antisemitischere i Bewegung. Er äußerte sich ablehnend über den iüdischen Rationalismus und erklärte: Ich kann über Palästina nichtö sagen, was sich mit bem jüdisch-nationalen Standpunkt berührt. Gegenwärtig ist Palästina ein Teil des englischen Imperium? und das politische Schicksal Palästinas ist «in Element der englischen Meltpolitik. Unsere Berstebungen zu Palästina sind deshalb mit unserer allgemeiner Stellung zn England crg verbunden. Darüber interpelliert, wie» weit die Befürchtungen berechtigt sind» daß der Antisemitismus in Rußland sich verstärken und eventuell gefährliche Formen cmnehmen könnte, antwortete er: Der Antisemitismus ist «ing mit der Konterrevolution verbunden. Er ist ein« Waffe in den Händen der Gegner der gegenwärtigen russischen Re. giernng. Bei' der Bekämpfung ihrer Gegner bekämpft die Sowjet regiernug «o ipso auch den Antisemitismus. Dr. Michaelis über die Indenprobleme in Deutschland. Ter ehemalige Reichskanzler Dr. Michaelis, der aus seiner Rückreise ans Japan nach Deutschland einige Tage tu New Park weilte, sprach sich dort über di« Jubenfoage in Deutschland aus. Auf die Frage, ob die amerikanischen Pre'seberichte über die Möglichkeit Von Pogromen in Deutschland ernst zu nehmen seien, erwiderte Dr. Michaelis: „Ich sehe die Lage in Deutschland als nicht so gefährlich an. Dort sind Pogrome, wie in Rußland oder Polen, nicht möglich. Ich halte den Rassenantisemitismus für falsch und unsittlich. Etwas anderes aber ist di« Gegnerschaft ge,oen eine jüdische Art (?) in der Politik, im Handel und im ^inanzleben. Ich glaube, daß ein moralisch bochstebender Jude über ein« rein stipitaststische Weltausfassung, wie n« viele Juden, aber auch viele Niclhtjuden Vertreten, genau so denkt, wie ich. Deutsche Tuben und deutsche Christen künuen aus dem Gebiet der Abkehr vom Rilammonismus zusauunenarbeiten. Das würde gern falschen AntisemitiSmrlS den Boden entziehen. Die Juden- -rage kann niclu al? Soudersragc gelöst werden. Ivdengesetze 'mul es nicht geben. Es war ein großer Iehlev. daß wir [ Irrdenaesep« hatten. Aber' wenn die Gelebdie geborene Tugenöreich. Ein Grosisrabtroi'.ian von Oskar Ions Miltman. (17. Fortsehlmg.) - Bevor Mar den Auflauf kunstgerecht verteilte, war auch schmunzelnd der Ratskeller-Pächter. Heinrich Falkenbevg, anqetreten und hvb, wie nur ein gewiegter Wirt das versteht, höflich ein stets dereftes Glas, das Attribut seiner Würde, „auf das WM der Herren!" Jetzt meldete sich auch die unter Pilsener gesetzte Kapelle und die Ausgelassenheit stieg immer höher. Man verzichtete dankend ans das zum Vortrag angebotene Lied vmn ..silbernen Blechköffel", tlnd auch der „Forst-Eleve" und „das Maß nreiner Siinden" fielen unter den Tisch. Dagegen fand „der Feigenlbanm". mit neuen fruchtbaren Strophen behängen. Genehmigung, aber das alte Fidnlitätslied desvährte scänen Michen Erfolg nicht. Eine gewisse Mspannnng trat ein. und noch war lauge nicht die Zeit des nächtlichen Mokka gekommen. Daher beschloß Max, der. wie es Gefeierten und Gastgebern ziemt, während der ganzen .Kneiperei eine gewisse Reserviertheit gewahrt hatte, noch ein übriges für die Untechaltuna zu tun. Ein Wink der Verständigung ftir die Kapelle, die beiden Geiger und der iibrigens famose Cellist, welcher in den Musikpausen immer Reclam-Hefte las. begannen ein Vorspiel. und dann sang Mar mit leidlich srffcher St'mrn-- Kuckuck hat sich müd' genffeist Iäslein duckt sich facht, Um die steilen Felsenstnfen Atmet kühle Nacht. Hoch im Dunkel ziehen ferne Welten ihre Bahn, Und der gold'ne Fürst d-r Sie nie Schreitet still voran. Blonde Maid im Rosengarten, > Oeffne leis' die Tür. Laß mich nicht am Gitter warten. .Komm, ach komm *u mir! Auch diesmal war die Wirkung seines kleinen Liedes im Romarizensffl gut und erfreulich. Sie lockte zum Aufbnrch ans der nnlffigen Kellerluft, und unter dem Motto: „Sic pleite — ita pleite" proponierte Brahm einen nächtlichen Dwschkenkorso in den Tiergarten, damit man dort nach Brauch fesfftelle, daß es im Berliner Vorsommer nie ganz dunkel werbe. Erfrischt kehrten die AuSflügser ins Zentrum zurück und wunderten traditionell bis zur Kaiser- Wilhelm-, Ecke Münzstraße, um zn gilter Letzt noch dem Kaffee „Lecho daudi" einen Besuch abznstatten. Sprachlich nicht Eingelveihte mag es nicht bekümmern, ttumtm Brahm dieses Dorado nächtlicher Kartenspieler, aber auch der Huldinnen des Scheunenviertels und ihrer Schildknappen also getauft hatte. Es verdiente den Namen! Das Lokal, dessen sffckige Lnftverhältnisse mrr mit einem Bahnhofstrmuel im Hochbetrieb verglichen werden konnten, gewährte um die stveite Morgenstunde die Temperatur einer gut geheizten Backstube, und erst allmählich bahnten sich Auge und Lunge den Vormarsch durch Dunst und Schwüle. Dann aber konnte man doch seststellen, daß .Herr Berkowitz, der von seinen Berufskollegen zum Vorsitzenden des Deutschen Cafttiers-Verbandes erwählt worden war, mit staunensrverter Geschmeidigkeit auf dem nicht leichten Terrain operierte. Viererlei berechtigte ihn gleichmäßig zu seiner Würde. Er trug im feistroten Krigelgesicht den gewaltigsten Schnurrbart . von wahrer Kabelsacon. ein kurz geschorener, blank polierter Rundschädel krönte sein Haupt, stahlblaue Angen durclx- 1* schauten und mbrizirten jeden Gast unbarmherzig richtig und mit kaltem Polizeiblick stellte er ohne Handbeweguug in jedem stürmischen Winkel sofort die nötige Ruhe her. So war jeder Rest rumänischer Herkunft bei Berkowitz atlsgetilgt. und alles betrachtete den kaum mittelgroßen, korpulenten Mann als eine gewaltige Znstanz. Für Max war dieser letzte .Haltepunkt ans dem Nachhausewege keine reine Frerrde mehr. Er sehnte sich nach Schlliß und Schweigen, mußte aber erst noch das ganze Stndentenvotpourri und zahllose Wirtshausverse über sieb ergehen lassen, bis endlich die Zechknmvaue genug batten und alle sich trennten. Neber den Königsgraben [treibt« Mar am Bahnhof AlexanderPlatz vorbei zu den Penaten. Ein erster kühler Morgenwind blies durch die schlafende Königstraße, m deren Mitte er im Zuge der Straßenbahn gleise, marschierte. Ein Mädchen rief ihn an. und als er nicht antwortete, war sie flink an seiner Sefte. Mar schüttelte nur mit denr Kops, und das arme Ding, welches norf) nicht lauge dabei sein inochte. fragte traurig lind doch schon mit dein Nntertone der Bevworsenheil: ..Du hast Wohl eine Braut? Glaubst Du denn, daß die Anständigen treu sind?" Dann schimpfte sie hinter ihm her. we'l zwei Vertreterinnen der Zunft den Vorgang beobachteten, und sie sich als zugehörig zu legitimieren bestrebt war. Bon häßlichem Gelächter verfolgt, fröstelnd und trübe gestimmt, zog Max die heinratliche Klosterstraße hinunter. Es schmerzte ihn um diese elende Welt, aber es war nicht der Alkohol, der ans ihm sprach: „Mein Leben Hai keinen Wert, was soll ans mir werden? Ueberall Elend, nirgends Freude, ich habe Freunde und bleibe doch allein!" Zn sich gekrümmt kroch er ins Haus und schlich leffe durch den Korridor und das Schlafzinrmer der Älern in seine Stube. Dort lvars er sich aufs Bott und wartete lange cnff das bißchetr Schlaf. (Fortsetzung folgt.) i

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