Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 2 (1922)
- Issue
- 30 (28.7.1922)
- Date
- 1922-07-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2613366-2613657-2613686--0412-2617648- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
^eqtTTC ymvuvy 01» MUeivanvvMrvAoD QnD HSMvkrw «Rf stellvertretender Vorsitzender der Gemeinde gleistet hatte. Ob die Reorganisation des hiesigen BeerdigmrgStvesenS, db das neue und mustergültige Krankenhaus ffu schaffen war. ob eS sich um dsi jüdische Kolonisation in der Äoa handelte. alles, was Carl Leopold Netter anariff. führte er meisterhast durch. Jedes Amt War ihm Arbeit. und jede Arbeit 'wurde unter feinen Händen zum Erfolg. — Orgelspiel und ergreifender Fvanengeftmu rahmten die stimmungsvolle Feier ein. Kurze Zeit darmrf wurden die sterblichen Reste deS Verschiedenen auf dem FriÄchvf zu Weihensee. dessen heutige Ausgestaltung sein ureigenstes Werk war. beigesetzt. Die Nomen der zahlreichen Redner und den Inhalt der Ansprachen hier wiederzugehen, würde den zur VerfÜMNg stehenden Raum weit überschreiten. Hervorgchoben sei nur. daß auch mehrere Vertreter der engeren bckdischen Heimat zu Worte kamen, welcher der Verstoßene stets in inniger Liebe verbunden geblieben ist, und in der sein Leben endete, wie es dort begonnen hatte. Der Bürgermeister der Vaterstadt Bühl, die heute eine Carl Leopoll) Netter-Strahe cmswcist. dankte zum letzten Mal dem Dahinae-gangenen für sein Wirken, und Professor Dr. Heinsheimer brachte hem juristischen Ehrendoktor Heidelbergs den letzten Gruß der Ruperto-Carola. Mit Trauer und Wehmut haben Tausende, denen seine Arbeit und seine Liebe galt, von seinem ^-ßsichen Teil Abschied genommen. Sein Gedächtnis aber bleibt dauernd erhalten. Carl Leopold Retters Werk lebt fort, und in Dankbarkeit bewahrt auch die Bereinigung für das liberale Judentum das Andenken ihres treuen Freundes. Berlin. Vorder Gründungeinerdeutschvölkischen Partei. Nach den letzten wichtigen Vorkommnissen innerhalb der deutschnationolen Partei, den: Austritt des gemäßigten Politikers Professor Dühringer, dem Ausschluß des radikalen deutschvölkischen Führers. Henning und dem darauf erfolgten Ausscheiden der Antisemiten Wnlle und von Graese, hat es den Anschein, als ob sich eine vollständige Trennung der deutschnationalen Partei von ihrem stark antisemitisch orientierten deutsch-völkischen Flügel vollziehen wollte. Die Deutschvölkischen ihrerseits propagieren eine solche Trennung und einige ihrer Organe kündigen mehr oder weniger offen die Bildung einer geschlossenen antisemiti'sch-völkischen Partei nach dem Muster der italienischen Faszisten an. heißt sogar, der italienische Faszistensührer Mussolino werbe eigens nach Berlin kommen, um der neuen Partei in der Organisation zur Seite zu stehen. Andererseits aber bemühen sich einflußreiche Mitglieder der deutschnationasen Partei, eine vollständige Trennung von den Tentschvölkischen hintanzuhalten, da für den Fall der l^ründnng einer unabhängigen deutschvölkischen Partei "ine Abwanderung der Wähle rmassen von den Deutschnationalen zur neuen Partei zu befürchten ist. Breslau. Der Verband heimattreuer Oberschlesier veröffentlicht folgende Entschließung, die in der Vorstandssitzung vom 11. Juli d. <y. einstimmig angenommen mürbe: „Unter Bezugnahme auf § 2 der Satzungen der Bezirksgruppe Breslau Süd-West der Heimattreuen Oberschlesier, wonach alle konfessionellen und parteipolitischen fragen innerhalb des Vereins ausgeschlossen sind, erklärt der Unterzeichnete Vorstand, daß das anfgetaiichtc^ Gerücht, nach dem unsere Vcreinsgruppe antisemitischen Tendenzen huldigen soll, den Tatsachen n i d) t entspricht. Direktor Daerr, Fnstizrat Dr. F it l i n s C o h n , l. Vorsitzender. 1. Schriftführer. Die Juden in Pomerellen. Die polnische Presse in Rcupolen begann eine neue Hetze gegen den jüdischen Handel in Pomerellen. durch welchen angeblich der polnische Handel ganz verdrängt wird. „Gazeta Warschawska" Judentum und 3uüe. Ein Brief des Präsidenten des jüdischen Prediger-Ausschusses C l i f i o tt Harby Levp an die Rew?)ork Times, New ^)orf. Für die Jüdisch liberale Zeitnng übersetzt von Dr. Amalie Klonover. 3it stirer Zeitung fand ich Zitate aus einer Predigt ees Pastors der Preshyttrianischeu Kirche. Da dieselben von nun nicht widerrufen worden sind, muß ich annehmen, daß n* mit dem Wo.tla.ut vollkommen übgreinstimmen. Daher tage ich den dringendsten Wunsch, mich mit ihm über einten Punkte auseinande.nnsetzen» umsomehr, da seine Aussprüche durch die Veröffentlichung in der weitverbveitesten „Times" anßerordeniltch in die Allgemeinheit eingcdnmgen sein Müssen. Tr. Waison geht recht weit. Gr versucht Nämlich zu beweisen, daß der Uebertritt von verschiedenen Juden zum inttiftentiim mtt deshalb geschah, weil das Judentum erne „unvollendete-, eine „unvollständige? Religion sei. Jeder Rabbiner und vleile viele Laien würden ihm sofort das Gegenteil beweisen können. Während des neunzehnten Jahrhunderts gab eS in Europa vicksi Uebertritte, in den meisten Fällen handelte es sich dabei mn sozialen oder politischen Ausstieg einerseits, und Mangel an Ueberzeugung andrerseits. In vrn Vereinigten Staaten ist die Zahl der Konvertiten verhältnismäßig gering. Enttveder handelt es sich dabei An einen armen Tetlfcl. der glaubt» sich dadurch leichter seinen Lebensunterhalt verdienen zu können, oder jemand hat durch Ekbschall oder durch gute Geschäfte viel Geld «worben und wN' noch iveiter. indem er einer Modernen Kirche beittitt. Mit der „Auirichtigkett", die Dr. Watson wünscht, sagen wir Juden von solchen Koiwertiient „Das Judentum hat wenig vuloren, das Christentum wenig gewonnen." Die sogenannte Unvollendetheil" des Judentums scheint nach Dr/ Watson darin zu liegen, daß die Inden leinen Messias baden. Wird mir verziehen werden, wenn ich zu dieser Bemerkung sagen muß, daß Dr. Watson mir nicht nur mittelalterlich, nein'sogar ur-uranfänglich «rscheiM Zweifellos beruft er sich dabei auf eine Stelle im Propheten Jejsaia.s. wo eine „jurr-Zsränliche Geburt" verkündet wird. — Ein bekannler christlicher He' rill. Verfasser eines hebräischen sMMerk Ur 8urP Ke Konsiattenmg. Lass 88e Wischen Händler ihre Waren unter dem Fabrikpreis siilbiown, und findet die Erklärung hierfür in der angeblichen Tatsache, daß die „Juden von den Deutschen finanziert werden." — WomKglich gar mit deutschvölkffchem Gelde! Schweidnitz. Deulschvölkische Agitation Im Gymnasium. Die auffallende Tatsache, daß sich unter den Helfern und Mitbeteiligten an der Ermordung Rathenaus auch Studenten und andere zukünftige Führer des Volkes befinden, die kaum ihre Bildungsstätte verlassen haben, ist leicht erklärlich, wenn man bedenkt, welche Hetze oft ohne Scheu in unseren höheren Lehranstalten gegen die Republik getrieben wird. So verteilt beispielsweise im Schweidnitzer Gpmnasium Studiendirektor Dr. Gantzer die Wochenschrift ..Hermawerband Schlesien" an die Schüler der oberen Klassen. Die Nummer 18 des ersten Iiahvgangs (1922) dieses deutschvölkischen nattonalen Blattes enthält als Neberschrift des Leitartikels den Satz: „Der Staat ist tot. Es lebe die Gewalt." Durch solche und ähnliche Hetzartikel werden die jungen. Politisch unerfahrenen Leute bereits aus der Schule zu Rüpeleien und Ausschreitungen gegen die bestehende Staatsordnung verleitet. wie folgende Beispiele beweisen: Noch vor der Ermordung Rathenaus wurde ein Schultisch im Gpmnasium von den Schülern mit einem Totenkops bemalt, der die Unterschrift trug: „Gift für Rathen(an)". Diese Slvdelei ist noch jetzt, nach dem Morde, zn sehen. Dem jüdischen Religionslehrer suchte man seine Tätigkeit im Gpmnasium dadurch zu verleiden, daß die Schüler an allen möglichen und unmöglichen Stellen Hakenkreuze anmalten. Dem evangelischen Religionslehrer. einem Studien rat. wurde von Einern seiner Schüler geantivortet. die christliche Liebe brauche man nicht mehr, man habe vor allen Dingen jetzt Haß nötig. Es ist darum auch nicht zu verwundern, daß in der Stadt Schweidnitz bereits mehrfach Schallsinster und Wände mit Hakenkreuzen rrnd Schmähworten gegeil die Zünden und die Republik verunziert worden sind. Was gedenkt das Provinzial-Schulkollegium gegen solche politische Vergiftung der heranwachseilden Jugend zll tun? Was sagt der Kultusminister Dr. Bölitz dazu? Würzbura. Der für Ende Juli nach Marburg elnbentfene und vom Oberpräsidiilm Hessen-Nassau auf Grund des Gesetzes zunl Schutze der Republik verbotene Stlldententag der auf antzisinntischer Grundlage stellenden Grllppen der österreichischen und deutschen Studentenschaft wurde nunmehr nach Würzburg in Bayern chtBcmfcu. Die Veranstalter rechnen damit, daß die llgperi'l^e Regierung die Tagung nicht verhindern wird. Fortdauernde antijüdische Exzesse im Polnischen Oberschlesien. Nach vielfachen Meldungen aus verschiedenen Städten in Polnisch-Oberscblesien dauern dort die Treibereien gegen die jüdische Einwohnerschaft ohne Unterbrechung an. Die polnische Polizei und die Beamtenschaft Nehmen an dieser Bewegung tätigen Anteil. Jüdische Reisende werden in den Eisenbahnen belästigt, geschlagen und oft sogar aus den Abteilen hinausgcworfen. Die einheimischen Juden. in Kattowitz wagen es nicht, in später Abendstilnde die Straßen zlt passieren. Diese antijüdische Belvegung zielt besonders auf die ökonomische Schädigung der Inden in Oberschlesien. Aeitungsschau und verschiedenes. Rom. Während seiner Anwesenheit irr Tripolitanien besuchte Minister Ameildola in Begleitung des italieilischell Statthalters und anderer höherer Beamten den israelitischen Tempel, wo er von den Führern der jüdischen Ge- Nleiirde feierlich empfangen Vuuv'bc. In seiner Antwort auf die Begrüßungsrede des Rabbiners sagte der Minister: ein Volk von so alter Kultur wie das italienische kann sich zll einem Volke von noch älterer Kultur, wie es das jüdische ist, nicht anders als mit der größten Ehrfurcht verhalten. LerttoNs, bemerkt dazu, diese Stelle wäre inkonelt überscht, Jesaicrs spricht nur von etner jungen Frau, die ein Kind trägt. Uebrigens haben fortschrittliche chrlstltch« Gelehrte die Theorie, die darauf basiert, schon längst beiseite geschoben. Dr. SB. scheint zn glauben, das Judentum habe mit d<r Bibel seinen Abschluß gefunden, während ivir Juden wißen, das; eS mit der Bibel begann, sich während der letzten 2000 Jahre weiter entwickelte nnd voraussichtlich iMincr mehr un>d mehr entwickeln wird. I n d i e s c m Sinne ist eS unvollendet, wie jeder lebendige Glaube unvollendet sein muß. Wenn «r einmal vollendet ist, ist er toi. Werde ich auch dafür Vergebung sitrven, wenn ich sage, daß das Cbttsttntum noch wett von seiner Vollendung entfernt ist? Der JNdc braucht keinen persönlichen Messias, er findet in seiner unkörverlichett Religion', die seine ProphrteN gepredigt, die von jüdischen Denkern seit den Zetten der Bibel immer weiter entwickelt wurde, dollste Byfrieviqmrg, Er ist fest überzeugt, daß ihm seine Acligion rin richtiger Führer aus deM Lebensweg« ist nnd daß sie seinem HNHeren Mistigen Streben dm richtigen Antrieb gibt. Dr. W. wiederholt wahrscheinlich jeden Sonntag das von seiner Kirche angenommene Glaubensbekenntnis, indem er es aber tut, macht er seine eigenen Modifikationen. Er weiß, daiß das Abendmahl das Ueberbletbsel eines primitiven Gebrintchs ist, — man ißt den Gott — Natürlich Mt sßm- Vvlisch. Das Judentum hat Tieropser längst beseitigt, Abraham hat Menschenopfer vor Tw's?nde,n von Jahren ^geschafft. die Propheten hatten sie ebenfalls vekivoksen, —■ wie kann vä etn denkender Jude glauben, daß Jesus geopfert weiden mußte, damit et von den Folgen der Sünden AdmAS und Evas «löst werde. Der modrme Jude, der sein JndcnitMt kennt, findet darin alles, was seinem erhabensten Verlangen genügen kam nnd er kann, ohne sck.. uc, ihm von Gott gegebenen Verstand, Gewalt MtMiftm, an diesen Glauben auch glauben. Er weiß, dach die Geschichte von der Schlvnge ein sehr alter bavplonischcr Mythus ist, der von den Hebrärrn verhindert übernommen wurde. Setneir Glauben gründet er aber alus derartige Ueberliefemugen nicht. Zur Sühne seiner Sünden ist kem Blutvpfer nötig, denn er ist als denkender Mensch über diese primitiven Ideen hinausgewochsen. Welche Art Ehrtstentum würde nun Dr. W. den Juden Vorschlägen, damit sie eine vollendete Religion brM«v? —- Der tftffetttefac ftutunftdffoaf tkt Wiener fitft ftmrtcn. Die nach bayerischem Vorbild wirkende national-> svzsalrsttsche Partei hielt hier gestern eine neue Versammlung ab, zu der die Einladitng durch auffallende mit Hakewkreuzen geschmückte Plakate erfolgte. Die Versammlung hatte den Zweck, .»den Shtfbau des Zukunftsstaates auif rassenreiner, d. h. arisch-deuffcher Grundlaisi" zu propagieren. Die Versammlung wieß jedoch eine Mehicheft sozialistischer Arbeiter auf. und so kam es zwischen diesen und der kleinen antisenri'tischen Gemeinde zu großen Tumulten und Schlägereien. Viele Antisemiten flüchteten durch die Fenster, um sich vor der Wut der Arbeiter zu jcÄitzen. MNtötexüesie und Räubereien im Wilnarr Gebiet. In dem Städ-tchen Radun kamen vor einigen Tagen Ausschreitungen einer Reiterabteiluwg vor, die sich dadurch auszeichneten, daß sie den Charakter militärischer Amtshandlung annahmen. Die Retterabteilnna stand unter dem Befehl eines Führers und nahm regelrechte Brandschatzung von einzelnell jüdischen Bürgern, wie auch der jüdischen Gemeinde vor. Dabei wurden mehrere Juden blutig geschlagen, einige andere, darunter Kinder, niedergeritten. sodaß sie schwere Verletzungen davontrugen. Die Bande umzingelte die Synagoge und (versetzte die dort versammelten Juden in eine enffetzliche Panik. Die Betenden wurden gezwungen, sich nnt beut Gesicht zu Boden zu strecken, sie wurden dann durchsticht, und alles, was Wert hatte, wurde ihnen weggenommen. Der Ortsrabbiner wurde in nicht wiederzugellender Weise beschimpft und gefangen genommen. Sofort nach Bekanntwevden der Exwsie itttewenierte Ravbiner Rrtbinsiein beim Regierllngsvertreter Roman, der das Versprechen gab, sich sofort an den Wostvoden des Nowgoroder RahonS ivegen genauer UNtersnchtUig und Bestrastmg der Schuldigen zu wenden. Die irische kooperative Gesellschaft Wilnas entsandte eine Abordnung nach Radun, uni die Geschehnisse sistzrlstellen und den Betroffenere Hilfe zrr bringen. RnS der ostjüdifchen Welt. Wnnderii» sr:nrd unt doch durch viele nicht nur sprachliche Be,ieli,mxen «n deut. sche Kultur geknüpft ist die ostchdische Welt?llerandtt Ella-' dH«» dessen HMptvervicnst eine weitausgtzbrcitcte Uebersetzer tätlofeit aus dem Russischen und überhaupt BumUllnng russischer Literatur an Deutschland ist, bat auch einen Band ..Ostjüdische Novellen" übertragen (Georg Mnllcr, vtzn.rcgen). Wer 'Freude an originellem Humor bat, de? wced^ diese schnurrigen Erzählungen mit Vergnügen lezen. «n* fertigkeit, Spaß an zugespihten Wvttspcelen mrd Plankele.en, Lebensweisheit, oft melancholisch, zeichnen die ost-ü^schc .,ede aus, wie z. B. in den Sprichwörtern: „Ißt der arme Mann auai lerne vezv^verr ■- >• v v‘ v Gattung ist diese Tneidot«: Ecu reicher Manu unu'tn<u»n in Begleitung seines Bruders eine Geschäftsreise und sivtb in der Fremde. Der Bruder kehrte zurück und erzählte der Verstorbene HStte ihm vor dem Tode seine» letzten Willen mündlich mitgeteilt: „Gib von meinem VennSarn mamer Witwe fft viel du willst, und den Rest beb alte dir." Auf Gruuö dieser letztwilligen Verfügung wollte der Bruder seiner kommen. „Wie lautete der letzte Wille des Verstorbenen? . fragte er ihn. ..Gib der Witwe soviel du willst und den Nest bebalte dir." — „Gut. Wieviel willst du al^o vmi der .^interlcisienschast haben?" — ^Nennzebnlansend Rrtbel." — „So", sagte der Rabbiner: „Tein Bruder sagte: gib meiner Witwe soviel du willst. Du willst neumrßnlüusind Rubel. Also mutzt du ihr neun zehntausend geben, und den Rest Sil* i'lt i{ Otto Suck Uber das Judentum. In seine-.n Werk« „Geschichte des Untergangs der antiken Welt", Band l»s p 298, schreibt der bekannt« Historiker Otto Snck über das Judentum: .. . Die Semiieit lnchen am längsten einen Teil ihrer geistigen Frische bewahrt. . . Nur einer ihrer Stämme hat gch bis anl -den heutigen Tag in mrgebrockiener Kraft erhallen und der Weltkultur Dienste geleistet, deren Größe außer allem Verhältnis zu seiner geringen Menscheuzaht siebt. Al-?- das Altert am sich dem Untergänge zuneigte, hat cr die christliche Religion als Vermächtnis für bessere Zeiten ans sich bevror- Wghrschetnllch den Presbyterianismus. Es gibt aber so viele andere Sekten, die auch behaupten, Christentum zlc sein, angefangen von der römisch- und griechisch-katholischen Kirche vis zcc den VvptisteN und Methodisten. Vielleicht wird es Dr. W. überraschen, dast> wir im Evangelium nichts finden konnten, das beweist, Jesus beab. sichtigte. sich zmn Zentrum eines neuen Glaubens zcc machen. Cr strirb als Jude, sprach aramäisch nnd in der Todesqual zitierte er Psalmen. Jesus hätte sich heute? in der überfüllten Shlmgogc des New Porsir Oßtrns viel mehr zcc Hanse gefühlt, als in Dr. Wcks presbyierianizcher Kirche. D-as eigentlich Verzwickte der in Frage stehende:! Sach« ist aber svlgendes: Wie kann ein »aufrichtiger Wittern* Atamr' von et mm ebenso ^aufrichtigen Mlteren Manne" verlangen, er solle seinen GmNven aufgeben Nnd einen anderen GlauveN anitehmen. Ist es nickt richtiger, wir überlassen es jedem Menschen, seiner Religion treu zu bleiben und kommen mit lmsedenr Glauben feinem Andersgläubigen in die Quere? In den Vereinigten Staaten leben Millionen Vtmmer, Frauen und Kinder ohne jede Religion. Wäre es da nicht Pflicht des McümeS, der für seinen Glauben wirkt, diese Msnsch-n zu sisttem Glauben zu besihren? Ich beabsichtige durchaus nicht, Dr. W. Fehler seiner Theologie Nachweisen zn wollen; er weiß sicher, daß sowohl das erste wie das Uveite Gebot aus dom Pentateuch entnommen find. Jkfus tat das und bewies dadurch, daß VU Lehden des Judentums ihm genehm waren. Darf Dr. W. als chviftlichek Previtzrr an der ANtsritstt seines erhabenen Leykers und tzekrn, den er anbetet, zweifelnt Wozu jedoch über ein Thema weiter verhandeln» das Vis in die Unendlichkeit ausgedehnt werden kSnnte. Mr sind von der hohen Abstchi der Chttsten, die MS durch den Glauben an JtzsuS erlösen wdNeu, übekMgi Md kmnkeu ihnen dafür, gestatten uns aber, ihnen m freundlichrer und liebenswurdister Weife zu antworten: „Wir inden allotz, was deS Menschen Seele beriedtgen kann, in der Neli<pien nnsorot Väter.