Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 2 (1922)
- Issue
- 22 (2.6.1922)
- Date
- 1922-06-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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f \ .. VaS Tofctf ffcttfttff MU. vaK Mk «ck Er WSftV- Bim in eine seelische Haltung fjhteimttönacn Wen. bk derjenigen ähnlich ist. aus welcher diese pwp-Mche Gläubiakeit hewovbrach; auch nicht, daß wir in stumm derchrvcker Hinpckuna an bas von der Bibel LwShlte. an MN obiecktive TatÜchlichkett wie «r et» Dogma glauben, kecker» daß wtzr uns m allererst Über ftolgendeS klar wecken: Der GrmckeffeÄ der prophetffchen Ickmmigkeit, deck -achoS ihre» Erlebens, die GefWscsnt ihres Tw «tffmseins von dem durchaus als persönlich empftyckmerr Bott hat nichts, aber auch gar nichts mit jener dünnen, leblosen, abstrakten Moralität m schaffen, mit welcher die von Kellermann gepredigte pWosopbff«ße, Religion die Prophetie einsehit. Man mag das bedauern, die GotteSmänner ob ihrer Berftrickcheft ht bedenkliche mythologische Anschauungen tadeln, aber an der Tatsache selbst wick nichtzu ändern sein. Und werter: Die Propheten waren fraglos davon überzeugt, das» der Gott, dev sich ihnen offenbarte, der wie fressendes Feuer in ihrem Herzen brannte, der einzige Gott, der Himmel und Erde und Menschheit geschaffen, für alle Sterblichen allein der Anbetung würdig sei. Aber sie waren ebenso sehr davon durchdrungen. daß ihr Volk, das füdische. diesem Gott am allernächsten siche, baft dieses Gottes Sorge und Liebe vor allem diesem seinem auserwählten Volke gelte; und sie — dieses Gottes Sendboten — blieben bei allen furchtbaren VerdammmSreden gegen das treulos gewordene Volk, oder gerade i n ihnen, die leidenschaftlichen Patrioten, die nichts als schrecklicher, ihnen persönlich entsetzlicher empfanden, als die Zerstörung ihres Stammes. Für die leibhaftigen jüdischen Menschen von Fleisch und Blut schlug ihr Herz, und die Gemeinschaft dieser Menschen, ihre Schicksale, ihre Freude und ihre Trauer pflügte aufs tiefste die Seele dieser Männer aus. Daß sie a u ch an die Menschheit dachten, daß ihr messiani» sches Idealreich alle r.Welt Friede und Gerechtigkeit. Erkenntnis des wahren Gottes schenken und mit ihm die Sehnsucht nach Menschenversöhnuna und Menschenerlösung erfüllen sollte. ist gewiß. Aber niemals ist die Verwirklichung dieser Idee begleitet von dem Gedanken, daß die kommenden Tage des Messias in der einen allumfassenden Menschheitsfamilie keine besondere jüdische Gemeinschaft mehr sehen sollten. Die Prophetie ist ebenso national, wie sie universal ist. Und eS wäre auch falsch, wollte man von verschiedenen mit einander nicht recht m vereinbarenden Strömungen reden. Vielmehr umschließt die Mrrrschheitsidee bei ihnen stets die volkllche. An diesem Tatbestand wird grundstürzend in der talmudisch-raMnischen Periode der jüdischen Religion nichts geändert. Nie bis *ut Emanzipation hin. da der Wille zum Judentum zu erschlaffen begann, da die große Müdigkeit im Leiden und Tragen die Gemüter befiel, hat ein Jude ausgehört zu glauben, daß er bei aller Weltoffenheit seiner Seele, bei allem humanen Sichhinüberreichen zu jedem Sterblichen eine besonder« religiöse Pflicht erfülle, indem er sich seiner Brüder und Schwestern vom Stammvater Jakob her annimmt, weil sie Juden sind wie er. seift Fleisch und Blut. Religiös, nicht bloß sittlich muß diese Verpflichtung heißen, weil ihr immer der Gedanke zugrurcke gelegen hat, daß wir Juden das auserwäblte Volk sind urck bleiben, daß wir für unser« Erhaltung mit aller Kraft zu sorgen haben, damit eS stets jüdische Menschen gebe, die Gott verehren. Die Idee für sich selbst sorgen lasten. daS ist gewiß ein philosophisch sehr erhabener Gedanke. Aber Wir haben es wirklich nicht mit dem .Heiligtum der Philosophie'. sondern mit demjenigen unserer Religion zu tun, und das ist eben nicht identisch. Wenn aber der Herr Kritiker fragt: DaS Leben welcher Juden bat man denn da im Auge? Das Leben der deutschen Juden, der polnischchassidischen, der spanischen, amerikanischen, chinesischen öder abessinischen Juden? — so sei ihm geantwortet: das Leben aller dieser und außerdem das der australischen und selbst dasjenige der Palästinischen. — Es bandelt sich Die geborene Tugenöreich. Ein Grohstadtroman von OStar JvnS Miltman. (8. Fortsetzung.) - Reuen Beziehern wird der bisher veröffentlichte Teil de< Romans gern nachgeliefert. Auch daß die Kinder Israels auf allen wichtigen Etappen ihrer langen Wanderung gesungen haben, wird weder ganz Simmen, noch von ernsthaften Pädagogen verziehen werden; och Nenmond hatte die Zweckmäßigkeit dieser Methode erprobt. „Nun ade, du mein lieb Heimatland", stimmten Jakobs Söhne beim Abschied von Kanaan an, „Freiheit, die ich meine", als sie aus Egypten zogen, und beim Anblick deS roten Meeres natürlich: „Wenn wir fahren auf dem See". Selbst die ganz Stumpfen, die leider reichlich in der Unterstufe zu finden warm, hielten hier mit, und diese Gedächtnisbrücken halfen dem oft variietten: „semper aliquid harret zum Siege. Das andere Ereignis für Ottchen und besonders Minni war die Teilnahme an einem Ausflug nach Hirschgarten, wo neben dem Rabbiner und seinen Lehrem auch ein junger Student die Spiele leitete, der dem von allen Mädchen angeschwärmten Falkenstein regelmäßig im Unterricht zuhörte: denn er wollte diese Kunst erlernen und war dort an ver richtigen Schmiede. Er zeichnete Minni besonders au- und zog sofort in ihr noch ganz siebeleeres Herzchen als unbestrittener Sieger ein. Beide Teile zehrten immer eine volle Woche davon sich Dienstag um vier auf dem Schulhofe ansehen zu können. Ist das nicht Genügsamkeit? IV. Ein geschlossener, feiner Einspänner hielt nach scharfer Fahrt vor dem Hause Pallisadenstraße 13. Die spielenden Kinder eilten herbei und umdrängten ihn neugierig, wichen aber erschrocken zurück, als inan einen bleichen Schwerkranken vorsichtig heraushob und nach oben trug. Vs war Mtt. Inmitten seiner gewohnten Tätigkeit dm Gebrüder Sachs und kurz vor GeschästSfchluß war er lautlos umnefunitn und. ohne daß das Bewußtsein wiederkehrte, auf Befehl nämkich für miS nWt davtm. Me et mißverftändM meftti, einen philosophischen LebenSbeariff auf der Basis eines bestimmte«. individuell persönlich gearteten Leibenzu diskutieren. sondern darum, eine lächerlich einfache, der philosophischen Betrachtung vielleicht gar nicht einmal würdige Tatsache ins Auge zu fassen, nämlich diejenige, di« Iudxn aller Länder mit der sich jetzt in Riesenschritten vollziehenden Assimilation ans dem ganzen Erdball in kürzester Zeit Wecken aufgehört haben, als Juden zu existieren. Wir wollen nicht eine« erschütterten jüdischen RelrgionSbewußtjein durch Beimengung einer Handvoll Nationalismus aufhelfen. sondern uns nur das schlichte Faktum vor Augen halten, daß dieses jüdische Religüvisbewußtsein zu allen Zeiten di« Menschen jüdischen Stammes, da« heißt die Kinder der Ahnen, denen einstmals die Thora geschenkt wack. als Gegenstand ganz besonderer Sorge und Hingebung empfunden hat. Bon diesem Standpunkte aus verurtellen wir durchaus dar Bestreben des radikalen Nationalismus, daS den Juden einrcken will, sie seien gar keine religiöse, sondern eine nationale Gemeinschaft, das religiöse Moment sei nur ein einzelnes neben verschiedenen anderen in der Totalität ihres Bewußtseins, ein Element, daS auch fehlen dürfe, ohne daß sein Mangel Sinn und Wesen deS Ganzen entscheidend beeinträchtige; sondern wir betrachten umgekehrt, genau in der Bedeutung wie Iehuda Halewi. das Einheitsgefühl der durch gemeinsame Abkunft alS solche kenntlich gemachten jüdischen Menschen als ein wesentliches Bestandstück unseres Religionsbewußtseins. Ob diese Meinung falsch ist. eine „seichte Lebens- Philosophie", wie der Herr Kritiker urteilt, darüber mögen andere befinden. Wir meinen, die Bestimmung dessen was liberales Judentum ist. kann nicht gegeben werden, wenn nicht zuerst eine haltbare Definition dessen aufaestellt ist, was Religion und was Judentum bedeuten. Dazu bemühen wir unS boizutragen. Wer „jüdisches Gefühl" und „jüdischen Stamm" von vornherein alL Schlagworte bezeichnet und erschöpfend das Wesen des Judentums in rationale Ethik aufgehen lassen will, darf sich nicht wundern. daß er die Zahl derer vermehren hilft, die schließlich jedes reliaiöse Ideal in dem Grundsatz verwirklicht sehen: „Tue recht, und scheue niemand!" Den Schulchan aruch würde man mtt vielem attdern dann gründlich losaeworden sein, und am Ende bliebe als alleinige Norm daS Strafgesetzbuch übrig. lln aller Kürze. In Polen ist es wiederum zu schweren Ausschreitungen gegen die Juden gekommen. In Biala Podolska und Lodz wurden schwere Exzesse auch gegen Kinder verübt und nicht wenige böse verletzt. Die Polizei hat sich wie immer vollkommen passiv verhalten. — Der polnische Außenminister aber redet in Wien große Töne über die selbstverständliche Gleichberechtigung der Juden. * * * Infolge eines seit dem I.Moi dauernden Streikes in der Druckerei der in Palästina erscheinenden hebräischen Tageszeitung „Dor Hajom" konnte diese bisher nur in sehr vermindertem Umfange erscheinen. Jetzt aber ist ihr Erscheinen überhaupt in Frage gestellt. * * * Auch Vas in Bukarest erscheinende tägliche Oman der rumänischen zionistischen Föderation „Mantuirea" hat — infolge Geldmangels — sein Erscheinen eingestellt. » Hc He Die „Mornina-Post" teilt mtt: Obwohl während des Osterfestes und am 1. Mai keine Angriffe auf die Inden in Palästina stattgefunden haben, sieht man für die nächste Zeit trübe Ereignisse voraus. Hi H- » deS Chefs in seinem gerade wartenden Wagen unter Begleitung zweier Angestellter hierher geschafft worden. In der Wohnung erscholl bald lautes Weinen, nur Mutter Witt bewahrte eine steinerne Ruhe, auch als der Pförtner der Firma, Clemens, die gefühlvolle Diagnose stellte: „Hier wird wohl nischt zu machen sein!" — Inzwischen hätte Manske, der zweite Helfer, unten beim Budiker an Doktor Krolik, den Arzt der Familie Witt, telephoniert, und Johann, der es an Würde mit jedem königlichen Kutscher aufnahm, fuhr im Eiltempo nach der Neuen Königstraße, um den getreuen MedicuS des Familienkrankenvereins, in dessen Vorstand Wttt als Beisitzer fungjette, beschleunigt heranzuschaffen. Nach einer Viertelstunde saß der Doftor am Bette deS so jäh Gefällten und seine besorgte Miene ließ wenig Hoffnung und kaum einen Zweifel. Che der Abend niedersank, der den Irdischen Erlösung von der Tagesfrohn bringt, war aller vorbei und Otto Witts Seele dem Körper entrückt. Schluchzend umstanden die Kinder den Erblaßten, Mnnis Körper bäumte sich im Jammer, Regina starrte regungslos vor sich hin. Der Arzt ging leise aus dem Zimmer, von der Mutter der Toten bis zur Tür begleitet, die schleppend vor sich hinsprach: „Ick Hab'» jewußt. Me bei seinem Vater; die werden «ich äsierl" Regina, als wenn sie auf diesen Augenblick deS Alleinseins gewartet hätte, erhob sich wankend und ging zum Glasschränkchen. Hier nahm sie die Leuchter heraus, steckte zwei Kerzen hinein und stellte die entzündeten Lichte auf das Tischchen am Bette deS Toten. Ottchen ließ sich zur Ruhe bringen, die drei Frauen aber durchwachten die furchtbare Nacht stummer Klagen und lähmenden PerlaffenfeinS, und noch der Morgen fand sie so, halb erstarrt und fassungslos. Die Sorge um die Bestattung und die erforderlichen Wege und Erledigungen 'mahnten jetzt zur Tat, und damit drohten emste Zwistigkeiten zwischen der Schwiegermutter und Regina, die aber noch im letzten Augenblick vermieden wurden. »Ick wer' mein einzigstes Kind nich wie'n Hund inscharren lassen, ick jehe bei Mtthornen von St. Andreas. Regina widersprach, weil sie am besten wußte, daß jedes Die „Mornlng-Posk" bespricht ferner kn mchsevett Artikeln die Verschiebung der Ratifikation des Palästina- Mandats durch den Bölkeckurwsrat und behauptet: Die Rede BalfourS sowie der Verlauf der Verhandlungen deS BölleckundSrateS brachten zutage, daß gegen eine jüdische nationale Heimstätte in Palästina nicht allein die mohammedanische, sondern auch die katholische Welt sich sträubt. * * * Im englischen Unterhause erklärte der Unterstaatssekretär für die auswärtigen Angelegenhsiten. der Vatikan hege Besorgnis betreffs des Schutzes der Rechte der katholischen und der andern christlichen Gemeinden in Palästina und nehme darum gegenüber der zionistischen Polittik eine mißtrauische Stellung ein. * * * In einem Leitartikel Wer die Rede Sir Herbert Samuels schreibt die „Daily Mail": Obwohl dem Oberkommiffar für seine Erklärungen herzlich aedankt wurde, haben seine Äußerungen die Beweggründe der Oppasition gegen die Regierungspolitik in Palästina dennoch nicht widerlegt. Im Unterhause soll eine Debatte über bi« Palästin «frage stattffnden. * * * Der römisch-katholische Patriarch Jerusalems. Monsignore Barlassina, ist aus Rom, wo er in den letzten Wochen eine heftige anti-zionistische Propaganda entfaltet hat. in London ringe troffen. Er soll Träger einer besonders wichtigen Botschaft des Vatikans an die englische Regierung sein. * * * Die Zeitungen Moskaus geben bekannt, daß die Sowjetbehörde in den 44 Synagoge.« Moknllews Silber, Gold und Edelsteine beschlagnahmt hat, die dort dem Schmuck der Thorrrollen und der heiligen Lade dienten. Zum Zest -er Offenbarung. Bon Rabbiner Dr. Norden, Elberfeld. An eines der gewaltigsten Ereignisse in der Geistesgeschichte der Menschheit erinnert uns das Schowuaus-Fest; feiern wir es doch zur Erinnerung an die Offenbarung am Berge Änai. Offenbarung! Gott offenbart dem Volke Israel seinen Willen! Israel vernimmt die Stimme des allmächtigen, ewigen, heiligen Gottes! Was wir uns darunter vorzustellen haben. wie wir uns das gewaltige Ereignis denken können, daß Gott zu Menschen spricht, darüber khchen die Meinungen weit auseinander. In einem aber, glaube ich, werden sich alle reliaiösen Auffassungen und Strömungen einig sein, darin nämlich, daß wir sagen können: „Gott spricht zu Menschen. Gott offenbart ihnen feinen Willen", das bedeutet: Den Menschen wird eS offenbar. daß sie auf einem bestimmten Wege Gott nahe kommen, daß sie auf einem bestimmten Wege zu Gatt,E langen können. Und wenn wir nun als den Inhalt der Offenbarung die zehn Bundesworte bezeichnen, so bekenneu wir damit, daß wir durch Befolgung der zehn Gebote die Nähe Gottes erreichen können, daß wir durch ihre Befolgung dem religiösen und sittlichen Fortschritt dienen und so emporsteigen m den Höben des Menschentums. So wurde von jeher die Bedeutung der zehn Gebote aufoefaßt. Und um der zehn Gebote willen hat man das Volk Israel bezeichnet als den Sendboten Gottes an die Menschheit, der berufen war. der Menschheit das zu bvingeu. was wir Kultur und Gesittung zu nennen pflegen. Bei der Erwähnung der Worte „Kultur. Gesittung" zuckt beutzutaae ein spöttisches Lächeln um die Lippen vieler Menschen: „Eine wunderbare Kultur besitzen wir. Wir sollten dock ehrlicherweise endlich aufhören, nnt solch hochtönenden Worten um uns zu werken. Belaßen wir Zeremoniell ihrem Otto zeitlebens ein Greuel gewesen war. Schließlich gab sie nach und machte sich bekümmert an die Herrichtung der Trauerkleidung für Muni und die alte Witt, denn sie selbst war sa versehen. Die Beerdigung am Sonntag nachmittags verlief sehr feierlich. Der Pfarrer fand lindernde Worte und rühmte von dem Toten, daß seine Religion im Suchen nach der Wahrheit gelegen habe und er als guter Sohn, Vater und Gatte immer den Weg der Liebe gewandelt sei. Ein freiwilliger Sängerchor der Firma intoniette: „Es ist bestimmt in Gottes Rat". Geisterhaft zurückgehaucht scholl der Nachklang der Töne in der hohen Kapelle, und die alte Witt faßte ihre Gefühle dahin zusammen, „das sei det Schönste vom Janzeu jeweseu und ihr Junge hätte wenigstens 'ne anständige Leiche gehabt." Eine große Trauerversammlung geleitete Mtt aus seinem letzten Gange. Alles, was zu Gebrüder Sachs gehörte, war vollzählig erschienen, aber auch Haus und Nachbarschaft bekundeten ihre Gefühle. Bölmy vom Krankenverein trug mit Würde einen Riesenkrauz, und die alte Witt vergaß nicht, „daß die Schleifen mitgenommen werden". Sogar „Professor" Wiechmann, der sonst dieser Form deS Beileides grundsätzlich aus dem Wege ging, da ja mit dem Tode daS Kundschaftsverhältnis erlosch, — was übrigens wirklich seine Beziehungen zur medizinischen Fakultät demonstttett—, war nach Friedrichsfelde gepilgert. Würdevoll nahm er am Pottal, nach Beendigung der Feier, die etwas respektlosen Grüße aller „Sachsen" entgegen, die schon auf der Suche nach der sogenannten TrauerdestMe und jener keimenden Sttmmung waren, wö Schmerz und Freude sich vereinen. Dott gab er seine berühmt gewordene Ktttik der Beerdigungen zum Besten, die von da aus ihren Weg in die Witzblätter gefunden hat und seitdem wie die Kometen, unregelmäßig und verwandelt, — man könnte auch sagen: „in immer neuer Frisur" —, wiederkehtt: „Das hätte Witt erleben sollen, von einem Pastor begraben zu werden!" Jeder fühlte, daß hier etwas nicht stimmte, und Wiechmann hatte die Lacher auf seiner Seite. Fortsetzung folgt.)