Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 2 (1922)
- Issue
- 18 (5.5.1922)
- Date
- 1922-05-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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«mum«'»»wisch, «hat Dt«se Mio« verßolSt di» Tmdenz. hie HUfStättgkett de» polnischen JckdeettümS von d«n anmikanisch« GeW «w Märigig zu mache». Im Gegensatz p der scharfen Pkvpatzandü in Atzne-tva aeaen vie Immigrativn, in ver v«soew«Smtt d« angstblichrn MMwcwerttgkeft der Mischen Schichten, die noch Amerika anSwmdem wollen, operiert wird, schreibt der bekannt» amerikanische Arzt Dt. Jod« Cenftas. der im Auftrag« d« amerikanischen Regierung dt« Sag» der europäischen GnigmtionS* länder untersucht hat, in seinem offiziellen Bericht an di« Regiemny'. ^Jn Deutschland machte auf mich eine« besondere« Ei«, druck der lebhafte Wunsch vieler ttmaer Männer, nach Amerika anSzuw andern. Dev größte Leu dersetven Mt einen sehr guten Typ dar, insbesondere M das von de« dort wohnende« deutsche« und russischen Juden, von dem« angenommen werden muß. daß, sie eine Bereicherung für da» Land bedeuten würden.-' :*1 ,*•!« Die nächste JahttSkonserenz der zionistische« Organisation oll wahrscheinlich am 1. September und zwar in einem de, chwachvaMtarischen Länder zusammentteten. Oft MW valWule 8Df öninö öerverfElllig unD s« lWWllWWklvlO. Bon Hermann Becker, Berlin. Eine große Gefahr für da» liberale Judentum, die zu erner noch größeren Zersplitterung innerhalb desselben führen und Gründe zu neuen religiösen Kämpfen bieten kann, enthalt dt« Nummer 4 deS 8 8 des ReichSg. G. S. Do« heißt es: »Me in dem Dele-nntnis übliche« religiösen Uebungen und Gebräuche sind, unibrschadet der Bestimmung deS Ar- MelS 149 Absatz 3 der ReichSvrrfässung, zuMasim, indes darf der Unterrichtsbettieb dadurch nicht beeinträchtigt werden. Offenbar hat der Gesetzgeber hier an erster Stelle an den Unterricht am Salbbatb* und Festtagen für die Mischen Schule«, «r religiösen Hakbftsttagen für di» katholische Schulen — an evangelischen Schulen werden ja außer den sogenannten hohen Festen keine anderen gefeie« — gedacht. Wer aber bürgt uns dafür, daß die orthodoxen Rabbiner nrcht auch Purim. EhaniuKch und vielleicht auch die RMaae »u den Festen (Erev-Jontob) oder gar den 9. Aw als schulfreie Tage bezeichnen »mb fordern und ebenso die Zionisten ben„ 9. „Aw" als einen besonderen Dmuertaa für schulfrei erllarm? Werden die orthodoxen Raibbiner nicht überhaupt ein« besondere FEmordnung für jüdische Volksschulen verlangen und damit die Trennung der Mischen Jugend und der Mischen Lehrer von ihren andersgläubigen Altersbezw. BemfSgenossen noch weiter vertiefen? Und was heißt „rrlt. Möse Uebungen?" Sollen dt« Schiller der jüdischen Volksschule vielleicht gemeinsam in die Synagoge geführt werden, gemeinsam zum „Taschlich machen" zur Anbetung des Mondes (Levone mekadesch) antreten? Nun sagt freilich dev angezogene Artikel dev Verfassung, .die Erteilung religiösen Unterrichts und di» Vornahme kirchlicher Verrichtungen bleibt 5?S?Ä*I?lätunflJ)€lc Lehrer, die Teilnahme an religiösen Unterrichtsfächern und an kirchlichen Feiern und Handlungen der Willenserklärung desjenigen überlassen, der über die relt* g:ose> Erziehung -es Kindes zu bestimmen hat." Welche Fülle von KonsliktSstoff zivischen Lehrer und Rabbiner, zwischen Lehrer und Eltern und endlich zwischen Gemcrnde und Rabbiner bietet dieser Verfassungsparagraph in Verbindung mit der oben angezogenen Nummer 4 des S S Reichsschulgcsetzenttvurf. Werden die liberalen Eltern Nicht gerade durch diese Konflikte veranlaßt werden, ihre Kinder in die christlichen Bekenntnisschulm zu schicken, wozu sie nach Nummer 1 des A 3 des Neichsschulgesetzentwurfs berechtigt sind? Was wird aber dann aus den jüdischen Volksschulen? ^hre Lebensfähigkeit wird noch weiter beschränkt und die Anstellnngsmöglichkeit jüdischer Lehrer noch mebr verringert werden. b) Der politische Gesichtspunkt. Wir haben bereits oben das PechältntS deS religiösen zum politischen Liberalismus kurz berührt. Unser» Parlamentspairteien fassen die Frage der Gemeinschaftsschule! durchweg vom politischen Gesichtspunkte auf, wenn ste auch erklären, daß ihre Stellungnahme lediglich von religiösen Erwägungen geleitet wird. Denn unter den Gegnern der Gemeinschaftsschule finden wir ausschließlich die Rechtsparteien, unter ihren Anhängern die Parteien der Linken, während dt» Demokraten erklären, der Gründung von Konsesstonsschulen dttGtaÄMe/dtt«, . otttiCmntn mftfftn. Des »t» L»h«vv«r»tn sowohl als auch dev preußssche Lehr«- , also dt» größten Bereinigungen von Fächmämwrn, batben di» imgcheure polMsche Bedeutung dieser ^age e> lärmt. DeShaw haben st» energische Protest» gegen den vorliegenden RetchSschulgesetzentwnrf veschlofsen, ße halben di, Reichsregierung um Zuiückziehuna de» Entwurf» gebeten, Jm er di« Stellung de» DollSschullehrerS «» Staats, bsamtenbedroht, dte Lehrfveiheii deS deutschen VolkSschullehrer» beschränkt, di» staatSvüracrlicke Freiheit des VolksschullehrekS befchrärm, dem Volk»- schullehrev durch Kirchen- und Del tanschauungs gruppe« mit beaufsichtiat." r~ (Nr. 29 der preußischen Lehrerzeitung vom 9. 4. 19WJ Dieselbe Nummer dar vrmßöschm LehrerzeituNg enthält einen ausgezeichnet geschriebenen Mahnruf des bekannten GchulpolttikerS Johannes Lew», der dm Nachweis erbringt: Der R»tchSfchulgesstzeNtwurf ist da» Grab des deutschen B o lt S f ch ull eh r-rstand » S. Die Mischen Lehrer, welch» trotz ihrer politisch-liberalen Richtung für die Bekenntnisschule einireton, sind sich nicht kl« über dies» politische Folgen der Bekenntnisschule. Sie »sehen insbesondere nicht ein, baß bet Bekenntnisschulen der Einfluß der Rabbiner und Gemeindevorsläicke, welchen bis l d« deutschen Lehrerschaft als -Abhängigkeit von h» und geistliche Schulaufsicht" feit vielen Jahren so energisch bekämpft und feit dev Revolution siegreich ausaeschaltet hat, aus dem Umwege der Bekenntnisschule wieder eingeführt wird. Orthodoxe Gemeindevorstände und Rabbiner werden an ihren Mischen Volksschulen nm orthodoxe Lehr« ansttllm, wi« da» heute schon in den wenigen privaten Voll»- und höheren Schulen geschieht. — Zionistischen Gemeindevertretungen — und auch solche werden leider in Zukunst vorhanden sein — nur Lehrer ihrer Gesinnung be. schäftigen, liberal« Gemeindevertretungen lehnen Bekenntnisschulen ab» wa» wird au» liberalen Lehrern, wenn di» Bekenntnt»schule zur Regel wird? — Wir können nicht ernstlich genug die liberalen Lehrer, welche für die jüdische Volksschule «intreten, auf dies« Folgen Hinweisen!" Die Reichsschulkouserenz hat seiner Zeit allen Ernstes aus diese Folgen hingewlesen und di« Abteilung für Volksschulen, zu deren Mitgliedern auch der Vorsitzende des jüdischen ÄehvervwbandeS, Rektor Feiner- Hamburg augehort«, hat in der fogenarmtm MMderhettSrefolutioN, di» auch von den Vertretern d»S deutschen LehrerdvreinS unterzeichnet fvar, außerdem noch auf die aNaemeinen innere« politischen Folgen, welche aus etne-r Verschiedenheit der VolkSfchulbildung in Bekenntnisschulen sich ergeben müssen, auf die innere Zerrissenheit dev deutschen Volksgemeinschaft das Augenmerk gelenkt. Haben die jüdischen Lehrer das gänzlich vergesst»? Nicht eine einzige jüdische allgemeine unib Lehrerzettung, bat im dem Kampfe um d-ie jüdische Volksschule davon Notiz genommen, obwohl Feiner dev Vorsitzende deS jüdischen Lehre rvetzbandes ist. — Die Schlußfolgerungen aus diesem Verhalten der jüdischen Lehrerschaft ergeben sich von selbst. c) Der pädagogische Gesichtspunkt. Die jüdische Bevölkerung wohnt zu drei Viertel in den Großstädten. Die jüdische Gemeiudevevjwtungen in diesen Großstädten ist — wenigstens noch gegenwärtig — lilberal, also gegm die jüdische Vollrschule. Es ist also auf lange Zeit kein« AuSstcht auf Gründung jüdischer Vollsschulen in den Großstädten. Da auch hier die städtischen Behörden politisch IMS orieMstrt sind, rönnm die Verirrter dev ©ft* kermtntsschuleu nicht aus Forderung ihrer Pläne hoffen. Es Iverden also hiev in den meisten Füllen Gemeinschaftsschulen, brkenntntsftei« ober gar Weltaufchauungsschulen errichtet wer. den, an welchen die Mischen Lehrer nach der Weimarer Perfasiung und nach dem Neichsschulgesetzentwurf Anstellung sinden müssen. Sollten aber dte Orthodoxen oder die Zionisten in den Gemeindevertretungen.einzelnsr Großstädte an das Regiment kommen, dann werden — wie bereits oben bemerkt — nur Lehrer gleich« Gesinnung zur Anstellung gelangen. Dennoch könnten nur in Kleinstädten und aus dem Landr, wo die Bevöttemng fast durchiveg politisch rückständig ist, Bekenntnisschrllen auf Wunsch dev Erziehungsberechtiaten, wie es t« der Weimarer Verfassung (146,3) heißt, errichtet werden. Da aber hier die jüdische Bevölkerung nur sehr dünn gesät ist, würde die staatliche Behörde wegen der äußerst geringen Kinderzahl dte Gründung einer jüdischen Volksschule gar nicht genehmigen können. Jm allergünstigsten Falle würde aber nur ein» einllassige Mische Volksschule lebensfähig sein kömren. Nun ist es allerdings richtig, und ich weiß es aus eigener langjähriger Erfahrung, daß erziehlich die einklassige Volksschule geradezu ideal wirkt, nicht aber so untervichtlich. Jeder Pädagoge kennt die Schwierigkeit d«S gleichzeitigen Unterrichts verschiedener Alters- Dom Wllltsrkhiv Ser SkllWa Juden. Bon Dr. I. Jacobson. Das im Jahre 1905 auf Anregung deS Fürstlich Pleß'schen Archivars Dr. Zivier mit Unterstützung des Deutsch-Israelitischen Gemeiudebundes und des Ordens Bne-brith gegründete, seit 1910 im Verwaltungsgebäude der jüdischen Gemeinde Berlin in modernsten Archivrämnen (Oranienburgerstraße 28) untergebrachte Archiv befand sich vor dem Kriege in ständiger Aufwärtsbewegung. Mit Eifer ging es der chm Mgrundeliogenden Anfgabe nach, die zum laufenden Geschäftsgang nicht mehr lwtigen Urkunden und Akten aller Mischen Gemeinden, Vereine und Stiftungen in Deutschland an einem Orte M sammlen und ihre Nutzbarmachung zu wissenschaftlichen und administrativen Zwecken vorzubereiten. Ein Stab von drei wissenschaftlichen Beamten ermöglichte eine erfolgreiche Propaganda dieser seiner Bestrebungen, sodaß immer mehr Gemeinden — darunter Großgemeinden wie Berlin, Leipzig, .Halle, Königsberg i P., Stettin. Darnrstadt, Bochum, Bielefeld und fast Me posenschen und schlesischen Gemeinden —, Vereine und Privatleute dem Gesamtarchiv abgabesähige Archivalien gegen Depositalvertrag als Leikhgut zur Verfügung stellten. Der Kreis der Aufgaben, die das Gesanttarchöv aus sich heraus schuf, weitete sich immer mehr. Bon dem kräftig drängenden wissenschaftlichen Leben des Archivs gab eine eigene Zeitschrift, die „Mtteilungen des Gesamtarchivs der deutschen Juden" (1908) ein instruktives. anschauliches Bild. Diese „Mtteilungen" nahmen ständig an Umfang und Vielfältigkeit des Inhalts zu und waren auf dem besten Wege, zu einem Sammelpunkt für die wissenschaftliche Erschließung der Geschichte der Juden in Deutschland zu werden. Der Jfrtefl hat diese Entwickelung, dve stets an den Namen des ersten Archivleiters, des jetzt an die Universität Zürich berufenen Professors Täubler, geknüpft bleiben wird, arg gehemmt. Statt dverer Beamten hat das Gesamtarchiv mir noch einen, der natürlich aus der FMe der dem Gesamtarchiv allmählich erwachsenen Arbeiten rmr die notwendigsten erledigen kann; die mit großer Entsagung und Sorgfalt geförderten Borarbeiten zu einem Ürkundenbuch zur Geschichte der Jiuden in Deutschland im Mittelalter, mußten abgebrochen, vielen andern Plänen, z. B. denen, die auf die Sammlung und Verzeichnung der Grabfteminschriften gingen, mußte entsagt und die Herausgabe der Zeitschrift eingestellt werden. Wie die Dinge jetzt liegen, ist das GesamtarckW schwer in feiner Wirkungskraft getroffen, und statt daß e8 in großzügiger Wesse die jüdssch-Worischen Stridien in Deutschland anvegen und vertiefen kann, ssl e» z« einem Aschen* brödeldasein verurteilt. Die Unzulänglichkett der ihm zur Verfügung sichenden Mittel hemmt es an der Entfaltung feiner Propaganda, die der Aussprache in Wort und Schrift bedarf, und wirkt so lähmend auf daS Interesse der wetten jüdischen Oeffentlichkeit zurück, ohne das gerade ein Institut wie das Gesamtarchiv sich nicht fortentwkckeln kann. Wenn das Gesamtarchiv der deutschen Juden sehnlichst danach Ausschau hält, daß das Interesse, das chm vor dem Kriege geschenkt wurde, sich wieder aktiviere, daß Gemeinden. Vereine und Private seine archivalischen Sammlungen wieder auffüllen und vermchren, und die iüdsschen MLcene chm die publizistische Verwertung der ihm anvettrauten Archivalien erneut ermöglichen, so tut eS das auS einem idealen Antrieb, der in seinen Auswirkungen auch die praktische Lebensgestaltung befruchtet. DaS in den Akten eingefangene Äcken der Vergangenheit wirkt aufhellend und aufbauend auf die Gegenwart und die Zukunft, unser eigenes Wesen empfangt omS der Festhaltung des Lebens, wie es in den jüdsschen Gemeinden tttht Ih ta»6ftdaM Vfttettiiiuttit. Wenn jretzßnn Mi ttchttichm LNolg» einLassiger Mische» BoWchnleN so glänzend waren, so ist da» »in Verdienst der Gewisse«-, oastiakeit und des Fleißes der Lehrer, der Begubung d» Schüler und des wärmeren Interesses der Eltern cm de Schick». Der Lehrer der einklossigen Mischen VollSschuL unterrichtet seine Schüler fünf bis sechs Jahre, in manch« Fällen sog« dt» gesamten acht Schuljahre, hindurch. Nm aber ist di» Vollrschule, Gmndschme für di» ersten dee Schuljahr». Daran schließt sich der Eintritt in eine a - Mittelschule oder Weiterdesuch der Bottsschul« - wiedemm «ach drei Jahren, also mit Ablauf dev 6. .5 za-reA, nachWahl, der Besuch einer AusbwrschtÄ, — d. . deutsch» Oberschule, Real- oder humanistische Lehranstalt Bet dem r»am MkdrmgSirieb unserer Glaubensgenossen tf eS also völlig ausgeschlossen, daß die Elter« sich für detz achtjährigen Besuch der Volksschule, noch dazu einer ei« klassigm, durch iLte Kinder en-ssch«iden werden. Dazu komm? noch bi» fluktuierende Bewegung der Juden und ihr Zug nach der Großstaldt, die natürliche Folge ist di» Verödung der jüdischen Volksschulen) die vermehrte, jetzt schon so große Stelle« losigkeit ftüdtfcher Lehrkräfte, dev Unte« gang dejüdischen S»h verstand e». Dias» Folgen verschweigen die Anhänger bei jüdisch»« BslkSschnl», di» Orthodoxen^ bi« Zionist«« und — mit ihnen in schönes (?) Eintracht dte liberalen Lehver nndRab» bin er. Ist da» ein gleicher Kampf? - , ' (Schluß folgt) Ms dem Reich. Berlin. HenNett« Map. di« Schristsührerin deL Jüdischen Frauenbundes und unermüdliche Arbeiterin auch in anderen Mischen sozialen Organisationen, beging den Y0. Geburtstag. / BreSlan. Die Abteilung »EcholunaSheim des jüdischest Frauenbundes" beabsichtigt auch in diesem Jahre Frauen und Mädchen deS erwerbenden Mittelstandes «ine Bader« zu ermöglichen. GS ist in Aussicht genommen, an SO Damen größer» Beihilfen für einen Kuraufenchalt in Bc Warnübrunn zu vergeben. — Die Aufnahmekommission bcstel aus den Damm: Fr. Pros. G u t t m a n n, Fr. Dvz Bogelstetn, Fr. Grete Bial, Fr. Perle, Frack Sternverg, Fr. Cafsirer, Fr. Eldogen, Fr^ Schlesinger. Frankfurt a. M. Der Zenidawerbackd jüdischer Handi Werker Deutschlands hält vom 14. bis 16. Mai hier feinest 5. Verbandstag ab. Zur Teilnahme sind alle abgeschlossenen Vereine, sowie die Fttmm-, Gehilfen- und LehÄingsgruppm eingeladm. Das Programm der Tagung ist ein sehr wichtiges und reichhaltiges und wir erwähnen als besonder» interessierende Punkt« ein Referat über wirtschaftliche Hanvi werkerfragen, Lohrlingswesen und Berufsberatung, sowie einen Vortrag über di« Bedeutung, der Mischen Handwerker für daS Judentum. Mögen die Beratungen einen günstigen und für dm Handwerkerstand wie für die Judenheit gleicherweise erfreulichen Verlauf nchmen! Uvber das Ergebnis der Verhandlungen und die gefaßten Beschlüsse werden wir berichten.^ Hamburg. Vo« jüdische» Haadiverl tu »entschland. In einer Mitgliederversammlung des Verein» jüdischer Hand^ Werker in Groß-Hamburg wurde in scharfen Motten dos Ber« halten der Verernsleitung gegenüber zuaerristen ostjüdsschen Handwerkern gerügt. Dieselben würden, oone Arbeit zu finden, überall abgewresen. Es sei Sache deS Verein», bei der jüdischen Gemeinde, sowie bei südkschen Justttutione« «««»gisch auf Berücksichtigung dieser ostjüdsschen Handwerker zu dringen. Bon anderer Seite wurde demgegenüber hervorgehobeu, daß es sich nicht etwa um eine prinzipielle Haltung des Vereins gehandelt hat, sondern daß tatsüchlich infolge des DemobilmachungsgesetzeS gewisse Schwierigkeiten bestanden, die dazu führten, daß sogar jüdische Handwetter auS Deutschland oezüalnh ihrer «er-, Wendung Schwierigkeiten hatten. Jetzt nach Aufhebung drese» Gesetzes werden dis Verhältnisse im allgemeinen günstlger beurteilt. Tluch in anderen Städten sind die jüdischen Handwerker nicht zufrieden. Daher geben wir noch von folgendem Leipzig. In Leipzig Nagt das jüMe Handwerk übe, Vernachlässigung bei Vergebung von Arbeiten seitens de, öffentlichen jüdischen Institutionen. So baut der Talmud- Thora-Berein «ine Synagoge, bei der sämtliche Arbeüen nnt Ausnahme der Lichtanlagen an Nichtjuden vergeben worden seien. Man erwartet das Eingreifen der Interessenvertretung der Mischen Handwerker, di« im Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands in Berlin organisiert sind. sich dcrrqestellt und geformt hat. Erklärung und Hoffnung, und aus der ErkemrttnS der vielfälttqen Verflochtenheit der Mncze gewinnen wir eknen sicheren Standpunkt innerhalb der Entwickelung, in die das deutsche ^udervtum hinekn^ gestellt ist. Die Akten der jüdsschen Berssansteuh'ett der Bersiesserck heit entreißen, sie vor drohender Vernichtung und Ber-> zettelung bewahren und ihrer wissenschaftlichen Verwertung die Wefle bahnen, ist also in diesem Sinne eminente Aust bauarbeit. _ Etwas zum Lachen. In dieser ernsten Zeit muß auch für Humor qesorsii werden. DaS 4f4 vermutlich die Absicht „des Belzer" Rabbi, detz noch einem Bericht jüngst eine friedliche Triumph reifst durch Galizien gchalten hat. Um den Wunderrnarm zu %&', grüßen, hatte di« Lemhevgye Straßenbahn bis 3 Uhr nacht«, einen Änderverkehr eingerichtet. Der Hauptbahnhof war' von Taufenden belagert, eine eigene Lichtanlage, M detz jede Laterne 150000 (polnische) Mark kostete, wurde spew( Viert. AlleS war vorbereitet, aber der Heilige kam nichts er hatte es vorgezogen, einen andeven Resseweg zu Wählers Die Heerschar seiner Getreuen nahm auch diesen Pw^ grxvmmwechsel in Kauf und empfing ihn im denkwürdigen^ Ort« Oleszyce mit Musik und Tanz. Da» Veste G^schäft^ machte dabei ein Droschkenkutscher, denn jeder, der zur MN' fahrt mit dem Rabbi in die Stadt zugelaffen wurde, zahkllf für diese Ehre 100 000 Mark. Cs h<wen sich berefts einigst! Wunder zugetragen; schon ist das kleine, schmutzige Städtst chen eine Großstadt geworden, denn tausende Ehassidkm treffen täglich ein. Sie Watten tagelang, um dem „Beizers ins Auge zu sehen. Der Schupochef des Rabbi heißt Vst» zeichnendettoeis« Iosua und muß. Wie fein großer Ahch über militärische Fähigkeiten versiegen können, «Vst M Ordnung aufrecht zu echalten.