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Jüdisch-liberale Zeitung · 1922-05-05 · 18 (5.5.1922) · page 4

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
2 (1922)
Issue
18 (5.5.1922)
Date
1922-05-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Zeltungsschcm and verschiedenes. Wie». Dr. Nach»» virnboum. Ne „«gada» Israel- und dt« Einheitsfront aller Glävbtgen. Jüngst wurde verbreitet, daß Dr. Nctthan Bimbaum seine Verbindung mit der „AgudaS Israel" gelöst und die Gründung einer Einheitsfront von religiösen Juden, Mohammedanern und Christen gegen die sich immer mehr ausbreitende Unglaubigkeit der Welt vorgeschlagen habe. Der Angegriffene nimmt nun zur Verteidigung das Wort und berichtigt, daß er seine Beziehungen zur AgudaS Israel keineswegs gelöst und dies auch nicht in seinem in Wien gehaltenen Bortrage mitgeteilt hat. „Wahr ist vielmehr", schreibt Herr Dr. Bimbaum, „daß ich schon ein halbes Jahr nicht mehr besoldeter Beamter der AgudaS Jsroel, doch weiter ihr tätiges Mitglied bin." Herr Dr. Bimbaum teilt femer mit. er habe nicht in seinem Bortrage eine Organisation vorgeschlagen, die di« Gläubigen aller Länder vereinigen und die Bildung einer Ein- 'heitSfront von religiösen Juden, Mohammedanern und Christen gegen die stch immer mehr ausbreitende Ungläubigkert vorbereiten soll. Er habe nur auf die Bedingtheit der jüdischen „Freigeisterei" von der oußerjüdischen allgemeinen hingetviesen und darin die Wamung an die gläubigen Juden geknüpft, „sich nicht auS lauter Angst vor dem Antisemitismus zu einer den fwmmen Christen unfreundlichen Örientiemng bestimmen zu lassen, wobei nur der Welt-Atheismus Nutzen sieben könnte." Dr. Bimbaum erllärt femer noch, er habe auch die Aeußemng. er fühle sich einem frommen Katholiken mehr verwandt, als einem jüdischen „ApikereS". nicht getan. Si« hebräisches Buch über Jesus. Der bekannte jüdische Gelehrte Dr. Josef Klausner veröffentlicht soeben ein hebräisches Buch unter dem Titel „Jeschu Lanozri". Das Buch wird das erste hebräisch geschriebene wissenschaftliche Buch über Jesu sein. Es umfaßt 466 Seiten und erscheint im Berlage Stybl. Line «Mo» für Lhuagogeuba« in Amerika. Hier ist ein große- Komitee gebildet worden, welches in övv amerikanischen Städten, in Lenen bisher keine Synagogen existieren, Ortsgruppen bilden will, die für die Errichtung von Synagogen in diesen Städten tätig sein sollen. BeiHl I» eine« hiesigen Abeickblatt ersähst ein Berichterstatter. daß auch die Gebühren für kirchliche Zeremonien jetzt wesentlich erhW worden find. Uns geht es nichts an. wenn dort für Extradekorationen. Thor unb Glockenläuten, Altarschmückung, Orgelspiel und Benutzung goldener Stühle allerlei Tarife aufgeführt werden, die in den Berliner Kirchen beider Bekemtnifse jetzt zur Erhebung gelangen. Nur über das Wortungetüm einer .Luxushoteltrauung", das bei der mitgeteilten Gebührenordnung für eine jüdische Eheschließung enthalten ist, möchten wir uns verwundern. Wir nehmen vorläufig an. daß diese Bereicherung der Sprache, welche nebenher auch häßlichen Ausdeutungen Raum gewährt, nur dem Genie des Reporters ihre Entstehung verdankt. Dftssellwrf. In der Osternummer der „Düsseldorfer Nachrichten" hat Herr Professor Dr. Martin Spahn seine Hoffnungen auf eine völlische Wiedergeburt ausgesprochen. Mit tiefer Trauer spricht er von dem deutschen Volke. Es habe sich seine größten Söhne aus dem Gedächtnis wischen lassen, so Eichendorff und Görres zu Gunsten von Heine und Böme. Er hält es sogar für denkbar, daß sich das gleiche deutsche Volk auch an die Stelle von Bismarcks Namen den von Rathenau schieben lasse. Er klagt mit Recht. In der Tat hat das deutsche Volk für seine größten Männer erst spät das richtige Verständnis erworben und hat manchen davon leicht wieder vergessen. Herr Professor Spahn aber sucht den Keim der Krankheit anderswo. Zwar behauptet er, er nenne Heine. Böme und Rathenau nicht um ihrer Herkunst willen. Trotzdem deutet er ohne jedes Recht und ohne jeden Grund jenen tragischen Charakterzug im deutschen Wesen als die Folge jüdischer Art. Und hiergegen erheben wir Einspruch im Namen der Wahrheit. Eichendorff war ein großer Dichter. Mer allein deshalb muß Heine noch nicht hemntergerissen werden. Eichendorfs war der Sänger seiner schlesischen Heimat. Aber der Dichter der Loreley und der Wallfahrt nach Kevelaer hat das niederrheinische Land seiner Geburt nicht weniger geliebt. Bon Anfang an ist alles geschehen, um Heine aus dem Herzen des deutschen Volkes herauszureißen, aber alle Mühe war umsonst. Keinerlei jüdische Reklame war notwendig; die großen deutschen Komponisten, die Schumann, die Silcher, die Methfessel haben ihm ein dauemdes Echo in der deutschen Seele erweckt. Und Heine hat Deutschland innig geliebt. Zwar hat Herr Professor Spahn recht, er ist Anno 1814 nicht mit den Verbündeten gegen Paris gezogen. Mer er war damals auch erst 18 Jahre alt. Und gewiß ha» er sein Leben lang an den Einrichtungen der Heimat genörgelt wist sie verspottet. Aber ste verdienten es auch. Denn jenes Deutschland das sein Witz traf, war das Deutschland des Fürsten Metternich, ieneS Deutschland, das einen Fritz Reuter zum Tode verurteilte und dan» zu dreißigjähriger Festungshaft „begnadigte". Spahn preist Joseph Görres. Mer augj dieser hat als Bewunderer der französischen Revolution begonnen und galt dem amtlichen Preußen sein Leben lang als Revolutionär. Nach den Freihesiskriegen hat die Reaktion seinen „Rheinischen Merkur" verboten und gegen ihn selber einen Haftbefehl erlassen. Auch GörreS bleibt groß, selbst wenn man Böme die Anerkennung zollt, die er verdient! Börne war Patriot vom Wirbel bis zur Zehe und das Paterland war seine ganze Liebe. Das hat ihm sogar sein bitterster Jeind, Heinrich Heine, gelassen. Und nach Paris ist er erst gegangen, als man ihm sein kleines Amt in,Jrankfurt genommen hatte, weil er Jude war. Ueber Bismarcks Werk urteilt Herr Professor Spahn selber mit einer Zurückhaltung, die vor dem Kriege wohl nicht möglich gewesen wäre. Trotz diesess abfälligen Urteils aber ist feine Furcht, das deutsche Volk könne sich statt Bismarcks Rathenau als de« neuen HervS ausschwatzen lassen, unbegreiflich. In seine rein politische Auseinandersetzung aber zieht Herr Professor Spahn auch eine Erscheinung hinein, von der der Jude wenigstens in diesem Zusammenhang gern ehrerbietig schweigt. Er nennt den Stifter der christlichen Religion. Auf diesem Wege folgen wir ihm nicht. Mer auf die tragische Entgleisung, die ihm unterlaufen ist. möchten wir doch Hinweisen unb auf eine gern verleugnet« Tatsache möchten wir uns berufen. Auf dem ersten Blatte der Evangelien steht der Stammbaum des Stifters zu lesen. Auch %t war ein Jude und ist der gleichen Wurzel entwachsen, wie die drei von Spahn so hart getadelten Männer. 1877 45 Jahr« Fachmann 1922 Optiker GAR AI, Breslau, Albrechtstr. 4- Oottesdienst Breslau Alte Syna,. Nene Synag. Freitag 5.5. Beginn. abends 730 730 Bonnabd. 6.5. Frfihgottesdlenat morg. 63Ü B3b 9jOO : ■ Predigt. 8d)iirterkianmg . . Jugendgottesdlenit SdnluB ...... vorm. vorm. 9.45 nachm. 4.00 abends 8.06 8.06 An den 7.5. Beginn ... ». . morgs. 630 6.45 Wochen- bis tagen 12.5. Beginn ...... abends 730 7.30 Konfirmationen ln der Riten Synagoge (6. Mai): Leo Jel In er (Vater Arnold), PosenerstraBe 53. Heinz Sigisnr Stelnitz (Vater Dr. Walter), Krietem. Herbert Altmann (Vater Robert), FordtenbecfcstraBe IQ. Konfirmationen In der Neuen Synagoge (6. Mai): Martin Qerhard Brleger (VaterFritz),Charlottenstrafie 10. Heinz Loearenthal (Vater Dr. Max), HflfthenstraBe 15. Oskar Herzberg (Vater Georg, tot), TauentzienstraBe 53. " \ Ist Bedarf an Licht und Kraft, Dann nicht lange nachgedacht Ruft nur Ring 7003, Schon die Hilfe elll herbeL Repariert wird schnell und gut Isf Eure Leitung mal kaput fleht*. Xldki* ug.Jfiraftanladen iRidkard Seifert i&wesfau. Srübsehener ife, 39^ Bad Snlzhratn. Panllnenliof v. früher Breslauer. je 4? Streng rituelles Restaurant n. Pensionat ant Aufsicht des ehrw. Breslauer Rabbinata. Eröffnung 1. Mal. — Fernapr. 849. «S? Neuer lab aber: Salomon Goldfeld J Sanatorium Knrnnrk ftfiSSSF 700 m ü. M. mit eigenem 3 ha große'” Naturpark. — Sonder« heilanstal« ftir Herz«, Nervenu. StoffWechaelKranKe. Ganzilhriger, klinischer Betrieb. Individuelle Behandlung. Besehrinkte Patten enzahl. Dr. ]oh. Haedicke. $Mam/ .. V (WMViV Bud~idruckerei und Verlags - Anstalt TH. SCHATZKY G. m. b. H. Breslau 3 Lieferung von Drucksachen lUr Handel, Industrie u. Privat Heinrich Emden & Co. Telegramm-Adresse: Golderz Bankgeschäft Berlin W 56 Jägerstraße 40 Telefon: Amt Zentrum 9513 u. 9514 Fernanschluß: Amt Zentrum 13653 Reichsba nk- Giro- Konto Postscheck-Konto 2477 AusfQhruns dl»' ' Transubtlonen Haus in Frankfurt a. Main und Hannover Arnfiold Rosenthal 1 Breslau, Neue Schweidnitzer Strafte 5 J empfiehlt Uhren and Juwelen j Großes Lager 1 Echter OlaahUtter Uhren J Lenge SBfuie, Asamano. 8 Für die Bekanntgabe von Tamilien-Rachrichten bitten wir die ■w Füdtsch.Nberal« Zettung -wa stiindig zu benützen — eraSfttyte Anzeigenpreise Kaiserkrone Kabarett md Tmnlst. Das neue Malproeramm Tlciich Sb 4 Uhr: Tanz-Tee mit Tansrerfflhrurgen. h. MM praktiziert wieder in Bad Soiztminn. Kaust nur bei Inserenten! Gerson Feldmann Uhrmacher Breslau, Gartenetr. 19, Tel. Rg. 11382 Uhren und Goldwaren. Eigene Reparaturwerkstatt. Pension Lomnitz (Hotel Taunus) Bad- LangenscHwalbach >aeaaaeaaaa>aaae<aaaaaaaaaeeeaaeaaeeaa< Misch-liberaler ^ugenöverein zu Breslau Sonntag, den 7. Mai 1922: Vormittags-Ausflug Pöpelwitz, Maffelwitz, Schwedenschanze Treffpunkt vormittags 8/tS Uhr, Königsplatz Es wird spätestens V« Stunde nach II vereinbarter Zeit ohne Rücksicht auf die 11 Anzahl der Erschienenen aufgebrochen || Rückkehr gegen 1 Ahr mittags Dienstag, den 9. Mai 1922 abends ^9 Uhr, Karlstr. 13 (Kursus Erich Bayer) ,M Mm»? in MlkttiWr BEtraffituna" (Jakob und Esau). Der Kursus findet jetzt immer Dienstag statt und dürfte sich auf 6 Abende erstrecken. Die Vereinsmitglieder, die bisher nicht teilgenommen haben» eine Teilnahme aber wünschen, werden gebeten, zu obigem Kursusabend pünktlich zu erscheinen. Voranzeige! Ifülans, MWnüiÄ non */s8 Hör ms. n: Geselliges Beisammensein im Südpark-Restaurant Erste Zusammenkunft: Montag, d. 15. Mar Pstngst-Sonntag und »Montag: Trefsahrt mit dem Lieanitzer und Schweidnitzer Alt in das Eulengebirge Führung: Herr Georg Jonas Telefon: Ring 3020, Traun: ann Teilnehmer, die Nachtquartier wünschen, werden gebeten sich bis zum 10. Mai bei Herrn Georg Jonas, Holteistr. 46, zu melden und einen Vorschuß von 10 Mk. einzusenden. Bei allere Veranstaltungen sind Freunde und Anhänger unserer Bewegung als Gäste willkommen. & | M-isch-liberaler | | ^ugenüverein zu Berlin. § 8 Wir machen auf die am 5 Montag, de« 8. Mai, abends 8% Uhr A 5 im Plenarsitzungssaale der Iüd. Gemeinde 8 8 Rosenstr. L/4 (Bahnhof Börse) von der 8 8 Fugendkommission deS Zentral- 8 8 Vereins für Groß-Berlin veranstaltete 8 | Iugendveranstaltnng | 8 aufmerksam. A 8 Thema: g g „Die jüdische Augendbeivegung, 8 8 ihre Arbeit und ihre Ziele". § 8 Referate verschiedener Fugendvereinler. * 8 Alle, auch alle Nichtorganisierten sind 8 willkommen. Der Vorstand, g miBIBIBXBlBIBimiBIBIBimiOlBimXBlS Mottenschutz Aufbewahrung aller Pelz- und Tuchsachen und sorgfältige Pflege durch Fachleute Volle Garantie gegen Motten, Feuer, Diebstahl Kostenfreie Abholung Reparaturen und Umarbeitungen bitte möglichst bald zu bestellen, da diese jetzt besonders sorgfältig u. preiswert ausgefflhrt werden können. n. Gerstel U.-5. Breslau Schweldnitzerstr. 10/11 Mitgl. d. Reichsbundes d. Kürschner Bez.*Verband Schlesien Berlin, Frankfurt a. M., CfSln Baden-Baden, Leipzig (Pelzelnkauf)- Heirats - Gesuche haben bei der weiten Verbreitung der »I. L.Z.* in den beste» jüdischen Kreisen durch eine Anzeige in diesem Blatt zufriedenstellendste Wirkung. OOOOOOOOOOOOOODOOODOOOOOOOOOOOO I MllslllvmlnMlksiWlMvriliii l 1 rerWWiitzMiMMMlli, 1 Ortsgruppe Norden. o Donnerstag, bett IL Mai, abend- 8 Uhr, pünktlich o findet § Große Hambargeesteaste 97, chu O Versammlung 8 unserer Ortsgruppe fielt. a TageStzOrdrmng: g 1. Bortrag des Herr» H. tzalkenberg: .Mystische o Etrönnmgen im Ostjudrntum, und was sie für uns Q bedeuten-. ® 3. verichtastattung. 5 8. Freie Aussprache. q Alle F«uM« und Förderer der liberalen Hechelnd 8 o höflichst gebeten. O Der Vorstand. O 8 I. Lotp«r «ohn, 1. Schriftsfihrer 8 O N. 34, Oranienvnrgerstr. 17, Norden 3851. O O O aoaoaoooDoooooooQoooooooaooaoaa D O a a a a o D O a o 81. a o o D 8 ii. o Herausgeber: Bereinigung für da» liberale Judentum Berlin. — Verantwortlich: Dr. Martin Salomon Ski, Frankfurt a. d. O. Druck und Kommissionsverlag: Th. Schatzky, Buchdruckerei und 'DerlaaSanstait, G.m. b. H„ Breslau m, Neue GraupenstraLe 5» D^8C

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