Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 2 (1922)
- Issue
- 9 (3.3.1922)
- Date
- 1922-03-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Me Idee, deven Haltlosigkeit selbst von naiven Merffchen erkannt witd. In neuester Zeit haben sie sogar das GchlaOvvrt von einer „jüdischen Seele" geprägt, deren Echaltung sie als eine ihrer besonderen Aufgaben bezeichnen. Verlangt man von ihnen eine genauere Präzrsterung dieses Schlagwortes, so Weichen sie aus oder sie speisen uns mit unklaren, unverständlichen Redensarten ob: denn es ist den Zionisten sowohl, als auch den Nichtziomsten ganz unmöglich, den Begriff einer jüdischen Seele genauer zu präzisieren, weil eeben keine besondere jüdische Seele gibt. Wir sprechen wohl bisweilen von einem jüdischen Herzen, wenn wir die jüdische Mildtätigkeit, Versöhnlichkeit, Großmut und Friedfertigkeit rühmen, nach der Mahnung des königlichen Spruchdichter-: „Ueber alles, mein Sohn, bewahre dein Herz, denn von ihm geht da- Leben aus." Aber wir fordern die Zionisten auf, unS aus der Bibel, den nachbiblischen, talmudischen und anderen Werken der jüdischen Wissenschaft und Literatur eine einzige Stelle nachzuweisen, in welcher von einer „jüdischen Seele" die Rede ist. Man wird bald das Ungereimte eines solchen Schkagwortes erkennen, wenn man dementsprechend auch von einer christlichen, muhamedänischen, buddhistischen, monistischen oder heidnischen Seele spricht. Wie sich alle diese verschiedenen Seelen rm Jenseits vertragen sollen — denn nach dem Ausspruche unserer Weisen haben bekanntlich die frommen aller Nationen Anteil eint ewigen Leben —, das bleibt freilich ein Rätsel, dessen Lösung uns die Zionisten schtrldig sind. Die Erfindung von den zwei Vaterländern, von einer jüdischen Seele und von einer besonderen jüdischen Kultur, das sind die größten Irrungen und Wirrungen des Zionismus, die ihm niemals zum Ruhme gereichen werden. Denn diese Erfindungen haben ihm nur einen geringen Zulauf aus den Reihen jener Glaubensgenossen gebracht, deren Denkfähigkeit und Denkwilligkeit rricht besonders hoch einzuschätzen ist: sie haben ober auch — und daß ist die traurige Iolge — unseren Gegnern neue Waffen geschmiedet, die von ihnen rücksichtslos gegen Zionisten mrd Nichtzionisten angewendet werden. Es ist merkwürdig, daß liberale Rabbiner, Lehrer und Gemeindevorsteher sich einen Teil der zionistischen Schlagworte zu eigen gemacht haben. Auch sie unterschreiben Aufrufe für den Aufbau des heiligen Landes, auch sie eifern für Bekenntnisschulen, auch für sie gibt es eine besondere jüdische Kultur, bk gepflegt werden nmß. Nur „die silbische Seele" erkennen sie nicht an. weil ihnen dieses Schlagwort doch gar zu ungereimt erscheint. (Forts. f.) wacht auf! Von I. Wolfssohn, Berlin-Schöneberg. Am SL. Februar fand eine Versammlung des „L i bera-len Vereins für die Angelegenheiten d e r j ü d i s ch e n G e m e i n d e i n B e r l i n" statt. AuS der Tagesordnung waren als besonders interessant hervorzuheben: DerTerrorderKonservativenund Zionisten in der jüdischen Gemeindeverwaltung. — Die Niederlegung deS Krankenhausvorstandes. Das Erg«chnis der Aussprache dürft« für jeden liberalen Juden sehr lehrreich sein. Das jüdische Krankenhaus in Berlin gilt allgemein von jeher bis heute als in jeder Beziehung sehr gut geleitet, das darf ohne jede Ueberhebung behauptet werden. Aber das Herz der Orthodoxen fühlte feit einiger Zeit Bekleni- -mungen. und als der Vorstand der Berliner Synagogengemeinde sein Mitglied, den Zionisten KareSki, zum Vorsitzenden des KronkenhausvorstandeS delegkerte, da hielten sie ihre Zeit für gekommen. Denn eingestandener- Bedenket der JüdiBctken JftinderMtfel maßen werden die Bestrebungen der Orthodoxen immer von den Zionisten aus parteipolitischen Gründen unterstützt. Das hat auch Herr KareSki ganz offen den Mitgliedern des Krankenhausvorstandes gegenüber ausgesprochen. Da wurden auf einmal religiöse Bedenken laut. „Die Kranken fühlten sich in ihrem religiösen Empfinden verletzt, weil die Vorschriften der rituellen Küche und die Sabbathgesetze nicht peinlich genug beobachtet wurden. Und die Verletzung ihres religiösen Entpfindens wirkte auch nachteilig aus ihren körperlichen Zustand und behinderte den Heilungsprozeß ihrer Leiden." So sagten einige Säulen der Orthodoxie in der Repräsentantenversammlung. Es ist schwer, hier keine Satire zu schreiben, namentlich da manches, wie wir sehen weiden, sich wirklich in komödienhafter Weise entwickelte. Es wurden nämlich folgende Punkte im besonderen angeführt. Zunächst wurde bemängelt, daß zum Koschermachen des Fleisches das „zweite Brett" fehlte. Das wurde angeschafst. Dann wurde gerügt, daß kein „koscherer", sondern gewöhnlicher Käse verabreicht wurde. Der Vorstand des Krankenhauses erkundigte sich nach dem Preise dieses Artikels und sah von der Beschaffung ab, da „koscherer" Käsedas dreifache des gewöhnlich e n k o st e t e. Ferner wurdedasBerwenden von „Maggi" (d. i. Suppen- und Speisenwürze) als den Speisegesetzen zuwiderlaufend beanstandet. Soweit wir durch ein Mitglied des Krankenhausvorstandes unterrichtet, handelt es sich aber um eine von einer Frankfurter Firma hergestellte koschere Würze. Auf diese Rügen hin gab der Gemeindevorstand der Kaschruth- Kommission die Vollmacht zur dauernden unbeschränkten Kontrolle der Wirtschaft des Krankenhauses und zog auch diese Bestimmung trotz des vom Krankenhausvorstand eingelegten Protestes nicht zurück. . Der Krankenhausvorstand wollte wohl alle vorkommenden Klagen untersuchen und etwaigen Uebelständen abhelfen, sich auch in allen solchen Fällen mit der Kaschrnth-Kommission in Verbindung setzen. Nur wollte er sich auf keinen Fall einer solchen ganz statutenwidvigen Kontrolle unterwerfen, und war entschlossen. seine Rechte bis zum Aeußersten zu verteidigen. Aber Herr Kareski drohte dann, die Kommission selbst in den Wirtschaftsbetrieb z u f ü h r e n. So sahen sich die liberalen Mitolieder des Krankenhausvorstandes veranlaßt, ihr Amt uiederzulegen, da sie der (überwiegend liberale) Vorstand der Berliner Synagogengemeinde nicht nur nicht stützte, sondern trotz ihnen gemachter gegenteiliger Zusage in den Rücken fiel. Aus den Darlegungen einer Dame, der Witwe eines hochgeachteten und bekannten Rabbiners, die seit zirka dreißig Jahren die Wirtschaft im Krankenhaus fast täglich ehrenamtlich beaufsichtigt, ging hervor, daß es sich bei den sogenannten Verstößen um geringfügige Versehen handelt, di« auch in einem ganz streng rituell geführten Haushalt bei christlichen Dienstboten hin und wieder Vorkommen. Nicht zu vergessen ist, daß die Ansichten über Ritualvorschriften nicht als einheitlich zu betrachten sind und daß es bekanntlich sehr verschiedene Nuancen in dieser Beziehung gibt. Maßgebend fürdas Krankenhausder BerNner großen Gtzmessnd'e kann natür< lich nur die hjer vorherrschende Auffassung sein. — Nun trat die K a s ch r u t h - Kommis s i o n in Wirksamkeit. Auf den „koscheren Käse" verzichtete sie, da sich dieser gar nicht in einer für das Kranken Haus ausreichenden Menge beschaffen ließ. Man verabreicht wie bisher anderen Käse, sündigt also weiter. Dagegen stellte man ganz statutenwidvig (da kein beschlußfähiger Borstand vorhanden ist) eine „Aufsicht" mit 600 Mark Monatsgehakt bei vollständig freier Station an. Man will auch Arbeiten, die für einen ordnungsmäßigen Betrieb bei wirtschaftlicher Ausnützung der christlichen Angestellten am Sabbath nötig sind, von ihnen nicht mehr an diesem Tage vornehmen lassen. Und das alles, trotzdem die finanzielle Lage des Krankenhauses so gefährdet ist, daß man schon die gynäkologische Abteilung ausgegeben, das jüdische Schwesternheim vermietet und an eine bedeutende Verkleinerung dev gesamten Anstalt, ja an deren Verkauf ernstlich gedacht hat. — Aber noch weiteres wird von orthodox-zionistischer Seite verlangt. Die jüdischen Schwestern sollen am Sabbath nicht mehr die Fieberkurven notieren, sondern diese im Gedächtnis behalten und erst am Abend ausschreiben. Daß eine solche Bernunstwidvigkeit religiös-liberale Patienten, d. h. die große Mehrzahl» erregen könnte, daran denkt man nicht. Auch nicht daran, daß es in Berlin ein Krankenhaus der „A d d a ß I i s r o e l" gibt, in dem jeder orthodoxe Jude seine religiösen Anforderrtngen erfüllt sieht. Man vergißt auch, daß zahlreiche orthodoxe Juden sich des jüdischen Krankenhauses in Berlin, in dem sie Heilung und Genesung fanden, nur mit Dankbarkeit erinnern und ausdrücklich ihre Anerkennung auch hinsichtlich der möglichsten Beobachtung des Rrtualgesetzes ausgesprochen haben. — Nun zu etwas anderem! Das jüdische Krankenhaus war während des letzten Passahfestes im Besitz einer christlichen Telephonistin! Man hatte es an diese auf acht Tage verkauft, um den Vorschriften über das „chomez" dem Buchstaben nach zu gen ü g e n. Die Antisemiten führen diese Aktion als einen der Gründe für ihre Behauptung an, daß „die Juden sogar ihren Jehova betrügen". Mit Unrecht, denn es ist ei« frommer Selbstbetrug von der Art, wie er bei der Bigotterie aller Kulte vorkommt. Wenn eineinzelner orthodoxer Jude von diesem Brauch heute noch immer nicht lassen kann, so ist das seine Privatsache. Wenn aberdie größte, in ihrer großen Mehrheit liberale lüde« sche Gemeinde Berlin solche Handlungen in ihremNamenvollziehen läßt, so i st das geradezu ein Skandal. Einer der Redner des Abends sagte mit Recht: das Thema hätte nicht heißen dürfen: „der Terror der Orthodoxen und Z i o n i st e n", sondern: „d i e Lauheit der Liberalen". Denn nur an unserer Lauheit liegt es, wenn sich solche beschämenden Vorfälle ereignen, die an die Zeiten des Ghetto erinnern. Mr glauben der anderen Richtung gegenüber immer tolerant sein zu müssen. Aber Toleranz darf nicht in Verleugnung der eigenen Grundsätze ausarten, sonst schläft jeder Fortschritt und jede Weiterentwickelung des wahrhaft jüdischen Gedankens ein. Und deswegen rufen wir: „Wacht ans!" Lüge -es Krühlmgs. Novelle von Ludwig Davidsohn.;s. Fortsetzung.) Dann besuchten die Freund« die Kranken, die in einzelnen Znmmern lagen, und stiegen zuletzt in daobere Stockwerk hinauf. Am Treppanausgang stand ein segnend«, die Anne ausbreitender, geflügelter Engel, ein große-, schönes Weck, aus dessen weißem Marmor das rote, grün« und blaue Licht der bunten Treppenfenster fiel. In der Lust lag kaum merklich ein seiner Jodoformgeruch. Leise gingen die Beiden durch dm hellgetünchte«, fliesenbeideckten Flur, dessen Wände mit Bibelsprüchen geschmückt waren. — Bor einlem Zimmer im Obergeschoß blick» Hans fdchen und lauschte. Es war so. still, baß man außer dem hier kaum v«. nehmbaren Rauschen der See nur dar Zwitschern der Vögel draußen hören konnte. »Hier drin liegt sie", flüstert« der Arzt seinem Freunde zu und ttes leise di« Wärterin. Walter klopfte das Herz. Die .Schwester kam. «Wie geht es ihr?" ^Fch war vor einer Viertelstunde drin", erwiderte die Angeredete, glaube, «S geht ihr etwas besser, sie liegt Ml da und ist bei Bewußtsein.* Behutsam öffnet« Hans di« Tür und trat hinein. — Walter folgte. — Sie befanden sich in dem großen, geräumigen Erkerzimmer, das Über Walters Gemach lag. Die Fenster waren «tt schwere«, gckben Gardinen verhangen. Das Bett, in dem die Verletzte lag, stand an der Unken Wand, ganz im Halbdunkel. — Leise ging Walter zum Fenster, schob bi» Gardine etwas Mts Seite, und da Hans zwischen ihm und der Krmcken M«d, blickte er auf das Meer. Draußen fang der Wind. An awßen, weißaraue« Schwaden zogen die Wolken, riesigen Vögeln vergleichbar, nach Süden. Behutsam trat der Arzt an das Laaer der Berwu». Mt*. Si« lag mit weitgeössnrten Augen still da, »Nd als «itttfl«, schlich sich ein feine», müde» Lächeln in ihn Gestlht. — — Vorsichtig löste Doktor Holtz den verband und begann, di« Wunde zu untersuchen. Plötzlich fiel heller Sonnenschein ins Zimmer. Der Wind hatte den Himmel rein gefegt, sodaß er wieder leuch« tend blau war. — Durch das ganz« Zimmer flutete das goldene Licht. HanS hatte den Verband erneuert und trat zur Seite. Nun drehte sich Walter um, und sein Blick siel aus die Kranke. Da war er wie erstarrt ob ihrer großen Schönheit. Sie lag lang ausgestreckt in einem weißen Gewand, dar beinahe wie ein Sterbehemd aussah. Eine Decke, die die Formen ihres Körpers kaum verhüllte, war über sie gebreitet. Die Aermel ihres Gewandes gingen nur bis zu den Ellbogen, und so konnte man die nackten, wundervoll gebauten Arme sehen. Sie hatte feine, lange und schmale Hände, die wohl noch nie im Leben hatte Arbeit verttchtet haben mochten. Ihr« Gestalt war ungemein zatt und schlank, vielleicht etwa» zu schlank, zu herb, fast eckig. — Das, was aber an ihr faSziniett« und ergriff, war das seltsam schöne, ebenmäßige Gesicht, mit den großen, dunklen Augen, in denen ein fiebrischer Glanz lag. Der klein« Mund mit den schmalen, gewölbten, krankhaft geröteten Lippen war schmerzlich verzogen. Sie hatte eine Fülle schwarzen Haares, das in der Mite gescheitelt war und in zwei dunklen Fluten über den weißen, um ihre Stirne gewundenen Gazeverband siel. Ein rührender Liebreiz lag aus dem blassen, durchgeistigten Asttlitz, daS vom Leiden wie geadelt schien. Walter stand noch immer am Fermer und sann. Woher sie wohl sein mochte? Was für ein Gram war eS, den sie dmchgekämpft hatte? Hans hatte sich einen Stuhl geholt und setzte sich an ihr Wett. Er merkte, daß sie augenblicklich völlig bei Bewußtsein war. Da begann er sie zu fragen. Er sprach ruhig und sanft und sein« Worte hatten etwas Herzgewinnendes, tleichsam S treichelndeS. Gr fragte, ob sie Schmerzen hätte.?ie nickte. Und'dann forschte er, ganz vorsichtig, ganz schonend, wer sie wäre, woher sie käme und welches die Gründe seien, die sie zu ihrem unglückseligen Entschluß getrieben hätten. Da lächelte sie wieder müde, und dabei leuchteten zwischen ihren seltsam roten Lippen ihre kleinen, weißen Zäbne hervor. Sie streckte Hans die Hand hin und fing an zu reden, langsam und leise, — und sie sprach mit einem eigentümlichen, fremdländischen Akzent, die Vokale dehnend; während sie sprach, schien eS Walter, a!S seien ihre Wott« die seine, kesse Begleitung zu einer femen, kaum hörbaren Melodie... -„Ich barcke Ihnen für dis Sorgfalt, die Sie an mir verschwenden.-Seien Sie so gut und quälen Sie mich nicht. — — Es wird hier niemand ersah«,», wer ick bin. — — Ich werde bald sterben. — — Im Grabe wird man mir Ruhe lassen. — — Ich bin nicht glücklich gewesen; — es wird bald alles vottiber sein.* — — Das Sprechen hatte ihr Mühe gemacht, kraftlos sank sie in die Kissen zurück und seufzte leise. — Dann richtete sie sich wieder auf. Und ihr Gesicht nahm eine sorgenvolle, bittende Miene an: „Nicht wahr, Sie sind mir nicht böse?" Hans stand auf. „Sie werden nicht sterben, nein, die Verletzung wird heilen und Sie werden wieder gesund werden. Und auch die Wunde, die Ihnen irgendein trübes Schicksal schlug, werden wir zu behandeln versuchen. — Glauben Sie mir, kein Unglück ist so groß, daß eS unheilbar wäre. Fassen Sie doch nur Vettrauen zu uns! Wenn jetzt der Frühling kommt, wird er auch Ihnen Linderung bringen! Der Lenz läßt hoffentlich niemanden unbeschenkt und unversöhnt. Und jetzt wird es bald Frühling! Die Sonn« scheint schon so hell, sehen Sie nur, wie sie schon wärmt!" Bei diesen Worten zog der Arzt die Gardinen zur Seite, und mm konnte der Blick aus das Meer schweifen; in strahlendem Sonnenlicht lag die See da, in der Ferne leuchtend blau, die schaumyekrönten Wellen laut auftauschend zum Strande wälzend. Der Himmel war wolkenleer und Wald und Strand waren von dem alles überflutenden Sonnenglanz« überaossen. Ein kurzes Stück vor der Mole zag ein schmucker Dampfer schaukelnd durch das blauarüne Wasser. Er muhte bald in den Hasen einfahren. Plötzlich ließ das Schiff sein Nebelhorn ettönen. Lang ausholend, dabei leise und gedämpft klang der singende Ton. Da ging «ine merkwürdige Veränderung mit der Kranken vor. „Der schwedische Dampfer!" sckrie sie: ihr Gesicht verzerrte sich, sie schrie vor Angst und streckte abwehrend die Hände aus. Dann sprang sie aus dem Bett und wollte fliehen. Mit Mübe beruhigten sie .^ans und Walter, legten sic ins Bett zurück und versuchten, sie zu begütigen. Sie fing an, herzzer'breck'end zu weinen; dann begann sie zu phantasieren und zu stöhnen. Aus einmal ettönte zum zweiten Mal« die Sirene d«S Dampfers. Die beiden Freunde erschraken. Jetzt schrie sie wild aus, fuhr mit den Händen an die Schläfen und ehe dev Arzt hinzuspttngen konnte, riß sie sich den Verband von der Stirn. — Ein seiner Blutstrom sickette ihr über die Wange am Halse herab. — Ohnmächtig sank sie in di« Kissen zurück. (Fortsetzung folgt.)