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Jüdisch-liberale Zeitung · 1922-02-24 · 8 (24.2.1922) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
2 (1922)
Issue
8 (24.2.1922)
Date
1922-02-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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WWW 7^". ''7rwv-”S’rytiifraF*pi;?*iFj jr n*ft spat inS Leben getreten. Am Kahre 1824 ist der erste Tierschutzverein in England gegründet worden; Deutschjand folgte 1839 durch die Gründung des Tierschutzvereins in Dresden. In Deutschland brachte auch — abgesehen von unzulänglichen polizeilichen Maßnahmen — das Sächsische Kriminalgesetzbuch vom 39. März 1838 die erste Strafdrohung gegen Tierquälerei. ES ist bedauerlich, daß der Entwurf zum Strafgesetzbuch von 1920 in seiner Begründung ausführt, das Merkmal „boshaft" wäre erforderlich, um Straflosigkeit der Tierquälerei aus religiösen und wissenschaftlichen Gründen zu erreichen. Die sogenannte Vivisektion, -er Tierversuch, die Bornähme mehr oder minder eingreifender Operationen am lebenden Tier zur Ermittelung der Funktionen innerer Organe ist mit den Lehren de8 Judentums nicht vereinbar. Wenn ein Straßburger Professor fünfzig Hunde dadurch verstümmelt, daß er ihnen mit siedendem Wasser aus der geöffneten Schädelhöhle große Gehirnmassen hinweggespült hat, und dann mit dem Pathos wissenschaftlicher Forschung konstatiert: „die Hunde waren nicht mehr imstande, sich zu kratzen und verdrehten sich in den lächerlichsten Stellungen", so will unS das garnicht lächerlich erscheinen. Wir vermeinen vielmehr, daß Tierquälerei auch'unter dem Deckmantel der Wissenschaft Tierquälerei bleibt. Die Begründungen für die Vivisektion stimmen inhaltlich mit der Rechtfertigungserklärung für die Folter überein, die die juristischen Fakultäten im Jahre 1680 abgaben und worin es heißt: Die Folter, d. i. der Versuch am lebenden Menschen, der zur Erforschung der Wahrheit unternommen und bei dessen Ausführung eine je narb Umständen leichte, schwere oder tödliche Verwundung der Menschen nicht zu umgehen ist, diese Folter ist ein unentbehrliches Mittel der gerichtlichen Forschung, und es gibt keinen Teil des Rechts, der nicht schon daraus Nutzen gezogen und auch weiteren Nutzen zu erwarten hätte! Der Nutzen ist auch der einzige Grund, den die Vivisektoren ins Feld zu führen haben. Aber wie die Menschenquälerei der Folter als unsittlich abgeschafft wurde. so hoffen wir dies auch von der Tierquälerei der Vivisektion. Noch viel weniger ist eine Tierquälerei aus religiösen Gründen zu gestatten. Ist doch die Idee des Tierschutzes eine durchaus religiös jüdische. Auch das Schächten beruht auf dem Gedanken, den Tieren jede Qual zu ersparen. Der Sinn des Schächtens ist erstens völliges AuSbluten wegen des Blutveröots, und zweitens die Ticrfrerrndlkchkeil. da sofort Blutleere im Gehirn und infolgedessen Bewußtlosigkeit eintritt. Auch die Talmlchvorschriften über das Schächten sind t'rerfreundlich; z. B. absolut scharfaeschliffenes. schartensveies Messer, beim Schächten nicht drücken, das Tier darf; in. ® * i ii i Nach alledem fordern wir für das künftige Strafgesetzbuch als die Vorschrift, die den Anforderungen der jüdischen Ethik eutsvricht: Bestraft wird, wer Tiere quält. Daß das künftige Strafgesetz dieser Forderung entspricht, dafür mit aller Kraft einzustehen. ist uns sittliche Pflicht. Dann haben wir im Sinne Moses achandclt. von dem es in einer talmndistben Legende (Schemoth rabba 2) heißt in einer von Dr. Michael Sachs in seinen „Stimnien vom Jordan und Euphrat" wicdergegebenen Nachdichtung: Die Brüder seufzten unter, schweren: Joch. Ais in der Wüste Mose noch Ein Hirt, landflüchtig und gering. Hinter der Herde Iitros ging. Einst als er seine Herde überzählt. Da hat ein Böcklein ihm gefehlt. Und sieh, recht audem dichteten Hausen Ist es ihm keck davongelaufen. Er tuftT&trt nach, eS helmzubrkngen. Nicht Ruf, nicht List will ihm gelegen. Nun eilet er in jähem Lauf Dem Flüchtling nach und sucht ihn auf. Bis «r zu einem Orte kam, Wo er das Rauschen eines Quells vernahm. Hier stand das Böcklein, müd und matt, Und trank sich an der Quelle satt. Und Mose sprach: Das 'hatt' ich nicht bedacht, Daß dich der Durst nur untren hot gemacht. Bist wohl recht müde? Und bei diesem Wort Lud er es auf und trug es fort. Da sprach der Herr: Tu schonst der Herde, Die dir vertraut der Sohn der Erde, So währ dn lebst, auch meine Herd' ist dein, Du sollst der Hüter meines Volkes sei«. )lus üem Reich. Berlin. Die Gesellschaft zur Förderung des Juden« tumS, E. V., hält am 2. März d. I., nachmittags 6 Uhr, in der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, Berlin N., Artilleriestraße 14, ihre Generalversammlung ab. Die Tagesordnung enthält nach den üblichen geschäftlichen Berichten einen Antrag auf Aenderung von § 5 der Satzung über Wc Neufestsetzung der Mftgliedsbeiträge. Den Mitgliedern ging mit .Heft 10/12, 1921, dtzr „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" eine besondere Einladung zu. Der Vertag aller Veröffentlichungen der Gesellschaft ist an die Firma I. Kaufsmann, Frankfurt a. M., Schillerstraße 19, übergogangen. Bücherbestellungen und diesbezügliche Anfragen such dorthin zu richten. Frankfurt a. M. Gedächtnisfeier für Rabbiner Dr. Nobel. Im Volksbildungsheim fanb eine von der hiesigen Israelitischen Gemeinde veranstaltete Gedächtnisfeier für Rabbiner Dr. Nobel statt, derer: starker Besuch von der Wertschätzung zeugte, die inan dem Dahingeschie-denen von allen Seilen entqeqenbrachte. Für die Gemeinde sprachen Instizral Dr. I. Blau und Dr.' R. Merzbach, die der Liebe Dr. Nobels für die jüdische Gesamtheit untz der Trauer dieser Gesamtheit um ihn in warmen Worten gedachten. Rabbiner Dr. Seligmann, der das Wort im Namen der vielen Vcreinigrlngen ergriff, denen Nobel angehört hatte, entwarf ein Bild der Gesamtpcrsönlichkeit des Verstorbenen. Er charakterisierte ihn als eine echt religiöse Gestalt, die in der Liebe zur Weisheit und Schönheit einen unlöslichen Bund nur der Liebe zum Judentum eingirrg. Namens des Deutschen Rabbinerverbandes, dessen Vorsitzender Dr. Nobel gewesen war, schilderte Rabbiner Dr. Baeck, Berlin, ihn als eine Persönlichkeit, die gleichzeitig Erfüllung und Hoffnung be-^ 'Mttete7die"ilber"die Gabä eigener schöpferischem Rede verfügte und auch dort, wo sie Schönheit suchte, ganz im Judentum eknwurzelte. Zum Schluß wies Erich Fromm, ein Schüler Nobels, auf die Bedeutung hm, die den: Versio ebenen als den: Führer zn den historischen Formen religiös-jüdischer Gemeinschaft gerade für die Jugend zugekommen sei. Ehorgesänge, vom Tchülerchor des Philanthropms gesungen, umrahmten die würdig verlaufene Feier. Frankfurt a. M. Ablehnung eines Gerlchtsvorsitzeuden. In einer:: Privatbeleidigungsprozeß gegen die „Volksstimme", in dem cs sich um den Vorwurf gegen eine Jagdgesellschaft handelte, daß sie ihren Hunden gebackene Eier, Speck und Fleischwaren als Futter gegeben habe, lehnte der angeklagte Redakteur Quint de:: Vorsitzenden des Schöffengerichts, AmtsgerichtSrat Rückert. als befangen ab. weil dieser selbst Hundebesitzer sei und von den Hundebesitzern in der Forsthausstraße bekannt sei, daß sie ihre Hunde mit Milch fütterten, ferner weil Rückert Antisemit sei und seine Hunde „Schmuhl" und „Ihig" genannt habe, HährerE Äli Wn Antisemitismus öffentlich bekämpft habe. Der Vorsitzende erklärte, me einen Hund besessen zu haben, den er so benannte, und bestritt im übrigen die Voreingenommenheit gegen die „Volksstimme". Ueber den Ablehnungsantrag wird die zuständige Instanz entscheiden. Lahr (Baden). Die Weihe der Gedenktafel für ihre Gefallenen fand hier in: Bctsaale der israelitischen Gerneinde an: 16. Januar d. I. statt. Die bei dieser Gelegenhsit von: Bezirksrabbiner Dr. H a l p e r s o h n, Qffenburg gehaltene vortreffliche stimmungsvolle Rede — unter Zugrundelegung von Versen ans Ies. 55 und 56 — liegt uns gedruckt vor. Ter Reinerlös ist einem guten Zwecke zngedacht. (Wir möchten darauf Hinweisen, daß es unbedingt erforderlich erscheint, Schriften dieser Art oder Zeitungen, die über die gedachten Feierlichkeiten berichtet haben, zr: sammeln. Der Verband der deutschen Juden wird sicherlich geneigt sein, die geeigneten Schritte hierzu in die Wege zu leiten. „Das Leben ist kurz, und die Wahrheit wirkt fern und lebt lange." Schopenhauer.') Leipzig. Religionspädagogischer Kongreß. Vom 3. bis 6. April findet an der Leipziger Universität ein Kongreß für zeitgemäßen Religionsunterricht statt, für den namhafte Hochschullehrer und Pädagogen ihre Teilnahme ungesagt haben. Professor Dr. Krüger (Wilh. Wundts Nachfolger), Privaidozent Dr. Leisegang und die Universität-Professoren Dr. Böhme. Dr. Jeremias, Dr. Leipoldt und Dr. T hie me Werder: über wichtige religionspädagogische Themata der Gegenwart sprechen. Köln. Das „Kölner Tageblatt" schreibt unter dem Titel „Intoleranz in Köln?": „Achtung vor der religiöser: Ueberzeugunc, anderer und Gerechtigkeit gegen Minderheiten sind von jeher die Eigenschaften der Kölner Bevölkerrmg gewesen. Alan könnte glauben, -aß die neueste Zeit auch hierin eine wenig erfreuliche Wendung gebracht hat, die unserer Vaterstadt nicht zum Ruhme gereicht, wenn man von folgendem Vorgang Kenntnis erhält: Beim Deutsch-Oesierveichischen Alpenverein, Sektion Rheinprodmz, hatten sich in: Jahre 1921 unter etwa 150 Bewerbern christlichen Bekenntnisses etwa 10 jüdische Damen und Herren zrrr Aufnahme gemeldet, welch letztere, im Gegensatz zu den ersteren, sämtlich ohne Angabe von Gründen vom Vorstand abgelehnt wurden. Der Vorsitzende der Sektion rmd zwei weitere Vorstandsmitglieder gaben auf Befragen zr:, daß die Nichtaufnahme auf den: grundsätzlichen Bestreben der Mehrheit des Vorstandes beruhe, keine Inden mehr in die Sektion aufzunehmcn. Die Bewerber entstammten alteingesessenen guten Kölner Familien, waren zun: Teil junge, sportlich eifrig tätige Leute, Sohne und Brüder von alten Sektionsmitgliedern, Akademiker mit abgeschlossenem Bildungsgang. Ein Bewerber hat jahrzehntelang das Ehrengericht seiner akademischen Berufsgenossen als Vorsitzender geleitet und genießt in ganz Köln vermöge seiner idealen Gesinnung und seiner Aufopferung im Interesse der leidenden Menschheit das größte Ansehen. Nun mag es im allgemeinen bei Vereinen die Oeffentlichkeit tvenig interessieren, wem sie ihre Pforter: öffnen und schließen. Beim Deutsch-Oesterreichischen Alpenverein liegen die Verhältnisse aber schon deKhalb anders, weil er ideale, für das Wohl der deutschen Gesamtheit wichtige Zwecke verfolgt und aus diesem Grunde aus öffentlichen Mitteln nicht unerhebliche Zuwendungen erhallen hat und die wohlwollende Förderung seiner Zwecke und Ziele seitens des Staates genießt. Dann aber auch, weil die Zugehörigkeit zum Vereine für jeden Alpinisten, schon der Nnterknnftsverhältnifse in den Alpen lvegen. eine dringende Notwendigkeit ist und Nichtmitgliedern der Bergsport geradezu verschlossen ist. * Die Versuche angesehener jüdischer Sektionsmitglieder, die Angelegenheit friedlich in einer Weise zu ordnen, die die Fröheit deö Vereins, ungeeignete Bewerber auSzus schließen, völlig wahrt, anderseits aber die Wiederkehr derdend gegen den Strand, wuchsen an und wurden größer und größer, bis sie schäumend und rollend in sich zusammenstürzten. Walter wollte hinausgehen, um -anzu feben; draußen aber sagte man ihm, daß Herr Doktor Holtz schon in di? Stadt gegangen sei, um einige Krankenbesuche zu machen. Walter ging wieder in sein Zimmer. Er hatte nur so kurze Zeit gut geschlafen: die lange Reise von gestern lag ikim noch in den Gliedern, und er fühlte sich am ganzen Leibe wie zerschlagen: — — abep «ine seltsame, fast selige Müdigkeit lag über ihm. Bald kam Hans. Er hatte noch den Hut aus dem Kopf und den Stock in der Hand. Er sah wie immer munter und sorglos aus und schüttelte seinem freunde die Hand. ..Guten Morgen, mein Junge, nun, gut geschlafen? — Hast Du schon gesevhstückt?" — „Nein!" erwiderte Malter. „Ich auch noch nicht." Die beiden setzten sich auf den Balkon und ließen sich dar Frühstück hinausbnngen. „Steh nur, wie es draußen stürmt", sagte Waller, „aus die Mole kann man heute kaum gehen, die Wellen gchen über sie hinweg. Das Donnern der Brandung an den Hafenmauern hört man k>tS hierher." „Ja, ja", meinte Hans, „es ist ein Glück, daß die W-ollahner Fischerboote alle gestern abend deimgekommen sind." „Hast Du gestern abend, kurz, nachdem Du von mir gingst, nicht einen lauten Schrei gehört?" fragte Walter. „Nein; hei uns schrie jedenfalls niemand", erklärte der Arzt; „ich will übrigens jetzt zu meinen Patienten gehen: kommst Du mit?" Nun gingen die beiden durch das Krankenhaus. — In dem großen Saale des Erdgeschosse» lagen nebeneinander eine Reiche Kranker. Sobald sie Doktor Holtz sahen, erhellten sich ihre Gesichter. Für jeden hatte Hanß ein freundliches und tröstendes Wort, jedem sprach er Mut zu, und wenn er ging, so folgten ihm dankbar» Micke. - T * v (Fortsetzung folgt.) Oiiüische Musik. Von Erhard Wechsr lmann - Breslau. (Schluß.) Bevor ich zur Charakteristik des weltlichen Volksliedes übergehe, will ich kurz aus das große Interesse Hinweisen, das die „Tropen" — „iaame hanginoth" — in jedem Mu» siker Hervorrufen. Diese „Tropen'" kennt man seit dem vierten Jahrhundert und sie haben bis heute ihre originellen Notenzeichen —. paschta, poseir, sacro, munäch rc. — beibehalten. In diesen Weisen wird Trauer, Schmerz, Verzweiflung, Freude und Dank ausgedrückt. Die episch« Form überwiegt. Das jüdische Volkslied wird gleich dem arabischen uni« fono gesungen und ist im Jargon abgefaßt. SS ist daS Lied des Ghetto. ÄS ist ein Stadtlied, ein Lied her engen Gaste und Stube. Steinerne Mauern erdrücken eS. Nicht- Lied« ltcheS und Heiterewird besungen. Düsterste- Moll ist sein Wahrzeichen. Und selbst daS humoristische Lied erscheint in Moll Und ist ein bitteres, rrflgniertes Lächeln! Äenn nach der Definition Herbert Speneer» das Lied ein idealisierter Schrei ist. so ist daS Mische Lied der Schrei einer geqnäl» ten, gepeinigten oder nach Erlösung rufenden Seele! — Im Inhalt der Liedespiegelt sich die ganze LedenSweise, die Sitten und Gebräuche. di« gegenwärtige Lage und die historischen Erinnerungen des jüdischen Volkes Wider. Eß ist ein altes Gesetz, da» Lied wird gleichzeitig mit der Speache geboren. Also ist das jüdische zugleich mit de, Entstehung und Ausbreitung des Jargons entstanden. Das weltliche jüdische Lied zerfällt in zwei Gruppen. Liede, mit und Sieder ohne Worte. Di« Lieder ohne «arte chassische rmd Hoch Mitglieder (KleSmerliever) werden gespielt und gelungen und sind als besondercharakteristische Mische Eigenart zu bezeichne«. Geh, interessant ist «ß über diesen Punkt die Erzählung der besten Schildererde- ShastidiSmus, Perez. „Kabbalisten" („Münbolim") «achzulesen. Dagesungene weltliche Lied umfaßt daß ganze Selben und alle Gebrauche des Hudenl. Eß gibt also Wiegen., Kinder-, Liebes.. Hochzeit», und Goldatenlicher. Sitten,, Fest, und yamllienlieder, historisch« und «hftisch« Sieder. ES würde zu weit führen, wollte ich aus alle Gruppen einzeln etngeben, ganz abgesehen davon, daß diese Jargonlieder jo bekannt sind, daß sie wohl jeder Jude kennt und liebt. „Ich wel gein in all Gassen Und Wel schrein; Wesch zu rvaschrn. Breit*) mit Wasser wel ich essen, Taten, mamen, alz vergessen, Mi**) mit dir zusammen sein. Der quantitativ und qualitativ so reiche Schatz an Kdtschen Volksliedern ist ein irnversiegbarer BorU, aus dem Dichter und Komponisten den kostbarsten Stoff schöpfen kön» nen. Leider ist bisher auf diesem Gebiete fast noch garnicht» geschehen. Marek und Günzburg haben eine umfangreiche Sammlung geschaff«,:. Doch wer kennt diese? Tie soae« nannte« gebildeten" Kreise hallen eS für unter ihrer Würbe, sich mit — Jaryondichtunam zu befassen. Ihnen ist hie kvanke und veckommene Phantasie der Allermodernsten liche«. H.ier ist eine lohnende Aufgabe für die Wischen Vereine, vor allem für die jüdischen Jugendvereine. Erschließt euren Mtll gliedern diese Quell« reinsten GenufleS! Das Religiöse ist bei Euch die Hauptsache! Sehr in Ordnung! Ab« wer sokat Euch dahin? Wer kann Euch dahin folgen? Mit Religion «kehrt Ihr keine Indifferenten! Macht diesen da» Masche schmackhaft, indem Ihr ihnen die geistig-künstlerischen Werte des Judentums erschließt. Veranstaltet MischMergrtsche und jüdisch-musikalische Abende neben religiösen rmd DiSkWkonSabenden, und Ihr werdet sehen, daß sich die Sitte Mit Menschen füllen, die mit Freude hinkommen, um etwas SU hören, von dessen Existen» sie bisher keinen Schimmer hatten! Daun! werdet Jhe Pionierarbeit geleistet haben, wenn das jüdisch« Volkslied die ihm gebührende Gtelluna im jüdischen Leben eingenommen habe« wird. Möge der Zeitpunkt kommen, da das Mische Volkslied zu ein«« Knltursaktor geworden ist, wie eS sonst überall ist, möge «S neben der Literatur und der Religion ein geistige» Battd setn, da» alle rolle de» zerklüfteten, und im Parteshade» de» m Judentum» zusammenbringt. •) v«ot **) Um nur.

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