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Jüdisch-liberale Zeitung · 1922-01-20 · 3 (20.1.1922) · page 2

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
2 (1922)
Issue
3 (20.1.1922)
Date
1922-01-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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$«nfe, das ITt tetifllBf«« Btfieraflf«ttl! Mtten binein in das Leben hat uns Gott gestellt, kein «Arges, beschauliches Dasein ist unS beschieden. im steten Kampfe mit unserer Umwelt zu leben, der wir durch treue, umrmüdliche und harte Arbeit die Anerkennung für uns nnh die Achtung vor unS abringen müssen, das ist unsere Aufgabe und unser göttlicher Bemf. Wenn wir im Kampfe die Kultur, das heißt nicht immer die Kampfmittel der Umwelt uus zu eigen machen, um sie zu überwinden, wer wollte uns darob schelten, uns Assimilanten, Neuerer oder qar Abtrünnige nennen? Haben diejenigen, die uns so schelten, vergessen, daß Abraham ans Gottes Geheiß, s i ch zum Segen, sein Vaterhaus verlassen hat, daß Israel mrr seinen göttlichen Beruf erfüllt, wenn es aus der unfruchtbaren Wüste, die ^ur Ewiggleichbleibende % ausweist, m das laute, reae. menschenverbindende Leben tritt, desien ftie! „Entwickeln« g" ist. Entwickelung der geistigen und religiösen Kultur. Entwickelung der Menschheit. BelenrrttnS zur Gotteskindschaft! — Das sind di« Ideale des religiösen Liberalismus. Wie erfüllen sie uns mit Stolz, mit gehobenen Gefühlen! Welches »-euer durchlodert unser Inneres! Welches Selbstvertrauen lösen sie in uns aus! Wie wünschen wir unS taufend Hände, um unseren festen Willen auch in die schöne und reine Tat umzusetzen. — Zeigen wir unserer Jugend diese Ideale, begeistern wir für diesen religiösen LiberoliSrnus in rechter Weise unsere Alten und unsere Jungen und sie werden sich von selbst von dem engstirnigen völkischen Zionismus so gut wie von der engherzigen Orthodoxie abwenden!- _ (Schluß folgt.) Lose Stimnnmgsbjlüer. aus der Hauptversammlung der Bereinigung des liberalen Judentums in Berlin am 3. und 4. Januar 1&22. Namen werden nicht genannt. Nomina sunt odiosa. Name ist leerer Schall. Und dennoch kann der Name große Bedeutung in sich bergen. Z. sollen an der Bezeichnung „liberal" Anstoß genommen haben, vielleicht -st z. B. „Erneuerung des Judentums" (siche Eucken!) «ine größere Zugkraft auf die breite Masse, um sie für die Bereinigung zu gewinnen. Wer „l i b e r a l" nicht gelten Mt. erstrebt auch keine ,.E r n c u e x u n g". Wohl haben die Men mit dem Schinnui haschem (Aenberung des Namens) bei Kranken segensreiche Folgen zu verknüpfen geglaubt, aber das schillert ins abergläubische mid hat mit dem unverwüstlichen Optinrismus nichts zu tun. der unsere Ahnen beseelte und der Israel alle Zeiten und Völker überdauern ließ. Andererseits bemerken unsere Wersen, daß Israel erlöst wurde, weil es seinen Namen nicht wechselte. Dem geistvollen Dr. Baeck stimmen wir zu: Liberales Judentum muß das Judentum werden. . . . Der Krieg hat Verrohung der Sitten im Gefolge gehabt. Gesinnungs- und Charakterwechsel. Auch in unserem Lager haben Liberale in Konservative und sich gewandelt. Wie sagt doch Goethe? „Höchstes Glück der Erdenkinder ist doch die* Persönlichkeit", d. h. die in sich qeftstete. nicht durch scden Windstoß sich biegende und beugende Persönlichkeit. ... Hie Rationalismus, hie Irrationalismus, lautet das Ieldgeschrei. Alle „Ismen", für sich a l l e i n betrachtet, tragen ein einseitiges Gepräge an sich. Eins muß in das andere greifen, eins durchs andere blühen und reifen. Derrftn. suhlen und wollen sind Faktoren, die eine Einh e i t des Menschenbeivußtsein s bilden. Trotz alledem hat Goethe recht, wenn er erklärt: „Alle GrrsCichen. die nicht Nationalisten sind, betrügen sich und andere." . . . Ein Vertreter beklaote sich, daß er und andere Mtgfteder der Bereinigung in ihrer Gemeinde ohne Führer seien, da die beiden Rabbiner nicht der Vereinigung augehörten. Was tun? Die Antwort findet sich Sprüche der Väter II 6: „An einem Orte, wo es keine Männer #*&1. bestrebe du dich ein M a n n zu sein." Dr. M. Spanier. Magdeburg. Ms üem Kelch. Berlin. Gsrechttgkett-tteLe oder Entgleisung? „Der Heimgang des außerordentlichen ManneS, der m den Stillen im Lande gehörte, ruft uns recht eigentlich die beschämende Tatsache ins Bewußtsein, daß die deutsche Oefsentlichkeit. von Marktlärm und Scheingrößen abgelenkt, sich um ihre wahrhaft bedeutenden Köpft nicht im geringsten kümmert. . . . Alles, was man sonst an der deutschen Literatur der Gegenwart schmerzlich vermißt: hier wird man es finden. . . . Seine Schlichtheit, sein Seelenadel als Mensch wird ebenso gerühmt wie die Unbestechlichkeit seines Geistes. Ein« umfassende, eindvingende Monographie über den hochbedeutenden Mann bleibt eine Ehrenpflicht der Nachwelt." — So äußert sich der Deutschnationale Ernst Wachler in Mulles „Deutschem Abendblatt", dem dröhnenden Tuthorn des Rassenantiftmitismus. das grundsätzlich alles in den Pfuhl der Hölle verdammt, was nicht rein arischer Herkunft ist. Der „außerordentliche Mann", der „wahrhaft bedeutende Kopf", desien Seelenadel und Unbestechlichkeit hier gepriesen wird, ist aber kein anderer als der vor kurzem verstorbene Wiener Philosoph Josef Popper. Naive Leser werden sich vielleicht über den Seelenadel und die unbestechliche Gerechtigkeitslisbe des „Deutschen Abendblattes" freuen, das wahrhafte Größe und überragende Verdienste anerrkennt. wo es sich findet. Wir aber, denen die tiefgründige Sach- und Personenkenntnis Mulles und seiner Leute bekannt ist. sind davon überzleugt, daß weder Herr Wachler noch die Redaktion des „Deutschen Abendblattes" sine Ahnung davon hatten, daß Josef Popper — Jude war. Berlin. Am 15. Januar vollendete einer der bewährtesten demokratischen Publizisten, Dr. jur. I. L e v h, sein 70. Lebensjahr. In Ostpreußen geboren, studierte er die Rechtswissenschaften, ging dann zum Iournalisnms über, wurde Mitarbeiter der ..Körngsberger Hartungschen Zeitung" und kam dann, fünfundzwanzig Jahre alt, nach Breslau, wo er den „fortschrittlichen Verein Waweck" mitbegründete, und zunächst eine Reihe stark polemischer Broschüren — „Schwar^-Rok-Gold". „Johann I'acoby" usw. — veröffentlichte. 1877 wurde er Redakteur der liberalen „Berliner Bürgerzeitung". dann Chefredakteur der „Berliner Zeitung". Er bekämpfte mit großen: Temperament, logischer Schärfe und hervorragender stilistischer Gewandtheit die reaktionäre innere Politik Bismarcks und wurde wegen Bismarck-Beleidigung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, die er in Plötzensee verbüßte. Als er. in die Freiheit zurückgekehrt, wegen etue§ Artikels zum Geburtstag Bismarcks abermals festgesetzt wecken sollte, zog er da- Exil vor. Er lebte in Prag. Wien, Zürich und an anderen Orten, war nnablässig publizistisch tätig, verfaßte draußep, soggr Wahlslvablätftx der freisinnigen kehren, als der Strafantrag zurückgezogen worden war. Als Nachfolger des Abgeordneten Dirichlet wurde er 1887 politischer Redakteur und Leitartikler der „Vosiiichen Zeitung", der ex bis zum Tode des Verlegers. Gchermrat Lessing, angehörte, und von 1006 bis 1919 war er Mitglick der Berliner Stadtverordnetenversarnmlung. Dem nun Siebzigjährigen, der trotz ungeminderter frische die Jeder beiseite geleot hat. sprechen wir als einem der vornehmsten, kenntnisreichsten deutschen Publizisten, als einem Mann« Dun fester Ucberzeuaung und glänzender Begabung, herzlichste Glückwünsche aus. Perli«. Aus dem hier tagenden Reichsparteitag des Zentrums streifte der frühere Reichskanzler Zehrenb a ch u. s. auch das Akadennker-Pryblem und forderte die katholischen Studenten auf. iede Gemeinschaft mit dem „Hochschulving deutscher Art" zu lösen, „dieser Organisation zur Bekämpfung der Juden und der Sozialdenwtraten". Hastara Sch'möth. Jrs. 28, t-22. Diese gewaltige Rede hat Jesaja gehalten, als er von einem, lange Zeit geheim gehaltene«, Büttdms seine- Staates Juda mit Äeghptm gegen Aflvriin hörte. Insofern paßt ste zur Toravpriesung von der Knechtschaft Israels in Aegypten. Aber auch der srrche Uckermut der judatschen Großen gleicht dem des Pharao. (Die Verwandtschaft zwilchen Lastara und Sidra ist also hier innerlicher als sonst meistens!) — Jesaja wiederholt zuerst ein Gedicht, dar er 20 Jab« vorher auf den Fall Samarias versaßt hat, um daun ähnliches Verderben über Inda zu vwheißcn. AIS Grund gibt er an: Juda soll auf Gott vertrauen statt auf Menscherchilfe: es hat kein« politisch« Rolle zu spielen, sondern Recht und Tuaend im Innern des Maates zu pflegen, — eine Mahnung, die auch i« unserer Zeit unserm Vaterland wie der ^udenhett gilt. 7- Den Anfang der traditionellen Lastara kasft ich fort: er gehört nicht zu dieser Red« und enthält schwer übersetzbare Fvaamente aus viel späterer Zeit ohne liefere religiöse Bedeutung für uns: dafür fjiae ich den Schluß der Rede hinzu, der erst den 5>anpt, qedanken bringt, welch« gleichzeitig der Grundgedanke Jesajas überhaupt ist: das Glauben lvgl. 7, »>! Weh. stolzer Kranz von EscastmS Trmcknen, Prangende« Schmuckes welkende Blüte. tU aus dem Haupt der Weinbesi«gt«n! ich. vom Herrn kommt ein Mächtiger, Starker. Nie Hagelwetters zerstörender Sturm, D« «ißt sie mit Fäusten zu Boden, zerstampft sie mit Füßen! Die stolze Krone von Estajtms Trunkm«, Des prangenden.Schmuckes welkende Blüte. Die auf dem Haupt — -er lästigen Täler. Sie wird gleich halbreifer SrstltNgsstig«. Welche der erste, drr sie erblickt. Roch hält sie die Hand, schon verschlingt'. Uber auch diese sind wirr vom Wein und lamnel« Venn Trank! Prophet und Priester sind matt vorn Met, Genommen vom Wein. Irr vom Rauscktwn?, wirr beim Schauen. schwankend beim Schiedsspruch; Und voller Unflat ist Mr Tisch. daß nirgends Platz ist! Sie «wechui: „Wen will der belehren und wem Orakel deuten'. Mlchentwöhntm, vom Arm Genommnrn! Ach larifari, papperlapapp. Larifari, papperlapapp! Gin bißchen hi«, ei« bißckrn Vas Der red« ja mit Stotterli^en Und fremder Zunge zu diesem Volk!" (Aruneckung: Er batte nämlich zu ihnen gesprochen: „Dies schafft Ruhe, fettes Aufreaung: so gönnt dem Müde« Ruhe'? SU aber wollten nicht hören, und Gottes Wort ward ihnen zu „Larifari papperlapapp": Sie sollten eben immer weiter gehn, stck verstricken und verfangen, rückwärts stolpern und zerschellen!) Wohlan! So h«ri des Herrn Wort. spottende Herrchen. Ihr Herrisch« dieses Volkes in Jerusalem! Ihr sprecht: Mit dem Tod haben wir einen Bund geschlossen, Mit der Unterwelt einen Vertrag .: Der reißende Strom, wenn er losbrickt. er trifft uns nickt: Wir schufen zum Schutz uns — Burg Lug, verstecken bei — Trug uns!" Wohlan! So sagt dazu der Herr mein Gott: „In Zion legt» ich einen Grundstein, Erprobten Stein, kostbaren Pfeiler, Fest, sp fest: .Wer glaubt, wankt uie!' Doch macht' ich zur Matzschnur das Recht, zuur PrüfgewickN Tugend: Burg Lrrg, der Hagel fegt sie fort, das Versteck überflutet der Strom!" Euer Bund mit dem Tod wird gelöscht. der Vertrag mit drr Unterwelt, er hält nicht, Der reißende Strom, er bricht loS, und ihr, ihr werdet von ibm zerstampft! So oft er losbricht, packt er euch, und Morgen für Morgen kommt er, Bei Tag und bei Rgckt — ein Grauen isi'ö auch bloß d'e Botschaft zn bringen! tftfeftftequ .Htrdeittmtt imb WUtafttrab«* Im „Verein, für jüdische Geschichte und Literatur" sprach in der Aula des Mstädtischen Gymnasiums Professor Dr. Ludwig Stein -Berlin. Professor Stein ist als Philosoph und Politiker von je einer der führenden Männer der Friedensbewegung gewesen; er war u. <k Verfasser der Denkschrift, die den Verhandlungen der zweiten Haager Friedenskonferenz Zugrundelag, und seine der Völkerverständigung gewidmete Zeitschrift „Nord und Süd", die er vor dem Kriege herausgab, genoß internationalen Ruf. Das Thema des Abends „JudentumundVölkerbund" behandelte er in fesselndem Plauderton, mit starkem Ethos und von hoher Warte aus die Geschichte der Menschheit überschauend. Mancherlei Sarkasmen und feingespitzte Pointen umrankten anmutig den Bortrag, der mit vielen persönlichen Erinnerungen an bedeutende Männer und Vorgänge gewürzt war—hier leider nur seinem allgemeinen Gedankengange nach flüchtig gewürdigt werden kann. Durch Kants berühmten Traktat „Zum ewigen Frieden" von 1795 ist, wie Pros. Stein ausführte, die Grundlage für den wissenschaftlichen Pazifismus gelegt worden, und ein zur Jahrhundertfeier dieser Geistestat in Berlin gehaltener Vortrag des Redners, der eine Anpassung der Kantischen Gedankengänge an die Realitäten des staatlichen Lebens versuchte, hat weitergewirkt auf die Lösungen des Problems, die in den bekannten Haager Konferenzen versucht wurden. Mer die Idee des Völkerbundes, für den Kant das Wort geprägt hat, ist noch unendlich viel älter. Sie durchzieht den ganzen jüdischen Prophetismus und Messianismus und ist namentlich bei Jesaias llar ausgesprochen. Durch die Katastrophe des Weltkrieges hat diese altjüdische Idee der Friedensverheißung in drei Jahren größere Fortschritte gemacht, als früher in drei Jahrtausenden. Dasselbe Deutschland, das auf der zweiten Haager Konferenz sich gegen die Schiedsbarkeit sträubte und die Kantischen Ideen mit Füßen trat, hat später in Wilsons 14 Punkten die Lösung der Rechnung erblickt. Leider nur ist die verdiente Ohrfeige für die krasse Machttheorie, die hinter dem Ehrenpunkt alle Feinheiten und Tiefen des Kulturlebens verschwinden ließ um 50 Prozent §u kräftig ausgefallen, und es sind mehr durch den Unverstand der Dynasten als durch innere Notwendigkeit auch die Dynastien zusamrnengebrochen. Im Gegensatz zum Buddhismus, der die Glückseligkeit in die Vorvergangenheit, ins Mrwana, rückwärts verlegt, ist das Judentum eine vorwärtsschauende Religion, die zukunftsfreudig des Messias wartet, der „Schwerter zu Winzermessern" umschafft und unter dessen Geist die Völker den Krieg nicht mehr lernen". Selbst in die Natur hinein projiziert der Prophet Jesaias den Friedensgedaiüen, daß einstens der Leopard mit dem Böcklein» von einem kleinen Knaben geführt, friedlich grasen werden. Diese Zukunftshoffnung, die den Erwartungsgefühlen der Kinder vor dem Weihnachtsscst entspricht, hat immer von neuem befeuernd Lmd belebend auf das Judentum gewirkt und der mosaischen Religion die zähe Lebenskraft gegeben, die sie in der Geschichte bewiesen hat. Ideale und Ideen, sagt Kant, werden nie erreicht, aber der Weg dazu ist der richtige. Ein Stück Erfüllung liegt in dem Wachsen der Völkerbundidee. Mag auch das embryonische Gebilde in Genf nur eine Filiale abwechselnd von Paris oder London sein — selbst diese Farce ist noch besser, als der Gedanke eines wahren Völkerbundes ganz außer dem Bewußtsein der Völker wäre. Für das Problem des Zusammenlebens der Menschen hat inan vier Lösungen bisher versucht. Die Gewaltrechtstheorie, von den Znnikern ausgehend, über Epikur und Hobbes bis zu Nietzsche entwickelt, glaubt, daß nur Macht die von Natur bösen Menschen regiere.. Angesichts der geschichtlichen Wirklichkeit ist diese Äieorie gescheitert — die bewundernswürdigste Machtmaschinerie, die je getvesen ist, zerschellt und,die Angstneurose in Paris und London besteht dabei noch immer! Ebensowenig kann die aristotelische Auffassung einleuchten, daß der?Nensck Denn zu kurz wird daS Bett sich zu streclen, die Decks zu schmal sich zu iutckeln: Der Herr siebt auf wie am Breschenbrrg, tobt wie im Gitzeoni-at, Und schafft stiu Geschäft, — unerhörtes Geschäft, Uno wirkt sein Werk, — Barbarenwerk! Zo spottet fürder nicht frech! Sonst halten seit eur: Fe^-ln! Denn Schnitt und Schluß hört' ich beschließen Fürs ganze Land den Hcrm der Scharen. I u ck s. (haMtsche Beschichten. In der Ewer-Buch Handlung las Dr. Martin Bu> & c r, der jüdische Schriftsteller und Kulturhistoriker, aus un. veröffentlichten „Cbassidischeu Geschichte n" vor. Zunächst las er ein Stück aus der Lebensgelchichte des Baal, schon, des mn die Mitte des 18. Jahrhunderts lebenden Begründers des Ehasiidismus. dessen eigentliche Name Israel den Elieser War und der unweit Brodv in einer kleinen Ge« lnsinde gls Lehrer wirkte, dabei auch von seinen Stammesgenossen zur Schlichuma von Strritigleiten herbei,vzsgen wurde. Dies tat «r mit solcher Klugheit, saß auch ftrts der. gegen den sich fein Urteil richtete, mit großer?nrsriedenheit imd Genugtuung ihn verliest. So verbreitete srch sein Ruf als Friedensstifter, und einst suchten ibn aus weiterer Ferne zwei Rabbiner auf. von 'dm einen Streu geschltckstei zu erhalten. AlS der eine von ihnen ihn erblicke, iah er auf Israels Stirn «in Zeichen leuchten, wie -r es ebenso einst auf der Stirn feiner Tochter gesehen, als dir Wehemutter ihm das Kind nach der Geburt gebracht batte. Und der Rabbi trat daher, nachdem der Baalschem das Urteil gesprochen. auf diesen zu und bat ihn. daß er feine T-ockter beträte. Der willigte ein unter der Bedingung, daß in dem Kontrakt, den er darüber mit ihm macken wolle, Nickis von seiner Gelehrsamkeit siebe. „Deine Tochter soll meine Person, nickt meine Gelehrsamkeit heiraten/ Der Kontrakt wurde aufgesiellt. Der Rabbi kehrte heim, starb aber wenige Stunden daraus. Als der Sohn den Kontrakt fand, fragte er seine Schwester, ob sie etwas von dieser Heirat mit einem unaelehtten Manne wisie. „Rein", sagte sie, „aber da der Vater cs so bestimmt hat. bin ich es zusrieden." Nach einiger Zeit kam Israel ben Eliescr im eiirsachen Bauempelze und begehrte sein Weib. Roch einmal fragte der Rabbi seine Schwester, ob sie de« ungelehrten Bauern zum Manne nehme«

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