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Jüdisch-liberale Zeitung · 1921-11-11 · 47 (11.11.1921) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
1 (1920-1921)
Issue
47 (11.11.1921)
Date
1921-11-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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BevekrlgkKl Tickükett Befreier! kort BerHafiuW, W* y tfa$niit rrschlenerk, SuP $ert DVerBllrgermelffer Dk« teper Arbeit für Ke studentische GesamHekk Ke Besondere Vertretung der jüdischen Studierenden zu vereinigen. Derbindungs- und Freistudenten wirken hier in vollem Einvernehmen zusammen. Für die in diesem Semester stattfindenden Neuwahlen wird wieder eine deutsch-jüdische Liste ausgestellt werden. Alle jüdischen Kommilitonen und Kommilitoninnen werden >— das darf man erwarten — am Wahltage ihrer Wahlpflicht genügen! Conrad Cohn, iur. et rer. Pol. Mitteilungen -es Hilfsvereins -er Deutschen Iu-en. Der Hilfsverein, der Deutschen Juden und das ukrainische Hilfswerk. Die im Sommer des laufenden Jahres vom Hilfsverein in Deutschland eingeleitete Sammelaktion für die Pogromgeschädigtcn in der Ukraine nimmt einen guten Fortgang. Der Apvell des Hilfsvereins, der bei den deutschen Juden niemals ungehört verhallt ist, hat seine Wirkung nicht verfehlt, wo es sich um ein unsägliches Massenunglück handelt, wie es selbst die jüdische Geschichte nicht kennt. Es laufen täglich Spenden von zahlreichen Gemeinden, bis in die kleinsten herab, ein. In großen Gemeinden, wie z. B. Frankfurt a. M., Breslau, Leipzig, ist die Sammlung mit größter Energie in die Wege geleitet worden und die Resultate werden sicherlich den Erwartungen, die an die Opferwilligkeit der deutschen Juden geknüpft werden, entsprechen. Gleichzeitig mit der Geldsammlung ist auch eine Kleider-, Wäsche- und Schuhzeugsammlung eingeleitet worden, gleichfalls mit sehr gutem Ergebnis. Es sind Maßnahmen getroffen worden, daß die bereits eingelaufenen Kisten mit Kleidungsstücken usw., sowie die in Kürze zu erwartenden größeren Sendungen durch Vermittelung des Joint und seiner Organisationen in Polen und Rumänien den Flüchtlingen aus der Ukraine zukommen, die vom Notdürftigsten entblößt und obdachlos sich in diesen Ländern aufhalten. Sobald die Möglichkeit vorliegt, werden auch in der Ukraine selbst Kleidungsstücke zur Verteilung gelangen. Vom Hilfsverein werden die ihm übersandten Sachen sofort weiterverschickt. Ein spezieller Delegierter des Hilfsvereins hat sich in Polen über die Verhältnisse informiert und ein Zusammenarbeiten mit den für die Ukraine wirkenden Hilfsgesellschaften angebahnt. Die Verwendung der gesammelten Mittel soll sowohl in der Ukraine selbst, wie auch in den Nachbarländern, wo sich zur Zeit größere Massen von ukrainischen Flüchtlingen angesammclt haben, ins Werk gesetzt werden. Es soll Hilfe durch Arbeitsbeschaffung geleistet werden. Den handwerkskundigen Flüchtlingen werden Werkzeuge und Arbeitsmaterial geliefert werden, mit deren Hilfe ihre Existenz wieder aufgerichtet werden kann. Weiterhin wird die Fürsorge für die Waisenkinder im HMyxen der zur Verfügung stehenden Mittel im EinvernMMen.mii.'Len-Organisationen zur Durchführung gelangen, die sich auf diesem Gebiete betätigen. Warnung vor jüdischer Einwanderung nach Mexiko. Wir hatten im Juni d. I. bereits vor der Einwanderung — insbesondere mittelloser jüdischer Arbeiter — nach Mexiko gewarnt. v Nach den neuesten Berichten, die seitens der von der ,)Hias" nach Mexiko entsandten Kommission vorliegen, muß die Warnungg aufs dringendste wiederholt werden. Die. Kommission ist nach sorgfältigen Erhebungen zu dem Schlüsse gekommen, daß Mexikogegenwärtig in kei n er Weise für jüdische Einwanderung geeignet i st. Besonders nachdrücklich muß alsdann noch darauf hingewiesen werden, daß Auswanderer, die über Mexiko ohne Einreisevisum in die Vereinigten Staaten zu gelangen suchen, wo sie meistens Verwandte haben, einen gänzlich ungangbaren Weg einschlagen. Entweder sehen sie sich am Ueberschreiten der mexikanisch-amerikanischen Grenze verhindert, die unter scharfer Kontrolle der amerikanischen Grenzbehörden steht, und leiden mangels Hilfsquellen und Arbeitsmöglichkeilen in Mexiko Not, oder es droht ihnen, wenn sie den Boden der m fangenschaft und Deportation nach den Tandem, von denen aus sie ihre Reise angetreten haben. Es befinden sich in Mexiko selbst, fine in amerikanischen Städten an der mexikanischen Grenze, jüdische Auswanderer aller Kategorien, meist junge Leute zwischen 17 und 30 Jahren aus der Ukraine oder anderen Kriegs- und Pogromgebieten, aber auch Frauen mit Kindem — die entweder in Mexiko der Not ausgeliefert sind, oder in amerikanischen Grenzstädten interniert sind und der Bestrafung und Deportation entgegen sehen. Mit großen Schwierigkeiten haben Auswanderer, deren Reiseziel die Vereinigten Staaten sind, auch in anderen Grenz- und Nachbargebieten der Union zu kämpfen. Nach Bericht eines nach Cuba entsandten Hiasdelegierten befinden sich auch dort jüdische Einwanderer, die in den Bereinigten Staaten keinen Einlaß finden, in großer Not. Daß auch von C a n a d a ohne amerikanisches Visum vom Herkunftslands der Zutritt in die Vereinigten Staaten nicht zu erreichen ist, haben wir bereits früher mitgeteilt. (April 1921.) Ms öem Reich. Berlin. Haussuchung bei der Deutschvölkischen Bank. Dienstag vormittag hat bei der Deutschvölkischen Bank in Berlin durch die Staatsanwaltschaft II, Abteilung Wucher, eine Haussuchung wegen Kettenhandels und Preistreiberei stattgefunden. Geschäftsbücher und Briefschaften sind beschlagnahmt. Berlin. Dr. Paul Nathan hat seinen Austritt aus der Demokratischen Partei erklärt und sich der Sozialdemokratie angeschlossen. Wie die „Vossische Zeitung" dazu berichtet, bat die demokratische Taktik bei der letzten Negierungskrisis im Reiche den entscheidenden Anstoß dazu gegeben; der Uebertritt sei also weniger daraus zu erklären, daß ein alter Liberaler sich zu der Weltanschauung des Sozialismus gewandelt habe, als daraus, daß er sich von der Art, wie die Demokratische Partei augenblicklich Politik macht, abgestoßen fühle. Berlin. Gedenkfeier für Nathan Zuntz. An der Stätte seiner langjährigen, verdienstvollen Wirksamkeit, in der Landwirtschaftlichen Hochschule, veranstaltete die Physiologische Gesellschaft zu Berlin eine Feier zum Andenken an Professor Nathan Zuntz, der vier Jahrzehnte eines ihrer hervorragendsten Mitglieder und viele Jahre ihr Vorsitzender gewesen war. Nach einer Ansprache von Professor Scheunert hielt Professor Dr. A. Löwe, einer der ältesten Mitarbeiter von Zuntz und ihm persönlich nahestehend, die Gedenkrede. Er schilderte den Entwickelungsgang des großen Physiologen und zeichnete ein Bild seiner Persönlichkeit als Mensch und Forscher, um dann auf Zuntz' wissenschaftliche Lebensarbeit im einzelnen einzügchen. Er besprach die zahlreichen Gebiese, auf denen Zuntz sich schöpferisch betätigt hak-: Stoffwechsel. Verdauung) Atmung, Blut und Blutkreislauf, und zeigte, wie Zuntz manche Gebiete, so die Klimatophysiologie, erst geschaffen hat. Nach seinen Leistungen und Schöpfungen wird Zuntz stets als ein Pfadfinder auf dem Gebiete der Physiologie anerkannt werden und die Arbeiten seiner Schule bilden ein wesentliches Merkmal der zeitgenössischen Physiologie. Bamberg. Deutschvölkische Abfuhr. In einer Sitzung des deutschen Iuristentages wandte sich der Vorsitzende, Professor Dr. Kahl-Berlin, gegen ein mit dem Hakenkreuz geschmücktes Inserat, das in einer hiesigen Zeitung erschienen war, und in dem die auf deutschvölkischem Boden stehenden Mitglieder des Iuristentages zu einer Versammlung eingcladen wurden. Kahl bezcichnete es als den ersten Fall, in dem der Iuristentag zu politischen Zwecken mißbraucht werden sollte, und erklärte, daß der Inristentag derartige Unterscheidungen ablehne und nur den Boden des Rechtes kenne, auf dem alle Mitglieder ständen. Nordhausen a. H. Auf dem hiesigen jüdischen Friedhofe fand die feierliche Enthüllung des Denkmals statt, das die hiesige Synagogengemeinde ihren für das Vaterland gefallenen, in fremder Erde ruhenden Söhnen errichtet hat. Vertreter der hiesigen Kriegervereine waren mit ihren Contag war zugegen. Der unter Leitung des Herrn Lehret Ripperger stehende Synagogenchor eröffnete die Feier mit Gesang. Dann trat Herr Rabbiner Dr. Levy vor, um die Weiherede zu halten. Ms dem Mslanü. London. Unruhen in Jerusalem. Laut Nachrichten aus Kairo haben sich in Jerusalem Unruhen ereignet. Es wurden Bomben geworfen. Vier Juden und ein Araber wurden getötet, dreizehn Personen sind verletzt worden. Tie Unruhen entstanden während eines Versuchs, das jüdische Viertel anzugreifen. Washington. Ein Jude als amerikanischer Gesandter. Der Rabbiner Josef Saul Kornfeld, der im Jahre 1870 in Oesterreich-Ungarn geboren ist, wurde zum Gesandten der Vereinigten Staaten in Teheran ernannt. Ms -erpresse. Unter der Ueberschrift: „Hoch, die neue deutsche Jugend!" lesen wir im „Kölner Tageblatt": Sestern, Sonntag, teuren so sechs, acht deutsche Jünglinge von der Wanr>eIa>brt üeim in die Großstadl. Vorn ans der Ewstrischen stehen sie: mit Sporthosen und Rucksäcken, blanken Simen und verdächtig blonden Haar« schöpfen. Sind ncctz so crgrifsen von Gottes schöner Na« nur, daß sie snsch sröhliaie Lieder singen: „'•Jim Brunnen vor den: Tore" und „Ich schieß' den Hirsch' und das reizend rührscune „Tirol, du bist so wunderschön, wer weiß, ob wir uns w-cdcrsen'n". Ich sitz drinnen im Wagen, man soll seinen Spaß baten an den kernsrischen Iungens. Abcim Moment, wo ich ans den Vorderperron binaustrete, um an der nächsten Haltestelle auszusteigen, ändert sich radikal die gernmlict'e Situation. Man wirst mir musternde Blicke -,n, verständigt sich aus rnstolstene Weise, und plöchick schallt unisono, ans >erbs, acht Jünglingsteblen, der entzückende Resrain mir um die Lhren: „Wir brauchen leine I n d e n r e v u t> l i I, Inden« repnblik, I u d e n r e p u b l i k!“ — — Ich stehe starr vor so viel Geist, Taktgefühl und Menschenkenntnis, die die vwtsck'ncuionalen Jünglinge entwickeln, denen vcnnmlich schon, als sie noch Mamas Win« de-n belleckerUn, das .Hakenkreuz ans die rassereine Hebdenbrnst gebrannt wurde. Ich weiß nicht: meine Nase bat einen gelinden Höcker, mein Go:t, das kann ein Malheur sein — und Schauspieler haben schon mal gesagt, ich sei so frech wie ein Berliner Invenbengel (vgl. die Kritik des „Zarewitsch Ale'estI. Sonst bab ich leine biologische Beziehung zu dem Bolk der Israeliten, ick mache allerdings auch leine Reklame damit, daß ich regelrecht gelaust und nirgendwo beschnitten bin. Iü hast bisher überhaupt nicht geioußt, daß Inden auoersgearlete Menschen seien, aper Christen bab ich kennen gelernt, die schlimmer sind als Inden. Das macht nichts; sechs, acht ungewaschene Haken.« treuzler wissen das besser, gröblen hinter mir her: „Wir brauchen keine Invenrevnblik, Iudenrepnblik, Ii'.denrcpu- ' blik!" - Es ist erschütternd zn sehen, wie sie brüllen mit ^ochkeichwellre,r.. Brust und geifernden Livpen. . Ich bah doch auch meine Sensation gehabt, gestern am Tag des Herrn, in Köln auf der Elektrischen. — — Es muß ein Wunderbares sein, um Deutschlands neue, wohlgesittete Juxend? Es gebt doch nichts über die ErstedungsüNludsäße unserer Alldeutschen'. Salve, dies Drutickland darf nicht rmtrrgclstn. . Die „Frankfurter Zeitung" schreibt: „Der Verrat aut Deutschtum". Unter diesem Titel faßte kürzlich der Dichter Wilhelm Michel eilte varnehme, leidenschaftlich ankla-gev.de Rede gegen den zügellosen Judenhaß der Nachkriegszeit zusammen, oder vielmehr er gab der Gesinnunasäußcrung eines hochstehenden geistigen Deutschen zur so-, genannten Indensrage Ausdruck. Um zu einer klaren, sachlichen Betrachtung zu kommen, trennte Michel zunächst die Begleiterscheinungen ab und zeigte die falschen Einstellungspunkte auf. Er betonte, daß die Iudenfrage weder eine deutsche, noch eine jüdische, sondern eine rein antisemitische Frage sei, und bekannte sich dahin, daß, fiel der Blick einmal von den durch den Haß erzeugten Trübungen und Sehfehlern befreit, die ganze Angelegenheit sich von selbst bewende, das heißt sich durch Cinbeziehmig alles Gesonderten in den großen liebenden Zusammenhang auf deutsche Weise lösen werde. Im weitereit zeigte Michel die psychopathisch krankhaften Züge jedes Kollcktivhasses auf. Melancholische Kahrt. Tagebuchaufzeichnungen von einer Reise nach Prag im Sommer 1921. Von Tr. Ludwig Davidsohn. (Fortsetzung.) [21 Durch den Pulverturm kommt man in die belebte frühere „Zeltnergasse". die jetzige Celetna ulice. Wenn man diese entlang geht, sieht man wieder, welch wichtiges, ja geradezu grundlegendes Element das Judentum in der Bevölkerungszusammensetzung der uralten Stadt nicht nur war. sondern auch noch heute ist: viele der wichtigsten und bedeutendsten Firmen tragen Namen jüdischen Ursprungs; gleich zur rechten Hand befindet sich u. a. die bekannte, schon lange bestehende jüdische Buchhandlung von Brandeis, die ja auch in Breslau eine Filiale hat, und aus derem Verlag die meisten in Deutschland gebrauchten Icchrzeittafeln und Gebetbücher hervorgegangen sind. An der ehrwürdigen Teinkirche vorbei gelangt man zum Altstädter Ring; hier öffnet sich ein schöner Ausblick auf die bisher erhaltenen Gebäudereihen mit pittoresken Giebeln und den Türmen der interessanten Rathausgruppe in der Mitte. In der nördlichen Hälfte des Platzes steht das ein wenig pathetische und in Wirkung und Ausmaß übertriebene Huß-Denkmal; dieser Platz hat viel Grausiges und Entsetzliches gesehen. 1621 fand hier die Massen Hinrichtung der böhmischen Revolutionäre statt, 1632 die Exekution der von Wallenstein zum Tode verurteilten Ossi ziere; aber noch viel grausamere und häßlichere Blntgerichte und Ekstasen der „Bestie Mensch" spielten sich hier zur Zeit der Przemysliden ab. An der Südseite des Rathauses grüßt die weltberühmte. mächtige, astronomische Uhr, die doch etwas mehr ist als bloß ein kulturhistorischer Scherz; eine große Tafel in tschechischer Sprache erklärt die mannigfachen Eigentümlichkeiten des Wunderwerks, darunter befindet sich kleiner gedruckt die Erläuterung in französischer und englischer Sprache; die ganz zuletzt kommende deutsche Beschreibung, „in Petit gesetzt", war die einzige öffentlich angebrachte Aufschrift in deutscher Sprache, die ich in ganz Prag fand; sie soll übrigens demnächst entfernt werden! — So behandelt man dort Kunstwerke, die doch schließlich in Idee und Ausführung rein deutschen Ursprungs sind! Vom Ring wandern wir durch ein Gewirr kleiner Gäßchen und erreichen schließlich durch die ehemalige Rabbiner- und Hampaß-Straße das Israelitische Rathaus; ein in herrlicher Farbentönung opalisierendes, in Azurschmelzfarben gemaltes Mögen Dovid Prangt über dem reichgeschnitzten alten Tor; unter dem Dachsims leuchtet die große Uhr mit hebräischen Zahlen, deren Zeiger sich von rechts nach links bewegen. Der Grundstein zu diesem Rat haus wurde schon im frühen Mittelalter gelegt; in der ersten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts, von 1528 bis 1540, wurde es von Mordcchai Meiscl in der heutigen Form aufgebaut, seitdem ist es mehrfach renoviert worden; der Bau des im Barockstil errichteten Turmes wurde den Juden als Altszeichnung für die während der Schweden Ibclaaerunii 1648 geleisteten Dienste gestattet. Aus dieser Zeit rührt auch der Schwedenhnl in den großen Türwappenemblemen her. — Sehr schön ist der Sitzungssaal im Rathause, mit den jahrhundertealten Gemälden berühmter Rabbiner, die dort amtiert haben. An der Fassade des Rathauses sieht man noch der« schiedene Spuren, „wo rohe Kräfte sinnlos walteten". Zuerst stürmten die Tschechen bei den 1918er Unruhen einmal das ehrwürdige Gebäude, hausten drin wie die Vandalen und warfen vor allem die Akten des Archivs, wertvollste historische Urkunden zur Ghettogeschichtc, aus die Straße. Etwas manierlicher. aber immer noch reichlich unvernünftig, benahmen sich später die Zionisten, die während einer Repräsentantensitzung ebenfalls ihren Aerger an dem unschuldigen Bau ausließen. Unweit des Rathauses, an der Niklasstraße, liegt eine ganz außerordentliche jüdische Sehenswürdigkeit, die Altneuschule. die älteste Synagoge Prags und eine der ältesten in Europa überhaupt. Sie wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts erbaut; der Dachstuhl muß jedoch später einmal renoviert worden sein, denn er trägt eingelassenen eigentümlichen Brouzezierrat, der nach Fest« stellungen von Dr. Uslicz, dem Kustos des dortigen Künste gewerbemuseums, aus dem 15. Jahrhundert stammt. Ami Portal bewundert man den schönen Tympanouschmuck von 1420, den symbolischen Weinstöck Israels mit den Wurzeln der zwölf Stämme darstellend; in das Innere deS zwep schissigen. romanisch-gotischen Baues steigt man aus mehre«.

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