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Jüdisch-liberale Zeitung · 1921-12-30 · 54 (30.12.1921) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
1 (1920-1921)
Issue
54 (30.12.1921)
Date
1921-12-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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durch welche Bezeichnung eigentlich allegefast ist. MlS sich gegen den protestantischen Liberalismus sagen läßt. So must weiterhin die Frage gestellt werden: „Darfman überhaupt (soweit es sich nicht um Gemeindepolitik handelt) vom religiösen Liberalismus im Judentum Positives verlangen?" Als vor nunmehr reichlich sieben Jahren in Posen die .Richtlinien" festgesetzt und von liberalen Rabbinern gutgeheißen und unterschrieben wurden, ging es wie ein Frühlingsraunen durch die Kreise der nicht orthodoxen Juden, soweit sie sich genügend Interesse für Religion erhalten, um nicht dem religiösen Fndifferentismus zu verfallen Aber diesem religiösen Frühling folgte kein Sommer und keine Ernte. Man hatte nicht den Mut. das Feld weiter zu bestellen, das neue Saatgut zu verwerten und zu verwenden, nicht einmal da, wo es geschehen, zu ernten. Mer das Judentum ist nun einmal auf dem besten Wege, sich weiter zu entwickeln, und die Posencr Richtlinien waren ein Schritt auf diesem Wege, dem, wie alle liberalen Juden hoffen, von seiten der „Bereinigung für das liberale Judentum" im Fahre 1922 weitere folgen werden. II. Zunächst in der Frage des Gottesdienstes. Hrer wird es sich nicht ausschließlich um Kürzung, weitere Abschaffung der hebräischen und umfangreichere Einführung der deutschen Gebetsprache, sondern darum handeln, daß von wirklich zu Reformen berufenen organisch verfahren wird. Dast jede heut und in Zukunft nicht mehr anwendbare (weil längst überwundene) Stelle ausgemerzt, dast jede ermüdende und die Wirkung abschwächende Wiederholung sonst noch so schöner Gebete vermieden wird. Nicht minder nötig ist die Ausgestaltung des Freitagabend- Gottesdienstes, seine Festsetzung auf eine bestimmte, außerhalb der Geschäftszeit liegende Stunde. Auch die Frage eines Gottesdienstes anr Sonntag Vormittag darf nicht ganz einschlafen. All das kann natürlich nur für ausgesprochen liberale Gemeinden gelten, nur dort sind solche Forderungen berechtigt, aber auch unabweisbar.! ui.! Als weiterer, noch viel wichtigerer Punkt, kommt der Religionsunterricht in Frage, namentlich soweit er Gebote und Gesetze betrifft. Dem Kinde, das in liberalem Sinne unterrichtet werden soll, must ausdrücklich klar gemacht werden, daß unter Sabbath-'Ruhe und -Freude heute in Europa unter ganz anderen Kulturverhältnissen auch etwas ganz anderes zu verstehen ist, wie das vor zwei Jahrtausenden im Orient formulierte, daß es absolut nicht auf diese Formulierung ankommt, die sogar für die meisten Orthodoxen eine drückende Last bildet und ihnen die „s i m ch a s ch e l nt i z w a h", die als Vorbedingung für richtige Erfüllung geforderte Freude am Gebot, völlig illusorisch macht. Der Schüler must ferner darüber aufgeklärt werden, dast die Speiseaesetze zur Zeit und am Ort ihrer Aufstellung etwas sehr Gutes in sanitärer und erzieherischer Beziehung bedeuteten, dast aber in unserur, d h. europäischen Klima für Gesundheit und für Erziehung zur Enthaltsamkeit andere Faktoren Geltung haben und ungleich wertvoller sind. Unter anderem sei hier nur das Feueranmachen, der aus einer noch umstrittenen Bibelstelle resultierende Unterschied zwischen „milchding und fleischding" erwähnt. Vor allem must dem Schüler gesagt und gezeigt werden, was denn eigentlich das prägnante der mosaischen Religion war, was sie von den alten Religionen unterschied und was sie von den jetzt geltenden unterscheidet. „Nur wer auch fremde Sprachen kennt, weist die 'Schönheiten seiner Muttersprache richtig z u w ü r Ä i ge n", hat ein groster Dichter gesagt. Nicht anders rst es mit den Religionen und unter ihnen vor allem mit unserm Judentum. Und nur eine in diesem Sinne erzogene Generation wird einen verderblichen Zwiespalt und Kampf siegreich überwinden. wird einer Versuchung zur Taufe aus materiellen und geistigen Gründen, einer Flucht ins Dissidententum aus seelischen Motiven genügend Widerstand leisten. Eine derartige Erziehung und Unterweisung wird bei orchodoxcn Inden natürlich Entsetzen erregen, wir werden noch ntehr Klagen über Mangel an (sogenannter?) „Fi'tdischkeit" hören, aber der Jude, der an die bisherige und sich noch weiter vollziehende Entwickelung von Religionsformen glaubt, must und kann nur Religionsunterricht in dieser Art fordern. Denn die nach unserer religiösen Anschauung der von Gott stammenden Menschenseele angeborene Liebe zur Wahrheit darf nicht nur eine Platonische sein. Sie wird aber stets rein platonisch bleiben, ohne den Mut zur Wahrhaftigkeit, ohne praktische Betätigung der Wahrheit, dieser ersten der drei Grundlagen, auf denen nach den: Ausspruch ttnserer Weisen „die ganze sittliche Welt beruht". IV. Der 'Standpunkt des liberalen Rabbiners vom letzten Mertel des vorigen Fahrhunderts, dast „man offiziell nichts aufgoben dürfe, weil doch schon genug abbröckele", hat sich als unrichtig erwiesen. Gerade dieser Standpunkt hat dem Liberalismus den Vorwurf eingebracht, dast er nichts Positives schaffe. Heute kann man getrost sagen, dast eine derartige Auffassung nicht mehr als liberale Anschauung anzusprechen, sondern der sogenannten „mittleren Richtung" zuzurechnen ist. Weitere Forderungen der Liberalen werden sich auf mehr materielle Gebiete der Gemeindepolitik erstrecken. Da ist zunächst die Besoldung der Beamten, die grundsätzlich ein genügendes Auskommen gewährleisten must. Solange eine Gemeinde dazu nicht in der Lage ist, dürfte sie auch nicht an den Bau neuer Gotteshäuser denken. Wir gehören einer Religion an. die von Grund auf sozial (nicht zu verwechseln mit sozialistisch) ist, die den Armen und wirtschaftlich Schwachen nicht hauvtsächlich auf ein besseres Jenseits vertröstet, sondern anstrebt. dast es allen Menschen möglichst schon auf dieser Erde wohlergehe. Einer Religion, die nicht erst ein „praktisches F u d e n t u m" zu schaffett brauchte, * weil sie ganz und aar auch auf Betätigung ihrer ethischen j Grundsätze gestellt ist. Zu dieser Betätigung gehört auch die Fürsorge für die notleidenden Kleingemcinden. Die Abhilfe dieser Not durch tatkräftige Unterstützung must sich gerade der Liberalismus zur Ehrenpflicht machen mrd in den Großgemeinden dafür wirken. V. Wir hören häufig auch von liberaler Seite (namentlich von Theologen) nicht gerade sehr hochschätzend vom „Judentum im W e st e n t a s ch e n f o r m a 1" sprechen. Sollte es nicht jedenfalls richtiger sein, dieses Format beständig bei sich zu tragen und im Leben zur Anwendung zu bringen, als seine Religion in einem umfangreichen „ch um me sch" zu Hause zu lassen, weil man diesen dickleibigen Folianten weder im Rock unterbringen noch in der Hand mit sich führen kann! Wir wollen die sogenannte „doppelte M o r a l" bekämpfen, wir wollen die Einheit zwischen „L e h r e und Lebe n" wiederh e r st e l l e n. Es liegt nicht int Sinne und im Endzweck unserer Lehre, das Leben zu vergewaltigen oder aar völlig unmöglich zu machen, deshalb haben wir die Pflicht, ihre äußeren Formen und Forderungen dein Leben möglichst anzupassen. Dein Leben, das wir mit unseren christlichen Mitbürgern leben, alles jedoch, ohne den Kern unserer Lehre a n z u t a st c n. — Es würde über den Rahmen eines Zeitungsartikels hinausgehen, hier alle einzelnett dieser Materie zu erörtern, ja auch nur weiter auszuführen, wie gerade dieser dem Liberalismus offene Weg die Möglichkeit bietet, für diesen Kern Propaganda ztt treiben, den intellektuellen aber religiös indifferenten Juden der Religion zurückzngewinnen, sogar den (aus bettt Christentum stammenden) Dissidenten für die Grundsätze unserer „Religion der E r k e n n t n i s" zu erobern, so daß er sich in unserm Bekenntnis gewissermaßen als „g e r h a z e d e k" fühlt. All das sei für spätere Aufsätze aufgespart. Wer betont sei schon heute und schon hier, dast die erste Vorbedingung für die Erreichung dieser Ziele, die nichts Politisches oder gar Nationales bedingen, nicht irgendwelcher Abschluß von Attdersgläubigen sein kann. — E i n wichtiges, vielleicht das w i ch t i g st e Mittel im Kampf für d i e s e Z i e l e ist die P r e s s c. Wir tu ü s s e n d a h e r d e m Breslauer Verein ganz besonderen D a n k w i s s e n,daß er dieses Blatt geschaffen, das nunmehr das O r q a tt für unsere Gesamtorga n i s a - t i o tt werden s o l l. Dast Breslau diesen M tt t gezeigt, darf i h m nicht vergessen werden. So erwarten wir zuletzt, aber n i cf) t an letzter Stelle, dast die Vercini - g u n g für das liberale F u d e n t u m in Deutschland den Ausbau und die Ausgestaltung unserer „Füdisch-liberalen Zeitung" im Fahre 1922 mrt aller Kraft betreiben wird, denn sie must und wird unser ibestes Kampf- und A b w e h r m i t t e l sein. Was uns not tut. Bon Rabbiner Dr. S e l i g m a n n , Frankfurt a. M. Angesichts der bevorstehenden Hauptversammlung der Vereinigung für das liberale Judentum mit ihrem vorwiegend praktischen Gegenwartsprogramm mag es gut sein, einmal den Blick weiter zu spannen und auf entferntere Ziele zu lenken. Es ist freilich lebensnotwendig, das nächste ins Auge zu fassen, für das Heute zu sorgen und alle Kräfte für die drängenden Aufgaben der Gegenwart anzuspannen. Aber inmitten aller Kleinarbeit für die Gegenwart tut uns not, einmal über das Heute und Morgen emporzuklimmen, um einen weiten . . £ . Ä ... , . . . s Ausblick über den Sinn unseres Tun und Lebens zu t Damit kommen wir auf ein Kapitel der Gemeinde- > gewinnen. Politik, bei dem recht häufig auch von liberaler 'Seite gesündigt wird. Wenn liberale Juden sich von biblischen oder doch von Bibelsteltett hergeleitetett Gesetzen, die auf andere Orte, Zeit- und Kulturverhältnisse berechnet waren, frei gemacht haben, so haben sie die Pflicht, diese Freiheit auch ihren Rabbinern und Kultusbeamten einzuräunten. Wir hatten im Fudentum niemals Priester, die durch ihr Leben und Verhalten die große Masse und den einzelnen entsühnen konnten, und wir haben sie erst recht nicht in der Jetztzeit. Wenn aber Liberale vom Rabbiner in dieser Beziehung gewissermaßen einen „vorbildliche n" Lebenswandel verlattgett, so ist das allerschlimmste Heuchelei, da sie ja nicht an die Richtigkeit und sittlich-religiöse Notwendigkeit eines solchett Lebenswandels glauben. Man hat sehr treffend diese Gesinnung „Schinkenorthodoxie" genannt. Wir müssen sogar vom Rabbiner fordern, daß er nur das von Geboten und Gesetzen hält, von deffen Be- Das Schlimmste, was die griechische Phantasie sich ausmalen konnte, war die Sinnlosigkeit, die Zwecklosigkeit alles Tuns. Was nützt dem Sisyphos die Tat für Tag erneute Arbeit im Tartaros: wenn er keuchenl den Marmorblock in die Höhe gewälzt, rollte der tückisch, Felsblock wieder in die Tiefe. Was nützt es den Danaidett wenn sie endlos, sinnlos in durchlöcherte Gefäße Wasset schöpften! Diese Sinnlosigkeit und Aussichtslosigkeit aller Arbeit ist der eigentliche Fluch, die Verdammnis Sie ist der tiefste Grund aller Lebensmüdigkeit, aller Pessimismus. Schal und nichtig, klein und eng, ohne Kraft un> Saft sind die Zeiten, da die Menschen den Glauben cu einen Zweck und Sinn des Daseins verloren haben. Ers dos Bewußtsein eines großen Zieles gibt dem Lebet Schwung und Rhythmus, Sinn und Wert. Das wäret die großen Zeiten der Geschichte, in denen man wußte reckttigung und Wichtigkeit cr im Innersten überzeugt ist.. wofür man lebte, kämpfte und litt. — Wie das Leben daran scheitern und m einem grausamen Pessimismus verkümmern müßte, wenn wir nicht den Glauben an einen höheren Sinn des Daseins hätten, so können wir auch als I u d e tt nicht leben, wenn wir nicht an die Zukunft des Judentums glauben. Der Glrube an eine Zukunft des Judentums ist es, was uns not tut. Denn glauben muß der Mensch an sich, damit er das Leben erträglich finde. Glauben muß ein Volk an sich, daß es ausdauere im Wettersturm der Weltgeschichte. Alles haben wir verloren, wenn wir den Glauben an unsere Zukunft nicht gewonnen haben. Alles haben wir gewonnen, wenn wir den Glauben an unsere Zukunft nicht verloren haben.' Der Glaube an die Zukunft des Judentums erst gibt allen jüdischen Bestrebungen der Gegenwart Sinn und Verstand. Der mangelnde Glaube an diese Zukunft, der Kleinmut, die Kraftlosigkeit, die Sinnlosigkeit — das ist die eigenlliche Sünde der jüdischen Gegenwart. Es ist leicht, über den jüdischen Jndifferentismus sich zu entrüsten und den jüdischen Nationalismus zu verdammen. Der eine wie der andere haben ihren letzten Grund darin, daß die emanzipierten Juden den Glauben an ihre religiöse Zukunft verloren haben. Die einen wie die attderen sind das, was sie sind, geworden, weil sie kein Ziel, keinen Zweck, keinen höheren Sinn in allem jüdischen Tun und Leben vor Augen sahen; nur daß die einen einen neuen Sinn und Zweck des Judeseins suchten und fanden und die anderen in ihrer Ziellosigkeit verharren. Darum handelt es sich beim liberalen Judentum nicht um dies oder das, sondern darum, ob wir den großen lebensöeschwingenden Glauben an uns selbst gewinnen können.! Solchen Glauben hat den zum ersten Mal aus ihrer Heimat gerissenen Juden der große Prophet des babylonischen Exils in die Seelen gegossen: „Ich, der Ewige, habe dich berufen zum Heile, ich habe deine Hand erfaßt und dich bewahrt und dich bestimmt zum Bande für die Völker, zum Lichte für die Nationen . . . wenn du durch Wasser schreitest, bin ich mit dir, Ströme werden dich nicht überschwemmen, wenn du durch Feuer gehst, wirst du nicht versengt, Mammen werden dich nicht verbremten . . . ihr seid meine Zeugen . . . siehe Völker, die du nicht kanntest, werden zu dir kommen um des Ewigen, deines Gottes willen, des Heiligen Israels, deines Ruhmes . . . Auf! laß es licht werden! Denn deitt Licht wird aufgehen, deines Gottes Herrlichkeit wird dich bestrahlen. Völker werden in deinem Lichte wandeln." j Das liberale Judentum beansprucht — gegenüber der rabbinischen Religion — Wiedererwecker des prophetischen Judentums zu sein. So erfülle es seine Seele mit der strahlenden Zukunftshoffnung der Prophetett, damit sein Dasein und sein Streben Sinn und Zweck und Größe empfange. Der berühmte Gelehrte Max Müller hielt einmal in der Westminstsrabtei zu London eine Rede, in welcher er mit überzeugenden Gründen die These verficht, daß nur diejenigen Religionen, welche auf Welteroberpng ausgehen, eine Zrtkunft haben. Vor der Zeit der Entstehung des Christentums hegte das Judentum die Hoffnung, Weltreligion zu werden. Im zweitausendjährigen Elend der Geschichte hat das mittelalterliche Judentum diese stolze Zukunftshoffnung in den letzten Winkel seiner Erinnerung verbannt. Wenn aber der Geschichtsschreiber des neutestamentlichen Zeitalters, Renan, die Religion des Jesaja als die Religion der Zukunft ansieht, wenn — trotz alles wieder aufflammenden Hasses — die Zeichen sich mehren, daß die Welt, teils bewußt, teils unbewußt, zur Religion des prophetischen Judentums zurückkehrt, dann ist es Zeit, daß wir die Segel unserer Hoffnung weiter spannen, als wir in der Enge des mittelalterlichen Ghetto vermochten. Einst meinte der erste Verkündiger der Weltreligion, das Volk Israel werde das Banner sein, welches die Völker am fernen Horizont erblicken und um txas sie sich gemeinsam scharen werden; wir aber glauben, nicht das Volk Israel, aber die Religion Israels, die reine prophetische Lehre vom heiligen Gott und sein Gesetz der Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und des Friedens aus Erden werde die absolute Religiott sein, das Evangelium der Zukunft. Positiver Liberalismus. Bon Rabbiner Dr. Samuel, Essen. I. Wie zu erwarten war, hat auch auf der jüngsten großen Heerschau des Zentralvereins der Ruf nach Erneuerung nicht gefehlt. Man klagte über religiöse Verarmung und forderte mit anerkennenswerter Unparteilichkeit von allen Richtungen Verittnerlichunq und Vertiefung, Absage an die bloß negativ-käntpfevischen Programme, die niemanden mehr, am wenigsten die Fugend befriedigten. Es kann dent Liberalismus nur zur Ehre gereichen, wenn er seine Bereitschaft zuerst erklärt, selbst auf die Gefahr hin, dent Vorurteil Vorschub zu leistet!, als gälte die Mahnung ihm in besonderetn Maste. Liberalismus ist Aufwärtsstrcben und Vorwärtsbewegung. Zu seinetn Wesett gehören Angriff und Bestreitung. Kritik und Verneinung. Seine Methoden werden ihm von der Gegenseite aufgedrängt, wo Gewohnheitsrecht und Schentatismus, Formenstarrheit und Gedankenträgheit sich hinter den glänzenden Schilden von Gesepestreue und Pietät verschanzen. In seinem Sturm ttnd Drang hat auch der neuzeitliche jüdische Liberalismus öfter über das Ziel hinausgeschossen, und es fällt uns nicht in. alle seine Ueberstürzungen, Entgleisungen und Taktlosigkeitett zu decken. Ob wir selber zu jener Zeit ganz ghne Bilderstürmerei und Fenstereinschlagen ausgekommen wären, wissen wir allerdings nickt. Es war z. B. sicher

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